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Kaffeler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

12. Jahrgang

Nummer 241

Fernsprecher 951 und 952

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Sonnabend, 14. Oktober 1822.

Eutente-Wtzmhmen $ut Markentwertung.

DerträgemitRnßlanö

Englische und franzöfss' - Versuche.

Die britische Privatindustl.o sucht eine seste Verbindung mit Rußland und hat den Groß­industriellen Urquhart damit betraut, einen großzügigen Wirtschaftsvertrag mit Rußland ab- zuschliexen. Die Sowjetregierung hat jetzt die Ratifizierung des Urquhart-Vertrages abgelehnt. Und zwar aus rein politi­schen Gründen. In dem Beschluß des Rates der Voltskommissare heißt es, daß der Abschluß des Vertrages mit der von Urquhart geleiteter Russo-Asiatic Consolidated" unter den feftgefetz- ren Bedingungen zwar äußerst wünschenswert sei, daß aber der außerordentliche Umfang der Verpachtungen wegen ihrer wirtschaftlichen und politischen Bedeutung in erster Reihe freundliche und dauerhafte Beziehungen zwischen der Sow- jetrepublik und der Regierung Englands erfor­dert. Die jüngste Tätigkeit der englischen Re­gierung jedoch, die die Gleichberechtigung Dow- jetrußlands im Naher Osten und im Schwarzen Meere bestreite, bezeige klar das Fehlen der oben bezeichneten wünschenswerten Beziehun­gen. Und so hat der Rat der Volkskommissare aus rein politischen Gründen die Betätigung des Vertrages versagt. Es ist bekannt, daß beim Zustandekommen des sogenannten Urquhart- Vertrages vielleicht noch mehr als das Wirt­schaftliche die Anerkennung de jure durch England für die Sowjetmänner das Hauptziel war. Die Konferenz im Haag hat alsErgeb­nis" jedem der teilnehmenden Staaten, wenn auch unter Bedingungen, freigestellt, mit Sowjet- ivßland in irgend ein Vertragsverhältnis zu kommen. Der Weg dahin isst für alle gleicher- maßen gegeben. Er kann nur über die wirtschaft­liche Annäherung gehen.

Das größte wirtschaftliche Interesse an Ruß­land hat außer Deutschland noch England. Urquhart versuchte alsPrivatperson" zu er­reichen, was der Politik nicht gelingen wollte. Die Sowjctregierung stand und steht auch heute i och der Anbahnung wirtschaftlicher Verträge rach westeuropäischen Grundsätzen nicht im Wege. Zwar gibt es eine Opposition gegen die neuen russischen Außenhandelsprinzipien. Sie allein wäre aber nicht stark genug gewesen, das Urquhart-Abkommen zu vereiteln. Die Sowjet- rcgierung versuchte aber das Urquhart-Abkom­men als ein politisches Druckmittel gegenüber England zu verwenden. 1. Zu der de jure - An­erkennung Rußlands, 2. zur Zuziehung bei den Verhandlungen zur Lösung der Darda­nellenfrage. Dieser Preis aber ist der eng­lischen Regierung zu hoch. England will der von Rußland geplanten großen Entente der Ost- und Orientvölker nicht auf die Beine helfen, w-ll die Posftion Kemal Paschas nicht durch Zu­ziehung der Russen bei den Verhandlungen noch verstärken.

Es wird von der englischen Presse mit Eifer die Meinung verbreitet, daß eine Zuziehung Rußlands zu den Orientkonferenzen den Wün­schen Frankreichs widerspreche. Die Abneigung Frankreichs scheint aber nur äußerlich zu sein. Die offensichtliche Unterstützung Kemals durch die französische Politik und die Reise und Tätigkeit HerriotS in Moskau lasten das ilb anders erscheinen. Herriot hat Preffever- tretern gegenüber zu verschiedenen Malen die Ansicht ausgesprochen, daß eine Anbahnung ver­traglicher Verhältnisse zwischen Frankreich und Rußland durchaus im Bereich der Möglichkeit liege. Die Sowjetregierung sei im Prinzip be­reit zur Anerkennung der Vorkriegsschulden. Die ganze Ostpoliftk Frankreichs steuert zielbewußt auf eine neue russisch-französische Freundschaft hin. das heißt auf eine letzten En­des wirtschaftliche und politische Herrschaft über den Osten. Eben tagt in Reval eine Konferenz der ehemals russischen Randstaaten. Das soge­nannte provisorische Warschauer Abkommen, das die gesamte Außen- und Wirtschaftsvolitik der Randstaaten unter die polnisch-französische Füh­rung bringen soll, soll endaiiltig formuliert wer­den. Damit aber würde Frankreich die Haupt­transitstraßen nach dem Osten besitzen. Zugleich aber auch die Kontrolle des deutschen Handels nach dem Osten.

Die Sowjetregierung ist zu klug, um den Pferdefuß der französischen Politik zu übersehen, ist viel zu realpoliftsch, um nicht zu wissen, daß eine Verständiquna mit England viel notwen­diger und wertvoller für das Wiederaufkommen Rußlands ist als eine Verständigung mit Frank­reich. Sie versucht, zwei Eisen im Feuer zu halten und eine Macht gegen die andere auS- »uspielen. Die Ablehnung deS Uraabart-Ver- traaes dürste daber kaum als endgültig anzn- st ben kein. Dos politische Sviel wird wobl noch eine Zeitlano fortgesetzt werden, um dann doch mit einer rüst'kch-emstikchen VerNändiguna mtf mittlerer L'nie tu enden. Für D - utkch- s ft n oshtnft 'bic

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und Kontrolle des deutschen Handels, mit dem

Ziel der dauernden politischen Einschränkung wäre eine unerträgliche Fessel. Es ist an der Zeit, daß die deutsche Industrie und der deutsche Handel zu Taten schreiten. Vom Reichsverband der deutschen Industrie sind Besprechungen ein­geleitet worden über die nächsten Aussichten des deutsch-russischen Handels, an denen auch die Russen teilnahmen. Der Rapallovertrag darf nicht nur ein politisches Instrument in den Händen der Sowjetregierung bleiben. Er mutz politisch und wirtschaftlich auch von Deutschland ausgenutzt werden. Uiti, das, bevor noch das Fell des russischen Bären verteilt ist.

Marksturz und Reparation.

Neue D'asinahmen der Alliierten?

(Eigener Trahtbericht.)

Paris, 13. Oktober.

Der neue Marksturz beherrscht auch, nach­dem er an der Pariser Börse zum vorläufigen Stillstand gekommen ist, immer noch Oeffcnttich feit und Presse. Loucheurs Auslassungen im Journal bc8 Debüts" bereiten auf neue Pfänderfvrdernngen Frankreichs zur Sicherung der Reparcitionen für 1933 vor. Auch die anderen Pariser Blätter kündigen scharfe Maßnahmen Frankreichs (!) gegen Deutschland an. Die Beratungen der Kommission über de» von Sir John Breadburh vorgelegten Plan, der sofortige Maßnahmen radikalen Charakters ent­hält, werden fortgesetzt. Dazu wird jetzt be lannt, daß darin ein Einspruchsrecht der Reparationskommission gegenüber neuen deut schon Banknoten verlangt wird. Gerüchte, die zur Stunde noch nicht nachzuprüfen sind, wollen wissen, daß bereits eine Note in diesem Sinne nach Deutschland gesandt worden ist.

Eine JKaDnung zur Vernunft.

London, 13. Oktober. (Eigene Drahtmel- i-ung.) Sir Erik Geddes, Vorsitzender der eng­lischen Reparationskommission, hielt in einem Londoner Klub eine aufsehenerregende Rede über die FrageReparationen". Er sagte, die Alliierten handeln vollständig falsch, wenn sie versuchen, den letzten Pfennig aus Deutschland heraus zu bekommen. Sie würden ihn nicht herausbekommen, weil er nicht vor­handen sei. Eine Einladung der Repa- rationskommisflon ist ans Paris nach Berlin ab- gegangen zur Wiederaufnahme der Besprechun­gen über die Einstellung des ungedeckten Notendruckes und Ueberwachung des beutfdjen Budgets durch das Garantiekomitee.

Was wird Morgan tun?

Rotterdam, 13. Oktober. (Eigene Draht­meldung) Wie aus Newyork berichtet wird, hat sich M o r g a n am 10. Oktober nach Europa ein- geschifst. Die Morganbank bestreitet, daß Mor­gans Reise mit der Rcparationsfrage in irgend einem Zusammenhänge steht, lehnt aber eine Er­klärung über den Zweck der Ueberfahrt ab.

Scharfe Devisenkontrolle.

Ein endgültiges Gesetz Wied vorbereitet.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 13. Oktober.

Die Notverordnung des Reichspräsidenten gegen die Devisenspekulation wird nur kurze Zeit Geltung haben. Es ist bereits ein endgül­tiges Gesetz in Bearbeitung, das eine gewisse Kontrolle vorfleht, und das demnächst den gesetzgebenden Körperschaften zugehen wird. Die Kontrollmaßnahmeu sollen beijedemAn. kauf von ausländischen Zahlungsmitteln in Anwendung kommen. Zur Durchführung der Kontrolle wird die Reichsbank bestimmt, in Set. lin auch noch die Außenhandelsstellen. Dieses Gesetz fleht vor nicht nur eine Kontrolle der Käufe, sondern auch eine P r ü f u n g, ob die an­gekauften Devisen auch wirklich zu dem angege­benen Zweck Berwenduna gefunden haben. Grundsätzlich soll die KanferlaubniS nur für die Begleichung von Einfuhrkosten und Bezahlung ausländischer Schulden erteilt werden.

Eine Reglerungskoalitton.

Die Parteien beim Reichskanzler.

(fßrivat-Telegrmmn)

Berlin, 13. Oktober.

Die Besprechungen deS ReichSkanAerS mit den Parteien über Erweiterung der Regie- rnngSkoalition beginnen jetzt am Sonntag. Zu­nächst find für Sonntag das Zentrum und die Sozialdemokratie vom Kanter ge­laden worden. Tie Bereinigten Sozialdemokra­ten verlangen vom Reichskanzler eine Vermeh­rung der sozialdemokratischen Minifterpoften, ent-

sprechend der jetzigen Stärke der Vereinigten so- zialdemokrattschen Parteien in den Parlamenten.

Am öen Merchspräflöenten.

Vorschlag der Reichsregierung.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 13. Oktober.

Reichsinnenminister Dr. Köster hat dem Reichstags-Präsidenten fvlgendes Schreiben übersandt: Der Neuwahl des Reichspräsiden­ten stehen rechtliche und staatsrechtliche Hinder­nisse nicht mehr entgegen. Nach Artikel 2 beS Gesetzes über die Wahl des Reichspräsidenten bestimmt der Reichstag den Wahltag. Zwischen dem Beschluß des Reichstags und dem Wahltag muß für die Vorbereitung eine mehrwöchige Frist liegen. Namens der Reichsregiernng schlage ich für den Wahltag Sonntag den 3. D c- zember 1922 vor und bitte, hierfür einen Be­schluß deS Reichstages herbeizuführen.

Nir HcrNang der Deutschen Dvlküpartel.

Berlin, 13. Oktober. (Privattelegramm.) Vor seiner Abreise nach Frankreich wurde Hugo Stinneö, zusammen mit dem Abgeordneten Kempkes vom Reichspräsidenten empfangen. Sie legten dem Reichspräsidenten sehr ausführ­lich die innen- und außenpolitischen Gründe dar, die es der Deutschen Volkspartei ratsam erschei- ren lassen, die Wahl des Reichspräsidenten nicht zu beschleunigen.

Die Deutschnationalen an Hindenburg.

Berlin, 13. Oktober. (Privattelcgramm.) DieBosstscl-e Zeitung" hört auS sehr zuverläs­siger Quelle, daß die Leitung der Deutschnatio- nalen Volkspartei sich kürzlich an Hindenburg mit dem Ersuchen gewandt habe, eine dentsch- rationaic Kandidatur bei der ReichSprässdenten- wahl anznnehmen. Hindenburg habe seine Be- reittoilliKeit dazu erklärt. (?) Diese Nachricht ist wohl mit Vorsicht aufzunehmen.

Die neuen Steigerungen.

Preise, Gebühren, Teuerungszuschläge. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 18. Oktober.

Der ReichSrat hat jetzt die Preise für das erste Drittel der Getreide-Nmlage erheb­lich erhöht. Der Preis für die Tonne Roggen soll von 6900 auf 20500 Mark, Weizen von 7400 auf 22 500, Gerste von 6700 auf 19 000, Hafer von 6600 auf 18 000 Mark erhöht werden. Die An­nahme erfolgte mit 47 gegen 13 Stimmen. Da. gegen stimmte nur der Freistaat Sachsen, Ham­burg, Mecklenburg-Schwerin, Braunschweig, An­halt und Lübeck. Der Vertreter Berlins fehlte bei der Abstimmung. Außerdem stimmte der Neichsrat einer weiteren Erhöhung der A n i waltsgebühren zu. Die Pauschsätze für Auslagen und Schreib gebühren werden verdrei­facht. Die TeuerungSznschläge für Gebühren und Straffachen werden von 50 auf dreihundert Prozent erhöht. Für Zivilsachen, bürgerliche Rechtsstreitigkeiten und Verkehrssachen werden sie verdoppelt. Die Verordnung tritt am Tage der Verkündung in Kraft und findet auch auf die bereits anhängigen Sachen Verwendung. Ferner wurde eine Verordnung angenommen, die die T e ue r u n g 8 z u s ch »s s e der Mili - tärrentner wesentlich erhöht.

Keine Beruhigung im Osten.

Trotz des Abkommens ift die Lage kritisch. (Eigener Drah'bericht.

Wien, 13. Oktober.

Aus Athen wird gemeldet: Die griechische Regierung hat der Presse mitgeteilt, daß sie in drei Tagen das Abkommen von Mudania unterzeichnen wird. Eine Klärung der Lage ist aber noch nW eingetreten, denn es wird von den Dardanellen berichtet, daß türkische Militärflugzeuge am Mtttwoch mehrfach die neutrale Zone und auch das Gebiet von Kon­stantinopel überflogen haben. Die Londoner Times" meldet: Das englische Konsulat in Kon­stantinopel hat den britischen Staatsangehörigen den Rat erteilt, mit dem DampferJmpreß of Jndia" die Stadt zu verlassen. Unter den griechischen Flüchtlingen an6 Kleinasien ist die Pest ausgebrochen. Die Athener Regierung ist bemüht, Hilfe für sie zu schaffen.

Die Siywarzmeer-Siaaien.

Riga, IS. Oktober. (Eigene Drahtmeldunq.) Wie auS Moskau verlautet, hat Tfchiffcherin eine neue Note an die Entente gerichtet, in der die Teilnahme Rußlands, der Ukraine und Georgiens nicht nur an der Meercngen- Konferenz, wie von der Entente bereits zugc- ftanden worden ist, solchem auch an der Orient. Friedenskonferenz gefordert wirb.

Getreide-Ablieferung.

Termin für das erste Drittel.

Die vielumftritte«« ©etteibeumlaae mactzt be« Landwirten ebenso wie den Behörben noch einige Schwierigkeit. ES wird jetzt awt- lich geweidet, bah mit der Lieiernng nicht bis ,nw letzte» Tag gewartet werden joU. Gegenüber einigen Angrifstn in der Tages­preise, in denen bemängelt wurde, daß die Kom- munalverbSnde mitunter die Frist für die Ab­lieferung des ersten Drittels der Getreideum­lage vorverlegten, teilt eine amtliche preu­ßische Stelle aus einem Runderlaß des Staatskommissars für Volksernährung nachste­henden Absatz mit:Es ist mir berichtet worden, daß in einzelnen Landesteilen die Erzeuger bc- schlossen haben, mit der Ablieferung des Ge­treides bis zum äußersten Termin zu warten. Wie ans einem Rundschreiben des Landesgetrei­deamtes vom 28. August 1922 hervorgeht, ist je­doch die Reichsgetreidestelle im Interesse der allgemeinen Brotversorgung darauf angewiesen, so schnell wie möglich in den Besitz deS ersten Drittels der Umlage zu kommen. Es wird daher in diesen Fällen dem KoMmnnalver- ban be obliegen, den Zeitpunkt für die Al>- lieferungspflicht der Erzeuger so früh­zeitig zu wählen, daß er seinerseits mit der Ab­führung des Getreides an die Reichsgetreide stelle bis zum 31. Olt ob er 1922 nicht in Rückstand kommt. Eine frühzeitige Ablieferung liegt auch im Interesse der Erzeuger selbst, da sie hierdurch auf schnellstem Wege in den Besitz des Kausiprei- ses gelangen und bei etwaiger Vorlieferung des ersten Drittels ein geldlicher Nachteil unter allen Umständen ausgeschlossen ist, dagegen die Ablie­ferung in letzter Stunde

die Gefahr einer Verspätung in sich birgt, die unter den gegebenen Umständen keinesfalls als entschuldbar angesehen werden kann." Wenn also in einzelnen Fallen eine Vor- batierung des ursprünglich vorgesehenen Liese» rungstermins durch einige Kommunalverbände erfolgte, so kann, tote der hier zitterte Posses be­weist, die Innehaltung dieses Termins, d. h. die möglichst frühzeitige Ablieferung des Umlagege­treides, durchaus nur als im jntereffe der Erzeuger selbst liegend bezeichnet werden. Bekanntlich ist die Menge des in diesem Jahre bisher abgelieserten Umlagegetreides erheblich geringer als das bis $um Seichen Zeitpunkt hn Vorjahr gelieferte Quantum, sodaß eine mög­lichst baldige Lieferung der Restbestände im Interesse der Volksernährung geboten erscheint.

Kriegsschiffe imGiiffenOzean

Die amerikanische und brittsche Flotte.

Aus Newvork kommt folgender sehr bezeich­nender Drahtbericht: Seit der Unterzeichnung des Abkommens über den Stillen Ozean in Washington, hat man nichts mehr über die Ge­fahren eines englisch - amerikanisch - japanischen Konflikts gehört. Indes erregt die Vertei­lung der Schiffskräfte im Stillen Ozean interessante Beobachtungen. England hat ein mächtiges australisches Geschwader ge­bildet und mit den neuesten Errungenschaften ausgerüstet, mit dem großen Schlachtkreuzer Australia", den gedeckten KreuzenMelbourne", Sidney", Brisbame" undAdelaide", 11 Zer­störern, 6 großen Unterseebooten und verschiede­nen geringeren Einheiten. Andererseits wurde Singapore im letzten Jahr zur Metten Schiffsbasts des Vereinigten Königreichs erklärt und Gouverneur von Neuseeland ist kein anderer als Admiral Jelliooe. der Obersikommcmbierciibe der großen Flotte während des Krieges.

A m e r i k a ist vor allem damit beschäftigt, die Philippinen in Verteidigungszu­stand zu versetzen. Die militärischen Arbeiten sind seit dem Amtsantritt des Präsidenten Har- ding in Angriff genommen worden, denn sein Vorgänger batte sich mit diesen Inseln nicht be­schäftigt. Ein neuer und sehr energischer Gou­verneur, wurde ernannt, der sich lebhaft der Sache annrmmt. Mit vielleicht noch größerer Jntensivttät -vird am Panama-Kvnckl ge­rüstet. Daß die Vereinigten Staaten nach dem Pazifik ihre beste Marine verteilt haben, zeigt zur Genüge, wohin sich die Blicke der Amerika­ner richten. Daraus erhellt das Interesse an dem früher deutschen Inselchen Pap, da? im weiten Ozean verloren ist, aber ans dem halben Weg zum osiiatffchen Sontinent und ganz nahe der englischen Basis Guam liegt.

Amerika gegen Europa.

Gegen die militärischen Ausgaben.

London, 13. Oktober.

Plan berichtet auS Washington: Rach» dem in amerikanischen Regienlngskreffen die Ueberzeugung zum Ausdruck gebracht wird, daß in der nächsten Zeit außer von Großbritanicn keine Zahlungen der europäischen Schuld- nerftaaten, weder Zinsen noch Kapital zu erwar­ten sind, steht eine neue Entscheidung der Regie-