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Rücktritt der Reichöregierung.
Die Regierungs-Krise.
Das Ende des Kabinetts Wirth.
Zu dem dauernden Druck von außen kommt setzt die innere Krise. Das KabinettWirth ist gestern zurückgetreten. Unsere Lage ist run dermaßen Verfahren, daß man zunächst nicht sieht, wie man aus dem Wirrwarr herauskommen soll. Der Verlauf der letzten Tage stellt sich so dar, daß die große Aufgabe der Erweiterung der Reichsregierung versucht wer- ■ dep sollte. Reichskanzler Wirth hatte sich redlich bemüht, die Kabinettevweiterung dadurch zustande iu bringen daß er die Deutsche Vollspur- tei in die Regelung einbeziehen wollte, um damit die Industrie an der Verantwortung für die Geschicke des Reiches zu beteiligen. Auf volksparteilicher Seite bestand Bereitschaft dazu unter der Bedingung, daß eine Politik des wirtschaftlichen Aufbaues erstrebt werde, wozu Steigerung der Produktion durch vermehrte Arbeit, sowie Ersparnisse in den Reichsausgaben als notwendig erachtet wurden. Darin erblickten die Sozialdemokraten eine Beeinträchtigung ihres Achtstundentages und eine Gefährdung ihrer parteipolitischen Grundsätze. So entwickelte sich ein Widerstand der Sozialdemokraten gegen die Zusammenarbeit mit der Deutschen Volkspartei, hauptsächlich gegen die von Hugo Stinnes im Reichswirtschaftsrat aufgestellten Richtlinien. Die bürgerlichen Parteien versuchten diese Gegensätze auszugleichen, aber vergebens. Die Sozialdemokraten beharrten auf ihrem Standpunkt. Da der Reichskanzler sich dadurch außerstande sah, die Kabinetterweiterung zu vollbringen, ist er mit dem gesamten Kabinett zurückqetteten.
Diese Entwicklung ist angesichts der auf allen Gebieten herrschenden Not sehr zu bedauern, denn gerade jetzt hatte Dr. Wirth den Weg der unbegrenzten Erfüllung gegenüber den Alliierten verlassen und den maßlosen Forderungen endlich ein deutliches Nein entgegengerufen. Die verschiedenen Noten der Reichsregierung in den letzten Tagen bekunden, daß eine Besserung nur möglich sei durch Hilfe von außen und durch mehrjährige Befreiung von den unerfüllbaren Verpflichtungen. Zieht man das Ergebnis der Wirthschen Erfül- lungspolittk, die er seit Uebernahme des Kabinetts im Mai 1921 verfolgt hat. so erkennt man, daß sie nutzlos gewesen ist. Sie hat die Lage Deutschlands nicht gebessert und unsere Bemühungen wurden von den Gegnern nicht anerkannt. Die Böswilligkeit der Alliierten hat schließlich auch das Kabinett Wirth zu der Einsicht gebracht, daß es so nicht weiter gehen kann, zumal auch die neutralen Gutachten und die Beratungen der Reparattonskommission keine Erleichterung erhoffen lassem Infolgedessen entschloß man sich, die letzten Anstrengungen durch innere wirtschaftliche Reformen zu wachem Dazu war die Umbildung der Regierung erforderlich, wie sie jetzt Dr. Wirth an- gestrebt hatte.
Man konnte es nur begrüßen, daß die bürgerlichen Parteien, die bisher die Arbeitsgemeinschaft gebildet haben, Zentrum, Demokraten und Bayerische Volkspartei, nicht nur den Wunsch, sondern die Forderung zum Ausdruck gebracht hatten, daß die Vollspartei in die geplante starke Konzentration aller politischen Kräfte einbezogen werde. Ob man sie große Koalitton nannte oder nicht, ist nebensächlich. Wem der Name hüben und drüben nicht gefiel, der mochte ihn nicht gebrauchen. Auf das Ziel und das Ergebnis kommt es an: auf die kl ar e Entscheidung in Gestalt der Sammlung aller positiv gerichteten Kräfte von rechts und links, soweit sie ihre Mitarbeit und Hilfe für di« großen Ausgaben zur Verfügung stellen wollen, die tn allernächster Zett der Lösung harren und b:» nur unter Einsatz einer konzentrischen An- J nnung aller Faktoren erfüllt werden können. '. .an mußte bei Behandlung all dieser Fragen sich vollkommen Rechenschaft darüber gebem daß diese große und klare Entscheidung, die ja einmal kommen mußte, nur im Zusammenhänge mit den überragenden Fragen unserer gesamten Polittk nach innen und außen betrachtet und behandelt werden durfte. Und dieser, wir möchten sagen psychologische Augenblick unserer Po litik war jetzt gegeben. Es bandelte sich in der Tat um die letzte, um die allerletzte Möglichkeit zur Stabflisieruna der Mark, oder, besser misgedrückt, zur tatkräftigen Gesundung unserer Finanzen und unserer Wirtschaft.
Was soll nun werden? Das Ziel muß sein, die Basis für die neue Regierung breit und fest zu gestalten. Ebensowenig wie die schwierigen Probleme unserer Zeit nach innen 6etoär« tigt werden könnten ohne die tätige Mithilfe derjenigen Massen, die nun einmal in der Sozialdemokratie ihre politische Vertretung sehen, ebensowenig würde eine rein sozialistische Regierung aus inneren und noch viel mehr aus äußeren Gründen in der Lage sein, die Dinge zu meistern. Gerade weil es sich darum han
delt, den Kredit von Land und Voll zu verbessern und die deutsche Wirtschaft und die deutsche Polittk iiberhaupt erst kreditfähig zu machen, darum ist es unerläßlich, diejenigen Kräfte zu samnreln und mit einem angemessenen Einfluß in der Regierung auszustatten, die über Quellen und Mittel unserer Produktion verfügen. Darüber kann es gar keinen Zweifel geben: Eine rein sozialistische Regierung, die sich nur auf eine einzige Volksschicht stützt, hätte nie und nimmer diesen Kredit. Man mag auf sozialistischer Seite diese .kapitalistische" Solidarität der Völker bedauern, aber es sind Realitäten, mit denen wir rechnen müssen. Es hat ja auch nicht an deutlichen Winker«, sowohl fettens der ausländischen Gutachter, wie der Reparaticnskom- mission und jetzt selbst der deutschen Reichsbank nach dieser Richtung hin gefehlt. Auch die deutsche Reichsbank macht zur Voraussetzung der Hergabe der Hälfte ihres Goldbestandes die Er- fiillüng brsttmmter wirtschaftspolitischer Forderungen und ihre Sicherung durch die dafür geeigneten Kräfte. Auch dieses Programm ist nur eine Umschreibung für die Forderung nach der verantwortlichen Betei- liaung der Deutschen Volkspartei an der Geschäftsführung des Reiches.
Rücktritt der Regierung.
LrklSrungen des Reichskanzlers.
(Pttvai-Telegramm.)
Berlin, 15. November.
Der Reichskanzler Dr. Wirth empftng am soäten Abend im Reichstag die Vertreter der Presse und machte chnen Mitteilung davon, daß das Kabinett zurückgetteten ist und gab dabei ritte Darlegung der Entwicklung der Kabinettskrise. 'Im Einzelnen führte er aus: „Ich war zunächst für ein Kabinett der wirtschaftlichen Konzentration, wurde dann aber durch die Forderungen des Zentrums auf die große K o a l i t i o n, der ich mich anschloß, auf einen anderen Weg gedrängt. Die Sozialdemokratie hat diese große Koalition abge» lehnt und damit war der Rücktritt der Regierung notwendig geworden. Die Tatsache und der Gedanke der großen Koalition leben aber weiter. Sie find ja beretts verwirklicht durch die Zustimmung aller in Frage kommenden Parteien znr letzten Rote an den Mini- sterpräfidenten Poincarö, die nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in politischer Beziehung die große Koalition bedeutet. Alle Beschlüsse find gemeinsam erfolgt. In meiner ganzen parlamentarischen Praxis habe ich eine solche Einigkeit, wie bei der Behandlung dieser Rote nicht erleb«. Die Sozialdemokratie bat als Grttnd für ihre ablehnende Haltung die Rede von. Sttnnes im Reichswirtschaftsrat und von Lersner im Auswärtigen Ausschuß angegeben. Diese Gründe können aber für die Dauer nicht maßgebend sein. Der Gedanke der großen Koalition ist und kann jedenfalls nicht erledigt sein. Es muß Aufgabe der neuen Koalition werden, die neuen Ergänzungen, die ich augestrebt habe, in die Tat umzusetzen." — Reichspräsident Ebert hat die Demission des Kabinetts Wirth angenommen.
Die letzten Verhandlungen.
Berlin, 15. November. (Privattelegramm.f Neber die gestrigen Verhandlungen zwischen dem Reichskanzler und den Parteien berichtet das „Berliner Tageblatt": Der Reichskanzler ersuchte die Sozialdemokratie, ihre Bedenken gegen die große Koalition zurück zustellen. Der Abgeordnete Müller wiederholte dagegen die Gründe, die feine Partei zu ihrer ablehnenden Haltung bestimmten, besonders die Bedenken, die sich aus einer Verlängerung der Arbettszeit ergeben. Der Reichskanzler forderte schließlich die Sozialdemokraüe zu einer Haren Stellungnahme, zu einem Ja oder Rein auf. Er sagte: Sollte die Sozialdemokratie auf ihrem ablehnenden Standpunkt verharren, so bleibt noch das Aentzerste übrig, daß ein Kabinett der Mitte, also ohne die Sozialdemokraten gebildet wird. Die Sozialdemokratie faßte darauf den ablehnenden Beschluß, der zum Rücktritt des Kabinetts führte.
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3m Reichstag.
Berlin, 15. November. (Privattelegramm.) Der Reichstag wird voraussichtlich, trotz der ausgebrochenen Regierungskrise, feine Verhandlungen fortsetzen. Er wird sich allerdings zunächst nur mit feinen eigenen Angelegenheiten,
mit der Fassung der neuen Geschäftsordnung und gegebenenfalls mit Jnitiottvanträgen befassen.
Der Regierungswechsel.
Pressestimmen von Rechts. (Eigener Drahtbericht)
Berlin, 15. November.
Der „Berliner Lokalanzeiger" schreibt: Zum crftenmate ist in der deutschen Republik eine innere Krise ausgebrochen, wett es fich um Reformen handelt, die zum Wiederaufstieg Deutsckflands unbedingt notwendig find. Es ist nur bitter, daß auch dieser Fortschritt nicht auf dem freien Willen des deutschen Volkes fußt, sondern unter dem Druck des Feindbundes erreicht worden ist. — Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" erklärt: Bei der Neubesetzung der Mi- ilisterien wird der Reichspräsident vor allem daraus zu sehen haben, daß die drei Hauptressorts des Auswärtigen, der Finanzen und der Wirtschaft mit ganzen Männern besetzt werden, die sich gegenseitig stützen und in die Hände arbeiten. — Die „Kreuzzeitung" urteilt: Die Deutschnationale Partei wird einem rein bürgerlichen Kabinett natürlich ganz anders gegenübersteheu als der Regierung Wirth."
-Äuffaffung der Mite.
Berlin, 15. November. (Privattelegramm.) In der „Vosflschen Zeitung" heißt es zum Regierungswechsel: Leider hat der Kanzler vorgestern abend alle Gebote der Vorsicht außer Acht gelassen und alles auf die Karte des Pruk- kes der Sozialdemokraten gesetzt. Der Reichspräsident wird nicht umhin können, einen bewährten Parteiführer zu berufen, der sich auf das Vertrauen aller KoalittonSpar- teien stützen kann.. Daß der Befchlutz der Vereinigten sozialdemokratischen Fraktionen so negativ ausfallen würde, darauf war man vorbereitet. Neberrascht hat allerdings dir überwältigende Mehrheit für diefen Antrag, für den 150 gegen 20 Stimmen abgegeben worden sind." — Das „Berliner Tageblatt" betont: Darüber werde sich die Sozialdemokratie nickst im Unklaren fein können, daß die große Koalition eines Tages über kurz oder lang, doch kommen werde, weil sie kommen müsse.
Mitarbeit von Links.
Berlin, 15. November. (Privattelegramm.) Der „Vorwärts" meldet, daß der Reichspräsident feine bisherige Regierung mit der vorläufigen Weiter führung der Gefchäfte beauftragt habe und fährt sortier Reichspräsident wird im Laufe des heutigen Tages eine Reihe von politischen Persönlichkeiten empfangen, um sich darüber schlüssig zu werden, wen et mit der Bildung des Kabinetts beauftragen will. Die Sozialdemokratie denkt nicht daran, fich in den Schmollwinkel zurückzuziehe», sie ist bereit, an der Führung einer positiven Politik mitzuwirken die die Lebensnotwendigkeiten des arbeitende« Volkes vertritt.
Das Reparations-Vroblem.
Die neue deutsche Note.
(Eigene Drahttneldung.)
Berlin, 15. November.
Dem „Lokalanzeiger" wird unter anderem aus maßgebenden Kreisen mitgeteitt: In der deutschen Rote an die Reparattonskommission ist ein politisches Programm enthalten mtier das nur die Namen der großen Koalition gesetzt zu werden brauchen. Run hat die Rede oon Sttnnes zu Mißverständnissen und zu einer Kritik in der sozialdemokratischen Presse Anlaß gegeben. Die Stinnes-Rcde, oder die Rede von Lersners im Auswärtigen Ausschuß können nicht die einzige Scheidewand zwischen den Parteien sein. Solche Vorgänge können nicht die tatsächliche Ursache dar- stellen für die Entscheidung der Soznialdemo- kratie. Es ist deshalb notwendig, eine Erörterung der Gesamtlage herbeizufLhren.
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Antwort der Aeparatlonskommission.
Paris, 15. November. (Eigene Drahtmel- bunfl.) Die Reparattonskommission, de heute eine Sfstnttiche Sitzung abhält, um den Betrag der deutschen Holz - und Kohlenlieferun- gen für die nächsten Monate zu bestimmen, wird am Rachmitag in einer nicht öffentlichen Sitzung ihre Beratungen über die der deutschen Regierung auf ihre letzte Rote zu erteilende Antwort fortfetzen. Ein Auszug der deutschen Rote wurde von den gestrigen Abendblättern ohne Konmientar veröffentlicht.
Die Wintersnot.
Großzügiges Hilfswerk in Frankfurt.
Wie an» aus Frankfurt a. M. mitaeteiM wird, find, nm der Not deS bevorstchen. den Winter» vorzubeugen, Wohlfahrt», einrikhtungen gegründet worden, di« sehr gute Dienst« leisten werdet»
Mus Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: In Vorkriegszeiten galt für die alte Mainstadt der Spruch: „Frankfurt fährt vierspännig", und die Frankfurter waren stolz auf die Großzügigkeit und Freigiebigkeit ihrer Vaterstadt. Heute kämpfen die wohlhabenden Kreise von gestern mit der bittersten Not des Lebens und sehen voller Grauen dem Winter entgegen. Ta erinnerten sich Frankfurts Bürger an jenen Ausspruch, und es wurde ein Verein „Frankfurter Winter- not“ begründet, der in wenigen Tagen die nennenswerte Summe von über Zeh» Millionen Mark buchen konnte. Nun reichen vierzig Millionen längst nicht, wenn eine durchgreifende Hilfe möglich werden soll, aber fast alle großen Handels- und I n b u si ri e fir m c n, Kaufhäuser unb Banken verpflichteten sich zur Aah' lung eines monatlichen in bie Hunderttausende gehende Summe für die Dauer von sechs Monaten, aus Holland und Amerika trafen Spenden ein, und — als schönstes Zeichen der gegenseitigen Hilfe — die Landwirte der benachbarten Kreise haben sich zur kostenlosen Ueberlaflung von Speisekartoffeln bereit erklärt. So fttfteten Kleinbauern des Kreises Büdingen zwanzig Zentner Kartoffeln, und es ist zu hoffen, daß andere ihrem Beispiel folgen. Es sind Vorschläge eingebracht, in den verschiedensten Stadtteilen Kleider-undSchuhverssrgungs- stellen für Bedürftige einzurichten, fie solle:' gleichzeitig bett Helfern unb Helferinnen
Aufenthalt in geheizten Räumen, ' Befchäftigung unb Nahrung geben. Turnhallen oder große Wirtschaftssäle sollen dazu Verivendet werden, die Bestänbe an Kleibern und Schuhen hofft man auS freiwilligen Gaben, die evtl, instand m setzen sind, zusammenzubringen. Damit verbunden werden städtische Notküchen in allen Teilen der Stadt, die wenigstens einmal am Tage den Allerärmsten eine warme Mahlzeit, bestehend aus Gemüse, Suppe, dann und wann Fleischzusatz, verabreichen. Von besonderer Bedeutung in der gegenwärttgen Teuerung find die
Volks- und Mittelstandsküchen der Gesellschaft für Wohlfahrtseinrichtungen, die in ihren sechs Speiseh allen ein warmes Mittagessen für 32 Mark abgeben, allerdings ohne Fleisch, aber ausreichend und schmackhaft zube- reitet. Ein Mittagessen mit Fleischgericht stellt sich auf 52 Mark, ein Preis, den selbst die allertüchtigste und sparsamste Hausfrau Merschreiten wird. Im Oktober wurden über achttaubsend Personen gespeist, ein Beweis, wie notwendig die Volksküchen sind. Die Gesellschaft für Wohl- fahrtseinrichiungen, bie eigene Bäckerei, eigene Schlachterei besitzt, hat ihre Speisehäuser voll-, kommen auf Großbetrieb eingestellt. In berv schlimmsten Monaten des HungerkrieysahreS 1917 wurden vor der Ernte täglich über 21000 Personen gespeist. In rechter Erkenntnis der Lage hat die Gesellschaft sich rechtzeittg
mit den erforderlichen Vorräten
an Kartoffeln, Mehl. Reis, Hülsenftüchten, Fetten usw. eingedeckt, die Gewährung eines Bankkredits von zehn Millionen, bie Garantie übernahm bie Stadt, ermöglichte den frühzeitigen' Einkauf. Zahlreiche Familien lassen sich das Essen aus den Kuchen holen, die während der«. Essenftlmden Tisch bet Tisch, Stuhl bei Stuhl besetzt sind. Unb Wie viele sitzen hier, die einst in der palmengeschmückten Halle des Franffutter Hofs ihren Tee tranken, bie betreibet wurden von manchem, die heute im Luxusauto durch die Sttaßen fahren! Der zertretene Mittelstand, Künstler, deren Name etwas bedeutet, pensionierte Beamte und Rentner, auch Arbeiter, die große Not hat fie vereint zu einer Riesenfamilie„ sie find anspruchslos geworden. Kürzlich hat fich auch der gebildete Mittelstand Frankfurts zu einer G. m. b. H. der „Frankfurter Mitt <vgs g c - meinschaft" zusammengeschlossen, der oft aeäntfcerte Wunsch nach Vereinfachung der Haus- haltsffchrttng bewirkte den endlichen Zusammenschluß Bei der überfüllten Gründungsver- sammlung m Bolksbildungsbeim meldeten sich sofort hundertzwanzig Teilnehmer Die Mit- tagsgemeinschaft ist so gedacht, das Mittagessen wird im Dolksbildungsheim hergestellt, dort eingenommen oder abgeholt. Die Spesen der Herstellung hofft man aus Ersparnissen beim gemeinsamen Großeinkauf der Lebensmittel zu decken.
Genügend Zucker?
Besserung der deutschen Zuckerwirtschast.
Man schreibt uns: Die mißliche Lage bet deutschen Zuckerwirtschaft im vergangenen Jahre scheint fich im neuen Zuckerwirtschaftsiabr nicht
Insertion»?reifer a) Einheimisch« Aufträge: Die einspaltig« Arqetgenzeile M. 18.—, dir einspaltige Reklame«eile M. 54.—. b) Auswärtige Auftrage: Die einspaltige Anzetgenzetle M. 18.—, die einspaltige Rellamezetle M. 54 —, alles einschließlich Teuerungszuschlag und Anzeigensteuer. Für Anzeigen mit besonders schwierige« Satz hundert Prozent Aufschlag. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme- baten und Plätze kann eine Bewähr nicht übernommen werden. — Druckerei: Schlacht» Hofftrabe 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße r, Telephon Nummer 951 und 952.
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Kasseler Neueste Nachnchteu
Kasseler Abendzeitung
Nummer 269.
Donnerstag, 16. November 1922.
12. Jahrgang
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