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Ernste Stimmung in Berlin

endgültiges Urteil noch nicht abgcbkn.

Gmoprw Sanfopfel

Berliner Auffassung der jetzigen Lage. lPrivat-Telegeamm)

Berlin, 23. August.

Die Lage wird an unterrichteter politischer Stelle im allgemeinen sehrernst beurteilt. Wenn auch bisher keine bestimmten Forderungen an die Reichsrrgierung gestellt worden sind, so Vars doch der Umstand nicht außcracht gelassen werden, daß seit der Londoner Konferenz in sachlicher und grundsätzlicher Beziehung kein Schritt vorwärts getan werden konnte. Bei der bekrnnten Haltung des Kabinetts P o. i n c o r e erscheint eine Einigung auf mittlerer Linie aufs höchste beschränkt. Das Rcparations- Problem wird eben solange der Zankapfel Europas bleibe«, als eS nicht aus dem Fahr­wasser potitisclfer in das nüchtern -wirtschaft­licher Diskussion übergeleitet werden kann Auch diesmal wieder droht die Gefahr einer Auf­schiebung der Entscheidung um Wochen, wenn nicht gor am Monate. Was das für die deutsche Wirtschaft zu bedeuten hätte, bedarf keiner wei­teren Auseinandersetzung. Die Nnsfichten für die geplante allgemeine Reparationskonserenz im Monat November gelte in den damit vertrauten Kreisen als weui, tröstlich

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 23- August.

Die Verhandlungen der Reichsregierung mit den beiden in Berlin weilenden Mitgliedern der Reparationskommifsto« sind über ein vorbe- reitendes Stadium noch nicht hinausge- langt. Die Revarationskommifsion hat sich zu­nächst von den zuständigen Stellen der Reichs- regierung die notwendigen Informationen ge- ben lassen, ohne aber schon in dirette Verhand­lungen cinzutrcten. Gestern sanden im Reichs­finanzministerium nachmals Verhandlungen der einzelnen Refforts untereinander statt und heute nachmittag werden die Beratungen mit * Sir John Dradbury und Herrn Mauclere wieder ausgenommen werden. Innerhalb der Reparationskommission sieht man, wie verlautet, die Dinge vorläufig nicht sehr optimi- tisch an. vradbury und Mauclere sind in der Beurteilung der Gesamtlage austervrdenilich

Nach dem ersten Stadium.

Die Lntente-Sendboten bei Wirth.

lPrivat-Telegramm.)

> Berlin, 23. August.

Die Eiuzelbesprechungen zwischen den in Berlin weilenden Delegierten der Repa- rationSkomnrission und d<w Vertretern der zu ständigen Reichsbehörden sind gestern zu einem gewissen vorläufigen Abschluß gekom­men. Die beiden Herren haben von sämtlichen beteiligten Refforts ausführliche Informationen erhalte« und sind daraufhin gestern nachmittag vom Reichskanzler zu einer neuen Bespre­chung empfangen worden, in bereu Verlauf die Frage des Moratoriums zum Gegenstand einer ebenso gründlichen wie grundsätzlichen Er­örterung gemacht wurde. Die Unterredung ver­lies in durchaus verbindlicher Form. Dr Wirth legte auf bcstimnite Fragen der beiden Delegier­ten hin nochmals den bekannten ablehnenden Standpunkt der deutschen Regierung zur Frage der von Frankreich in London gewünschten produktive« Pfänder dar und die De­legierten nahmen von dieser Erklärung Kennt­nis. Damtt kann das erste Stadium der Berli­ner Konferenz als abgeschlossen gelte«. Vorläu­fig steht noch nicht fest, wann die nächste Zusam- nenkunst mit den deutschen Regierungsvertretern tattfindet. Für heute ist lediglich eine neue Chesbesprechung astberaumt worden.

Kachle und Nahrung müssen wir allerdings bom Ausland einfiihren. weil wir selbst mit un­seren Vorräten und mit unseren Produktionen nicht reichen. Bei der Kohlenförderung sind wir allerdings durch den Verlust vieler Kohlengebiete bart getroffen. Andererseits könnte aber unser- Kohlenproduktion ohne absonderliche Schwierig- keiten noch erheblich gesteigert werden, so daß wir uns von dem Bezug ausländischer Kohle säst ganz ftei machen könnte». Früher vor Deutschland Kohlenlieferant nach auswärts, heute müssen zu fünftausend Mark das englische Pfund englischer Kohle nach Deutschland geliefert werden! Dabei gehen Millionen Tonnen dcitt- scher Kohle als Reparationsleistungen «ach dem Ausland! Noch toller ist es aber, daß jetzt schon mitten in der Erntezeit amerikani- scyes Getreide nach Deutschland geliefert wird, weil in verschiedenen deutschen Gebieten und vor allem vor den Toren der Reichshaupt- stadi ein verbrecherischer, von kommunistischen Hetzern eingesädetter Londarbeiterstretk herrsch,. Vor der Reichshauptstadt verfaulte Getreide in gewaltigen Mengen. Die Verluste sind jetzt schon als so groß bemessen, daß mit den zugrunde ge­gangenen Vorräten die Millionenbevölkerung der Reuhshauptstadt auf mindestens drei bis vier Wochen hätte versorgt werden können! Diese seh- lenden Mengen müssen vom Auslände nun wie- »cr bei geschafft werde«. Dazu kommt, daß die Ernte ohnehin unter der ungünstigen, naßkalten Wrterung zu leiden hafte und wir für die kom­mende Ernährungsperiode ausländische Nab- rimgSmittel in weit größerem Umfange eiiifüb- rcn müssen als bisher.

Welche eigenartigen Verhältnisse wir in der beurschen Wirtschaft beute schon häben, zeigt un- te» anderem auch folgendes: Ein großer Teil der Industrie macht schon gor keine Geschäfte mehr in deutscher Währung. Man schließt in fremden Valuten, in Dollars. Gulden, Franken und englischen Pfunds die Verträge ab. Neuerdings kann man nun aber auch beobachten, daß zu einem völlig anderen Sbstem in der Fi­nanzierung geschritten wird. Die Fabriken ver­langen von ihren ausländischen Anstragaebern die Ll eferung.tzer Rohstoffe, die sie zur Verarbeitung der gewünschten Produkte benk- tigen. Die weiter- Bearbeitung erfolgt dann auf Grrrnd eines Vortrages j« entsprechender Valuta. Mit diesem System. das sich «ach wirtschaftlicher Seite hin, durch die unheilvoll- Gestattung der deutschen Mark, erklären läßt, kommen aber die betreffenden deutsche« ZnLustsien in .ein LSrm-

- Wirth geäußert; er zweifele nicht, daß cs bei : dem von Dr. Wirth bekundeten sachlichen Ent- ! gegenkommeu zu einer verständigen Eini­gung kommen wird, die das Moratorium und im weiteren Verlause auch die interna.

'tionale Anleihe ermöglicht

Frankreichs großer Hetzer.

Eine ite«e Rede Poincarss. (Privat-Telegramm.f

Paris, 23. August.

Poinrars hat in Bar-le-Dur bei der Er­öffnung der Generalrats-Tagung feines Heimat- kantons Meuse seine angekündigte große po­litische Rede gel-alten, die zu der künftigen Reparations-Politik Frankreichs die Richtlinien gebe« soll. Der Ministerpräsident erklärt, die Lö­sung des Reparatiousproblems sei nicht nur am schlechten Willen Deutschlands, son­der« weitaus mehr an den SchwicriAeften über- laschender Natur gescheitert. Seit dem Kriege habe bei den Alliierten das Bewußtsein der S o - lidarität nachgelassen, jeder habe an­dere Sorgen. Nickfts sei natürlicher, es sei im Gegenteil unvermeidlich, und man dürfe sich dar- über weder verwundern noch entrüsten. Frank- reich könne nicht verstehen, daß seit drei Jahren Lei den alliierte« Frredensvcrträgen immer wie­der die Einigkeit auf seine Kosten hergestevt wor­den sei. Frankreich habe viele Enttäuschungen hinter sich und habe fortwährend Konzefstonen machen muffen. Wenn es aber Garantien oder Sanktiouen verlangt, sei es auf Widerstaud ge- stoßen. Schließlich hätte man glauben können, daß man Frankreich überhaupt das Recht ab- prechcn wolle, eine stanzösische Politik zu «mchen. Eine Allianz könne aber nur dann auf die Dauer bestehen. wenn sie auf Gleichheit und gegensei­tiger Achtung der nationalen Souveränität be­gründet fei. Frankreich beabsichtige nickst, selbst ür den Fall, daß es allein Garantien in An- pruch nehme, sich diese dauernd anzurignen.

Es ist zu begrüßen, daß sich endlich im An- schluß an die von Kurt Jannott geleistete theoretische Pionierarbeit eine Gesellschaft gefun. den hat, die diesem Gedanken praktisch Rechnung trägt, und zwar ist es eigentümlich, daß es ge­rade eine Gesellschaft ist, die die Anfall- und Haftpflicht-Branche erst neu betreibt. Die ge­nannte Gesellschaft hat bei ihren Hastpflicht- Versickerungen jetzt automatische Zuschläge auf die Versicherungssummen eingeführt und sich damit unzweifelhaft ein Verdienst erworben. Wenn es oberstes Prinzip der Versicherungs- Gesellschaft ist, sich an die wirklichen Bedürf» niffe des Publikums, des Handels und der In­dustrie, auzupassen, so kann man nur sagen, daß hier der Versicherer durch Schaffung gleicharti. ger Versicherungssummen seiner vornchnrften Aufgabe gereckt geworden ist. Eine weitere Neuerung, die vorläufig auch auf Konto der in dieser Beziehung bahnbrechenden Gesellschaft geschrieben werden muß, liegt in der Unfall- Versicherung mit Versicherungssummen, die sich ebenfalls mit dem Steigen der Preise automa- tisch erweitern. Der Versickerte kann hier ruhig slAa?eu. Die allgemiene Geldentwertung, die Mark-Katastrophe, alles läßt die Versickerungs- Police in ihrem inneren Werte unberührt, den« mit der allgemeinen Inflation erfahren auch die Versicherungssummen die notwendige Auffül­lung. Die zeitraubenden, beide Teile störenden Nachversicherungen und Kontrollen der Der» ickerungssummen erübrigen sich damit. Einen weiteren Vorzug hat daz neue System dadurch, daß in Form dieser Vorsorge-Versicherung, auf die ick wich in der Fachpresse besonders hingr- wiesen habe, auch eine automatische Deckung gewahrlcistet wird.

Nicht unerwähnt soll zum Schluß bleiben, daß versickerungStechnisch der katastrophalen Geldentwertung und der mangelnden Stabil?.

<tln kleiner Dsrbehalt.

Genf. 23. August. (Eigene Drabttneldung.) Die ministerielle Pariser Zeitung .Watin" ineEbct 'M Gegensatz zu der vorstehenden Depesche aus Berlin, daß die Rcparationsbesprechungen einen nicht ungünstigen Verlauf neh­men. Wenn man die bisherigen Zustimmungen der Reichsregierung zu den Vorschlägen der Rc- paratienskommisston den weiteren Verhandln«, .-engen zugrunde legt und wenn nickt neue Komplikationen eintreten, die diese! günstige Situation zerstören, dann könne noch diese. Woche eine entscheidende WenLuna kommen. I

Was vir Diplomaten denken.

Berlin, 23. August, sEigene Drahtmeldung.' In Berliner diplomatischenKoftsen will man wis­sen, daß die Delegation der Reparationskom­mission keine Instruktionen der einzelnen En- tenteregienmge« besitze, sondern sich lediglich auf Erwägiungc« stütze, die innerhalb der Reva» rationskomnussion angestellt wurden. Es heißt, daß innerhalb der Reparationskommission die Neigung besteht, abermals gewisse,Bü r g s chas- ten von Deutschland zu fordern; auf der an­dern Seite sollet: aber auch wesentliche Zu­ge st Lndnisse an Deutschland vorgesehen sein.

Berliner Eindrücke.

Di» Gespräche über daö Moratorium.

licheS Arheits. und Lohnverhältnis gegetuiber dem Ausland und gegenüber der En­tente. Daß eine derartige Entwicklung auch sehr beklagenswerte Folgen mit sich bringen wird und muß, liegt auf der Hand. Aber dieser eben geschilderte Vorgang ist ungemein bezeich­nend für unsere gegenwärtige wirtschaftliche Lage. Die Zermürbung unserer Wirtschaft be­deutet zugleich die Zermürbung der Na­tion. Wir geraten in eine immer größere Ab­hängigkeit gegenüber dem Ausland, und btc Quellen unserer Kraft, die in unsere« auch jetzt noch vorhandenen Produktionsmöglichkeiten und Fähigkeiten stecken, werden, wenn dieser Prozeß anhält, in die Verfügungsgewalt des Auslandes kommen. Solche .Pfänder freilich würden einer Politik gelegen kommen, der es ja darum zu tun ist. die deutsche Wirtschaftskraft nicht mehr als auffallenden Faktor in der Weltgeschichte wirksam werden zu lassen, sondern ihn in den Dienst eigennütziger weltwirtschaftlicher und welt­politischer Interessen zu spannen. * * *

Der »ufrirSrnk Kranrose.

Genf, 23. August. tPrivaftelftwam-m.'z Mauclere soll sich am Montag abend sehr ^uirixden über die »rßc .Auslwche mit Dr.

Zwischen Mühlsteinen

Dentschiand« wtrtschafttiche Lage.

Won einem gelegentlichen wi tschaftspo!tti- Ichen Mitarbeiter wird uni zur derzeitigen Lage Deutschlands szolgendes geschrieben D'e deutsche Wirtschaft ist gegenwärtig zwi­schen Mühlsteinen eingeklemmt, die sic nach­gerade zu zerreiben drohen. Leider muß mau aber lagen, daß der Druck bei diesem zermurben- cen Prozeß nicht ausschließlich von außen her kommt, wenngleich freilich die außenpolitischer .Vorgänge den entscheidenden Einfluß auf dieses Zerftörungswerk ausübcn. So haben wir dieser L.gge bei uns zu Lande Wahrnehmungen machen können, die uns doch Gedanken ganz eigener Art aufbrängen müßten. Wir haben erfahren, daß rin großer Teil der deutschen Industrie infolge der Minderproduktion von Kohle gezwungen i englische Kohle zu beschaffen. Tatsächlich i auch in große» Mengen englische Kohle bereits ins deutsche Land gekommen. Bei einem Kurs von fünf, bis sechstausend Mark für das eng- >"che Pfund handelt es sich um Milliarden­werte, die dadurch der deutschen VvSswirt- schast entzogen werde«, die sich aber andererseits in dem furchtbaren und verhängniÄwllen Kreis­lauf der Preissteigerung und Teuerung einbiän» gen. Aehnlich ist es aber auch mit der Beschaf­fung von amerikanischem Getreide. Bei einem Stand des Dollars von zwvkHundert bis vierzehnhundert Mark sind auch hier märchen­hafte Summen aufzuwenden.

Was soll es erst weiden, wenn die Markent- k-eitung weiter vorwärts schreitet und wir im Winter und im Frühjahr, wenn unsere eigenen Getreidebestände zu Ende gegangen sind, zu viel­leicht M« das Doppelte und Dreifache erhöhtem DottaUurS Getreide einkaufen muffen! Ferner kommt gegenwärtig in großen Mengen ameri­kanisches und avgenttnifches Gefrierfleisch zu uns. Auch diese Lieferungen unterliegen der Dollarbewertung, so daß eS vielfach vorkommt, daß frisches einheimisches Fleisch billiger ist, alS das eingeführte Gefrierfleisch. Die Voraussage, daß dieses Gefrierfleisch ht jedem Fall min­destens zu einem Drittel unter dem Preis für das deutsche Fleisch bliebe, hat sich nicht erfüllt und wird fick auch niemals erfüllen lassen. Eine fühl­barere Erleichterung im Fleischbezug könnte nur ci«treten, wenn der Dvllarstcmd wesentlich sinken und eine gewisse Ruhe in der Devisenenftvick- lung eintreten würde. Bekanntlich ist es aber immer sehr schwer, einmal hoch gekletterte Preise wieder nach abwärts zu bewegen.

tat der Preise weiterhin dadurch Rechn »ng ge­tragen wurde, daß auch für Automobile tfne Werftnwacks-Versicherung seitens der betreffen­den Gefelkschaft geboten ivirb. Der Todfeind der Versicherungssumme ist heut« m-br denn je die Starrheit und mangelnde Elastizi­tät. Heute Nock ausreichend, wird die Ver- sickerungssumme morgen zu einer Unter-Ver- sickeruna führen und ihren Zweck nickt mehr er-

DerslchennigSformen.

Geldentwertung und Prämie«.

Von

Dr. Georg Barst.

Die allgemeine Woge des Teuerungszu­schlags ist auch an den Versicherten trotz lang­fristiger Kontrakte nicht vorübergegangen. Zu­erst waren es die Haftpflicht-Versicherer, die an­fangs mehr bettelnd als fordernd mit ^freiwil­ligen Teuerungszuschlägen auf den Plan tra- - ten und hierfür die Genehmigung des Auf- , sichtsamtes für Privatversicherung erhielten. , Allmählich wurde in die Sache ein Stiftern hin- , eingebracht und der freiwillige TeuerungSzu- schlag wuchs sich zu einem Jndexzuschlage aus. Damit erlangten die Hafchflicht-Verjicherer plötzlich gleitende Preise, was jedoch eine erheb­liche Verteuerung. deS Haftpflicht-Geschäftes zur Folge hatte. Ist doch jetzt z. D. für gewisse Haftpflicht-Versicherungen ein Index-Zuschlag von 400 Prozent vorgeschrieben.

_ Die Tagespreise hat stets chre warnende Stimme erhoben, wenn Gefahr vorhanden war, daß die Versicherungsnehmer durch Teuerungs, oder Index-Zuschläge zu sehr belastet wurde». Zunächst ist eS noch zweifelhaft, ob der Inder- Zuschlag, der für den Lebensunterhalt einer sünflöpsigen Familie zugeschnitten ist, eine brauchbare Gruudlage für die Präm-ienbeines- fung der Haftpfticht-Versicherungs - Gesellschaft bildet; kann man nicht ebensogut eine Br ot- ober ButterpreiS-Skala aufmachen? Mer ganz abgesehen davon, muß auch das bis­herige System, wonach lediglich die Prämie infolge der Index-Ziffer einen Zuschlag erführt, abgelehnt werden. Die Berechnung des Index- Zuschlages wäre bann vollkommen einwandfrei, wenn die Versicherungsgesellschaft auch unbe­grenzte Deckung für Haftpflichtfälle ge­währt. Schränkt sie ihren Versicherungsschutz jedoch durch Mimitierung ein, so müssen in dem gleichen Verhältnis wie die Prämien auch die Dersicherungssimunen Zuschläge erfahren! Tie Bewegungen, die innerhalb der Verstcherunas. sninme infolge der gesteigerten Haftvflichian- spoüche stattfinden, sind so groß, daß die Ser» sicherungsfummen infolge der Geldentwertung gesprengt werden und im selben Verhältnis, vie der auf die Prämie berechnete Jndex-Zu- chlag dies ausdrückt, sich ebenfalls erhöhen. Wenn jemand einen Index-Zuschlag vcm drei­hundert Prozent zahlt und eine Garantie auf breihuuderttausend Marx für Personenschäden hat, so braucht er sich mit dieser Versicherungs- Htimre nicht zu begnügen, denn entsprechend dem dreihunbertprozentigen Jndex.Zuscklage muß auch bie Versicherungssumme um dreihun­dert Prozent steigen, also 1200000 M ausmachen.

zurückhaltend, doch können sie natürlich ein

Vvrasen und Lügen.

Berkin, 23. August. (Privattelegramm.) Die gesamte Berliner Presse gewährt der neuesten Rede Poincaräs in Bar-le-Duc breiten Raum. Die Mehrzahl der Blätter verzichtet zwar au einen Kommentar, bringt jedoch schon in ben Uederschriften zum Ausdruck, was von den alten Phrasen und Lügen, wie sich die »Kreuzzeitung" auSdrückt, zu hatten ist. Das »Berliner. Tage- Watt sagt: Ein wie wohlwollender Gläubiger Snkreich ist, zeigt sein ganzes bisheriges Ser­en und auch jetzt wieder di« Tatsache, daß »oinoarä an seinen Pfändern festhält.

Kasseler Neueste Nachrichten

Kaffeler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 197

Fernsprecher 951 und 952

Donnerstag, 24. Arrgust 1922,

12. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952

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