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Mittwoch, 25. Oktober 1922.
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12. Jahrgang.
Die Emäheungs- und Valutanot.
Des Hebels Wurzel.
Ei« neutrales Urteil.
Es gibt wohl nichts, Worüber soviel geschrieben, gestritten, geredet, gemutmaßt und prophezeit wird, Wie über die Entwicklung und den Niedergang und die drohende Katastrophe in Mitteleuropa. Ebenso eifrig Wird nach der Schuld, nach dem Schuldigen an dieser Entwicklung geforscht. Es kann nicht wundemeh- men, daß die Entente sich müht, Deutschland wie für die Schuld des Krieges, so auch für die Schuld an den Folgen dieses „Friedens" verantwortlich zu machen. Die englische Presse liebt es, die Zerrüttung der Mark und die daraus folgende Zerrüttung der deutschen Wirtschaft auf das Konto der verfehlten B u d - aetpolitik und Inflation zu setzen. Frankreich macht sich die Sache noch leichter und beschuldigt die deutsche Regierung, sie führe mit Absicht einen Bankerott herbei, um sich den Reparationsverpflichtungen zu entziehen. Die eigenen Völker glauben an diese Beschuldigungen nicht mehr. Am wenigsten die Neutralen, die sich den Blick für Ursache und Wirkung freier hallen konnten, die sich nicht in der Zwangslage befinden, vor dem eigenen Volke die Kriegs- und Friedenspolitik zu rechtfertigen. Die Wirtschaftler und Politiker der Neutralen gehen auch schärfer an die Grundwurzel des Uebels heran und ziehen auch rücksichtsloser die Konsequenz aus den sich entwit- kelnden Zuständen.
Der bekannte holländische Volkswirtschastler Prof. Dr. E. A. Verrijn Stuart, Groningen, hat eine Untersuchung angestelll, deren Resultat, so fürchterlich es auch für uns ist, dem deutschen
Volke nicht vorenthalten werden darf. Verrijn Stuart sieht Europa auf dem Wege zu einer Katastrophe von ungeheurem Umfang, wie sie die Wirtschaftsgeschichte der letzten Jahrhunderte nicht gekannt hat. Die ttefere Ursache des verzweifelten Zustandes, in dem sich Deutschland befindet, sieht er nicht so sehr in der Unmöglichkeit, das Budget auszugleichen, die Jnslatton zu verhindern. Er sieht sie auch nicht ausschließlich in der Entschädigungsver- pflichtung des Versailler Vertrages. Er sieht sie vielmehr in dem weiteren, in dem Gesamt- inhalt dieses Zwangsaktes. Die Grund- urfac^e des ganzen Niederganges ist nach seiner Meinung darin zu suchen, daß dem amputierten Deutschland die Möglichkeit genommen ist, seine über sechzig Millionen zählende Bevölkerung zu ernähren und zu erhalten. Die ihrem Höhepunkt zustrebende Krise erhellt di« Bedeutung der entsetzlichen Wahrheit, die in den Worten Clemencaus liegt: „Es gibt in Deutschland zwanzig Millionen Menschen zuviel."
Deutschland konnte vor dem Kriege seine Bevölkerung, die dank der industriellen Entwicklung von einundvierzig Millionen 1871 aus achtundsechzig Millionen 1914 stieg, nicht ernähren. Es kaufte mit den Produkten seiner Industrie das Fehlende im Auslande, woher es außerdem einen beträchtlichen Teil der Grundstoffe für die Industrie kommen ließ. Durch den Weltkrieg und sein Ergebnis eine vollständige fundamentale Aenderung i: diesem Zustande eingetreten: eine gewaltige Verminderung des Kapitalvorrates, der Verlust von Millionen Menschen im produktivsten Alter. Dadurch ist das Produktionsvermögen ganz erheblich zurückgegangen. Deutschland hat außerdem sein im Ausland angelegtes Kapital verloren, ebenso die Kolonien: sein Produktionsvermögen ist durch den Verlust Elsaß-Lothringens und des Saargebiets, eines großen Teiles von Oberschlesien außerordenttich verringert. Posen und Westpreußen konnten ftüher an das übrige Deutschland Lebensmittel abgeben; dieser Ausfall muß heut« im Ausland aufgetrieben werden. Professor Kevnes berechnet, daß sich das deutsche Volk mit fünfundfünfzig Proz. der unerläßlichsten Nährmittel. verglichen mit der Vorkriegszeit, behelfen muß. Mit einem Wort gesagt: Das heutige Deuftchland ist nicht imstande, seine Bevölkerung in dem bestehenden Umsange am Leben zu erhalten. Bis jetzt versuchte die deutsche Regierung durch das zweifelhafte Mittel der Jn- flatton der Hungersgefahr für die überzähligen zwanzig Millionen Herr zu werden. Es gelang ihr. solange sie mit dem „Produkt der Roten- presse einen wohlseilen Ausfuhrartikel" zur Unterstützung hatte. Durch den katasttophalen Marksturz aber wird der Absatz dieses Ausfuhrartikels immer schwieriger. „So naht unerbittlich der Augenblick, wo es zur Tatsache werden soll, daß ungefähr 20 Millionen Deutsche in diesem Lande zuviel sind." Ein ausländisches Darlehn kann nach der Meinung Verrijn Stuarts die unvermeidlich« Krise nur hinausschieben und die finanziellen Folgen des Versailler Vertrages, dem dieser unhaltbare Zustand zu verdanken ist, noch mehr auf das Ausland abwälzen.
Die Schlußfolgerung der Untersuchung des holländischen Volkswirtschaftlers ist logisch und
zwingend. Nicht nur die Entschädigungspflicht ist die wesentliche Ursache des verzweifelten Zustandes, der nur noch beschleunigt wird zur Krisis durch die Höhe der Besatzungskosten. „Die wahre Ursache ist darin gelegen, daß der Versailler Friede dem deutschen Volke in seinem gegenwärtigen Umfange die wirtschaftliche Daseinsmöglichkeit geraubt hat." Professor Ver- rijn Stuart hält es für seine Pflicht, die frühe- ren Neutralen mit größtem Nachdruck auf die wirkliche Ursache des Krieges aufmerksam zu machen. Und darauf, daß diese im Friedens- 1 ertrag gelegene Ursache fortwirken wird, welche Regelung auch getroffen werden möge betreffs der Entschädibung. Sie werde nur durch entschlossene Revision oder durch völlige Aushebung des Versailler Frisdensvertrages ausgeschattet werden können. «k«
Sicherung Ser Ernährung.
Ein Antrag auf völlige Erfassung.
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 24. Oktober.
Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat gestern im Reichstage folgende Entschließung eingebracht: Der Reichstag wolle beschließen, in Anbetracht der Tatsache, das, der Sturz der Mark zu einem völligen Zusammenbruch der öffentlichen Brotversorgung zu führen droht, da die inländische Ablieferung weit hinter den gesetzlich:» Ablieferungen zurückbleibt und die Einfuhr von Getreide bei einem Dollarstand von rund viertausend zur völligen Unmöglichkeit gemacht wird, die Sicherung des nackten L e - bens der Bevötterung aber oberste Pflicht der gesetzgebenden Körperschaften ist. Das erfordert Vie refttvsr Erfassung oer tm Inland vor. handenen Vorräte an Lebensmitteln, die sich in der Hand der Erzeuger, der Verbraucher (?) unv des Handels befinden. Jede Verzögerung dieser Maßnahmen ruft die Gefahr der Serfüttcrung an daS Vieh und der Verarbeitung zu Spiritus hervor. Der Reichstag ersucht deshalb die Reichsregierung, sofort einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den zur Sicherung der Bolksernährung die vollständige Erfassung der wichtigsten Nahrungsmittel verfügt wird.
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Da« tägliche Brot.
Berlin, 24. Oktober. (Privattelegramm.) Die Vervierfachung des Preises für Umlage-Getreide tut bereits ihre Wirkung. Der Zweckverband der Bäckermeister Großberlins hat beschlossen, den Preis für Markenbrot von nächster Woche ab zu verdoppel«. Für markenfreie Backwaren sind die Preise mit sofortiger Wirkung wie folgt festgefetzt worden: Brot (1150 Gramm) 200 Mark, Schrippen 8 Mark. In der kommenden Woche dürsten die Preife weiter erhöht werden. Der Preis für freies Mehl stieg an der gestrigen Frühbörfc von 26 000 auf 32000 Mark für 100 Kilo.
Folgen des Markfturzes.
Die Regierung plant Maßnahme«.
(Pridat-Telegramm.)
Berlin, 24. Oktober.
Im Reichsfinanzministerium hat am Montag früh eine Konferenz begonnen, zu der alle Reffort-Chefs zufammengekonrmen find, um über neue Maßnahmen gegen den Marksturz zu beraten. An der Befprechung nehmen der Reichsbankpräfident, der Staatskommissar für die Berliner Börse und ein Vertreter einer Großbank teil. Die Besprechungen werden heute vormittag fortgesetzt. Wie aus parlamentarischen Kreisen mitgeteilt wird, hat der Reichskanzler die Absicht, im Reichstag heute folgende Fragen in einer größeren Rede zu berühren: L Devisenovdnung bezw. Matznah- mn zur Stärkung der Mark, 2 die Frage der Koalitiouserweiterung, 3. die Frage der Zusammenfassung des Volkes zu einer frei- willig erhöhten Mehrarbeitsleistuug, bezw. steiwillige Hebung unserer Erzeugung.
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Um den Goldbestand.
Berlin, 24. Oktober. (Privattelegramm.) Rach der „Deuffchen Allgemeinen Zeitung will die sozialdemokratische Reichstagsfrastion eine Forderung formulieren die dem Reichskanzler und den anderen Parteien am Dienstag überreicht werden soll. Wie es heißt, wird darin die Heranziehung des Goldbestandes zur Sanierung unserer Währung gefordert werden.
Widerlicher Unfug.
Die Drohbriefe an den Reichskanzler.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 24. Ottober.
Die Untersuchung der Drohbriefe an de„ Reichskanzler Dr. Wirth hat bis gestern abend irgend welche greifbaren Ergebnisse nicht ge
bracht. Verhaftungen find nicht nur in Berlin, sondern auch in mehreren Städten des Reiches erfolgt, doch liegen außer den dem Reichskanzler Sgangenen Drohbriefen der Polizei wesent-
Unterlagen nicht vor. Die Beschuldigungen des Anzeigeerstatters haben sich in vielen Punkten als unrichtig herausgestellt. Auch nach der Verhaftung mehrerer Brieffchreiber setzen sich die Unstl^riefe an den Kanzler fort. Der Sonntag soll wieder einige vierzig solcher Briefe in die Hand des Kanzlers gebracht haben.
Die Devisenverordnung. Parteibesprechungen beim Reichskanzler.
(Privat-Telegramm)
Berlin, 24. Oktober.
Eine große Form in der gestrigen Besprech- ung beim Reichskanzler nimmt die Frage der Devisenordnung an, über deren Wert im Ka binett die verschiedensten Auffassungen herrschen. Während die bürgerliche Arbeitsgemeinschaft nach wie vor die Deviscnvcrord- nung als eine einschneidende Maßnahme im Handel und Verkehr betrachtet, die ihren eigentlichen Zweck in ihrer jetzigen Fonn nicht erfüllen könne, stehen die Sozialdemokraten nach wie vor auf dem Siandpuntt, daß eine Verschärfung der Devisenordnung gefordert werden müsse. Der Reichskanzler hat auch auf die Einwendungen der Bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft die Zusage gemacht, eine Aenderung der Verordnung in den nächsten Tagen in Angriff zu nehmen. Auch der Kabinettsrat Hai sich mit der Frage beschäftigt. Die sozialdemokratische Frattion ist am Abend zu einer Besprechung der Lage zufammengetreten und wird eine Reihe von Förderungen aufstellen, von deren Beantwortung durch die Regierung fie ihre weitem Stellungnahme zum Kabinett abhängig zu machen gedenkt.
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Starke Meinungsverfchlebendeiien.
Berlin, 24. Oktober. (Privattelegramm.) Ueber die Besprechung des gesttigen Tages berichtet der „Vorwärts": Gegen Abend traten die Vertreter der sozialdemokratischen Reichstags- ftattion und die der Arbeitsgemeinschaft der Mitte zu einer Besprechung zusammen, in der starke Meinungsverschiedenheiten zutage traten. Die Besprechung soll im Laufe des heutigen Tages fortgesetzt werden. Mittlerweile tagte gestern abend bis in die Nachtstunden die sozialdemokratische Reichstagsftaktion. Einmütig wurde der von den Vettretern bisher eingenommene Standpmckt gebilligt.
Frankreichs Habgier.
Ammer mehr Kohlenforberunge«.
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 24. Oktober.
Zu den erneuten Forderungen der Reparationskommission über die Mehrlieferung von Kohlen wird das Folgende bekannt: Bisher waren als Lieferungs-Soll einunddreivier- tel Million Tonnen im Monat ftstgesetzt, wovon 125 000 Tonnen auf Oberschlesien entfielen, sodaß zur Ablieferung 1600000 Tonnen bereit stehen mußten. Auf deuffcher Seite war man bemüht, diese Sohlenmengen auch prompt zur Ablieferung zu bringen. Nachdem nun Aeber- schichten verfahren worden find, wodurch eine gewisse für Deutschland nötige Mehrförderung zu verzeichnen war, fordern die Franzosen, daß von der Mehrförderung zwanzig Prozent auf Reparationskonto geliefert werden sollen. Bo« deutscher Sette sind nun gegen diese Forderung Vorstellungen erhoben worden, mit dem besonderen Hinweis darauf, daß solche Mehrlieferungen mit dem Versailler Friedensvertrag nicht vereinbar feien, liebet diese Frage schweben zur Zett Verhandlungen.
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Llm die wetteren Zahlungen.
Paris, 24. Oktober. (Eigene Drahttnel- buttfl.) Die Reparaiionskommlsstou hat gestern nachnittag die Aussprache über die englisch- französtschen Vorschläge im Hinblick ans das F V- nanzelend in Deutschland wieder ausgenommen, wobei der italienische, der belgische und der amerikanische Vertreter ihre Gesichtspunkte darüber entwickelten. Die Aussprache wird noch einige Tage in Anspruch nehmen. In der Kommission herrscht die Ansicht vor, daß Eint möglichst rasche Entscheidung mit Rücksicht auf die Verhältnisse in Deutschland unter allen Umständen notwendig ist, damit Deuffchland zahlungsfähig bleibe.
Deutsche Kolonisten.
Farmer in Südwest.
Da die Deutschen au» dem feindlichen Ausland« und unseren früheren Kolonien vertrieben wor- bett find, ist es interessant ,n wissen, datz H noch einige Tausend deutsch« Farmer in Süd- weftafrUa gibt, die auf ihrem Boden bleiben durften. Darüber berichtet man uns wie folg« r Aus der Tagesordnung der Deutschen Land- Wirtschafts - Gesellschaft in Hildesheim hielt Hans Kisker, der Geschäftsführer der Farm« Wirtschäftsgesellfchaft in Windhuk (Ssidwestafri- ka) einen Lichtbildervortrag über die gegenwärtige Lage der Farmer-Wirffchaft in Südwestafrika". Der Vortragende, der nach einem mehr als zehnjährigen Aufenthalte in Süd- !wcst auf einige Monate nach Deutschland zurück- gekehtt ist. ist zu feiner Schilderung der gegenwärtigen Lage der deutfcksüdwester Farmer cms einem doppelten Grunde veranlaßt. Einmal sind diese wenigen Tausende die einzigen deutschen kolonialen Landwirte, die der sogenannte Frieden von Versailles an der Stätte ihrer Wirk- samkeit gelassen hat, und zweitens bedeuten diese Farmer in ihrer Bodenbeständi gleit den dauerhaftesten
Kern des Deutschtums
in einer Wettecke, die auch für Deutschland von erheblichem Belang ist. Das Land selbst läßt sich nach seiner Bodenbeschaffenheit von Westen nach Osten hin in drei Zonen einteilen: im Westen die Namib, eine fast weidelose Stein- und Sand wüste; in der Mitte das beste Stück, Hochebenem und Gebirgsland mit vielfältiger Bewachsung: im Osten das riesige Kalaharibecken, eine sich endlos hindehnende Steppe mit urutfc1 sehbaren Grasebenen. Die Wndhuker Landesausstellung vorn Juli 1914 gab ein prächtige- und überraschend vielseitiges Bild von den landwirtschaftlichen Möglichkeiten Südwests. In diese Entwicklung brachte der Krieg und der ihm folgende sogenannte Frieden eine traurige Unterbrechung. Durch die veränderte Eingeborenenbehandlung ist die Arbeiterfrage für die Farmer fehr wichttg geworben. Auch die Bekämpfung der Viehfeuchen Wirb durch die neuen Zustande sehr erschwert. Vielfach ist eine arge Verwahrlosung des ftüher Jto wohl ge. ordneten landwirtschaftlichen Versuchswesens cingetreten. Aus dieser Not heraus ist 1917 die
Farm-Wirtschaftsgefellschaft
nach dem Muster der D. L. G. entstanden. Der Vortragende verbreitet sich über die trübselige Lage der Biehwirtschaft. der eS an Absatzmöglichkeiten fast vollständig fehlt. Die Verschuldung des Landes hat seit 1915 sehr stark zugenommen. Seit der Einführung des holländischen Rechts am 1. Januar 1920 sind die Nichts Verhältnis s e sehr verwirrend geworden. Die Geld- und Kreditverhältnisse sind äußerst mangelhaft. Die nächste Zukunft des Landes ist nach alledme sehr trübe zu beurteilen. Die Röte und Sorgen dieser Reinen Schar tapfer ringenden Männer und Frauen aus dem großen Heere der Ausländsdeutschen sollen dem Mutterlande sagen, daß es sich dieser Farmer an» nehmen möge, die möglicherweise und sogar wahrscheinlich eines Tages zwangsweise aushS- ren müssen, deutsche Staats bürger zu bleiben, immer aber deutsche Volks bürger bleiben werden. — Der Vortrag wurde mit großer Aufmerksamkeit und starkem Beifall entgegengenommen. Der Vortragende gab im Anschluß auf verschiedene Fragen Auskunft Herr Dr. Har- tig, der frühere Direktor der Liebig-Gesellschaft ergänzt diese Ausführungen und betont dabei, daß das Wirtschaftsleben vollständig von den Beziehungen zu England abhänge. Es handelt sich darum, wieder an die Arbeit zu gehen itnb
junge Leute zu veranlassen.
Wagemutig ihre Zukunft den überseeischen Ländern anzuvertrauen. Aus dieser Schule wür. de die Diplomatie ihre Vertreter ergänzen können. Herr Direktor H u p f c l d bemerkte, daß die ungünstigen Verhältnisse in Südwest eine allgemeine Erscheinung der Wirtschastskrisis im Gefolge des Versailler Friedens seien. Fm Schlußwort drückte der Vortagende nochmals den Wunsch aus, angesichts des erschütternden Bildes. das er von den Verhältnissen in Südwest geben mußte, einig hinter diesen fchwerringenden Deuffchen zu stehen. Der "Vorsitzende sagte zu, daß die KolonialAvteilung in dem gegebene*; Rahmen alles tun werde, um den kolonialen Gedanken wach zu halten, und bittet, den Farmern in Südweft die besten Grüße und die Versicherung unwandelbarer Treue zu übermitteln.
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Verträge In Kassel.
Die Deutsche Kolonialgesellschast, Abteilung Kassel, hatte kürzlich ihre Hauptversammlung veranstaltet, in der nach Erledigung der geschäftlichen Tagesordnung Herr Regierungsobersekretär Eggert einen Vortrag üer das Thema ^Was wir in Afttka verloren", wobei er sehr an-