12. Jahrgang
Mittwoch, 22. November 1922
Fernsprecher 951 und 952
Nummer 274
Fernsprecher 951 und 952
sammen. Bei der Erörterung der allgemeinen
Lage wurde den Fraktionsführern nachträglich die Billigung für ihr Brichalten ausgesprochen.!
Bestimmungen im Pwstverkevr
Sendungen nach dem Auslande.
die Hände von Wirtschaftlern die Währungsfrage sich glatt lösen ließe. Hinsichtlich all dieser Dinge, nicht zuletzt der auf die Stabilisierung der Mark bezüglichen Maßnahmen müssen wir uns mit größter Geduld wappnen. ES wird noch lange Zeit vergehen, Vis wir auf festem Boden stehen können. So lange die Unsicherheit nicht beseitigt ist, die durch das Re - parativnsProblem all unsere Regungen belastet und erdrückt, solange wird keine Rede davon sein können, daß die gegenwärtigen Schwierigkeiten schnell behoben werden können. Was uns jetzt not tut ist geduldiges AnAharren und ernste verantwortungsbewußte Mitarbeit, frei von geschäftlichen Eifersüchteleien und politischem Hader, und nur getragen von dem Ge danken, unserem Vaterlande und unserem Volke in der Gesamtheit zu dienenl
JaserttonSpretse- i) Sinhetmisch« Aufträge: Die einspaltige Anzetgenzetle M. 18.—, die einspaltige Retlamezeile M. 54,—. b) AnSwiirUge aufträge: Die einspaltige Anzeigenzeile M. 18.—, die einspaltige Reklame,eile M. 54.—, alles einschließlich TenerungsWschlag und Anzetgenftener. Für Anzeigen mit besonder» schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag. Für die Rtchttgteit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Ausnahme- baten und Plätze kann eine Aewähr nicht Übernommen werden, — Iruderet Schlacht- Hofstraß- 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5, Telephon Nummer 951 und 952.
(fetten, während Über andere, darunter auch das Außenministerium, noch Verhandlungen mit den dafür in Frage kommenden Persönlichkeiten ge- : pflogen werden. I« Reichstagskreise« glaubt ; man, daß Geheimrat Cuno heute vormittag sein - Kabinett endgAtig gebildet haben und die Liste
Die Negierung.
6i* bürgerliches Geschäftskabinett.
Haltung der Parteien.
Stellungnahme zur KabinettbUdung. (Privat-Lelegramm.)
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Gewöhnliche und eingeschriebene Post, kete nach den Vereinigten Staaten
lich überwinden.
Das Gewissen ist die letzte und größte Macht der Welt. Es ist die vsvchische Realität an sich und zugleich der stärkste Beweis für alle Meta- Vbhstk Rur mit einem guten Gewissen vermag der Mensch etwas zu leisten, nur dies macht ihn fruchtbar schöpferisch, zeigt ibm die Seele, zugleich die Grenzen seiner Kraft, macht seine Arbeit ersprießlich für die anderen, scaensvoll. tot sein Volk und Vaterland. Wer Henle mit unreinen Händen an fein Tageswerk herangebt, wer es, nur von dem Bestreben der Sclbst- bereicherung und Geldgier geleitet, verrichtet, der mag sich mit allem denkbaren Schein vor seinen Mitmenschen, selbst vor seinen Allernächsten umgeben. mag die Hülle noch so dicht um sich ziehen, die Stunde bleibt nicht aus, wo er fühlt, daß er gerichtet ist. Denn jene Grundlage unveränderlicher ethischer Gesetze läßt sich durch keine Zeit und keinen Willen erschüttern und durch kein Individuum verspotten. Und die Frage des ganzen Lebens und Wirkens bleibt schließlich die: Ist unser Gewissen rein oder unrein?
Die Aufgabe des Bußtags aber ist keine andere als die: das Gewissen wach zu rufen wider uns selber. Das reine Gewissen verleiht noch eine andere Gabe, ohne die das Leben heute unerträglich, wenn nicht unmöglich ist: den Gleichmut der Seel e. die unbedingt not- wendioe innere Ruhe, die sich weder durch die Ereignisse, noch durch die Menschen erschüttern läßt, die von der Roüvendigkeit alles Geschehens überzeugt, sich durch Kleinigkeiten niemals aus der Fassung bringen läßt. Denn das inne< Gleichgewicht ist die Gabe eines gut disziplinierten Gewisses. Ein weises Herz und ein reines Gewissen — ds ist Bußtagsgebet.
Berlin, 21. November.
Am Montag nachmittag vier Uhr traten die Demokraten zu einer Fraktionssttzung zu-
Am den Achtstundentag.
Dis Beschlüsse der Verbände.
tPrivat-Lelegramm.)
Berlin, 21. November.
Nach eingehenden Beratungen hat in Uebcr- cinstiimnung mit dem Allgemeinen deutschen Ge- werkschastsbund, der Afa und dem deutschen Be. amtenbund, die sozialdemokratische ReichstagS- rattion zur Frage der Prodüttionsförderung imd des Achtstundentags einen Beschluß gefaßt, in oem die Stabilisierung der Mark alK die dringendste und erste Aufgabe der deutschen Politik bcezichnet wird, um die fetzige Rottage zu heben. Eine Verlängerung der gesetzlichen Achtstundenarbeitszeit wurde mit aller Entschiedenheit a b g e l e h nt. lieber stunden sollen kollettiven Vereinbarungen mit den Gewerkschaften Vorbehalten bleiben. Heute treten die Vorstände der vier Bergarbeiter- verbände zusammen. Wie aus den Kreisen der Bergarbeiterführer verlautet, ist angesichts verschiedener Vorgänge im wirtschaftlichen und politischen Leben, namenttjch der letzten Tage, die Mißstimmung unter den Bergarbeitern so gestiegen, daß mit sofortiger Kündigung des Ueberschichtabkommens gerechnet wird.
DieDresdnerWünderungen.
Vorbereitung durch Verhetzung.
lDrivat-Telegramm)
Dresden, 21. November.
Die Untersuchung über die Uuruhen haben folgende Feststellungen ergeben: Die Plünderungen find systemathisch von verantwortungslosen Elementen vorbereitet worden. Bereits in den am 7. und 16. ds. Mts. veranstalteten Versammlungen wurde in nicht mißzuverstehender Weise zur „Selbsthilfe" aufgesordert und eine Hungerdemonstration aus Samstag angekündigt. In der Erwerbslosenversammlung vom 7. Novem ber im Volkshause wurde erklärt: „Worin diese Selbsthilfe besteht, wird sich feder selbst sagen können." Die Stunde sei gekommen, der Kamps entbrenne und er müsse geführt werden und man dürfe den Tod nicht scheuen. (!) Der kommunistische Abgeordnete Zipfel gab den obigen Worten seine Zustimmung und versicherte, daß die K. P. D. auf dem Plane sein werde. Ein Redner gab dann noch Ratschläge dahingehend, daß einzelne zunächst in große Geschäfte gehen und dort an das gute Herz der Inhaber appellieren sollten. Wenn diese die Forderungen nicht bewilligten, dann müsse man die Geschäfte derarttger Inhaber brandmarken.
vrelsstelgerung als Folge der Unruhen.
Das neue Ministerium.
Ans dee bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft.
(Privai-Telegramm.)
Berlin, 21. November.
Nachdem die Sozialdemokraten es gestern nachmittag deftnittv abgelehnt haben, die Mitglieder ihrer Partei für die Kabinettbildimg frei- zugeben, hat Geheimrat Euno den nur allein noch möglichen Versuch gemacht, ein unparlamentarisches Ministerium aus Per- wnen zusammenznsetzen, die der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft nwhestrhrn. Eine Anzahl Ministerien kann als bereits besetzt
nett Willen und sich hinwenden cm eine höhere Form des Daseins voller ewiger Werte.
Was den Menschen unserer Tag aber not tut, das ist E r k e n n t n i s. Die Acht, in der wir leben, in ihrem Wesen zu erfassen und zu werten, das ist die Aufgabe, an der niemand mehr vorbei kann. Denn jede Zeit kann nur die Menschen brauchen, die zu ihr passen und in sie zu inden sich vermögen. Die anderen läßt sie ret- ungÄos zugrunde gehen. Wir können eben unser Leben nicht mehr in derselben Weise und nach denselben Grundsätzen leben, wie vor einigen Fahren. Aber auch hier gilt es wiederum: So sehr die Zeiten sich geändert, die Grundlage unveränderlicher ethischer Gesetze ist geblieben. Und nur, wer fein Gewissen rein hält, gerade in Tagen, die so sehr geneigt sind, abwärts zu locken, wird in der Zeit bestehen und sie schließ-
Cunos Kabinett als GeschSstsminlsterium.
Meter Neueste Nachrichten
■ Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Nachdem Reichskanzler Cuno den Auftrag zur Regierungsbildung zum zweitenmal angenommen hat, scheinen seine Bemühungen größere Aussicht auf Erfolg zu haben. Jedenfalls hat er dem Reichspräsidenten mitgeteilt, daß er das neue Kabinett am Donnerstag dem Reichstage vorstellen könne und zwar als ein „Äeschästsministerium" ohne die Sozialdemokraten. Diese bleiben dabei, daß sie weder mit der Deutschen Volkspartei als solcher, noch mit Persönlichkeiten, die der DoWpartei nahestehen, zusammen arbeiten wollen. Demgegenüber besteht das Zentrum nach wie vor darauf, daß die Volkspartei in der Regierung vertreten sein soll. Im übrigen herrscht in dem gemäßigten Teil der Sozialdemokraten Neigung, dem Kabinett Cuno gegenüber vorläufig Neutralität zu üben, um später vielleicht in die Regierung einzutreten. Der unabhängige Teil aber ist geneigt, Opposition zu machen. Die Deutschnationalen nehmet den Standpuntt der wohlwollenden Neutralität ein. Gestern abend wurde gemeldet, daß für die Bildung des Kabinetts jetzt folgende Herren in Frage kommen: v. Kardorff (D. Vpt.) res, Heintze (D. Vpt.) Fusttz, Betulich (Deittsche Werke in Erfurts Wirtschaft, v. R a u- m e r (D. Vpt.) Wiederaufbau (falls sich hier noch Schwierigkeiten ergeben sollten, wird Ramner ein anderes Ressort erhalten, ,ebenfalls^ foll er im Kabinett vertreten fein), Her nt e ö (Ztr.) Finanzen, Geßler und Brauns m ihren bisherigen Ressorts, Hamm (Dem.) Staatssekretär der Reichskanilei. — Verkehr und Landwirtschaft waren nach dieser Quelle zur Stunde noch nicht besetzt. Das neue Kabinett, das im Werden begriffen ist, wird also ein bürgerliches Kabinett sein Es wird sich zusammensetzen aus den Vertretern der bürgerlichen Koalitionsparteien, Zentrum und Demokraten, zu denen we Deutsche Volkspartei tritt. Ob die Bayrische Dottspartei durch einen ihrer Vertreter an Weser Regierung teilnimmt, kann jetzt noch nicht gesagt werden. Aber mit der unmittelbaren Mitarbeit dieser Partei in einer Regierung ohne Sozialisten dürste man ohnehin rechnen.
Einem rein bürgerlichen Kabinett gegenüber werden allerdings auf demokratischer Sette Bedenken ausgesprochen, ob dieses ohne Sozialdemokratie lange Zeit arbeitsfähig sein werde. Die in verschiedenen Teilen des Reiches auf- flackernden Unruhen sind bis jetzt noch solche sozialer und wirtschaftlicher Natur, es ist aber sehr leicht möglich, daß sie zu politischen Unruhen werden. Wenn dann nicht die Sozialdemokratie für die Ordnung Eintritt, kann es sehr schlimm werden. Das muß man sich vollkommen klar machen. Außen- und wohl auch wirtschasts- polittsch wäre ein Kabinett ohne Sozialdemokraten zweifellos von großer Bedeutung. Es wird nun alles darauf ankommen, wie sich die Sozialdemokraten verhalten. Daß sie schon beim erstcn- male zu einem direkten Mißtrauensvotum übergehen, Will man nicht annehmen, wenngleich auch das Stimmen gegen ein Vertrauensvotum die Lage bedenklich 'machen würde. Neuwahlen dürften Wohl kaum in Bettacht kommen. Selbst die Sozialdemokraten scheuen sie der hohen Kosten
Aum Bußtag.
Die ««veränderlichen ethischen Gesetze.
Von
Artur Bransewetter.
Nie ist das Wort von dem ewigen Fluß der Dinge wohl so zur Wahrheit geworden wie in unseren Tagen. Ein steter Wechsel, ein ewig sich wiederholendes Hin und Her. Was gestern war, ist heute vergessen, was heute gilt, ist morgen überlebt. Und immer toller wird der Wirrivarr, und immer wilder die Flut. Auch in den Menschen unserer Tage ist nichts Beständiges mehr. Sie treiben heute dies und morgen das. Sie wechseln Arbeit und Beruf wie ihre Kleider, und krankhafter als je hängen sie ihr Herz an die Güter, die das Leben vergänglich zieren, häufen sie Schätze, die der Rost frißt, oder nach denen die Diebe graben. Es mutz alledem wohl ein schwer zu enttätselndes Prinzip der Entwicklung zugrunde liegen, das die- geheimnisvolle Ursache ist, daß alle Dinge in einem bestimmten Kreislauf der Erscheinungen sich ändern.
Andererseits aber ist es fraglos, daß es in all diesem Tohu und Wohu der fliehenden Erscheinungen etwas Bestehendes gibt. Das ist tue Grundlage von unveränderlichen ethischen Gesetzen, die keine Zeit und kein Mensch zu stürzen vermag, die für jede Zeit und jede Gesellschaftsform von unverbrüchlicher Gültigkeit sind. Wer sich wider sie auflehnt und sich an ihnen verstindigt, der mag es eine Zeit- lang scheinbar straflos tun. Zuletzt ereilt ihn die Stunde mit unfehlbarer Sicherheit. Darum wird, mögen die Lose fallen, wie sie wollen, der Reichste und Glücklichste immer der bleiben, der ich sein Gewissen rein hält, der, unbe- irrt von der Zeiten Lorken und Leidem still und stark seine Pflicht tut, den Erfolg aber und den! Ausgang getrosten Mistes in Gottes Hand stellt. Zweierlei bleibt uns heute nur: entweder Re- ignation oder Glaube. Aber beides hat mehr Aehnlichkeit, als es auf den ersten Blick scheinen will. Denn Beides lehrt absehen von dem eige-
wegen. . ,
Der bisherige Verlauf der Kabinettstme hat gezeigt, daß es unmöglich ist, sich vollständig von Parteien zu lösen. Die Parteien sind nun einmal diejenigen Faktoren, die die Verantwort- lichkeit gegenüber dem Volksganzen übernehmen müssen und darum auch an der Bestimmunader Politik des Kabinetts ein entscheidendes Wort mit sprechen. Der Reichstag ist kein Wttschasts- parlament, der sich aus Interessen - Gruppen, Ständen und Berufen zusammensetzt, sondern er ist die Verttetunq des ganzen Volkes in allen seinen Interessen, die ja nicht nur wirtschaftlicher Natur sind. Freilich sind wir heute vielmehr als jemals auf wirtschaftliche Dinge em- gestellt, unsere ganze Politik muh sich notwendigerweise danach richten. Wir müssen wünschen, ja fordern, daß die Wirtschaststtast unseres Volkes durchaus ihrer Bedeutu-g entsprechend am politischen Einfluß beteiligt werde. Aber damit ist die Aera des wirtschaftlichen Glückes gewiß noch nickt eröffnet. Ja, wenn es möglich wäre, in den nMiten Wochen billiges Brot, billige Kartoffeln, billige Kohle und billiges Hol; zu verschaffen, dann wäre die Regierung, die das fertigbrächte obenauf. Das ist aber nicht mö lich. UNd die gefährftchen Anzeichen, die wi jetzt schon in Teuerungsunruhen in verschiedenen Teilen des Landes beobachten können, gehen, wenn auch linksradikale politische Tendenzen dahinter stehen, doch im Grunde auf den Hun- ger und die Entbehrung zurück und auf die steigende Unmöglichkeit, trotz der immer von neuem steigenden Einkünfte mit dieser Teuerungswelle Schritt zu halten. Tas Reich befindet sich in zu großen Schwierigkeiten.
Es wäre auch eine irrige Auflassung, wenn man glauben würde, daß nun durch die Uebcr- leitung der politische» Geschäfte des Reiches m
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Auch das Zentrum hie» gestern nachmittag Frattionsberatungen ab. Nach langen Erörterungen wurde ein Beschluß gefaßt, der etwa olgendermaßen lautet: Die Regierungsneubildung bringt das Zentrum nicht parteimäßig in das Kabinett, weshalb sich das Zentrum auch nicht gebunden fühlt, sondern sich freie Hand vorbehält. Abends hielt dieDeutscheVolks- partei eine Fraktionssttzung ab, in der Dr. Stresemann in längere» Ausführungen die Lage erörterte. Er sprach dabei über die Frage, welche Haltung die Deutsche Bolkspartei dem neuen Kabinett gegenüber einneHmen will und äußerte sich im Allgemeinen dahin, daß sie dem Kabinett wohlwollend gegenüber stehe und eS nach jeder Richtung hin unterstützen werde. Auch die Deutschnationalen treten zu einer Fraktionssttzung zusammen. Die Erötterungen brachten zum Ausdruck, daß die Deutschnationalen dem neuen Kabinett nicht ablehnend gegenüber stehen. Heute beraten die Fraktionen weiter.
darf oder Scholz (Inneres). Dr. Hermes .'Finanzminister), Bethke (Ernährung), Raumer oder Becker (Wirtschastsministerium), mit dem das Schatzministerium zusamengelegt werben soll, Braun (Arbeitsminister). Grö- «er (Eisenbahn), Stigel (Post), Dr. Gehler (Reichswehr), Dr. Hamm (Staatssekretär der Reichskanzlei), Dr. Brand (Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium).
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Harriman über Euno.
Berlin, 21. November. (Eigene Drahtmeldung.) Heber Herrn Dr. Cuno hat der Mitar beiter des „Rewyork Herold" ein Gespräch gehabt mit dem bekannten Direktor der Untted American Sine, M Harriman, der sich augen- blicklich in London aufhält. Harriman sagte u. ,.: Eine mehr als zwei Jahre lange Geschäftsverbindung mit Herrn Dr. Cuno hat mich von der Tüchtigkeit dieses Mannes überzeugt und ein Land kann sich nur gratulieren, wenn es einen solchen Kopf an feine Spitze bekommt Harriman war gerade mit Herr Dr. Cuno aut einer Reise durch Deutschland und Oesterreich begriffen, als die Aufforderung des Reichspräfi benten Ebert Herrn Cuno nach Berlin Serie . Natürlich war ich, wie Hartman sagt, in politischen Unterhaltungen mit Herrn Cuno zurückhal lend, aber auf unseren vielfachen gemeinsamen Reisen habe ich ih« doch genau kennen gelernt. Er ist vor allem ein gefunddenkender Geschäftsmann. er ist gerecht, höflich, weitblickend und hochintelligent. Es scheint mir, da'i er gerade derjenige Mann ist, den die Welt in einer Zeit wie der jetzigen an der Spitze Deutschlands brauchen würde.
Dresden, 21. November. (Privcft-Tele- gramm.) Die Stadt lag gestern noch ganz unter den Nachwirkungen ber Demonstrationen unb Plünderungen vom Sonnabend. Zahlreiche Geschäfte. namentlich Lebensmittelgeschäfte unb Konfektionsfirmen, hatten geschlossen. Das Polizeipräsidium ließ starke Patrouillen durch alle Stadtteile ziehen. Trotzdem konnte nicht verhindert werden, daß in der Nähe des Haupt- bahnhofs ein Trupp Demonstranten wieder die Schaufenster eines Geschäftes einschlugen. Plünderungen sind gestern nicht mehr vor gekommen ' Dagegen haben die sogenannten Hungerdemen- ? a. v - - •—». —......
Matronen den negativen Erfolg gehabt, daßivon Amerika können unter demelben Ver- heute eine bedeutende Erhöhung der ftndungsbedmgungen wie über Hamburg wnan Preise für Backware einaetreien ist. jauch über Bremen (erstmalige Absendung von
dem Reichspräsidenten überreichen wird. Am Donnerstag soll dann die neue Regierung dem Reichstag vorgestellt und das Programm entwik- tclt werden . Der Reichskanzler dürfte dabei seinem Bedauern Ausdruck geben, daß nur der Be- chkutz der Sozialdemokratie ihn daran gehindert habe, auch Personen, die dieser Partei nahestehen, in sein Kabinett aufzunehmen. Die neue Ministerliste setzt sich angeblich wie folgt zusammen: Cuno (Reichskanzler), Dr. Hein- z e (Vizekanzler und Justizminister), v o n K a r-