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Kasseler Abendzeitung

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Hesstsche Abendzeitung

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Nummer 3.

Fernsprecher 951 und 953

Freitag, 5. Januar 1923.

Fernsprecher 951 und 953

13. Jahrgang.

Die Uneinigkeit in der Entente.

chloffen sind, an den Richtlinien, die der Reichskanzler in seiner Hamburger Rede darge- legt hat, unter allen Umsiänden festzuhalten.

Paris, 4. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) In Frankreich hat die englische Bestimmung, daß das französische in englischen Depots bestnd- licke Gold als Sicherheit für die englischen An­leihen dienen soll und daß in der neuen Kon­trollkommission der Borsitz einem Deutschen über­tragen werden soll, lebhaft verstimmt. Wei­terhin heißt es, daß die englischen Vorschläge in französischen Kreisen wie ein Bomben- schlag gewirkt habe und daß die K o n f e r e n z aus das höchste gefährdet sei, wenn nicht die französischen Vorschläge den weiteren Verhand­lungen zugrunde gelegt werden. In diesem Falle würde Frankreich an die sofortige Ausführung seiner eigenen Pläne gehen. Die en^ische Re­gierung habe allerdings erklärt, daß sie darin nickt einen Bruch der Entente erblicken würde. Nach französischer fachmännischer Schätzung erblickt man in dem englischen Vor­schlag der Herabminderung der deutschen Repa- rationsschuld ans 25 Goldmilliarden eine Summe, die praktisch eine vollständige Unter­drückung der Revarationszahlungen an Frank­reich bedeuten würde.

An der Ostsee.

Di» Derkehrsprobleme an der Küste.

Di» durch den Krieg zerstörten Verkehr«, linien, bi« noch nicht ganz wird«» hergestellt find, sollen nun «««gebaut werden. Dazu werden jetzt verschiedene kühne Pläne dr< ««beitet, über die man uns berichtet. Die VerkchrLprobleme der Ostsee beschäftigen feit Jahren die interessierten Usepftaaten. Es handelt sich in erster Linie um die Verbindnn- gen Hamburg-Kopenhagen. Solche be­stehen bisher über Fredericia (522 Kilometer), über Saßnitz-Trelleburg (Stockholm ße$to. Ko­penhagen), über Warnemünde-Meser (425 Kilo­meter) und über Kiel-Korsör (344 Kilometer). Dazu kommt das Projekt der Fehmarnbachn, das eine neue Weltverkehrslinie Hamburg-Lübeck- Fehmarn-Laciland-Kopenhagen-StockhalM bezw. Christiania Herstellen soll, bisher aber nicht zur Ausführung kam, und einen Ausbau der Lübeck- Büchener Bahn bedingt. Dazu kommt noch das dänisch-schwedische Projekt eines Tunnels unter dem Oerasund von Kopenhagen nach Malmö. Von-dänischer Seite wird neuer­dings wieder das alte Projekt einer

Eisenbahnbrücke über den Kleinen Belt

tim die Vorschläge.

Unschlüssigkett über den Konferenz-Verlauf. (Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 4. Januar.

Die Konferenz hat gestern noch keinen Beschluß über die deutschen Vorschläge gefaßt. Staatsse­kretär Bergmann hatte bis gestern abend keiner- sei Antwort der Verbündeten auf fein Ersuchen um Anhörung erhalten Das Interesse für die deutschen Vorschläge tritt naturgemäß ganz zu­rück hinter der Frage, ob die Konferenz an die Erörterung der Einzel heilten überhaupt herangehi, oder ob sie die endgültige Klärung auf. unbestimmte Zeit vertagt. In der gestri­gen Rachmittagssttzung setzte Poincarü ausein­ander, warum Frankreich den englischen Plan nicht annehmen könne und warum Frankreich auf der Annahme des französischen Pla nesbestehen mCffc. Rach einer kurzen Pause wurde die Sitzung fortgesetzt. Ministerpräsident Theunis erläuterte dann in ausführlicher Weise den belgischen Standpunkt.

eine neue 2fflienbetoertifng?

Die Kursentwicklung an der Börse.

Für Spezialwerte ist an der Börse nach tote vor Interesse. Unter ihnen traten letzthin nicht mehr so sehr die Montan-, Bergwerks-, Eisen- und Metallaktien hervor als vielmehr die Ter- tilaktien. So konnten die Akren der Kamm­garnspinnerei Dchoeller-Eitorf soeben den Kurs von hunderttausend Prozent für eine einzige Aktie übersteigen. Sie erreichten eine Notierung von 105000 Prozent. Das bedeutet, daß eine einzige derartige Aktie mit mehr als einer Million Papiermark bezahlt werden muß. Auck nach dieser Richtung sind die öster­reichischen Verhältnisse eingeholt. Noch vor we­nigen Wochen war cS eine Seltenheit, wenn be­stimmte Papiere den Kurs von 10000 Progent überschritten hatten. Inzwischen haben wir uns in besonderen Papieren aus dem Gebiet der Montcw- und der MettWndustrie an Kurse von 5060 000 Prozent schon gewöhnt.

Nimmehr treten wir in die Epoche der Mil- lionen-Bewertung einer einzigen Fnedensaktre ein. Tenn es hat nicht den Anschein, als wenn es bei dieser einen sechsstelligen Kursziffer für die obengenannten Aktien bleibt. Es dürste i vielmehr eine neue Bewertungsepoche für bte *

tineinißfeit in Varis.

Verschärfte englisch-französische Gegensätze.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 4. Januar.

Die Pariser Konferenz hat an ihrem ersten Tage bereits einen kritischen Punkt erreicht. Die Pariser Preffe spricht überwiegend von einer zwischen England und Frankreich zutage getre­tenen Uneinigkeit, die kaum überbrückt werden könne. In der gestrigen Sitzung kam es zu einer Polemik zwischen Bonar Law und Poin- c a r e. Der letztere erklärte auf die Ausführun­gen des englischen Premierministers, daß die Bewilligung eines Moratoriums ohne produktive Pfänder nickst inS Auge gefaßt werden könnte. Auf den Wunsch des englischen Ministerpräsidenten, diese Frage bis zum Don­nerstag zu vertagen, um den Sachverständigen die Möglichkeit zu gewiffenhafter Arbeit zu ge­ben und einen Ausgleich des Gegensatzes zwi­schen London und Paris zu finden, erwiderte Poincare, daß die Debatte so schnell wie möglich fortgesetzt werden müsse. In der heutigen Sit­zung will der französische Ministerpräsident for­dern, daß in den weiteren Verhandlungen der französische Vorschlag als Basis zu­grunde gelegt wird. Wenn er damit nicht durch dringt, so meint das »Echo de Paris", ist es zweifelhaft, ob die Konferenz noch fortgesetzt werden wird. Die Belgier und Italiener wären geneigt, den französischen Standpunkt zu vertre­ten. Namentlich die Italiener sollen ihr Mißver­gnügen über den englischen Vorschlag ausgespro- üxn und erklärt haben, daß der Muffolinische Vorschlag dem französischen sich nähere und daß es richtig wäre, ihn den weiteren Verhandlun­gen der Konferenz zugrunde zu legen .

Die Konferenz ist gefSdrdet.

Das deutsche Angebot.:

Ei« Vorschlag zum Friede«.

Die großen Linien des deutschen Angebotes ! zur Regelung der endgültigen Lösung der Repa- ' rationsfrage sind durch die Rede des Reichskanz- 1 lers in Hamburg ausgezeigt worden. Sie decken : sich mit den Darlegungen, aber auch mit dem Wunsche und den Forderungen, die wir an die- i ser Stelle seit längerem vertreten haben. Das deutsche Angebot hat die eine große und alles beherrschende Leitlinie: Deutschland, Europa und der Welt Ruhe, Frieden, Sicherheit und Stetigkeit in der politischen und wirtschaft- - lichen Entwickelung zu geben. Dieses Ziel soll nach zwei Richtungen verfolgt werden: Einmal an der Zurückführung des Reparationsproblems auf eine vernünftige, tragbare und darum auch erfüllungsmögliche Basis. Dazu tritt als zweiter Beweggrund ausgesprochen politischer Natur die Sicherung des europäischen Friedens.

Um das letztere vorweg zu nehmen, so ist der erste große und bedeutsame Schritt der deutschen Reichsregierung nach dieser Richtung hin schon in feiner Vorbereitung gescheitert. Es war für die größere Oeffentlichikeit in Deutschland so­wohl, tote aber auch für das gesamte Ausland eine gewaltige Ueberraschung, daß der Reichs­kanzler in Hamburg mitteilen konnte, daß die deutsche Reichsregierung durch Vermittlung einer dritten Macht Frankreich ein Friedens­angebot machte mit ganz bestimmten Garan­tien. und Sicherungen, das aber von Frank­reich ab gelehnt wurde. Deutschland hatte vorgeschlagen, daß die sämtlichen am Rhein in­teressierten Großmächte sich gegenseitig zu treuen H-änden einer Großmacht, die nicht am Rbein interessiert ist, für ein Menfchenalter hinaus feierlich verpflichten, ohne beson­dere Ermächtigung durch VoKsabstimmung kei­nen Krieg gegeneinander zu führen. Und die­ser Vorschlag, zu dessen Vermittlung Amerika sich zur Verfügung stellte, und zwar nicht auf diplo- mattschem Wege durch die deutsche Vertretung in Berlin, sondern auf dem Wege über die ame­rikanische Regierung in Washington, ist von Frankreich ansgeschlagen worden. Niemals hätte es einen überzeugenderen Beweis für die rein politisch eingestellten ftanzösischen Tendenzen ge­hlen können, als diese Tatsache.

Wenn man sich steilich die gerade vor einigen Tagen erfolgte Enthüllung aus diplomati­schen Papieren vor Augen führt, in welchen der russische Botschafter Iswolski an den russi­schen Minister Ssasanow aus Bordeaux am 30. September 1914 ein Telegramm sandte, in dem alsdas hauptsächlichste Ziel Frankreichs" die Vernichtung des Deutschen Rei­ches und die größtmöglichste Schwächung der militärischen und politischen Kraft Preußens be­zeichnet wird, dann wird die Situation erst recht Aar. Mer gerade dieser Vorgang, mitgeteilt am Vorabend der Pariser Konferenz, ist, wie kaum

Beratungen des Kabinetts.

5« Erwartung de» Pariser Beschlüffe.

(Privat-Telegramm)

Berlin, 4. Januar.

Die SütMten der Berliner maßgebenden Kreise haben sich seit gestern mittag nicht wesent­lich verschoben. Das K a b i n e 11 trat zu einer Sitzung zusammen, befaßte sich aber, wie ver­sichert wird, mit laufenden Angelegenheiten. Da­gegen haben sich die zuständigen Ressortminister im Laufe des Nachmittags mit den Einzelheittn der alliierten Vorschläge «um Reparattons-Pro- blem befaßt. Da die entscheidende Sitzung der Pariser Konferenz erst nachmittags nm 4 Ahr be­gonnen hatte, war bis $u den späten Abendstun­den in Berlin Näheres über das Ergebnis der vielleicht entscheidenden Sitzung nichts bestnmt. Aus diesem Grunde besteht auch für das Kabi- uett keine MögliSckeit, sich mit dieser Frege zu befassen. Gegenüber an der heuttgen Börse auf­getretenen Gerüchten von einem angeblichen Rücktritt des Reichskanzlers Dr. Cuno kann auf das Besiimmteste erklärt werden, daß der Reichs­kanzler und das Kabinett unter keinen Umstan- den an einen Rücktritt denken, vielmehr fest ent-

ettoaS anderes, dazu angetan, die moralische Ver­urteilung und Isolierung Frankreichs noch wei­ter zu fördern. Es wird sich nun jetzt ergeben müssen, ob die Verbündeten Frankreichs eine derartige Politik, der ganz offensichtlich gar nichts an Reparationen und an Bezahlung, sondern an der politischen und wirtschaftlichen Zerschla­gung Deutschlands unter Wegnahme der Rheinlande liegt, stützen und sichern wollen.

Und die Probe auf dieses Erempel wird die Stellungnahme der Pariser Konferenz zu dem deutschen Vorschlag fein. Die Grund­linien sind die an dieser Stelle bereits wieder­holt geftnnzeichneten. Das Revarationsproblem soll nun endgültig gelöst werden. Deutschland bietet eine erste feste Summe an, deren Höhe vor der Pariser Konferenz genannt werden soll. Deutschland muß dagegen die völlige Gleichberechtigung feines Handels im in- ternatirmaten Verkehr verlangen, ferner den svstemattschen Abbau der Besatzung, die Freigabe der ans Grund der Sanktionen sei­nerzeit besetzten Gebiete von Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort, die bis Beute noch nicht geräumt sind, und die endgültige Auf­gabe einer jeglichen Politik von Zwangsmast- regeln. Was Deutschland Bier anbietet, trifft sich in seinen Grundgedanken nicht nur mit dem Plane der englischen Regierung und namentlich Bonar Laws. sondern auch mit den Auffasinnaen der berufenen mnerffanischen Vertreter. Es sind fast sämtliche Bedingunaen in irgend einer Form sn den deutschen Vorschlag Inneinaearbeitet und von den amerikanischen Finanziers, aber anck von den Führern der amerikanischen Voliti' als Voraussetzung ftir die ostive Beteilimmg an der Löftrng der Revaraffonsstaae durch Hergatz" von Anleihen und Krediten gestellt worden. Damit ist, wie der Reichskanzler sick ausdrückte, »jede vernünftige Sicherheit* geaeben.

Und nun hat die Gegenseite das Wort. Vicht nur das materielle Gewicht des deuffchen Vor- kcklaaes. sondern auch der ganze Geist, der aus ihm spricht, könne» ihren Eindruck nicht verfeh­len. Es ist der Geist unbedingter Ehrlich­keit, kaufmännischer Solidität und ausgepräg­

ten Verantwortlichkeitsgefühls. Das deutfche An- gebot müßte, fo sollte man meinen, Frankreich entwaffnen. Es müßte den Haß, die Miß­gunst und das Mißtrauen förmlich hinwegfegen. Wollen wir abwarten, ob das neue Jahr eine neue Aera eröffnet, für die soeben der päpstliche Nuntius Paeelli als Führer des diplomatischen Korps anläßlich des Neujahrsempfanges der fremdländischen Diplomatie beim Reichspräsiden­ten Ebert der Sehnsucht nach »Frieden, Bssuder- liebe und Gerechtigkeit" Ausdruck gab. Kr.

Der englische Kompromißgedanke.

London, 4. Jamtar. (Eigene Drahtmel­dung.) Die Ablehnung des britischen Planes durch die französische Regierung findet in der Abendpreffe große Beachtung. Wie gemeldet wird, wurde in gut unterrichteten Kreisen in London heute mit Absicht ausgedrüüt, daß starke Hoffnung bestehe, daß der drohende Ab­bruch der Konferenz vermieden werden könne. Die Schwierigkeiten, die entstanden eien, könnten überwunden werden mittels eines Kompromisses zwischen den Hanptgrund- sätzen des britischen und französischen Planes. Durch eine eingehende Prüfung durch Sachver­ständige fei eine Erörterungsgrnndlage zu schaf­fen, die den Fortgang der Konferenz gestatte.

*

Dir Stimmung In Rom. *

Rom, 4. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Hinsichtlich der Pariser Konferenz herrscht eine allgemeine Skepsis. Der einzige Umstand, der ein Minimum an Hoffnungen gestatte, fei der vorläufige Verzicht Frankreichs auf die Ruhrbefetzung. Entgegen den übrigen Bläitern behauptet derMondo", zwifchen Frankreich und Italien feien Verhandlungen im Gange, die sich auf das ganze beiderfeitige Wsti- fchaftsleben erstreckten. Der englischePlan finbet in Rom keinen Beifall. DerMessagero" sagt, der Plan rufe in Italien Verblüffung hervor, weil er Deutschland aus Kosten der Ueb- rigen, namentlich Italiens, entlasten wolle. Der englisch-französische Gegensatz verschärfe sich.

VoincareS Feindschaft.

Frankretch will leinen dauernden Friede« (Eigener Trahtbericht.)

Paris, 4. Januar.

In der Eröffnungssitzung der Parifer Konfe­renz gab Poinearö Erklärungen über den von Deutfchland in Washington vorgelegten Antrag zur Abwehr einer Kriegsge­fahr in Europa ab. Die deutfche Regierung hätte dem Staatsfekretär Hughes durch ihren Botschafter mitteilen lassen, daß sie bereit fei, einem Vertrig beizustimimn, wonach Deutfch­land, England, Frankreich und Italien sich ge- genfeitig für die Dauer eines Menschenalters, also dreißig Jahve, jeden kriegerifchen Angriff untersagen müssen, es fei denn, daß eine B o l k s- befragnng einen Krieg verlangte. Poinearö, dem dieser Vorschlag sofort mttgetcilt wurde, tele­graphierte au den französifchen Botschafter in Washington, daß dieser von Deuffchland vorgc- schlagene Vertrag ohne Zweifel ein Manöver der deuffchen Regierung am Vorabend der Pa­rifer Konferenz fei. (?) Er fügte hinzu, daß man sich fragen müsse, warum die deutsche Regierung einen derartigen Vorschlag auf die Dauer von dreißig Jahren begrenze. Ein derartig begrenz­tes Bersvrechen sei vollständig illusorifch. In weniger als dreißig Jahren könne die deutsche Propaganda unglücklicherweise solche Revanche­gelüste erwecken, daß eine Volksbefragung einem Angriff gegen Frankreich günstrg sein würde. An - dererfeits übertrage die französische Verfassung der Volksvertretung das Recht auf Krieg und Frieden und es wäre nickt möglich, ihr diefrs Reckt obne «enderung der Verfassung zu ent­ziehen. Das stanzöfifche Parlament würde übri­gens niemals die Initiative zn irgend einem Krieg ergreifen. Um dem deuffchen Beffprechen einen Wert zu geben, müßte ein derartiger Ver­trag durch ein defensives Militärbündnis mit England und Amerika unterstützt werden.

aufgenommen, der Jütland von Fünen ttennt. Die Dänen wünschen schon aus Gründen des innerdänischen Verkehrs, die Verbindung Jüt- land-Jnseldänemark ftatotei zu gestalten. Sie ist jetzt auf die Dampssähre Fredericia-Dtrib an­gewiesen, die über den bis zu 26 Meter tiefen chwer befahrbaren Kleinen Bell hinüber nach Minen geht. Der Kleine Belt ist aber durch

eine überaus heftige Strömung berüchtigt. -----

Schon lange besteht der Wunsch, diese kurze, aber gefährliche Wasserverbinduna durch eine Brücke zu ersetzen, die ebenfalls an der engsten Stelle dieses an Krümmungen reichen Meerarmes, also zwischen Frediricia und Sttib, gebaut werden oll. Diese Stelle ist von Men bekannten Meer­engen der Erde<W den nur 550 Meter breiten Bosporus die schmälste: die Enffernung von Ufer zu Ufer beträgt nur 600 Meter. Die Brücke hätte zehn Pfeffer nötig, von denen neun im Wasser zu errichten sind, was in technischer Hinsicht eine schwierige Sache fein dürfte, denn die Strömung von der Ostsee zur Nordsee rst meist sehr stark und ost genug auch für die jetzige Dampfsähren-Verbindung nicht gefahrlos. Ob die Brücke schon in den nächsten Satiren gebaut werden kann, muß zweifelhaft erscheinen. Sehr erwünscht ist die Wiederherstellung der regelmäßigen

Dmnpfer - Berbiudung nach Bornholm

die bis zum Kriege von der Reederei Bräun- lich-Stettin über Saßnitz a. Rügen unterhalten wurde und fast nur dem Ausslüglerverkehr diente. Wenn sie wieder ins Leben gerufen werden soll, ist es nötig, daß abgesehen von der für den deutschen AnsfMglerverkehr nach Bornholm verhängnisvollen Valuta die- nische Regierung auf Bollpaffe verzichtet und sich mit kleinen Ausweisen begnügt, wie z. B. auf. den Elbdampsern nach den böhmischen Nachtiar- städten ausgegeben werden. Es wäre sehr zu wünschen, daß man in Kopenhagen in dieser Hinsicht den deutschen Wünschen gegenüber ein williges Ohr hätte. Hocherfreulich ist es. daß die Dampfer Sw inemünde-Pillau jetzt auf Neufahrwasser lDanzig) anlaufen; briit» qend erwünscht ist, daß Zinnowitz wie früher von Personendampfern angelaufen wird, daß ferner auch Kolberg und Stopmünde re­gelmäßige Dampserverbindungen mit Stettin und Danzig erhalten und auch Kolberg wieder seine stift -reu Bornholmfahrten aufnehmen kann. B- C.