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Kasseler Abendzeitung
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Hesstsche Abendzeitung
Nummer 212.
Fernsprecher 951 und 952
Sonntag, 10. September 1922.
Fernsprecher 951 «ad 952
12. Jahrgang.
Die Wiederaufbau-Bestrebungen.
In der Schwebe.
Politische und geschäftliche Vermutungen.
Di« Spekulation auf die Zukunft schwankt in diesen Tagen wieder einmal zwischen Hoffnungen und Befürchtungen. Alles hängt vom Ergevnis der Berliner deutsch-belgischen Verhandlungen ab, die heute beendet sein sollen. Wie die Belgier betonen, sind sie nicht zu einem Abschluß ermächtigt. Sie werden nur Vorschläge mit nachhause nehmen und dann erst wird die Entscheidung fallen, ob sich die Brüsseler Regierung mit den angebotenen deutschen Garantien für die sechsmonatigen Schatzwechsel zufrieden geben wird oder nicht. In Berlin ist man zwar optimistisch, da der belgische Delegierte Bemel- mann sich günstig über die Besprechungen geäußert hat, verhehlt sich aber doch nicht, daß die .Atempause" keine Besserung auf die Lauer bringen wird. Dieser ungewissen Stimmung entspricht auch die Unstetigkeit der Valuta. Der Dollar, der leider zum Barometer des öffentlichen und privaten Lebens in Deutschland geworden ist, neigt an einem Tage zum Sinken, am andern zum Steigen, ohne daß eine innere Berechtigung vorliegt. Wenn jetzt ein Faftor als einflußreich zu betrachten ist, so ist das der Abschluß des Stinnes-Ver» t r a g L. Am Stande der Mark kann man allerdings dadurch noch keine Besserung wahrnehmen, und doch bringt dieses Uebereinkommen zwischen den ftanzösischen und deutschen Privatunternehmungen eine gewisse Zuversicht bei der Beurteilung der Wirtschaftslage. Man verspricht sich in Deutschland davon eine Wirkung auf die Beschäftigung der Industrie, denn wenn die großen, auf lange Zeit sich erstreckenden Lieferungen für das französische Wiederaufbauge- biei ausgeführt werden müssen, werden ständige Aufträge gesichert, die der befürchteten Arbeitslosigkeit entgegentreten werden.
Neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung ist der Vertrag aber auch politisch sehr hoch einzuschätzen. Es wird nicht nur im Inland«, sondern auch im Auslande mit Wichtigkeit vermerkt, daß damit der erste Schritt zu einem Entgegenkommen der beiden Nationen getan sei. Ist erst einmal das wirtschaftliche Interesse Frankreichs und Deutschlands auf einem gemeinsamen Wege, dann folgt die politische Annäherung naturgemäß nach, da die Außenpoli- titber Länder sich hauptsächlich nach chren wirtschaftlichen Zusammenhängen richtet. Man darf nun aber nicht erwarten, daß die französisch« Regierung schon bald ein freundschaftliches Ge- bahren an den Tag legen wird. Demgegenüber ist sie innenpolitisch zu sehr festgelegt, und besonders die Regierung Poincars wird von ihrem Versailler Diktat nicht abweichen. Zeigt sich aber mit der Zeit eine Befestigung der Ge- schäftsbeziehungen, dann wird ja auch einmal der Tag kommen, daß für Poincars die Abschiedsstunde schlägt. Das sind Zukunstsbetrachtungen, die sich über kurz oder lang einmal erfüllen müssen.
Bezeichnend ist es, daß in ehemals feindlichen Ländern die Erkenntnis zu wachsen beginnt, daß endlich einmal Frieden gemacht werden muß. In England, Italien, Amerika mehrt sich die Einsicht, daß Frankreichs Eroberungs- und Raubpolitik das Ausleben der europäischen Wirtschaft hindert. Man ist dott nicht mehr so bereitwillig wie seither, die französische Habsucht und Gewaltherrschaft, die aus der Furcht des schlechten Gewissens entstanden ist, immer zu unterstützen. Tie jedes Matz überschreitende französische Kriegsrüstung wird für die Engländer unbehaglich, und die Amerikaner werden mißmutig, weil Frankreich seinen Aufbau vernachlässigt. Würde sich Amerika wirklich bereitsinden, bei der Lösung der europäischen Verwirrung hilfreiche Hand zu leisten, tote man neuerdings vermuten zu dürfen glaubte, dann würde sich ein Ausblick öffnen. In den nächsten Wochen ist aber dergleichen noch nicht zu erwarten, da die amerikanischen Kongretzwahlen im November bevorstehen, die ihre Innenpcllitik in den Vordergrund stellen. Es fragt sich nur, ob mittlerweile die Verhältnisse in Deutschland nicht so schlecht werden, daß die Hilfe zu spül kommt.
Die deutsche Wirtschaft hat ja schwer gelitten unter der kürzlich erfolgten Markentwertung und die Nachwirkungwerden wir erst recht noch im Winter zu spüren bekommen. Um die Not irgendwie zu mildern, bemüht sich die Reichsregierung, mit Maßnahmen vorzugeben. Die Fürsorge zur Sicherung der Ernährung, die etwaige Einführung neuer Steuern werden vielleicht einen guten Erfolg haben, aber die Rot kann damft nicht beseitig werden. Abgesehen davon, daß gewisse Ausfuhrverbote und Einfuhrbeschränkungen reichlich spät kommen, wird die „Schlemmersteuer* nicht viel einbringen, da ihre Einsührung kein Zwang ist, dagegen lv-rdt." aber sonstige Steuer- und Gebübr-n-Er- böhungen die erwerbstätigen Volkskreise belasten. Es ist natürlich schwer für die Regierung.
eine Besserung der Lage herbeizuführen, aber es ist auch schwer für das deutsche Volk, die steigenden Lasten zu tragen. Der Geldmangel (nicht der Banknotenmangel) ist ein Zeichen der allgemeinen Schwäche. Industrie, Handel und Handwerk befinden sich in starker Beklemmung, denn die Zahlungsleistungen werden von Monat zu Monat langsamer, und die Bankkredite immer mehr eingeschränkt. Der Kapitalbedarf ist in diesem Monat im Hinblick auf den bevorstehenden Quattalsschluß besonders stark. Eine Erleichterung am Geldmärkte erwartet man erst wieder im Oktober. Ob diese Erleichterung dann ein» trifft, hängt wie alles von der Haftung der Alliierten ab. die uns ihre Lasten auch weiterhin noch auferlegen. K. F. D.
Neue Aufbau-Verträge.
Hugo Stinnes verhandelt mit de« Belgiern. (Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 9. September.
Der deutsche Großindustrielle Hugo Stinnes hat direkte Besprechungen mit den belgischen Delegierten in Berlin gehabt. Dabei sind zwei Fragen hauptsächlich zur Sprache gekommen. Erstens ist dabei die Möglichkeit einer Ausdehnung des zwischen Sftnnes und der franz- Aufbau-Organisation 'zustande gekommenen Vettrags auf Belgien in- Auge gefaßt worden. ^Beiter dürfte die Unterhaltung zwischen Stinnes und Bemelmann Schiffahrtsfragen gegolten haben, wobei der Hasen von Antwerpen eine besonder« Rolle spielt. — Neuerdings hält sich wieder hartnäckig die Nachricht, daß unter der Voraussetzung der englischen Unter- stützung auch die ReichSbank gewisse Zuge- ständnisse hinsichtlich ihres Goldvestands machen werde. Dazu ist anzunehmen, daß die Reichsregierung wenigstens bis zur Stunde von ihrem ursprünglich eingenommenen Standpunkt, den Goldbestand der Reichsbank unangetastet zu lassen, »och nicht abgegangen ist. Doch scheint es sich zu bestätigen, daß in den letzten Ver- handlnngen zwischen der ReichSregierung und den belgischen Unterhändlern gewisse Schwierigkeiten aufgetaucht sind.
Angebot der Gewerkschaften.
Berlin, 9. Sept. (Privattelegramm.) Nach Meldungen aus Varis trat gestern der Aktionsausschuß der zerstörten Gebiete unter dem Vorsitz des Bürgermeisters von Lenz und des sozialistischen Abgeordneten Balsn zusammen Gegenstand der Beratungen bildete ein von den deutschen Gewerkschaften überreichtes Angebot sehr beträchtlicher Materiallieferungen zum Wiederaufbau der zerstörten Gebiete.
Deutsche Garantievorfchläge Kreditaufnahme im Ausland 7
(Eigener Drahtbericht.)
Berlin, 9. September.
Das Berliner Tageblatt glaubt folgendes Mitteilen zu können: Es verlautet, daß es sich bei den deutschen Borfchläge» um einen Plan Han- beit, wonach Deutschland in England, Holland und Amerika Garantiekredite, falls dies möglich sein wird, aufnehmen will, um damtt für die deutschen Schatzscheine Bürgschaft zu leisten. Ob die für heute erwartete Antwort aus Brüssel so fein wird, daß die Garantiefrage damit bereits ihre eriebigung gefunden haben wird, ist mindestens höchst zweifelhaft. Wahrscheinlicher ist, daß die belgischen Vertreter erst nach Brüssel zurürkreisen. dort dem belgischen Kabinett mündlich Bericht erstatten und daß dann wahrscheinlich eine Zusammenkunft in Brüssel mit deutschen Bertretern anbercnnnt wird, wenn inzwischen die Stellungnahme der englischen, holländischen und amerikanischen Fi- uanzwell zu dem Plan irgendwie ftststetzt.
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Hoffnung auf Verständigung.
Berlin, 9. September. (Prrvattelgramm.) Heute wird in der Reichskanzlei die Beratung mit den Belgiern fortgesetzt. Bemelmann erklärte gestern einem Bertteter des Brüffeler „Soir" gegenüber, er könne versichern, daß die deutschen Gegenvorschläge sich im allgemeinen mit den Forderungen decken, die er am Bortage dem Kanzler unterbreitet habe. Er, Bemelmann, hoffe, bis Sonnabend mittag mit der deutschen Regierung zu einer Berständkgnng gelangt zu sein. Der deutsche Reichskanzler zeige großes Entgegenkommen und habe das Fallenlassen wichtiger belgischer Forderungen dankbar anerkannt. Die Annahme der übrig bleibenden belgischen Garantieansprüche durch die deutsche Regie
rung erwarte Bemelmann in der heutigen Sitzung. Montag ftüh wollen die belgischen Delegierten wieder nach Brüssel znrückkehren.
WarenpreisundDollarstanb
Erörterung im Münchener Magistrat.
(Privat-Telegramm.)
München, 9. September.
Der im Stadtrat angenommene Dringlichkeitsantrag auf restlose Ausführung der Preisausschreibung von Waren hat zu ausführlichen Erörterungen gefühtt, in deren Verlauf der Erste Bürgermeister darauf hinwies, daß die Waren- p reise wohl mit dem steigenden Dollar in die H ö h e gingen, aber nichtwieder mit dem fallenden Dollar heruntergesetzt werden. Der Referent betonte, daß die Preisangaben den Wucherstellen ein wichtiges Material zum Eingreifen geben. Richtig fei, daß die Geschäftsleute heute im wesentlichen nur die Kassierer der Industrie seien. Die Hauptschuldigen seien die P r o- duzenten. Von einer Münchener Fabrik sei der städtischen Textilbeschaffungsstelle zugemutet worden, bestellte Waren in Dollar zu bezahlen. Die Stadtverwaltung habe die Aufmerksamkeit der bayrischen Regierung auf diese Zustände ge- lentt. Es sei auch anzunehmen, daß die Reichsregierung hier eingreifen werde.
Der türkische Sieg.
Die Niederlage der Griechen ist vollstSndig. (Eigener Drah-bericht.
Wien, 9. September.
Die griechischen Truppen können anscheinend ihrer Niederlage nicht mehr entrinnen. Die Südarmee ist von den Türken in der Gegend von Salachly gefangen genommen worden und die Nordarmee soll bereits umzingelt sein. Rach Meldungen über London übersteigt die Zahl der gegenwärtig in Smyrna befindlichen Flüchtlinge Mmrzigiansend. Der amerikanische Generalkonsul hat sich bereit erklätt, alles zu tun, um diese Flüchtlinge irgendwie unterzubringen. Unter ihnen befinden sich auch mehrere tausend griechische Deserteure. — Pariser Meldungen zufolge haben die belgische, deutsche, schweizerische und tschecho-flowakische Regierung die französische Regierung gebeten, in Smyrna ihre Staatsangehörigen in Schutz zu nehmen.
Alliierte Schutztruppen.
Wien, 9. September. (Eigene Drahtmeldung.) Die Blätter melden ans Smyrna, daß die Ausschiffung der Marinetruppen der Alliierten, die in Smyrna die Ordnung jn der Stadt aufrecht erhalten sollen, an- bauert. Alle griechischen Behörden haben bereits die Stadt verlassen. Der griechische Oberkommandierende wurde von der Bevölkerung bedroht und er war gezwungen, sich an Bord des Schisses „Laumos" zu flüchten.
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Feiern in Konstantinopel.
Wien, 9. September. (Eigene Drahttnel- düng.) Aus Konstantinopel wird berichtet: Die Stadt ist reich beflaggt Tie Gottesdienste jn den Moscheen wurden erneuert. Große festlich gestimmte Menschenmengen durchziehen die Straßen der Stadt. Mit der Annahme von Smyrna rechnet man aber nicht vor zwei Wochen, weil die Griechen unmittelbar vor Smyrna netten heftigen Widerstand leisten.
Verwirrung mGrlechenrand.
Mau vermutet die Abdankung des Königs.
(Eigener Drahtbericht)
Rotterdam, 9. September.
Die „TimeS" melden aus Athen: Man spricht von einer bevorstehenden Auslandsreise des Königs und nennt deutsch« Badeorte, wohin der König mit seiner Familie übersiedeln wolle. Der König war vor drei Tagen aus Athen abgereist, iß aber infolge der Ministerkrise am Don- nerstaa Mittag wieder nach Athen zurückgekehtt. Die Verhängung deS Belag er ungszu- st a n d e s scheint die Gerüchte von ernsten Unruhen in Griechenland zu bestätigen. Prinz Georg ist von der Front nach Athen zurück- berufen worden. Man fragt sich, ob dies deshalb erfolgt fei, weil König Konstantin die Absicht habe abzudanken und den Thron feinem Sohne zu überlassen. Jedenfalls besagen alle gestern abend in Paris eiugelaufenen Nachrichten, daß die polttische Sage in Athen äußerst verwirft ist.
Ser Krieg im Orient.
Aus einem Märchenland.
$ta<6 bett Heeresberichten an« Kleinasien befinden sich die Türken gegen die Griemen ans dem Vormarsch. Lebe« da« »Land der von den »entschen «rbanten anatoliskhen Bahn-- wird uns von einem Kenner geschrieben, lieber uralten Kulturboden, ein Land, dessen Lust mit historischen Erinnerungen gesättigt ist, schiebt sich die türkische Schlachtreihe vorwäfts, den weichenden Griechen nach. Das siegreiche Heer ist sicher nur erfüllt von dem Bewußtsein, den mit dem Recht des Eroberers vor Jahrhunderten gewonnenen und seitdem besessenen Boden, das Herz des Osmanenreiches, seine Vergangenheit und seine Zukunft, dem Erbfeind wieder abzunehmen. Uns aber tauchen bei der Nennung jener Ofte und Gegenden noch ältere Zeiten auf,' da das Land Mittelpunkt einer uns feit unseren Kindertagen nahegebrachten Geschichts- und Sagenwelt gewesen ist. Die türkischen ssiamen, welche die Wilajets tragen, in denen sich jetzt der Kampf absptelt sind uns kaum bekannt; eben gehört, entgleiten sie uns wieder, weil sich für uns keine Vorstellung mit ihnen verbindet, aber wir horchen auf, wenn die alten historischen Benennungen Mysren, Lydien, Phrygien an unser Ohr »ringen. Auf welchem Boden uralter Kämpfe hat sich das Tür- kenreich blutig befestigt, welche Herrschergestalten sind unter diesem Himmel aufgestanden und ge- ftür$t, welche Völker eingedrungen und empor- gesttegen. verjagt worden oder in anderen wieder aufgegangen!
Mächtige Reiche, von deren Manz und Pracht Sage und Geschichte et zählen, hatten die Phrygier und Lydier hier er- richtet. Der Mythus kündet von dem Phrygier k ö n i g Midas, der die Gabe empfangen hatte, daß alles, was er berührte, sich in Gold verwandle. Und als das Reich des friedlichen, künstlerisch und religiös begabten Volkes der Phrygier von den Kommeriern zertrümmert worden war, ging die Macht von ihnen bald an die Lydier über. Wieder hat sich hier der Reich- tim eines Königs, der jetzt im helleren Lichte der Gechichte steht, tief ins Gedächtnis der Nachlebenden eingeprägt. Wie die Schätze des Mi- das bei den Griechen sprichwörtlich geworden waren, so verbiitdet sich mit dem Namen des LydierkönigS Krösus ein bis auf unsere Tage feststehender Begriff. Mer auch die Lydier sanken von ihrer Höhe, und das kriegerisch energische Volk, mit den Phrygiern verschmolzen, wurde durch die zielbewußte Politik des persischen Siegers so entnervt, daß der Lyder als Typus der Weichlichkeit ins Bewußtsein der späteren Zeiten übergegangen ist. Auf die persische Herrschaft folgte Alexanders des Großen Siegszug; nach feinem Tode zersplitterte 'ich die Macht, bis die Römer zuerst einen Teil, dann das ganze Land unterwarfen. Fast immer blühten seine Gegenden, in stolzen Städten ent- iriefelte sich Kunst und Wohlstand, und erst die islamischen Eindringlinge, die kurze Zeit auch von den Mongolen abgelöst waren, haben das Land tief in die Verwahrlosung hinabge- stürzt. Bis jetzt haben die T ü r k e n immer nur gezeigt, daß sie dies von der Natur liebevoll ausgestattete Gebiet mit bewaffneter Faust zu gewinnen verstanden, und leider sind die weft- politifchen Bedingungen, unter denen es ihnen letzt vergönnt ist, hier wieder ihre Herrschaft zu befestigen, nicht derart, daß man mit Zuversicht darauf bauen dürste, es werde hier endlich ein« mal in langen Friedensjahren Kulturarbeit geleistet werden können.
Ein Kulturwerk großen Stils haben in biefem Lande vor allem die Deutschen geschaffen. Es ist die Anaiolifche Bahn, über die hinweg die türftschen Heersäulen jetzt vorgedrungen sind. Die kleine An- sangsstrecke Haidar Pascha-Jsmid ist zwar 1870 von den Türken erbaut worden, ober dann in englische, schließlich in deutsche Hände übergegan. gen- Von Deutschen ist daraus in den Jahren 1889 bis 1892 die Sri ecke Isntid-EÄifchehit- Angora und 1892 bis 1896 EsftschebiEftmn- Karahissar-Konia erbaut worden. Von da Wust die Bagdadbahn weiter, jene Schaffung, an die sich für uns stolze und traurige Gedanken knüpfen. Diese Hauptstationen sind jetzt geradr wieder als Mittelpunkte des griechisch-türkischen Ringens viel genannt worden. Von dem Keinen Städtchen Jsmid sind die Türken längs der bithynischen Riviera vorgerückt, durch eine Gegend. die an landschaftlicher Pracht sich mit der Riviera di Ponente wohl ru messen vermag. In dem ganzen Gebiet, durch das jetzt der Kriea geht. wechselt reiche Schönheit, Wälder und FelS ich buchten, Blumenf cld er und üp. ptges Ackerland, mit öderem Steppengebiet. An «den Flanken des türkifchen Heeres sind Bruffa, die alte Wiege des osmanischen Reiches, und das kleine Uschak gefallen. Seidenschals kommen von dort, Snchrnateppiche von biet. Meerschcmmgruben Tiegen bei Eskischehir, Monselder umgeben Aftnm Karahissar, die