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Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Nummer 30!.________Fernsprecher 951 und 952 Sonntag, 24. Dezember 1922. Fernsprecher 951 und 952 12. Jahrgang.

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Weihnachtsfreude.

Von

Artur Brausewetter.

Schön ist Ostern, wenn der erste heilige Le­vensodem über die erwachende Erde streift. Schön das Pfingstfest, wenn alles-um «uns her ein Blühen und ein Glühen ist. Aber das eigent­liche Fest der Freude ist doch Weihnachten. Und ist da draußen noch alles dunkel und tot, um so Heller leuchtet das Weihnachtslicht, um so wärmeres Leben entsprießt dem Schoße einer neu und verheißungsvoll geöffneten Erde.Sie­he, ich verWndige Euch große Freude, die allem Volke widerfahren wird." Tas ist der heimatliche Weihnachtsklang, der uns inmitten aller Schwere und Sorge der Tage wieder auf- horchen und ausharren läßt, der das Dunkel zerstreut, das uns umlagert, und wieder Mut zmn Handeln, Kraft zum Tragen gibt.

Aber Freude in einer Zeit wie dieser? Wo in aller Welt finden wir heute noch Freude? Gut. Ist sie selten geworden, so müssen wir sie um so eifriger suchen und nicht ruhen, bis wir sie gefunden haben. Denn der Drang nach Freude ist der menschlichen Seel« eingeboren. Ohne Freude kann sie so wenig gedeihen wie die Pftanze ohne Sonnenschein. So ist Freude nichts anderes als Selbstertzaltungspflicht.Ich kämpfe grundsätzlich in mir gegen ,ede düstere Anstcht der Zukunft, wenn ich ihrer auch nicht immer Herr werde," schreibt der junge Bismarck an seine Braut. Di« Gegenwart will uns manch­mal erscheinen, als werde uns die ungetrübte Freude vor enthalten. Gerade vor wenigen Tagen wieder wurden uns vom Auslande Andeutungen gemacht, die uns zu schönen Hoffnungen berech­tigt hätten, wenn sie von wirklichem Ernst und von wahrer Menschenliebe durchdrungen ge­wesen wären. Wer die ausländischen Hilfs­pläne waren nur erst eine Fühlungnahme, die noch nichts Endgültiges verspricht. So wurde die allzu rasche Hoffnung eines Teiles des deutschen Volkes wieder zunichte und die Weihnachts­freude wurde für Viele getrübt. Trotzdem darf man sich nicht entmutigen lassen. Was heute noch nicht ist, kann morgen werden. Und mit der Freude im Herzen, die sich über die schwanken­den Ereignisse des Alltags erhebt, überwinden wir jede Verstimmung leichter.

Vor allem aber hat die Jugend ein Recht auf Freude. Wollen wir ein neues starkes Geschlecht heranziehen, auf daS unser Vaterland feine Hoffnungen setzen darf, so dürfen wir ihm die Freude nicht verkümmern. Worin besteht wohl die hauptsächliche Aufgabe der Eltern ihren Kindern gegenüber? Ihnen ihre Kind­heit schön und unvergeßlich zu gestalten. Tas Leben, in das wir unsere Kinder schicken, ist heute so schwer und bitter, stellt sie vor fo harte Pflichten und Verantwortungen, daß sie Eins als Wehr und Waffen mit in dies Leben nehmen müssen: die dankbare Erinnerung an eine schöne Kindheit. Ein Vater und eine Mutter mögen cs noch so treu und gewissenhaft mit ihren Kin­dern meinen wissen sie ihnen ihre Kindheit nicht schön zu gestalten, so haben sie sich um allen Lohn ihrer Arbeit und Mühe gebracht. Woran aber benft der bereits alt gewordene Sohn, die längst auf eigenen Füßen stehende Tochter lieber mit Freude zurück als an ein schönes Weihnachtsfest im Eltern Hanse?

Und drückt die Sorge noch so schwer und sind der Lasten noch so viele, wenn die Weih- nachtslichter brennen, der W ihnachtsdust die Stube erfüllt, dann wollen ihnen den Gar­aus machen, dann soll die Freude das Setter führen. Nicht an das wollen wir deuten, was uns genommen ist, sondern dankbar auf das blicken, was uns geblieben.Es kommt nicht darauf an, daß alles eingerisfen werde," sagt einmal Goethe,sondern daß etwas ausgcbaui toerde, woran die Menschen reine Freude emp­findend Weihnachten baut als schönste seiner Gaben etwas auf, woran die Menschen reine Freude empfinden.Denn Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Chrlstus, der Herr in der Stadt Davids." Darin liegt das Po- sittve und zugleich das alle Zeit Ueberdauernde dieser' Freude einbegriffen. Mtt Christus kam eine neue Kultur zur Erscheinung und diese Kultur eroberte die Welt. Ihr Jrchalt aber war die Freude. Keine äußerliche und gemachte. Wahre Freude kommt nie von außen. Sie fit der stillsichere Schatz eines Herzens, das sich geborgen fühlt. Ein ruhig und stark in sich selber sein, das ist Freude.

Wenn unfere Zeit mit allem Nachdruck den Stuf nach Schlichtheit und Einfachheit erhebt, so predigt gerade Weihnachten die Schlichtheit der Freude Das Kind in der Krippe eines ärm­lichen Stalles, die einfachen Eltern, die Hirten auf dem Felde, das schwere Dunkel der Nacht. Und von diesem Mittelpunkt der Armut aus­gehend eine Lust- und Lebensfülle, über deren Hoheit und sittliche Kultur nach Goethes Urteil der Menschengeist niemals hinauskommen wird.

In dieser innerlichen Freude liegt zugleich der Lichtgedanke und der Ewigkeitswert der Weih­nachten von Christus in die Welt gebrachten Re­ligion, liegt zugleich das allen, auch den wun­derlichsten und unbegreiflichsten Zeitströmungen Standhaltende, ja, sie überdauernde. Welt war verloren Christ ward geboren Freue dich Ja, freue dich, o Christenheit...

Deutschlands Vorschläge.

Ausarbeitung der Richtlinie«. lDrivat-Lrlesramm )

Berlin. 23. Dezember.

Die Besprechung zwischen dem Reichskanzler, Außenminister und Wirtschaftsminister und den Vertretern der Industrie, der Finanzen, deS Han­dels und der Landwirtschaft über die neuen deut- fdfen Vorschläge, die der Konferenz der alliier­ten Ministerpräsidenten Anfang Januar vorge- legt werden sollen, sind soweit gediehen, daß gestern Mittag das Reichsministerium zusam­mentreten konnte, um auf Grund der gutacht­lichen Aeusterung der Sachverständigen die ungefähren Richtlinien vvrzulrgen. Datz das Kabinett schon zu einem endgültigen Beschlutz komutt, wird nicht angenommen. Der Reichsregierung liegen verschißene Entwürfe vor. In politischen Kreisen wird angenommen, daß der erwartete deittschc Vorschlag für die Pa­riser Konferenz etwa in der Mitte der Weih­nachtswoche seine endgültige Form erhält.

Besprechung mit den Varteijützrerv.

Berlin, 23. Dezember. (Privattelegramm.) Gestern begannen die informatorischen Be­sprechungen des Reichsinnenministers, des Reichswirtschafts- und Finanzministers mit den Führern der Parteien. Die Parteiführer wur­den einzeln nach Parteien empfangen. Die Re- gierungsvertreter ließen sich von ihnen ihre Auf­fassung von der allgemeinen Lage vortra­gen. Die Regierung wogegen hiett sich in ihre» Mitteilungen zurück, da die Besprechungen über die Reparationsfragen noch nicht beendet sind.

Frankreichs Haltung.

Deutschland soll selbst Pfänder anbiete«.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 23. Dezentster.

In politischen Kreisen wird als Ergebnis der gestrigen Senatsdebate die Auffassung be­zeichnet, daß die neuen deutschen Vorschläge von Frankreich als unannehnrbar erklärt werden müssen, wenn sie nicht neben der Zahlung einer besttmmten Summe für den Wiederaufbau in irgend einer Form die Möglichkeit vorsehe, daß Frankreich in einer etwaigen Zunahme des deut­schen Reichtums für eine gewisse Zeitdauer auto- matisch beteiligt würde und die Nennung einer Gesamtsumme auf diese Weise vermieden wird. Es würde auf französischer ©eite lebhaft be­grüßt werden, wenn Deutsckftand selbst produk­tive Pfänder, deren Ertrag nur im Falle der Nichterfüllung in'Anspruch zu nehmen wäre, zur freien Verfügung stellen wollte.

*

Hm poinmri« Zugeständnis.

Paris, 23. Dezember. (Eigene DrahtmeDung.) Einer Nachricht aus Washington zufolge beab­sichtigt die amerikanische Regierung Poinearö aufzufordern, in genauer Weise auseinanderzu­setzen, zu wessen äußersten Zugeständ­nis s e n er in der Frage der Reparattonen und anderer anschließenden Fragen berett wäre. In Washingtoner Kreisen weist man darauf hin, daß die amerikanische Regierung diesen Schritt mit allen Formen der Höflichkeit und des Entgegen­kommens umgeben werde, denn man fei sich tn Washington voll bewußt, welche ttmerpolttischen Schwierigkeiten Poinearö gegenüberflehen, wen» man die Beziehungen zu Frankreich gefährde.

Um die Sachleistungen.

Beratungen über DeutschlaudS Lieferungen. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 23. Dezeucher.

Pariser MeldmMn zufolge ist die Repa- rationskommisston gestern zu einer Sitzung zu- sammengetteten, die sich mtt der Frage der deut­schen Sachlieferungen beschäftigte. Rach dem Ab­kommen vom 21. März 1922 hatte Deutschland im Laufe dieses Jahres Sachlieferungen bis zu 950 Millionen Francs an Frankreich und bis zu 500 Millionen an die übrigen reparatttmS- berechttgten Länder zu leisten. Frankreich hat von dieser Leistungsmenk.^ nur zu einem sehr kleinen Tefle Gebrauch gemacht, (?) während die übri­gen Staaten zu ihrer Belieferung beinahe an die Grenze ihrer vorgesehenen Belieferungsmenge gegangen find. Die Reparattonskommisfion be­

schäftigte sich mit der Frage, ob von den Liefe­rungsverträgen noch ein Rest übrig bleibt, der an die reparationsberechttgten Staaten außer Frankreich verteilt werden könnte.

Dle Reparations-Fragen.

Anregung und Pläne in Amerika.

(Eigene Drahtmeldung.)

Newyork, 23. Dezember.

Die Blätter berichten in Privattelegrammen aus Washington, datz ein P l a n zur Lösung des Reparationsproblems sich in Arbeit befinde. DemNewhork Herald" zufolge hätte dieser Plan, der auf eine Unterstützung Europas hin­zielt, bereits eine feste Form angenommen. Das Blatt fügt dieser Meldung hinzu, datz die Ver­öffentlichung des Planes sehr bald zu erwarten sei. Die Verhandlungen zwischen London, Was­hington, Paris und Berlin sollen auf halbamt­lichem Wege vor sich gehen. Der Präsident der Newyorker Handelskammer, Barnes, hat erklärt, daß die Anregung zum Vorschläge zur Bildung eines Bankierausschuffes über die Rc- parattonsfrage und zur Anstellung gründlicher Untersuchungen der Wirtschaftslage Deutschlands von Amerika ausgegangen sei. Es sei ein Irrtum, so erflärte Barnes, dem deutschen Reichskanzler Cuno die Anregung zu diesem Vorschlag zuzuschreiben.

* *

Britische Erörterungen.

London, 23. Dezember. (Eigene Drahtmel­dung.) Die englische Presse bekundet ein eifri­ges Interesse für die verschiedenen Raffchlügr und Probleme, die sich um die Frage der Repa­rationen und der interalliierten Schulden in Europa spinnen. Obwohl die britischen Schulden in Amerika in feinem Zusammen­hang mit diesen Fragen stehen, werden sie ange­sichts der bevorstehenden Abreise Balduin Stand­leys nach Washington erörtert, wo er mit der amerikanischen Regierung über die englischen Schulden verhandeln wird.

Frankreich und das Iiudroedlet.

Rewyork, 23. Dezember. (Eigene Drahtmel­dung.) Das amerikanische Staatsdepartement erhielt die Nachricht aus Paris, daß Frank­reich keinerlei Pläne zur vorzeitigen Be­setzung des Ruhrgebietes ausarbeite. Staats­sekretär Hughes wurde aus Paris verständigt, Frankreich wolle keine Maßnahmen in der Re parationsfrage ergreifen, bevor die gegenwär­tigen Verhandlungen abgeschlossen feien.

Auffassung der Industrie.

Meinungsverschiedenheit über die Garantie.

(Pridat-Telegramm.)

Berlin, 23. Dezember.

Wie aus Jndustriekreisen verlautet, haben die Verhandlungen der verschiedenen Gruppen mit der Reichsregierung noch keine vollständige Eini- gung ergeben. Rach wie vor stehen die Vertreter der verarbeitenden Jndnsirte und der Fertigwa­ren, insbesondere der TextU- und Maschinen­industrie aus dem Standpunkt, datz die Industrie an einer Aktion zur Stabilisierung der Mark und zur Lösung des Reparati­onsproblems Mitarbeiten kann, auch wenn diese Lösung nicht endgültig ist: während die Schwerindustrie noch immer ervärt, datz für sie nur eine endgültige Lösung in Frage kom­men kann, und datz nur in diesem Falle eine Garantie der Industrie in Betracht kommen kön­ne. Die Beratungen gehen noch Wetter, und die Regierung wird versuchen, in den nächsten Tagen einen Vorschlag auszuarbeiten, der eine Mitarbeit der Industrie vorsieht, ohne daß je­doch darin bestimmte Zahlen genannt werden.

Aus der Orient-Konferenz.

Wieder ein neuer Zwischenfall.

(Eigene Drabttneldung.)

Lausanne, 23. Dezember.

In der gestrigen Sitzung der Minderheiten­kommission kam es zu einem scharfen Zusam­menstoß zwischen dem griechischen Dele­gierten Benizelos und dem türkischen Ver­treter Nizza Rouri Bey. Venizelos erhob eine Reihe von Anklagen und Beschwerden gegen die Türke« wegen rücksichtsloser Vertreibung der Griechen aus Kleinasien, Unterdrückung der Re­ligionsfreiheit der Minderheiten nnd Beschrän­kungen in der Ein. und Auswanderung. Der türkische Delegierte Nizza Rouri Bey wies die «nttagen Benizelos heftig zurück und beschul­digte Benizelos als den wahren Schuldi- gen an dem Blutbad in Kleinasien. Die grie­chischen Truppen seien e-3 gewesen, die die Grie­chen in Kleinasien zur Auswanderung gezwun­gen hätten. Als die Erregung noch weiter stieg, ließ der Vorsitzende die Sitzung vertagen.

Notgemeinschast.

Gedanken am Fest der Liebe.

Die nachstehenden Darlegungen berühren Fragen, die über kurz oder lang an die MU. Lerneinheit herantreten werden, wenn r« eilt, eine wirtliche Selbsthilfe gegenüber der steigenden Rot unserer Seit zu leisten. Die Weihnachtswünsche dieses Jahres sind nicht den Gedanken frohen Gebens gewidmet, denn... geben und froh sein ist schwer gewor­den. Mangel und Nöte lassen keinen von beiden so recht von Herzen auflommen. Aber ... Man- gel und Nöte sind in Gemeinschaft zu ertragen und Gemeinschaft, Notgemeinschaft ist, was an erster Stelle unseres für dieses Lichtsest so bescheidenen Wunschzettels stehen muß! Schon ist der Gedanke der Notgemeinschast in die Kas­seler Bevölkerung getragen worden. Er ist da, es gilt ihrk zu sonnen, zu beleben, zu entfalten, daß eine Notgemeinschaft wird, die eine Gemein­schaft der segenbringenden Tat bedeutet, eine Notgemeinschast, die ihrer Ursache und ihren Zielen entsprechen soll und die darum allen helfen kann, die in Not und Bedrängnis geraten und im Wirbel der Fährnisse den Halt verloren eine Notgemeinschast die alle, die helfen kön­nen ohne Unterschied sonstiger Auffassungen vereint. Nicht um eine dauernde Notge­meinschaft kann es sich vorerst und wie wir hoffen handeln. Vielleicht um eine für diesen Winter nur, für das kommende schwere Früh­jahr. Aber eine Voraussetzung ist unbedingt er-, forderlich: Zielbewußte und geschickte Auffin­dung und Zusammenfassung von Persönlichkei­ten und Mitteln! So allein ist es möglich, Er­träge zu sichern, die als n o t w e n d ig Er­kanntes unter allen Umständen aufrecht erhal­ten und dies dann allein und unter allen Um­ständen... tote vieles droht nicht zufammenM brechen?! So ungeheuerlich, grausam und lieb­los es auf den ersten Augenblick erscheinen mag,, so schmerzlich der Gedanke an das Aufgeben des einen oder anderen durch liebertteferung und dankbare Liebe ans Herz gewachsenen sozialen Unternehmens auch sein mag... es wird, es muß eine rücksichtslose Sichtung des Vorhandenen er­folgen. Mit unerbittlicher Besfimmchett zwingt die

unerbittliche Notwendigkeit dazu. Wenn drei oder vier Einrichtungen das­selbe tun und der Mittel für das Ausmaß dieser Tätigkeit entbehren, so kann hier nur das harte doch gerechte Wort darf nicht er­schrecken neben Unterstützung Zusammen­legung wirksame Hilfe bringen! Sammeln und Zusammenlegen... in diesem Zeichen wird allein der Gedanke der Notgememschast zum Siege schreiten! Das gilt für die vielfach zer­splitterten Sammlungen mannigfachster Hilfs- ausschüffe und ihre Zusammenlegung zu einer Organisation, von der die Kanäle ausgehen zu denen die mit Hilfe bedacht werden müssen, es gilt aber auch für öffentliche Einrichtungen aller Art. Nicht alles, was durch Zusammenlegung frei wird, soll für immer stilliegen. Bessere Zei­ten gerade unter dem Tannenbaum erstarkt unser Hoffen darauf zu unerschütterlichem Glau­ben werden das Wiederaufleben von Ein­richtungen, die pausieren mußten, ermöglichen und wenn eine Sicherheit dafür geboten wird, so ist die Erleichterung deS Austaffens zur Ent­sagung im Dienste des großen Ganzen gegeben. In der Zeit, die von (teilte bis dahin trennt, kann Raum und andere Gelegenheit so manches Unternehmens wirtschaft liehen Bedürfnissen dienstbar gemacht werden. Fünf oder sechs Kranken, und ähnliche Anstalten, die teilweise nur zu 50 oder 60 v. H. belegt sind, könnten vielleicht durch rechtzeitige gegenseitig« Vereinbarung vor schwerwiegenden Schädigun­gen bewahrt werden. Ob ein solches Einver­ständnis einem bestimmten Krankenhaus Krank­heitsfälle bestimmter Art zuweist oder eine oder die andere Anstalt ganz oder teilweise schließen muß, ob andere Maßnahmen mirchestens sür die UebergangSzeit in Frage kommen, soll hier nicht erörtert werden. Sofern die Einnahmen den steigenden Ausgaben nicht folgen können, ist ein entschiedenes und rechtzeitiges Zugreifen mit Umstellen vonnöten. Es sei nur an das bereits in diesem Sinne zu verzeichnende Vorgehen von Berlin, Frankfurt und anderen Großstädten erin­nert. Die Stadt Kassel selbst ist bedauerlicher­weise mit ihrer

Lenoir-Stiftung

in Bedrängnis. Auch hier scheint es gegeben und möglich, unter geänderter Verfolgung des Stiftungszweckes die Stiftung in vollem Um­fange zu sichern. Jedenfalls muß der Schul­denflut, die das Ganze zu verschlingen droht, ein Damm entgegengesetzt werden. Wohin die Lage führt, erweist bereits das Erholungsheim Wiltzelmshöhe, das, wie in der letzten StadtverordnetenversamMlung mitgeteilt wurde, für die Wintermonate gesÄossen wird. Dieser Schritt allerdinas liegt unseres Erachtens nach nicht im Interesse der Dache. Die herrliche Luft