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Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung <

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Nummer 23V.

Fernsprecher 951 und 952

Sonntag, 1. Oktober 1922.

Fernsprecher 951 und 952

12. Jahrgang.

Die Keiegserregung im Orient.

Der Brand im Orient.

DaS Flugfeuer von Kleinasien.

Manche Politiker, die behaupteten, die euro» «patschen Zusammen hänge zu durchschauen, sagten zu Zeiten, daß der Weltkrieg, der am Balkan begonnen hat, auch am Balkan enden werde. Vielleicht ist es so. Der Weltkrieg hat jetzt acht Jahre lang gedauert nur die Methoden waren seit 1918 verändert und wieder toben die Kämpfe in Kleinasien und am Balkan. Zunächst schien der Streit zwischen den Türken und Griechen nur örtliche Bedeutung zu ha­ben, aber durch die Niederlage der Griechen ent­stand ein Problem der Großmächte. Die siegreichen Türken nehmen ihre Inseln, die im Vertrag von SLvreS ihnen genommen und den Griechen ^gesprochen worden waren, zurück und verlangen jetzt auch die osteuropäische Land, ecke, Thrazien, das sie gleichfalls an Griechen, land hatten abtreten müssen, zurück. Des Weite, ren fordern sie volle Selbständigkeit, d. h. die Wiedereinsetzung Konstantinopels als Haupt­stadt, Freiheit der Dardanellen-Meerengen und Befreiung von der fremden Kontrolle. Damit find die Westmächte England und Frank­reich wieder unmittelbar ht den Streit ver­wickelt und zwar durch eigene Schuld. In Pa­ris und London ist die Politik voller Intriguen. Die Franzosen haben seither die Türken in ihrem Vorgehen gegen die Griechen unterstützt und ihnen wieder zur Macht verhalfen. Das war zugleich ein Schlag gegen England, das grobes Interesse an einer ohnmächtigen und zu- rückgedrängten Türkei hatte. Möglicherweise find die Türken jetzt stärker geworden, als den Fran­zosen lieb ist, denn die Pariser Mahnungen an Kemal Pascha zur Mäßigung sind von diesem gar nicht beachtet worden. Er stellt Forderungen aus, die die Türkei in ihrer alten Größe wieder Herstellen sollen. Der alte müde Sultan hat abgedankt, sein Sohn hat die Regierung über- nommen und der Heerführer Kemal ist die trei­bende Kraft.

Di« Türken befinden sich jetzt in einem B e - freiungskrteg, eine neue Zeit beginnt für sie. Es ist einigermaßen erstaunlich, wie schnell sich dieses Volk von den krüheren jahrelangen Kämpfen erholt hat. Eine Erklärung dafür liegt natürlich in dem Umstand, daß die Türkei nicht ausgehungert worden war wie Deutsch­land und Oesterreich, und daß fle nicht völlig von Waffen entblößt wurde. Außerdem ist günstig für sie, daß die Gegner nicht unmittelbar be­nachbart und kein« geschlossen« Einheit sind. Griechenland ist schwach und England ist durch die Entfernung gehindert. Frank- reich und Italien halten sich zurück. Eine weitere Hilfe ist die vorläufig moralische Un­terstützung durch die Völker am Schwarzen Meer und teils am Balkan: durch Rußland, Gc- orgien, Ukraine, Bulgarien und Un- g a r n. Politisch haben also die Türken ein er­hebliches Plus. Und militärisch? Auch darin find sie noch im Vorteil, weil sie sich von ihrer Basis nicht zu entfernen brauchen und vorläu­fig über die größere Truppenstärke verfügen. Inzwischen senden allerdings die Briten an­dauernd Verstärkungen nach Osten, und in eini­gen Wochen können, wenn sich der Krieg weiter entwickeln sollt«, auch die Kanadier und Austra­lier zur Stelle sein und dann doch eine aus­schlaggebende Macht bilden. Vermutlich rechnet Kemal mit dieser Möglichkeit und sucht schon vorher eine Entscheidung herbeizuführen, worauf fein erneuter Vormarsch schließen läßt. Aus schnellen Ersolg kommt alles an. Bevor die Bitten so stark sind, daß sie mit gelandeten Truppen anqreifen können, müßte Kemal im Be­sitze von Thrazien sein und die Meerengen be- herrschen. Das scheint daS Ziel seiner neuen Bewegung zu sein.

Inzwischen breitet fich m London große Nervosität auS Man zerbricht fich die Köpfe darüber, was auS dem Abenteuer im Orient entstehen kann. Während die gemäßigten Kreise, hauptsächlich Handel, Gewerbe und Ar­beiterschaft, die noch unter der wirtschaftlichen Störung leiden, g e g e n die Truppenentsendung sind, drängen die Nationalisten zum offenen Krieg gegen die Türken. Das Wagnis ist diesmal sehr kühn. Englands Prestige als Welt­macht steht auf dem Spiele. Erleidet es eine Niederlage, dann werden die indischen Schwie­rigkeiten zunehmen und selbst in den Augen der Großmächte wird es stark an Ansehen und Einfluß verlieren. Das Gegengewicht am Bal- kan ist groß. Bulgarien neigt immer mehr dazu, mit Sowjetrußland ans di« Seite der Türken zu treten, und die russische Reoft- rung ergreift gerne die Gelegenheit, um sich einmal außenpolitisch zu betätigen. Don Grie­chenland ist nicht mehr viel zu erwarten, nachdem König Konstantin zum zweiten Male den Thron hat verlassen müssen und das Volk sowie die Heimattruppen in zwei feindlich« Parteien gespalten find. Konstantin hat ein

Das JlrvoluttonskvmUee.

Athen, 30. September. (Eigene Drcchtmel- dung.) Das provisorische Komitee der R e v o - lutionäre hat an die griechische Bevölke­rung einen Aufruf erlassen, in dem es n. «. heißt: Nachdem eine Verständigung mit der zu­rückgebliebenen Regierung erziett worden ist, wird das Revolutions-Komitee sobald als mög­lich die Regieruugsgewalt übernehmen. Das Komitee wird die allgemeine Ordnung ausrecht erhalte« und alle Bürger ohne Ausnahme schür- zen, Unruhestifter aber, gleichviel welcher Par­tei, bestrafen.

Der Bargeld-Mangel.

Die Banke« find wieder in Verlegenheit.

(Ptivai-Telegramm)

Berlin, 30. September.

Bum heutigen Ultimo macht fich der Mangel an Bargeld wieder in erschreckendem Maße be­merkbar. Große Berliner Banken waren gestern nicht in der Lag», auch nur kleine Schecks über 5000 bis 5000 Mark einzulösen. In den Kreisen der Industrie und des Handels erregt dieser Bargeldmangel der Banken das größte Aussehen, da sehr viele Betriebe nichtinderLage sind, zum Monatsersten Gehälter und Löhne auszuzahlen. Wenn die Reichsbank bisher stets den elftägigen Streik der Buchdrucker in der Reichsdruckcrei als Grund für den Geldmangel anführte, so find inzwischen doch mehrere Wo- chm ins Land gegangen «nd die Reichsdruckerri ist sicher in der Lage gewesen, die nötigen Schei­ne zu drucken. Da auch das Postscheckamt nicht imstande war, kleinere Beträge auszuzahle« und nur über 10 000 Markscheine verfügte, so mutz hier ein beklagenswerter DispojUionsfehler der Leichsbank vorliegen-

Griechenlands Llmsturz.

Rach dem Thronwechsel.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 30. September.

Heute wird berichtet, daß der Kronprinz Ge­org die Regierung übernommen und als Ge­org II. den Eid auf die Verfassung geleistet habe. Gleil^eitig wird aber auch erklärt, daß die Aufruhrbewegung von dem jüngsten General der griechischen Armee PangaloS geleitet werde, dessen sortschrittliche Politik be­kannt ist. Wenn Pangalos mächtig sei, soll eS nicht ausgeschlossen sein, daß er auf eine Ver­fassung sänderurg hinrrbettct und es versuch, eine Republik zu errichten. Weiter wird ans Athen gemeldet: Die anSwärtS verbreitete Nachricht, der bisherige König Konstantin sei von feinen Truppen oder dem revolutionä­ren Kabinett gefangen gefetzt worden, bestätigt sich nicht. Reuter meldet, daß Konstantin, die Königin Sophia und die Prinzen Nikolaus und Andreas an Bord eines Kreuzers die Haupt- fiadt Athen verlassen haben.

Stampf um Thrazien.

Wien, 30. September. (Eigene Drahtmel­dung.) Die Nachrichten befogen, daß der Kampf um Konstantinopel bevorsteht. Alle Be­wegungen der kemnlistifchen Armee lassen darauf schließen. Wie der griechische Gesandte mit- teilt, ist die Regierung von Athcn fest entschlös­se«, Thrazien nicht aufzugeben, sondern es auss Aeußerste zu verteidigen. Die diploma­tisch« Sage im Oste« ist noch nicht geklärt.

für auswärtige Angelegenheiten Sowjet-Rutz, lands, Tschitscherin gestern in Warschau eingetroffen ist. Er wird mit dem polnischen Ministerpräsidenten Besprechnngen über die all­gemeine Lage in Europa haben.

Die Kriegslage im Orient.

Am den Besitz der Dardanellen.

(Eigener Trahtbericht)

London, 30. September.

Im Beisein der Chefs der militärischen und maritimen Streitkräste hielt das britische Kabinett gestern abend wieder eine mehr­stündige Sitzung ab. Es wurde Einstimmigkeit darüber erzielt, daß die türkischen Trup­pen die Meerengen nicht überschreiten dürfen imb der Abschluß herbcigeführt, Tschanak unter allen Umständen zu verteidigen. Eine spätere Meldung besagt aber schon: Man spricht von der Möglickstert, nicht nur Tschanak. son­dern auch Konstantinopel zu räumen. Tie Alliierten wurden sich aus die Halbinsel Gallipoli zurückziehen «nd von dort aus die Freiheit der Meerengen verteidigen. Wie die Bulgarische Telegrapheu-Agentur mitteilt, haben fich an der Südgrenze von Bulgarien Massen von Flüchtlingen zusammengezogen. Die bulgarische Regierung hat den Befehl gegeben, alle Flüchtlinge, ohne Unterschied der Nationali­tät. di« Grenze überschreiten zu lassen.

Denizrüos In Varis.

Paris, 30. September. (Eigene DraHtmel- dung.) Aus Athen wird berichtet, daß das Re- volutianAvmttee an BenizeloS ein Tele­gramm gerichtet hat, in dem dieser frühere Mi­nisterpräsident ausgefordert wird, die griechi­schen Interessen vor den Alliierten zu vertreten. Weichzeitig wird ihm das volle Vertrauen aus­gesprochen. VenizeloS ist gestern in Paris eingetroffen. Er beabsichtigt, erst nach Beendi­gung des Aufstandes nach Griechenland zurück­zukehren. Dadurch will er den Verdacht ver­meiden, als ob er an dem Aufstande teil genom­men oder ihn gefördert habe.

«SSnmg in Bulgarien.

Paris. 30. September. (Eigene Drahtmel­dung.) Aus Sofia kommt die Nachricht, daß auch Bulgarien vor einer offenen Revolte stehe. Es wird allgemein angenommen, daß die Reste der russischen Wrangel-Armce an dem Aufstand teilnehmen werden.

wechselvolles Schicksal. Im Weltkriege mußte er unter dem Druck der Entente den Thron räu­men und ihn seinem zweiten Sohn Alexander überlassen. Als dies« nach Kriegsende einem seltsamen Unglücksfall «legen war, wurde Kon- stantin vom Volke wieder ztrrückgerusen Er führte einen siegreichen Feldzug gegen die Tür­ken bis in die Nähe von Angora. Nach Achen zurückgrkehrt, kamen bte Fehlschläge, bis schließ­lich der fettige Sieg der Türken allen Gewinn zunichte machte. Tas wandelbare Volk ver­langte wieder seine Abdankung, weil es fich davon törichterweise die Gunst und Hilfe d« Entente verspricht. Vorläufig ist der Weste Sohn Georg der neue König, aber vielleicht entsteht in der allgemeinen Erregung eine Repu­blik. Die innere Verwirrung lähmt natürlich die äußere Kraft. Zwar beabsichtigen die Ser­ben, sich in den allgemeinen Streit zugunsten der Griechen einzumischen, aber ihnen Üegt nicht so viel daran, den Griechen zu helfen, als viel­mehr, für sich selbst Landgewinn und sonstige Vorteile zu ramschen. Die Gärung am Balkan hat jedenfalls einen Zustand geschaffen, aus dem sich bedenkliche Fölsen entwickeln "können. Für uns heißt es d<chei: in Ruhe abwarten!

K. F. D.

Die Briten find brdrogr.

London, 30. September. (Eigene Draht­meldung.) Nachrichten, die aus Konstanttnopel in Loiwon eingegangen sind, besagen, datz die Türken in Tschanak eingerückt find. Die Stadt ist nunmehr von den Türken und den Engländer« besetzt. Die Kenialisten verschanzten fich zum Teil im Rücken der englischen Truppen.

Die Abdankung des Sultan».

Konstantinopel, 30. September. (Eigene Drahtmeldung.) Obwohl die Nachricht noch nicht amtlich bestätigt ist, wird doch in wohlinformier­ten Kreisen versichert, daß der Sultan zugun­sten des Kronprinzen abgedankt hat.

Wird Rußland abgelehnt?

Paris, 30. September. (Eigen« Drahtmel­dung.) Es verlautet frier halbamtlich, daß daö Verlange« der Sowjetregierung, an der Trientkonferenz teilzunehmen, von Frank­reich abgelefrnt werde. Aus Warschau wird amtlich gemdbet, daß der Volkskommissar

Ernste Beurteilung.

Schwache Stellung der britischen Truppen.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 30. September.

In Londoner politischen Kreisen befürchtet man die Schwäche der britische« Stellung im Orient Man weigert fich zu glauben, daß Mu- stapha Kemal nicht wisse, wo die ventrale Zone beginne und weist demgegenüber auf die Tatsache bin, daß dietürkischen Abteilungen nicht nur bte Gegend von Tschanak. umbcrn auch von Ismid besetzt haben. Man legt die Ant­wort so aus, datz man in ihr bfr Absicht Kemals erkennen will. Zeit zu gewinnen und dank die­ser gewonnenen Zeit und hinter einem Schleier von Kavallerie eine bedeutende Truppen- konzentr»tion auf dem asiatischen User der Dardanellen vorzunchmen, um damit den Ueber- gang üb« die Dardanellen zu erreichen unb Kon­stantinopel zu besetzen. In türkischen Kreisen ist man ebenfalls überzeugt baß die alliierten Truppen nicht fähig fein Werben, in einem solchen Falle Konstantinopel zu halten.

Schraube ohne Ende-

- Ernste Erörterung im Landtag.

(Eigener Bericht)

'i Berlin. 30. September.

Gestern beschäftigte sich der Preußisch« Land­tag mit der steigenden Teuerung. ES lagen Anfragen vor üb« die Sebensmtttelteuerung, Spekulation in Devise«, ErwerbLlosenunter- stutzung, Einschränkung der ArbeitsloisioLeit, Wohmrngs- und Kreditnot von Industrie, Han­del und Landwirffchast, Einschränkung der Son» zessionterung von Schankstätten, Heranziehung ber valutastarken Ausländer zu einem Ausgleich für ihre billige Lebensführung in Deutschland und Notlage der Kleinrenttter. Abg. Lim- b e r tz (Soz.) begründete di« Anfragen und Anträge seiner Fraktion. Die LefrensmtttÄver- hältnisse der breiten Dolksmasse sind uner- träglich geworden. Mit der Not hält nicht Schritt die Steigerung des Einkommens. Eine ganze Reihe von Zechen hat den Kleinverlauf von Kohlen eingestellt. DaS ist eine skanda­lös« Rücksichtslosigkeit gegen die Aermsten des! Volkes. (Zustimmung links.) Außerordentlich

gefährdet ist die Brotversorgung.

In gesetzwidriger Weis« hat sich der Reichstags» ausschuß eine Erhöhung des Preises des Unür- gegetreides angemaßt. Blätter wi« di« ,F'" furter Zeitung" und das .Berliner SagcL. teilen mit daß an der Produktenb^» mit Getreide nicht gehandelt, sondern fpc1 werde. Diese Erhöhung deS Brotpreise^ die breite Masse nicht tragen. Man sollte * lieber die Umsatzsteuer «höhen, die nur^H wenigen Firmen ehrlich bezahlt wird. sollte die Düngemittel sozialisier««, dann brauchte die Landwirffchast nicht üb« zu hohe Preise zu klagen. Mtt dem Wuch« und Schwindel in der Zuckerwirtschaft mnh endlich aufgeräumt werden. Im Kleinhandel muß der Auslandszucker verboten werden, dann hört dec Schwindel auf. Trotz gut« Star« toffelernte haben wir gute Kaitofstlprets«. Abg. Metzinger (Ztr.): Die Sorge um di» Zukunft bedrückt unS alle. Die Haupturka» che unserer Notlage ist der Versailler Vertrag. Solange wir das Ausbeutungsov» jekt der Anderen sind, kann die Not nicht schwin- den. (Sehr richtig.) Traurig ist es, daß auS dies« Not heraus noch Geschäfte gewacht wer­den. auch politische. Links und rechts sitzen bte Unruhestifter. Die Tevisenspekulanten im In» und Ausland warten ja nur auf alle für Deutsch­land ungünstigen Ereignisse. Wenn di« Dinge sich so Wetter entwickeln, werden im kommenden Winter Zehntausende unserer besten Volksgenos­sen Hungers sterben, weil sie ihr Einkommen der . Geldentwertung nicht anpassen können. M>z« bedarf eS der Vergrößerung der Anbauflächen., Kartoffeln sind reichlich vorhanden, aber Die Preise sind so hoch gegangen, daß die große Masse sie nicht rechtzeitig vor dem Frost m den Keller bringen kann. An die Landwirtschaft richte ich den Appell, die Kartoffeln nicht zuruck- zuhalten. Abg. Becker-Berlin (btt.) fuhrt aus: Jede neue

Zahlung an die Entente bab« den Marffurs fallen lassen. Die Produktion ber Industrie habe erst sechzig Prozent der 8ne» denserzeugung erreicht. Es mangelt cm ar», beitsintensivität. (Große Unruhe bei den Sozialisten. Zürnst: Lassen Sie mÄt soviel Sv.ru« Herstellen.) Die Wirtschaftlichkeit laßt außerordentlich nach, wenn die Kommunen ihre Hand auf die Betriebe legen. (Erneute Zurufe bei den Sozialisten.) Die Landwirtschaft hat jur 1^22 vierzig Prozent Stickstoff mehr bestellt, aber die Ungunst der Witteruug hat die Erfolge zu­nichte gemacht Wenn man jetzt den Umlagepreis vervierfacht, so «hält der Landwirt imnter erst zwanzig Mark mehr pro Brot Abg. $«- Kalle (D. Dpi.) erflärte, solche Reden wie ixe, des Vorredners fördern die Einheitsfront mcht und stören die Politik der Versoh- nnng. (Sehr richtig in ber Mittels Uns«e Per­sonalpolitik kann sich sehen lassen. Ohne Ansehen der Parteileitung werden möglichst viel Fach­leute in die Aemter untergebracht werden. (Ver­fall bei ber Deutschen VoMsparter.) Das Aus­land behauptet noch immer, wir zerstörten nm,t» lich unsere Währung. Die Einstellung der No- tenpresse hat nur bann einen Wert, wenn bte Hoffnung auf eine Besserung besteht. Das sei aber freute nicht der Fall, das zeige ber Kapi­talmangel. In besonders fefrtoieriger Lqge befinde sich die Chemische Industrie, bet man Kontrollkommissionen sogar in bie Fabriken ge- sttzt bat. Sollte es zu einer Beschlagnahme durch bie Franzosen kommen, so werde die deutsche In­dustrie die Werke nicht den Franzosen in bie S-ättbe spielen, sondern die leitenden MÄm« gingen bann heraus. (Beifall rechts.)

Tas Mnze Volk müsse eine Gemeinschaft zusammenschmieden. Landlwirtschaftsminister Dr. Wendorf betörte: Der Grund der Rot