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Kasseler Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

Nummer 1.

Fernsprecher 951 und 952

Mittwoch, 3. Januar 1923.

Fernsprecher 951 und 952

13. Jahrgang.

Beginn der pariser Konferenz.

Sefundungskrise?

Die Kehrseite der StabUifierung.

Es ist still geworden im deutschen Blätter­wald von dem Problem der Markstabilisterung. Und doch bewegt diese Frage alle politischen und Wirtschaftlichen Geister. Ja, es ist das Problem, das, ohne nach außenhin viel Aufhebens zu ma­chen. umso stärker hinter den Kulissen alles, was jetzt im Werden begriffen ist, beeinflußt. Ueber die Notwendigkeit einer Markstabilisierimg find wir uns alle einig. Eine Wertbcftändig- machung unseres Geldes, so. daß die deutsche Mark auch dem Auslande gegenüber die gleiche Kauflrast besitzt, die sie für das Inland hat, ist die Voraussetzung für die Herbeiführung gesunder und normaler Wirtschastsverhältnisse nach in­nen und geregelter wirtschaftlicher Beziehun­gen nach außen. Nur über den Zeitpunkt, das Ausmaß und die. Beurteilung einer derartigen Stabilisierung gehen die Meinungen außeror­dentlich auseinander. Das liegt zunächst einmal daran, daß wir übrhaupt unsere Mark nicht mehr als ein Zahlungsmittel betrachten können Eine Währung, die im Inlands nur noch das Zwölf- bis Fünfzehnhundertsache dessen aus­macht, was sie früher gegolten hat, und die dem Nuslande gegenüber, bereits auf einen Entwer­tungsfaktor v-ien, in de--,'d und darüber gestie­gen ist, kalt ka-iserli--- .Währung" im ursprüng­liche^ Md. s Wortes nicht mehr ange fett die stille Wenn das Problem in Angriff .>iacht dem M-uurd, dürfe» wir nicht im Zweifel sten Hügel n eine schwere Krise erst noch von uns Rasen. ' chritten werden- muß. Es ist die Gesun- *** -Fskerst '- - -Am SBefcu- - bei GefunLheitskrlst liegt es, daß für viele Schichten, mögen sie auf llnternehmerseite stehen oder mögen sie zu den Arbeitnehmern aller Grade gehören, ein gewal- nger Rückschlag kommen wird, der eine Mahnung zur Einschränkung und zur Selbst­zucht gibt.

Die Fragen einer Markstabilisierung auch nur auf der gegenwärtigen Basis des Dollar-Ri- veaus sind vielleicht auch kritischer und noch er­greifender als der Markzerfall stir viele Schich­ten bedeutete. Denn nun heißt es für diejeni­gen, die unter Aufblühen der Mark nicht schlecht gefahren sind, die Kraft ihrer Stellung ttn Er­werbsleben mit sinkendem Markwert automa­tisch ihre Einkünfte erhöhen konnten, die Rückbildung in den Einkünften ohne Schaden für ihre wirtschaftliche Existenz zu er­tragen und die völlige Umstellung auf neue Ver­hältnisse zu vollziehen. Die Industrie Wird für längere Zeit hinaus vollständig produttionsun- sähig werden. Die Ausfuhr wird naturgemäß sofort ins Stocken geraten. Aber auch die Er­zeugung für den Jnlandsmattt wie für die Be­dürfnisse der heimischen Bevölkerung wird ganz außerordentlich eingeschränkt, ja zum Teil voll­ständig gelähmt werden. Man darf sich nur ein­mal umsehen, welche Vorratswirtschaft in den weitesten Schichten der Bevölkerung ge­trieben worden ist. Kästen und Truhen. Schrän­ke und Spinde sind voll vor allem von Textilien, von Bekleidungsgegenständen, von Wäsche, von Schuhwaren und dergleichen.

Die Industrien, die für diese täglichen Gegen­stände zeitweise KberbefchMgt waren, deren M- tienwerte infolge dieses Beschäftigungsgrades Gegenstand der größten Spekulation an der Börse waren, gerade diese Unternehmungen wer­den von dem Rückschlag mit am ersten betroffen werden. Diejenigen Schichten der Bevölkerung, die sich nach vielen Monaten, ia vielleicht nach Jahren beziffert vorgesorgt haben, werden als regelmäßige Käufer ausscheiden. Die durch die Markstabilisierung herbeigeführte Festigung der Geldverhältnisse wird ober nur sehr langsam sich vollziehen können, sodaß die Kaufkraft der ehemals kräftigsten Schichten, des Mittelstandes, nur zögernd sich auswirken kann. Dazu konW, daß eine derarttge Kaufkraft erst dann eintrttt, wenn die Spartätigkeit, für die die ge­genwärtigen Verhältnisse ia absolut gar keinen Anreiz bieten, wieder in Kraft tritt. Das Spa­ren wird ja auch dann erst wieder Sinn haben, wenn unser Geldwert einigermaßen beständig geworden ist, und wenn man riskiert, daß eine Spareinlage von heute auf morgen schon um die Hälfte ihres Wertes entkleidet ist.

Die Gefundungskrise. die wir durchmachen müssen, wird auch für viele unserer Mitbürger von schweren wirtschaftlichen Folgen begleitet sein. Von ihnen werden betroffen sowohl die Industrie als auch das Unternehmertum und die Arbeiterschaft und mit ihnen große Teile der Angestellten Wohl treffen die große« Firmen für die Zeiten de" Arbeitslosigkeit ihre Vor­kehrungen, aber auch die Einspeicherung noch so hoher Summen wird nicht hinreichen, den jetzigen Arbeiterstand in den Zeiten der Produk- ttonskrise durch,ubaften. Das Reich wird mit erheblichen materiellen Mittel» eingreifeu müs­sen und die Vorkehrungen für diesen Zweck sind auch schon getroffen. Mit Recht fragt man sich,

dem die Herzen aller Menschen, die guten Wil-.

für ihr Gedeihen erforderliche Befriedigung und

wird aus diesem Grunde von der Reichsregie rung als unannehmbar angesehen.

ob die Versuche zu einer Markstabilisierung nicht auch fehlschlagen können. Und was werde wohl dann erfolgen? Selbstverständlich ist dieser Fall durchaus denkbar und wenn er eintreten sollte, würde natürlich unser Wirtschaftsleben in noch größere Ungewißheit, die ja die Wurzel aller wirtschaftlichen Uebel ist, hin und her geworfen werden. Aber die Dinge liegen doch so, daß ein wirklich ernsthaft unternommener Versuch zur Wertbeständigmachung des Geldes, noch dazu, wenn die Außenhilfe hinzutritt und wenn die Voraussetzungen hinsichtlich des Zeitpunktes und des Ausmaßes der Stabilisierung erfüllt sind, in der Regel zu einem Ergebnis führen muß.

Stellungnahme der Länder.

Dorbereitung für acht bis zehn Tage.

(Eigene Drahtmeldung.)

Kein fester englischer Sian.

Haag, 2. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Aus London wird berichtet: Wenn man die letz­ten Berichte und den Wiederguttnachunqsplan SBonar Lows miteinander vergleicht, wird es deutlich, daß es einen eigentlichen-bis ins Ein­zelne ausgeführten Plan nicht gibt. Auch dauerte die Kabincttssitzung, in der der sogenannte Plan besprochen wurde, nur sehr kurze Zeit und der Ministerpräsident sagte ausdrücklich: Es gibt kei­nen konkreten Plan. Die Anregung zu bestimm­ten Vorschlägen wird also Frankreich überlassen bleiben. Im Uebrigen steht Bo- nar Law der Reparationsfrage gegenüber auf einem ganz bestimmten Standpunkt. Er ist zwar ohne Plan, jedoch gewiß nicht ohne Politik.

Sicherheit bringen, die ein Unterpfand wirt­schaftlicher Arbeit zum gedeihlichen Fortschritte bedeuten. Präsident Ebert erwiderte, daß der Wunsch nach Frieden. Bruderliebe und Gerech­tigkeit dem tiefsten Sehnen auch des deutschen Volkes Ausdruck gegeben habe. Das deutsche Volk und die aus seiner Mitte hervorgegangene Regierung werden alles tun, um den Frieden in gemeinschaftlicher Arbeit für das der ganzen Welt so notwendige wirtschaftliche und geistige Zusammenleben der Rationen wahrhaft zu brin­gen. Dem Empfang wohnte der Reichskanzler, der Reichsaußenminister und Staatssekretär von Maltzatzn bej.

GineKanzler-Nede.

Die Zustimmung der Berliner Presse.

(Privat-Lelegramm.)

Berlin, 2. Januar.

In der heutigen Berliner Presse findet die Hamburger Kanzlerrede (siehe zweite Seite) weitgehende Würdigung. ImBerliner Tage­blatt^ heißt es unter anderem: Er sprach in einer Weise, die die Zustimmung der ganzen Natton findet, über den Geist, aus dem Deutsch­land bei seinem Vorgehen in dieser für fein Schicksal bedeutungsvollen Stu.ide geleitet wird. DieBossische Zeitung" schreibt: Die deutsche Reichsrcgicrung hat ihr Versprechen gehalten, die aftive Reparationspolittk, die durch die Note vom 14. November eingeleitet worden war, rückhaltlos und entschlußkräftig fortzusetzen. DerTaq" schreibt: Der Reichs­kanzler bat mit erfrischender Deutlichkeit, die seine außenpolitischen Verhandlungen und Reden bisher ausgezeichnet hat, betont, daß für Pfän­derpolitik jeder Art künftig kein Raum mehr sein könne. Die Beseitigung dieser Atmosphäre sei die Voraussetzung jeder positiven Revara- tionspolftfl gegenüber Frankreich. Das Blatt «staubt, daß diese Politik der Regierung in der ersten Wocke des ntzuen Jahres in Paris zum Konflikt führen werde.

Paris, 2. Januar.

Man nimmt hier an, daß die Pariser Minister- Konferenz acht bis zehn Tage dauern wird. Da in diesem Falle alle zur Beratung stehenden Ge­genstände besprochen werden würden, wird eine weitere Verhandlung in Brüssel kaum notwendig fein. Belgien hält sich für die Frage der et­waige« Streichung der interalliierten Schulden sehr interessiert. Es würde im Falle einer der- artigen Vereinbarung verlangen, daß sein A n - teil an der gesamten deutschen Reparations- entslhädiguug, der jetzt acht Prozent beträgt, er­höht wird. DasGiornale d'Jtalia" meldet, daß Mussolini dem italienischen Vertreter auf der Pariser Konferenz, della Torreita, fol­gende W e i su n g gegeben habe: 1. Die durch das in London überreichte italienische Memorandum angegebene Linie einzuhÄten; 2. keine Teilnahme Italiens an einer territorialen Besetzung in Deutschland und 3. die Begünstigung etwaiger wirtschaWcher Sanktionen gegen Deutschland.

Berlin, 2. Januar.

Die Beratungen über die Reparationsfrage sind zum Abschluß gekommen. ES liegt nun ein endgültiger Plan der Reichsregierung vor, der in geeigneter Weise und zu einem geeigneten Zeitpunkt der Entente übermittelt wird. Die Par­teiführer find vom Reichskanzler empfangen wor­den. An zuständiger Stelle wird «msdrüiklich be­tont, daß ave Beschlüsse in der Rcparationsfrage vom Kabinett Einmütig gefaßt worden find. Der Inhalt des deutschen Reparationsplanes soll noch nicht bekannt gegeben werden, weil die Bor- chläge so wichttg find und die Lage so ernst ist. daß jedes Vorzeit- ne Bekanntgeben des Planes zu schweren S«hädigungen führen könnte. Der von Bon ar Law vorgelegte Plan übersteigt nach Auffassung amtlicher und auch nichtamtlicher Kreist die Leistungsfähigkeit Deutschlands und

Die Ortskrankenkasse.

Fünfundzwanzig Jahre.

Da mit dem foebcn abgetaufenen Jahre die Nagele» ungemeine Ortskrankenkasse die ersten fünfundzwanzig Jahre rnrülkgelegt hat, geben wir folgendem Berichte Saum

Die Allgemeine Ortskrankenkasse für den. Stadtkreis Kassel blickt am 1. Januar 1923 auf ihr sünftmdzwanzigjähriges Bestehen zurück. Es soll daher kurz über die Entwicklung folgendes berichtet werden: Am i. Januar 1898 wurde die Kasse von den Ortskrankenkassen Nr. 8,11 und 13 mit einem MigÜiederbestand von 4285 und einem Vermögen von 47 592,81 Mark errichtet. Der zur Verfügung stehende Raum gestattet es leider nicht, alles das zu veranschaulichen, was die Kasse in der Zeit ihres Bestehens geleistet hat, die verschiedenen Kurven der Ausgestaltung und Weiterentwickelung besonders zu kennzeichnen. Immerhin wird die Gegenüberstellung dessen, was zu Anfang geleistet averdeu konnte und was jetzt geleistet wird, die Bedeutung der Kasse im allgemeinen veranschaulichen.

, tägliches Untersiüt-

Gruudlohn Krankengeld zungsdauer

. 1. 1. 1898 13.40 M 0,501,70 M 26 Wochen

, 25. 5. 1903 15.00 M 1.002.50 M 26 Wochen

. 1. 1. 1914 1-5.00 M 0.603.60 dl 39 Wochen

' 25. 2. 1918 110 M 0.757.50 jH 39 $ sn

10- 5. 1920 130 Jt 1.50-22.50 K 89

2. 1. 1922 180 Jt 1.5060 .Jf L9 W 31. 7. 1922 1120 ..Ä 1.5090 M 30. 10. 1922 1500 di 4-50375 «

? Die erste

1 wurde viim -x>- " 'ber

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25. Februar 1918 gewährt die Kasse für Fami- 1 lienangehörige einen Zuschuß zu den Entbin- ' dungskosten in Höhe von 30 Mark und ein Still­geld von 50 Pfg. pro Tag auf die Dauer von

1 dreizehn Wochen. Vom 10. Mai 1920 wurde bei ; der Familienhilfe das Wochengeld auf 1,50 Mark und das Stillgekd auf 75 Pfg. täglich erhöht. Weitere Erhöhungen traten am 5. Januar, 23. Juni, 29. September und 19. Dezember 1922 ein. Das Wochengeld beträgt zurzeit 50 Mark und das Stillgeld 120 Mark. Durch Nachtrag vom 1. Juli 1921 wurde die ärztliche Behandlung der Familienmitglieder beschlossen. Im August 1920 errichtete die Kasse eine Röntgen-An­stalt, sowie Höhensonnenbestrahlung, der später eine Diathermie angsgliedert wurde. Um allen Kassen die Einrichtungen nutzbar zu machen» wurde diese vom Verband der Otts-, Betriebs­und Jnnungskrankenkassen übernommen. Aus Vorstehendem ergibt sich, daß die Allgemeine Ortskrankenkasse in ständigem Ausstieg eine Mehrleistung der anderen anreibie. Auf Grund der am 1. Januar 1914 in Kraft getretenen ReichsversichernngZ-Ordnung ist die Kasse als Allgemeine Ortskrankenkasse ausgestaltet; hier­durch sind ihr von dem genannten Tage an die versicherungspflichtig gewordenen Hausangestell­ten zugefübtt worden. Seit dem 1. Januar 1912 sind fünf Otts-, fünf Betriebs- und fünf Jnnungskrankenkaffen ausgelöst bezw. geschlossen und hierdurch der Kasse 8116 Mitglieder zuge- fühtt. Am 1. Februar 1916 wurde die Be­triebskrankenkasse der Heeresverwaltung errichtet, hierdurch wurden der Kasse 3729 Mitglieder ent­zogen. Von 1885 bis zum Jahre 1905 bestand für die Ottskrankenkassen eine von der Stadt i'nd den Krankenkassen unterhaltene gemeinsame Meldestelle, bei der alle An- und Abmeldungen erfolgen mußten. Seit 1905 werden die Meldun­gen bei der K«rsse selbst bewirkt.

Von epidemisch austretenden Krankheiten, die besondere Aufwendungen verursachten, ist die Influenza-Evidcmie im Jahre 1890, die Grippe- Epidemie 191819 und 192122 hervorzuheben. Tie hierdurch verursachten außerordentlichen Ausgaben konnten aus laufenden Mitteln gedeckt werden. Dem Reservefonds konnten Beträge in diesem Jahre nicht in der Höbe zugefuhrt wer­den, wie dieses in anderen Jahren geschehen ist. Was die Kriegsjahre anbelangt, so haben sich tie bei Ktteasausbruck allgemein gehegten Be- fürchttmgen, 'daß sich die Kriegsverhältnisse in nachteiliger Weise bei den Krankenkassen bemerk­bar macken würden, erfteulicherweise als nicht

Konserenz-Deginn.

Frankreichs Programm und Bedingungen.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 2. Januar.

DemPetit Parisien" zufolge gliedert sich das Programm der französischen Regierung in drei Punkte: 1. die Frage einer Herabsetzung der deutschen Schulden in Verbindung mit einer entsprechenden Verringerung der interafli» retten Schulden, 2. die Frage des Morato­riums für Deutschland und im Falle der Be­jahung 3. die Frage der Sicherheiten und Pfänder. Zu diesen drei Punkten führt das genannte Blatt ans: Frankreich ist bereit, einen Teil der deutschen Schulden, der den Obliga­tionen entspricht und 70 bis 80 Milliarden be­trägt, zu streichen, wenn ein entsprechender Teil der interalliierten Schulden gestrichen wird. Für die Zeitdauer des Moratoriums würde Frank- seiH schort- Kontrollmaßnahmen in Dcuschland verlangen, die in Berlin vom Garantie-Komitee zu überwachen wären. Die Pfänder hätten zu besteh»«: 1. in der Ausbeutung der Domä - «en-Wälder im besetzten Gebiet, wodurch die verlangten' Holzlieferüngen gedeckt werden könnten; 2. in der Ueberwachung der Kohlenlie­ferungen auS dem Ruhrgebiet für Repara­tionszwecke; 3. in der Erhebung von Zollein- n a h m e n im besetzten Gebiet sowie in den Zoll­ämtern des Ruhrgebictes; 4. in der Erhebung eines Teiles der durch die deutsche Ausfuhr im Rhein- und Ruhrgebiet eingehenden frem­den Devisen; 5. in der Beschlagnahme der Kohlensteuer im Rhein- und Ruhrgebiet.

leistungen nidtt so schnell ausgealichen. werden konnten, wie die Teuerung zunahm insofern hier wie cmswättS eine günstige Rückwirkung ausgeWt haben, als alle diejenigen, die sonst wegen geringfügiger Erkrankung die Leistungen der Kasse in Am druck nahmen, wegen des gro­ßen Vcrdienstausfalles sich nicht so leicht zur Krankmeldung entfckloffen. Die Kasse war in der Lage, alle Mehrleistungen, die vor dem Kriege eingcfübrt waren, ohne Unterbrechung weiter zu gewähren. Vom Jahre 1904 ab ist die beschränkte freie Arztwahl in der Weise ausgedehnt worden, daß nickt nur die Auswahl unter drei- im-zwanzig Acrzten, sondern unter saft ollen

HaldamMche Bestätigung.

P a r i s, 2. Januar. (Eigene Drcchtmeldung.) Der diplomatische Mitarbeiter des Havas-Büros verbreitet Mitteilungen Über die Grundli­nien, von denen aus fick der französische Standpuntt in der Reparationsfrage aller Wahr, scheinlichkeil nach nicht entfernen wird. Die stimmen im allgemeine« mit de« Mitteilvnge« überein, die derPett Pattfien" bereits gemacht Hst. Rach demMatin" soll sich der etwaige Zahlungsaufschub auch auf die Sachliefernngen erstrecken, aber auf biefe wie auch für die Geld­zahlungen nur in befchränktem Maße. I« den etwas knappen halbamtlichen Darstellungen ist von der Errichtung von Zollbüros die Rede.

dem die Herze« aller Menfche«, die guten Wil-, Zutreffend ergeben. Hierbei ist allerdings zu be­tens find, streben und möge es allen Völkern die' rucfitdfrtigen, daß die zunehmenden Teuerungs- ~ ~ - Verhältnisse die durch Erhöknma der Kassen«

Tlmerttanlfche Aeußerungen.

P a r i s, 2. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Senator Bvrah hat feinen Antrag im amerikani­schen Senat auf Einladung Europas zu einer in teruatumÄen Konferenz i«

Staaten zurückgezogen. Der amerikanische Staatssekretär Hughes hielt eine Ansprache im amerikanischen Verein für Geschichte. Er cTftärtc, daß die Frage der Reparationen gelöst werden könnte, wenn man sie nicht als politische, sondern als wirtschaftliche Angelegenheit einer be­sonderen Kommisfion von Sachverständigen der verschiedenen Völker übertragen wollte.

Worte zum neuen Jahre.

Die Diplomaten beim Reichspräfideuten«

(Eigener Druhtbettcht.)

Berlin, 2. Januar.

Reichspräsident Ebert empfing am Reu­jahrstage aus Anlaß des Jahreswechsels die diplomatischen Bettreter aller Länder. Der Apostolische Nuntius hielt dabei eine Ansprache, in der er unter anderem aus­führte: Wir begrüßen mit dem Wunsche des Friedens, der Bruderliebe und Gerechtigkeit den Anbnich des neuen Jahres. Möge es die große Mensckenfamilke dem Ziele näher bttngen, nach

Deutschlands Vorschläge

BradburhS Plan unannehmbar.

(Pribat-Lelesramm )