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12. Jahrgang

Mittwoch, 5. September 1922.

Fernsprecher 951 und 952

Nummer 208

Fernsprecher 951 und 952

Schnnerigleilen der deutschen Mrlschast

sich, da dir Bergarbeiter im ganzen rheinisch-

berungen bezüglich der .Pfänder" der Fall war, tuestsi-rfchen Kbylenrev-.er sich zum - erfahre

von je zwei Neste rstunden an drei Tagen in der

Woche bereit erklärt haben. Den Schaden wird

die sächsischen Arbeiter zu tragen haben, wenn

mit Eintritt der kälteren Jahreszeit der Kohlen-

tim die NePQrstiDNsrr-Sien.

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Li< Äaffeter 'j. tuen en Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar adendt. Der Slbomtem«nt4preis betragt monalltch 75. Mark bei fr et er Zustellung ins Hau?, in der SeschättSftelle abgeholt 70.- Marl monatlich. KuSeärtS durch die Post bezogen 75 Marl monatlich einschi Zustellung. Bestellungen werden lederzei: entgegengendmmen. Druckerei, «erlag und Redaktion. Schlachthofstrabe 28/30, s?nr unverlangt eingesandte Beiträge lann die Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem ssalle übernehmen. Rück^ihlung des Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.

so werden wir uns doch darauf einstellcn müssen, daß die notwendigen Bürgschaften nicht minder

Der Bund Deutscher Mleterverein« hatte wie­derholt an die Reichsregierung die Forderung i esrellt, entsprechend der ausdrücklichen Ermäch­tigung des Gesetzes ei.re eigene Ausfirhrungs- Verordnung zu erlassen. Trotz aller Warnungen vor den Folgen, wenn die Ausführung des Ge» dtzes völlig in den Händen der Länder bliebe,

6ine Senkung des ÄoOknp reifest

Newyork, 5. September. (Telegraphische Meldung) Die GewerkschastS - Vorstände der Steinkohlenbergarbeiter haben in Philadel­phia den Frieden unterzeichnet, der den sechs­monatigen amerikanischen Kohlenstteik beendet. Sie haben sich mit den bisherigen Löhnen bis zum 31. August 1923 einverstanden erklärt. Die Beilegung des Streiks wird auf dem W e l t - kohlenmarkt bald eine Erleichterung schassen und die Kohlenpreise senken.

o n c mit nur

öffnete die allgemeine Aussprache über die Lage, aobei in erster Linie die Frage der Getreide- ezw. Brotversorgung besprochen wurde, ltantssekretär Tr. Heinrich gab sodann eine ingehende Schilderung der geqenwättigen .-ituation auf diesem Gebiet. Hieraus begann sie Einzelaussprache über die Tagesordnung.

DerrlebsernschränkLMgen.

Zusammenlegung von Betrieben. Schiffahrt. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 5. September.

Die Grossberliner Mctallindusttie kündigt durch Anschläge m tnn Fabriken erhebliüx Produktionseinschränkung für die nächste Woche an. Jkrfolge der außerordentlichen Geldentwerttrng haben die in der Berliner Handwerkskammer vertretenen Handwerksbe­triebe sich in ihrer Mehrheit für die Zusam­menlegung von je fünf bis sechs kleinen Be­trieben ausgesprochen. Der Dampfschifs- verkehr auf den märkischen Wasser straßen steht vor der völligen Einstellung, da die unge­heuerlichen Kr.hlenvreise und die Hohen Löhne jede Berdienstmüglichkeit ausschlietzen.

NemDerhandlungen

Um Deutschlands Lasten.

Essen, 5. September. (Privattelegramm.) Der alte Bergarbeiterverband und ebenso die an­deren Verbände und Gewerkschaften haben sich gegen Vie Erweiterung der U e b e r s ch t ch t e n erklärt, die nach dem Plane von Sünnes zur Garantierung der Reparationsleist« n - gen vorgesehen waren. Gegenüber den Mei­dungen der französischen Presse, daß Deutschland mit seiner Kohlenlieferung sehr im R ii ck ft geblieben sei, wird von zuständiger Stelle geteilt, daß es sich bei dem Felstbetrag imt ganz geringe Mengen handelt.

Die deutsch-belgischen Verhandlungen um die Garantien, die Deutschland für die ausgeschobe- neu Barzahlungen geben soll, sind jetzt in Berlin im Gange. Wir stehen vor einer Situation, die uns nur eine kurze Erleichterung gestattet. Von einer wirklichen und lauernden Beruhigung und Befriedigung des politischen und wirtschaftlichen Lebens lann natürlich keine Rede sein. Wir ha­ben nichts anderes als Zeit gewonnen. Den Zeit­gewinn müssen wir nutzen, um die neuen Ver­handlungen, die zur Regelung der Reparaticns- frage nunmehr noch notwendig sind, in allen ihren Teilen auf das Einzelne durchzuarbeitcn. Zu einer wirklichen Atempause werden wir erst dann kommen können, wenn wir die jetzigen 'Verhandlungstage entsprechend nutzen. Unter diesem Gesichtswinkel müssen wir an eine Arbeit herantteten, die uns abermals mit kritischen Pro­blemen belastet. Das Ziel wird sein, die Ende dieses Jahres vorgesehene neue Konferenz tn Brüssel, die das Reparationsptoblem in seiner Gesamtheit austollen soll, vorzubereiten. Und die Mittel dazu sind nach den verschiedensten Richtungen gegeben. Zunächst müssen wir uns mit den Belgiern verständigen, in welcher Weise die anstelle der baren Zahlungen bis Ende die­ses Jahres von uns auszugevenden Schatz­anweisungen in Gold fundiert werden sollen. Wenn auch nicht in derselben Schroffheit und Schärfe, wie das bei den Poincarsschen For-

Eenf, 5. September

Gestern nachmittag vier Uhr begann die zweite Vollsitzung der Völkerbundtagung. Zu­nächst fand die Wahl des Präsidenten statt und «war wurde der brasilianische Gesandte in Lon­don Edwards mit 42 von 44 abgegebenen Stimmen, gewählt. In seiner Begrüssungsrede dankte er der Versammlung für das Vertrauen, das mit seiner Wahl seinem Vaterland gezeigt worden sei und forderte alle Anwesenden aus. Attivität zu beweisen, um die diesmalige Ta­gung fruchtbar und segenbringend zu gestalten, die Organisation des Völkerbundes zu vervoll­ständigen und zu fettigen und die Beziehungen zwischen den einzelnen Mächten inniger zu ge- stuften. Die AbrüstungSkommission des Völkerbundes nahm dann eine Entschlie­ßung an, wonach in Zukunft die Fabrikation und der Verkauf von Kriegsmaterial durch die Pri- vatindustrie nur noch mit Zustiimnung der be­treffenden Landesregierung zu gestatten sei.

Schußwechsel-Garantien,

ins de« deutsch, belgischen Besprechungen.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 5. September.

Die belgischen Delegierten Delacroix und emelmann haben heute ihre erste Besprechung mit der Reichsregierung. Der fortdauernde Ernst der Lage wird durch eine Meldring des BrüsselerSoir" bestätigt, in der es heisst, dass die belgischen Delegierten nicht zu Ber- Handlungen mit Deutschland ermächtig! seien, sondern lediglich zur Nebcrbring ung der belgischen Forderungen nach Garantien für die von Deutschland gegebenen Schatzwechseln. TerTempL" meldet aus Brüssel: TaS belgische Kabinett hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, die deutschen SÄatz- scheine dem Morgan-Komitee zu neunzig Prozent zum Diskont anzuSieten und als Sicherheit vo.n der Forderung einer Uebersüh- rung von entsyrer: enden Goldbeträgen der -reichSvauk in das von Belgien besetzte G e - b'ie t u i ch t abz u gehe n. (!)

bot das Reich eine Ausführungsverordnung nicht erlassen. Die vorausgesagten Folgen sind ein- getreten. Die einzelnen Länder haben Ausfiih- rungsverordnnngen erlassen, in denen wichtige und das Gesetz überhaupt erst rechtfertigende Gedanken nicht nur nicht beachtet, sondern zum Nachteile der Mieter in ihr Gegenteil umgekehrt 'inb. Das Gesetz verdient überhaupt nicht mehr ten Namen eines Reichsmietengesetzes. Der Bund Deutscher Mietervereine lehnt für diele Ausführung des ReichSmieten-Ge- setzes die Verantwortung ab. Er rich­te: an die L a n d e s r e g i e r u n g e n das dring­liche Ersuchen, ihre Ausführungsverordnungen~ mit den Bestimmungen und Gedanken des setzes in Einklang ju bringen, an die Reicks- regierung das dringliche Ersuchen, dem Durcheinander der Ausführungsverordnungen mit seiner Wirkung weitgehender RechtSzerfplil- terung dadurch ein Ende zu machen, daß sie eine eigene Ausführungsverordnung er-

8*® bedarf sich steigern wird und die Nachfrage nicht durch Ueberstundenförderung gedeckt werden kann.

bedungen stellen.

Wird dieses Werk geschehen sein, dann müssen : wir von selbst an die Ausarbeitung eines gre ßen neuen politischen und wirtschaftlichen Ar­beitsprogrammes herantreten. Das Budget da» damals bei einem Stande des Dollars von 180 Mark ausgestellt wurde, ist heute wert­loses Papier. Inzwischen Hai die wirt- schaftliche Umwälzung einen realen Lauf genom­men. Der Dollar ist unseren Händen entglitten und erreichte vorübergehend sogar einen Stand zwischen 2400. Aber auch Wenn es gelingen würde unter dem Eindruck einer Beruhigung den Dollar zwischen 1000 und 1200 zu stabili­sieren, daß er wesentlich unter die Tausend­mart-Grenze ginge, kann bei der ganzen Wirt­schaftslage nicht angenommen werden, dann Würde trotzdem alles bisher Errechnete auf Sand gebaut sein. Das Reichsbudget arbeitet heute mit haltlosen Ziffern. Wenn der Reickstaa wie­der zusammentritt, wird er sich mit Nach­tragsetats zu beschäftigen haben, die in die Hunderte von Milliarden gehen. Wir müssen uns auch klar darüber sein, dass die Zwangsanleihe, die gegenwärtig zur Zeichnung aufliegt, nur noch wie ein Tropfen aus den hei­ssen Stein wirken kann. Unsere ganze Steuer« und Finanzgebarung ist eigentlich unterhöhlt. Die Einnahmebasis ist immer schmäler geworden, das Ausmaß der Ausgaben wuchs ins Phan­tastische. Gerade diese Tatsachen haben den furcht­bar bitteren, aber leider wahren Grundsatz der Pariser Entscheidung gerechtferttgt, daß Deutsch­land bei seinem gegenwärtigen Zustand jedes inneren und äußeren Kredits entbehrt.

Mr haben es zum allerwenigsten in der Hand, diese Kreditfähigkeit und Kreditwürdigkeit mit eigenen Mitteln zu schaffen. DaM bedarf es nicht nur der Mittel der inneren, sondern auch her äußeren Politik. Und auf letztere haben wir keinen bestimmenden Einfluß. Die Pariser Entscheidung ist nur insofern ein Fortschritt, als sie zeigt, dass die wirtschaftliche Erkenntnis zu keimen beginnt. Was wir zur Förderung dieser Einsicht tun können, nmß geschehen. Es wird daher an rms liean, wirtschaftliche, wie witt- scha ft Apolitische Massnahmen in Vorschlag zu bringen, die die Basis für die grosse Konfe­renz des Spätherbstes in Brüssel bilden können. Wir sind umso mehr zu einer solchen

Wleve -ein üLdrSstungsvorftv-ag.

Genf, 5. September. (Eigene Drahtmel­dung.) Die Abrüftungskommission des Völker­bundes genehmigte in ihrer gestrigen Sitzung das Projett Lord Robert Cecils über die Ab­rüstung. Rach dem Entwurf Cecils soll die Ab- rüstuna allgemein fein, aber nur daun, wenn jedes Land genügende Garantien gegen an­dere Angreifer erhält. Diese Garantie besteht in einem allgemeinem Defensivabkommen, in dem h *ie Mächte im Falle eines Bngriftes zu ge­genseitiger Hilfe verpflichten. Zur Festsetzung und Aufstellung aller Massnahmen sollen beson­dere Organe grfchaften werden. Ferner stimmte die Kommission dem spanischen Antrag zu. wo- rmf) die Abrüstrmgsfräqe auch dem im März 1923 zu Santiago de Chile stattsindenden pan­amerikanischen Kongress unterbreitet werden soll.

und äußeren Kredit derloren hat, unS als Bal! hingeworfen werbenw, um uns zu veranlassen ihn aufzunehmen, um die Währung so zu gestal­ten, daß diese Kreditfähigkeit wieder Platz greift Die Möglichkeit für eine derartige Neuaestaltung unserer Währung ist jetzt noch Vorhänden, und sie kann in die Wirklichkeit um- eesetzt werden, wenn zwei Voraussetzungen er­füllt werden; erstens, daß man die deutschen Re­parationslasten auf eia wirklich tragbares Mas herabsetzt, zweitens, daß nicht eine räu­berische Pfänderpolitik uns des staat lichen und Volks-Besitzes beraubt. Von der Lö­sung dieser Aufgaben, die nunmehr unser har ren, wird da? Schicksal der deutschen Ration für Jahrzehnte abhängig sein.

Düs KoMn-Woblem.

Keine Ilrbevstunse im sächsischen Bergbau.

(Privat-Telegramm.)

Zwickau, 5. September.

Im Lugau-Oelsnitzer Revier haben die Berg­arbeiter dir Einlegung einer tätlichen Ueber- stunde abgelehnt. Damit kommt, nachdem auch die Zwickauer Bergarbeiter sich gegen die Ueberstunde ausgesprochen hatten, ein Verfahren von Ueberschichten in Sachsen nicht mehr in Frage. Dieser Beschluß der sächsischen Bergleute ist sehr zu bedauern. Er ist aber auch unverstünd-

gnferttonäpritfe: a) Smheimifch« Auftrage: Die einsaitige Anzeigenzeile M. 8., die einspaltige RellamezeUe M. 2t.. b) Auswärtige Aufträge: Tie einspaltige «nzeigenzeile M. 8., die einspaltige Reklame,eile M. 24, alles einschließlich DeuerungSzuschlag und Anzeige'nsieuer. Sür Anzeigen mit besonders schwierigem Latz hundert Prozent Ausschlag. Für die Richtigkeit aller durch .Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Ausnahme- baten imd Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlacht­hoffirabe 28,130. Geschäftsstelle: Kölnische Straße ->. Telephon Stammet »öl uno 852.

Politik genötigt, als die jetzige Regelung, wonach wir statt Barzahlungen Goldwechsel geben müs­sen, von uns zum Anlaß genommen werden müßte, um wieder einmal die Frage einer in­neren Anleihe in die Hand zu nehmen. Die Awangsanleihe kann als eine solche fundierte Anleihe nicht angesprocken werden. Wir brau­chen eine Anleihe au? der Goldbasis. Die Schatzwechsel, die wir Belgien gewähren müssen, stellen ein solches Fundament dar. Würde e? möglich sein, mittels dieser Schatzwechsel im Ausgleich mit den Bedürfnissen nach innen und außen zur Einleitung der WährungS-Re- form und der Stabilisierung der Mark Gold­titel oder Goldbons auszugeben, die in ihren Werten fest fundiert wären, so wurden wir einen wesentlichen Schritt dieser notwendigen Wäh­rungs-Reform näherkommen.

Es scheint, als wenn der schon mehrfach er­wähnte niederschmetternde Satz der Pariser Ent­scheidung, wonach Deutschland jeden inneren

Mieter-Varlament.

Die Entschließungen der Kasseler Tagung.

Der 17. Deutsch« Mietertag ist am gestrigen Montag mit einer den ganzen rag fiUtenbcn Sitzung unb Annahme verschiedener Entichlietz- nnge« zum SteichSmietaesetz und Mieterschntz- gesetz-Sntwurf zum Abschluß gebracht worden. ES untersteht keinem Zweifel: Der 17. Deutsche Mietertag war trotz Vermeidung aller Schärfen ein Kampsaufruf der Mieter-Organisation gegen die Organisation des Hausbesitzes! Wenn das Ergebnis der Tagung an den gefaßten Ent- schliessungen zu bewerten ist, dann trat die Frage des Wohnungsbaues in dem Sinn der am Sonn­tag eingehend behandelten Dr. Wagnerschen Vor­schläge in den Hintergrund. Es schien, als sollte die Entschließung hierzu das Hauptergebnis der Tagung bilden, aber ... es kam zu keiner Ent- scheidung. Der Mietertag beschritt nach eingehen, der Ausschussberatnng darüber den Ausweg, diese Vorschläge mitsamt der Forderung einer täglichen Ueberstunde der Arbeitnehmer zugun- sten des besten Mieterschutzes, des Wohnnngs- baues, den einzelnen Vereinen zur Weitererörte- rit.tg zu überlassen. Reichsmietengesetz und Mte- tcrsckutzgesetz kamen, weil die Frage des Woh- > ungsbaues die gesamte Sonntagsberatung be­schlagnahmt hatte, zu weniger eingehender Be­handlung, desto mehr aber in besonderen Aus­schüssen, und der gestrige letzte Verhandlungstag führte zu einigen Entschließungen, für die sich Einstimmigkeit ergab, so die folgende zum

ReickMieten-Gesetz:

Ein ßätifügtr

Paris, 5. September. (Eigene Drahtmeldung.j Ueük» die zukünftigen deutsch-belgischen Ver­handlungen hinsichtlich der Pfänder für dir wutschen Schvüwechsel will der PariserTi- if«S"-Sorresvondent wissen, das: diese Anleae genheit zweifellos zur Befriedigung von Brüs­sel und Berlin gelöst werden könne. Sir John l'radburn habe ihm bei einer Unterredung am letzten Samstag diese Znsichetmig gegeben. Der Korrespondent berichtet ausserdem, dass bei den türzlicken Verhandlungen in Berlin zwischen der MichSregieruna und den Mitgliedern der ReparationSkommissisn diese Frage bereits er­örtert worden sei und dass bei dem Besuch Sir ohn Bradburys in London der günstige AnS- gen« dieser Besprechung versichert worden sei.

*

Für EngiüuL erlrvigk.

Rotterdam, 5. September (Eigene Draht- meldung.i Nach einer Merdung derWestmin- st.'r Ga-ette" iss die Frage de.z deutschen Zah­lungsaufschubs infolge der Pariser Re­parationcentscheidung für England amtlich er­ledigt. Es wird keinerlei weitere Aktion Englands erfolgen.

Tagung des VMerDMöes.

Ein Brasilianer als Präsident.

(Eigener Drahtbericht.)

Ernährungs-Konferenz.

Dis Mtnifterbsratnnge« in Hamburg.

(Privat-Telegramm.)

Hamburg, 5. September.

Die Konferenz der Ernährungsminister, auf der alle Länder zumeist durch ihre Ernährungs- und Landwirtschaftsminister vertreten sind, wurde gestern im Rathaufe durch den Oberbür­germeister Distel im Namen der Hamburgischen Regierung begrüßt. Bürgermeister Distel wies auk di« schwierigen Fragen hin, die aus der Konferenz behandelt werden sollen und sprach die Hoffnung aus, daß es gelingen möge, eine befriedigende Lösung zu finden. Reichsernah- rungsminister Fehr übernahm sodann den Vor- sitz, dantte Hamburg für die Einladung und er­

läßt." Für

das Mieterschutz-Gesetz

fordert die Kasseler Tagung neben einem wei­teren Ausbau der Gedanken des vorliegenden Entwurfs von vornherein den Wegfall jeder Möglickkeit für Ausnahmen, wie sie letzt Para­graph 41 des Entwurfs zuläßt. Für den Mie­terschutz darf es. so heißt es in der Entschlie­ßung, überhaupt keine Ausnahmen geben, wenn es nickt dahin kommen soll, daß Mieter minderen Rechts geschaffen werden. In einer weiteren Entschließung stellte sich der Mietertag einstimmig auf den Standpuntt, die Verwaltung der Hauskonten lediglich gemeinnützigen Fi- nanzinstituten, auf keinen Fall aber Hausbesitzer- banken, übertragen zu lassen und eine fernere Entschließung, die telegraphisch dem preußischen Wohlfahrtsminister übermittelt wurde, ersucht diesen, keinen Schritt wcittr zu gehen auf deut bislang eingeschlagenen Wege, dem Hausbesitz immer'-"'- Steigerungen der Miethöchstgrenzen zttzub" Im übrigen wurden am dritten und Tage eingehend

Organisations-Fragen

erörtert, und diese Besprechungen fühtten dazu, daß sich der Bund eine neue Satzung gab. Ein­mütig wurde der Wille zum Ausdruck gebracht, die Beiträge so ut erhöben, daß der inttniwen Arbeit der .Hausbesitzer-Organisation Gegendruck geboten werden könne. Zu diesem Zweck wurde an den Opfersinn der deutschen Mieterschaft ap­pelliert. der beim Kampf gegen das mächtige Ka­pital des Hausbesitzes dringend erforderlich sei. Ms Ort der nächstjährigen Tagung wurde Dresden bestimmt und mit besonders war- men Worten der alücklicken und mühevollen Ar- beit deS Kasseler Mieterschutzvereins gedacht, der die Durchführung des Mietertags in Kassel zu danken sei. Den Ausklana des Tags der Mieter, der, wie Bundesvorsitzender Herrmann-Dresden ausführte, die Auerkennuna der Regierungsver­treter gefunden bat, die sich der Unterstützung freuen, die Die Regierung in der Mieteroroam- sation bei ihren Maßnahmen findet, gab ein stür­misches Bekenntnis zum geschlossenen Zusam-

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