Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nirmmer 244
Fernsprecher 951 und 952
Mittwoch, 18. Oktober 1922.
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12. Jahrgang.
Beginn der Neichstags-Sesfion.
Wildwest in Berlin.
Freiheit, die „ich" meine.
'Die Reichshauptstadt hat wieder einmal ihre Sensation, und die Anhänger des radikalen Linksflügels der politischen Parteien haben „ihren" Erfolg. Unser deutsches Volk scheint nur noch aus Parteien zu bestehen, ans Parteien, die ein Programm aufstellen, nach dem sie die anderen Parteien bekämpfen können. So stehen Deutsche gegen Deutsche. Die Anhänger der Partei kämpfen für „ihre" Sache und betrachten Andersdenkende als ihre Feinde. Immer ist damit das Trennende in den Vordergrund gerückt, niemals ist von einer Verbindung des Volksganzen, von der versöhnenden Einheit in diesen Programmen die Rede. Zwar ist man jetzt in den Mittelparteien bestrebt, eine Volksgemeinschaft zu bilden, die alle Diejenigen umfassen soll, die oen Willen zu Ordnung und Wiederaufbau haben. Aber ihre Bestrebungen werden durchkreuzt ■ von den Kampfneigungen der Extremen, die keine Versöhnung wollen. Die beiden Pole, die Linke und die Rechte, stehen sich geradezu feindlich gegenüber. Sie erschweren einander gegenseitig das Leben, als gelte es, einen fremden Feind aus dem Lande zu treiben, und vergessen, datz der wirkliche F-ind des ganzen Volkes, die fremden Bedrücker, in unseren Westgebieten steht. Man könnte sich wundern über das, was allein unserem armen Vaterlande vorgeht, hätte man sich das Wundern nicht schon abgewöhnt. Die verschiedenen Unruhen seit der Revolution, das Schimpfen und Prügeln im Parlament, da« Sprengen von Versammlungen, bringen uns von Zeit zu Zeit zum Bewußtsein, daß wir in einer.„freien" Republik leben. Bor wenigen Wochen ist zwar erst ein Gesetz zum Schutz der Republik geschaffen worden, aber geschützt werden in erster Linie die Lenker der Staates; das Volk mag sich gegenseitig die Köpfe einschlagen. In dem genannten Gesetz sollte ursprünglich auch das Sprengen von Versammlungen unter Strafe gestellt werden, ist aber schließlich dock) unterblieben. So wurden also unverantwortliche Elemente ermutigt, die politische Mei- nungsäußerzing von Andersdenkenden gewaltsam zu stören. Ja, wir haben's herrlich weit gebracht.
Die blutigen Zusammenstöße am Sonntag Vormittag in Berlin vor dem Zirkus Busch wo der „Bund für Freiheit und Ordnung" versammelt war, sind kein Zufall und sicher nicht der Ausdruck des Bolkswillens, sondern ein vorbereiteter Ueberfall der Berliner Kommunisten auf die Rechtsstehenden. 'Aus dem Bericht des Polizetprgisidenten Richter geht hervor, daß die kommunistischen Parteifunktionäre ihren Kampfplan am Freitag abend beschlossen und dann Aufrufe erlassen haben. Arbeitslose wurden mit Geld angeworben und die Demonstration bis in alle Einzelheiten organisiert. Zum Beispiel haben die Insassen des Obdachlosen-Asyls je 13,50 Mart und der Obmann des Asyls 200 Mark für die Beteiligung erhalten. Verschiedene Umstände beweisen, daß ein Gefecht herbeigeführt werden sollte. Die Teilnehmer wurden mit Waffen und Knüppeln ausgerüstet, die kommunistische Sanitätsorganisation wurde bestellt und in der Nähe des Kampfplatzes eine Rettungswache von ihr eingerichtet. Schon morgens acht Uhr waren die Trupps zur Stelle und gegen %9 Uhr begann der planmäßige Angriff von etwa zweitausend Kommunisten auf die zweihundert Mann starke Gruppe der Teutschnationalen, die den Eingang bewachten. Ueber eine Stunde dauerte der Kampf mit dem „Erfolg", daß drei Menschen getötet und Unverletztwurden und — dte vaterländische Versammlung später doch stattfand. Uebel vermerkt wird auf Sekten der Ueberfallenen, daß, obwohl dem Polizeipräsidenten Richter die Absicht der Ausschreitungen vorher bekannt war, der polizeiliche Sckutz ganz ungenügend war. Wie immer bei solchen Gelegenheiten hatten nicht alle Angreifer den politischen Zweck im Auge, sondern es waren manche dabei, die ihre Opfer beraubten. Insgesamt hundertundfünfzig Personen sind festgenommen. Gegen sie soll das Verfahren wegen Landfriedensbruchs, Ansttftung zum Landfriedensbruch und Aufforderung zu strafbaren Handlungen eingeleitet werden. Der Polizeipräsident hat eine Belohnung von einer halben Million Mark für die Namhaftmachung der Anstifter ausgesetzt.
Ueber den Anlaß zu diesen bedauerlichm Vorgängen kann man verschiedener Meinung sein. Die Rechtsgruppe, der „Bund für Freiheit und Ordnung" veranstaltete eine vaterländische Kundgebung. Es war vielleicht ein taktischer Fehler, dies gerade jetzt zu tun, am Tage nach der Urteilsverkündung im Rathenaumord-Prozeß Das Urteil ist bekanntlich den Rechtsstehenden zu scharf, den Linksstehenden zu milde. Wan hätte klugerweise, um einen Zusammenstoß zu vermeiden, einen späte
ren Tag wählen sollen. Andererseits aber, vom Standpunkt des Staatsbürgers, muß man sich sagen, es kann jede Partei ihre Kundgebungen abhalten, wann sie will. Die Kommunisten nehmen, wenn sie für ihre Zwecke demonstrieren wollen, auch keine Rücksicht auf die Bürger- lichen, sondern greifen zu den schärfsten Mitteln, wenn es ihnen beliebt. Was dem Einen recht ist, das ist dem Andern billig! Leben wir in einer demokratischen Republik? Dann hat jede Partei das Recht zu freier Meinungsäußerung. und keine darf die andere daran mit Gewalt hindern! Sollte der Berliner Blutsonntag etwa der Auftakt zu einer neuen Periode der Unruhen fein? Die Willkür der Straße hat schon genug Schaden im deutschen Wirtschaftsleben angerichtet. Es wird allerhöchste Zeit daß auch die Radikalen zu der Einsicht kommen, daß eine allgemeine Besserung zum Nutzen des gesamten Volkes nur durch verstehende und versöhnende Gemeinschaft, niemals aber durch Trennung kommen kann. e K. F. D.
Reichstags-ZNsammeMM.
Hetze zu neuen Anruhen» (Privat-Telegramm.)
Berlin, 17. Oktober.
Für den Wiederzusammentritt des Reichstags hat der Berliner Polizeipräsident umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen gegen eine Wiederholung der Unruhen angeordnet. Heute früh forderten an den Straßenbahn-Haltestellen
für diese Aktion notwendigen Stickstoffdünger aus dem Auslande beziehen, wo er in Form von Chilesalpeter in ungeheueren Mengen zur Verfügung steht. Nach diefem Vorschläge kann schon die 1923er Ernte um drei bis vier Millionen Tonnen Getreide erhöht werden. Die preußische Regierung erblickt in diesem Vorschläge ein wirksames Mittel, um den Ernährnngs- nöten abzuhelfen Selbstverständlich wird jeder andere Vorschlag, der zum gleichen Ziele zu führen verspricht, mit großem Nachdruck unterstützt.
Berliner »^Weitungen.
Die Dr Haftung der llrheber.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 17. Oktober.
Die Zahl der V e r h a f t e 1 e n ans den Kreisen bet' Kommunisten hat bis heute, Dienstag früh, die Zahl hundertfünfzig erreicht. Unter den Verhasteten befindet sich der gefamte Erwerbslosenrat, dessen Urheberschaft an den blutigen Vorgängen des Sonntag durch die po- lizeilichen Erhebungen und die vorgenommenen Hausfuchungen erwiesen ist. Bon Interesse wird sein, daß unter den Verhasteten dreizehn Russen sind (I), die ohne polizeiliche Anmeldung in Berlin sich aufgehalten haben. Von den in die Krankenhäuser eingelieferten Verletzten mutzten sich neun operativen Eingriffen unterziehen. Ihr Befinden ist unverändert ernst. -- Die „Rote Fahne" teilt mit, daß in ihrer Schriftleitung gestern eine Haussuchung stattfand, die angeblich ergebnislos verlies.
zur Verteilung gelangte Handzettel die werttättge Bevölkerung aus, sich für morgen zu einem „Spaziergang" nach dem ReichStagsge- bäude bereit zu halten. — Auf der Tagesordnung der heute mittag 11 Uhr beginnenden Fraktionsf itzungen des Reichstages stehen die blusigen Vorgänge des Sonntags und die Reichspräsidentenwahl. Es verlautet, daß die Vereinigte Sozialdemokratie sich einer Vertagung der Präsidentenwahl um ein bis zwei Jahre nicht widersetzen Wirb.
tim dm DevLjentzLMber.
Einspruch der Industrie.
(Eigener Drahtbericht-)
Berlin, 17. Oktober.
Der Reichsverband der deutschen Industrie hat gestern in einer Eingabe an den Reichskanzler seine Stellungnahme zur Devisenverord- imng niedergelegt und erklärt, daß der Reichsverband der deutschen Jndusttie der Reichsregierung das stärkste Befremden darüber ausspricht, daß sowohl die Devisenordnung als auch die Ausführungsbestinnnungen ohne Anhörung von J'ndustriesach verständigen erlassen worden sind. Der Reichsverband kann nicht lebhaft genug bedauern, daß die erfolgte gesetzliche Regelung eine Form gefunden hat, die die notwendigsten Erfordernisse der praktischen Wirtschaft gänzlich unbeachtet läßt und sogar eine Vergrößerung der Tevisenumsatze zur Folge haben wird. Der Reichsverband der beutfdjen Industrie richtet daher an die Reichs- regierung das dringende Ersuchen, vor dem Inkrafttreten eines endgültigen Gesetzes zur Bekämpfung der Devisenspekulation einen Jndn- striesachoerständigeu über die Wirkung einer derartigen Regelung gutachtlich zu hören.
Scharfe bayrische Vorschläge.
Berli'n, 17. Oktober. (Privattelegramm.'! Wie der „Berliner 5B9rfenfuriet" mitteilt, fordert einem vom bayrischen Ministerpräsidenten Grafen Lerchenfeld überreichte Denkschrift von der ReichKregierung die Einführung der Zuchthausstrafe für Devisenspekulation und des Wuchers. Weiter soll die Reichsregierung einer Bewucherung des Handels durch die Erzeuger verbeugen und den wilden Handel ein- schränken. Reichswirffchaftsminister Schmidt hat gestern an Graf Lerchenfeld die Mitteilung gerichtet, daß er gern bereit sei, in einen persönlichen Meinungsaustausch mit dem Vertreter Bauerns zu treten. Gleichzeitig hat er die Vertreter Bayerns zu einer Besprechung in Berlin eingeladen.
Smahmngs-Derbeffenmg.
Chilesalpeter für Amlagegetretde.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 17. Oktober.
Die preußische Regierung hat nach Mitteilung von zuständiger Stelle beim Reichsrat be- anttagt, die als notwendig anerkannte Erhöhung des Preises für baS Umlagegetreide an die Landwirte in Form von Chilesalpeter auszuzahlen. Das Reich soll den
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onan fordert Schutzmaßnahmen.
Berlin, 17. Oktober. (Privattelegramm.) Vertreter der Deuischnationalen und der Dent- fd)cn Volkspartei haben sich gestern mittag zum Reichskanzler begeben. Sie forderten schärfste Schutzmaßnahmen des Reichs gegen die Wiederholung der KommimisteuübcrMe vom Sonntag. Die Deuffchnationalen verlangten ferner in einem Schritt beim preußischen Minister des Innern die Entfernung des Berliner Polizeipräsidenten Richter von seinem Posten. Es verlautet, daß das Zentrum den Schritt der Deutschen Volkspartei unterstützt, was unter Umständen zu einer innerpolitischen Krise tu der Regierungskoalition führen kann.
Die Gämng in Italien.
Faszisten- und Kommnnisten-Bewegnng.
(Eigener Trahtbericht.)
Genf, 17. Oktober.
Aus Rom wird gemeldet: Der italienische Ministerrat beschäftigte sich mit der politifcheu Lage, die sich immer bedenklicher zufpitzt. Die Mobilisierung der Faszisten in der Provinz Toscana, die sich gegen die italienische Bolkspattei richtet, der neue Vorstoß gegen Fiume unter d'Annunzio und der Aufruf der Kommunisten in Turin haben die Situation wefeutlich verschärft. Große Besorgnis hegt man auch wegen der in diesen Tagen stattfindenden Konzentrierung van Faszisten in Neapel, wo ein Faszistenkongreß abgehetzten werden soll. Auch die Frage der Besetzung des Präfekturpostens in Trient und Triest beschäftigte den Ministerrat, doch wurde die Entscheidung darüber hinausgeschoben. Für Triest wird Crispo Moncada genannt, der gegenwärtige Präfikt von Venedig, d'Aoamo ist provisorisch mit der Leitung der Präfeftur von Triest betraut worden. Die Entscheidung über die Umbildung des Kabinetts steht nahe bevor, der König wird heute aus Brüssel znrückcrwar- tet ES heißt, daß die Faszisten auf die sofortige Kammeranslösung verzichten würden, wenn man ihnen in der neuen Regierung einige Portefeuilles anbieten^ würde.
Regierungskrise in England. Zwischen Chamberlain und Lloyd George.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 17. Oktober.
Während Chamberlain mit seinen »monistischen Ministerkollegen heute Besprechungen darüber abhält, ob die Koalition weiter zu unterstützen sei, hat Lloyd George in Manchester eine Reihe von Konferenzen mit seinen politischen Freunden. Tie unionistischen Parlamentsmitglieder beslUoflen, den Parteitag für Donnerstag einzuberufen, auf dem sie endgültig feststellen wollen, ob Chamberlain noch geneigt ist, in der Partei nach feinem Glaubensbekenntnis zur Koalition die Politik Lloyd Georges weiter zu führen. — Man glaubt, daß die Auflöfung des Parlaments nahe bevorfteht und die Neuwahlen am 18. November, vielleicht fdion am 4. November, stattfinden. Die Lage des Kabinetts ist fchwierig.
Wohnungselend.
6500 Wohnungsbedürfttgte in Raffel; scharfe Beschlagnahme von Wohnräumen; »ene Millionen-Stiftung von Henschel.
(Eigener Bericht.)
Kassel, 17. Oktober.
Die furchtbare Wohnungsnot in Kassel wurde gestern in öffentlicher Sitzung der Stadtverordneten durch eine große Wohnungsdebatte wieder einmal ins Bewußtsein gebracht. 6500 Wohnungsbedürftige mit Dringlichkeit! Diese vom Leiter des Wohnungsamtes angegebene Zahl machte tiefen Eindruck. Die an anderer Stelle wiedergegebenen Darlegungen der für das Wohnungswesen verantwortlichen Stelle wurden von den Wortführern der großen Fraktionen gebilligt. Sie erklärten sich einverstanden damit, daß im bisherigen Sinne weiter gearbeitet wird. Um es vorweg zu nehmen: Tas gestrige Wohnungsgespräch im Stadtparli- ment war ein Vertrauensvotum für das Wohnungsamt und seine Leitung? Es gilt, so scharf als möglich bei der Beschlagnahme noch verfügbaren Wohnraums vorzugehen und Widerstände auf alle Fälle zu brechen? ^as war die Forderung des Stadtverordneten Hauschildt (Soz.), der im Uebrigen den gemeingefährlichen Baustoffwucher geißelte. Wie fcharf die Wohnungsbefchlagnahme vorgeht, erläuterte Stadttat Sautter an einer Tatsache: Gegen 50 Prozent aller Beschlagnahmungen sind bisher vom Mieteinigunqsamt crbgelehnt worden! Rach Mitteilungen des Magistratsrats Dr. Theiß verfährt
das Wohnungsamt
nach folgenden Grundsätzen: Jedem Ehepaar steht em Schlafzimmer und ein Wohnzimmer zu, Kinder unter 12 Jahren müssen zusammen schlafen, über 12 Jahre alte werden nach Geschlechtern getrennt. Ein Arbeitszimmer wird nur gewährt, wenn die Notwendigkeit gehörig nachgewiesen ist. Mt privatärztfichen Attesten gibt sich das Amt nicht zufrieden? Der Magistratsrat appellierte an alle Wohnungsinhaber, derer zu denken, die zu 10 und mehr zusammen- aedrängt leben müssen und Wohnraum abzugeben Auch hier trifft zu: Wer schnell gibt, gibt doppelt! Strenge Saiten schlug auch Stadtverordneter Voepel an. Nach seinen Darlegungen bauen wir im Verhältnis zum Goldwert noch immer billia. Die Behauptung vom teuren Bauen sei ein Spiel mit Begriffen: Wir schaffen Sachwerte geben den imaginären Wett unserer Geldmittel! Der Redner ritt wieder eine Attacke gegen die verfehlte Bauweise frühe- rer Zeit Die HöhenzoLernstraße, so sagte er. ist eine Verkörperung be8 Geistes der Zett der Hohenzollern! Bemerkenswerte Ausführimgen machte Oberbürgermeister Scheidemann über die finanzielle Notlage vieler Städte und dann brandmartte er den Wucher mit Holz. Als Beispiel führte er die Not der Vresse an und die Unmöglichkeit, wissenschaftliche Werke zu drucken. Die jetzigen Holzvreise untergraben alles, was wir an Großem noch haben ... die deutsche Wissenschaft. Hier ist Sozialisierung notwendig.
Mit lebhaftem Beifall wurde die Mitteilung des Oberbürgermeisters aufgenommen, daß Geheimrat Dr. Henfchel wieder zwei Millionen gestiftet hat zur Wetterführung der stSdtifchcn Bauten an der Vellmarschen Straße Dem Dank des Oberbürgermeisters schloß sich später die Stadtverordnetenversammlung durch ihkrn Vorsteher Grzcsinski an.
Noch einmal wiederholte Hanschildt seine Forderung: Wir müssen den letzten Rest zusam- menkraften und noch schärfer zufassen als bisher, gleichgültig. welche Bestimmungen vorlie- gen Schars und schwer lautete das Verlangen Sanitätsrats Dr. v. Wild: Es muß der Oef- fentfichkeit beiaebracht werden, daß sie verpfiich- tet ist, der entsetzlichen Notlage Rechnung zu tragen. Persönliche Beauemlichkeit bat zurück- zufreten! In dasselbe Horn stießen die Stadtverordneten Leineweber (Dem.) u. Hebel (Freie bürgerliche Vereinigung), wobei sie betonten, daß das Vertrauen zum Wohnungsamt und z'.im Meteinigungsamt nicht erschüttert werden darf. Die fast zweistündige Ansprache klarte manche Ansichten widerstrebender Art und dokumentierte wie bereit? gesagt, den furchtbaren Ernst der Lage auf dc-u WvhMmgsgebiet in Kassel?
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23 Millionen-Anleihe für Wohnungsbau.
Die Stadwerordneten-Versammlung geneh» migte die Aufnahme einer Anleihe von 23 Millionen Mack - bei der L ande«Versicherung der Provinz Hessen-Nassau aus den vom Staat M Wohnungsbau zur Verfügung gestellten Mitteln. Bei diefer Gelegenheit fragte Stadtv Kreitz (Fr. b. V.) nach dem Stand einer Angelegenheit, die kürzlich die Oeffentlichkeit beschäftigt hat: Die preußifche Staatsbank (Seehandlung) hat