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Meler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 281

Freitag, 1. Dezember 1922,

Fernsprecher 951 und 952

12. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952

Protest gegen Frankreichs Drohung

Der

düng des besetzten Gebietes durch die

um die drohende vollkommene Absperrung des

noch keine endgültige Entscheidung gefällt, so daß die Ueberreichung der Note der Alliierten an die rusfische Delegation vertagt werden muß.

LLm die Reparationen

Man wartet auf Antwort.

(Eigene Drahtmeldung.)

L o n d o n, 30. November. (Eigene Drahtmel- dung.) In den Ententeländern find die Pariser Drohungen sofort als das verstanden worden, was sie in Wirklichkeit find, ein Druck auf die verbündeten Mächte, die man auf der Brüsseler Konferenz in eine Zwangslage bringen will. Donar Law hat in der Sitzung des Un­terhauses erklärt, daß er keinerlei Nachrichten über die geplanten Strafmaßnahmen Frankreichs habe und daß er, falls solche Maßnahmen wirk­lich geplant wäre», zweifellos davon zuerst un­terrichtet würde. Frankreich gegenüber soll der englische Ministerpräsident den Wunsch ausgc- drückt haben, daß zwischen Paris und London so- ort ein Ideenaustausch über die R e p a - rationSfrage herbeigrführt werden möge. Man bemüht sich jetzt, die ersten Nachrichten über die vom Ministerrat ausgesprochenen Absichten als übereilt und nicht verstanden hinzustellen.

3nf«rttonlprtfe: a) Stichtiurisch« Aufträge: Tie einspaltig« Anzetgenzetle M. 25., di« einspaltige Reklame;eil« M. 75,. b) Auswärtige Aufträge: Di« etnfpolttge Anzetgenzetle M. 25., di« etnspaUig« Rellamezeil» M. 75.. alle« einschließlich TeuerungSzuschlag und Anzeigensteuer. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme» baten und Plätze kann eine Bewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlacht» Hofftrabe 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5. Telephon Nummer »51 und 952.

Regierung.Der Ausschuß erbl'ckt in den amt­lich bekannt gegebenen Plänen der sranzösisckfen Regierung einen Bruch des Versailler Friedens­vertrages und eine Verletzung des von den Alli­ierten immer wieder verkündeten Selbstbeftim- mungsrechtes der Völker. Der Ausschuß fordert die Staatsregierung auf. bei der ReiiWleitunq alle Kräfte dafür einzusetzen, daß alles geschieht,

Ausländische Proteste.

London, 30. November. (Eigene Drahtmel­dung.) Der britische Botschafter in Athen hat. um seinen Abscheu gegen das Athener Blntgericht zum Ausdruck zu bringen, seine Pässe verlangt und reist nach London ab. Rach einer Meldung aus Washington hat Präsident Har- ding angeordnet, daß der amerikanische Kommissar persönlich bei den griechischen Behörden gegen die Hinrichtung der griechischen Erminister Protest einlege» wird.

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vroteste gegen die Hinrichtung.

Wien, 30. November. (Eigene Drahtmel­dung.) Rach hier aus Athen einlaufenden Mel­dungen ist das Kabinett Krotiades, das vor drei Tagen demisfionierte, in Wirklichkeit von der Militärpartei zum Rücktrittgezwun- geu worden, da es der Hinrichtung der sechs Minister nicht geneigt war. Aus Lausanne wird berichtet: Die Nachricht, die Benizelos von der Hinrickstung der in Athen verurteilten Minister und Generäle erhalten hat, war eine Reuter-Meldung. Die griechische Delegation ließ erklären, daß sie noch keine offizielle Nachricht aus Athen erhalten habe. Privatim verlautet, daß Benizelos sein Mandat als Führer der Friedens-Delegation »iederzulegen und so­fort nach Athen aSzureisen beabsichtige.

Französische RäuberpoNttt.

Sin hessischer Protest.

(Privat-Telegramm.)

Darmstadt, 30. November.

Der in diesen Tagen während der Vertagung des Plenums des Hessischen Landtages versam­melte Gesetzgebungs-Ausschutz nahm einstimmig eine Entschlietzung an, die feierliche B c r w a h - rungeinlegt gegen die neuerliche G e f ä h r-

Durchgangsverkehr soll bereits Ende dieses Mo­nats einsetzen. Von Harbin bis Mandschurin wird in den Zügen der ostchinesischen Bahn jeder Komfort geboten, den auch die europäischen Erpreßzüge bieten. Die Expreße zöge haben

Schlafwagen und Speisewagen.

Die elektrische Beleuchtung funktioniert meistens nicht, man muß sich dann mit einer Kerze be­gnügen. Reines Bettzeug wird gegen Bezahl lung von VA Rubel Gold geliefert. Eine Mit­nahme von Insektenpulver ist zu emp- fehlen, doch sind wir gegen unsere Erwartung weder im Tschiia-Expreß noch im Transsibiri­schen Erpreß von Ungeziefer nicht behelligt wor­den. Trotzdem empfiehlt sich ein reichlicher Ge­brauch des Insektenpulvers, da bekanntlich durch die Kleiderläuse der in Sowjetrußland herrschende Flecktyphus verbreitet wird. Aus diesem Grunde ist auch die Berührung mit den vielen Bassermann scheu Gestalten, die die Reise mttmachen, nach Möglichkeit zu vermeiden. Bis Tschita werden in besonderen Wagen Sowjet­soldaten mit Maschinengewehren initgeführt, da die überall im Gebirge sitzenden Banden der Weißen Armer sich gelegentlich das Vergnügen leisten, den Bahnkörper zu be­schießen oder den Zug anzuhalten. Der mit­geführte Speisewagen tm russischen Ex-« prrßzug ist gut eingerichtet, und mit reichem Pro­viant versorgt. Die russische Küche ist ausgezeichnet. Rebhühner, Kaviar, Fische aus dem Schwarzen Meer und verschiedene andere Delikatessen sind zu haben und frisches Fleisch wird auf den verschiedensten Statio­nen eingenommen. Auch guter Tee sowie Wein aus dem Kaukasus und der Krim. Bier aus Moskau wird verabreicht . Die Speisen sind im allgemeinen verhältnismäßig billiger als in Vorkriegszeiten, namentlich wenn man das täg­liche Menu nimmt, das drei Millionen Rubel kostet. Diese entsprechen dem Stand des Gold- rubels, find gleich einem Preis von 80 Pfen­nig der Goldmark. Eine Tafle Tee kostet 500 000 Rubel, ein Ei 1 Million Rubel, eine Portton Schinken 3500 000 Rubel. Die Bedienung ist "ehr gut und täglich wird neues Tischzeug auf­gelegt. Das in unserem Speisewagen benutzte Geschirr trug die Krone und die Irrittalen eines alten russischen Grafengeschlechts. Die Reise über Sibirien ist bedeutend

gebiet zu besetzen, wird eine Verständigung in Europa wieder einmal auf Kosten Deutschlands erfolgen, und die einzige Hilfe bleibt uns wirk­lich wieder nur durch Amerika, von dem wir heute allein objektiven Blick, und, wie die Mfer- ligung Clemenceaus in New York erwiesen hat. eine Erkenntnis dahin erwarten können, daß Frankreich als der Störenfried Europas anzu- schen sei. Versagt auch die amerikanische Hilfe, so müssen wir uns einstellen auf wettere schwere Verluste und noch auf eine Zett viel größerer Not und weiteren schweren Elends,

KriegSMung in Frankreich.

Dauernder Druck auf Deutschland.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 30. November.

In der gestrigen Kammeraussprache über das Militärbudget führte Abg. Fabry aus, das Par­lament werde n«ch Erledigung des Gesetzes über den Heeresersatz sofort in die Beratung eines Ge­setzes über die Organisation der Armee schrei­ten. Man werde dem Lande eine starke Armee geben müssen. Ferner sei notwendig, die Kriegsindustrie auf einem so großen Fuße zu organisieren, daß nötigenfalls das ganze Land Kriegsarbeit leistet. Von Frank­reich werde man vielleicht verlangen den Rhein aufzugeben, aber der R h e in sei Fr a n k r e i ch s Sicherheit (!). Der Abgeordnete Lestvre, der die ungenügenden Vorbereitungen Frank­reichs vor dem großen Kriege kritisierte, wurde von den Sozialisten lebhaft unterbrochen. Dar- aufhin bemerkte er:Unser Irrtum bestand darin, daß Biele von uns den Versicherungen der deutschen Sozialisten bis zum letzten Tage glaubten. Begehen wir diesen politischen Irr­tum nicht noch einmal."

Das Athener Blntgericht.

Wie die Minister ersckoffen wurden.

(Eigene D^ahtmeldung.)

Wie», 30. November.

Nach einem Telegramm aus Athen sind die verurteilten Minister sämtlich mutig gestorben. Sie wurden gefragt, ob sie ihren letzten Willen diktieren wollten, gaben aber keine Antwort. G u - naris war soeben erst von einem Fieberanfall genesen. Er hatte nur eine Treppe herunterzu­steigen, um zu der Mauer zu kommen, an der die Verurteilten zur Vollstreckung des Urtetts aufge­stellt wurden. Alle waren gut gekleidet und seor bleich. B a l t a tz i wischte mit einem seidenen Tuche sein Monokel ab und klemmte es ins Auge. Stratos sah bitter lächelnd die Soldaten an, die auf das Kommando warteten. Dann richtete er feine Blicke auf ein weißes Haus, das dem Richtplatz gerade gegenüber lag. Hier wohnte seine junge Frau, der seine letzten Gedanken ge­hörtem König Georg, der in feinem Palais die Schüsse hörte, war ttefbetrübt; er wußte, daß diese Missetat schwere Folgen haben kann.

Frankreichs Raublust

Die neuen Drohungen.

Die Franzosen planen wieder einen Raub

transsibirische Expreßzug fährt regelmäßig alle vierzehn Tage am ersten und dritten Freitag von Tschita ach. Man er­reicht diesen Zug durch den von Harbin am ersten und dritten Dienstag abgehenden Expreß­zug nach Ncandschuria, an den der transsibirische Erpreßzug Anschluß hot. Zurzeit verkehren auf der Linie drei Züge, doch soll in nächster Zeit etn vierter Zug eingestellt werden, so daß je zwei Züge in entgegengesetzter Richtung in Fahrt find und je ein Zug in Tschita bezw. Moskau steht. Dies ist mit Rücksicht auf eine gründliche Reinigung und Reparierung des durch die lange Fahrtdaner sehr in Anspruch ge- nommenen Materials sehr wünschenswert. Nach Besetzung Wladiwostoks durch die Rote Armee sind Verhandlungen zwischen der Sow- jetregierung und der chinesischen Regierung im Gange, um einen direkten Durchgangs­verkehr Mandschuria - Wladiwostok über die östchinesische Bahn durchzusühren. Der

zug gegen Deutschland. Als Beschwich­tigung wird vorläufig angegeben, die Plane des französischen Ministerrats feien nur für den Fall in Aussicht genommen wenn die Konferenz von Brüssel versagen, das heißt gar nicht stattfinden oder für Frankreich unbefriedigend verlaufen sollte. Man bezweifelt nämlich neuerdings das Zustandekommen dieser Konferenz überhaupt. Und daß sie mit einem für Frankreich befrie­digenden Ergebnis abschließen sollte, wenn sie tatsächlich stattfindet, ist nicht anzunehmen, denn die Forderungen können, wie die Erfahrung lehrt, ja nicht befriedigt werden. Infolgedessen hoben die französischen Entschuldigungen keine Bedeutung, denn die ausgeheckten Pläne werden einmal, ist es nicht heute, so ist es morgen, durch­zusetzen versucht. Und wieder sputt in den fran­zösischen Köpfen die Sehnsucht nach der Ge­winnung des Rheinlandes. Die deut­schen Beamt en find den Franzosen ein Dorn___________________ ____

im Ange, sie behindern die Französierung und imperialistischen Absichten der französischen völlige Besitznahme des deutschen Gebietes und " ~ -----

deshalb plant die französische Regierung, diese deutschen Beamten zu beseitigen und im Rhein­lande nur noch entweder rheinische Beamte selbst, selbstverständlich solche, die Frankreich wohlgesonnen find, oder französische Be­amte einzusetzen. Daß das wider den Ver­sailler Vertrag ist, scheint der französischen Re­gierung gleichgültig zu sein. Ihr liegt die Ge- ..... .......__________...______

winnung des Rheinlandes am Herzen, und des- besetzten Gebiets durch die Politik B'i halb werden alle Instanzen bereits jetzt, recht­zeitig um ihre Ansicht gefragt: Finanzminister und Generäle. Dieser, wie er die Kosten des Rheinlandraubes einschätzt, jene, wie sie diesen Raub durchführen wollen.

Stallens Haltung.

Rom, 30. November. (Eigene Drahtmeldung.) DieTribuna" veröffentlicht eine von der Re­gierung inspirierte Mitteilung, in der die Hal­tung Italiens zur Reparationsfrage dargestellt wird. Die französische Drohung, so heißt es in dem Blatte, das Ruhrgebiet zu besetzen, sei offen­bar ein Druckmittel ohne größere Aussicht auf Durchführung. denn alle militärischen Santtio- nen seien bisher unwirksam gewesen. Immer­hin müßten sich die Alliierten zur gemeinsa men Aktion einigen, um zunächst einmal die deutsche Zahlungskraft festzustellen und dann rntsprecheude Zahlungen wirksam ein- zutreibe». Das Blatt verweist ohne Sach- enntnis auf den deutschen Besitz an ausländ! tfien Kapitalien und Valuten und beziffert leichtfertigerweise die Goldreserve der Reichs- ba»k auf de» fünffache» Deckungsbetrag.

Als Llovd George noch am Ruder war, fühlte Frankreich sich beengt, denn er war kein Freund weiteren französischen Gebietsgewinnes. Er hatte dabei bei den Amerikanern Rückhalt, die sich ebenfalls gegen jede unberechtigte Ausweitung des Versailler Vertrages wandten. Jetzt scheinen die Franzosen bei Sonar Law größere Freiheit zu haben und nicht mehr mit dem alten engli­schen Widerstand zu redmen. Deshalb ist in den Geheimsitzungen im Elvsee nicht nur die Annek­tierung des Rheinlandes, sondern auch der V o r- marsch ins Ruhrgebiets in Aussicht ge­nommen. Wir wissen, daß England mit allen Mitteln derartige französische Pläne bisher durchkreuzt hat, jetzt aber hierüber anders denkt und, wie Jnformattonen sagen, sich sogar selbst an dieser Besetzung des Ruhrgebietes beteiligen will. Die Nackenschläge für England würden .sich zwar später sehr bald zeigen, fürs erste aber würde Frankreich seine Pläne durchsetzen können. Und mit dieser Tatsache haben wir zu rechnen. Uns droht eine neue und große Gefahr, wie sie bisher noch nicht bestand ufnd die deutsche Regierung vor Aufgaben stellt groß und schwer und fast unüberwindlich. Man hat keine Ur­sache, daran zu zweifeln, daß es Frankreich ernst meint. Selbst, wenn der französische Finanz­minister errechnet haben sollte, daß die Kosten der Rheinland- und Ruhrbesetzung sich nicht einttei- ben lassen, so wird die französische Regierung es sich nicht nehmen lassen, ihr Ziel zu verfolgen, denn was wir immer beobachtet hahen nicht Goldgewinn, also Barzahlungen, sind den Franzosen erwünscht, sondern eine Ausbrei­tung ihrer Macht, ein weiterer Landge­winn. Jetzt schon kann Frankreich, durch die Mithilfe Englands und der übrigen Alliierten als die einzige maßgebende Militärmacht in Europa gelten, die auch England ihren Willen letzten Endes auszwingen kann. Nach der Annek­tierung der Rheinlande und der Besetzung des Ruhrgebiets aber wird England erst sich über die Größe der französischen Machtstellung klar werden, denn dann wird Frankreich jedenfalls jede Rücksicht auf England vermissen lassen.

Wenn der Marksturz jetzt wieder rapide eingesetzt hat, ohne Rücksicht darauf, daß der Re­gierung Cuno, als der angeblichen Regierung der Jndusttie in Deutschland, im Aus lande weit­gehendes Vertrauen entgegengebracht worden ist. so ist das nur zu erklären aus den neuen fran­zösischen Machenschaften. Frankreich drängt zur Enffcheidung, nicht, weil es Deuffch- laud zahlungsfähig sehen will, weil es von Deutschland Goldmilliarden verlangt, sondern weil es endlich den Zeitpunkt haben möchte, da es freie Hand hat zu handeln, oder mit anderen Worten, da es seine Machttvhäre ausbreiten kann über deutsches Gebiet, das nach vorgefundenen Dokumenten in Frankreich bereits feit geraumer Zett alsfranzösisches Gebiet" angesehen wird. Die Konferenz von Brüssel, auf die beute noch mancherlei Hoffnungen gesetzt werden, wird Frankreich nickt behindern, und da England nicht die Absicht zu haben scheint, dem aalloppie- renden französischen Pferd in die Zügel zu fal­len, sondern wie Informationen erklären sogar eine gemeinsame Benis zwischen England, Frankreich und Italien gesucht wird, das Ruh:-'

Paris, 30. November.

Die in der Reparationsnote vom 14. Novem­ber zur Frage eines Moratoriums und einer ausländischen Anleihe zur Stabilisierung der deuffchen Währung erbetene Antwort der Reparationskommisfion dürste bereits an einem der nächste» Tage erfolgen. Ohne eine Indis­kretion zu begehen, kann man, wie ein Pariser Morgenblatt meldet, die Vermutung aussprechon, daß mit Rücksicht auf die zu erwartenden alliier­ten Ministerbesprechungen und die wahrscheinlich darauffolgende Brüsseler Konferenz die Antwort nur formeller Art fein wird. Die sachliche Enffcheidung wird von der Kommisston den allierten Regierungen überlasse», die demnächst darüber beraten.

earös und die Besetzung des Ruhrgebiets abzuwenden. Den bedrohten Volksgenossen im besetzten. Gebiete sendet der Gesetzgebungs-Aus­schuß Grüße der Rot und der Treue."

* * *

Auffassung in England.

billiger, als die Reise per Dampfer, dock wird die Billigkett illusorffch, falls man es unterläßt, sich zur rechten Zeit mit den nötigen Geldsorten zu versorgen. Auf der ostchi- nesischen Bahn gilt der chinesische Dollar oder der japanische Den: der chinesische Dollar ent­spricht 1,80 Goldmark und ist gleich 1,14 jaani- scker Ben. Um für alle Fälle vorgesehen zu fein, muß man dafür Sorge tragen, eine Mils liarde Papierrubel zur Verfügung zu haben. Abgesehen davon, daß der HandÄ' mit Goldrubeln in Rußland verboten ist, rechnen die Stationen, wenn sie überhaupt Gold, rubel annehmen, einen derart niedrigen Kurs, daß wir ,. B. daS Bilket zu dreifach höherem Preis bezahlen mußten. So wurde uns zu einer Zeit, wo der Goldrubel in Moskau zu 10 Millionen gehandelt wurde, der Goldruhel nur mit drer Millionen Vergütet. Für die Be- zahlung der Speisen im Speffewagen ist es ebenfalls notwendig, den richtigen Kurs des Pa. pierrubels sich durch Vorkäufe zu sichern, da ein Wechseln von Goldrubeln große Verluste mit

Aus der Orienttonfereuz.

Immer neue Zwischenfälle.

(Eigene Drahtmeldung.)

Lausanne, 30. November.

Bei den Verhandlungen über die Frage der Entmstitarifierung der ägäischen Inseln tarn es gestern in der dafür eingesetzten Unterkommisfion zu einem Zwischenfall. Als die Verbün­deten auf ihrer Forderung beharrten, neben den Inseln auch einen Küstenstreifen zu entmilitari­sieren, erklärte« die T ü r k e u, daß sie sich nicht mehr an der Debatte beteiligen würden. Sie verlangten vielmehr, daß diese Frage zusam­men mit dem Meerengenproblem behandelt werde, das heißt in Gegenwart der Russen. Auf die Note des russischen Delegierten Rackow- soky »m Zulassung der russischen Dele- gation zu allen auf bet Konferenz zu ver­handelnden Fragen haben fich England und Frankreich bereits kawgotffch ablehnend m einer Antwortnote ausgesprochen. Der italienische Delegierte Baroni hat jedoch verlangt, die Ant­wort der Verbündeten noch einmal seiner eige­nen Regierung unterbreiten zu dürfen, bevor die Note überreicht wird. Mussolini hat bis jefft

Durch Sibirien.

Et»e Fahrt von China »ach Deutschland.

3m Saufe dieses Monats ist bee in China tätige Vertreter de« StinneS-stonzernS, Serr rh. Steetoc, dessen Familie hier in «uffel wohnt, von China na® Deutsch. Xanb mit der transsibirischen Bahn ge. »eist. Nachdem diese Bahnlinie jahr«. rang durch Kriegs, und Revolutions. Chao« unterbrochen war, ist in diesem Zahre die Verbindung wieder hergestellt worden. Seer Strewe schildert feine Steife unter anderem wie folgt r