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Ausgleichsversuche im Reichshaushalt

vlN enixnuiig oer aFieunuiw vuo tute x. T 's. .

Aufhebung der Zahlungsver- crungszuschüffe zu den Renten b'S auf weiteres in Kürre unvermeidlich sein noch von den Nerchskomnnffaren bei den AuS-

Wie man aus einer Verfügung des ®lirtfter5 des Innern mitteilt, hat der Rcichsmimster des Innern für die Uebcrgangszeit bis zum Inkraft­treten des Gesetzes bestimmt, daß die von den Ausschüssen bis zum Jntrakttreten des Perso- nenschadengefrtzeS zugcsprochenen und inzwischen rechtskräftig gewordenen Entschädigungen lHeilungSkuren, Rente») ebenso wie bie Tew

Außen- und innenpolitische Lage.

Mailand, 2. November. (Eigene Draht­meldung.) Mussolini stattete gestern abend dem uüheren Außenminister Schanzer einen Besuch ab. Beide unterhielten fist) eingehend über die außenpolitische Lage Italiens. Auf An­ordnung Muffolinis find die Regierungsvoll­machten, die während der Faszistenbewegung an die Attlitärbehörde übergegangen waren, nun­mehr wieder den Zivilbehörden übertragen wor­den. Die neue italienische Kammer tritt am 15. November zusammen. Illach einer Erklä­rung Muffolinis wirb er das Parlament, wenn er ein weitgehendes Vrtrauensvotum erhält, zur­zeit nicht auflösen, sondern mit den Neuwahlen bis zum kommenden Frühjahr warten.

einen Cäsar angekündigt.

Geschichtsberechnungen wenig bekannter Autoren, die mit dem Anspruch wissenschaftlicher Richtig­keit auftreten, prophezeien dieses Ereignis für die Mitte des Jahrhunderts?" Spengler:. , Fch bin kein Propst. Die GeschrchtSberechnun- gen die Sie meinen, haben mich von ihrer Rich tigkeit nicht überzeugt. Geschichte ist kein mathe­matisches Rechenexmpel. Geschichte und Kau­salität find Begriffe, die sich gegenseitig auZ- tchließen. Geschichtliches Werden als orgam- sches Wachstum läßt sich nicht mit den vom Ge­wordenen abgeleiteten Kausalgesetzen des Na- turwiffenschaftlers erfassen. Geschichtliches Werden ist von Schicksalen beherrscht, die die niemand vorausseben kann, aber das Wer­den der Kulturen, ihr Reifen und Vergehen ist wie der Lebenslauf des einzelnen Menschen im­merhin organischem Wachstum ver­gleichbar. Die Dauer des Ausreifens eines organischen Prozesses läßt sich ahnen, aber nicht exakt errechnen wie der Ablauf einer chemische» Reaktion. Zufall und Schicksal, die Besonder­heiten aus Klima, Landschaft und Rasse sind ge­schichtsbildende Faktoren, die sich einer exatten Erfassung entziehen. Die Vorausbestlmmung geschichtlicher Ereignisse und ihres Zeitpunktes vor allem ist Frage des .phhsiognomtichen Tak- tes", das, was man bei einem Staatsmann den vorausschauenden Blick nennt. Rach meiner Meinung und nur um eine Meinung, nicht um ein wissenschaftliches Ergebnis handelt es sich können wir mit cüsarischen Zuständen, durchaus nicht nur in Deutschland, noch im Laufedieses Jahrhunderts rechnen. Die verfassungsmäßigen Zustände oder Lesser die Achtung vor dem Gerst der Verfassungen, zerfetzen sich überall mit steigender Geschwindigkeit. Wo heute ein Führer oder eine Gruppe die Gewalt in Hän­den hat, wird

die Verfassung nur als Werkzeug behandelt. Versagt sie, so ändert man sie nach den Bedürfnissen des Augenblicks, droht mft Neuwahlen oder appelliert an die Strage. Las wäre 1890 noch ganz unmöglich gewesen, aber dieser Zerfall der politisch-sittlichen Bindungen für die starken Einzelnen ist nirgends auf der Wett aufzuhalten. Die Parlamente haben heute nur noch einen ganz gerrngen tat­sächlichen Einfluß auf die Dmge. Ent­weder sie sind nur Mundstück der treibenden Mächte, oder die Ereigniffe vollziehen sich Über­haupt an anderer Stelle, etwa durch Sonder - aftionen der Wirtsckaftssührer oder, der Mafien- : «ihrer. In England ist es allein die dymrstlswc i Tradition, die den persönlichen Mrgeiz und die 1 Privatinteressen zügelt. Und für Deuftchland i setze ich große Hoffnungen auf die Eigenschaften 1 der Ehrfurcht und der Disziplin, die dem wert» i vollsten Teile der Nation im Mute liegen."

Die Frage einer Goldauleihe.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 2. November.

Den Ausführungen des Reichsfinanzminist:r Dr. Hermes in den gestrigen Verhandlungen mit der Reparationskommission dürste folgender Ge­dankengang entwickelt worden sein: Eine Aktion zur Stärkung der deutschen Währung könnte nur auf der Basis eines G o l d f o n d s durchgeführt werden. Da eine Inanspruchnahme des Gold­schatzes der Reichsbank nicht in Frage kommt, so bleibt nur übrig, für diesen besonderen Zweck, also nicht für allgemeine Reparations­zwecke, eine Goldanleihe im Ausland auf­zunehmen. lieber diese Möglichkeit hat, soviel bekannt wirb, der Reichskanzler vor kurzem schon mit maßgebenden Vertretern ausländischer Re­gierungen gesprochen, wobei allerdings auf die Schwierigkeiten hingewiesen Wurde, die sich vorläufig noch in amerikanischen Finanzier fett außerordentlich gegen einen solchen Plan geltend machen. Zur Behebung dieser Schwie­rigkeiten beizutragen, wird mit eine der Wich­tigsten Aufgaben der diesmaligen Berliner Re- parationZ - Konferenz sein.

müssen andere gewichtige Faktoren unterstützen und hinzutreten ausländische Anleihen. Er­höhung der Produktion. budgetäre Maßnahmen usw., wenn das Werk einer Festigung der Währung gelingen soll. Er st Wirtschaft... dann Währung! Darum liegt es im eigensten Interesse des Volkes, wenn die Reichsbank so anscheinend unbegreiflich hartnäckig auf ihrem goldenen Schatze sitzt. Ihn heute mobil machen, hieße ihn verschleudern, hieße sich des letzten wertbeständigen Astivums berauben zu unalffeh- karem Schaden der Gesamtheit. Das als Grund- vormtssetzunz einer Marksestigunq erforderliche Gleichgewicht der deutschen Wirtschaft kann nicht von innen heraus hergestellt werden, es bedarf dazu der Aufhebung der von außen drückenden Ueberlastung des Versailler Vertrages.

Gegenwärtig finden in Berlin die Finanz- keiatungen statt, die fick nm die Stabilisierung bemühen. Daß es unter den ausländischen Sach­verständigen wirklich einen gibt, der die Ueber­lastung Deutschlands einsieht, zeigt die Aeutze- rung des englischen Vertreters in der Repara- tionskommisfion, Bradburv, der unter anderem sagte: ,MH bin endgültig der Meinung, daß eine

dann und wird dann aber auch seine Wirkung tun, wenn eine tragfähige Grundlage für einen Ausgleich der deutschen Wirtschaft geschaffen ist, das heißt namentlich, wenn der Druck der Reparationen auf unser Wirt­schaftsleben aufgehört hat. Aber auch dann wird das Gold allein nicht Helsen können, es

zialen Ordnung in Deutschland folge» wird, und daß in diesem Falle der Prozeß des Wie­deraufbaues eine sehr langwierige und schwie­rige Angelegenheit sein wird, die aller Wahr­scheinlichkeit nach als unerläßliche Voraussetzung den völligen Verzicht auf die Guthaben aus der Reparation haben würde." Wir haben btefer Warnung Sir BradLurhs nichts hinzuzufugen. Aber das Programm der Reparationskommls- fton, wonach die Finanzkontrolle über Deutsch­land droht, läßt trotzdem nichts Gutes ahnen.

Berliner Finanzberatungen.

Segen die Devisen-Beroednung.

Aeutzerungen wirtschaftlicher Führer.

Die von Parvus herausgegebene Zeisschnst .Der Wiederaufbau" wird in seiner nächsten Nummer eine Rundfrage »Für und toiber die Devisenordnung" veröffentlichen. Bekannte deutsche Finanzleute und Politiker, wie Re!<^s- minisstr a. D. Dr. Dernburg. das Mitglied des Reichswirtschastsrates Dr. Hachenburg, d->r Direttor der Dresdner Bank Herbert Gurt- mann, der Direttor der Deutschen Bank von Stautz, Geheimrat Bücher, das geschäfts­führende Präsidialmitglied des Reichsverbandes der deutschen Industrie, der stellvertretende Vor­sitzende desselben Reichsverbandes Abraham Fr owe in, Kammerpräsident Dr. von Klee feld, Reichstagsabgeordneter Dr. Paul Lev,

Die bayrische Krise.

Erklärung »er Zugehörigkeit zum Reich.

(Privat-Telegramm.)

München, 2. November.

Die München-Augsburger Abendzeitung be­streitet Berliner Berichte von einem bevor­stehenden Rechtsputsch in Bayern. Wenn auch die Rechtsgültigkeit der Rerchsprafident- schast Eberts verneint werde, so stehe die Zu­gehörigkeit zum Reiche für Bayern höher als die Person des Reichspräsidenten. In der gestrigen Abendsitzung der Koalitionsparteien wurde von der Mehrheit die Uebernahme der Ministerpräsibentschaft Bayerns von feiten des Herrn von Kahr gefordert.

Sold der Reichsbank.

Linser letzter BarWert.

Ammer lauter ertönt der Ruf nach dem G o l d e der R e i ch s b a n k. Es ist sehr bedenk­lich, wenn führende politische Parteien sich der Forderung auf Mobilisierung des Reichsbank­goldes glauben anschließen zu müssen.. Man glaubt oder redet sich ein, mit der Milliarde Gold des deutschen Zentralnoteninstitutes den rasenden Zerfall der Währung a u f h a l t e n oder auch nur abmildern zu können. Das ist ein Irrtum. Jedermann weiß heute, daß die Mark­entwertung ihre Grundursache hat in dem ge- walttgen Defizit unserer Wirtschastsbilanz, kauf­männisch gesprochen, in der Tatsache, daß bei der deutschen Wirtschaft Soll und Haben weit aus- einanderflaffen, daß unsere Passiven sehr erheb­lich größer sind als unsere Aktiven, und zwar sowohl nn ordentlichen wie im außerordentlichen Bedarf.

Vermag nun das Reichsbankgold dieses De­fizit auszugleichen, und zwar nicht nur vorüber­gehend, sondern auf die Dauer? Denn nur dann kann es die ihm zugeschriebene Heilwirkung aus unsere Wirtschasts- und Sozialnöte ausüben. Aus dem Goldbestand wäre einmal zu decken das Defizit der Handelsbilanz, das bereits meh­rere hundert Millionen Goldmark beträgt, das aber selbst bei starker Verminderung der Ein­fuhr solange bleibt, wie sich die Ausfuhr nickt wesentlich gesteigert hat. Es müßte weiter die Tätigkeit der Notenpresse zum Stillstand gebracht oder mindestens erheblich eingeschränkt werden. Das ist aber nur möglich, wenn der Geldbedarf des Reiches, der aus den Reparationsleistungen herrührt, ganz erheblich verringert wird, was

allgemeine 1«,«, - _____ ___

Pflichtungen in Kürze unvermeidlich sein wird, wenn man die Dinge gehen läßt und so die Atempause umso länger fein wird, je langer man mit der Hilfsaktion zögert. Wenn man die Aktion bis zum vollständigen Zusammenbruch der deutschen Währung hinausschrebt, dann bin ich der Auffassung, daß ent allgemeiner Zusammenbruch der ökonomischen und so-!

Deutschlands Zukunft-

Raffemenschsn. Cäsaren. Parlamente.

SSwaid Spengler, der Verfasser de« bekannte« Werke«®er Untergang de« Abendland««-- itntzerte steh einem Vertreter der L. R. 9t., der ,yn in München aufsuchte, «brr LageSfrage«.

Dr. Spengler behandelt Tagessragen mit dem­selben inneren Abstand, mit dem er über irgend­eine Episode aus der spätrömischen Geschlickte sprechen würde. Lebhafter wird er erst bei der Beurteilung jener Zeitgenossen, die glaubte», die Ermordung Rathenaus feiern zu müssen. Harte Worte fallen da. Für Spengler ist diese erregende Episode aus der Kugsten deutschen Geschichte ein Beweis mehr für die Richtigkeit einer hart anmutenden Feststellung im zweiten Bande desUnterganges". Er spricht da..vom Rassemenschen und feinem zivilisatorischen Gegensatz, des kosmopolitischen Intellektuellen der Großstadt, von ihrem gegenseitigen Haß, von der verschiedenen Wertigkeit ihrer Jntellt- fleni und Tatbereitschaft und fagt dann: Alles Nationale ist rassebaft bis zu dem Grade, daß es keine Sprache findet und in allem, was Denken fordert, ungeschickt und hilflos bis zum Ver­hängnis bleibt." Ich fragte dann: .Sie haben für unsere Epoche

wieberum nicht nwglich ist, solange eine Herab­setzung und Suspendierung der Versailler Schnldzahlungen nickt vorgenommen ist. Aber auch dann würde der Marksturz sowohl von innen Wie namentlich von außen noch bedeutend gedrückt werden können durch die enorme Masse bereits ausgegebenen Papiergeldes. Hier müßte demnach die Reichsbank mit ihrem Gold Rück­käufe zur Entlastung des Geldmarktes vorneh­men. Es müßte aber weiterhin noch genug Gold in den Kassen der Reichsbank bleiben, um den Kurs der Mark auch in der Zukunft zu stützen. Tas ist aber nur möglich, wenn Papier wieder in Gold eingetauscht werden kann. Wohin aber dieses Gold verschwinden würde, das lehrt uns die Devisenhamsterei.

Alles in allem: Das Gold der Reichsbank würde gar nicht zur Durchführung dieser un­erläßlichen Transattionen ausreichen, die an fick wiederum überhaupt nicht durchführbar sind, so­lange das Reparationsproblem ungelöst ist. Der Staudamm würde sehr bald wieder überflutet werden! Fernerhin würde man das heute in der Reichsbank konzentrierte Gold zerstreuen urto teils ins Inland, teils ins Ausland verschwin­den lassen und damit in kürzester Frist wieder die Notenpresse ihren papierenenUnfegen" pro­duzieren lassen müssen. Das Reichsbankgold jetzt mobilisieren, hieße nichts anderes, als ein Haus neu aufzubauen versuchen, während es noch an allen Ecken brennt. Tas Neichsbankgold kann erst

schliffen auf die Gemeinbeka s s e n zur Zahlung angewiesen werben. Werter hat der -nrinifier bestimmt, daß den Tumultbeschadigten, die auf erstmalige Bewilligung von L.enten ober auf Erhöhung ihrer bisherigen Rente infolge d-r unterbrochenen Rechtsprechung warten müs­sen wie bisher burch Gewährung angemessener

Die fremden GaHverstandigea.

Be'rlin, 2- November. (Privattelegramm.) Gestern nachmittag sind sechzehn Sachver- ständige der Revarationskommisfion aus Pa­ris eingetroffen. Nach Mitteilungen Barthous an den Havasvertreter fallen die Reparattonsver- bandlungen bis zum 13. November beendet fein, da für den 14. November bie nächste Sitzung der Kommission in Paris anberamnt fei.

Aufruhr-Schäden.

Da« neue Personenschaden-Gesetz.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 2. November.

tim den Neichsdautzhaft.

Berlin. 2. November. (Eigene Drahtmeldnng.) In der gefhigen Besprechung zwischen den Mit- aliedern der ReparotionskomMission und den Vertretern der deutschen Regierung entwickelte Finanzminister Dr. Hermes seine Auffassung über die Umstände, bie in Betracht gezogen werben muffen, um einer weiteren Ver- chlechterung der Mark nachhaltig und mit Erfolg entgegenzutreten und bie maßgebend fein wer­den, um ein richtiges Verhältnis zu Ei n n a h - men und Ausgaben im Reichshaus­halt herznsteven. Bei den heutigen Bera­tungen wird man sich mit dem beutf chen Voranschlag für 1923 befassen, über den voraussichtlich Staatssekretär Schröder ausführ- lich berichten wird. Es ist möglich, daß in der heutigen Sitzung Barrhou zu einer längeren grundsätzlichen Erwiderung das Wort ergreifen Wirb. Man nimmt in unterrichteten Kreise» an, daß bie Reparations-Kommission irgendwelche Entscheidungen in Berlin nickst treffen wird.

M

Amerikanischer Beobachter.

G e n f, 2. November. (Eigener Drahtbericht.) DerHerold" meldet aus Washington: Das amerikanische Staatsdepartement legt Wert aus die Feststellung, daß es an den Berliner Re- parationsverhandlungen nicht amtlich betei­ligt fei; das Staatsdepartement sei in Berlin niir durch einen Beobachter vertreten.

Vorschüsse auf die Rente durch die Gemein­den geholfen werden kann, denen zu diesem Zweck auf Anttag Beträge aus Reichsmitteln zur Verfügung gestellt werben.

Stollens Umwälzung.

Unter der neuen Herrschaft der Faszisten.

(Eigener Drahtbericht.)

Zürich. 2. November.

A«8 Mailand meldet die Neue Züricher Zeitung: An allen Garnisonen Italiens hat die Wahl sasziftischer Vertrauensräte begonnen. Die Schweizer Depeschenagentur meldet aus Rom: Das Aktionskomitee der Faszisten gibt bekannt, daß die Mitglieder der russischen Handelsdelegation, bie in Italien weilten, durch faszistische Polizei ouSge Wiefen und an bie Grenze gebracht worben sind. Die kommuni­stische Landespartei hat sich gestern aufge­löst, nachdem die meisten ihrer OttsgruPPen l on den Faszisten geschlossen und ihre Leiter ins Gefängnis geschleppt worden waren. Nach Meldungen aus Innsbruck erschienen italienische Flieger über der Tiroler Grenze und warfen zahlreiche Flugblätter und faszistische Proklamationen ab, in denen die Zugehörigkeit Nordtirols zum iMlienisäst»Verteidigungs- gefiiet ausgesprochen und bie Unteilbarkeit Ti­rols unter italienischer Herrschaft zu beweisen versucht wird. Aus den deutschen Städ­ten jenseits der Grenze, besonders aus Bozen und Meran sind hunderte von Reichsdeutsche» abgereist. Sie trafen in Innsbruck ein.

Der Botschafter in Berlin.

Berlin, 2. November. (Privattelegramm.) Die hiesige italienische Botschaft teilt mit: Gleich nach der Bildung des neuen italienischen Kabi­netts hat der italienische Botschafter in Berlin, Senator Fressati, in Anbetracht der ver­änderten italienischen Lage feinen Rücktritt beim Ministerium des Aeußern in Rom angeboten.

Die Onentkonserenz.

Die Türkei stellt ihre Bedingungen.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 2. November.

Die Friedenskonferenz in Lausanne ist nach den heutigen Mitteflungen der französischen Blätter gesichert. Der Standpunkt Kemal Pa­schas in Lausanne wird durch eine Unterredung des Konstantinopeler Sondermitarbeiters des Petit Parisien" mit Kemal Pascha klargelegt. Kemal sagte, daß die Regierung von «ngaro die bisher gültige Kapitulation niemals anerkennen Werde. Die Grenzen des türttschen Reiches wür­den allen Freunden weit geöffnet sein, aber nur unter der Voraussetzung, daß die v ö l l i g e U n- abhängigkeit der Türkei auf wirtschaft­lichem Gebiete, sowie auf allen übrigen Gebieten gesichert sei. Die Grenzen der Türkei muffen den nationalen Forderungen entspre­chen. Innerhalb dieser Grenzen will die Türker frei stin. Die Freiheit der Meerengen wird zugestanden, aber nur, wenn bie Sicherheit Konstantinopels und des Marmara-Meeres ge­währleistet ist.

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