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Nummer 226

Mittwoch, 27. September 1922,

Fernsprecher 951 und 952

12. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952

S>U Kasseler Neuesten Nochrtchlen erscheine»wocheaMch fechsmal und »war a b enb ä. Lek Avoanernentspreis btträflt monaMch 75.- Marl bei freier -iuslelluuz in« Ha»« te der »eschüftSstelle adgeholr 70. Marl monatlich, «uäroärt« durch die Poft bezogen 75. Marl moaatkich etnschl Zustellung. Bestellungea werden leberzetr entgegeugenommen. Druckerei, »ierllig und Rebellion - Schlachthofftrab- 28/30, Kür unverlangt etngesandte Beiträge kann Me Redaktio» eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Kalle übernehmen. Auszahlung de« Bezugjigewe« oder «nfvrüche wegen etwaiger nicht ordnüngSmätziger Lieferung aurgefchlosten.

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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Sesfische Abendzeitung

Das Problem der Dardanellen.

nehmigung der Alliierten über den Bosporus Vordringen, so werde Griechenland in Thrazien ein Heer von 150 000 Mann einsetzen

ien, aber er fractte: Wo ist noch eine solche möe. lich, nachdem lebr viele Rwier»orsteber von aus­wärts lnerd»r verseht tooTben sind. Von imfertn alten bewährten sparen sind nur

noch »Wei in ihren Revieren. Wenn ein Beam­ter Dchutw"llze' drc» Jahre den Stra- r*pt'bTcnft verseben hat, so bat er bereits reiche Erfahrungen gesammelt, und daß die polizeMche

Städten Ueverschüsse zu bringen. Auch dieser Be­schluß wirst wieder ein grelles Licht auf das dem langsamen Ruin zueilende deutsche Wirt- schastsleben und könnte den anderen Staaten EirropaS zum warnenden Fingerzeig dienen, falls sie überhaupt geneigt sind, die Dinge in Deutschland mit richtigen und offenen Augen erkennen zu wollen. Ks.

«Kriechenlanb protestiert.

Paris, 36- September. (Eigener Drahtbericht.) Nach Meldnugen aus Athen "ist man dort über dieÜntreueEnglands, das zu einem nach­giebigen Kompromiß bereit ist, auf das Tiefste er­regt. Trotz allem will man noch einmal einen letzten Widerstand gegen Kemal Pascha auf eu­ropäischem Boden versuchen. Mit dem Verlust Kleinasiens hat man sich natürlich abge^ nuden, eine Rückgabe Thraziens mit Adrianopcl will die griechische Regierung jedoch ans leine« Fall anerkennen. Sie werde sich der Abtretung mit allen zur Verfügung stellenden Mitteln wi­dersetzen. Wenn die Türken mit oder ohne Gc-

KuUemd will vermitteln.

Die Außenpolitik der Sowjeteegierung.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 26. September.

Der stellvertretende Volkskommissar für aus­wärtige Angelegenheiten in Moskau, Karakan, Hot an den Sowjetvertreter in Berlin eine Note über die kommenden Orientverhandlungen gerich­tet, um nach einem offiziellen Angebot der An­gora-Regierung als Vermittler aufzutrrtcn. Tie Moskauer Regierung hat ihren Vertreter in Angora angewiesen, die guten Dienste Russlands onzubieten. Die Sowjctregicrung hofft dadurch ihre Stellung bei den mohammedanischen Völkern zu fertigen. Die russische Handels- Delegation in London gibt bekannt, daß keinerlei miliätrische Abmachungen zwischen den Regie­rungen von Angora und MoSkau aus Grund der im Jahre 1921 abgefMossenen Verträge bestehen.

Um die Konferenz. _

England sucht den Krieg zu vermeidsu.

(Eigener Diahtbericht.)

London, 26. September.

Gestern nachmittag fand eine Kabinettsrat s- fitznng statt, die sich mit der Lage in Kleinasien befasste. Lord Curzon wohnte der Sitzung bei und gab dem Ministerrat eine» ausfiihrlichen Bericht über seine Berhandknngen in Paris. In RegierungSkreisen erwartet man, dass Kemal Pascha die Rote der Verbündeten annehmen und sich bereit ereklörrn wird, unter gewissen Beding­ungen zur Konferenz zu gehen. Dieser Meinung wurde auch im Ministerrat Ausdruck gegeben. Es ist aus Angora noch keine offizielle Nachricht ein­getroffen, dagegen hat die britische Regierung von ihrem Vertreter in Mokka» eine amtliche Mitteilung erhalten, ebenso wie von dem sran- zösischen Aussen amt, die beide darauf schliessen lassen, dass die Kriegsgefahr beseitigt, wenn nicht völlig ausgeschlossen erscheint.

Weitere mffitSrifche Maßnahmen.

Rotterdam, 26. September. (Eigener Draht­bericht.)Worningpost" meldet aus Konstan. tinopel: Die Antwort Kemal Paschas auf die Einladung des englischen Oberkonnniflars. Be­vollmächtigte zum 26- September nach Konstanti­nopel zu entsenden, enthält auch den Vorbehalt, dass die militärischen Vorbereitun­gen der kemalistischen Armee durch die Besprech- singen unberührt bleiben. Nachrichten aus Bombast zufolge machen indische Zeitungen für die Bildung einer Angora-Legion Propaganda. Diese Legion der Inder soll an der Seite der Türken kämpfen.

Der Krieg im Osten.

Türkische Dod ngungen vor Ser Konferenz.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 26. September.

Der Vertreter der Regierung von Angora in Konstantinopel, Hamed Best, erklärte gegenüber dem Vertreter derSunday Press", die Kemali- stcn seien bereit, die Freiheit der Meere n- g c u anzuerkcnncn und an einer Konferenz über den Nahen Osten teilzunehmen. Dor Eröffnung der Konferenz müsse aber den Türken da§ Recht eingeräumt werden, die Meerengen zu überschreiten und Thrazien zu besetzen. Sollte die vorherige Besetzung Thraziens verhin­dert werden, so könnten fix an der Konferenz nicht teilnehmen. Sollte bei der Ueberschreitm:» der Dardanellen das türkische $eer von den Alliierten beschossen werden, so würde dieses nicht zögern das Feuer zu erwidern. Gestern nach- mittag ist aus London die Nachricht eingcjroffen.

Der Geldmangel.

Kreditsperre für die Städte.

Die von den Banken durchgesührte Schmä­lerung des Kredits in Industrie und Gewerbe wird in allen Betrieben lähmend empfunden, ob­wohl man diese Maßnahme der Banken als be- rechfigt ansieht, weil die Geldknappheit da»u ge­zwungen h.rt. Es gibt im Kreditgeben eine Grenze und diese ist entweder schon in kleineren und mittleren Betrieben erreicht, oder sie wird selbst bei größeren Betrieben demnächst erreicht sein. Der allgemeine Geldmangel kommt weniger zum Ausdruck in der vorübergehenden Erschei- nung der fallenden Papiermari, als vielmehr in einem Fehlen der Geldmittell für den internatic- ualen Geldmarkt. Auf der gleichen Linie mit den Maßnahmen der Danken läuft der Sperr- beschluß der Girozentralen Deutsch- lands. der gelegentlich des allgemeinen deutschen Svarkaffentages in Goslar von sämtlichen Giro- zentralen gefaßt wurde. Dieser Beschluß bedeu­tet die Ankündigung einer prinzipiellen Sperre des Kommunalkredites. Der Beschluß wurde notwendig durch die Entwicklung auf dem Geldmärkte, und zwar dadurch, daß die Kredit- ansprüche stärker wachsen. Die zur Verfügung stehenden Gelder und das fortdauernde Sinken der deutschen Mark trägt auch hier einen großen Teil Schuld mit. Mer dazu kom-mt noch die -roße Rot der deutschen Städte! Auch hier stehen alle Erhöhungen und Teuerungszulagen in kei-

21rMerrekSmpse.

Zürich, 26. September. (Eigene DrHhtmcl- dung.) DerSortiere della Sera" berichtet aus Konstantinopel: Seit Sonntag früh hört man in Konstantinopel Artilleriese »er vom Eingana der Dardanellen her. Die Kcmalistrn haben Kum-Kalessi, die Befestigun­gen am Eingang zu den Dardanellen, den Sitz der Briten, mit Artillerie angerissen.

Die Befowungösragen.

Re»« Forderungen für Oktober.

(Prtvat-Telegramm)

Spandau, 26. Septencher.

Ju einer gestern abend in den Festsälru statt, gcsundenen Bramtrnverfammlung teilte ein Ver­treter der Spitzen-Organisationen per Gewerk­schaften mit, dass Anfang Oktober wieder eine Erhöhung der Beamtengehälter gefor­dert werden müsse und zwar auf Grund der dann vorliegenden Indexziffern für den Monat September. Wie gemeldet wird, finden am kommenden Donnerstag im ReichSfinanz- ministrrium B e r h » n d l u n g c n mit den Spit- zenorMnisationen der Beamten und Arbeiter über die neu vorzunrhmrnde Festsetzung der Grundgehälter und der Kinderbeihilfen statt.

2hi© Dolen regt f!©!

Rotterdam, 26. September. (Eigene Drahtmeldung.) Wie derCourant" aus Paris berichtet, erklärte der dorttge polnische Gesandte, Polen erwarte, dass Russland im türki­schen Kriege neutral bleibe. Sollte Sowset- russland iedoch vor Konstantinopel aktiv auffre- tcn, so müsse sich Polen an die militärischen Bin­dungen der Kleinen Entente halten.

Gin Mahnruf d§r Uresfe.

Derzögeruna der Maßua huren.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 26. September.

Zum Kapitel Zeitungsnot macht der Vorwärts' heute folgende bemerkenswerten An­gaben: Angesichts der Tatsache, dass immer mehr Zeitungen von der Teuerung dahingerafft wer­den, ist erstaunlich, mit welchem Gleichmut die Länder, die jetzt die Enffcheidnng haben, dem Er­lass wirffamer Massnahmen immer mehr hinanszögcrn. Neber dcn Weg zur Hilfe ist man sich im Allgemeinen klar. Trotzdem ge- sclfiehr nichts Durchgreifendes. Will man warten, bis auch die grossstädtische Presse unter dem Truck der Verhältnisse sich zu Einschränkungen gczwun- gen sieht, die ihre politische Bewegungskrast her- abmindern, will man dem nicht entgegenwirken, dass gerade die selbständigen, von Kapital- und Fntereffenstrvmungen unabhängigen Blätter da- hingerafft werden, so ist höchste Zeit das Rot- »vendige zur Rettung zu tun.

Luftverkehr in Europa.

Ausdehnung des TrausporLuetzeS.

. (Eigene Drahtmeldung.)

London, 26. September.

Es sind Bestrebungen zur Schaffung eines ausgedehnten Lusttransportdicntzes im Gange, der sich über ganz Rordeuropa erstrecken soll. Den Anlass hieiqu hat das günstige Ergebnis der am letzten Sonnabend ausgeführten E i l f l ü g e von London nach Berlin und zurück gegeben, wobei die Strecke Hamburg-London ttt weniger als fünf Stunden zuriukgclegt worden ist. Gegenwärtig finden Verhandlungen ftoh zwischen der Daimler-Luftschisfahrts-Gesellschaft, der deutschen Lustreedrrei, die das wichtigste Transportunternehmen darstcllt und hinter aer die Hamburg Amerika-Linie steht und zwischen der Royal-Dulch-Geseüschaft und einem dänischen TranSportunternehmeu. Das neue Lustnctz soll Fluglinien umfassen, die es ermöglichen, eine Verbindung zwischen London-Berlin und Kopenhagen in einem Tage hcrzustellen und die ein Retz innerhalb cineS Umkreises von tau­end Meilen umfassen soll.

Seinen Industrie- und Steuer - Quellen der Städte und Gemeinden.

Die vom Reiche zuruckerstattetcn Beträge sind «nmer bedeutend überholt, wenn sie ausgezahlt werden, und so kommt es, daß die kurzfristigen Kredite infolge der Lage der Gemrindefinanzen von den Städten nicht mehr zurückge­zahlt werden können und Wohl oder übel von den Girozentralen verlängert werden mutz- ten, sollten nicht schwerste soziale Störungen ber- vorgerufen werden. Die Girozentralen haben infolgedessen den Sperrbeschluß gefaßt, und die deutschen Städte, die aus dieser Quelle bisher roch in ihrer finanziellen Notlage Kredite schöp­fen konnten, sehen sich nunmehr ohne Hilfelei- stung. Die Einstellung dieser Kredite ist neben dem rapiden Anwachsen der Geldbedürfniffe der Städte infolge der Geldentwertung oder der mangelnden Unterstützung durch die Reichsregie- run« auch in dem Nachlassen der Spar­tätigkeit und der stärkeren Inanspruch­nahme der Sparkassen durch ihre Spar­einleger zu suchen. Seinem Sperrbeschluß gibt der allgemine deutsche Sparkassentag einen Fin­gerzeig mit auf den Weg, wie es allein möglich ist, den Kommunen neue Hilfsquellen zu erschlie­ßen. Neben verständnisvoller Förderung durch Reich und Staat wird den Stadt- und Gemeinde­verwaltungen äußerste Sparsamkeit emp- fohlen. Anstelle der bisherigen vierteljähr­lichen Gehaltszahlung wird eine monatliche Gehaltszahlung empfohlen. Ferner wird darauf hingewiesen, Teuerungszulagen nicht auszuzahlxn, sofern sie nicht bereits vom Reiche Vorher überwiese r sind. Tann sollen die Kom- numafoertoattungen bei der Reichsregierung auf schleunige Auszahlung dieser Steueranteile und der ^Seträge für Kriegswohlsahrtszwecke drängen.

Schließlich wird den Sommunalverwaltungen noch empfohlen, zur Beschaffung von Koh­len, Del und anderen Betriebsstoffen ein­malige Beiträge von den Abnehmern einzuziehen, um die Betriebsmittel für die kommunalen Werke verstärken zu können. Das Vorgehen der Girozentralen bedeutet so glauben wir we­nigstens annehmen zu dürfen keineswegs die Einstellung jeglichen Kredites, sondern cS bedeu­tet nur eine Vorsichtsmaßnahme, die jetzt getroffen wird, solange es noch Zeit ist, Abhilfe der drohenden Gefahr gegenüber zu schassen. Der Sperrbeschluß ist aber gleichzeitig für die Reichsfinanzverwaltung ein deutlicher Finger­zeig, daß daS Reich feinen Verpflichtungen den Kommunen gegenüber pünktlich und ausreichend Nachkommen muß, wenn nicht die kommunale Selbstverwaltung und damit dar deutsche Ge­meindewesen vollständig zusammenbrechen soll. Tie wenigen Steuerquellen, die den Städten nach der neuen Regelung des Reichs­steuersystems geblieben sind, reichen nicht mehr aus, die Geldnot der Städte zu bcfrie- t igen, und den Koimnunallbetrieben ist es nicht ohne weiteres möglich, sich aus eigenen Einnah­men zu decken, geschweige denn, wie fcüäjer, den

Einrücken Kemal Pascha-? in die neutrale Z o n e auf dem asiatischen Ufer der Darda­nellen zu einer Verständigung geführt hat. Der Üiickische Kommandeur habe sich sofort bereit- erklärt, seine Truppen zurückzuzichen.

Der Kommandeur der Schutzpolizei, Polizei- oberstwachtmetster von Buch, empfing mich in Gegenwart seinerrechten Hand", des Polizei- majorS Lehmann, und ich legte ihm die Frage vor, ob die in der Eingabe des BürgerbunDeS geäußerten Besorgnisse, daß die geplante Uebei- gangs-Organisation den Schutz der Bürgerschaft beeinträchtigen könnte, begründet sind. Oberst­wachtmeister von Buch war erstaunt, daß gerade der Bürgerbund derartige Besorgnisse vertreten hat, die von der gesamten Schutzpolizei mit Be­dauern vernommen worden sind. Hat die Bevöl­kerung, fragte der Kommandeur, nicht Augen, um zu sehen, wie gut die Polizei gearbeitet hat? Schlechtes ist es nicht, was sie bisher leistete. TaH hat sich bei den verschiedensten Gelegenheiten er­wiesen. Der Wunsch nach Vermehrung und Ver­stärkung dr Revierwachen der einzelnen Stadt­bezirke ist ein alter Wunsch der Schutzpolizei, und wenn nicht immer eine größere Zahl von Be- amten den Revieren zugeteilt worden ist, so liegt dies in den mangelnden Räumlichkeiten der Wachen begründet. Seit langer Zeit hat daS Kommando entsprechende Anträge gestellt, die jedoch noch keine Erledigung gefunden haben. In allernächster Zeit erfolgt aber bereits eine stärkere Besetzung der Revierwachen, wenn die Hanauer Schutzpolizei, die jetzt in Schlesien eingesetzt war, hier eingetroffen und die Kasseler.Polizei um diese verstärkt worden ist. Der Abtransport von Schlesien nach hier ist bereits gemeldet worden. Ein Irrtum ist auch die Ansicht des Bürgerbundes, daß keine einheit­liche Befehlsgewatt in den Revieren vorhanden: ?ei und daß deshalb mit gewissen Zwischenfäl­len gerechnet werden müsse. Hier, so betonte der Oberstiwachtmeister, hat sich noch kein Fall ereig­net, der Schwierigkeiten gebracht hätte.

Ter Reviervorsteher ist der Vorgesetzte aller Beamten der Wache und seine Anordnungen sind unbedingt auszuführen. Das ist sowohl auf der Wache wie int Straßendienst der Fall. Ueberdies hat der Polizeipräsident die oberste Gewalt Über die gesamte Polizei. Die Einteilung ist derart, daß die Exekutive in'der Hmrd der Schutzpolizei liegt, während der Neviei'vorsieher den Dienst im Revier zu verseben hat. Er bat die Befug- vis, den Sckmtzpolireibeamten jede Anordnung zu geben, die er für sein Revier erforderlich hält. Wer behauvtet, daß die Schutzpolizei ihren Dienst auf der Straße nicht genügend versieht, befindet sich im Irrtum. ES ist eine dem Kom- mando der Schutzpolizei bekannte und ihm von den verschiedensten Seiten, nicht nur au5 Kassel, bestätigte Tatsache dass die Verhältnisse in den Straßen von Kassel immer besser geworden sind. Fehler kommen vor. ober sie sind dazu da, daß sie zu Verbesserungen führen. Was die Vermeh­rung der Revierwachen betrifft, so sind auf An­legung des Kommandos vier Reviere mehr beantragt und dabei auch der Bedürf- niSnackweis erbracht worden. Dann trat Oberst­wachtmeister von Buch in ganz besonderer Weise snr seine Beamten ein. Er schilderte ihren schwe­ren Dienst und rühmte die Rnbe, mit der selbst lüngete Leute ständige Anpöbelungen ertragen. Wrr haben ein gutes Beamtenmaterial, fache er, dos seinen Dienst tut, ohne zu murren, das ieder. zeit auf dem Posten ist.

Der Drang zur Schutzpolizei ist nicht arotz und der Etat nicht vollzählig. Die Beamten aber, über feie wir verfügen, haben noch nie versagt und ihre Haltung int Dienst bch stets volle An­erkennung gefunden. Itntfo mehr ist zn bedauern, daß letzt sogar da? Bürgertum eine Svitze geoen sie wrl/fttet Hot. DaS zehrt an dem ganzen Po- l'.zeikörper. Bürger und Arbeiter müßten zu- fi reden sein, wenn Ordnung auf der Straße herrscht, und daß diele erhalten wird, daran hat es die Schutzvollzei-Beamttnlchast niemals feb- len lassen. Unbegründete Spitzen gegen sie läh­men aber ihre Dienst- und $ürvf8frcube, und in d« Tat hat das Vorgehen deS Bürgerbundes bei den Beamten eine Stimmung erzeugt, die keines­wegs erfreulich ist. Sollte ein Verblassen der rch"tzpoliz»i der Okv'twa^ttn»!ster meinte damit ein Nachlassen der Dienstfreude eintre- ten, so liech das sicherlich nicht fin Interesse der Kasseler Bevölkerung ganz besonders nicht in ><m der Dürgcrsihaft. Schließlich bestritt der Kommandeur nicht gewisse Vorteil« einer Botzen- ftänbiefeh feer Revwi-vorbes>er und ihrer Beam-

polizeilicher Schutz.

Vermehrung der Polizei-Reviere.

In Seefeig bei Eingabe de» Biirgerbnob»» an den Minister des Innern, die sich mit der Umformung der -Polizei in Nagel befebäf. »ist, hatte tteifer RH. Mitarbeiter eine Ui»- le-rednng mit dem Äommanticur der Schutz» Poiizei.-Poiizoi-Sderftwachtmeifter von Buch, an« der sich ergibt, datz am Schutz der Stadt Raffel nichts eerläumt würde und nicht wird.