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Meter Neueste Nachrichten

Kaffeler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

12. Jahrgang

Donnerstag, 9. November 1922.

Fernsprecher 951 und 953

Nummer 263

Fernsprecher 951 und 952

Nutzlose Stabilisierungs-Versuche.

DermunteNovember.

Vier Jahre «ach dem Umsturz.

Vier Jahre find jetzt seit der Revolution und dem Kriegsende vergangen. Das deutsche Volk hat eine furchtbare Zeit durchmachen müssen und ist immer mehr in N o 1 und Elend ver­sunken. Heute wird sich mancher Deutsche fra­gen: Mußte das sein? Da ist es angebracht, auf ein Urteil von gegnerischer Seite hinzuwei­sen. In einer seiner letzten Wahlreden vertei­digte sich L lo hd* George gegen die Be- merkung Bonar Laws, daß er im Kriege die Rolle des Tambours gespielt habe und geholfen habe, den Kampfgeist der Nation aufrecht zu er­halten. Er sagte:Wenn Deutschland 1918 den Tambour gehabt hätte, der durch seinen Wirbel die erschöpften Herzen wieder be­lebt hätte und ihnen hätte neuen Kampfgeist einflößen können, dann wäre es Deutschland an­ders ergangen. Deutschland hat viele Kämpfer aber keinen Tambor besessen." Diese kurze Be­merkung ist sehr bezeichnend und läßt uns auch darüber nachdenken, was aus denErrungea- schasten der Revolution" geworden ist. Nichts weiter, als Parteidoktrinen und Parteidogmen. In den vier furchtbaren Jahrei, die wir hinter uns haben und die auch in den entbehrungs­reichen Kriegsjahrcn nicht ihresgleichen gesunden haben, hätte man sich doch wahrhaftig darüber klar werden können, daß unser Volk rettungs­los verloren ist, wenn es nicht auf seine Kraft, auf seine geistige, wie auf seine körperliche, und nicht zuletzt auf seine moralische Kraft sich be­sinnt!

Heute stehen wir vor der Tatsache, daß just der 9. November 1922 den fürchterlichsten Tief­stand anzeigt, den ein Volk erreichen konnte. Es hieße nur alte Wunden austeißen, wollten wir in diesem Augenblick an all das Entsetzliche erinnern, was wir^ seit dem 9. November 1918 bis heute über die^Tage von Versailles, Span, London und Genua hinweg erlebt, erduldet, ge­opfert und verloren haben! Aber laut in die Welt rufen müssen wir gerade am heutigen 9. November den Schmerz und die Klage über das Geschick, das Millionen und Abermillionen un­serer deutschen Volksgenossen durch willkürlich; Trennung von der Heimat zugefügt worden ist, müssen wir unser Gedenken vor allem auch widmen unseren Schwestern und Brüdern im Rheinland, die für uns, für das ganze deutsche Volk, die schwersten Opfer an Leib und Seele gebracht haben. Dieser 9. November 1922 sieht das deutsche Volk in schrecklicher Not. Wir stehen an der Wrgscheide und vor uns liegt der Weg Oesterreich?. Ja, wir haben ihn schon zu einem guten Teile beschritten.

Ob man sich denn bei solcher Lage gerade bei denen, die den 9. November als einen Feiertag für das deutsche Volk bestellen wollen, Rechen­schaft gibt und geben will, was dieser unglück­selige Tag bedeutet, daß es eine ungeheure Schuld ist, die damals diejenigen auf sich ge­nommen haben, die die deutsche moralische Wi- derstandskraft zerbrachen und damit den letzten Wall ausräumten, der uns wenigstens vor der ärgsten Willkür hätte bewahren können! Denn was ist es anders, wenn über die feierli­chen Zusagen eines Wilson hinweg gerade an diese Dinge muß man heute und immer wie- der erinnern Zusicherungen, die wir zur Vor­aussetzung für Waffenstillstand und Fttedens- schlutz gemacht haben, uns ein sogenannter Frie­densvertrag aufgezwungen worden ist, der uns nicht nur entrechtet, sondern, was ngch schlimmer ist. uns zur Knechtschaft verur­teilt. Auch ein Unterlegener, ein Besiegter darf in seiner Menschenwürde nicht gekränkt und be­helligt werden. Der Versailler Vertrag aber bringt ein ganzes großes Millionenvolk um seine Ehre! Und das ist es, was an unseren Herzen und Seelen frißt und was tyir immer wieder laut in die Welt Hinausrusen wollen und werden!

Bittere Rot und Sorge haben wir auf uns genommen, und wollen sie tragen, denn wir find unterlegen, von Uebermacht überwältigt! Trotz­dem haben wir auch all den hervorragenden Leistungen unseres Heeres und Volkes, die leider allzu sehr inzwischen verblaßt sind, das Recht und die Pflicht, den K o p f h o ch und unsere H e r z e n st a r k zu halten, und dieSie­ger" haben nicht das Recht, uns mit ständigem Zwang diese Meinung und diesen Geist auszu­

treiben. Der 9. November steht im Zeichen der völligen Auflösung der deutschen Wirt­schaft. Das furchtbare Resultat des 9. Novem­ber 1918 kann durch die Ting-, wie sie sich heute uns darbieten, gar nicht fürchterlicher gekenn­zeichnet werden. Ob aber jetzt endlich die Besin­nung kommt? Die Besinnung hüben und drü­ben? Ob sie kommt und wie sie sich auswirkt, davon wird das Schicksal nicht nur Deutschlands, sondern ganz Europas abhängen!

OeMeiterk VerharMungen.

Kein Erfolg der Sachverständige«.

(Eigene Drabtmeldung.)

Berlin, 8. November.

Die Beurteilung der Berliner Finanzkonfe­renz ist sehr verschieden. Während von einer Seite die Lage als hoffnungslos betrachtet wird, ehen die Ausländer die Ergebnis pessimistisch an. Der Berichterstatter derBasler Nachrich­ten" schreibt: In den französischen poli­tischen Kreisen ist der AusMng der Berliner Verhandlungen vorauZgesehen worden. Man fragt sich sogar, ob der Hintergedanke der fran­zösischen Regierung nicht war, vor aller Welt zu zeigen, daß die Reparaitonskommission uu- ä h i g ist ,etwas Wirksames für die Lösung der Reparationsfrage zu tun. Nun bleibt als letzter Hoffnungsanker die Konferenz von Brüssel, wo der Plan der französischen Regierung vcr- 'ochten und zur Annahme gebracht werden soll. Die französischen Hoffnungen richten sich dabek weniger auf die deutschen Zahlungen als dar­aus, daß von den alliierten Gläirbigern Zah­lungsstundung für Frankreich so lange gewährt wird, als keine Bezahlungen von Deutschland geleistet werden.

Drohung mit Maßnahmen.

Berlin, 8. November. (Privattelegramm.) Die Reparationskommission hat gestern mittag eine Sondersitzung abgehalten, an der nur die Delegierten der Kommission tcilnahmen. Im Anschluß daran wurde den ausländischen Presse­vertretern aus Barthous Umgebung mitgeteilt, daß man sich über die Maßnahmen geeinigt habe, die bei einem weiteren ungenügenden Fortgang der Berliner Besprechungen notwendig werden. In Kreisen der Kommission betrachtet man die Lage als äußerst ernst. Die Bereitwil­ligkeit der deutschen Regierung sei ungenügend.

SchlrGts AuSfiMen.

London, 8. November. (Eigene Drahtmel­dung.) Die Morningpost berichtet: Bradbury hat dem Ministerrat einen Bericht aus Berlin zugehsn lassen, der nur wenig Aussichten .auf eine Verständigung offen läßt.

EM zweiter Vorschlag.

Um eine ausländische Anleihe.

(Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 8. November.

Das Gutachten der Reparationskommission wird auf die endgültige Formulierung deS zweiten deutschen Vorschlags an die Reparationskommission von Einfluß sein. Die zuständigen Ministerressorts haben sich gestern nachmittag bis spät abends mit der Ausarbei­tung dieser Vorschläge befaßt. Es ist anzuneh­men, daß nach der Beschlußfassung des Kabinetts die Antwortnote der Reichsregierung im Laufe des heutigen Tages noch der ReparationSkom- Mission übergeben werden kann. Im Mitrcl- punkt deS neuen Vorschlags werden die Aner­bieten ans Kreisen der ausländischen Bankleute stehen, die an den Sachverständig gen-Beratungcn über die Mark - Stabllisterung teilgenommen haben. Es handelt sich für die Regierung im wesentlichen darum, festzustellen, ob und unter welchen Bedingungen auslän­dische Bankvorschüsse in Höhe von min­destens 560 Millionen Goldmark zu erhalten sind. Gelingt es ein internationales Syndikat zu bilden, das die erforderlichen ausländischen Bankkredite flüssig machen kann, so wäre auch die Möglickckeit für die Mitwirkung der Reichs­bank bei dieser Finanzoperation gegeben.

Negierung und Vattelen.

Weitere Zugeständnisse an die Entente.

(Eigener Drahtbettcht.

Berlin, 8. November.

Der Reichskanzler hat im Laust des gestrigen Nachmittags die Parteiführer empfangen und zwar zuerst dir Parteiführer der

Regierungsparteien zusammen mit denen der Deutschen Volkspartei und der Bayerischen Volkspartei. Hieran schloß sich eine kurze Aus­sprache. die aber nur informatorischen Charakter trug. Der Reichskanzler hat sich ans eine An­frage Dr. Stresemanns bereit erflärt, in der auf Freitag anberaumten Sitzung des auswärti­gen Ausschusses Erklärungen über die po- littsche Lage abzugeben. Der Kanzler ist opti­mistisch. In der Sitzung erflärte man sich zn weiteren Zugeständnissen an die Entente bereit, um eine internationale Stütz- attion für die Mark herbeizuführen und einen Abbruch der Besprechungen zu verhindern.

Das Gold der Reichsbank.

Beteiligung an der Stützungsaktion.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 8. November.

Die ursprünglich ablehnende Haltung der Re­gierung und des Reichsbankpräsidenten gegen die Heranziehung des Goldbestandes der Neichsbank zur Stützungsaktton ist ausgegebrn. Sie wird nur noch insofern aufrecht erhalten, als es sich um das Gelingen einer gesonderten Aktion der Rcichsbank handelt. Dagegen hat sich die Reichs­regierung in ihrem ersten Vorschläge an die Re­parationskommission damit emverstaiiden erflärt, daß die Reichsbank mit ihrem Goldbestand Mitwirken will an einer Stützungsaflion durch ausländische Banken. Es wird mit Bestimmtheit erklärt, daß sich ausländische lzrivatbankiers mit Zustimmung und zugesagter Unterstützung ihrer Regierungen zur Beteiligung an einer Stützungsaktion für die Mark mit Banttredit und unter Mitwirkung der deut­schen Reichsbank bereit erflärt haben. Prakttsch wäre also die Erlangung des ausländischen Bankkredits möglich zu machen, wenn gleichzeitig die Frage des Zahlungsaufschubs in einem für Deutschland günstigen Sinne erledigt wird.

Fiiriorge-BeraMng.

Lebensmittel- und Arbeitsbeschaffung.

(Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 8. November.

Der preußische Landtag nahm seine Arbeit im Ausschuß wieder ans, wogegen das Plenum am 21. November wieder zusammentreten wird. Der Hauvtausschutz beschäftigte sich eingehend mit den Anträgen auf Arbcitslosen-Für- sorge und Lebensmiltelbeschaffung. In den Anträgen werden vorwiegend Maßnah­men verlangt zur Verhütung der'Arbeitslosigkeit, ferner Vorschläge zur Kartofstlbeschaffung an Beamte und Lehrer, Tarifermätzigung für die Beförderung von Nahrungsmitteln, sowie höhere Bezahlung des Umlagegetreides. Da diese Anträge durch die Ereignisse bereits zum Teil überholt sind, wurde beschlossen, einen Un­terausschuß zur Umarbeitung der Anträge ein­zusetzen. Die Abstimmung über die verschiedenen Anträge wird vorausfichüich heute erfolgen.

Die Orient-Krise.

Neue Gefahren in Konstantinopel. (Eigene Drahtmeldung.)

Wien, 8. November.

Aus Konstantinopel wird berichtet: Die Lage ist für die Allierten wieder gefährlich. Die neue Angora-Verwaltung scheint alles dar­aus anzulegen die Autorität der Alliierten in jeder Hinsicht zu untergraben und die Kontrolle, die sie über die Stadt ausüben» zu schwächen. Infolge der Annahme der neuen Zollsätze sind die Preise für Brot und die für das Leben notwendigen Dinge um das Doppelte in die Höhe gegangen. Die Ereig­nisse der letzten Tage habe eine Finanz- und Handelskrise zur Folge gehabt. Die Börse ist geschloffen, das türflsche Geld ist im Werte ge. fallen. Die Hausse der fremden Devisen nimmt zu und die Kaufleute ziehen alle Lieferungsauf- tiäge, namentlich für Mehl und Kolonialwaren zurück. Die soforttge Anwendung der Zolltarife, die in Anawlien in Kraft find und die die bis­herigen Zollsätze um das Fünffache erhöhten, haben den Martt vollkommen aufgewühlt. Die Waren werden «us den Lagern nicht abgeholt.

Die Lage der Alliierten.

London, 8. November. (Eigene Drcchtmel- bung.) Gestern wurde halbamtlich bekannt ge­geben, daß General Harttngton, dem Befehls­haber der britischen Truppen in Konstan- tiuopel, Vollmacht ertellt worden ist, das Standrecht zu erftären oder irgendwelche Schritte zu ergreifen, die er für notwendig hält, um die Stellung der Alliierten in Konstantino- pel zu hatten. Es wird ferner gemeldet, daß Frankreich und Jwlien dem zugesttmmt haben.

Verkehrs-Aufbau.

Zuternationale Eisenbahnkonferenz i« Paris

Ende 0«o»-r tagte in Parte die bereit« in Genna angeregte Internationale Eisenbahn. Konferenz zur Gründung einesEuropäischen Eisenbahn-Dereins^. StaatSsetretS» Stiele* der in da« Präsidium de« neugegriinbeten Vereins gewählt wurde, gibt denDeutschen Derkehrsdlättern« folgende Ausführungen.

Das Ergebnis der Internationalen Eisen- bahnkonserenz in Paris darf als ein schöner Er­folg und ein mächtiger Fortschritt zum Wieder­auwau des internationalen Verkehrs im Inter­esse der Wirtschaft und des Friedens betrachtet werden. Schon die äußeren Formen, in denen sich der Kongreß abspielte, trugen wesentlich zur Förderung der sachlichen Arbeit bei, und der Vorsitzende der Vollversammlung, wie der des Ausschusses und der Generalsekretär haben durch ihre anerkennenswerte Tätigkeit alle Teilnehmer zu williger Mitarbeit veranlaßt und wohl überall das Gfiihl crtveckt, daß man sich unter Fachgenossen bewege, denen ein einiges Ziel vor- zuschweben habe: der Wiederaufbau des internationalen Verkehrs im Inter­esse der Wirtschaft und des Friedens. Und der Vertreter der französischen Regierung, der Mini­ster der öffentlichen Arbeiten le Troqueur, hat in zwei Ansprachen und auch im persönlichen Verkehr diesen guten Geist sachlicher Zusammen, arbeit wesentlich gefördert. Unter diesen Ver- hältnissen durfte ich in Paris mit gutem Gewis­sen erklären, daß die deutsche Reichsbahn mit allen Kräften in dem neuenEuropäischen Eisenbahn-Verein" Mitarbeiten würde; und die Stellung Deutschlands innerhalb dieserUnion Internationale des Chemins de Fer (U. I. C-j" scheint einflußreich genug, daß wir uns von un­serer Mitarbeit Erfolg versprechen können.

DerEuropäische Eisenbahn-Verein" stellt sich ähnlich wie der Verein Deutscher Eisenbähn- verwaltunaen im engeren Rahmen die Auf­gabe, die Anlage und den Betrieb seiner Bah- neu zu vereinheitlichen und im Interesse des in­ternationalen europäischen Verkehrs zu verbes­sern; diesem Zwecke dienen die Organe des Ver­eins: Die Vereinsversammlung, die alle fünf Jahre zusammentreten soll, ein auf zehn Jahre gewähltes geschäftsführendes Komitee und fünf auf je fünf Jahre gewählte Fachausschüsse. In das Geschäftsführende Komitee wurde alS Prä­sident ein Vertreter Frankreichs, als Vize­präsidenten die Vertreter Deutschlands, Italiens und Großbritanniens ge­wählt: in sämtlichen fünf Ausschüssen, die für den Personen-, den Güterverkehr, das Abrech­nungswesen, die gegenseitige Fahrzeugbenutzung und für technifche Fragen geschaffen sind, ist Deutschland vertreten. In der Generalversamm­lung ist Deutschland, der Größe seines Eisenbahnnetzes entsprechend, mit dreizehn Stimmen vertreten, das ist die Höchstzahl, die auch künftig von keiner anderen Eisenbahnver­waltung überboten werden kann.

Der Sitz des Vereins und des geschäftsfüh­renden Komitees ist Patts. Ms Geschäfts-' spräche sah der Entwurf zunächst nur die französische vor. Auf deutschen Antrag wurde aber hinzugefügt, daß alle Veröffent­lichungen des Vereins, die für die Länder deut­scher Zunge von Belang sind, auch i n 8 Deutsche übersetzt und in beiden Sprachen gedruckt werden müssen. In den wenigen, sehr geschickt geleiteten Sitzungen konnte, dank dem guten Willen aller Beteiligten, der Entwurf der Satzungen, die sich vielfach an die Satzungen desVereins Deutscher Eisenbahnverwaltun­gen" anlehnen, sofott durchberaten werden, und es besteht kein Zweifel, daß die formellen Beitrittserklärungen aller europäischen Länder außer Rußland, das noch nicht vertreten war abgegeben werden und daß der -Euro­päische Eisenbahn-Verein" bereits am 1. Dezem­ber ins Leben treten kann. Möge nun der gute Stern der über der Pattser Konferenz waltete, auch die sachliche Arbeit des Vereins begleften: zur Förderung des internationalen Verkehrs, tat Interesse der Wirtschaft und des Fttedens!

Fremde Handettsplonoge.

Postüberwachung durch die Alliierten.

Die Jnteralliiette Rheinland-Kommission in Koblenz hat sich das Recht zugesprochen, jeder­zeit die Aushändigung von Briefen und Postsendungen von den deutschen Behör­den fordern zu können. Die Interalliierte Kom­mission kann also jederzeit und an jedem belie­bigen Orte des besetzten rheinischen Gebietes ohne weiteres die Postüberwachung aus- üben lassen. Nach den bisherigen Wahrnehmun­gen verfährt sie auch dementtprechcnd und läßt auf bestimmte oder unbestimmte Zeit bald in diesem, bald in jenem Otte des besetzten Gebiets eine Ueberwachung des Postverkehrs in mehr oder weniger großem Umfange eintreten. Da die Anordnungen über Ott und Zeit feerartiger Postüberwachungen ganz von dem jeweiligen Belieben der Besatzungsbehörde a6hängen, las-