Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung -<y^> Hessische Abendzeitung
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Vorschläge zur Mark-Stabilisierung.
Der Markfchwund.
Trotz Sruanzeonfereuzr
An den deutschen Börsen spielt sich jetzt eine Mutige Satire ab. Während in Berlin die Fi- nanztvnferenz ragt, an der sich deutsche und ausländische Finanzsachverständige beteiligen, um ein Mittel zur „Stabilisierung" der Mark zu sinden. fällt die Mark ins Bodenlose! Im Lause der Woche mutzten z. B. für den D o l l a r erst viertausend, dann fünftausend und gestern schon mehr als sechstausend Mark gezahlt werden. Ja gleichen Sprüngen gingen die anderen Devisen aufwärts. Und mit den Deinsen stiegen die Effekten, die in der Mehrzahl allerdings im Vergleich zu den Devisen noch zurückgeblieben sind, aber in einzelnen Werten, namentlich in gewissen Montan - Papieren, Kali-, Maschinen-, Kohlen- und Chemischen Papieren war die Steigerung fabelhaft stark. „ Bei solchem Kaitsandrang ist das kein Wunder. Wie uns unser Berliner Börsenberichterstatter schreibt, stand nian an den Maklerständen in Schlangenlinien, wenn überhaupt die Ordnung aufrecht erhalten wurde. Vorübergehend war das Gedränge der Börsenbesucher so groß, daß Jeder nach vorne zu gelangen suchte und wenn Papiere angeboten wurden, die Käufer sich darum stritten. Dieser Umstand ist das betrüblichste Zeichen unserer Zeit. Man hat kein rechtes Zutrauen zur Mark und glaubt, daß sie noch weiter sinken könnte, deshalb greift man nach Sachwerten. Es liegt darin aber auch das Merkmal der Kopflosigkeit, denn je größer die Nachfrage, desto teurer die Ware. Gewiß sind die Sach werte der reale Wert und das Papiergeld ist nur Surrogat. Trotzdem ist das Papiergeld auf das staatliche Sachvermögen begründet und es liegt keine Ursache zu solchem rapiden Niedergang der Mark vor. An dem jetzigen Marksturz wirken aller Wahrscheinlichkeit nach internationale Kräfte, und es ist ebensogut möglich, daß wieder einmal plötzlich ein Rückschlag kommt.
Angesichts der attgenblicklichen Geldentwertung erscheint es geradezu wie Hohn, wenn die Herren Sachverständigen in Berlin mit schönen Worten von der Stabilisierung der Mark reden. Der Reichskanzler hat den Ausländern gegenüber mit bemerkenswertem Ernst darauf hingewiesen, daß Deutschland vor dem Zusammenbruch steht. Die Finanzlage sei von der-Regierung umso mehr geprüft worden, je mehr die Entwertung der Währung fortgeschritten ist und je verhängnisvoller die Folg'en dieser Entwertung für die deutsche Wirtschaft wie für die Wirtschaft der anderen Länder geworden ist, mit denen Deutschland Handel treiben muß. Es ist gewiß, daß eine Stabilisierung nicht möglich ist, wenn nicht zwei Voraussetzungen erfüllt werden : die Regelung des Reichshaushalts und der,Ausgleich des Außenhandels. Solange die Wareneinfuhr so viel höher ist als die Ausfuhr, bleibt die Unterbilanz bestehen. Der innere Zusammenhang ist klar. Je mehr Waren wir einführen müssen, desto größer ist der Devisenbedarf und desto mehr sinkt der Markkurs. Je tiefer die Mark sinkt, desto weniger können wir an Reparationen zahlen. Und ferner: je mehr wir zur Erfüllung der uns aufgezwungenen Reparationsvflichten gepreßt werden, desto weniger können wir den Reichshaushalt in Ordnung bringen. Dr. Wirib erinnerte mit Recht an das Gutachten des Dach- Verständigen-Komitees auf der Genua-Konferenz, worin gesagt wurde: „Wenn die äußere Schuldenlast eine Staats seine 'Zahlungsfähigkeit übersteigt, und wenn dieser Staat nicht durch eine äußere Anleihe Hilfe erhält, dann ist die Folge davon, daß einmal die ausländischen Märkte gestört werden und daß andererseits eine fortgesetzte Entwertung der Geldparität dieses Staates einiritt." In der deutschen Finanzlage haben wir den deutlichsten Beweis für die Richtigkeit dieses Satzes. Aber obwohl ein halbes Jahr seit Genua vergangen ist, bat sich keiner der Gläubigerstaaten darnm gekümmert. Wie dieses, so wurden auch alle anderen Gutachten, die etwa eine Erleichterung für Deutschland befürworteten, außer Acht gelassen. Alle Konferenzen waren nur kostspielige Vorführungen für das Welt- Publikum.
Sollte die jetzige Berline'r Konferenz nicht anders aufzufafsen sein? Wir wollen das große Unternehmen, das mit ungeheuer viel Vorbereitung, mit Aufwand an Zeit und Geld in <^ene gesetzt worden ist. heute nicht kritisieren, fctange der Verlaus noch nickst erkennbar ist. Aber die anmaßenden Absichten Bartbous, des Vorsitzenden der Reparationskommission, und der rasende Niedergang der Mar? sind keineswegs geeignet, Hoffnung zu erwecken. Die Zusicherung des Kanzlers, daß den Sachverständigen sozusagen alle Bäcker des Finanzministeriums vorliegen und alle Kaffenschränke imn Einblick offenstehen sollen, bat die Entente-Vertreter nicht veranlaßt, uns mehr Vertrauen entgegen zu bringen. Es fehlt auf der Gläu - bigerfcite offenbar immer noch art auf en
Willen. Bezeichnenderweise ist die Repa- iationskommisswn ja auch nicht nach Berlin gekommen, um zu beraten, wie man Deutschland helfen könne, sondern „um die Finanz- und Wirtschaftslage zu studieren". Das ist ein dehnbarer Begriff, der bedeuffam klingt und doch nichts besagt. Sollte auch diese Konferenz ergebnislos verlaufen, dann ist der völlige Zusammenbruch sicher, dann werden wir Oesterreichs Tiefftand im Laufe dieses Winters noch erreichen. Was dann folgt, wird ein düsteres Kapitel im geheimnisvollen Buche des Schicksals sein! K. F. D.
SLabMsieruiWs-Versuche.
Vorschläge der deutschen Regierung.
(Privat-Telegramrn.)
Berlin, 4. November.
In dem gestern überreichten deutschen Finanzplan wird einleitend darauf hingewiesen, daß eine Stabilisierung der Mark gleichzeitig mit dem Ausgleich unseres Etats erfolgen müsse und daß ohnd Stabili- ieruilgs-Maßnahmen eine Balanzierung auf die Dauer unmöglich sei. Unter Hinweis auf die deutsche Steuergesetzgebung und die Verausgabung eines Teiles des Reichsbankgoldcs zu Stabilisierungszwecken wird gesagt, daß Stabili- icrungsmaßnahmen im Inneren ohne äußere Hilfe zwecklos seien. Eine äußere Anleihe wird deshalb als Voraussetzung für unbedingt notwendig erachtet. Wenn eine äußere Anleihe zustande kommt, ist die Reichsrcgieruug nicht abgeneigt, auch den Goldbestand der Reichsbank teilweise zu Stützzwecken für die Mark zu verwenden. Weiter verweist der Vorschlag darauf, daß eine äußere Anleihe nur dann möglich iß, wenn eine langfristige Stundung eintritt
«Segen eine Finanzkontrolle.
Berlin, 4. November. (Privattelegramm.) Die Reichsregierung erinnert die Reparations- kemmission an den Beschluß der Pariser Bankicr- konserenz. Eine Stundung der Sachlei- stunge'n wünscht die Regierung nur für Materialien, die nicht für den Wiederaufbau Rord- fr.inkreichs Verwendung finden. Die Kosten für die Wiederaufbaulieferungen wird sie nach Möglichkeit durch eine innere Anleihe au (bringen. 3um Schluß wird dann noch eingehend der Beweis geführt, daß eine Finanzkontrolle über Deutschland nur eine Schädigung unserer Interessen und damit zugleich der Interessen der Ententeländer herbeisührcn müsse.
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Bradburv fordert Maßnahmen.
Sachverständigen, Prof. Yenks ausgearbeiteten Vorschlag einer auswärtigen deutschen Anleihe gegen die Sicherheit des deutschen Goldbe- st au des, aber mit Verzicht der Reparationskommission auf die Priorität ihrer Forderungen ablehnen. Die letzte Meldung gibt der Vertreter unter Vorbehalt.
Deutschland ist nicht bankerott
Eine Erklärung des Reichskanzlers.
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 4. November.
Der Berliner Korrespondent der „Neuen Freien Presse" berichtet, daß er GeleMnheit hatte, sich von der Stimmung innerhalb der Reichsregierung zu überzeugen. Die ReichSrc- gierung habe sich von der pessimistischen Stimmung nicht fortreiften lassen. Der Reichskanzler äußerte sich in folgender Weise: Es herrscht Panik, eine Panik, die durch die wirffchaft- liche Lage in Deutschland in keiner Weise gerechtfertigt ist. DaS Resultat der verhängnisvollen Entwicklung der letzten Zeit ist, daß Deuffchland nicht bankerott ist; es ist purer Unsinn so etwas aufzutischen, sondern daß es zu Reparationen unfähig geworden ist. Deuffchland habe auch jetzt noch den ehrlichen Willen sich zu verständigen, ob es aber später überhaupt noch etwas werde leisten können, hänge davon ab, daß es die Möglichkeit habe, das Heräbsinlen der deutschen Währung zu bremsen. Das kann nicht eindringlich genug gesagt werden. Reparationsleistungen und finkender Wohlstand find nicht zu Vereinen.
Bayerns Kabinettkrßft.
Kandidaten für die MinifterpräfidenLschaft. tEigcner Bericht.)
München, 4. November.
Die drei Fraktionen der bayrischen Regierungskoalition, Mittelpartei, Bauernbund und Bayrische Bolkspartei. haben gestern getrennt zur Kabinettskrise Stellung genommen. Die Einigung in der Persoucnfrage erfolgte in der Weise, daß die beiden Spitzenkandidaten der Bayrisckjen Bolkspartei, der Fraktionsvorsitzende Geheimrat Held und der frühere Staatsmiui- fier von K'nillig von der gesamten Koalition als Kandidaten für die Ministerprästdentschaft gukgeheitzen wurden. Einem Wunsche auch der anderen Parteien gemäß wird die Bayrische Bolkspartei dem Abgeordneten Held nahelegen, die Ministerpräsidentschaft zu übernehmen. Wenn er fich nicht dazu entschließen kann, so wird das Amt v. Knillig angrtragen werden, der bereits beim Rücktritt von Kahrs bereit war, die Mini stcrpräfidcntschast in Bayern zu übernehmen.
Berlin, 4. November. (Privattelegramm.) Ans London wird gemeldet: Sir John Brad- bnry hat in einem Gespräch mit dem Berliner Vertreter der „Chicago Tribüne" erklärt: Wir haben in Berlin gefunden, baft der Reichskanzler und der Reichsfinanzminister bereit sind, alle Anstrengungen zu machen, um dem Wiederherstellungs-Ausschuß einen Einblick in die wahre Lage Deutschlands zu geben. Wir brauchen diesen Einblick sehr dringend, da es mir scheinen will, als könnte das deutsche Budget nur durch sofortige Iräftig’e Maßnahmen wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Diese Maß- nahmen wollen wir suchen, und in die Verantwortlichkeit sollen fich die Reparationskommisston und die deutsche Reichsregierung teilen.
Aus den Verhandlungen.
Kohlenerzougung und MoratoriuMsfrage.
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 4. November.
Die bisherige Aussprache in den Reparationsverhandlungen war nur von geringer theoretischer Bedeutung. Die Reparationskommisfian dürste keine Entscheidung vor ihrer Rückkehr nach Paris treffen. Wie ein französischer Vertreter äußert, fei der einzige praktische Vorschlag in der Diskussion bisher der gewesen, die deuffche Industrie unter gewissen Bedingungen an der Kohlenerze uz ung in Oherschlesten und der Erzprodnttion in Lothringen zu beteiligen. Darüber würden direkte Verhandlungen zwischen stanzöfischen, panischen und deuffchen Industriellen eingeleitet werden und darin liege eines der wenigen Metel, die wirtschaftliche Krise Deutschlands im Keime zu ersticken. Derselben Quelle zufolge fei mau in deutschen politischen Kreisen der Ansicht, daß Reichsfinanzminister Tr. Hermes vor der Konferenz die Notwendigkeit eines fünfjährigen Morawriums und einer auswärtigen Anleihe vertreten müsse. Die Reparationskommission würde aber auf die Moratoriums frage nicht eingehen können und auch den angeblich von dem amerikanischei
Wirkung des FusZismus.
Die Nationalsozialen in Bayern.
(Privat-Telegramm.)
Vkünchen, 4. November.
Die Ereignisse in Italien wirken auf gewisse Kreise auch in Bayern zurück. In einer gestern abend abs^haltenen Versammlung der mttional- fizialen Parier bemerkte der Referent, Hermann (Effet, unter anderem: In Italien sei es einer Handvoll national gesinnter Männer gelungen, Ordnung zu schaffen. Auch Bayern werde seinen Mussolini haben, wenn anders keine Ordnung zu erreichen sei. Unter einer nationalen Diktatur werde es sich besser leben lassen als int freien Volksstaat. Diese Aeußerung wurde von der Versammlung mit demonstrativem Beifall ausgenommen. Der gleiche Redner teilte mit. daß heute vormittag der bayrischen Regierung eine Forderung auf Schaffung bayrischer Sonderbestimmungen gegen den Wucher durch Einführung der Todesstrafe i'berretdjf werden soll. Sollte dieser Forderung nicht Rechnung getragen werden, dann müsse das Volk zur Selbsthilfe schreiten.
Zm besetzten Gebiet.
Ausnahmestellung der Alliierten.
(Eigene Drahtmeldung.)
Koblenz, 4. November.
Die interalliierte Rheinlandkommisfion hat fich mit der sofortigen Anwendung der Verordnung deS Reichspräsidenten gegen die Spekulation mit ausländischen Zahlungsmitteln vom 12.10. 22 und den dazu erlassenen Ausführungen vom 27. 10. 22 innerhalb des besetzten Gebiets mit dem Vorbehalt einverstanden erklärt, daß diese Verordnung keine Anwendung finden soll auf Angehörige der Rhein- l a n d ko m m i s s i o n und der Besatzungsarmee, soweit diese auf eigene Rechnung und Sui Deckung des persönlichen Bedarfs Käufe tätigen bei bestimmten fremdländischen Banken im besetzten Gebiet, die im Sinne der genannten Verordnung den deuffchen Banken gleichstchcn.
Der Mittelstand.
Eine verarmende Volksgruppe.
Da« deutsche Volksleben hat febr groß« Umwandlungen durch machen muffen und nod» ist dieser Drozeh nicht beendet. Di« wirtschastlich« Umschichtung hat s«hr empfindlich den Mittelstand getroffen. Ein Berliner Mitarbeiter gibt einig« Bilder.
Morgens früh. Die Straßen sind noch leer, schnell geht an den Häusern entlang eine hohe Gestalt, die in der einen Hand ein kleines Töpfchen trägt. Ich komme des Weges, habe das Wundern verlernt, wundre mich auch nicht über diese frühe Erscheinung, aber beim Näherkom- men fällt mir der Gang des Mannes auf und betroffen bleibe ich stehen: „Sie, Herr Direktor?" Er muß wohl oder übel Rede und Antwort lehen, versucht dabei aber das kleine Töpfchen schamhaft zu verbergen. Einige Worte. Ich Hove die Situation überschaut und berühre sie nicht. Er aber faßt Mut: „Verdrehte Welt!" Keck holt er vom Rücken sein Töpfchen hervor: „Da staunen Sie! Ja, man ist heute sein eigenes Milchmädchen. Angestellte kann man sich nicht halten, meine Fran hat genug zu tun. Es ist meine Aufgabe, die Milch zu besorgen, ein viertel Liter nur, und weil man doch seine Tagesarbeit hat, muß ich schon in dieser frühen Stunde mich zum Milchhändler pirschen!"
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Es ist abends spät. Die Straßen sind leer, das Dunkel des sparsamen Berlins hat sich ausgebreitet. Da uild dort verhallen noch einige Schritte. Ich will eilends zum Briefkasten. An der Ecke kommt ein kleiner Wagen. Eine mir bekannte Persönlichkeit zieht vorn, eine Dame schstebt Hinten. Der Wagen ist beladen mit einigen Kartosfelsäcken. Ich erfenne sie bald und will angesichts dieser nächtlichen Fuhre unv- wegen der (Situation schnell vorüberhuschen. Aber wir sind alte Freunde. Deshalb hält der Wagen. Die Dame lächelt und kommt auf mich zu, der Herr peinlich berührt, folgt ihrem Beispiel. Sie erzählen, sie hätten sich selbst die Kar-. tofftln von der Bahn geholt, Ne sie von Verwandten gesandt erhielten. Die Transportkosten von der Bahn zur Wohnung wären so hoch, daß sie nicht aufgebracht werden könnten. Außerdem ohne «roße Vergütung übernehmen wollte.
Sie ist eine stattliche Erscheinung, lebte bisher von ihrem Vermögen, das man früher ansehnlich nannte. Ihre Kinder, verheiratet, haben genug mit sich zu tun. Sie können die alte Aristokratin nicht aufnehmen. Ihr Vermögen ist zusammengeschrumpft. Ich Habe ost daran gedacht, wie sich die alte Dame durchs Leben schlagen mag. Da treffe ich sie, es war keine angenehme Begegnung für uns beide, an einem Vormittag. Fast hätte ich sie nicht erkannt. Sie aber schämte sich nicht, kam auf mich zu. „Da staunen Sic?" Ich hatte allen Grund zu staunen, denn nur die Erscheinung war die alte. Mit abgetragenen Kleidern angetan, äußerlich unkenntlich, ging sie ihren Weg, trug einen Marktkorb in der Hand. „Sie werden fragen, was ich treibe?" Was ich treibe? Die Not gebot mir, meinen Unterhalt zu verdienen und deshalb babe ich eine Stellung als Aufwärterin annehmen müssen!
Der Herr Geheimrat war früher ein Mann, der auf Formen hielt und einen Klaffenstolz besaß. Jetzt hat er sich ändern müffen; er reift für eine Firma. Ich sprach dieser Tage mit einem Direktor einer Lebensversicherung und erfuhr von ihm. was mich nicht sehr überraschen konnte, daß seine besten Agenten heute Penön- lichSetten sind, die früher auf jeden Ver- sichernnasagenten von oben, mißbilligend herab- scchen. Fetzt sind sie zufrieden, sich durch Vermittlung von Versicherungen Nsbeneinnahmen verschaffen zu können.
Drei gebildete Damen. Abends fitzen wir ost zusammen, im harmonischen Familienkreis, zur geistigen Pflege. Sie haben mir dieser Tage ihr Herz ausgeschüttet. Ihr früher ansehnliches Vermögen bedeutet heute nichts, ©ic arbeiten deshalb in Geschäften, stricken, sticken.
Wo gM das Notgeld?
Derivendimg an den Eisenbahnschaltern.
Der Reichsfinanzminister hat, ermächtigt durch das Gesetz vom 14. August dieses Jahres, einzeftien Ländern, StäNen, Gemeinden und JNdustrieunternehmungen die Ausgabe von Notgeld gestattet. Dieses Notgeld kann feinen Zweck nur erfüllen, wenn es auch von den öffentlichen Kaffen anerkannt und in Zahlung genommen w i r d. So hat die Reichsbahn, wie die „Reichszentrale für Deutsch- Vcrkehrswer- bnna" mitteilt, sämtliche Eisenbohnkaffen angewiesen. Siotgelv in den Gr-nzen des Geltungsbereichs anzunehm.-», und auch zu
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