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Hessische Abendzeitung

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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Nummer 261

Fernsprecher 951 und 952

Dienstag, 7. November 1922.

Fernsprecher 951 und 953

12. Jahrgang.

Die sächsischen LanötagSwahlen.

Was kann helfen?

ZahluugSmindernng und Anleihe.

Aus Berlin wird uns geschrieben:

Die Berliner Reparations-Verhandlungen be­finden sich nunmehr im entscheidenden Stadium Drei volle Tage lang sind die Vertreter der Re- parationskommisston über alle Einzelheiten deS laufenden Reichshaushaltes, ja, sogar auch schon über den Voranschlag des Haushalts für 1923 unterrichtet worden. Mit voller Offenheit wurde ihnen von den berufenen Vertretern der Reichsregierung die finanzielle Lage Deutsch­lands auseinanderaesetzt. Ein besonderes Ge­wicht ist dabei auf den Nachweis gelegt worden, daß Deutschland nicht nur nicht von sich aus alles in seiner Kraft Stehende getan und ge­leistet hat, um dem fortgesetzten Verfall der deutschen Währung Einhalt zu tun, sondern daß aber auch trotz aller dieser Anstrengungen der Erfolg ein negativer war. Das Schwergewicht dieser regierungsseitigen Erörterungen mußte dann auf die Umschreibung der Notwendig­keiten und Voraussetzungen gelegt werden, die eine Befferung oder vorerst auch nur eine Verhinderung der weiteren Verschlechterung herberführen sollen. Die ganze Entwicklung in diesem fürchterlichen Jahre 1922 hat vollkom­men alle diejenigen Befürchtungen gerechtfertigt, die schon seit Jahr und Tag in Bezug auf die Entwicklung der deutschen Finanzen von allen, die mit diesen Dingen vertraut sind, gehegt wer­den mußten.

Um zwei Punkte, Moratorium und äußere Anleihe, dreht sich jetzt die Ent­scheidung. Beide Fragen find nun offiziell von der deutschen Neichsregierung wieder aufgewor­fen worden. In der Tat gibt es gar keine an­deren Hilfsmittel, um die völlige Zertrümme­rung unseres Wirtschaftslebens noch aufzuhal­ten. Wir sind ja auf dem besten Wege zu einer Entwickelung, die unsere ganze Wirtschaft über Nacht in einen Trümmerhaufen legen kann. Ja, es ist schon die Frage, ob selbst di« Erfüllung der eben bezeichneten Forderungen noch das Unheil abwenden könnte. Aber das darf man wohl sagen, daß die Gefahr von allen Seiten, namentlich auch von unseren Vertragsgegnern erkannt wird. Gewisstrmaßen unter ihren Airgen vollzog sich ja die neue, in ihrem Aus­maße ungeheuerliche Geldentwertung und ein neuer furchtbarer Absturz der Mark, und das alles in einem Augenblick, in dem ein bisher noch nicht gesehenes Aufgebot zur Rettung dieser selben Mark auf dem Platze erschienen ist. Mo­ratorium und äußere Anleihe, das sind in der Tat zur Stunde die einzigen Mittel, die noch vor dem Schlimmsten bewahren könnten. Die­ses Moratorium müßte mindestens auf eine Frist von fünfJahren bemessen werden. Die äußere Anleihe schließlich muß kommen, da alle inneren Maßnahmen sich als völlig unzulänglich erwiesen haben.

Nach den Feststellungen des Neichsbankpräsi- denten sind ja seitens der Reichsbank schon im Juli mit einem Ma'.> 230 Millionen Devi­sen auf den Markt geworfen worden, um den fallenden Kurs der Mark aufzuhalten. Der Er­folg war ein ganz und gar negafiver. Der An­stoß zu der Markentwertung kam immer wieder aus dem Auslande, das völlig das Vertrauen in die Mark verloren hat. Als wirk­lich positive Maßnahme, die den Absturz der Mark aufhalten könnte, kann nur eine äußere Anleihe in Frage kommen. Aber sie mutz auch sehr hoch bemessen werden. Ihr geringster Um­fang mutzte nach Auffassungen aller unterrichte­ten und sachverständigen Kreise fstnsbnndert Millionen Goldmark ausmachen. Dieser Be­trag wäre durch das Reichsbankgold gedeckt. Freilich darf man keinen Augenblick im Zweifel darüber sein, dach, wenn wir eine solche Anleihe erhalten sollen, ganz autzerordentlich« und schwerwiegende Garanfien geboten werden mutzten, die sich sowohl in Matznahmen nach außen wie nach innen auszudrücken batten. Ge­rade dieser Pimft wird die größten Schwierig­keiten verursachen. Wir werden qenösigt sein, dem AnSlande Pfänder oder sonstige Bürgschaf­ten zu überlassen die in unseren realen Besitz sehr tief einsidneiden dürften Wir werden aber auch nach innen umfassende Maßnahmen finanz-, wäbrunas- und auch sienervolisifcher Art treffen mfifien.

Im Vordergrund wird immer die Schaffung einer wertbeständigen inneren Anleihe in Form von Scheinwechseln oder auch von Goldgeld steben. hierfür würde von den Geldaebern ein bestimmter Betraa des Reichsbankgoldes ver­langt werden. Die Bedenken, die der Reichs- bmttw-äfideitt Havenftein gegen einen solchen Nerwendunaszweck des Goldes der Reichsbank kürzlich äuß-rte. würden nur in dem Falle ans- aeräumt fein, in dem eine äußere Anleihe stch-ergesietit ist. deren Goldbasts doch auch wie­der eine Rückendeckung für dieinnere Anleihe ößre. iT»brt«Aii2 fei bei dieser Gelegenheit be-

mertt, daß Havensteins Erklärung sehr star­ker Kritik in Alliirtenkreisen begegnet. Es ist sehr Wohl auch möglich jedenfalls sei das für heute schon orientierend angebeutet daß Ha­vensteins Arußerungen den Anstoß geben wer­den, die rechtliche Stellung der jetzt freilich auf Wunsch der Entente autonom gemachten Reichs­bank erneut zu überprüfen. Jedenfalls kann gefügt werden, daß sich innerhalb der Repara- tionskommifsion selbst nun Zweifel geäußert haben, ob der damals von der deutschen Reichs­regierung geforderte Schrift der Verselbständi­gung berechtigt war und ob nicht doch wieder dem Reiche selber ein größerer Einfluß auf die Reichsbank ctngeräumt werden soll. Was übri­gens die Anleihe angeht, so sei bemertt, daß gerade jetzt in Berlin der amerikanische Finanz- mann Denks einen bestimmten Plan ausgear­beitet hat, wonach ein englisch-amerikanisches Konsortium eine Goldanleihe aufnehmen! wür­de, für die das Reichsbankgold die Garantie ab- geben sollte. ss.

WaWampf in Sachsen.

Aeberall starke Beteiligung.

tLigene Drahtmeldung.)

Dresden, 6. November.

Die Wahlhandlung in Dresden setzte am Sonntag Vormittag trotz des regnerischen Wet­ters recht rege ein. Schon vor 9 Uhr waren zahlreiche Wähler in den Wahllokalen erschienen. Die Beteiligung ist, wie Berichte besagen, auch im Lande selbst sehr lebhaft. Ueberakl herrschte vollständige Ruhe. Der Wahlkampf in Sachsen war von allen Seiten mit allen Mittel« in schärfster Form geführt worden. Die Parteien der Linken wurden in ihrer Agitation zu einem nicht geringen Teil von amtlichen Organen, dar­unter der Staatskanzlei und vorSächsischen Staatszeitung" lebhaft unterstützt. Auch einzelne Fülle von Terror in Wahlversammlungen sind bekannt geworden. Seitens der bürgerlichen Parteien Hot man sich in der Hauptsache mit der Bekämpfung der bürgerlichen Querliste« be­gnügt, wie man annehmen darf, mit vollem Er­folg, da die sog. Wirtschastspartei überhaupt nicht vertreten ist. Erst am Tag« vor der Wahl ist es zu einer Auseinandersetzung zwischen der sozialdemokratischen Partei und den beiden Rechtsparteien gekommen.

Das Wahlergebnis.

Leipzig, 6. November. (Eigener Drcchkbericht.) Die Leipziger Neuesten Nachrichten melden nach- folgendes Wahlergebnis: Wahlkreis Leip­zig: Deutschnationale 88 460, Deutsche Bolkspar- tei 137 606, Zentrum 3342, Demokraten 50 712, B. S. P. 221143, Kommunisten 66 009.

Der neue Landtag.

Leipzig, 6. November. (Privattelegrmmn.) Das vermutliche Bild des neuen Landtags läßt sich nach einer Meldung bet Leipziger Neuesten Nachrichten aus den Nachtstunden noch nicht voll­kommen übersehen, weil noch eine ganze Reihe von Einzelergebniffen fehlen. Nack den vorläu­figen Feststellungen find in allen drei Wahlkrei­sen 1078 236 bürget liche und 1100 568 so. zialdemokratische Stimmen abgegeben worden. Die rrtbiTate «t nie bat aber vorläufig 22 332 Stimmen Mehrheit. Tie Mandate würden fich auf Vie einzelnen Parteien folgen­dermaßen verteilen: Deutschnattonale 18 (bisher 20) Deutfche Volkspartei 20 (bisher 18) Demo- traten 8 (bisher 8) Zentrum 1 (bisher 1) 23. S. P 39 (bisher 40) Kommunisten 10 (bisher 9). Nach diesen vorläufigen Feststellungen also 47 Bürger­liche und 49 Sozialisten.

Putschgerüchte in München.

Cine amtliche Widerlegung. lVrivahDelearamm.)

München, 6. November.

Amtlich werben zu den Putschankünbigungen der letzten Tage Erklärungen verhreitet, in denen es u. a. heißt:Es ist nach absolut fichereu Fest­stellungen ni ch t wahr, daß Kapitän Ehrhardt fich dauernd in München aufhält und im Hotel Marienbab wohnt unb bort sein Haupt.uartier bat Bon den Zehntausenden, die nach den Be­hauptungen derBosfischen Zeitung" von die­sen Tatsachen wissen wollen, ist bisher lein Ein­ziger mit einer solchen Anzeige an die Polizei berangetreten. ES ist auch nicht wahr, baß Kapitän Ebtbardt in bet Billa beS Regierungs­präsidenten von Rabr verkehrt. Herr von Kahr bat keine Bill«, sondern wobnt in einem der gro­ßen Regierungsgebäude in der Maximilianstrg- ße, also mitten in der Stadt unter ben Augen von Zehntausenden. Es ist auch nickt toabr, daß in München ein Putsch unmittelbar hevor-

stebt. Beweise für die Beabfichtigung eines sol­chen Putsches stnb bisher bei bet Polizei ober bei bet Regierung von keiner Seite, auch nicht von sozialistischer, von einwandfreien Zeugen ober durch einwandfreie Tatfachen erbracht wor­ben. Es bleibt also auch biesmal von den gan­ze« Schauergeschichten über Putschpläne in Mün­chen nichts übrig als Geschwätz unb Erdichtun­gen. Die einzige Entschuldigung dafür dürste für manche bas schlechte Gewissen sein,"

Äahlungs-BorschlSge.

Die Repüvationsvsvhandlnnge«.

(Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 6. November.

Am Sonnabend nachmittag trat baS Reichs- kabinett zu einer längeren Sitzung zusammen, in der bet Entwurf bet Vorschläge, bet bet Repa­rationskommission vorgelegt wird, eingehend be­raten würbe. Rach einet etwa dreistündigen Sitzung mürbe bet Entwurf au eine Redaktions­kommission überwiesen, ber die Fertigstellung bet enbgülttgen Fassung übertragen würbe. In ben späten Abenbstundcn trat das Reichskabiuett zu einer wetteren Sitzung zusammen. In dieser wurde über die von ber Redaktionskommission vorgelegte endgültige Fassung Beschluß gefaßt Die Vorschläge wurden Sonntag nachnnttag der Reparattonskommisfion übersandt Ihre Veröf­fentlichung erfolgt vorläufig noch nicht. Die nächste gemeinsame Sitzung der Reparattonskom- misfion mit ber deutschen Regierung wirb vor­aussichtlich am heuttgen Montag stattfinden.

*

Wieder eine Brüsseler Konferenz.

Paris, 6. November. (Eigene Drahtmeldung.) Havas zufolge wirb in gut unterrichtete« Krei­sen in Brüssel erttärt, das, das englische Kabinett im Einverständnis mit ber belgischen Regierung «ritgeteüt habe, Anfang Dezember an einer Finanz-Konferenz in Brüsse jeilzu- nehmen. Die Aufgabe biefer Konferenz wirb sein, bie nächsten Zahlungen Deubtfchlands fest- zttlegen unb für bie alliierten Schulben eine Lösung zu finden. Es wird angenommen, baß ber Konferenz eine Zusammenkunft ber Mi- «ifttrpräfibenten von Frankreich unb Belgien vorangehen wirb.

Aus dem Bergbau.

Fortdauer der Lvhastreitigkeite«.

(Privat-Telegramm.)

Bochum, 6. November.

Eine vom alten Bergarbeiterverbanb mit ben anderen freien Gewerkschaften in Bochum abge­haltene Lohnkonferenz lat ben Schiebsspruch über.vorläufige Abschlüsse in ber Lohn frage a b - gelehnt Die Bergarbeiter fordern die volle Abgleichung der Teuerung durch weitere Er­höhung der Oftoberlöhne sowie eine ent­sprechende Erhöhung für November. Die Ein­führung einer kollektiven Probuktionsfrage Wirb ak,gelehnt, weil ein derartiges Problem erst be­sprochen werden müsse, wenn die Umgestaltung ber Wirtschaft in ber von ber Arbeitnehmer-Or­ganisation ost bargelegten gemeinwirtschastlichen Richtung energisch in Angriff genommen sei. Die Konferenz verlangt die Erlebigung ber Lohnfra- gen bis zum 12. November. Der Gcwerkverein christlicher Bergarbeiter, bie Hirsch - Dunkerschen Organisationen unb die polnische BerusSver- einigimg haben in ihrer Konferenz ebenfalls eine Ablehnung ber Vorschläge beschlossen. An das Reichsarbeitsministerium unb bie Arbeitgeber, organisationen haben bie Verbände sofort das Ersuchen um neue Verhandlungen gerichtet

Türkischer Kablnettswechse!.

Konstantinopel und Angora.

(Eigener Drahwericht.)

Paris, 6. November.

Aus Konstantinopel wird gemeldet: Der Rücktritt des türkischen Kabinetts in Konstantinopel ist gestern erfolgt, nachdem die Regierung in Angora mitgeteilt hatte, baß jeder Minister, ber fernerhin noch im Amte bleibe als Hochverräter behanbelt würbe, lieber bie Stellung des Sultans zu ben Angora-Beschlüssen ist noch nichts bekannt. In den letzten Tagen iss es in verschiedenen Vierteln der Stadt zu großen Lnndgebungen gekommen, in bene« die sofortige Abdankung des Sultans gefordert wurde. Das türkische Pressebüro ist amtlich ermächtigt wor­ben, z» erHärtn, daß bie Regierung von An gora im Gegensatz zu anderslautenden Meldun­gen niemals die Absicht hatte, bie türkischen Staatsschulden zu verleugnen oder diö bestehende Skmaftung der öffentlichen Schulden

Handwetterzukunst.

Zusammenarbeit vo« Werkstatt und Schule.

DieZufamw-narbeiqvonSlhule «.Handwerk, die im Interesse einer erft>rieS»rwen An»- bUbitwg des gewerblichen Nachwuchses zn fordern ist, beschäftigt« die yrutige Vollver- fammimtg der HandweriSramrner Raffel, über die an anderer Stelle berichtet wird. Gute Facharbeiter für Handwerk und In­dustrie können nur ausgebildet werden, wen« Berufsschule und Werkstatt in voller Ueberein« stimmung über die Ziel« und die Mittel, die zu deren Erreichung führen, die Lösilng dieser Bil« dnngsaufgabe gemeinsam durchführen. Notwen­dig in erster Linie ist schon Zusammenar­beit während der Ausbildung. Zur Herstellung der Verbindung zwischen Werkstatt und Schule und Ermöglichung ihrer Zusammen­arbeit sind durch die Handwerkskammer be­ziehungsweise die Innungen und durch die ört­lichen Behörden der Berufsschulen örtliche Fachausschüsse für die einzelnen Berufe zu brden, die sich aus Vertretern des Handwerks und Vertretern der Berufsschulen zusammen, setzen. Diese Fachausschüsse sind gleichzeitig die Gesellenprüfungs-Ausschüsse. Sie bestehen aus dem von der Handwerkskam­mer oder den Innungen bestellten Vorsitzenden, einem Meister- und einem Gesellenbeisitzer und zwei Lehrern. Die Aufgaben der Fachaus­schüsse sind die Aufstellung der Lehrpläne und Lehrgänge für die Werkstattausbildung und für die Ausbildung in der Berufsschule unter Be­rücksichtigung der Bedürfnisse des Betriebes und der Lehrlinge und Auswahl der Abschnitte aus den Lehrgängen, die sich zur Ausarbeitung von ausführlichen Arbeitsberichten in der Be­rufsschule an Hand von Arbeitsbüchern eignen. Eine Gesellenprüfung, bei der die Schulkennt- nisse zu wenig berücksichtigt werden, entspricht nicht den Anforderungen, die beute an Fachar­beiter und künftige Handwerksmeister gestellt werden müssen. Sie soll daher aus einer prak­tischen Prüfung für die Beurteilung ber praktischen Arbeiten und der Fachkenntnisse und ans einer Schulprüfung bestehen. Die Be. urteilnng der Leistungen gefchieht durch die

die pravische Ausbildung

vertretenden Ausschußmitglieder, während dir Vertreter der Berufsschule in diesem Prüfungs­abschnitt nicht stimmberechtigt sind. Die Beur­teilung der in der Berussfchule erworbenen Kenntnisse liegt den Vertretern der Sckmle ob. während die Vertreter der Werlstattausbildung hierbei kein Stimmrecht haben. In Fächern (Fachzeichnen und Fachstunden), die in Werk­statt und Schule Vorkommen, entscheiden alle Mitglieder gemeinsam. Die Schulprüfung findet vor der praktifchen Prüfung in der Be­rufsschule statt. Sie erstickt fich auf Berufs­und Bürgerkundr, Schriftverkehr, Rechnnngs- nnd Buchführung, Lesen von Zeichnungen unb Skizzieren. In reinen Fachflaffen kann im unmittelbaren Anschluß hieran auch eine Prü­fung in Fachkunde ftattfinden. Für die Ge­werbe. für die reine Fachklassen nicht bestehen, können die Lehrlinge zur Prüfung in der Fach- künde in reine Fachgruppen zusammengefaßt werden. Wer die Schulprüfung nicht bestehl, kann nur ausnahmsweise bei besonders guten Werkstattleistnugen znr praktischen Prüfung zu- gelassen werden. Schließlich soll das Gesel­lenprüfungszeugnis zwei Roten ent« ballen und zwar eine für die praktische Befähigung, bei deren Festsetzung außer den Ergebnissen der Gesellenprüfung mich die der halbjährigen Zwischenprüfungen angemessen zu berücksichtigen sind und eine für die Schul- lenntniffe. Hierbei sind außer den Ergeb­nissen der Abschlußprüfung die Halbjabres- zeugnisse zu berücksichtigen. Von der Durchfüh­rung dieser Leitsätze erwartet das Handwerk eine gründlich« Ausbildung des Nachwuchses, in des­sen Händen die Zukunft des Handwerks liegt.

Handwerkskammer Kaffek.

Nach dem Bericht von Syndikus Thanheisrk bat tin Bereich der Handwerkskammer für Kurbessen und Waldeck dir Zahl der in das Handwerk eintretenden Lehr­linge zu Ostern 1922 wieder z«genommen; er- freulicherweise auch im Bairhandwerk. Dagegen ist auf dem Gebitte der Umschulung von B anhilf sarb ei t em zu Maurer- oder Zimmergesellen ein Stillstand eingetreten. Der Grund hierfür ist Wohl in dem zu geringen Unterschied zwischen den Löhnen der Gesellen und der Hilfsarbeiter zu suchen. In die Seb r« lingsrolle sind vom März käs Oktober 2134 Lehrlinge eingetragen worden, 1824 männ- licke und 310 weibliche. Der Gesellenprü- fit na haben sich 1346 Lehrling« und 178 Lehr­mädchen unterzogen, 19 ebne Erfolg. Ehrennr- funden sind an 19 Gesellen verliehen worden, lieber bie Nebenarbeit von Gesellen für Kundschaft wird immer sehr geflagt. Die