Kassckr Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
12. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952
Donnerstag, 19. Oktober 1922,
Nummer 245
Fernsprecher 951 und 953
Heilnberusung der amerikanische» Truppen.
L-
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Wechsel im Berliner VolizeiprSfldium?
Berlin. 18. Oktober. (Privattelegramm.) Unter dem Vorsitz des Ministers des Innern Severing fand gestern eine Konferenz statt, die sich mit den Vorfällen am Sonntag beschäftigte. Polizeipräsident Richter und der Chef der politischen Polizei nahmen daran teil. Man erwartet nun eine Entscheidung darüber, ob in den leitenden Stellen im Berliner Polizeipräsidium eine Aenderung eintreten wird.
die achtmonatige Gefängnisstrase, die dem Hochverräter Smeets in Köln wegen grober Beleidigung deutscher Beamten in mehreren Fällen zudittiert war, aufgehoben. Das Vorgehen der Rheinlandkommission ist besonders verletzend, weil sich unter den Beleidigten auch der deutsche Reichspräsident befindet. Ein außerordenüicher Schritt der diploma- tis«l>en Vertreter Deutschlands bei den Ministerpräsidenten der alliierten Staaten, die in der RheinlandkomMission, vertreten find, steht bevor.
nach ist eine
schrittweise Verschlechterung des ArbeitsMarktes in den nächsten Monaten wahrscheinlich, zumal die der Jahreszeit entsprechende Verminderung des Arbeitsdedarfs der Landwirtschaft. Gärtnerei, Dinnenschifsahtt, des Bauwesens usw. in der gleichen Richtung wirkt. Nicht wahrscheinlich ist der plötzliche Eintritt einer Maflenerwerbslofiqkeit, wie sie etwa zu Kriegsbeginn oder nach Kriegsende zu verzeichnen war. Tas Rcichsarbeitsmmisterium hat aber für alle Fälle seine Vorbereitungen gettoffcn. Das Inkrafttreten des Arbeitsnach- weisgesctzes am 1. Oktober 1922 hat dem Ministerium die rechtliche Unterlage zur planmäßigen Gestaltung des Arbeitsnachweiswesens gegeben und erleichtert für die Zukunft den zwi- schenbezirklichen Ausgleich wesentlich. Der i'i Gesetz vorgesehene organische Umbau ist zum wesentlichen Teil schon cingeleitet worden. Be- retts vor Monaten ist ferner bei den Ländern dahin gewirkt worden, daß Notstandsarbeiten der produktiven Erwerbslosenfürsorge für die 3eit größerer Arbeitslosigkeit vorbereitet und zurückqestellt werden. Daß hierin ein wirksames Mittel z,rr Bekämpfitng der Arbeitslosigkeit liegt, ergibt sich daraus, daß in den früheren Perioden ungünstigen Arbeitsmarkts über sechzig Millionen Arbeiterlagewerke in der produkttven Erwerbslosenfürsorge abgeleistet worden find. Auch um die befiere Auswertung der öffentlichen Arbeiten zur Bekämpfung der Erwerbslosigkeit bleibt das Ministerium bemüht. Soweit trotzdem größere Arbeitslosigkeit eintritt, wird eine Erhöhung der Erwerbs- lofenunterstützung — bisher zuruckge- st-llt. weil die aünMge Lage des Arbeitsmarkts nirgends langfristige Arbeitslosigkeit aufkommen Heß — eingreifen, und auch in dieser Richtung sind die vorbereitenden Schritte erfolgt. Für die Z u k u n f t dürste das zur Zeit dem Rcichs- wirtschaftsrat und dem Reichsrat vorliegende Arbeitslosenverficherungsgesetz unter weitgehender Mitverwaltunq und Mitverantwortung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Vorsorge für den Arbeitsmarkt ficherfielleu
wird, die das weitere Wirtschaftsleben Deutschlands aufrecht erhalten möchte. Schon wegen der Dachlieferungen hat Frankreich ein Interesse daran. Wir steuern immer mehr den österreichischen Verhältnissen zu. Von Oesterreich hat die Entente früher ebenfalls viel verlangt und sich schließlich davon überzeugen mUsen, daß der Vertrag von St. Germain wenig Geltung behielt, weil er in seinen Forderungen Merspannt war. Dahin wird es die Entente wohl nicht kommen lassen, auch den Vertrag von Versailles durch die Entwicklung der Dinge außer Kraft setzen zu lassen. In fester Frankreich an diesem Vertrage Ml, umso mehr Interesse wird es daran haben, bte belastenden Bedingungen dieses Vertrages zu mildern. Augenblicklich werden also wieder hinter den geschlossenen Türen der Re- parattonskommission wichtige Dinge erörtert, die für die Zukunft Deutschlands von einschneidender Bedeutting ftnfo. iS-
Oberschlesiens neue Großstadt.
Die Stadt Hindenburg.
Aus Deutsch-Oberschlesien wich unS geschrieben: Die Verleibiing der Stadtrechte an Hindenburg beglaubigt formell emen Zustand, der schon längst die Stadtwerdung gerechtfertigt hätte. Bisher galt Königshütte als Ober- fchlesiens größte Stadt; es zählt jetzt etwa 81000 Einwohner, während Hindenburg Ende vorigen Jahres mit 67000 Einwohnern seinen Friedensstand wieder erreichte. Nun ist aber damit zu rechnen, daß Hindenburg binnen kurzem die vier Ortschaften einverleiben wird, die schon längst
Die Reparationen
Um den Zahlungsaufschub.
Paris, 18. Oktober.
Wie die Blätter melden, soll die englische Regierung Italien und Frankreich vorgeschlagen haben, in einigen Tagen in eine Vorbe- prechung über die wirtschaftlichen und finanziellen Bestimmungen des neuen Vertrags mit der Türkei einzutreten. Eine entsprechende Konferenz soll in London abgehalten werden. Wie verlautet, hat Italien bereits zugesagt. Ueber 'die Antwort Frankreichs ist noch nichts bekannt. — Aus Belgrad wird berichtet: Der serbische Minister des Aeußern trifft Vorbereitungen für die Friedenskonferenz über den nahen Osten. Gegenwärtig wird Material gesammelt. Von Italien wurde der Vorschlag gemacht, einen Plan zum gemein- samen Vorgehen in einer besonderen Kommission auszuarbeiten. Die südffavischen Vertte- ter werden Ende dieser Woche zur Teilnahme an der Konferenz erwartet
weil -e§ mit den Schatzwechseln, die es von Deutschland erhielte und die i>hm von keiner Seite diskontiert werden würden, etwas anfangen könnte. Einerseits freilich gibt Frankreich dadurch zu, daß es ebenfalls im Auslande kein Vertrauen besitzt und fürchten muß, die Schatzwechsel in den Ressorts aufzubewahren. Damit könnte Frankreich selbstverständlich nicht geholfen sein, andererseits aber widerstrebt es Frankreich wohl auch, selbst wenn es die Aussicht hätte, die Schatzwechsel weiterzugeben, Kredite aufzunehmen, für die es letzten Endes selbst hasten muß, wie Frankreich ja glaubt, von Deutschland genug erlangen zu können. um andere Kredite zu entbehren. Frankreich lehnt ans Prinzip jedes Entgegenkommen Deutschlands gegenüber ab und die Form Bradburvs Vorschlages ist in französischem Gesicht bereits ein Entgegenkommen.
Wir können die augenblickliche Unterhaltung der Reparationskommiffion nur von der Seite betrachten, daß endlich wieder einmal die Lage Deuffchlands in den Unterhaltungen dieser Kommission eine Rolle spielt und die widerstte- benden Meinungen unbedingt, nach Lage der Dinge, zu der einstimmenden Ansicht kommen müssen, es müsse etwas geschehen, wenn die Rückwirkungen der deutschen Schwierigkeiten nicht auf ganz Europa schwere Folge haben sollen. So wird Frankreich, wenn es auch den Bro.dburhschen Vorschlägen nicht zustimmt, jedenfalls sich zu eigenen Vorschlägen verstehen müssen, die umsomehr gegeben sind, als die Bewegung in Frankreich immer größer
Die Berliner Krawalle.
Untersuchung der Ursache».
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 18. Oktober.
Als Ergebnis der Besprechung, die gestern in einer Sitzung im Landtage unter Vorsitz des Ministers Severing stattfand, und die sich mit den Zusammenstößen vor dem Zirkus Busch vom vergangenen Sonntag beschäftigte, wird mitgeteilt, daß es sich herausstellte, daß tatsächlich ein Versagen verschiedener amtlicher Stellen vorliegt Es sind Maßnahmen eingeleitel worden, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Wie es sich herausstellte, wären genügend Polizeikräfte zur Stelle gewesen, um eine unblutige Beseitigung der Un- ruhestister zu bewerkstelligen, es habe aber an den Dispositionen gemangelt — Weiterhin wurde festgestellt, daß der „Bund für Freiheit und Ordnung" bisher weder nach seinen Statuten, noch nach seinen Veranstaltung» Grund für ein Einschreiten gegeben habe. Rach den nunmehr am Sonntag in der Versammlung gefallenen monarchisttschen und anttsemitischen Aeuße- lungen und Ausführungen verschiedener Mitglieder und Vorstandsangehörigen wird nochmals die Frage eines Einschreitens g e - gendenBund selbst in Untersuchung gezogen. Das Resultat wird veröffentticht werden.
Der Arbeitsmarkt.
Die jetzige Lage mtb die Aussichten.
Sm sich ein Bild von dem jetzigen Stand der De- schäftignng und der Arbeitslostgieit zn maMen, sind die naltzttehenden nn« ans Berlin über- mitfeiten Ausführungen von Bedeutung.
Wieder tft der englische Delegierte in der 1 Reparationskommiffion der Anreger dafür ge- wesen, daß sich die Reparationskommission neu« ebbingS eingehend mit der Lage Deutschlands beschäftigt hat. Die neue Markkatastrophe gab ihm Anlaß daraus zu bringen, daß die Neparationskommission die Frage der Zahlungsfähigkeit aufs neue prüfe. Man hat erst später und nur bruchweise von den Vorgängen in der Reparationskommiffion gehört, ist jedoch heute so weit unterrichtet, über die Haltung der einzelnen Delegierten ein Bild gewinnen zu können. Der englische Standpunkt, vertreten durch Bradbury, macht wieder geltend, Deutschland müsse bedeutende Erleichterungen erhalte», wenn es nicht zusammenbrechcn solle. Gestützt wird diese englische Anschauung durch die letzten Vorgänge in Deutschland, die immer mehr der Katastrophe zueilen. Es hat den Anschein, als ob in England die Vorgänge in Deutschland eingehend beobachtet worden sind, auch in diesen Tagen, da die englische Politik sich hauptsächlich mit der Ottentfrage beschäftigen mutzte. Man erkennt in England, wie sehr die deuffche Kreditlosigkeit den Welt- martt erschüttert und hat sich wahrscheinlich Unterlagen aus Deutschland darüber geholt, daß die ganze Wirtschaft augenblicklich nur künst - l f ch auftechterhalten wird und in den kommenden Monaten Arbeitslosigkeit in größerem Umfange eintreten mutz, wenn nicht rechtzeitig Abhilfe geschaffen wird. Es mutz ein entschiedener und weitreichender Eingriff erfolgen und diesen hat Bradbury vorgeschlagen.
Bradbury verlangt ein vierjähriges Moratorium. Wie könnten mit diesem ^Moratorium gewitz einverstanden sein, wenn es sich um einen wirklichen Zahlungsaufschub für vier Jahre bandelte. Eine derartige Frist würde es Deutschland möglich machen, leine Verhältnisse zu sanieren. Aber Bradbury scheint, den Franzosen zuliebe, um überhaupt etwas durchzubringen, Konzessionen gemacht zu haben, die für Deutschland unannehmbar scheinen. Und zwar regt er für die Zeit des Moratoriums die Ausgabe von deutschen Schatzwechseln an, die von den einzelnen Empfängern diskontiert wer- den können. Das hieße mit anderen Worten. Deutschland würde durch Wechsel bezahlen, die es später einlösen müßte. Ein gleicher Fall, wie wir ihn mit Belgien haben, wie wir ihn mit diesem Scheinmoratorium erlebten. Wir können selbstverständlich unmöglich für vier Jabre Schatzwechsel ausstellen und uns verpflichten, diese bei Fälligkeit einzulösen, wenn wir nicht wissen, wie die deutschen Zahlungen später gestaltet werden sollen. Deuffchland wird bereits Schwierigkeiten haben, die Wechsel, die Belgien ausgehändigt worden sind und von Belgien diskontiert wurden, einzulösen. Um visviel schwieriger wird es Deuffchland fein, die Milliönen-Beträge, die auf den Schatzwcch- feln beruhten- nach vier Jahren aufzubringen.
In dem Umstände, daß Frankreich sich dagegen wehrt, müssen wir erkennen, daß uns nicht alles, d. h. der ganze Bradburysche Plan bekannt geworden zu sein scheint, sondern auch in der Einlösung der Schatzwechsel irgend eine Erleichterung vorgesehen sein muß. Nun könnte man annehmen, Frankreich, dessen Etat auf die deutschen Reparationsleistungen eingestellt ist, müsse bestrebt sein, Barzahlungen zu erhalten,
lieber die Lage und die Aussichten des Arbeitsmarkts und über die Vorkehrungen des Reichsarbeitsministeriums in dieser Beziehung ind in letzter Zeit manche unzutreffenden oder doch mißverständlichen Nachrichten aufgetreten. Tatsächlich ist die Zahl der unterftüfcten Erwerbslosen auch jetzt noch sehr gering. ©U hat zu Ende August mit rund 12000 unterstütz- ten Erwerbslosen den niedrigsten Stand feit Kriegsende erreicht und nach den bisher vorne« aenden Nachrichten auch im September nur eine sehr mäßige Zunahme erfahren. Wenn auch bestimmungsgemäß nicht alle Erwerbslosen Unterstützung erhalten und die StatiKk daher unvollständig ist, so kann als sicher gelten, daß die Erwerbslosenziffer in Deutschland zur Zeit niedriger liegt als selbst in den Jahren vor dem Kriege. Das Reichsarbeitsnumstermm hat allerdings stets darauf hingewiesen, daß die,e niedrige Erwerbslosigkeit keineswegs em Zeichen wirtschaftlicher Blüte ist, oaß sie vielmehr als Folge des ValutaNiedergang s angesehen werden muß Zahlreiche Arbeitskräfte müssen zur Gewinnung von Rohstoffen und Erzeugnissen verwandt werden, die früher wirtschaftlicher im Ausland gekauft wurden. Auch begünstigt tue Valuta die Ausfuhr nach dem Auslande. Der günstige Arbettsmarkt steht also auf schwachen Füßen, und die Gegenwirkungen der ungünstigen Valuta Äeiben nicht aus. Die K au f« kraft gegenüber industriellen Erzeugnissen im Inland l ä ß t n a ch, und es fehlt manchen Betrieben an den erforderlichen Mitteln um unentbehrliche ausländische Roh- und Hilfsstosse kaufen zu können. Infolge der Reparationslieferungen fehlt es vielfach an Kohle. Die mit der Dalutaentwicklung im Zusammenhang stehende allgemeine Geldknappheit tonn : ebenfalls einschränkend auf die Betriebe. ~em«
gnferttonSptetfe: a) Ltnhstmtsch- Aufträge DU etafpatttge Stajetgetmrtle M. 10.—, di- einspaltig« ReHamejetle M. 30.—. b) Auswärtige Aufträge Dt« rtnfpattige UnjetgenjeUe M, 10.-, bte einspaltige Reklame,-tle M. 30.—, alles eiufchlietzUch T-u-rrmgs,Uschlag und Anzetgeusteurr. 7iür Anzeigen mit besonder» schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahmedaten und Plätze tarnt eine Gewähr nicht übernommen werden. — Druckerei: Schlacht» hofffraße 28/30. Geschäftsstelle: Kölnisch« Strafte 5, Telephon Nummer 951 und 952.
Die Verhafteten.
Berlin, 18. Oktober. (Privattelegramm.) Aus Anlaß der Vorkommnisse vor dem Zirkus Busch sind insgesamt hundertdreiundsechzig Personen verhaftet worden. Von diesen wurden hwidertachtnndvierzig nach Feststellung ihrer Personalien und nach ihrer polizeilichen Vernehmung wieder aus freien Fuß gesetzt. Fünfzehn der Inhaftierten wurden dem Richter vorgesührt und zwar lautet die Anklage gegen sie auf Landesfriedensbruch. Körperverletzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Gegen weitere achtzehn Personen schweben zurzeit noch polizeiliche Ermittlungen.
Die Anstifter. >'
Berlin. 18. Oktober. (Privattelegramm.) Eine Reihe von führenden Kommunisten sind im Verlaufe der Nachforschungen nach den Rädelsführern verhaftet worden. In einem Cafs am Potsdamer Platz wurden vier Mitglieder der Redaktion der „Roten Fahne" fefi- geuommen. Der Beschluß der Kommunisten, die kommunistischen Betriebsräte Berlins zum Polizeipräsidenten Richter zu schicken mit deff Forderung, alle Verhafteten unverzüglich freizula sen. andernfalls der Generalstreik proklamiert würde, ist nicht zur Ausführung gekommen.
Die 2lmerifaner am Rhein.
Heimsendung der Truppen vor Weihnachten.
(Eigene Drahtmeldung.)
Koblenz, 18. Oktober.
Von zuständiger Seite aus Washington wird bekanntgegeben, daß infolge einer Konferenz zwischen dem Präsidenten Harding, dem Kriegssekretär Weeks und dem General Pershing die Regierung wahrscheinlich demnächst das amerikanische Besatzungsheer aus den Rheinlanden zurückberufen wird. — Man erwartet, daß sie gegen Weihnachten wieder in Amerika eintreffen. Angesichts der Lage in Deuffchland hält die amerikanische Regierung die wettere Anwesenheit der amerikanischen Be- satzungstruppcn im Rheinland für überflüssig. Die Kosten für ihre Unterhaltung die bisher dreihundert Millionen Dollar betragen haben, würden vollkommen von Amerika gedeckt.
Llm den Nahen Osten.
Vorbereitung der Friedenskouferenz- (Eigener Trahtbericht.)
Die Ukrainer protestieren.
Wien, 18. Oktober. (Privattelegramm.) Ans Charkow wird gemeldet: In der Protestnote der ukrainischen Regierung an die Regierungen Englands, Frankreichs und Italiens gegen die Meerengenblockade wird die britische Regierung für alle durch die Meerengensperre bei der Versorgung durch die ausländischen Schiffe mit Waren und Lebensmitteln entstandenen Schäden in der Ukraine verantwortlich gemacht, insbcsondere für die furchtbare« Folgen in den Hungergebieten, die durch das Ausbleiben der Lebensmittel zu einem Massensterben verurteilt sind. Dir ukrainisch« Rote erhebt das Anrecht der Türken auf die Meerengen hervor, entsprechend dem im Monat Januar 1922 zwisöst« der Ukraine und der Türkei in Angora abgeschlossenen Bündnisvertrages. Zum Schluffe betont die Note, daß die ukrainische Regierung keinerlei über das Schick- sal der Meerengen getroffene Bestimmungen anerkennen wird, die nicht unter Beteiligung der ukrainischen Regierung zustande gekommen sind.
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Wirren in Galizien.
Wien, 18. Ottober. (Eigene Droihtrneldung.) Aus Lemberg wird berichtet: In Ostgalizien mehren sich die Terroratte der Nattonalickrainer ttotz aller Vorsichtsmanahmen der polnischen ODrpattousbchörden. Das von den Polen geplante Selbstverwaltungssystem hat nicht die geringste Beruhigung hervorgerufen.
Der Hebergriff der Alliierten.
Protest gegen die Rheinlandkommisfion.
(Privai-Telegramm.)
Berlin, 18. Oktober.
Die alliierte Rheinlandkommission in Koblenz hat, rote berichtet, durch einen unerhörten Eingriff in die deutsche Rechtssprechung