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Hessische Abendzeitung

Nummer 300.

Fernsprecher 951 und 952

Sonnabend, 23. Dezember 1922.

12. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 953

Das Streiken um Seukschlands Geld

I

Pressemeldungen über die Reparationsverhand-

k

k

meinen Reichsmitteln, gegsnüber 71,6 Milliarden im Vorjahre. Der Haushalt der Reichsbahn­verwaltung hält mit insgesamt 1500 Milliarden das Gleichgewicht, gegenüber 581 Milliarden im Vorjahre. Trotz der unaufhaltsamen Erhöhun­gen der Tarife glaubt die Verwaltung der Reichsbahn mit einer weiteren Verkehrssteige- rung im Personen- und Paketverkehr von fünf Prozent und im Güterverkehr von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr rechnen zu können. Un­geheuerlich find die Lasten der Besatzung des Rheinlands und anderer Anforderungen.

Und das deutsche Volk ist guten Wil­sens, auch guten Retzarattonswillens, freilich nur nach Maßgabe seiner Mittel, seiner Kräfte. -Und diese Mittel sind aufgezehrt durch Kriegs- kontributionen und BefaHungs-AuSsavaung, die Kräfte geschwächt durch achtundeinhalb Jab re Krieg. Durch den Weltkrieg und den Versailler Frieder:, der nach dem gewiß unverdächtigen Zeugnis eines Franzosen, des Dichters Anatole France, .kein Friedensvertrag ist, sondern eine Verlängerung des Krieges".

Und wieder schien uns ein Hoffnungsstern zu schimmern. Mer ob von ihm schon gelten wird, was uns der Me Weihnachtsspruch verheißt: Das ewige Licht geht da herein, gibt der Welt einen neuen Schein? Noch wagen wir, die so oft enttäuscht wurden, es nicht zu hoffen. Das Ver­trauen auf Wlson hat uns in die Irre geführt; wird der Hoffnung auf Hardino der gleiche Aus­gang beschieden sein? Wieder sind es die Ame­rikaner. die das kranke E"^opa kurieren sol­len. Aber noch handelt < "h nur um un­sichere Kombination um Pläne, denen der feste Umriß und vor allem die Grundlage fehlt: der gifte Wille der reparationshungrigen Franzosen. Roch ist die Zukunft ungewiß, noch lastet schwerer wirtschaftlicher und volitischer Druck auf dem ausaeftxrenen Deutschland, noch ist da? waffenstarrende Europa in feindliche La­ger gefchieden, noch unterscheidet man vier Iabre nach der offiziellen Beendigung des Krieges, zwischen Sieger und Besiegten. N o ch i st K r fe g.

Doll dieser Zustand stch verewigen? Soll das kranke Eurodg niemals aefimden? Werden die Völker sich für immer als Ausbeuter und Aus-

Bäurischer Widerstand.

Berechtigter Protest gegen die Alliierten. lPrivat-Telezramm.)

München, 22. Dezember.

Die bayerische Regierung wird zu den neuen Forderungen der Entente wegen Ingol­stadt und Passau voraussichtlich heute Stel- lung nehmen. In unterrichteten, der bayerischen Regierung nahestehenden Kreisen betrachtet man die Lage als ernst. Es ist mit der Auffaffung zu rechnen, daß die Erklärung der Reichsregierung bereits bis an die Grenze der Erträglichkeit ge­gangen sei und daß die bayerische Regierung unmöglich von sich aus weitere Schritte tun könne. Eine Bestrafung der Bürgermeister ! durch die Regierung könne schon deshalb nicht in Frage kommen, weil die Regierung dazu gar keine rechtliche Möglichkeit habe. Tie Forderung der Allierten nach besonderer Entschädigung von der bayerischen Regierung sei unvereinbar mit dem Staatsrecht und sei eine durch nichts be­gründete unerhörte Zumutung. Sie werden auf entschiedenen Widerstand bei der bayerischen Regierung stoßen. Im Uebriqen wird die bayerische Regierung Wert darauf le­gen, auch angesichts der neuen Lage mit ver Reichsregierung cinmütia zusammen zu arbei­ten und gemeinsam mit ihr die notwendige Ent­schließung treffen.

Der neue Haushaltsplan. Phantastische Ausgabenziffer«. tPrivat-Telearamm.)

Berlin, 22. Dezember.

Am Deutfchlanös Geld.

2« Erwartung der de«lsche« Vorschläge.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 22. Dezember.

An amtlicher französischer Stelle wurde ge­

lungen nicht zutreffen. Zwischen Frank­reich und England, so wird bemerkt, sei in den letzten Tagen kein neues Ereignis von Wichtig­keit eingetreteu. Es sei nicht anzunehmen, daß der französische Botschafter, der gestern nach London zurückgekehrt ist, Vorschläge Poincarös mitgebracht habe. Die französische Re­gierung wolle a b w a r t e n, was Deutsch-- land vorschlägt. Man sprach gestern abend von gewissen Eröffnungen, die Frankreich ge­macht worden feien. Man bemerkte weiter, daß vielleicht in nächster Zeit schon gewisse deutsche! Persönlichkeiten nach Paris kommen werden. I I» Kreisen des Pariser Auswärtigen Amtes wird erklärt, daß man mit annehmbaren Vor-1 schlagen Deutschlands nicht ernstlich rechne.

Traukreichs S>att«Kg.

gnferttonipretfe: a) Einheimische Auftrage: Die einspaltige Anzeigen,elle M. 36. di« einspaltige Rekiamezeile M. 120.-. b) Auswärtige Aufträge: Di- etnspaMge Anzeigenteile M. 36., die einspaltige Neklame-eil« M.120, alles einschließlich TeuerungSzufchlag und Anzeigenstener. stur Anzeigen mit besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme» daten und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. Druclereü Schlacht» hosstratze 26/30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5, Telephon Nummer 951 und 952.

Aber die Preise fielen nicht.

Während ganz Berlin, auf der Straß«, in bett' HafpceS und am häuslichen Mittagstisck mit der Zeitung m der Hand höchst unweibnachttich KuE^rkuste errechnete und Znkunstspkänr maAe, bekamen dre Geschäftsleute einen roten Kopf. Auch sie rechneten mit der Notwendia- leit ine Preise Heruniergehen lassen zu müssen, auch sie sahen das Gespenst einer neuen Mark- veriechiechterung nach vorübergehnder-Erho-limg. Und ne schlossen ein Kompromiß.-sie sagten sich: wenn wir morgen oder übermorgen billiger ver- raufen muffen, dann gehen wir heute noch ein­mal schnell herauf. Und man erlebte die Groteske, daß der Dollarsturz zu einem A n - ehen der Preise führte, über Nacht. Am eindringlichsten machte sich das bei allen Luxns- artrkeln bemerkbar. Porzellane zogen um reichlich zwanzig Prozent an, und am schwarz- goldenen Sonntag war eine bessere Kaffeetasse, d:e garnickt etwa von besonderer Marke zu sein brauchte, kaum unter .3500 bis 4000 Mark zu Haben. Phantastische Preise wurden für Spiel- Waren verlangt. Einmit allem Konffort* kostet 85000 bis iw 000 Mark. Erne Eisenbahn mit Schienen. Aagen, Stationsanlagen und Tunnels 375000 Mark Einigermaßen reprälentable Puppen mindestens 6-8000 Mark. Svietzeug ist nicht mit Perlen aurzuwiegen, auch nicht mit den -cränenperlen sehnsüchtiger Kindaugen. nickt mit >en ungeweinten Tränenperlen der Mutter, die fassungslos in die unerreichbaren Kinderpara- diese starren.

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Die Geduldsorobe

eine Gesundungskrise?

Dir grünen Nadelwälder, die jetzt, dicht und fast zu üvvig die Berliner Straßen zieren, werden von Käufern durchwan- » . ckÄ'' e5 'S nickt jedermanns Sache, für VA Meter Hohe Weißtanne 8001000 Mark itnb 200 Wort für die .Rutsche", das Fußkreuz zu bezahlen. Diese aus Not Sparsamen lassen die teuren Weißtannen Weißtannen sein und aalten sich an die Rottannen, die nur 400500 "-arf kosten. Allerdings, einen Haken hat auch wese Geschickte, die Rottannen sind nickt zu ha­ben. Wer hat dich, du schöner Wald, arifae- baut..? Wohl, den spekulativen Handrlsmei- ^'u ich loben--der nur Edeltannen zu

Markte fahrt. Welch ein Unterschied auf dem Wechnacktsbaiimmarft im Vorjahre und dies­mal. 1921 kein Baum weit und breit, nach raußberg und noch weiter mußte man fuhren, nm das süße Symbol des deutschesten Festes zu finden. Dies Jahr aber Weihnachtswald, wohin das, Auge reich- Edeltanne an Edeltanne - taufend Marr an tausend Mark. Die ganze Stadt war .

schlaff vor gelähmter Kauflust.

Dünnes Sonntagsgetriebe, Börsenschein und Preisraten in nüchternen Augen. Weihnachts­woche -1922! Dabei eine unerhörte Prack: in den Schaufenstern, als wag e sich der zögernde Luxus nach Fastenjal^- erst jetzt an das milde.

I London, 22. Dezember. (Eigene Drahkmel- idung.) Wie aus absolut zuverlässiger Quelle verlautet, gehen die Alliierten mit der Absicht um, eine neue Garantie für die Repara­tionszahlungen auszuarbeiten. Der Plan wird wahrscheinlich auf der Parifer Konferenz bereits eingehend beraten werden. Danach soll die deutsche Regierung gezwungen werden, dem ge­samten unbeweglichen Besitz in Deutsch­land eine fünsundzwanzigprozentige Hypothek aufzuerlegen. Es soll das dirett oder indirekt durch die Reichsbank geschehen, während die Hypothekenbriefe als Sicherheit im Besitz der Alliierten bleiben sollen. Die jährliche Gesamt­summe soll zum Ankauf von für die deutsche In­dustrie wichtigen Rohmaterialien dienen, oder als Abtragung der Reparationsfchuld oder als Anleihe gutgeschrieben werden, wie man es für jeweils am zweckmäßigsten halten wird.

Im besetzten Gebiet.

Gl« tteuer Posten Herrn für Säuisch.

(Privat-Telegramm.)

Wiesbaden, 22. Dezember.

Gestern nachmittag gab der Landesausschuß fein Gutachten zur Wiederbesetzung des Re - gierungspräsidiums in Wiesbaden durch den stüheren Kultusminister Hänisch anstelle des von der Rheinlandkommiflion abge­setzten Regierungspräfidenten Dr. Momm ab. Es ist schon feit einiger Zeit ersichtlich, daß das Zentrum feine anfänglich schroff ablehnende Haltung gegenüber Hänisch geändert hat. Heu'e dürste bereits nach Lage der Dinge mit Sicher­heit anzunehmen sein, daß Hänisch den Posten des Wiesbadener Regierungspräsidenten erhält.

An diesem Weihnachtsfest werden die Gabentifche zumeist spärlich besetzt sein; denn die unairshörlich wachsende Teuerung macht nicht nur Schmalhans zum Küchenmeister, sondern legt auch der Freude des Schenkens Zügel an. Zwar hatte, als der Dollar einige Tage ins Sinken ge­raten war und die Rewtzorker Parität bis nahe an 5000 herunterging, manche sorgende Hausfrau

Dauer: der erhoffte Preissturz ist ausgeblieben. ttonii ,n der Reparationsfrage gewarnt, weil So wird der Platz um den Weihnachtsbaum in mindestens zwei Drittel aller amerikanische» den meisten deutschen Familien dürftig belegt -

fein. Mit dem politischen Weihnachten ficht es mcht besser aus. Bon den Gaben, auf d-e wir gewartet und auf die Optimisten gerech­net hatten, isst nur wenig auf den Weihnachtstisch gekommen. Es ist schwach bestellt mit der deut- fchen Weihnachtsfeier seit den mehr als acht Jah­ren Weltkrieg. Wir sagen mehr als acht Jahre; denn wir können uns nicht einreden, daß der Krieg beendet ist. Sonst pflegte sich wohl an den ^eldkneg der Guerillakrieg anzuschließen. Der Weltkrieg hat seine Fortietzung im Geld- krieg, tot Reparationskrieg gefunden. Denn noch ist Krieg: Nickt nur im Saar- revrer, das unter dem französischen Joch seufzt, nickt nur tot Rheinland, das unter dem unerträg­lichen Druck der Besatzung leidet, nicht nur im Ruhrrevier, wo man vor Poincarss Erobe­rungsplänen bangt, sondern in ganz Deutschland, das von der Last der Reparationen und Sanktio­nen erdrückt wird.

gebeutete gegenübersteben? Oder werden auch wir noch einmal alaubeu dürfen an ..künst'aen Frieden, der uns stillt, an künft'ge Menfcken ohne Tadel'? Wann wird uns endlich befckieden fein, das heißersehnte, das retten? Revarattons-Weib- nackten. Aber trotz alledem dürfen wir jetzt erst recht nicht die Geduld «nd die Nerven ver­lieren. Es werden noch viele Stadien tu dutck- schreiteu fein auf dem Wege zur Höhe. Wir werden noch reckt viele Hindernisse bis dahin zu bewältigen Haden und auck noch manche Enttäufckung erleben. Auck über die Dauer einer Gesnndungskrtse dürfen wir u"s keiner Täuschung bingeben. Das Eis scheint jedenfalls gebrochen, die Dinge entwickeln sich zwangs­läufig. wenn Ne Amerikaner diesmal fest blei­ben. Wir dürfen aber gerade jetzt uns nicht c f

Weihnachts-Geschäft.

Nachklänge vom schwarze« Sonntag.

be8 Dollarfturzes hat sich ®efd><iftdle6en sehr bitter tote -la Darüber erhalte»

tote aus Berlin folgende Schilderung r .Die Kalendergslehrten sind sich noch nicht einig, ob der Sonntag vor Weihnachten, falls der Heilige Abend wie dies Jahr auf einen Sonntag fallt, der goldene Sonntag ist, oder ob »nnn^er Abend selbst als goldener

bezeichnen ist. Mögen Diese oder ^ene recht, haben, der Sonntag vor Weihnachten sE IN diesem Jahre kein goldener er war to a P e Sonntag. Von seiner ersten ^»ThJtünb im Zeichen des Dollar- r»V..3J?8 °oen' rrchiiger gesagt, der Markbes- an diesem Tage der Ber­liner Weihnachtsrhythmus. wo die auch im kuü- Gemüt fest verwurzelte Wechnachtsstlmmung,- die uns in den Advents- tagen immer wieder besuchte, in den bösen Kriegsfahren, im Revolutionsdezember, im Va- ^avoriahr? Wie eine verblaßte Reminiszenz, a°er doch immerhin fühlbar, mit dem Takt schön erregter Herzen verschwistert, war diese Stim­mung dem rollenden und rasenden Berlin auch 'M-tahre 1922 treu geblieben bis eben zum schwarzen Sonntag. In diesem Sonntag wurde *'c egge fegt, misaelöscht wie ein tief herabge- &ran«teS Licht. Nickt mehr die uralte Legende stand mit neuer Schrift in die Herzen geschrie- den nein, wdes Herz war eine Winkel­börse geworden und sprach Kurse. Jeder Dia- wg ein Rätselraten: Wie tief geht der Dollar? ^zeder Monolog eine Prophezeiung: Die Mark wird mit AM) stabilisiert' Reden Sie keinen nur- Manöver Anfang Januar ffe^t der Dollar über 10000! Die Kindlichen bEen im Hosiannah-Rufe aus: Eine schönere Wertznachtsbefckiernng hätte uns nicht zu ged acht 'M"./°unen! Und die Naiven sahen das wirt- ickafliche Heil gekommen: Henle noch werd-n die. Preise fallen, heute noch!

Wann werden wir endlich einmal von diesem Druck erlöst werden, der das deutsche Volk bin­dert, die Früchte seiner Arbeit zn genießen, der unsere Währung zerstört hat, unser Wirtschafts­leben zerrüttet, den Unternebnnmgsgeift lähmt, uns nicht nur in wirtschaftliche, sondern auch in politische ©fintieret zwängt? Wieder einmal, ge­rade wie im Vorjahr um die Jabreswende. hat­ten sich Hoffnungen geregt, aber schnell sind ihnen die Enttäuschungen gefolgt. Die Londoner Konferenz hat mit einem großen Frage­zeichen geendet, und ob die Parifer Konfe­renz, wenn sie überhaupt zustande kommen sollte, bessere Ergebnisse zeittgen wird, das er­scheint angesichts der ftanzösischen Revarations- Sabotage leider als höchst zweifelhaft. Die Stim­men, die von der Seine zu uns dringen, sind kei­neswegs auf die Tonart gestimmtFriede auf Erden denen, die guten Willens sind'.

Poincarös Erklärung.

Darauf sagte Ministerpräsident Poincats, es fei natürlich, daß angesichts der Verfehlungen Deutschlands die Geister beunruhigt seien, daß man nach einer neuen Lösung suche. Er wünsche aber, daß die entwickelten Ideen nie- umls außerhalb Frankreichs als eine vollkom-j mene oder teilweise Aufgabe der französischen Forderungen gedeutet werden könnten. Er glaube, er könne sich auf kurze Erklärungen be­schränken, da et seine Erklärungen in der Kam­mer «nd im Senat aufrecht erhalte, von denen er nichts zurückzunehmen und denen er nichts bir»in-«fügen kmbe. Deutschland beharre auf seinen Fehlern. (?) Seine Magnaten der Großindustrie hätten sich auf Kotzen des deut­schen Volkes bereichert. Die Inflation fei in be­trächtlichem Maße gestiegen und die wirffchaft- liche und finanzielle Mißwirffchaft könne in DeutfiUand die beklagenswerteste Katastrophe nach sich ziehen. Deutschland habe vor allem zu niedrigen Steifen exportieren wollen und Habel sich fystematifch ruiniert, um der Reparattons zahlnng zu entgehen. (?) Deutschland führe feine Verpflichtungen nicht aus und der Zahlungsplan vom Mai 1921 fei zum toten Buchstaben geworden.

Ablauf des Moratoriums.

ZSgernng vor der Konferenz.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 22. Dezember.

Eine offiziöfe Note bemerkt: Trotz der emsi­gen Verhandlungen der alliierten Kabinette find die Vorbereitungen zur Konferenz in Paris nicht dermaßen fortgeschritten, daß ein günsti­ges Ergebnis zu erhoffe» fei. Weder England nach Frankreich oder Amerika haben ihre Stel­lungnahme völlig klar gelegt. Dennoch könne die Konferenz nicht verschoben werden,, weil zum Jahresende das Moratorium für Deutschland abläuft. Ans Landen wird

unh "nter Anspannung, m i s s i o n zur Festsetzung der deutschen Repa- aller unserer Kräfte daran gehen, zunächst im tations-Berpflichtungen ernennt.

eigenen Haus Ordnung zu schaffen und unsere! -

n- jq 'ULzpzMiotz laqaicu ftsrtpizflvHMW I Zwang-Hypothek auf Immobilien?

Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung ' *---- *.....

Der Reichsrat hielt geftern abend eine mehr­stündige Sitzung ab. Neben Erledigung einet Anzahl kleineret Angelegenheiten befchäftigte sich die Sitzung mit dem Entwurf des Reichs- haushaltsplanes für das Jahr 1923, der, wie der Referent zum Ausdruck brachte, nur ein unvollkommenes Bild der voraussicht­lichen Finanzwirtfchast im Iahte 1923 gibt, was m ~ i^i i-undigen Schwankungen des Kurswertes

Paris, 22. Dezember. (Eigene Drahttnel- der Mark nur natürlick fei. Der gesamte An- dung.) In der gestrigen Senatssitzung wurde leihebedarf des Reiches für 1923 beläuft die französische auswärtige Politik be- sich auf 721,6 Milliarden Mark, wovon 99,6 Mi sprachen, wobei Senator Japy eine Interpel- liarden durch die Zwangsanleihe gedeckt toei lation wie folgt begründete: Es fei unnötig, das den, während der Restbetrag von 622 Milliarden Ruhrgebiet zu besetzen. Es genüge, wenn man ungedeckt bleibt. Die Postverwaltung verlangt Deutschland hindere, irgend etwas ohne 165,1 Milliarden Mark Zuschuß aus den allae- Erlaubnis der Alliierten aus dem Ruhrge------- --------- *» -----

biet herauszubringen. Wir werden da­durch vielleicht in Deutschland Unruhen Hervor­rufen. Redner zieht jedoch vor, Unruhen in Deutschland, anstatt in Frankreich zu haben. Auf alle Fälle fei das die einzige Möglichkeit, die Deutschen zum Rachgeben und zur Sanie­rung der ftanzösischen Finanzen zn zwingen. Die Kohlensrage und die Lieferung von Brennstoffen seitens Deutschlands an Frankreich sei für die ostfranzöfifche Industrie eine Lebensfrage. Die Franzofen hegten in un­geheurer Mehrheit zu Poinrars Vertrauen. Et werde das Vertrauen zu rechtftrtigen wissen.

gemeldet: Die englifche Regierung hat dem

_____________________ amerikanischen Staatssekretär Hughes bereits und von der wis- ungeteilt, daß sie damit einverstanden fei. daß .indischen Hilfe das Heil erwatten. sondern wir»Amerika eine Sachvertzändigen-Kom-