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Stummer 305.

Fernsprecher 951 und 953

SormLag, 31. Dezember 1922.

12. Jahrgang

Fernsprecher 951 rmd 983

Neue Treuegelöbnisse am Nhein

®e=

iifig getoor.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 30. DezenLer.

INlyt-veuische Äkgttawren.

Der Landdund will cehSrk werden.

5^*99

Der ris im wurde,

©treifgefa^r im Westen?

Unruhe ante» den Eisenbahnern.

schlage hinzugezogen worden find. Der Reichs, landbund ist bisher keineswegs in dieser Rich­tung in Anspruch genommen worden, obwohl er schließlich die zusammenfaffende Spitzenorgani­sation des deutschen Landvolkes darstellt. Bisher find Vertreter der Landwirtschaft in dieser An­gelegenheit nicht um ihre Meinung befragt."

Di« staffelet Neueste« Nachricht«, etschemen wöchentlich sechsmal und Mar ad end». Der AboauementSprelS beträgt monatlich 750. Mark bei freier Zustellung ins Han«. Kl der Geschäftsstelle abgeholt 740. Marl monatlich. Auswärts durch die Post bergen 750. Mark monatlich einfchl. Zustellung. Bestellungen werden jederzeit entgegengenommen. Druckerei, Ber^g und Redaktion; Lchiachthvsftrade 28/30, Für unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des BezuySgeldeS oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.

Die Besprechungen der Reichsregierung iber die Revarationsfrage und die neuen Vor- chläge find gestern fortgesetzt worden. Nachmit- tags fanden im Rcichsfinanzminiftrrium die letz­ten Beratungen mit Sachverständigen aus F n - dustrie ,nrd Bankwelt statt. "GS kann mit Bestimmtheit damit gerechnet werden, daß die deutschen Vorschlag- herrte ihre endgültige Form erlangen werden, es steht aber zurzeit noch nicht est, wann und »n welcher Form die Vorschläge der Pariser Konferenz übermittelt werden.

ternacht am die Lust gesetzt, sellschasten find $trm Gähnen

einziges Auto voll vergnügter, von einem Sou» per heimkehrender, Mandoline spielender oder das Jagdhorn dlasenppr Menschen! Im Ne- stauraut wird man von den Kellnern um Mft-

Dor der Varlser Konferenz.

London. 30. Dezember. lEigene Drahimel- dung.) Man ist hier der Ansicht, daß sich die Aussprache auf der Konferenz von Paris unge­fähr um eine Zahl drehen wird, die auf ein Drittel der alten Reparationssumme Ar schätzen wäre. Dieses Drittel würde die neue Summe kein, die man als Reparationszahlung von Deutschland verlangen würde. Das briti­sche Kabinett trat gestern zu einer Beratung zu- sfmnnen. Es wurde bei dieser Gelegenheit ein neuer Reparationsvorschlag besprochen. Im Auswärtigen Amt in Som spricht man von ei­ner bereits beschlossenen Verschiebung der Pariser Konferenz aus den 4. Januar. Diese Verschiebung soll angeblich von engHfdjer Seite erbeten worden sein.

Berlin, 30. Dezember. iPrivattelegrmnm.t DieDeutsche Tages-Zeitung" schreibt:Es wäre schon westen der Wirkung nach außen sehr

Das Reparations-Vroblem Englands voraussichtliche Haltung.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 30. Dezember.

Taumel des Vergnügens, von dem Pa- Rausche des angeblichen Sieges befallen scheint endlich, nach vierjähriger Dauer, vorüber $u sein. Ja, die alten Boulevardiers, die in der Erinnerung zu schweigen lieben, klagen, in Paris sei nkchts Rechtes mehr los. Namentlich das Nachtleben, das berühmte Pa­riser Nachtleben, scheine auf alle Zeit dahin! Was, so lautet eine dieser Klagen, ist aus dem Paris der Vorkriegszeit geworden! Vergangene Nacht begegneten wir am Fuße des Shakespeare- Denkmals der einzigen Taxameterdroschke, die wir seit der Oper erblickten. Und beincche Hüt­ten wir uns gegenseitig begrüßt, wie zwei Schiffe, die sich in den Regionen der Eskimos treffen und Freundschaftssignale miteinander austarrschen. Kein einziger Mann im Frack, kein« einzige dekolletierte Frau, die vergnügt aus einem erleuchteten Hause gekommen wäre! Kern einziger schwankender Betrunkener! Kein

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Änderung auser. . <x ' - ,-- . **.«.g.» ,.

Zahlen und Tab^ ^TTt^irvrnfl.t!?el<er nützlich, ba'; Klarheit darüber geschaffen würde,

sieigerung beiec^_£. "b und welche Bettreter der Landwirt sch afi

Die Daron' SeschLstsleben rechnet man zu den Beratungen über die neuen deutschen Bor-

Bilder aus Varis. Wovon man an bet Seine speicht.

®aS man in Paris nicht nur uen Politik und Reparationen speicht, sondern auch »on sehr äußerlichen Pingen, zeigen dis naSfolsrnden Bilder de« «lltagsieden«, Das Ende Babylons?-

1500 Milliarden Mari. Dir damit im Zikfarn- menbana siebende Teuerung baden wir schmerzlick genug emvsinden müssen. Die Mftfe für LebenÄnittek und Gebra'^chswaren nehmt gleichem Maße, ko daß die Löbne und ß, tr damit nicht Schritt halten konnten. rurückl>'Äie8^' bewerbe mehren ihr Vermögen Att als er der Substanz, tote der Fach-

Köln, 30. Dezember.

Die sozialdemokratischeRheinische Zeitung" gibt folgende Beschlüsse des Deutschen Eifenbah- ner-Berbaudes, Bezirk Essen, Elberfeld und Köln, bekannt, die die gefährliche Lage im Westen erkennen lassen:Die am 28. Dezember in Elber­feld versammelten Bezirksvcttretcr des Deutschen Eisenbahner-Verbandes der Bezirke Essen. Elber­feld und Köln find nach eingehender Aussprache zu der Ueberzeugung gekommen, daß eine weitere Hinauszögerung der neuen Lohnfestset- zung nur in einer unerträglichen Verarmung der Arbeiter und Beamten sich auSwirken kann. Sie fordern daher die Rcichsregienmg dringend auf, sofott in eine Neuregelung der Löhne und Gttuftter, sowie der OrtSlÄhnztosirgen einrutreteu, da die Oganisation nicht mehr in der Laae ist, die Angestellten und Arbeiter von Arbeits­niederlegungen abznbalten. Bei etwa ouS- brechenden Bewegnngen erklären die Angestellten des Deutschen EiscnbahnerverSandes der Bezirk Essen, Elderkeld und Köln, sich an die Spine der BeweMng zu stellen. Alle sich hieraus notwen­dig ergebenden Folgerungen h« dann ine Re- gierung in jeder Form zu verantworten.

mit Weiter steigender Teuerung, weil die bis- herige Geldentwertung in der Produktion noch nachwirkt, selbst wenn jetzt di« Mark gegenüber den ausländischen Geldwetten sich nicht mehr verschlechtern sollte. Auch die ReichSstnanzver- waltung hat ihren neuen Haushaltsplan daraus eingerichtet, als sie die Steuersätze, di« Eisen- bahnfahrpreise und Frachten, das Potto, die Ge­treidepreise und die Wohnungsbau-Abgabe sehr erheblich heraufsetzte. Me allgemeine Mtt- schaftAag« wird also vorläufig noch mehr erschwert Was der Verlauf des Jahres alles bringen wird, steht natürlich außerhalb jeder Berechnung. Sollten wirklich die Wcst- mächte zu der Einsicht kommen, daß die Not Deutschlands gelindert werden mutz, dann kann man nur wünschen, daß die Stabili­sierung ohne allzu große Erschütterungen herbei­geführt werden möge. DesgleichLN wäre zu wünschen, daß den äußeren Schwierigkeiten ein« geschlossene innere Front gegenüberstehen möge. Pattedaezänk und Gewalttaten kurzsichtiger Querköpfe und Phantasten müssen endlich auf­hören. Oberster Grundsatz für die deutsche Po- fitil im Jahve 1923 möge sein: Einheit deS Reichs und Etnigkett tm Reiche! K. F. D.

Lockerung unserer, in der deutschen Republik geeinten Volksgemeinschaft abzielen. Trotz aller NM tritt unsere Bürgerschaft allen drrarigen Versuchen mögen sie von Drohungen oder Versprechungen begleitet fein entgegen. Sie werden zerschellen am felsenfesten Glauben an unser Volk und an sein Glück. Die Stadt, die unserem deutschen Volke Görres, den Vorkämpfer deutscher Freiheit, geschentt hat und in der ein Schenkendors, der Sänger deut­scher Ehre, feine letzte Ruhestätte gefunden hat, wird dieses Gelöbnis unwandelbarer Treue heilig halten. Wir deutschen Männer und Frauen vom deutschen Eck, dem mehr als tausend Jahre alten Brennpunkte herrischen Empfindens mn Rhein und an der Mosel, Hal. ten im Vollgefühl unserer Verantwortung nn- rrschütterlich fest am Reich und Staat und werden unseren Kindern als teuerstes Ver­mächtnis die Liebe zur Heimat und zum Vater- lande hinterlassen. Auf dem dunklen Wege, den das neue Jahr uns führen wird, foll dieser un- trügliche Leitstern uns einer helleren, besse- ten Zukunft entgegenführen.

An der Jahreswende. Ein» und Ausblick.

Es ist üblich und vollauf begründet, daß wir am Schluß des Jahres einen Rückblick tun auf das, was uns das Schicksal gebracht Ihcchte. Wenn wir an dieser Bilanz erkennen, was gut oder böse, recht oder unrecht, richtig oder falsch war, dann sind wir in der Lage, einen Gewinn­oder Verlust-Saldo auf das Konto des neuen Jahres zu buchen und Mit neuen Plänen weiter zu arbeiten. Was aber sind Pläne? Wollen wir bestimmte Absichten ausführen, so müssen wir di« Straft dazu haben und in unseren Ent­schlüssen frei fein. Aber wo ist dieses Reckt der Selbstbestimmung? Als deutsches Volk begin­nen wir das neue Jahr mit einem Saldovottrag auf der Debetseite. Wir stecken tief in Schul­den auf politischem und wirtschaftlichem Ge­biet, tn diesem Jähre ebenso wie in den vor- berqegangenen. Das soeben abgelaufene Jahr war das vierteFrieidenssahr*, durch das wir die Last, die uns der Versailler Gewalwettrag auserlegte, hlnd-urch schlepptjen. Unsere Straft hat sich in so erschreckender Weife vermindert, daß unS all das Schwere völlig zu erdtticken droht. Wenn wir letzthin durch Amerikas Ein- .grmsen Grund zur Hoffnung auf Besserung zu haben glaubten, so ist es wohl ratsam, sich daran zu erinnern, daß wir ähnliche rosig« Er­scheinungen am Horizont schon mehrfach "sahen, die aber leider als Fata morgana in Nichts zer­flossen. Anfang 1921 traten die Vertreter der alliierten Mächte tn Paris zusammen, nm zum erstenmal die RiHKinien für die Wiedergut- machung festzulegen. Anfang 1993 tagten sie in EÄnuesi um eine andere Methode zu ersinnen. Anfang 1923 treffen sie sich wieder in Paris, um die Ausführung der deutschen VerpfUchtun- aen zu erleichtern? Im letzte« Frühjahr eitonrtete man Diel von der Genua-Kon­ferenz, zu der sogar die Vertreter Deutsch­lands zugelaffen wurden. Die Alliierten der- bandelten dott aber mehr über ihre eigenen Streitfragen als über Deutschland, bis sie schließlich mit erhitzten Köpfen die Konferenz ergebnislos ahbrachrn, nachdem viel Geld und

Meter Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

den. Und Bälle gibt niemand mehr, ohne Zwei­felitfatiffhxet hoben Ptz^ke der nefc»,.. - ä*fr~v und K - Elettttzttät.

Ar ine Folge des Bäckerstreiks.

Daß Sankt Bürokratius in Frankreich nicht weniger heimisch ist als in anderen Länder::, weiß ein jeder, der dott längere Zeit geweilt hatte. Dieser unverbesserliche Heilige verübt die merkwürdigsten Streiche gerade dann, wenn er es sich einfallen läßt, einen originellen eigenen Gedanken zu Haben. Während des soeben erst beendeten Bäckerstreiks begab sich eine Dame, Fräulein Henriette de Beauregard, nach dem Sguare Lamattine, um dott, wie alle Tage, die Spatzen mit einigen Brotkrumen zu füttern. AlSbaV» erschien der Wächter dieser öffentlichen Parkanlage und erhöh Einspvgckgegen eine derartige Vergeudung". Trotzdem sie ihm zeigte, daß sie nur alte Brotrinden als Spatzenmtter verwendete, schrieb er sie auf. Mochten Ti? Spatzen sehen, woher sie Futter bekamen' Unb jetzt ist gegen das tierliebende Fräulein Hen­riette tatsächlich öffentliche Anklage erhoben worden wegen, tote wir sagen würden, groben Unfugs. Man fragt sich, so schreibt hierzu ein Pariser Matt, welche gemeinnützige Gesellschaft sich wohl einmischen sollte, um dieses Verfahren aus der Welt zu schaffen. Di«Gesellschaft der Freunde der Stadt Paris", dieGesellschaft zum Schutze der Tiere" oder dieGesellschaft gegen Lächerlichkeit'? ... 1

Zeit vergeudet worden war. Das eiruiae poffi- ttve Ergebnis war für uns der außerhalb der Tagesordnung abgeschlossene deutsch-russische Wirtschastsvettrag von Rapallo, dessen Bedeu­tung zwar noch nicht zur Geltung gekommen ist, der aber doch den Beginn einer eigenen Ostpo- littk därstellt.

Die zwischen den alliiertenSiegermächten' und denBesiegten" bestehende tiefe und weite Kluft ist amh im Jahre 1922 nicht überbrückt worden. Bestenfalls ist bei jenen die Propa­ganda des Hasses gegen Deutschland einge­schränkt worden. Die Schriften Lloyd Georges und anderer englischer Politiker, das Buch 'Nittis, die Friedensbemühungen Amerikas sind 'immerhin zu Gunsten Deutschlands und »zu Ungunsten Frankreichs m'Sznlegen. Aber das sind nur Anzeichen einer Sinnesänderung 'bte noch keinen Einfluß aus die wirkliche Lage gehabt haben. Auch der Wechsel der Kabinette tn Frankreich. Italien und England bat nichts geändett, sondern ist nur von innenpolitischer Bedeutung für die betreffenden Länder gewesen. In Frankreich ist der Nationalismus unter Po- incarö geblieben tote er vorher unter Briand war. In England sind die Liberalen mit Lloyd George den Konservativen unter Do-nar Lato gewichen, und Italien bat ietzt den gewalttäti­gen Ng-frtSmus unter Mussolini. Wie die vori­gen, so waren auch diese Kabtnrift immer einig, wenn e$ sich darum bandelte, Deutschland auszuvressen.

Die Folgen der Alliierten-Pc-ltttk sehen wir an der Entwicklimg der deutschen Virt- sch'aftslage, die sich am deutlichsten durch den furchtbaren Niederaang der Mark kennzeichnet. Es gab vernuftlich keinen Schwarz­seher, der im Januar 1922. als der Dollar noch auf ettva hundettundneunzba Mark stand, glaubte, dass wir tm November etwa zehnt an- send Mark für einen Dollar 'zahlen müßten. Es ging besonders im letzten Halbjahr mit beäug, siiaender Schnelligkeit mit uns b-mgcch. Der Papiergeld umlauf Deutschland? betrug Ende 1920, bevor das Reparaftonsdroblem in An­griff genommen war, rund 91 Milliarden. Mark. Ende 1921 war er auf 122 Milliarden Mark ge­stiegen und erhöhte sich bis Ende 1922 auf rund

, Der falschePiköri.

Noch immer treibt in Paris einPikött fein unheimliches und offenbar wahnwitziges Wesen, nämlich ein Mann, der im Straßengedränge oder mit besonderer Vorlieb« in der Untergrundbahn und tm Autoomnibus Frauen und Mädchen mit einer langen Nadel durch di« Kleider hindurch in die rückwärtigen Rundungen ihres Körpers piektt. Neulich abends begab sich ei» städti­scher Bürobeamter friedlich im Autobus nach seinen heimischen Penaten, als plötzlich eine neben ihm sitzende Dame seinen Arm ergriff und ausrief:Sie haben mich gestochen st Sogleich sielen sämWche übrigen Fahrgäste über den ungWcklichen Bürobeamten her, verprügelten ibn zunächst und schleppten ihn sodann nach dem nächsten Polizeikonmttssariat, wo er die Nackt über hinter Schloß und Riegel gesetzt wurde. Am nächsten Morgen erschien einer feiner Vor- # gesetzten, um sich für ibn <tt verwenden, und Zugleich erschien fein angebliches Ower, eint Russin. Sie wurde nun von einem Arzt unter­sucht, und eS eraab sich daß sie am ganzen Sribe auch nicht die kleinste Sttchwunde batte. Der Bürobeamte batte ein Aktenstück tm Autobus studiert und sich dabei eines glitzernden Parier-^ nessers bedient. Der Anblick dies-s Papiermes-' er5 Hatto genügt, um die dvsterisch- 3hrfmt da- >on zu überzeugen, daß sie gestochen worden sei. Sie sah sick genötigt, dem Bürobemnten de- und wehmütig Abbitte zu leisten, und erho­benen Hauvtes verließ, umgeben von feiner Fa­milie und seinen Freunden, derfalsche Piköri den Polizeigewahrsam.

Geisterspuk in der Untergrundbahn.

Die Untergrundbahn scheint auch ein Ott geworden zu fein, an dem es geqenwättig nicht geheuer ist. Von verschiedenen Seiten sind bet der Direktion Klagen von Fahrgästen eingelau­fen, die angeben, sie seien von unsichtbaren Mächten mit Fußtritten mißhandelt totstes.

Köln. 30. Dezember. fPrivattelegrmnmft Um der Regierung den Ernst vor Augen zu füh­ren und Abhilfe xu erwirken, ist eine aus Ver­tretern der drei Eisenbahn-Bezirke Msammenge- setzte Kommission gebildet worden, die irr Dienstag den 2. Januar 1923 in Berlin den massgebenden Instanzen über Me La« im Ruhr­gebiet Bericht erstatten und die Lohnforderungen vertreten soll. DieRheinische Zei^nnll ' fll dazu, dass man in Berlin nicht weiß, wie es im Westen der Republik mrssieht. Die große Teue­rung, gerade in dem besetzten Gebiet, und die unzulänglick^e Bezahlung mache die Beamten sehr erregt und es stehe zu befürchten, daß nicht- deutsche Agitatoren (I) sich der Gelegen­heit bemäcktigen und für ihre verbrecherischen Plüue Propaganda z« machen suchten.

Treu zum Reiche.

Erklärung de» Koblenzer Stadtverordnetsn. lBrivat-relegram» > »

Koblenz, 30. Dezember.

In der Stadtvervrdnetenvericrmmlung gab der Obeickürgemreister im Namen aller Frak- tione« folgende Erklär,ug ab: Die Stadt Koblenz, die Hmrvtstadt . -theiuprvvin-, er»

In Pariser aussenpolitischen Kreisen verlau­tet: Der englische Ministerpräsident Sonor Lato ist bemüht, sich mit Poincarö auf einer Grund­lage zu einigen, um den französischen Interessen in weitgehendem Maße Rechnung zu tragen. Man kann von Sonar Lau» wichtige Zugeständ­nisse fßr Frankreich in der Frage der Kriegs­schulden erwarten. Er würde in loyaler und energischer Weise mit Frankreich zusammen daran arbeiten, Deutschland die notwendige Fi- Uauzrefonn auszuerlegem In der Frage eventl. Pfander auf dem linken Rheinufer wird Do­nar Lato schon zurückhaltender fein. Seine Vorschläge r-erden im Laufe des Tages einem englischen Kabinettsrat vorgelegt werden. Bo- nnr Lato steht auf dem Standpunkt: Es müsse der allgemein zugegebenen Tatsache Rechnung getragen werden, dass Deutschland im gegenwär­tigen Augenblick nicht zahlen könne. Man sei in Eug'md der Ansicht, dass eS das Ziel aller Alli­ierte^ sein müsse, dafür zu sorgen, dass die fi- nanstfiellen und kommerziellen Hilfs gurkst» Deutschlands so toiederhergesteW werden, hebt nachdrücklichst Einspruch gegen ade in "die Lage v fetzt wird, den

strebungen, die auf eine Lösung »der eine *r e" Neparatto-tsbettag an die

- - 'aMer.m Mächte zu zahlen.

«rkiSruna der pfälzischen Verbände.

Ludwigshafen. 30. Dezember. fPrivattele- ffoanm.) Die gesamten pfälzischen Wirtschästs- stellen des Landesvereins der Malz, des ReichS- verbandes der derttschen Presse, der Beamten-, Angestellten- und Arbeiterverbäni«. des Kreis- ausschuffes des deutschen Getoerkschastsbundes erlassen eine feierliche Erklärung, in der sie ein­mütig und mit allem Nachdruck betonen, dass sie in jeder Situation an dem Ausammenhan- ge mit dem Deutschen Reiche festhal­ten. Ein Eingriff in das Wirtschaftsleben und auf währmlgSpolitisck-em Gebiete müsste bett Nie bergang der rheinischen und pMzischeu Wirt- chaft herbeiführen.

Die deutschen DoefchlZge.

Beratung der Regierung mit Sachverständigen.

lPrivat-Telegramm.)

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