Meier Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 224.
Sonntag, 24. September 1922.
12. Jahrgang
Fernsprecher 951 and 952
Fernsprecher 951 und £62
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oesoldungs- und Teuerungs-Probleme
gen der Wiederaufbaugruppe Bayern befinden
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SBt« »afider 8<eueiien 5lad#rtc6tai erldjetnen rooOjentltd) IcchSmcU und zwar a b enb 4. Der AdonnernentOpretS beträgt monaMch 75.— Mart bet freier SufteOung in* Hau», fn der «Setchätt«stelle abgehott 70.— Mark monatlich. Südwärts durch die Bost bezogen 75.— Marl monatlich evlschi- Zustellung. Bestellungen werden lederzeit entgegengenommen. Druckerei, Vertag und Äebattton Echlachchoiftraste 28/30, *iir unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redaltion eine Serontroortnng oder Gewähr in keinem Ratte übernehmen. Rückzahlung de« BezugSgeldeS oder Ansprüche wegen etwaiger nicht orbnimgimäStger Lieferung auSgeschlolsew
deraufbaugruppe Bayern <8. m. b. H. mit 5iti in Münckirn gegründet Der Gruppe gehört eine größere Anzahl bedeutender fübb_„ Werke an; barunter befinden sich die
Lohnerhöhungen für O k t o b e r hat der Reichsverband der deutschen Industrie, Fachgruppe Bergbau, geantwortet, daß die Notwendigkeit einer neuen Lohnerhöhung nicht eingesehen werden könne. In einem neuen Schreiben an die Fachgruppe Bergbau verharren demgegenüber die BcrgarbeiterverüSnde auf ihrer Forderung und lehnen alle Folgen des abwartenden Verhaltens der Fachgruppe ab. Der Reichsarbeits- ministcr wurde um seine Vermittlung gebeten.
weiter geben. Auch die anderen wollen das nicht. Aber — Deutschland muß selbst das Ent- cheidende tun! Es muß einig werden! Sechzig Millionen einige Deutsche, einig int beißen Willen zum Wiederaufbau, einig in Arbeit tnd einig im nimmer ruhenden Protest gegen üe schreiende Ungerechtigkeit des Ver« ailler Vertrags, die würden eine Macht
>arstellen, über die die Welt nicht hinwegkounnen könnte, eine Macht, die Frankreich und England
tendsten Firmen der Tonindustrie, Werke der Metall-, Eisen-, Holz- und Maschinenbrauche, sowie der Auwmobilindustrie, darunter auch die Daimler-Motorengesellschaft in Stuttgart. Es bestehen bereits Verträge mit französischen Interessenten, die vom Ministerium der befreiten Gebiete Mandate erhielten. Die Mandatare übernehmen die Aufträge der französischen Geschädigten, bezw. der Koroprationen, um solche an die deutschen Jntereffenten weiterzuleiten. Die Dllrchführung der Lieferung wird gemäß dem Wiesbadener und dem Gillet Ab- komnren vorgenomnten. Solche Niederlaffun-
LLm öm Orientfrieg.
Dis Alliiertcukonferenz in Paris.
«Sigene Drahtmeldung.)
Paris, 23. September.
3nferttonSpreife: »l einheimische Aufträge: Die etnfpotttge Lnzeigenzeile M. 8.—, die etnfpalttge Sletlamcjetle M. 24.—. b) auSio.rttge Aufträge: Die einspaltige Anzeigenzeile M. 8.—, die einspaltige Reklame-eile A. 21—, alle- einschliebllch Teuerungrzufchlag und Anzeigensteuer. ?-ür Anzeigen mit besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag. Für die RichtigkeU aller durch .lerusprechir aufgegebenen Anzeigen, sowie für Lufnahme- daten und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werden, — Druckerei: Schlacht. Hofstrabe 2*/30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5. Telephon Summer 95t und 952.
Gestern nachmittag wurde im Quai d' Orsay die Oricntbesprechuna zwischen Lord Curzon, Graf Sforza und Ministerpräsident Poincarö wieder ausgenommen, nachdem die erste Phase als einziges Ergebnis die Einberufung einer D'tcnt-Konferenz gezeitigt hatte. Lord Curzon teilte den Pressevertretern beim Verlassen des Quai d'Orsay gestern mit, die Konferenz habe den Wortlaut einer Note aufgrset-t, die au die Angora-Regierung gerichtet werden soll. Er werde den im Aussicht genommenen Text nach London übermitteln und anfragen, ob das englische Kabinett damit einverstanden fei. In diesem Falle dürfte man hoffen, daß die Pariser Besprechungen noch am heutigen Sonnabend zum Abschluß kommen werden. Curzon glaubt, bereits am Sonntag vormittag nach London zurückkehren zu können. lieber den Inhalt der Botsch "t au die Angora-Negierung ist bis jetzt nichts bekannt geworden.
Die MitschafiS-Detträoe.
Weitere Sachleistungen für Frankreich.
(Eigener Drohtbericht.)
München, 23. September. Im Sinne des Bcmelmann-, Gillet- und des Wiesbadener Abkommens wurde auch eine Wtc-
tforöerung für Okiobcr.
Essen (Ruhr), 23. September. (Privattele- grantm.) Auf das Ersuchen der Bergarbei-
Nicht genug Uebtrftunösn ?
München, 23. September. (Privat-Tele« iinamt) Das geplante Neberschichtenabkommen m bayrischen Zechkohlenbergbau ist nicht zu- tanbegekommen, weil die Arbeitnehmer nur an
Eniähmngskrist?
Die Ernte-Enttäuschung.
Die Staatsarbriter-Lvdne.
B e r I i n, 23. September. (Prrvattclegramm.) Tie Verhandlungen über die Erhöhungen der Arbeiterlöhne sind zum Abschluß gebracht worden., Die damit sestgelegte Neuregelung der Löhne, die am 1. September in Kraft tritt, entspricht der Erhöhung der Beamtengehälter.
FoLgen der Teuerung.
Die neue ErhShung der Veamtenbezüge.
«Privat-Telegramm.l
Berlin, 23. September.
Die im Reichsfinanzministerium geführten Verhandlungen über die Erhöhung der Bezüge der Beamten, Angestellten und Arbeiter wurden gestern zu Ende geführt. Mit Wirkung vom 1. September ab wird der allgemeine Teuerungözuschlag für die ersten 10 000 Mark auf 777 Prozent, für den Rest und die Kin- derzuschläge auf 677 Prozent erhöht. Das Kabinett hat bereits seine Zustimmu.rg gegeben. Am Anschluß hieran wird die Neuregelung sofort dem Rcichsrat und den zuständigen Reichstags lussckfüssen unterbreitet werden. Nach deren Zustimmung wird die Auszahlung umgehend cingelettet werden. Die Nntcrhandlun- «cn über die Erhöhung der Arbeiterlöhne sind gestern fortgesetzt worden. — In der kommenden Woche werden Beratungen mit den Spitzen-Or- ganisationen stattfinden über die Erhöhung der G r un d g e h ä l t e r und O r t s z u sch l 8 g e. Tie neuen Grundgehälter und Ortszuschläge sollen mit Wirkung vom 1. Oktober in Kraft treten.
trug der Mark, abhängt, so kann auch das Zurückschrauben erst nach einer Besserung der Mark erfolgen. Vorübergehende Schwankungen des Kurses können dafür nicht nmßgebend sein. Vorläufig sind noch keine Merkmale einer Besserung zu sehen. Auch der bedingte Zahlungsaufschub, die fogenannte Atempause, kann keine wirksame Hilfe bringen. Die Ursachen für die fortschreitende Teuerung sind die innere Waren-
'während die Arbeitgeber betonen, daß durch echs Ueberstunden in der Woche ein wirt- chastlicher Ausgleich geschaffen würde.
Ist es wahr, daß Sie noch einmal nach Tibet hinunter wollen?* — „Um Gotteswillen, schreiben Sie nur darüber nichts! Dann kann ich mich vor Briefen nicht retten, die das Genaueste von mir wissen wollen.. Und ich habe gar feine Zett, auf all das zu antoorten! Man soll überhaupt nichts von seinen Plänen betraten, solange sie nicht völlig ausgereist sind! Uebrigens (fährt et r ach kurzem Nachdenken fort) ist ja Tibet tont- lich mein Lieblingsgebiet. Und es wäre noch! eine Fülle von Arbeit dort zu leisten an geodeti- schen und biologischen Forschrmgen, Erdmessungen usw" — „Würden Ihnen die Engländer nicht Schwierigkeiten bei einer neuen Tibet- Erpedition bereiten können X“ — „Ausgeschlossen! Ich brauche ja nicht über Indien zu gehen. Es gibt genug andere Wege dorthin.' — „Wie hat sich Ihr Verhältnis zu Frankreich, England und den anderen Ländern der Entente tn den letzten Fahren gestaltet?' — „Es ist bisher alles beim alten geblieben. Bereits im Dezember 1914 haben siemichausdenListen ihrer Ehre nm ilglieder gestrichen. Ich habe viele alte Freunde speziell in Frankreich und England verloren. Das bedauere ich. Wer wenn ie so sind, läßt sich nichts daran ändern.
Mein Lebenswcrk wird nicht aufgehalten
Hat sich denn Alles gegen uns verschworen? Es scheint nicht genug zu fein, daß der Druck von außen unser Wirtschaftsleben lahmlegt, unsere Mark entwertet und somit die schreckliche Teuerung verursacht, auch die Witterung mache uns einen Strich durch die Rechnung. Gerade jetzt, da die fremde Währung fo hoch steht, daß an den Einkauf fausländischen Getreides zu dem hohen Kurs niemand herangeht, stehen wir in einer fehr gefchmälerten Ernte. Die nasse Witterung hat das Getreide nicht zur normalen Reise kommen lassen. Weite Gebiete haben unter der Ungunst zu leiden, wie der Präsident des Reichswittschastsrates, Exzellenz von Braun, tn einer Besprechung mit Pressevertretern mitteilte. Seine Steuerungen sind eine tiefernste Kundgebung an das deutsche Poll. Nach den statistischen Berechnungen wird die Getreideernte, Leizen und Roggen, nur ein Drittel der Uorialjiigcn Ernte bringen. Wenn wir ohne Auslandsmehl auskommen müßten, würde das ^fttlandsmehl nicht Mr Ernährung genügen. Es »Ztb sich daher nicht umgehen lassen, daß, wie geplant, das Jnlandsmehl zu erschwinglichem Preise den minder bemittelten Volkskreisen bereit» gehalten wird und das teure von außen einge- führte Mehl den zahlungskräftigen Kreisen zur Verfügung steht. Eine sorgfältige Regelung der Brotversorgung ist unbedingt ncttvendig, damit wir gegen die weitere Teuerung einigermaßen gewappnet sind. Schwer ae- rug werden die kommenden Monate ohnehin werden, denn wenn ein vicrpsundiges Brot im Winter hundert Mark, ein Zentner Kartoffeln hier» bis fünfhundert Mark, ein Zentner Koh- len fünfhundert Mark kosten soll, wird es Viele geben, die sich nicht satt essen können und dabei frieren müssen. Auch die Molkereierzeugnisse: l'lerben weiterhin spärlich, da die Viehzucht lmmer noch im Rückstände ist. also Butter und 1 Milch so teuer wie Luxusartikel werden. '■ Zwar bleibt eine tröstliche Aussicht, daß eine 1 reichliche Kartoffelernte den Getreide- Mangel ausgleichen wird. Die Kartoffel wird das Hauptnahrungsmittel im nächsten halben Fahre werden, und es steht uns-demnach, wie während der Kriegszeit der „Steckrübenwinter", diesmal ein „Kartosfelwinter' bevor Das ist noch zu ertragen, wenn man die nötigen Zutaten hat wie Fett und Milch, woraus sich vielerlei Gerichte bereiten lassen. Aber auch Fett wird ebenso tote tttersch und Milch recht teuer werden. Und was soll werden, wenn die Kartoffelernte wirklich fo sehr durch die Nässe geschädigt Wird, wie in manchen Gegenden Deutschlands zu befürchten ist? In diesen Tagen sieht es ja aus, als wollte sich das Wetter ein wenig bessern. Auch aus anderen Gegenden kommen Meldungen von warmer und trockener Witterung. Doch glauben die Wetterdienststellen nur an eine nicht lange dauernde Besserung und sie befürchten bann eine früh einsetzende Kälte. Deshalb wird der Eisenbahn schon empfohlen, daß sie für die nächsten Wochen für die erforderliche Anzahl von Wagen sorgen soll, damit es nicht wieder gehe wie im vorigen Jahre, als nicht genug Wagen zur rechten Zeit vorhanden waren. Erfteulicherweife ist ein ermäßigter Frachttarif für den Kar- ko ff eltransport vom 1. September bis 15. Mai in Geltung, so daß wenigstens darin eine Erleichterung besteht. Die allgemeinen Frachtkosten, die uns ab 1. Oktober beschert werden, stehen den Kaufteuten und den Verbrauchern wie ein Schrecken bevor. Was soll man dazu sagen, daß die „geradezu märchenhafte' O b ft e r n t e, wie Herr von Braun sagte, zur Hälfte verfaule ist ober als Viehfutter dienen mußte, „weil die Transportkosten zu doch sind'! Da hätte ein beweglicher Apparat sofort eingreifen und billige Sonderfrachtsätze für Obst einfuhren müssen, denn der Schaden durch den jetzigen Obstverlust ist nicht nur dem Erzeuger und Verbraucher entstanden, sondern auch dem Staate, dem auf irgend eine Weise die Aufgabe zufällt, den Verlust auszugleichen.
Im Ganzen genommen, ist die Ernäbrungs- lage sehr ernst, weil die Kn a p p h e i t gleichbedeutend mit Teuerung ist. Erschwerend tritt htnzu, daß auch auf allen anderen Gebieten, für bie Gegenstände des täglichen Bedarfs: Kleidung, Wohnung. Heizung. Beleuchtung die Preissteigerung fortschreitet. Man wundert sich ost über die hoben L ö h n e und G eh älte r, die in be- fonderen Erwerbsgruppen gezahlt Werden, im Allgemeinen aber haben sie mit der Preissteige- lung nicht Schritt gehalten. Die neuen Forde- • tun gen sind auf den ersten Blick ungewöhnlich doch. Man erinnert an die bekannte Schraube ohne Ende, daß jede Lohnforderung verteuernd auf die Ware wirke. Aber umgekehrt sind die Forderungen auch eine FokM der Preisstei- gerung. Wer soll zuerst die Schraube rück- wärts drehen? Ist das überhaupt noch möglich? Willkürlich läßt es sich nicht durchführen, denn wie die Aufwärtsbewegung der Preise und Löhne von tieferen Nrststhen, von der Entwev- \
DermMlungSVersuche.
Paris, 23. September. ^Eigene Drahtmeldung.) Der frühere französische Minister Frank- litt Bouillon wird sich, wie Pariser Blätter berichten, mit Mustapha Kemal Pascha in bet Türkei treffen. Man erwartet von dieser Zusammenkunft eine Klärung des ganzen Lrieni-Pro- btcms. — Die Londoner „Times" veröffentlicht ein vertrauliches Rundschreiben der Sowjet- regierung, worin sie ihre Vertreter zu einer Konferenz nach Berlin einlädt, um dort Pläne zu einer Vermittlung zwischen den Alliierten mtb bat Türken hartulegeu.
dadurch! Hls ich anbeutete, wie zäh die Vor- eingenonnuenheit gegen Deutschland drüben immer noch sei, und wie schwer es hatte, selbst die verbindenden Brücken der Wissenschaft wieder hinüberzuschlagen, fährt Hedin jäh auf: „Der Versuch, deutsche Wissenschaft zu diskreditteren oder zu boykottieren, ist ebenso lächerlich wie gefährlich. Damit schaden sich nur die anderem Deutschland steht auf dem Gebiet der Wissen-- schäften unerreicht bod). Es verliert bei solchem Boykott weniger als jene, für bie der Verlust der deutschen Wissenschaft einfach unerträglich werden würde!' — Und nun kann ich h-im Blick in die vor Zorn blitzenden Augen die Fragen nicht mehr zurückhatten, die in mir brennen. „Wie denken Sie über das heuttge Deutschland? Was sagen Sie zu seiner wirtschaftlichen, feiner politischen Not? Glauben Sie an Deutschlands 3ufunff ?“ Sven Hedin schweigt ein paar Augen- bltcke. Dann sagt er, ruhig zunächst, bann immer akzentuierter, nachdrücklicher werdend: „Ich weiß über das neue Deutschland nur, was unsere Zeitungen melden Aber ich sehe, daß Sie arbeiten, existteren unter den ungeheuerlichsten Umständen.
Ich bewundere die Zähigkeit Ihres Volkes, das all das Unerhörte ertragen kann, was auf 'hm liegt, und dabei immer noch Vorbildliches auf vielen, vielen Gebieten leistet. Es spricht aus all dem eine ungeheure Lebenskraft, bie nicht untergeben kann. Sicherlich kommt Deutschland wieder aus dem Elend heraus! Es werden sich weltgeschichtliche Tinge ereignen, die zum Vorteil Deutschlands aus- chlagen werden. All das wird sich naturnottoen- tig entwickeln, kann nicht fammanbiert oder erzwungen toerben. Wie es jetzt ist, kann es nicht
Die Unabhängigen jur Einigung.
Gera, 23. September. (Privattelegramm.f In der gestrigen Nachmittagssitzung ivurbe bie Aussprache über die Cinignng der sozialdemokratischen Parteien fortgesetzt. Abgeordneter Robert Dittmann bat die Unversöhnlichen. noch einmal ju prüfen, ob sie nicht die Verschmelzung doch mitmachen können. Abgeordneter Zubeil stimmte diesmal zu und be. merkte, 1875 sei bie Einigung in anderer Weise <inr sich gegangen. Abgeordneter Breitscheib lehntees ab.sich durch di- Zwirnsfäden eines Beschlusses zu binden. Wir sind Nolz, sagte er, auf unsere politische Haltung in den letzten Fahren und verleugnen es nicht, daß wir in Zukunft nichts davon aufgeben.
Sin Deutschenfreund.
Cven Hedi« mahnt zur Einigkeit.
Znnr drutslhe« StaterforRber. und eergteta» tot Leipzig ist aud) Sven Seöin, der berühmte schwedische Fortoder, aelou-uteu. Wie scheu oft, so hsr er fick, auch sehr wieder als ein aufrichtiger Freund Deutschland» gezeigt- wie au» einer Unterredung mit einem Leipziger Pressevertreter Dr. S.3, hervorgeht. SS he itzt in diesen» Bericht r Dr. Sven Hedin, der als Gast seines deutschen Verlegers Hanns BrockhauS in Leipzig ist, um am Naturforscher- und Aerztetag teilzuneh- men, plauderte zunächst über seine Reise und erzählte, daß mit ihm noch einige andere schwe- difche Wissenschaftler aelommen sind. Er sprach sich bewundernd über das großartige Programm dieser Tagung aus. Die deutsche Wissenschaft leiste ttotz der schwierigen Zeit und bet Hemmungen nach wie vor Hervorragendes. Weiter fuhr er fort, daß er neben seinem Vorträge mit Lichtbildern, neben den vielen Sitzungen, an denen er teilnehmen müsse, noch eine ganze Fülle geschäftlicher Dinge mit seinem Verleger zu erledigen habe, da er feit dem Herbst 1918 nicht mehr in Leipzig gewesen sei. „Es sollen im Lause der nächsten Monate eine Anzahl neuer Bücher herauskommen. Doch am besten fragen Sie Brockhaus selbst darüber. Der weiß besser Bescheid als ich.' Als ich nicht locker lasse, gesteht er zögernd: „Run ja. Es wird ein Jugendbuch über meine erste Reise über den Kaukasus nach Persien erscheinen. Dann bet zweite Band von „Tsango Lamas Wallfahrt' unter dem Titel „Die Nomaden'. Weiter vermutlich der „Mont Everest'. — „Und tote steht es mit
neuen Reise- und Entdecker-Plänen?
knapphei t und der äußere Zahlungszwang. Solange wir von dem Feindbund gedrängt werden, mehr zu zahlen, als wir fähig sind, also unser Polksvermögen anzugreifen und ständig zu vermindern, solange muß dadurch die .. . ... _________, __...______
Geldentwertung fortschreiten. Diese Entwicklung sich in Frankreich, Belgien und Jugoslawen, läuft auf österreichische Zustände hinaus. Es nützt nichts, die Augen davor zu verschließen. Das po- tische Frankreich will es fo, und England bleibt weiter untätig. Ein Hoffnungsstrahl sind tie wirtschaftlichen Abmachungen zwischen bei deutschen und französischen Privat- Unternehmungen zum Wiederaufbau Frankreichs. Diese neuen Beziehungen können der Anfang zur Umkehr werden. K. F D.
Otoggtntoäffrung.
Hamburg, 23. September. (Privat-Tele- gramm.j Der Ministerpräsident von Oldenburg plant die Einführung einer Art Roggenwährung durch Ausgabe eines Roggen-Papiers, das eine bestimmte Menge Roggen wert ist. Der Inhaber dieses Roggen-Papiers erhält nach vier Jahren den dann geltenden Wertbetrag für eine entsprechende Menge Roggen zurück.
DK Parteitage Der Linken.
EchlttMtzunx in AugSvueg.
(Privat-Telegramm)
Augsburg, 23. September.
Einen wichtigen Punkt bet Tagesordnung bildete noch bie „Reform des Strafpro- zetzver fahrens". Nach dem Referat des NeichsjustizmiNisters Radhruch strebt die Partei an, daß Laien anS allen VoKskreisen au bie Richterbank gelangen. Das Gesetz über diese Neuordnung müsse möglichst schnell verwirklicht werden, denn die bayerische Regierung habe bereits zugesagt. mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes die Volksgerichte verschwinden zu lassen. Ferner seien vorbereitet ein Jugend- gorichtSgesetz, daS die Sftafmrndig-eit heraufsetzen soll, und ein Ansliefernngsgesetz. End kick» sei es zur Vorbereitung eines neuen Stroh aesetzbuches gekommen, und zwar unter Beteiligung Deutsch-Oesterreichs. Verschwunden seien in dem Entwurf, der nun dem Kabinett vor- liegt, die Ehrenstrafen. Zuchthaus strafen und Todesstrafen. Ferner wolle er durchführen eine Neuordnung des Rechtes unehelicher Kinder. Das unbegrenzte Berwandtenerbrecht soll ein- geschräntt werden und das Zufallserbrecht 6c« feitint werden. Eine der wichttast-n Aufgaben ist bie Schaffung der neuen Arbeitsgerichte. — Am gestrigen letzen SitznngStage n-nrden bei der Borstandswahl Hermann Müller und W e l ß »u Parieinorsibcnden gewählt. In die Kontrollkommission wurde u. a. ReichStagsprä- sident Lobe gewählt.
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vier Wochentagen Ueberstunden leisten wollen.
terverbände um Verhandlungen über neue