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Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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Nummer 215.
Fernsprecher 951 «nb 952 Donnerstag, 14. September 1922. Fernsprecher 951 und 952
12. Jahrgang.
Entente-Sorgen um Kleinasien.
Ruhig Blut!
Zwecklose Störung der Ordnung.
In den letzten Tagen wurden in verschiedenen Dtädten des Reiches die seit Wochen angekündigten Teuerungs-Unruhen in Szene gesetzt. Sie find planmäßig vorbereitet nach einem Programm, das den inneren Zusammenhang erkennen läßt. So wurden Kundgebungen aus Halle a. S., Ruhla, Berlin, Hamburg, flachen und Trier gemeldet, auch Kassel fehlte dabei nicht. Man hat ja in Deutschland schon sehr viel Uebung in Stratzenumzügen, und da die Behörde sie duldet, in gewissen Fällen guch unterstützt hat, so sind sie eine ständige Ein- pchtung geworden. Daß sie nur Schaden an- richten, ohne etwas zu nützen, daß damit Zeit und Arbeit versäumt wird, daß in der Regel die Jugenkckichen die Hauptteilnehmer sind und die regierungsfeindliche Sowjetfahne mitführen, das kümmert anscheinend die Behörden wenig. Wenn dabei Ausschreitungen begangen werden, müssen ein paar Schutzleute, deren besonnene Haltung ost bewundernswert ist, versuchen, mit der Menge fertig zu werden, bis Verstärkung kommt und wieder Ordnung schasst. Dann steht Gewalt gegenGewält, und es gelingt in den meisten Fällen der Polizei, die Lage zu beherrschen. BlutigeKöpfe, leicht und schwer Perletzte und leider auch manchmal Tote sind die traurigen Folgen der Ausschreitungen. Dann gibt es Verhaftung und Verurteilung der Rädelsführer mit nachfolgender Gefängnisstrafe.
Und wozu das alles? Um Nichts! Denn es kommt immer auf den Erfolg an, und der Erfolg solcher Kundgebungen ist gleich Null! Oder glauben Jene, die jetzt gegen die Teuerung »demonstrieren", etwa, daß die Waren billiger tverden, wenn sie, wie es in einzelnen Städten geschehen ist, einige Fensterscheiben einschlagen und ein paar Körbe mit Waren verteilen? Durch solche Uebergriffe ist noch niemals die Preisgestaltung reguliert worden, und sie wird dadurch auch niemals beeinflußt werden. Zur Preisüberwachung sind Prüfungsstellen und Wucherämter da. Das sollten die Demonstranten vorher bedenken und sich nicht von den Hetzern irreführen lassen. Es ist zu bemerken, daß bei Straßenkundgebungen immer den Hauptbestandteil die Jugendlichen bilden, da sie sich leicht erregen und führen lassen. Schon daran ist das Unnatürliche und Verkehrte dieser Handlungsweise zu erkennen, denn der Teil der Bevölkerung, der unter der Not besonders zu leiden hat, besteht aus Familienvätern und Müttern. Sie sind es, die unter persönlichen Entbehrungen für die Familie sorgen müssen. Aber die Jugendlichen haben am allerwenigsten Anlaß zum .Demonstrieren", denn sie erhalten heutzutage verhältnismäßig höhere ^öhne als die älteren Arbeiter und Angestellten. Man kann ja ost genug von den Alten darüber klagen hören. Darum ist es Pflicht aller ruhig und llar Denkenden, auf die Jugend mäßigend einzuwirken und sie von unbesonnenen, gesetzwidrigen Handlungen zurückzuhalten.
Betrachten wir nun einmal, gegen wen sich die Proteste richten, so sehen wir auch, daß Unschuldige betroffen werden. Der Kleinhandel, der die Angriffe der Unzufriedenen erdulden mutz, bestimmt nicht die hohen Preise. Die Kleinhändler sind dazu gar nicht in der Lage, wett sie so engen polizeilichen Vorschriften unterworfen sind, daß ein wucherischer Aufschlag unmöglich ist, wenn sie die damit verbundene Gefahr vermeiden wollen. Sie sind ja vollkommen abhängig von den Erzeugern, die ihnen mit jedem neuen Angebot erhöhte Preise ankündigen. Will der Kleinhändler oder der Gewerbetreibende die Weiterführung seines Geschäftes ermöglichen, so ist er zu einem angemessenen Aufschlag gezwungen, weil er vermehrtes Kapital zum neuen Einkauf braucht. Hätten wir normale Zustände wie früher, so daß er längeren Kredit erhalten könnte, dann wäre nicht eine sofortige Preiserhöhung notwendig. Aber da jetzt nur gegen sofortige Zahlung geliefert wird, ist LaS Geschäft, zumal auch der Bankkredit immer kleiner und teurer wird, außerordentlich erschwert. Ist der Geschäftsmann nicht kapitalkräftig, dann kann er manche neuen Waren überhaupt nicht wieder anschasfen. weil sie zu teuer sind und er nicht weiß, ob er sie zu den späteren hohen Preisen würde ver- kaufen können, denn auch die Kaufkraft der ^Verbraucher hat eine Grenze. Eine größere Freiheit
in der Preisfestsetzung hat der Erz euger der Waren, der mit vielseitigen Kalkulationen arbeitet. Aber auch er ist von den Rohstoffpreisen abhängig, die die Herstellung verteuern. Die Preise der Rohmaterialien aber passen sich der allgemeinen Geldentwertung an, deren Ursache in der von der Entente herabgedrückten Valuta liegt. So treibt ein Keil den andern. Draußen, jenseits der West- grenz«, sind die wahren Schuldigen, die uns das Leben erschweren. Unbestreitbar gibt es auch im Jnlande da oder dort Schuldige, die ans der Konjunktur übermäßige Gewinne ziehen, aber man bekämpfe diese Auswüchse mit gesetzlichen Mitteln, die wirksamer sind als die falschgerichtete und bei alledem auch unnütze Anwendung von Gewalt. K. F. D.
Verwicklung um Kleinasien.
Englands militärische Vorbereitung.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 13. Sept.
Der Kriegsminister, der Erste Lord der Ad miralität und der Chef des GencralstabS haben sich am Montag auf den Landsitz Lloyd Georges begeben, wo eine wichtige Aussvrache über die Maßnahmen zum Schutze Konstantinopels und der Dardanellen, sowie der fremden Handelsniederlassungen ftattfand. Noch am Montag abend erging der Befehl an die Gibraltar- Flotte, sofort im mobilen Zustande nach denDardanellen auszulaufen. — DaS englische Auswärtige Amt befürchtet gefährlich« Verwicklungen, vor allen Dingen einen Einfall der Türken in Mesopotamien. Das Blatt Eve ning-Aandard sagt, daß Großbritannien nun einmal in Mesopotamien sei, so wolle es da bleiben; es sei gewillt, jeglichem Einmarsch mit Waffengewalt entgegenzutreten. In demselben Zusammenhänge melden Londoner BlMer, daß zwei britische Artilleriebatterren a«S Malta Befehl erhalten habe«, sich zur Einschiffung nach Konstantinopel berrttzuhalten.
ÄUsommenhalt der Alliierten?
London, 13. September. (Eigene Drahtmeldung.) Die Ansicht der offiziellen englischen Kreise über die Haltung dem Problem Kleinasien gegenüber, läßt sich folgendermaßen zu- sammenfasscn: Alle schnellen Entschlüsse, die mb litärischcn Charakter tragen, überläßt man dem alliierten Obeckonnnissar in Konstantinopel. Was die anatolische Frage anbetrifft, so hält man sich an das alliierte Memorandum vom 27. Mörz, und was Konstantinopel anhelangt, so hofft England fest auf die Unterstützung seiner Alliierten, um die Entschließung vom 23. März aufrecht erhalten zu können. Diese Ansicht der englischen Regierung ist gestern der französischen Regierung übermittelt worden.
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Landung alliierter Truppen.
Rom, 13. September. (Eigene Drahtmeldung.) Der „Secolo" meldet, daß die vor Smyrna verankerten alliierten Kriegsschiffe dreitausend Marinesoldaten gelandet haben, um den Schmtz der alliierten Handelsniederlassungen zu übernehmen. Die griechische Armee sammelt sich in einer Linie, die 60 Kilometer südöstlich von Smyrna verläuft.
Die Kämpse um Smyrna.
Einzug der türkische» Truppe».
(Eigener Drahtbericht.)
Wien, 13. September.
Aus KoMantinopel wird gemeldet: Der türkische Heerführer Mustapha Kemal Pascha ist i n Smyrna eingezogen. Während sich die Türken überall disziplimnäßig verhalten haben, sollen die Griechen auf ihrem Rückzug arge Grausamkeiten den Mohammedanern gegenüber begangen haben. Andererseits verstimmen in Paris die Ausschreitungen in Konstantinopel gegen die Fremden, von denen auch die ftanzösische Bank „Credtt Lyonais", die französische Lffi- ziersmeffe usw. betroffen wurden. — Die römischen Blätter melden aus Smyrna: Die alliierten Generalkonsule in Smyrna sind eingeladen worden, zu Waffenstillstandsverhandlungen mit dem türkischen Vertreter in Ens- saba demnächst zufammenzukommen.
Griechen und Gerden.
Wien, 13. September. (Eigene Drahtmel- dnng.) Aus Belgrad wird berichtet: Der griechi- che Geschäftsträger in Belgrad soll die j ngo - lawische Regierung um Unterstützung gebeten haben. Die füdflavische Presse weist mit großem Nachdruck auf die Möglichkeit revolutionärer Unruhen in Griechenland bin, die von,
denBenizelisten bei einer Abdankung König Konstantins angezettclt werden könnten. Die Zeitungen erörtern die Gefahren, die für die Wirtschaft durch einen venizelistischen Putsch entstehen könnten. Sie empfehlen deshalb schleunigst die Besetzung Salonikis durch südflawisihe Truppen.
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Die Türken am Marmara-Meer.
London, 13. September. (Eigene Draht. Meldung.) „Daily Mail" berichtet aus Konstantinopel das Eintrefrn von Flüchtlingen von der asiat,scheu Seite. Nach ihren Berichten stehen die kemalistischen Truppen dreißig Kilometer vom Marmara-Meer entfernt.
Die GmÄhmngsiage.
Auskunft der Ernährungs- u. Wirffchastsmintster. (Eigener Drahtbericht.)
- ' Berlin, 13. September.
Im Reichswirtschastsministerittrn fand gestern erneut eine Aussprack^ der Gewerkschaftö- führermtt den Leitern des Reichswirtschaftsrats und des Reichsernährnngsministeriums statt. Die Führer der Gewerkschaften erkannten an, daß seit der letzten Besprechung einige ihrer Forderungen durch die Regierung erfftttt seien. Sie wiesen jedoch auf die Erregung hi«, in der sich die gesamte Verbraucherschaft auf allen Gebieten des notwendigen Lebensbe. darfes befindet. Der Reichswirffchastsminister legte die von ihm inzwischen angesichts der va- lutarischcn Entwicklung auf dem Gebiet des Außenhandels getroffenen Maßnahmen dar, unter anderem Erhöhung der Ausfuhrabgaben und Beschränkung der Einfuhr von nicht lebenswichtigen Waren. Diese Maßnahmen haben die volle Zustimmung der Gewerkschafts, sichrer gefunden. Der Rcichsernährungsnnni- ster kam eingehend auf die Frage der Wiedereinführung der Zwangswirtschaft zu sprechen. Die Reichsgetreidestelle hat
vorläufig genügend Brotgetreide an der Hand. Enffpricht die Ablieferung der Umlage den Erwartungen, dann sei unter Berücksichtigung der Äuslandskänfe die Versor- gung im Frühjahr 1923 sicher gestellt. Den Ausfall der Ernte an Brotgetreide schätzt der Mini, ster etwa zwanzig Prozent niedriger als im Vorjahre. Die Karwffelernte verspreche in allen Teilen Deutschlands sehr gut zu werden.' Angesichts dieser Aussichten empfehle es sich nicht, heute mit Zwangsmaßnahmen oder auch nur mit der Einführung von Richt- und Höchstpreisen vorzugehen. In der Zuckerwirtschaft werde er für die kommende Erzeugung durch schärferen Zusammenschluß der Fabriken und des Handels, sowie Beschränkung des Einkaufs der Luxus-Industrie für eine bessere Versorgung der Bevölkerung mit Mundzucker bemüht sein. Mit diesen Darlegungen schloß die Besprechung.
Deusschland muß zahlen.
Garantie der Schatzscheine durch Golddeckung.
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 13. September.
Die belgische Regierung läßt erklären, daß das Kommunigns, das am Sonnabend in Berlin veröffentlicht wurde, nicht die Ansicht der belgischen Regierung wiederqebe. Urbcr das, was nun folgen werde, sagt der Brüsseler „Tcmps"- Korrespondent, daß Belgien nun von der deutschen Regierung verlangen werde, daß sie für die Verfalltage vom 15. August und 15. September Schatzscheine abgibt und dieselben urit einem G o l d d e p o t garantiert. — Aus Paris wird dazu geschrieben, daß diese Lage ziemlich pessimistisch beurteilt werde. Man sei der Ansicht, daß man zu dem Puntt zurückkomme, wo man unmittelbar vor der Enffchei- dung der Reparationskommisston am 31. August gestanden habe. Auch die Börse mache den Pessimismus der politischen Kreise mit, was schon aus dem Anziehen der hochwertigen Valuten hcr- vorgehe. Wenn Deutschland nicht nachgeben werde, so sei wieder eine Periode der Spannung geschaffen, aus der wohl kein Kompromiß zwischen der Reparations-Kommission und der dnttschen Regierung hervorgehen werde.
Die Warenpreise.
Große Schwierigkeiten des Einzelhandels.
Heber Geldentwertung, Preissteigerung und Gestehungskosten wird diel gestritten. Dabei find die nachstehenden Mitteilungen für Erzeuger, Händler und Verbraucher sehr beachtenswert.
Die schwierige Lage des Einzelhandels hatte die Führer des Einzelhandels veranlaßt, persönlich beim Reichswirtschaftsminister vorstellig zu werden, und ihm di« Frage vorzulegen, was die Reichsregrerung zu tun gedenke, um weiteren Verlusten des Betriebskapitals im Einzelhandel, die zirr Einstellung der Betriebe und damit zur Verschärfung der Versorgungs-Schwierigkeiten führen müßten, vorzubeugen. Insbesondere wurde darauf hingewiesen, daß Großhandel und Industrie im steigenden Maße dazu überaegangen seien, in Auslandswährung zu faftuneren, so daß der Einzelhandel, wolle er nicht untergehen, gar nicht anders könne, als den Wiederbe-! schaffungspreis, als der der Tagespreis anzusehen sei, seinem Verkaufspreise zugrunde zu legen. In seiner Erwiderung gab der Reichswirtschaftsminister durchaus die schwierige Lage, mit der der Einzelhandel zu kämpfen hat, zu. Mm beschuldige durchaus unberechtiA den Einzelhandel, daß er der Preistreiberei Vorschub leiste. Gewiß kommen Einzelfälle vor, aber im allgemeinen sei zu beobachten, daß im Vergleich mit den Großhandelspreisen im Kleinhandel das Tempo sich verlangsamt. Allerdings sehe die BovöSerung nur
die Kleinhandelspreise
in den Kaufläden der Stadt, und deshÄkb richte sich der Unwille über sprunghafte Preiserhöhung der Waren gegen den Kleinhandel. Gegen die Preiserhöhung aller vom Ausland bezogenen oder im wesentlichen aus ausländischen Rohstoffen hergestellten Waren seien wir machtlos ; wohl aber frage es sich, ob die Produzenten von Waren aus heimischen Rohstoffen, sowie die Landwirte mit den Lebensrnitteln, die wir im Jnlande erzeugen, im Preis mit dem Dollarknrs mitlaufen müssen. DaS müsse er bestreiten, und hier liege eine ungesunde Preisenttvickluna vor, die beim Produzenten beginne. Der Minister erklärte Wetter, daß daS Verlangen des Großhandels und der Industrie, der Einzelhändler solle in ausländischer Währung bezahlen, eine außerordentliche Neber» spannung des Strebens nach Risiko-Sicherung darstelle, die außerdem zu einer beschleunigteren Entwertung der Mack erheblich beitragen würde. Wahrscheinlich werde sich der Kartellbeirat baldigst mit dieser Frage befassen müssen. Ebenso trat der Minffter auch der vielfach beobachteten Neigung, die'Preise in kürzester Frist entsprechend dem jeweiligen Dollarstande hinaufzusetzen, enffchieden entgegen, infcem er ausführte, daß der Kurs der Mack leider zu sehr abhängig sei von den Sttmmungen der ausländischen Spekulanten, die sich nicht durch die wahre Wirtschaftslage des Reiches, sondern lediglich von den politischen Ereignissen beeinflussen lassen. Auf die Frage an den Mnister. wie er sich zu der Anerkennung
der Wiedcrbeschaffungspreise
stelle, erwiderte er etwa folgendes: Der Standpunkt der Reichsregierung ist in der Plenar» sttzmrg des Reichstages vom 14. Juli 1922 von dem Reichsjustizminister dahin gekennzeichnet worden, daß dre Mederbeschaffungskosten nur dann berücksichtigt werden können, wenn sie nicht der Ausdruck einer Notmacktlage sind. An dieser Auffassung hat sich nichts geändert. Besteht keine normale Marktlage — und man wird bei der heutigen Gestalttnrg des Waremmrcktes, insbesondere der Zurückhaltung der Lieferanten und der zögernden Bedarfsdeckung des Handels dieses annehmen müssen — so ist der Verkaufspreis nach wie vor auf der Grundlage der i n - dividuellen Gestehungskosten zu errechnen, wie sie in Anlehnung an die amtliche Begründung der Preistreibereiverockmung vom Reichsgericht entwickelt worden sind. Es soll aber nicht veckannt werden, daß diese BerechnungS- crt bei der sprunghaft forffchrettenden Geldentwertung zu einer Minderung des Betriebskapitals und damtt zu volkswirt- chaftlich unerwünschten Folgen firhren kann. Die- em Umstand hat das Reichsgericht Rechnung getragen und in einer EnffcheidtMg vom 7. Juli 1921 anerkannt, daß dem zwischen Ein- und Verkaufszeit entsprechenden Sinken des GeldweiteS R e ch n u n g z u t r a g e n sei. Die Berücksichtigung der Geldentwertung darf jedoch nicht biS zur vollen Abgeltung des eingetretenen Wertunterschiedes gehen. Rur eine angemessene Verteilung der durch das Sinken der beut* ch-n Währung herbeigeführten Lasten zwischen Händler und Verbraucher wird zugelaffen, nicht aber die Abwälzung der gesamten Last auf den Verbraucher. Es entsteht nun die Schwie* tigfeit. zu entscheiden, nach welchem Maßstab die Berücksichttgung der Geldentwertung erfolgt. Das willkürliche Ermessen der GerilÄe und der Verwaltungsbehörden führt yt starken