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12. Jahrgang

Freitag, 27. Oktober 1922

Fernsprecher 951 und 952

Nummer 252.

Fernsprecher 951 und 952

verslum über Deutschlands ZmanM

ausschlaggebende Rolle spielen.

SS.

Berliner ginanafonfmnä

Lloyd George hielt gestern seine erste

Wahlrede, in der er erklärte, man muffe nichts versuchen, Deutschland irgend eine Zahlung auf-

Hohe Kosten der Wahlen.

Ware« zu erzeugen, die de« franzSstschen Ge chädigten geliefert werden sollen.

Lle Staffelet äieuefien Nachrichten erscheine» wöchentlich sechsmal und paar a b «ab 8. Der Abonnemenltpret» betrügt monatlich 130. Mark bei freier Zustellung t»S Haus, in her SeschäftSstelle abgeholt 115. Mark monatlich. Auswärts durch bte Post bezogen MO. Mark mouatüch -tuscht Zustellung. Bestellungen werden jederzeti entgegengenommen. Druckerei, «erlag und Redaktion. Schlachthofstraße 28/30. Für mwerlang: etngesandte Beiträge lann die Redaktion eine Berantwortung oder Gewähr in keinem Fall« übernehmen. Rückzahlung deS BezugSgeldeS oder «ufxrüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.

Die Münchner TeuerungsdenkfHrlft.

München, 26. Oktober. (Privattelegramm.) Daß die von der bayrische« Regierung an die ReichSregicrung gerichtete Teuerungs- denkschrist in den Reihen der Bayrischen Bolkspartei zum Teil auf Widerstand stößt, geht aus einer Erklärung des Wirtschafts- beirats der Bayrischen Bolkspartei hervor, die besagt, daß die Vorschläge der Denkschrift zu einem gewaltsam organisierten Eingriff in die Produktion führen müßten. Der Fraktions- führet der Bayrischen Bolkspartei, Abg. Held, erklärte in einer Rede, daß derartige Vorschläge einer Herausreißung unserer eigenen Wirtschaft aus der Weltwirtschaft nnd damit den Staats­sozialismus bedeuten würde. Eine solche Wirt­schaft fei unmöglich. DaS Organ des genannten Parteiführers spricht von unerfüllbaren Dor­schlägen, die eine gefährliche Utopie wären.

zeigt uns, daß eS jetzt nur noch eines für uns geben kann: Selbst die Zügel in die Hand zu nehmen und sie darin zu behalten, daß wir aus eigener Entschlußkraft und freiwillig noch einmal den letzten Versuch machen, die Dinge in unserem Sinne zu wenden! Das Wohl des ganzen deutschen Volkes, der ganzen beut« chen Nation stehen auf dem Spiele. Bei der Entscheidung über eine solche Schicksalsfrage dürfen nie und nimmer politische Schönheits- chler oder parteitaktische Bedenklichkeiten eine

schaffen, wie die Kohlenförderung von zwei Mo« naten im Jahre 1913 oder zweieinhalb Monaten im Jahre 1922 allein im Ruhrbecken betragt. Ganze Schläge, die zu Graben- und Schwellen­holz aufgearbeitet waren, sind in den Ofen ge­wandert. Der Brennstoffmangel kann nur durch verstärkte Kohlenförderung behoben werden/ Nach der .Holzwelt" (Berlin), die über di: Diebische Schrift berichtet, können die Schlußfol­gerungen des Verfassers dabin zusammengelatzt werden: Selbstverständlich muß der Brennstoff­bedarf aller Kreise, einerlei ob Industrie, Land­wirtschaft oder Haushalt, gedeckt werden. Es fragt sich nur, ob vorteilhafter durch fossile Brennstoffe (Koble) oder durch Brennholz. Die Holzerzeugung Deutschlands ist begrenzt. Der Holzeinschlag laßt sich ohne

Schädigung der kommenden Generation nicht nach Belieben steigern, sondern höchstens vorübergehend einmal verstärken, wenn zugleich die Aussicht besteht, daß nicht viel später wie­der eine Zeit kommt, in der Einsparungen ge­macht werden können, sei es durch erhöhte Holz- einfuhr, fei es durch vermehrtes Angebot von fossilen Brennstoffen. Diese Zeit aber wird und mutz kommen! Unser Geldwert wird sich wie­der einmal beben, und die Reparationskohlenlie­ferungen werden einmal anfhören. Anderer­seits stehen uns so viele foMe Brennstoffe (aus­gedehnte Stein- und Braunkohlenfel­der, daneben aber auch unermeßlich große Torflager) zur Verfügung, daß wir deren Ausbeute von Jahr zu Jahr verstärken können, wenn wir nur wollen, d. h. wenn jeder Be­rufen- das ihm Zufallende tut. Den Luxus aber, daß wir den deuffchcn Lrstzertrag ein­schließlich Nutzbolz in den Ofen stecken und dann v.tT Aufrechterhaltung der Kohlenförderung 5-olz aus dem Ausland« beziehen, können und dürfen wir uns nicht erlauben, wett dieser Weg allein ohne die übrigen Wirkungen des Versailler Vertrages den Ruin unserer Ge-

gafetttoeSpretfe: a) Einheimische Safttage: Die einspaltige riazeigenzette M. 10., bte etafpatttge Reklame-eil« M. 30.. b) Auswärtige Aufträge: Die etnspaWge Anzeigenzeile M. 10., bte einspaltig- Reklame,eile M. 30., alle» einschließlich TeuermizSznschlag und Anzeigrnfieuer. Für Antigen mit besonders schwierigem Satz hanbert Prozent Ausschlag. Für bte Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Snjetgen, sowie für Ausnahme- baten unb Plätze kann eine Bewähr nicht übernommen werben, Druckerei: schlacht- Hofstrabe 33/30. Geschäftsstelle: kölnische Straße 5. Telephon Nummer 951 unb 952.

zuerlegen, die seine Leistungsfähigkeit übersteigt, dagegen müsse Deutschland alles bezahlen, was innerhalb feiner Leistungsfähigkeit liegt. Bor den Kandidaten der Liberalen gab Lloyd George wichtige Erklärungen über feine innen- und außenpo^'t Ischen Ansichten, wobei er unter anderem Welche Regie­rung auch immer fein möge, niemals dürfen wir parteiliche Opposition treiben. Es geht nicht an, in Nörgelei und Kritisieren zu verharre«, son- bern wir müssen redlich handeln. Lloyd George fügte diesen Worten hinzu, er werde eine Partei oder Regierung unterstützen, die eine Friedens­politik verfolgen wolle, wie überhaupt jede Po­litik des ständigen Forffchritts.

Fremdherrschaft.

Fetzt ist die Stunde gekommen, in der, unbe­kümmert um politische oder gar parteitaktische Rücksichten ein politiffreies wirtschaftliches Schaffen und Wirken in die Tat unbesetzt wer­den muß. Die Stunde ist zu ernst und zu schwer, als daß wir uns heute noch über irgend­welche parteidogmattsche Formeln die Kövfe zerbrechen sollten . Nur ein Zufammenfassen aller Kräfte zum Zwecke einer freiwilligen Mehrarbeit kann uns beute noch helfen. Das Prinzip des Achfftundentages wollen wir gewiß nicht antasten. Aber eine Roi - ftandszeit verlangt Notstandsmaßnahmen, und die Not steht dem deutschen Volke beute in feiner Gesamtheit bis zur Kehle. Arbeiten und gemeinschaftliches Arbeiten mit dem Ziele der Erhöhung der Produktton ist die Losung der Stunde. Für eine Uebergangszeit muß unter Wahrung des Prinzips, dessen vervollkommnete Verwirklichung wir uns in schöneren Zeiten leisten können .das ganze deutsche Volk in all seinen Schichten zu freiwilligem Mehrschaffen sich zusammenfinden. Und das ist nur möglich, wenn, ganz losgelöst von polittschen oder par­teitaktischen Erwägungen, diese Dinge nur von dem einen und einzigen Gesichtspunkt aus be­trachtet werden: Wie retten wir unser Volk vor dem Hungert ode!

In demselben Augenblick, in dem die deutsche Reichsregierunq einen enffcheidenden Schritt ge­tan bat, um die Mark zu stützen, zeigte sich die geaenteilige Wirkung. In abgründige Tiefe ist erneut die Mark geschleudert worden. Sie blich darin, obwohl wir gegenwärtig im Stadium eines Moratoriums, einer Atempause, uns be- ffnden, in welchem wir int großen und ganzen von Barzablunaen befreit sind. Und diese Lage hat sich auch nicht geändert, als der unter den ob­waltenden Verhältnissen doch auch nicht uner­heblich ins Gewicht fallende Enffchlutz der Al­liierten bekannt wurde, auf die deutschen Aus­gleichszahlungen bis zum Juni nächsten Jahres zu verzichten. Wie aber unsere Wirtschaftslage von heute sich an sicht, sind wir nicht nur nicht imstande, bare Zahlungen zu leisten, sondern auch das ganze System der Sachlie­fe r u n a e n ist gefährdet. Hört man doch schon, daß selbst das so wichtige nnd werwolle Stin- nes-Lttbersae-Abkoimnen, von dessen Abschluß man sich ebenfalls eine erhebliche Wirkung auf den Markstand versprochen hatte und wovon man abermals stark enttänscht wurde, in Gefahr ist, weil bei der gegenwärtigen Marklage eine Durchführung bei dort übernommenen Ver­pflichtungen für die beteiligten Konzerne un­möglich erscheint. .

In Frankreich regen sich bedenkliche Stim­men. die da geltend machen, daß man nun von französischer Seite aus alles getan habe, um Deutschlmch instand zu setzen, seine Mark zu bessern, unb daß nunmehr eine unerbittliche Finanzkontrolle mit noch schlimmeren Maßnahmen ins Werk zu setzen sei. Alles das

folgen des Marsstmzes.

Schwierigkeiten der Lachleistungen.

(Eigener Trahtberrcht.)

Paris, 26. Oktober.

DerTemps" veröffentlicht eine Erklärung, worin gesagt wird, daß man infolge der Der - ckslechterung des Mark!urses befürch­ten «, daß die Sachleistungen in Ge­ll h r kommen. Man habe jedoch festgestellt, daß die deutschen Großbanken bereit seien, die Pro­duktion der deutschen Güter zu finanzieren, die Är die Sachleistungen notwendig sind. Auf diese Weise werde es den deutschen Industriellen er­möglicht, den großen Schwierigkeiten in­folge des dauernden Markfturzes aus dem Wege zu gehen. In diesem Zusammenhang werde auch die Frage der Kohleuliefe- rung au die deutsche Industrie aufgerollt wer­den. Die französische Regierung soll bereit fein, zuzustimmen, daß eine gewisse Menge Kohle«, die Deutschland an Frankreich zu liestrn hat, de« deutsche« Industrielle« zur Verfügung gestellt werden, damit sie in der Lage find, die

Kohle oder Holz?

Hebers Grubenholz zur Kohle.

ES erscheint notwendig, daranf awfmeül- fam ,u machen, daß rein Grubenholz als Brennholz verbraucht werden soll. Ueber den Wert de» Gruben Holze« wird »ns das Nachfolgende geschrieben, Die Kohlenlieferungen an die Entente, die stete Erhöhung der Kohlenpreise, die dem Ver­braucher unerschwinglich hoch erscheinenden Frachtkosten für fossile Brennstoffe und die Koh. lenzwangswirffchast haben einen Teil der Ver­braucher, vor allem die ländliche Bevölkerung, einen Teil der Industrie und auch Städte auf das Brennholz hingewiesen. Die Nach­frage nach Brennholz ist daher in den letzten Jahren stürmisch gestiegen. Das führte dazu, das Nutzholz, namentlich auch zu Grnbenzwecken tauglick>es Holz, als Brennholz verbraucht wur­de. Nun ist aber das Grubenholz für die Koh­lenförderung und damit für die Gesamtwirt- schaft von größter Bedeutung, eine Tatsache, die leider in weiten Kreisen nicht genügend bekannt ist. Daher erscheint eine Aufklärungsschrift des Oberförsters a. D- E. Diehl-Essen zeitgemäß, in der die Grubenholzfrage als eine Frage bei deutschen Wirtschaft beleuchtet wird. Ter Gesamtholzverbrauch der deutschen Bergbaube­triebe wird im Jahre 1923 voraussichtlich wieder ebensoviel betragen wie vor dem Kriege, wäh­rend sich infolge der Abtretungen auf Grund deS Friedensvertrages die

Waldfläche um zehn v. H. vermindert hat. Wenn man gleichzeitig noch in Erwägung zieht, daß Deutschland stets ein Holzeinfuhrland war und daß die Holzeinfuh-r infolge der poli- titoen und Vlutaverhältnisse nahezu ganz auf­gehört hat, so begreift man leicht, daß Man­gel an Nutzholz und damit auch an Gruben­holz herrscht. Diehl berechnet, daß die Wärmen einheit des Kiefernholzes das 6,«fache von der der Ruhrkohle kostet. Häufig verschiebt sich das Verhältnis noch zu Ungunsten des Holzes, denn das Holz wird zumeist in Oefen verbrannt, die auf Kohlenfeuerung eingestellt sind. Aehnliib liegen die Verhältnisse zwischen Holz und Braunkohle. Wenn man Diehls Feststellungen wirtschaftlich auswertet, so ergibt sich, daß man mit einem Kubikmeter zu Grubenzwecken taug­lichen Kiefernholzes durchschnittlich dreißig Ton­nen Ruhrkohle oder fünfundvierzig Tonnen schlesische Kohlen oder mindestens hundert Ton­nen Braunkohle fördern kann; eS könnte also bei Ruhrkohle das Zwanzigfache des Ver- kanfswcrtS und das Einhundertvierundzwanzig- fache an Wärmeeinheiten gewonnen, b. h. mehr erzeugt werden. Der Holzhandelsausschuß des Roichsforstwirffchaftsrates, einer Körpereschast. die über die Leistungsfähigkeit des deuffchen Waldes wohl am besten v.nterridrtet ist, hat fest- aestellt: "Wenn der gesamte Jahreseimchlag an Rutz- und Brennholz des ganzen deutschen Wal­des verfeuert würde, so würde das

noch nicht so viel Heizwerte

Selbsthilfe ist nötig.

Unsere wirtschaftliche Lage.

Obwohl die Kurse an den Börsen bedeutend gestiegen sind, stehen die Aktien auch heute noch in keinem Verhältnis znm Dollarstande. Die Papiere sind zum größten Teil immer noch un­terbewertet. Ausländische Anffäufer können für ein paar Dollars sich diefditoerften" deutschen Industriepapiere beschaffen. Aber immer noch gibt die Bewertung der Effekten einen besse­ren Anhaltspunkt für die Beurteilung un­serer Wirtschaftslage ab, als der Dollarstano. Es ist allerdings unser Verhängnis, daß um den Tollarkurs sich heute unser Sinnen und Trach­ten und unser wirtschaftliches Handeln dreht. Aber daß die Effekten nicht dem Dollarkurse ent­sprechend sich angepaßt haben, liegt einfach da­durch begründet, daß dieser Dollarkurs den tat­sächlichen wirtschaftlichen Verhältnissen in Deutschland, der Prodnktivkraft der deutschen Wirtschaft und ihrer Grundlage nicht gerecht wird.

Nun ist Gefahr im Verzüge. Wir stehen heute bezüglich unserer Wirtschaftspolitik an einer entscheidenden Wendung. Auf eine kurze Formel gebracht, handelt es sich jetzt darum, ob wir in Passivität weiter verharren und bte Zügel weiter schleifen lassen sollen, ober ob wir uns zu einer entschlossenen, zu einer ak­tiven Wirtschafts- unb Währungs­politik aufzuschwingen noch imftanbe sind. Die Wahl kann nicht schwer sein, und kein Opfer dürste als groß genug angesehen werden, um uns für die zweite Losung zu entscheiden. Die erste bringt uns völligen Verfall der Wirtschaft und der Währung, führt uns' zu entsetzlichen Teuerungen und zu einem Hungerelend, von dessen Ausmaß wir uns heute noch gar keine Vorstellung machen können. Zu sozialen und politischen Rückwirkungen, die wiederum not- ivcnbtgertveife revolutionäre Tendenz hätten, und, was das wichtigste ist, zu finanzieller

Q£u<lär6i?<®e Sachverstfinvige.

Berlin, 26. Oktober. (Privattelegramm.) Die bevorstehenden Beratungen der Reichsreaierung mit ausländischen Fiuauzsachvcr. ständigen weiden sich voraussichtlich in bei Fonn abfpielen, daß die Reichsregienmg die An­sichten der Herren einzeln anhört und dann eine allgemeine Finanzkonferenz der deuffchen und der ausländischen Sachverständigen, sowie der deut­schen Regierungsvertreter anberaumen «ffrd.

London, 26. Oktober (Eigene D iaht Mel­dung.) DieDaily Mail" schreibt, daß die eng­lische Arbeiterpartei die davon sprach, daß sic vierhundert Sitze in ver neuen Kammer erhoffe, in Wirklichkeit burd) die Einschränkung der Geldmittel am Wahlkampf behindert sein dürfte. Der politische Fonds des Grubenarbet- terverbaudcs, der als dal? eigentliche Waylkapi- tal der Partei angesehen werden kann, ist durch die industriellen Unruhen der letzten Zett stark eingeschrinnpst. Ebenso fehlt eS unab­hängigen Arbeiterpartei an Geld und sie >umt einen Zuschuß von 5000 Pfund zum Wahlfonds.

Reichsfinanzminister Dr. Hermes kehrt heute oder morgen aus Kissingen nach Berlin zurück.

Llm dieDevisenverorömmg.

Versuche zur Festigung der Mark.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 26. Oktober.

Gestern nachmittag versammelten sich die Staatssekretäre der Reichsministerien, um noch einmal gemeinsam und grundsätzlich zur Devi­senordnung Stellung zu nehmen. Danach ver- Tfanbetien unter dem Vorsitz des Reichskanz­lers eine Reihe hervorragender Berliner Banksachlcute, unter ihnen der Reichsbauk- prästdent Havenstein und die Herren Dr. von Stanß von der Deutschen Bank und Nrbig von der Diskoutogesellschast, über den gleichen Gegen­stand. Am Abend fand noch eine Sitzung des Reichskabinetts statt, um die Ergebnisse der bei­den Konferenzen zu erörtern. Die weitere Be­sprechung zwischen der Regierung unb den Par­teiführern wird erst heute stattfinden. Inzwischen sind bereits einige der hervorragendsten aus­ländischen Finanzsachverständigen, und zwar die Herren Professor Keynes, Professor Cassel- Stockholm und der Präsident der Bank von Hol­land, Vissering, zu einer Konferenz über die Frage der Markstabilisiernng von der Reichs­regierung eingeladen, in Berlin eingetroffen.

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Die Einladungen.

Berlin, 26. Oktober. (Privattelegiamm.) Es stebt noch nicht endgültig fest, ob alle die in einer halbamtlichen Mitteilung genannten aus­ländischen Persönlichkeiten der Einladung der deutschen Regierung, sich an einer Konferenz über bie Möglichkeit der Stabilisierung der Mark zu beteiligen, Folge leisten werden.

Anaunehmbar: Forderungen?

lPrivat-Telearamm.)

Berlin, 26. Oktober.

Die Reparationskommifston wird am Sonntag nach Berlin kommen und von Darthou geleitet werden. In englischen Kreisen nimmt man an, daß die Kvmission in objektiver Form von der deuffchen Regiermig bestimmte finanzielle M a tz- nahmen verlangen wird. Sollte die deuffche Regierung diese Forderungen ablehnen, so werde abermals die Frag: nach einem a b - sichtlichen Verschulden Deutschlands ge­stellt werden, deren Bejahung bann zur An­nahme der französischen Vorschläge hinsichtlich einer Finanzkontrolle der Alliierten füh­ren werde. Hiernach Tann kein Zweifel mehr be­stehen, daß eS sich bei der Berliner Reife nur darum handelt, dem englischen Delegierten Brad- bury den Rückzug von seinem bisherigen Stand- pnntt zu erleichtern, in dem an die deutsche Re­gierung Fordcrimgen gestellt werde«, die von vornherein alö unannehmbar (!) betrachtet werden können.

Wiederaufbgu-Vertrage.

Material und Arbeiter für Frankreich.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 26. Oktober.

Zinn Abschluß des Lieferungsvertrages zwi­schen demVerband sozialer Baubetrieb» Deutschlands" und demfraxz ösischeu Aktionskomitee für die zerstörten Gebie­te" wird noch bekannt, dass das Abkommen her Zustimmung der frangöfifdxn Regierung bedarf. Diese Zustimmung steht nodi aus. Ter Unter­schied zwischen dem jetzigen Abkommen und dem Stinnes-Lubersae-Bbkommcn liegt darin, baß ber Berbanb sozialer Baubetriebe außer Mate­riallieferungen auch deutsche ArbcitSkrSste zur Verfügung stellen mich. Zn diesem Zwecke ist beabsichtigt, deutsche Arbeiter in bie zer­störten französischen Gebiete zu entfenben. Das Abkommen bildet im Augenblick lediglich einen Rahmenvertrag, zu dessen Durchführung der Abschluß von EinzelvertrSgcn zwischen franzöfi- schen Bestellern und deutschen Lieferanten not­wendig ist und bald erfolgen soll.

Wahlkampf in England.

Lloyd George als Paeteimann. (Eigener Drah'bericht.

London, 26. Oktober.

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