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Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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Mittwoch, 11. SttoSer 1922.
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12. Zahrgaug.
Kein Ende der Verwicklungen.
Der Kampf um Rom.
Drohung der Faszisten.
Aus Italien komnien Alarmnachrichten über einen geplanten Marsch der Faszisten nach Rom, um mit Hilfe eines Staatsstreiches das Kabinett Facta zu Mrzen, während man beii König gnädigst sein Scheindasein weiter fristen lassen will, vorausgesetzt, daß er sich dem Willen der Faszisten beugt. Die Meldungen über die unter dem Vorwand eines Kongresses, für die Zeit vom 22. Oktober bis 4. November geplante Zusammenkunft der Faszisten mit dem Endziel der Besetzung des Parlaments, der Ab- sägung der Minister und der Einsetzung einer provisorischen Faszistenregierung klingen ja recht abenteuerlich; aber nach der Prvbemobil- machung, als welche man den „Feldzug nach B o z e n", der mit dem völligen Siege der fas- zistischen Rebellen nicht nur über die Stadt, sondern auch über das hilflose Kabinett Facta geendet hat, anschen kann, muß man sich von dieser Seite auf alles gefaßt machen.
Mas sind und was wollen die Faszisten? Der Name stammt aus dem Lateinischen. Die Faszes, eine Institution des alten Rom, bestanden aus einem Bündel biegsamer Stöcke und einem dazwischen gesteckten cmporragenden Beil, das den höchsten römischen Gerichtsbeamten vor- angetragen wurde. Die Faszisten sehen sich also als eine Art Exekutivgewalt an, und ihr Shm- bol. das Beil, bedeutet „Kopf ad". Es Paßt finnig zu den zahllosen Gewalttaten, die auf ihrem Konto stehen. Sie rekrutieren sich zum Teil aus ehemaligen Kriegsteilnehmern, die stellungslos sind, zum Teil aus der verwilderten Jugend, zum Teil aus dem Großstadijanha- aet, her überall Mhause ist. Was die Faszisten unter der Führung des Diktators Mussolini, der heute eine der einflußreichsten Persönlichkeiten Italiens ist, ursprünglich als ihr Programm ausgaben klang zum Teil garnicht so übel: „Politik des Gleichgewichts und der Versöhnung in Europa, Revision und Aenderung der Friedensverträgc", wozu sich freilich „die wirtschaftliche AnuÄtion Dalmatiens" gesellte. Aber von diesem international — politischen Programm ist nicht mehr die Rede, sondern heute kämpft der Faszismus um die politische Macht, kämpft für die Intereffen einer er-reaktionären Klasse, also gegen die Arbeiterschutz- aesetzgebung, gegen die sozialen Institutionen, kämpft vor allem für die Diftatur Mussolinis. Kämpft also auch gegen das Parlament, in dem es die Faszisten trotz intensivster Agitation bei ben letzten Wahlen auf nicht viel mehr als zwanzig Mandate gebracht hoben, wenn auch freilich ein nicht unerheblicher Teil der Parteien sich längst den Fasztstenterror gebeugt hat.
Die Klagen über die Gewalttaten der Faszisten, die regelrechte StrafeKediticmen gegen ganze Gemeinden, die sich „mißliebig" gemacht hatten, ausführten und die vielfach sasztstisae Behörden einrichteten, sind Legion; aber das Tollste war doch ihr Vorstoß in die einst kerndeutsche und'jetzt hoffnungsloser Italienisierung preisgegebene Stadt Bozen. Wo sie die deutsche Schule expropriierten und lateinisterten, wo sie den Ge-meinderat verjagten. Und wo sie die Absetzung des hochverdienten Bürgermeisters Pe- rathouer erzwangen, obwohl der König — der freilich nur eine Null ist — ihm bereits die Bestätiguno in seinem Amte erteilt hatte. Während Mussolini sich bisher noch mit einem monarchistischen Mäntelchen drapierte, hat er nun sein Umsturzprogramm bekannt gegeben: .Weg mit dem Staat der Versicherungen, der Eisenbahnen, der Wirtschaft', so heißt es in seinem Programm, das letzten Endes auf die Wirt- schaftsanarchie hinauskommt. Er hat in Udine den „Marsch auf Rom* angekündtgt mit dem Ziel .Italien zu regieren", wobei die Monarchie bestehen bleiben darf, „vorausgesetzt, daß sie sich nicht gegen die Faszisten wendet." Die beiden großen Parteien, die Populari und die Demokraten, haben an Einfluß stark vevloren, und die in drei Gruppen zerfallenden Sozialisten, die radikalen Marimalisten, die Gemäßigten unter Tu. rati und die Kompromißler unter Ferri, sind durch die Spaltting geschwächt.
Unter diesen Umständen war die Stellung des Kabinetts de Facta stark erschüttert, und der Ministerpräsident schwankte, ob er gleich demissionieren oder aber durch Auflösung der Kammer und durch Ausschreibung von Neuwahlen den nicht sehr aussichtsvollen Kamps aufnehmen soll. Die gleichfalls erwogene Berufung G i o l i t t i s würde eine Kampfansage gegen die Faszisten bedeuten, da er bei diesen wegen der Durchführung des Fabrikrätegesetzes besonders verhaßt ist. Jedenfalls steht Italien vor einer schweren Krisis, die schon längst nicht mehr eine Kabinettskrisis, sondern vielmehr eine Staatskrisis ist. Deren weltpolitische Bedeutung darin liegt, daß von den etwa siegreichen Faszisten auch nach außen hin eine ausgeprägt chauvinistische Politik zu gewärtigen wäre. Gang abgesehen von der Ansteckungsgefahr, die in einer
solchen „Ueberlandzentrale" des Chauvinismus liegt. Die neueste Entwicklung dieser italienischen Gärung geht, nach unseren telegraphischen Meldungen dahin, daß das Kabinett de Facta seinen Stand behauptet. Es will nicht zurücktreten, sondern für die Aufrechterhaltung der Ordnung im Lande sorgen. Der Wille ist gut und es wäre sehr zu wünschen, daß de Facta sich wirklich durchsetzt. Ob ihm das aber bei der Schwäche des Kabinetts gelingt, ist eine andere Frage. Es ist bezeichnend, daß die Tiroler, die unter der aufgezwungenen italienischen Herrschaft leben, entschlosien sind, gegen die Ueberfälle der Faszisten zur Selbsthilfe zu greifen. Es scheint also, daß die Regierung doch nicht in der Lage ist, sich die nötige Geltung zu verschaffen. Dr. -st.
VerwimmglmNavenOfttn.
Wieder eilt türkischer Vorstoß.
(Eigene Drahtmeldung.)
Wien, 10. Oktober.
Wie aus Konstantinopel berichtet wird, find die Türken wiederum in die neutrale Zone bei Jsmid eingedrungen. Ein englisches Tor. pedoboot hat am Ufer des Schwarzen Meeres östlich des Bosporus, Marinesoldaten gelandet, deren Führer den Kemalistenführcr auf die Verletzung der neutralen Zon aufmerksam machte, und ihm die Aufforderung zustellte mr- verzüglich zurückzugehen. Der Kcmalistcnfiihrer erklärte seine Bereitwilligkeit seine Truppen zurückzunehmen, erklärte aber, daß seine Leute toi- müd> seien, und daß er deshalb darum bitte, die Nacht dort verbringen zu dürfen. — Rach einer weiteren Meldung aus Konstantinopel find mehrere türkischeKavallerieabteilun- gen in dem Dorfe Nmur Feri eingerückt und halten das Dorf besetzt. Bon dem englischen Hauptguartier ist eine Bekanntmachung heraus- gegeben worden, daß die alliierten Generäle gegen die neuerlichen Verstöße der Türken gegen die Abmachungen in Mudania Protest eingelegt haben. Der Vertreter Kemals, Jsmed Pascha hat den Wunsch ausgesprochen, daß diese Zwischenfälle nicht zu neuen Konflikten führten.
Die Konferenz In Mudania.
London, 10. Oktober. (Eigene DraHttnel- dung.) Die Konferenz in Mudania, die gestern abend wieder ausgenommen wurde, beschäftigte sich damit, den Türken die alliierte Ant. wort auf ihre Forderungen der letzten Woche zu übergeben. Ueber die Verhandlungen selbst ist bisher keine eigenüiche Nachricht eingegangen. Die Antwort geht, wie verlautet, dahin, daß die Alliierten die griechische Armee auffordern werden, Ostthrazien baldigst zu räumen.
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Gütung in Konstantinopel.
Zürich, 10. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) Die Reue Züricher Zeitung meldet aus Konstan- tinopel: Die Lage vor Konstantinopel hat sich in den letzten achtundvierzig Stunden unverkennbar verschärft. In Konstantinopel werden Vorbereitungen der türkischen Behörden gegen einen Ausbruch von U n r u he n getroffen, die nach Anficht der Alliierten in WirkliiUeit einer türfi- chen Mobilmachung gleichkommen. Englische Flugzeuge kreisen über der Stadt.
(Snglenö zur Orienttrise. Forderung des britischen Kabinette.
(Eigene Drahtmelduna.)
London, 10. Oktober.
Von unterrichteter Seite verlautet, daß die von Paris aus gemachten Vorschläge Lord Curzons im englischen Kabinett zuerst heftigen Widerstand gefunden haben. Sie wurden erst angenommen, nähern Curzon in einem Telegramm mit feinem Rücktritt gedroht hatte. Das Kabinett erhob gegen die Pariser Vereinbarungen besonders deshalb Widerstand, weil darin die Stärke der türkischen Gendarmerie in Thrazien nicht festgesetzt worden ist. Wahrscheinlich wird die Londoner Regierung eine Ergänzung der Abmachungen in diesem Sinne verlangen. Weiter wird England fordern, daß das Zu rück - ziehen der Türken aus dem besetzten Ge
biet gleichzeitig mit dem Rückzug der Griechen aus Thrazien erfolgen fall.
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Eilige Weisungen.
London, 10. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Zwei Beamte des Londoner Auswärtigen Amtes sind von London aus in einem Flugzeug aufgestiegen, um sich nach Konstantinopel zu begeben. Der Flug führt über Köln-Wien. Man hofft, daß diese beiden Kuriere heute in Konstantinopel eintreffen werden. Sie Überbringen General Harrington eine Anzahl neue wichtige Instruktionen.
Dir Voriser Dertzandlungen.
London, 10. Oktober. (Eigene Drahtmel- Gestern abend fand eine Kabinettssitznng statt, in der Lord Curzon über feine Verhandlungen in Paris mit Poincars und dem italienischen Vertreter Bericht erstattete.
Kadßnettwechftl in Mgkmd?
Angriffs gegen Llohd George.
(Eigener Drahtbericht.)
London, 10. Oktober.
In englischen cingewcihten Kreisen ist offen von einer bevorstehenden Regierungskrise die Rede. Von vielen Seiten wird Lloyd Georges Orientpolitik auf das schärfste verurteilt, die seit zwei Jahren überreich an unangenehmen Ungeschicklichke itcn und. Ueberraschun- gen war. Man ist der Ansicht, das; Lloyd George sich zum mindesten einige Zeit Ruhe gönnen müffe und angeblich soll schon vor einem Jahre eine sehr hochstehende Persönlichkeit dieser Ansicht Ausdruck gegeben haben. Man ist in politischen Kreisen ferner der Auffassung, daß die Leitung des 9)?inifteriumS sehr gut Lord Cur- zon übertragen werden könne, ohne daß vor Dezember nächsten Jahres Neuwahlen nötig würden. Lord Curzon würde die unioni- st i s ch e Mehrheit der Kammer hinter sich haben. Auch die Bildung eines konservativen Kabinetts unter Chamberlein oder Bonar L a w, der mit seinem vorgestrigen Brief an die „Times" wieder den polittschen Schauplatz betreten hat, wäre möglich. Wenn Lloyd George bleiben wird, wird er die Kammer zweifellos vorzeitig anflösen, aber mit einer geringeren Aussicht auf Erfolg als noch vor einigen Monaten.
Die Spannung in Italien.
Faszisteu-Agitatton gegen Oesterreich.
(Eigener Drahtbericht.)
Rom, 10. Oktober.
De Facta hotte eine eingehende Besprechung mit dem Generalsekretär der Faszisten, der im Namen der Parteileitnng die schleunige Auflösung der Kammer rmd Ausschreibung von Neuwahlen verlangte. Obschon der Generalsekretär seine ganze Beredsamkeit auswandte, gelang es ihm nicht, de Facta zu überzeugen. Der Mi- nisterpräfident trug vielmehr die Angelegenheit im Ministerrat vor imd dieser beschloß, die Frage der Kammer vorzulegen, die zu Ende die- es Monats einberufen werden soll. Der Faszi- sten-Führer Bi u s o l i n i richtete an den Ministerpräsidenten und an den Außenminister fomie an den Schatzminister die Aufforderung, ange> ichts der heftigen italienfeindlichen Sprache der Wiener Preffe die Auszahlung der zweiten Rate des Hilfsgeldes an Oesterreich einzustellen. Der Außenminister antroortetc, daß er sich mit dem Schatzminister in Verbindung gesetzt und den italienischen Gesandten in Wien angewiesen habe, gegen den Ton der Wiener Presse entschieden Einspruch zu erheben. — Die Italiener vergessen aber, daß sie zu diesem Ton erst durch ihre Gc walttaten die Veranlassung gaben.
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Umtriebe in Südtirol.
Wien, 10. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Ter Faszisten-Terror in Südtirol geht weiter. In Brixen wurde eine Anzahl deutscher Firmenschilder zertrümmert. Infolgedessen find neben anderen Gebäuden das Rathaus und die Post mflttörisch besetzt worden. In Trient soll wieder Ruhe herrschen. Die Zivilbehörden haben den letzten Meldungen zusolge die Gewalt wieder übernommen.
Der Zuckerverbrauch- Die amtliche Neuregelung.
Nach bett kürzlichen Angaben über die künftige Znlkervertetlnng stnb nachfolgenbe Mitteilungen für Sandel und Verbrancher beachtenswert.
Aus dem Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft wird mitgcteilt: Die Mißstände, die sich im laufenden Wirtschaftsjahr auf dem Gebiete der Zuckerversorgung gezeigt haben, haben, wie bekannt, schon fett längerer Zeit zu eingehenden Erörterungen der zusiändigdn Stellen über eine Neuregelung der Zuckerwirt. schäft geführt. Als Ergebnis dieser Verhand- lnngen wird im Reichsanzeiger und Reiechsge- setzblatt eine Verordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft über den Verkehr mit Zucker im Betriebsjahr 1922-23 veröffentlicht, die mit sofortiger Wirkung in Kraft tritt. Durch die Verordnung wird in Ueberein- stimmnng mit den Beschlüssen des Reichsrats und des vorläufigen Reichswirtschaftsrats die gesamte Zuckerindustrie
zur einheitlichen Bewirffchastttng
des Zuckers zusammengeschlossen und dadurch die Grundlage für eine Verteilung des Zuckers nach einheitlichen Grundsätzen geschaffen. Die neue Zuckerwirtschaftsstelle hat die Verteilung des Zuckers unter der Oberaufsicht deS Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft vorzun-'bmen. Ihr wird außerdem ein Beirat aus Vertretern der Länder, der Landwirtschaft, des Groß- und Kleinhandels, der Verbraucher, der verarbeitenden Industrien, des znckerverarbeitenden Handwerks und der beteiligten Avböitnehmer ungegliedert. Der Beirar ist zu allen grundsätzlichen Fragen der Verteilung des V c r b r a u ch s z u ck e r s, insbesondere vor Freigaben, vor dem Erlaß von Richtlinien für die Verteilung und der Preisfestsetzungen, zu hören. Er wird alsbald gebildet werden und soll Mitte nächster Woche zum ersten Male zusammentreten. Zur Wahrnehmung der öffentlichen Interessen und Sickerung des Einflusses des Reichs auf die Verteilung wird außerdem ein Reichs kommissar bei bei Znckerwirtschastsstelle bestellt. Er isst zu allen Sitzungen zuzuziehen. Im Falle der Beanstandung von Maßnahmen der Zuckerwirtschafts- stelle durch den Reichskommiflar entscheidet end- gülttg der Reicksminister füT Ernährung und Landwirtschaft. Die Verordnung sieht zunächst die Verteilung von
einem Kilogramm Zucker monatlich
auf den Kopf der Bevölkerung vor. Die Verteilung soll dem Wunsche der deutschen Länder in der Weise erfolgen, daß die entsprechenden Mengen den Ländern zur Verfügung gestellt und durch sie untervcrteilt werden. Die nähere Regelung der Unterverteilung ist den einzelnen Ländern überlassen. Den Wünschen auf Zuteilung von mehr als einem Kilogramm Zucker monatlich auf den Kopf konnte zunächst nicht Rechnung getragen werden, da sich zur Zeit die Erzeugung de? neuen Wirtschaftsjahres noch nicht hinreichend übersehen läß^ Der Satz von einem Kilogramm ist daher nur vorläufig. Seine Erhöhung wird in Aussicht zu neh'nen sein, sobald sich mit Sicherheit übersehen läßt, daß bic erforderlichen Mengen Zucker zur Verfügung stehen. Die Zuckerwirtfckastsstelle hat außerdem nach den Richtlinien des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft auch den Zucker für sonstige notwendige Zwecke, insbesondere für den Bedarf an Brotaufstrichmitteln und Einmachezncker zur Verfügung zu stellen. Zur Ucberwachnna der verarbeitenden In- buftrien ist her Erlaß näherer Bestimmungen vorgesehen; zunächst bleibt
für btefe Industrie das Verbot
der Lieferung und Verarbeitung von inländischen Zucker zur Herftelluna von Schokolade. Süßigkeiten, Branntwein und branntweinhaltiaen Getränken aller Art, insbesondere Likör und Schaumwein, in Kraft. Da nach der neuen Verordnung der gesamte Zucker neuer Ernte der Verfügung der Zuckerwirtsckastsstclke unterliegt, ist ferner den Fabriken verboten, Zucker ans Grund früher abgeschlossener Verträge zu liefern; Zuwiderhandlungen sind strafbar.
Die Lasten der Vreffe.
Wie den Zeitungen „geholfen" wird.
Anläßlich der amtlichen Erörterung von Maßregeln zur Behebung der Papiemor unserer Presse wird darauf hingeviefen, daß die Abgabe von 54 v H von den Holzversteigerungen „zur Linderung der Pressenot" sich geradezu zur K a r i katur entwickelt hat. Die Absickst bei der Schaffung dieser Abgabe war geivefen, den Waldbcsitzeru und Holzverkänfern. die von den ungeheuren Holzpreisen so außerordentlick Pro- itieren, ein kleines Opfer zugunsten der Presse »ezw. der Allgemeinheit anfzuerlegen. Wie setzt authentisch nach-zewieftn wird, ist aber das Umgekehrte bei der Sache heran sgekommeu: venu zu den Auftionspreisen wird jetzt noch ein Son-