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Vrolest gegen die Athener Morde
Sinspmcv au« Statten.
Der Äönlg protefttert.
Treue des RHemlanöes.
Kuudgebimg der christliche« Gewerkschaft«»«
Athen, 1. D^emSer. (Eigene DrahtnreL- bunfl.) ES wird halbamtlich mitgrteilt, der König habe der Regierung den Wunsch geäußert, Griechenland verlassen zu bür- sen. Die Regierung widersetzte sich und habe Maßnahmen getroffen, um den König zu Verbindern, sein Palais zu verlassen. Tatsächlich sei der König augenblicklich Gefangener in seinem Palais und habe nicht das Recht, andere Personen zu sehen, alS die, die das Vertrauen des Kabinetts besitzen. — General Papulös,
Schon vor dem Kriege bestanden umfangreiche Pläne, um den Dampfbetrieb der Eisenbahnen durch den wesentlich rentableren elektrischen Betrieb zu ersetzen; der Krieg mit seinen
Rom, 1. Dezeinber. (Eigene Drahtmeldung.) Die beschäftigt sich in einer deutlich
inspirierten Rote mit Italiens Stellung in der Reparationsfrage. Das Blatt spricht die Ucber- zeuguna aus, daß wenn auch eine militärische Drohung zu Recht bestehn sollte, eine militärische Expedit io n nicht durchqesührt wer. den dürfe, da sie das Problem nicht löse, sondern die allgemeine Laoe nur erschweren würde.
Dir französischen 2Iu<öcuUng5-ö!äne.
Paris, 1. Dezember. (Eigene Drahtmeldung.) Ein englischer Pressevertreter meldet nach London, daß Poincars auf der Londoner Konferenz ein genaues Projekt unterbreiten wede, wonach Frankreich die völlige finanzielle und wirtschaftliche Ausbeutung des besetzten Rheinlandes und die eines größeren Teiles des R u h r g e b i e t es in die Hand nehmen würde. Damit würde in erster Linie der staatliche Besitz an Gruben und Wäldern herange, zogen werden. — An Pariser informierten Kreisen wird versichert, dß die französische Regie- runa eine aus Militär und Ingenieuren bestehende Kommission eingesetzt habe, die Pläne für evtl. Ausbeutung des Rheines und des Ruhrgcbeites ousarbeiten soll. Es wird allerdings darauf hingewiesen, daß es sich um Maßnahmen handelt, die erst verwirklicht werden könnten, wenn ein Einvernehmen zwischen den Alliierten nicht erzielt werden sollte.
sowie der frühere Oberkommandierende Dofy. mos, der Stabschef König Konstantins, und General Valetta sind verhaftet worden.
Dorwurf gegen Snglanv.
Lausanne, 1. Dezember. (Eigene Draht- meldung.) Benizelos soll mit Lord Cur- zon eine scharfe Auseinandersetzung über die Borgäuge in Athen mtb die Abberufung des englischem Vertreters gehabt haben. Benizelos billige baS Urteil nicht, aber er habe erklärt, baß Englach, kein Recht habe, sich in innere Angelegenheiten Griechenlands einzumischen, nachdem die euglische Regierung früher die Griechen zu viel schlimmerem Missetaten ermutigt habe. Rur England trage die Schuld daran, daß Griechenland sich in Abenteuer gestürzt habe.
Vroteste fremder Negierungen.
Athen, 1. Dezember. (Eigene Drahtmeldung.) Der schwedische Gesandte in Athen erklärt: Die Erschießung der griechischen Minister wird in Schweben scharf verurteilt. In bet Presse wirb die Ansicht geäußert, daß die revolutionäre Regierung mit b-r Hinrichtung der zmn Teil deuffchfrenndlichen Politiker die Gunst Frankreichs bähe erlangen wollen; es wird auch die Vermutung ausgesprochen, daß sich bei dem Bftttnrttil französischer Einfluß geltend gemacht habe. — Aus Rom verlautet, daß die italienische Regierung beabsichtige, ähnliche Maßnahmen, wie die englische Regierung zu ergreifen. Der Abbruch der diplomatischem Beziehungen zu Griechenland soll bevorfteben Im Senat protestierte der frühere Boffchafter in Perth», Bellati, gegen die Hinrichtung der Minister in Athen. Ebenso hat auch die Kammer eine Protestaktion eingeleitet. Der Vatikan wird wahrscheinlich durch den päpstlichen Nuntius gegen die griechischen Morde Stellung nehmen. Viele Offiziere, namentlich höhere, haben die griechischem Auszeichnungen zurückgegebe«.
Die Athener Morde.
Besorgnis in England über die Folger». (Eigener Drah-bericht.
EleftrlAening der Eisenbahn.
Die bisherigen Strecken.
«uvvgeduvg In Sffen.
Esten, i. Dezember. (Privattelegramm.) Der Verein zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Jntereffen des Rheinlandes und Westfalen ladet aus den S. Dezember zu einer Kundgebung in Este« ein, die das einmütige Zusammenstehen des Westens für das Verbleiben der Rheinlande beim Reiche aus vo- litischen, wirtschaftlichen und ethischen Gründen nach außen hin demonstrieren soll. Führende Männer des Mrffchaftslebens sowie Vertreter der Gewerkschaften werden sprechen.
Amerikas Vrotest.
Rewyork, 1. Dezember. (Eigene Drahttnel- dung.) Die Nachrichten über die französischen Pläne in Bezug auf daS Rheinland und das Ruhrgebiet erwecken hier starke Beachtung. Die Presse gibt ihrer tiefen Besorgnis Ausdruck und nimmt enffchieden Stellung gegen die französischen Absichten. — Weiter wird gemeldet, daß das Staatsdepartement mitgeteilt habe, daß trotz des lebhaften Wunsches der Regierung, die amerikanischen Truppen vom Rheim zurückberufen, die Truppen dennoch bis auf weiteres an ihrem Standort bleiben müßten infolge wichtiger Gründe, die mit bet auswärtigen Politik Zusammenhängen. Man sagt, daß diese Meldung mit den Pariser Bc- schlüffeu über das Ruhraebiet Zusammenhängen.
London, L Dezember.
Im britischen Parlament wurde gestern nachmittag die Hinrichtung der ehemaligem griechischen Minister besprochen. Sir Harry Brittain fragte Bonar Law, ob er weitere Anformationen über die Athener Tragödie besitze. Bonar Law antwortete, daß er seine einzigen Informationen anS den Zeitungen erhalten habe, und daß der britische Gesandte in Athen instruiert worden fei, abzm- reifen. Kapitän Wedgewood Benn (Arbeiterpartei) fragte, ob die Aufmerffamkeit Bonar Laws auf eine Erklärung der griechischen Minister vor der Hinrichtung gerichtet worden fei, daß Griechenland von dem Staatssekretär des Aeußeren und von anderen britischen Ministern eine Ermutigung erhalten hätten, >nd er verlangte, daß unter diesen Umständen Zonar Law alle darauf bezügliche Korrespon- '«nz dem Parlamente vorlege. Donar Law er- rlärte, daß er niemals derartige Informationen erstatten hätte. Nm die Tragödie zu verhüten, habe die britische sttegierung die griechische Regierung verständigt, daß sie ibre diplomatische Vertretung zurückziehen würde, wenn die Griechen ihre Drohungen ausfiihren würden. Die Hinrichttlng sei nicht von der recht- mäßigen Regierung, sondern von einem revolutionären Komitee ausgeführt worden. Man befürchtet in Großbritannien ferner, daß man jetzt teden Einfluß in Griechenland verloren habe, um den Prinzen Andreas zu schützen, der auch in einigen Tagen sich vor dem Kriegsgericht zu verantworten hat. PrinzAndreas ist mit der englischen Prinzessin Alize von Battenberg verheiratet imd daher doppelt mit der brittschen Königsfamilie verwandt.
Prestige in der Weltpdlitik wieder Herzustellen, die Konsequenzen ziehen und gegen Griechenland aktiv vorgehen, und wie soll das geschehen, etwa durch eine Blockade? Jedenfalls hat das Blutgericht der griechischen Revolutionäre eine Situation für England geschaffen, die nicht nur füT dieses, sondern für die ganze Entente und in ihrer Auswirkung auch für die d e u t s ch e Polittk von außerordentlich tiefgreifendem Einfluß sein wird. «.
Das Blutgericht.
Der griechische Justizmord.
Entgegen der Warnung des englischen Gesandten in Athen hat die gegenwärttge Regierung das Urteil in dem Hochverrats-Prozeß gegen Gunaris und die übrigen Führer vollstrecken lassen. Sie sind erschossen worden. Die nächste Folge ist ein Bruch der Beziehumoen zwischen England und Griechenland und gleichzeitig eine Festigung der Beziehungen zwischen Griechenland und Frankreich, denn es ist nicht anzunehmen, daß sich die französische Politik die Gelegenheit wird entgehen lassen, die eingetretene Störung in den Beziehungen zwischen Griechenland und England aus zunutzen. Indessen geht uns die ganze Angelegenheit nur insofern etwas an, als sie einen neuen politischen Belang für Deutschland darstellt und allenfalls noch in dem Sinne, als man aus allgemein menschlichen Gründen zu bei Form der Aburteilung und der Art des Urteil- Vollzuges Stellung nehmen könnte. Da wäre zunächst zu sagen, daß die rücksichtslose Härte, mit welcher man das Verschulden der bisherigen Machthaber in Griechenland zu sühnen fiir richtig befunden hat, keinesfalls in den übrigen Ländern, aus denen sich die europäische Zivilisations-Gemeinschaft zusammensetzt, Billigung finden wird. Daß der Staatsmann, der sein Land ins Unheil führt, Rechenschaft schuld'!? ist, daß er zur Verantwortung gezogen werden kann, das liegt auf der Hand. Aber ebenso sicher und gewiß ist der Satz, daß das Urteil über Verschulden und Fehler nicht der Partei- leidenschaft obliegt und daß es im Sinne der
(Eigener Trahtbericht.)
Köln, X. Dezember.
"Zu den Drohungen aus Paris wird vom Bezirkskartell der chrifüichen Gewerffchasten eine Kundgebung veröffentlicht, worin es heißt: Die vorgesehene Lösung des gesamten Wieoer- herfrellungsproblems wird den imperialistischen französische» Machthabern nicht den gewünschten Erfolg bringen. Die Zeit ist vorbei, in welcher über das nationale Geschick großer Teile eines Voltes allein von den Machthabern entschieden wird. Ohne den Willen des arbeitenden Volkes am Rhein gibt es keine L ö s u n g all der Fragen, die bisher aufgeworfen sind. Diese Tatsachen werden für unsere zu. ftmstigen gewerkschaftlichen Maßnahmen stets zielweisend fein. Unsere Gesamttätigkeit wird erst in den Stunden der Gefahr getragen sein von der Treue zum Gesamtvolke. Gestärkt durch die Treue der gesamten christlichen Gewerkschaftsbewegung unb des deutschen Ge »verkschastsbundes werden die Mttglieder dieser Organisationen im Kölner Bezirk auf der Wacht sein. — Die Kölnische Zeitung veröffentlicht eine Reihe weiterer folcher Kundgebungen aus den verschiedensten Kreisen der Bevölkerung. Die Vorstände des Ortsausschusses Köln des Allgemeinen deuffchen GewerkschaftSbundes nahmen ferner eine Entschließung an, dc-ß die fortgesetzten Droh» n ge n der französischen Regierung, sowie die Pläne auf Abtrennung des Rheinlandes, Durchsetzung des Gebietes mit französischen Beamten und Besetzung des Ruhr- gebietes bei der Arbeiterschaft die stärksten Entrüstungen ausgelöst haben.
Aus 6er Neichspost.
Das Programm des Postminister«.
3” einer Sitzung des DerrehrSbeirat« beim Srei<hspoftm inisterinm legte der neue SteiöH- Postminister Stiugl fein Programm dar, dem wir das Nachfolgende entnehmen r Nach der Begrüßung der Beiräte führte Minister Stingel aus: Er siehe fetzt 37Jahre int praktischen Postdienst, dessen Dienstzweige er sämtlich durch gemacht habe. Es sei , ihm nichts erspart geblieben, und deshalb wisse er auch gut, welche Anforderungen der Dienst an . das Personal der Reichspost stelle. Was die , Sanierung der Pofwerwaltung angehe, die i von allen Seiten gefordert Werve, und für die ■ viel brauchbare Vorschläge gemacht Wurden, sei es tief zu beklagen, daß vielfach die Jntereffen ; des Publikums mit den Ansprüchen des Reiches ; kollidierten. So unsympathisch wie ihm ®e» . bührenerhö Hungen wären, so müßten sie ’ doch von Zeit zu Zett erfolgen, um den Erfor- . dernissen des Reiches Rechnung zu tragen und ; um die Selbstkosten der Reichspost zu decken. । Gegenüber den vielen Klagen
1 über die schlechte Wirtschaftlichkeit ■ der Post, deren teilweise Berechttgung er nicht ■ anzweifle, müsse er doch darauf aufmerksam ; machen, daß sehr viel Personal aus den a b» getretenen Gebieten hätte übernommen ; werden müssen und daß die Poft zu vielen Sei» • stungen für ändere Verwaltungen und für soziale und kulturelle Zwecke herangezogen wer» ' den müsse, ohne dafür eine Entschädigung zu er« ; ballen. Die Zuschüsse, die die Post immer ' einmal wieder benötigen Werbe, müsse fte sich ' selbst durch die allmähliche Ansammlung von Re- ° fernen verschaffen Minister Stingl nahm das ' Personal in Schutz gegen die Borwürfe, die un» ■ berechtigterweise erhoben würden. Treue und Arbeitswille seien bei der Reichspost: noch nicht ausgeftorben. Wo die frichere Ork», nung und Unterordnung gelockert sein sollst, werde er auch nötigenfalls mitharterHand z u s a s s e n. Zu bedauern sei es, daß st» wenig bayerische und württembergische höhere Beamst im Reichspostministermm vertreten seien. Seinem Vorgänger Giesberts widmete der Mi- ' niste r warme Worte der Anerkennung. Wenn ' dieser auch keine fachmännische Erfahrung gehabt ' hätte und vielleicht deshalb in seiner GÄüHreu- 1 Politik die
Interessen des Publikums zu sehr geschont i habe (?) so sei er dach eine tüchtige Kraft gewesen, der man zu großem Danke verpflichtet wäre. — Der neue Herr Minister beabsichtigt nun offenbar, bei seiner Gebührenpolitik die Interessen des Publikums wohl nicht allzusehr zu schonen. Denn, wie von uns an gekündigt, sollen die verdoppelten Gebühren vom 1. Dezember zum 15. Dezember noch einmal verdoppelt werden und teilweise noch mehr als verdoppelt. Die Postkarte im Ortsverkehr kostet beispielsweise 5 Jt, im Fernverkehr 15 M. Der Ortsbrief 10 Jt, der einfache Brief im Fernverkehr 25 Jt. Das Telegramm kostet 80 Jt Grundgebühr und jedes Wort 20 Jt. Ferngespräche kosten mehrere 100 Jt. — Die Begründung dieser neuen vorgelegten Gebührenordnung deutet an, daß am 15 .Januar eine weitere Erhöhung der Gebühren auf der Grundlage einer Gebühr von 50 Jt für den Fernbrief ein« treten soll. Sie enthält auch Angaben über den
BerkehrsauSfall,
der seit dem 6. Mai 1920 bis zum 1. Oktober 1922 eingetreten ist. Bei der OrtSpostkatte ist in diesem Zeitraum ein Abgang von nahezu der Hälfte, bei dem Ortsbrief ein Abgang bon einem starken Drittel eingetreten. Im Fernverkehr haben die Postkarte, die Drucksache, das Geschäftspapier, die Warenprobe und die Postanweisung ein Drittel, der Brief nahezu die Hälfte verloren. D<rS Paket der Nahzone zeigt einen Rückgang von 26, das Paket der Fernzone einen Zugang von 5,3 Prozent. Der Paketverkehr hat im Jahre 1922 unter dem Einfluß der die Vosttarise übersteigenden Eisenbahntarife für Eilgut urtb Expreßgut gestanden. Die hohen Effenbahntarise haben eine starke Vermehrung der Postz,akete zur Folge gehabt. Die Vermehrung bezifferte sich für 1922 in der Nahzone auf 15,3. in der Fernzone auf 20,1 Prozent. Stark belastet ist der Etat der Reichspost durch Leistungen für kulturelle und soziale Zwecke. Die im Entivurf vorgesehenen Gebühren rechnen für ein volles Jahr mit einer Mebreinnastme von 102,7 Milliarden Mark. Die Sätze unterliegen noch der Zustim« mung des Verkehrsbeirats und der parlanicnia« rischen Körperschaften.
geschützt wird, weil sich andernfalls nur Verbrechernaturen zur liebernahme eines verantwortlichen Postens in der Politik entschließen werden.
Wie die Geschichte weiß, ist nur in wenigen Fällen der böse Wille ober ein wirkliches Verbrechen auf Seiten von politischen Führern sest- gesteM worden. Und der menschlich verständliche Irrtum ist viel häufiger die Ursache des Verhängnisses von Nationen, viel öfter der Anlaß einer Katastrophe gewesen, als böswillige Leichtfertigkeit. In dem vorliegenden Falle aber ist zu sagen, daß die Politik, welche Griechenland an den Rand des Abgrundes geführt hat, von denen eingehakten worden ist, die h e u t e über dieselben Männer zu Gericht gesessen haben. Vom Standpimkt der europäischen Politik kann die Erschießung des ehemaligen griechischen Ministerpräsidenten und seiner Helfer zur Zeit, noch kaum in seiner Bedeutung beurteilt werden. Daß eine Anlehnung Griechenlands an Frankreich wahrscheinlich ist, das wurde schon gesagt. In welcher Form sie sich auswirken wird, steht dahtn. Zweffellos ist jedoch, daß man in England diesen Anlaß znm Bruch mit den griechischen Ambitionen gern und nachdrücklich benutzen wird.
Insofern, daß dieser Justizmord des revolutionären Griechenlands wiederum ein Faktor in der Auseinandersetzung zwischen Frankreich und England wird, ist er auch für uns von unmittelbarer Bedeutung und wir können veilleicht sagen, daß wir uns keinen Vorteil von dieser Wandlung der Dinge versprechen können. Wohl wird die Wiederherstellung der englischen Freihändigkeit von einigem Vorteil allgemein polittscher Art sein; auf der anderen Seite aber gewinnt Frankreich einen möglichen Freund, der zu militärischer Bereitschaft gestärkt ein willkommener Bundesgenosse der Zukunft fein dürfte. Die französische Einkreisungspolitik gegenüber England hat einen neuen Erfolg davon getragen. Nur wenn es der englischen Polittk gelingt, die zersplitterte ujib auseinander» strebende Macht des englischen Weltreiches neu zu befestigen, oder eine politische Situation zu schaffen, daß das England der Gegenwart wieder das Zünglein an der Wage bildet, nur dann kann es gelingen, die schädigenden Wirkungen dieses Ereignisses für die deutsche Politik auszuschalten.
So ist in der Tat das Vorgehen der griechischen Revolutionäre schlimmer noch für England, als für Griechenland. England war es, das Griechenland als Degen gegen die türkifchen Kemaliften benutzte, ebenso wie Griechenland im Weltkriege zu einer Haltung gezwungen wurde, die England und der gesamten Entente eine aewalttge Unterstützung darbot, besser noch, ccks wenn Griechenland aktiv eingegriffen hätte. Nun, da die englischen Orient« ziele durch die Niederlage der griechischen Armee gegenüber den Türken vereitelt wordensmd, treffen die Kugeln, die die angeblich Schuldigen Minister lyb Offiziere hingestreckt haben, auch das engüw Prestige. England hat den Vorgang bereits beantwortet mit dem Abbruch seiner diplomattschen Beziehungen zu Griechenland. Was aber soll nun England tun? Wird die neue Regierung in London, die es sich ja zur .besonderen Ausgabe gemacht hat, das englische
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I Sonnabend, 2. Dezember 1922.