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Kasseler Abendzeitung

12. Jahrgang

Fernsprecher 951 «trt> 952

Donnerstag, 2. November 1922.

Fernsprecher 951 und 952

Nummer 257

~*e Saffe'er s:«u-fie» Nachrichten er fdi einen wöchentlich techSmal «nd zwar« d end s. Der

t onfeoreife: a) Einheimische Aufträge: Die einspaltig- Anzeigenzetle M. 12.-, die Re-"m»°il° M. Auswärtige Aufträge: Di- -inspältig« Anze g-»zerl-

3 bt, .insnalliae Reklamezeile M. 36, alles einschließlich TeuerungSzuschlag und schwierigem Satz ^ndert Prazen- Aufschlag.

1 ro. rtfipr butd) 3^emfDrßdi8T au^gogebenen Anzeigen, forole ftit Ausnahme L-'mmen werden -ta« W h°f^°S° N/W «eschästsstelle: »Llntsche Straß- L. Telephon Nummer ii-1 und 9e_.

Meter Neueste Nachrichten

" - Hessische Abendzeitung

Die Faszisten

aus Deutschland.

drohten Thron zu reiten. Diese Taktik scheint f

Breslau, 1. November.

Ter schlesische Oberprästdent hat eine Ver­

denkt, daß Italien bisher die britische Kom

Streit um den Alkohol.

Protest gegen ein Verbot in Schlesien. (Privat-Telegramm.)

Handlungen zu bilden, sowie eine Grundlage für ein rechtsgiltiges Urteil zu schaffen. Der Reichsverband mutzte es ferner für eine schwere Gefährdung der journalistischen Bericht.

(Eigener Trahtbericht.)

Berlin, 1. November.

Forderung der Koalitionsparteien. (Privat-Telegramm.)

Die wirtschaftliche Zusammengehörigkeit des rheinischen besetzten Gebiets mit dem deutschen Mutierlande ist in den letz­ten Jahren schon ost Gegenstand zwingender Beweisführung gewesen. Wenn ich Gelegenheit nehme, zu zeigen, wie der Separattchnus dre Ernährung der in den chemisch-westfalischen Industriezentren zusammengeballten Menschen- massen bedroht, so tue ich dies deshalb, Werl der Durchschnittsmensch allzu leicht geneigt ist, nur das Positive, das wirklich Vorhandene, mch: aber das Negative, das eventuell Kommende, d. b die Gefahren einer verkehrten Politik, zu sehen Was das Rheinland an Nahrungsmitteln erzeugt, reicht bei weitem nicht aus, seinen Be­darf zu decken. Z W e i T r i t 1 e l seiner Gesamt- bedürfniffe muß es aus anderen Gegendeu Deutschlands und aus dem Auslände em- führen. Bei Kartoffeln ist das Verhältnis noch weit ungünstiger. Je nach dem Ausfall der Ernte vermag das Rheinland nur Kvei b.s ein Zehntel seines Bedarfs an Kartoffeln selbst zu decken. Woher kommen nun die Nahrungs­mittel in der Hauptsache? Aus dem Mutter­laiche,

dieser Entscheidung nicht einverstanden erklären «nd den Rat des Bölkrrbnndes anrufcn.

Sorgen um den Orient.

Die Türken regen sich wieder.

(Eigener Drahtbericht.s

Baris, 1. November.

Jg französischen amtlichen Kreisen I herrscht Beunruhigung wegen der Haltung der Türken. IM Autzenministerimn ist man der Ansicht, daß die Türken Forderungen stellen wer­den, die von den verbündeten Großmächten nicht angenommen werden können. Ans türkischer Seite scheint der Verdacht zu bestehen, daß die Großmächte dem Sieg der Kemalisten nicht in dem von Angora gewünschten Umfange Rech nung tragen wollen. Die Verstimmung der Tür­ken hat bereits Ausschreitungen zur Folge gehabt, über die allerdings bisher nichts Näheres mitgeteill wird. Allem Anschein nach waren diese Ausschreitungen gegen die Wcst- mächte gerichtet. Die Franzosen und Engländer scheinen sogar mit der Möglichkeit zu rechnen, daß die Türken in ihrem Unmut die Wafsrnstill- stands-Bedingnngcn verletzen und nach Konstan- ttnopel marschiere« könnte«.

TL°daß Italien bisher^ brittsch? Komjuung soll h-nte in Kraft treten. Gestern blieben

Zusammenhang mit dem Baterlande.

H. Sdiäfer, Beigeordneter in Köln.

Da di- Bewohne- be# befehte» Rtzci»ka»deS ftiindta den» franzöfisch«» W-rben um Abtren- nun« vorn dcntschen Baterlande anSaefeht find, ift Me nachstehende Darstellung beachtenswert, die den wirtschakNichen Zusammenhang zeigt.

Kartoffeln und Brotgetreide.

Wie schon erwähnt, beziehen wir acht bis neu« Zehntel unseres Bedarfs an Kartoffeln -ms dem unbesetzten Gebiet. Im ^alle einer Abtren­nung vom Mutterlrnde wurde die Kmtoftelver- soraung im Rheinlonde genau so gefährdet sem, wie sie trotz reichsdeutscher Anstrengungen im Saarrevier gefährdet ist. Wir würden kon­tingentiert und boykottiert werden, letzteres aus der Besorgnis heraus, die nach dem abgetrennten Rheinland verladenen Kartoffeln könnten nach dem Ausland verschoben werden. Was di« Versorgung mit Brotgetreide an­belangt, so ist folgendes zu sagen: Die das übrige Deutschland, so wird auch das Abc:nland von der Reichsgetreidestelle mit Brotmehl. bezw. Brotgetteide versorgt. Dadurch, daß die Reichs- getreidestelle einen Mischpreis errechnet, d. h. Auslands- und Jnlandsgetreide Zusammen kal­kuliert und einen mittleren Preis herausstellt, ergibt sich insbesondere fitr das Rheinland ein nicht zu unterschätzender Vorter.. Waren wir Rheinländer auf unser eignes Getreide anqevie- sen, so müßten wir eine viel größere Menge von Auslaussgetceide hereinnehmen, wodurch uch d-r Brotprris wesentlich erhöhen wurde. Over glaubt man, im Falle einer Lostrennung erbost- ten wir Zuschüsse zur Brotversorgung? Oder daß uns Rheinländern das amcritamiche Ge­treide billiger verkairst würde wie der rcichsdeiit- schen Getreidestelle? Im übrigen sei darauf h.n- q-wicsen, daß den rheinischen Landwirten vom Reich ein um 400 Mark höherer Preis pro Ton- ne Umlagegetreide bezahlt wird Wie den-ano- wirten im unbesetzten Gebiet. Die Meh. - preise dagegen sind für alle deutschen Kom­munalverbände die gleichen. ~te Browrforgimg ganz und gar auf sich stellen, würde eine Katastrophe von ungeahntem maß bedeuten. Run könnte es den Anschein ha­ben, als ob das Rheinland rn der Kohhnv.rw- gnng so dastehe, daß es aus dre Hilfe des Mutter-

Di- erste Tat des Kabinetts Mussolini soll (Pnvat.Telegrmum.s

der Erlaß einer Regierungserklärung sein über! Berlin, 1. R

6E W B .^.-1 Der Bezirksverband Berlin und der Reichs-

mit de«!verband der Deutschen Presse spricht sein 23c»

Seine Fleischnahrung bezieht das Rhein­land aus den mittel- und norddeuiichen, zum Teil auch aus den süddeutschen Werdegebreten. Der Anteil Dänemarks und anderer Auslands­staaten an der Einfuhr von Frischfleisch ist ge­ring. Dasselbe gilt von der Fettnahrung, wenn wir vom amerikanischen Schmalz und der Margarine absehen, wobei zu beachten ist, daß die aus den rheinischen Margarinefabriken stammende Margarine zum Teil aus RMtossen heraestellt wird, die ans dem unbesetzten Deutsch­land bezogen werden müssen. Unsere Butter erhalten wir zum weitaus größten, Teil aus Norddeutschland, ebenso unsere Er er Aus den westlichen Grenzländern rst, nut Ausnahme von Holland, nichts zu erwarten. Dagegen sind Dänemark, Rußland und das genannte

Holland bei Rückkehr normaler Wirtschastsver- hältnisse sehr wohl in der Lage, uns mtt ihren Ueberschüssen an die Hand zu gehen. Bekannt ist auch, daß unser hoher Schweinebestand im Frieden auf der billigen russischen Gerste ba­sierte. Bezüglich der Zuckerversorguna sind wir gleichfalls auf das unbesetzte Deutsch­land angewiesen. Ganz offenbar wird die Un­löslichkeit rheinischer und reichsdeutscher Ernah- ruiigspolitik durch die wirtschaftlichen Bedingun­gen im Verkehr mit

Bevorzugung der Polen.

kennt jedoch aiibererfelts durchaus nicht, dntj Frcnide Willkür in Danztg.

alle diese Fragen sekundär sind, solange nicht die (Eigene Drahtmeldung.fi

Stabilisierung der Mark gelungen ist. Es heißt Danzig, 1. Novein -

auch, daß die Reparationskommisfion zunächst Der Alliierten - Kommissar, General Haking, energisch protestieren wird dagegen, daß war von der Danziger Regierung angerufen den deutschen Reedern neuerdings erhebliche worden, um die Rechte des Hafenausschusses hm- Zahlungen geleistet worden sind. Die Repara- sichtlich der Verpachtung von Haftngelnude

der Rätediktattir liebäugelnde Radikalismus au, der anderen Seite zu einer Reaktton, die sich schnell in die Tat umsetzte und ihr ursprüngliches Programm .Abwehr, der WtvaW zur. München, 1. RoveMber. I

e^eitene^und''dann auchaufbk auswärtige Die Koalitionsparteien des Landtages haben Politik auSdehnie. dieafttoer" gestaltet werden I (?t.^£rn für den neuen Ministerpräsidenten die sollte. Das gewaltsame Vorgehen der FaszistenIForderung aufgestellt, daß die an ^ÄÄ^wnZÄhien in Zukunft vor jeder Zustimmung bm Halten werden. Bayerns zu wichtigen Berliner Regierungevor»

Tie umstürzlerische Bewegung vermochten I fragen, wie es die Weiterbelaffuna Eberts im weder die in Revisionisten, Maximalisten und I »ewesen fei, gehört werden müssen. Lachen Patttten^en^Mie Popolari Die Koalttionsparteien könnten auch jetzt die und'die Demokraten sind, ernstlichen Widerstand Rechtsgültigkeit der Relchspräsidentschaft Eberts entgegenzusetzen, und jetzt hat der Parlamenia- |für Bayern nicht anerkennen. Infolge dieses risnrus, der bisher in Italien herricyte, enogu-1-Flusses hot Staatsrat Meyer es abge- Neuwahlen abhängen, ob und wie füh aus bei I schäft zu übernehmen.

Faszistenanarchse wieder geordnete Zustande zu k entwickeln vermögen. Jedenfalls durste der

Sieg der Faszisten auch auf dre äußere Po­litik von Einfluß sein; denn sie fordern ,n ihrem neuen Programm unter anbciem ^viey- nung aller Vertrag e mit Südslavien, soweit Fiume und die dalmatinische Küste in Dettachr kommen, ferner die Angliedening des Dodeka-

düng eines grofieren verles Der deui > ryen >

promiß-Politik dem französischen ^Ewneu-.nun in Breslau zum^"hgff^und Wein- Terrorismus gegenüber gestürzt hate-so muß ordnung alle G ast w n'od,mittong bis 7 Uhr leider mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß hause r von a uh^eichzeitig. fand eine der Sieg des Faizrsmus unter Umstailden auchlavenvs g i m ' bic in etner Ent- eine Erschwerung der gerade letzt "i dieWege Proi sto ' wonach den Gastwitten nichts geleiteten Versuche auf Lozung des sihließung endctt, w^ a((e Lokale zu schlie-

Problems Mit sich br^ikonnte. Dr. k. §^^0bechdewftim^tg Falrlstenherrschaft in Statten. wb04aSuÄönttltÄ

Das neue Kabinett in Tätigkeit. I

(Eigene Drahtmeldung.) Was ist Landesverrat?

Mailand, 1. November. I Die Presse zum Fechenbach-Prozetz.

uneingeschränkter Rechtsgrundsatz aufgestellt wer­den sollte, was nach den bisherigen Berichten in Tt* in aewlssem Sinne I- . der Urteilbesprechung in folgenden Worten «ls-

zu bewähren'.'" Obwohl sich im Faszismus von I« hiesigen gut »nsorm.erten pontrfchen gefptodien sein soll:Veröffentlichung über ge- vornherein starke republikanische RelMtu- stn vertritt man den Standvuntt, daß die 3«Leimc Waffenlagcr und bewaffnete Organisatio- gen bemekbar machten, ist die Bewegung do» i ftru?Hon bie Batthou auf seine Mise nach Ber-1 uen ina)ter bann aIS Landesverrat anzu- bisher überwi^end '1^ 1 «e -e-1(jn ^itgegeben wurde, prinzipiell eine Zuftim- . - wenn ausdrücklich gesagt oder auch nur

absolut,^wemr^r unfern Willen "tut/ So hat mung Frankreichs zum Moratorium vorsieht.L $ Stillschweigen der Anschein erweckt wird, Mussolini in Udine verkündet, daß die Mo- unter der Bedingung, daß die EinzelheitenL cjne Regieruna diese Dinge begünstigt." narckie bestehen bleiben darf, vorausgesetzt. Moratoriums mrf der Brüsseler Konferenz Michsverband der Deutschen Presse dsiß sie M "icht gegen uns wendet. Bon ^'cr bcf))lMen werden sollen und daß von deutscher ~ fdjlcimiee Aufklärung über diesen Einfluß in Italien nicht größer ist als anderswo Seite hinreichende Pfänder für die gestünde- ^unIt| um b;r gesetzmäßigen journalistischen Be- ber eines Präsidenten, freundwillig Gebrauch, ten Reparationszahlungen gegeben werden. Z» richterstattung die nötige Sicherheit zu geben, und er war vorsichtig genug, sich schnell auf denISicherheiten soll in erster Linie die Ein-

neuen Machtfaktor einzustellen, als er sich wet- . Eisenbahn, Post und Tele-

aerte, das ihm von Kabinett de Faeta vorg^egte n"ume ...

Dekret betreffend die Verhängung des Bela­gerungszustandes zu nntezeichnen, sodaß es nur zwei Stunden bestanden hat. Wie erklärt sia der schnelle Siea des Faszrsnms, obwohl dieser von den 565 Abgeordneten des ttallem- schen Parlaments nur wenig mehr als 20 zu seinen Anhängern zählt? . . !

Der Friedensschlluß hat Italien zwar einige äußere Erfolge und die Erfüllung ernes Teiles _ ... . . .

seiner Jrredentabestrebungen gebracht, aber iu. »-^Mission hält diese Ausgaben für unnö- und Hafengebäude festzulegen. Die Entscheidung Jugoslawien ein neuer, von den Miietten vro-Le ;grzlich durch die deutsche Presse gegangen Fall, daß ein Kaufmann »der eine F.rma von tettionierter Konkurrent erstanden rst- Daw »ach denen Stinnes erNätt haben soll, daß anerkannter polnischer Staatsangehörigkeit kam die ungünstige fnaujteile tage überflüssig halte, wenn Deutschland mit einem Kaufmann oder einer Firma mit an-

82Ä A5»««««».«»

eine starke Unzufriedenheit und Gärung ,m Wettbewerb wegen der Pachtt.ng von Ergentt m

Lande hervorgerufen, so führte der rücksichtslos I des .Hafenausschusses tritt und beide gleichwertig

in alle Wirtschastsfunttionen eingrersende, w'tKgblNettSkNseINBaUkrN.Ials Pächter sind, soll dem Bewerber polni- r.-^,.aelnde Radlka..Imus ' 'scher Staatsangehörigkeit der Vorzug gege-

ben werden. Der Danziger Senat will sich mit

Klien unter der Zchisten-Regierung.

Das Rheinland

Politische Umwälzung in Italien.

Mit höchster Spannung verfolgt die Welt die Nachrichten, die aus Rom und der Appenuuicheu Halbinsel kommen. Eine teilweise Revolution hat sich auf dem an historischen, denkwürdigen Ereignissen reichen Boden zugetragen. Das, was dott unter Mussolinis Führung geschieht, ist eine Realtion auf die Verflachilng des ita­lienischen Parlamentarismus. Die Faszisten haben einen schnellen und verhältnismäßig un­blutigen Sieg erfochten, und Mussolini, der ehemalige Sozialist und Redakteur desAvant'. , der sich bet Kriegsausbruch vom Saulus zum Paulus, vom Pazisisten zum extremen Chauvi-

am 3."'Dktober^in Udine"eÄenen ProklEation Bx"ch^gten" Staaten von Amerika und Abhal-!dauern darüber aus, daß das Münchner Bolks- die Auflösung der Kammer ein neues Wal^e- Siegesfeier am 4. November. - gericht es abgelehnt hat, im Prozeß »egen Fe-

U. .«ZS SWÄ&S Me bettchtet wird, sind die Faszisten am chenbach und Genossen journalistische Lette, da glaubten noch die wenigsten, daß dielM^tag Abend auch in Venedig eingerückt.ISachverständ ige zuzuziel-eu. Die Faszisten ihre Forderungen durchsetzen würden. I $.e die Amtsentsetzung des Präfetten llistische Bettchterstattung ist so schwierig und birgt

Jetzt aiber haben sie auf der ganzen Lin» ge- «nd ein Aktionskomitee ge- soviel Probleme in sich, daß es für Nichtjourna-

siegt, und ihr Marsch abildet das seinen Sitz im Dogenpalast aufge- listen ohne sachverständiges Gutachten gar nicht

Sie und auch die Versuche sowohl des gret-V^ BSof iften angeschloffen. 1----- - """ ßttu"htonE

sen Giolitti wie Salandras, ein Komprounfi-1 iVUi31

iabinett zu bilden, jicheitetten. Unter diesen Um-I ständen sah der in Rom eingeschlossene König« die Vorsicht alZ der Tapferkeit besseren Teil au ymölld zDcryiuliyclI. , .ta

und übertrug, indem er aus der Not eine iBedingungen för Zahlungsaufschub.lerftnttcrarbeit ansehen, wenn wrrNtch ms gend machte, dem Rebellenführer Mussolini diel J 1 Iankoeltellt wer-

KablnettsHildung, um auf diese Weise den be-