12. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952
Dienstag, 15. August 1922
Fernsprecher 951 und 952
Stummer 189.
Der Londoner Kuhhandel
Man verhandelt Wetter.
Ker« Abbruch ber Konferenz.
(Eigene Drahtmeldung.)
Rotterdam. 14. August.
N«ch Meldungen aus London von gestern abend ist eine neue Sitzungder Sachverständigen für Montag abend 6 Uhr anberaumt worden und zwar im unmittelbaren An- chlutz an die Vollsitzung der Konferenz, die um elf Uhr mittags beginnen soll. Die Londoner Morgenblätter vom gestrigen Sonntag halten auch nach der Ablehnung dcS wichtigen englischen Vorschlags, die internationale Anleihe ohne gleichzeitige Regelung der interalliierten Schulden zuzugcstchen. einen Abbruch der Konferenz für ausgeschlossen. Auf den gleichen Ton ist eine Reutcrmeldung vom Sonntag abend gestimmt. Boinrarsgab gestern abend in einer Unterredung mit den belgischen und italienischen Vertreter» den festen Willen Frankreichs kund, in London zu einer E i»i g « n g mit den Alliierten zu gelangen.
Wie Echo de Paris aus London meldet, werden die von Boinrars vorgeschlagenen Maßnahmen militärischer Art vertagt. Die von Poincars angeregte Stellungnahme der Konferenz in der Frage der Dauer der Besetzung des Ruhrgebiets ist gleichfalls ausgesetzt worden. PoiirrarL hat erklärt, daß die Beratung über die Dauer der Besetzung im Falle der Nichterfüllung des Versailler Vertrages durch Deutschland noch nicht begonnen hat, doch sei Belgien für den französischen Standpunkt cingetreten, den es für gerechtfertigt halte.
hat der englische Schatzkanzler Sir Robert H o r- n e nach Schluß seines Exposees erklärt, daß, wenn er seine Ueberzeugung zum Ausdruck bringen wollte, er sagen müsse, daß Deutsch l a u d nicht nur ein Moratorium für zwei, sondern ein solches für zehn Jahre gewährt werden müßte. Der englische Vorschlag wird von der französischen Presse rundweg abgelehnt.
Ratlosigkeit in London.
London, 14. August. (Privattelegramm.) Die Verhandlungen dcS Sachverständigen-Ausschus- scs über die Kontrolle der deutschen Bergwerke und Forsten sind auf einem toienPunkt cm- gclangt. Die Kluft zwischen den Alliierten set, so verlautet, tiefer denn ie.
Worte des engttsHen SchatzkanzlerS.
Paris, 14. August. (Privattelegramm.) Die französischen Blätter brachten gestern erstmaiig ausführlich dir englischen Vorschläge in der Moratoriumssrage. Nach dem »Petit Journal"
London, 14. August.
Es ist hohe Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß man sich -mf ein kurzfristiges Moratorium einigen wird. Eine genaue Prüfung der deutschen Zahlungsschwierigkeiten und der für ein längeres Moratorium erforderlichen Garantien wird erst in einigen Wochen ausgenommen werden können. Lloyd George hat P oi«- earS vor der Abreise zu seinem Landsitz das Versprechen gegeben, daß die Reparationskommission vor dem Wiederzusammentreten der Ministerkonfcrenz am Montag keine Entscheidung trifft. Auch in ftanzösischen Kreien wird angenomnren, daß man sich zunächst auf ein zweimonatiges Moratorium mit ent- sprechend verlängerten Garantie« einigen wird. Bis dahin würde nur eine Sequestration der Zolleinuahmen im Westen, beschränkt auf die Erhebung der 26 Prozent, beschlossen werden.
Derfchovenr Maßnahmen.
Die Besetz««» de» Ruhrgebiets.
(Privat-Telegramm.)
Genf, 14. August.
■ie Stafielet Neueste» Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar abends. Der Al onnementsoreis beträgt monatlich 87.- Mark bei ireter Zustellung in« Hau«, in der LeschättSttellk abgeholt 35.— Mark monatlich. Auswärts durch die Poft bezogen 37.— Mark I monatlich einschl Zustellung. Bestellungen tverden lederzeit entgegengenommen. Truckerei, I Äerlaa und Nedattlon . Lchlachthosstraße 28/30. Kur unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine Berantwortung oder Gewähr in keinem Kalle übernehmen, Rückzahlung des Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lleserung ausgeschlossen.
Frankreichs Sonber-Milonen.
Genf, 14. August. (Privattelegramm.) Der „Temps" vom Sonntag früh bestätigt, daß ine Sonderhandlungen Frankreichs gegen Deutschland durch die Beschlüsse der Londoner Konferenz nicht zur Einstellung kommen.
Mr zwei bis drei Monate.
Paris, 14. August. (Eigene Drahtmeldung) „Rowhork Herold" berichtet, daß die Repa- rationskommtssion, die wahrscheinlich heute zu- ammentritt, in der Antwort an Deutschland, trotz der französischen Widerstände, ein Moratorium für mindestens zwei bis drei Monate gewähren wird. Eine maßgebende Persönlichkeit bat dem Blatte bereits erklärt, die Reparationskontmission wäre allerdings eher fitr die Vertagung der Entscheidung, alter sie erachte cs doch für notwendig, Deutschland dte versprochene Antwort zu erteilen und eine Verzögerung mit Rücksicht auf die gefährlichen Folgen auf den deutschen Geldmarkt nicht zuzulassen.
GaOverständigen-Leraiung
Die Frage der Ausgleichszahlungen.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 14. August.
Die Sachverständigen in London sollen fich gestern auch mit der Frage der Ausgleichszahlungen beschäftigt haben. Die französische Regierung hält nach hier vorliegenden Berichten ihre Forderung aufrecht, daß Deutschland unter allen Umständen die zwei Millionen Pfund Sterling der nächsten Rate zu zahlen hat Nachher werde jedes Land sich nach eigenem Gutdünken mit Deutschland über die Ausgleichszahlungen verständigen nnd dabei Rücksicht darauf nehmen, daß die Ausgleichszahlungen auf keinen Fall vor' den Reparationsleistungen von Deutschland erhoben werden dürfen. Einige französische Blätter betonen, daß Frankreich den Vorteil hatte, ebenfalls Tonderabkommen mit Deutschland über die Privatsorderungcn zu schließen, wie es beispielsweise Italien bereits getan hat. Im Gegenteil sei ein Unterschied zu machcit zwischen den Forderungen, die das Straßburger Ausgleichsamt zu machen hat und insgesamt achthundert Millionen auSma- chen, während die Forderungen des Pariser Ausgleichsamts durch die bisherigen Zahlungen von achtzig Prozent bereits gedeckt seien.
Meter Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
AusdemSpionrnnest.
Auch eine Krieg «erinnernng.
Setter einen der wichtigsten Zweige des Kampfe» der wüyrend de« Krieges tu den Kanptftiivteie der neutralen Länder auSgefochten wurde. Dem Epionagewesä.", schwebt nach ein nebelhafter Schleier, «m Stockholmer Blatt meist darüber folgende interefsaute «tuzelheitou ,u erzählen, Gleich nach dem Beginn des Krieges ergoß sich eine wahre Fremdenftut nach Schweden, zu- ammcngesetzt aus Drückebergern, internatioua- len Abenteurern, skrupellosen Händlern und ähnlichen sonderbaren Typen, aber auch aus Hunderten und Aberhunderten von Spionen und Gcgenspionen aller kriegführenden Länder. Da gab es Militär- und Handelsspione, da waren diplomatische Agenten, da waren Leute, die gleichzeitig, in Gulasch, Waffen und Salvarsan spekulierten und dabei jederzeit mit der kommenden Friedenskonsnnttur rechneten. Man arbeitete mit hypnotischen Mitteln und mit Erpressungen, mit zärtlichen Abenteuern und mit den Allüren internationaler Lebemänner; man verdiente Unftrmmen und gab sie ebenso schnell aus, wie man sie erworben hatte. Alle diese Leute, die nicht nur die großen Hotels 6c- völkerten, sondern auch elegante Stadttvohnun- gen gemietet batten, waren von einem mystifchcn Schleier umgeben. Alle Typen aller Rassen wa- ren in Stockholm vertreten, Deutsche und Engländer, Franzosen und Russen waren da, und namentlich die Russen in solchen Massen, daß sie auch der Harmloseste nicht übersehen konnte. Daneben machten sich Amcrilancr, Italiener, Spanier, Holländer, Griechen, Polen, Ungarn, Türken, Armenier, Perser. Japaner, Inder und Chinesen, ja sogar Angehörige verschiedener Ne- gerstÄmne oft unliebsam breit. Es war ein modernes Babel, und dazwischen ein halbes Tausend und noch mehr Leute, deren Aufgabe die Spionage und Gegcnspionage war.
Herr Dr. Vertn.
Eine der merkwürdigsten Typen unter diesen dunklen Existenzen der Stockholmer Kriegsjahre war der amerikanisierte Norweger Dr. Per in. Rur den allerwenigsten, die mit diesem Mann zu tun hatten, war sein unterirdisches Geschäft bekannt. Er wohnte int Strandhotel, und bei ihm gingen schöne und elegante Damen aus und ein. Dieser große Zauberer und Wundertäter mit dem hypnotischen Blick verstand es, die Frauen zu seinen Sklavinnen zu machen: ir wußte überdies ganz skrupellos wirtschaftliche Vorteile aus diesen selben Damen für sich her- auszuschlagen Dr. Perm war gleichzeitig aber auch der geschickteste Zwischenhändler zwischen den Mgesandten Deutschlands und Rußla»ds, die sich im Jahre 1916 in Stockholm trafen. Nicht nur Walter Rathen an auch der bekannte Hambiirger Bankier Max Warburg bedienten sich dieses geschickten Mannes, um die feinen Fäden zu knüpfen, die zrl der russischen Duma- delegation führten, welche sich auf den Weg zu den Wcstmächten begab. Der Führer dieser Delegation, der vielgenannte Protopopow, war es, dem die deutschen Unterhändler spater ihr Separatfriedensange'bot überreichten, und -war mit Dr. Verin als Neberbringer. Die schwedischen Behörden hatten übrigens Periu dauernd auf das genauests beobachten lassen und ihn schließlich wissen lassen, daß er als Gast in Schweden nicht mehr erwünscht sei.
Der (Mann mH 6er Fllegermaske.
Das gleiche Schicksal teilte mit ihm so mancher andere, darunter auch der Chef der russischen Spionage zentrale in Stock- Holm, Peter Alexcjewttsch B o n t s ch e w. Zu dieser Zentrale gehörten mindestens Hunden Personen, Männer tote Frauen. Die wenigsten v>ou ihnen wußten, daß der Mann mit der Fliegermaske vor dem Gesicht, dem ste ntüudlich ihre Berichte zu erstatten hatten. Bont- fchew. ihr hoher Chef selbst war. Auch der Priester Iwan Werbttsky, gleichfalls einer der russischen Spione, zog es vor sein Ge,tcht> den Agenten, die ihre Rapporte überbrachten, nicht zu zeigen. Dieser Mann Gottes besaß neben der großen Zungenfertigkeit auch eine außerordentliche Geschicklichkeit in der kartographischen Aus- nähme von Befestigungen und Häsen. Die Za- renrcgicrung hatte ihn zum rufsisthen Vizekon» sul in Karungi ernannt und auf diesem -betten hatte er zum Spionieren die Mf- Gelegenheit. Ebenso wie Dr. Perin hatte d-eser Pope, den wohl der Ruhm Rafputins nicht schlafen lieft, große Erfolge beim weiblichen Geschlecht. Die Schäfchen, die er scheren wollte, zog er durch fromme Gebetstunden an sich, und man behaup- tet von ihm, er sei ein ebenso raffinierter Don Juan wie Spion gewefen.
Die Frau Baronin.
Auch unter dem weiblichen Element bet Stockholmer Spionenkolonie waren mehrere interessante Typen vertreten. Der Preis mug der , Baronin Jda v. Teublitz, einer russischen Spionin, zugesprochen werden, die durch ihre zum Stadtgespräch gewordenen Sektgelage «m
Die letzten Vorgänge auf dem Effektenmärkte haben vielfach, namentlich in Kreisen des Publikums, die Meinung auflommen laifen, als stände man nunmehr vor einer Hansie-Entwickelung nach österreichischem Muster Es gab damals in Oesterreich, und zwar allerdings auch zu einer Zeit, als die öslerretcht- , fchc Krone etwa denselben Tiefstand tm Verhältnis zu den Auslandsdcvifen erlangt hatte wie das gegenwärtia bei der deutschen Mart der Fall ist, eine Epoche au der Wiener Börte, bet der die Effektenkurse plötzlich um Tausende von Prozenten in wenigen Tagen w die Hohe gm- acn. Effektenkurse von 2tz, 30, 50, 80 und WM) Prozent und noch höher sind^ dort feine Del" tewbeit. Nachdem aus dem Spezialgebiete der M o n t a n w e r t e an der deutschen Börse plötzlich eine rasche, auch vielfach tausendprozeittige Erhöhung eintrat. hat die Beteiligung des Publikums an den Börsengeschäften wieder erheblich zugenommen. Das ist immer. Wie schon vielfach zuvor, just in dem Augenblick geschehen, in dem die berufsmäßige Spekulation die hohen Kurse zu Mattstellungen benutzte und beträchtliche Gewinne einhetmsie. während das Publikum diese Papiere gerade zu diesen hohen Kursen erwarb.
Man kann nicht eindringlich genug vor solchen spekulativen Geschäften an der Börse ge rade im jetzigen Augenblick toarnen, die Erscheinungen der letzten Tage am Eßekttn markte lassen es geboten erscheinen, eine Mah° uuml insbesondere an viele Kreise aus dem Pn- blikum zu richten, die die Siwation au-zuiiut- zen gedenken, und die der Hoffnung sich hinze- bcn, ziemlich mühelos zu größeren Gewinnmi lukommen Die Spuren des November 1921 sollten schrecken. Noch ^ute sitzen gerade Privatkreise auf den damals zu fehr htzhen Kursen erworbenen Papieren, die auch unter den heutigen Verhältnissen noch lange nicht ihren seinerzeitigen Höchststand erreichi . haben Run ist es ia allerdings richtig, daß die Industrie- papiere ganz erheblich unterbewertet sind Es ist in der TM ein annormaler Zustand, daß der Kursstand der Elfeftenheute bei einem Stand des Dollars von etwa achthundert der gleiche oder vielfach noch niedriger ist. als das bei einem Stande von zweihundert Mark für den Dollar der Fall war Eine gewisse Korrektur wird und muß erfolgen. Mer es ist sehr w der Annahme zu warnen, daß die jetzige Hausse-Epoche von Dauer ist und daß g»- radc diese gegenwärtige Bewegung die erhofften Gewinne abwirft. Weiter ist sehr vor der Annahme zu warnen, daß wir m Deut,ch.and zu Kurssteigerungen von Jndilstnewerten kommen, wie es in Oesterreich der Fall war. Emer solchen Entwickelung stehen deutscherseits doch starke Hinderungs gründe entgegen.
So bitter ernst unsere gegenwärtige Wirtschaftslage ist. so wenig ist es, auch heute »och angebracht, sie irgendwie in entern DerMckZ- verhaltuis mit Oesterreich und den dortigen wirtschaftlichen Zuständen zu bringen. Unsere deutsche Wirtschaft rüht doch auf g a nianöf, ren Grundlagen, als das in Oesterreich der Fall ist. Weiter kommt hinzu, daß infolge der außerordentlichen Anspannung der Gels mittel lind der dadurch bedingten Geldknappheit, die sich allmählich in eine förmliche K r e- d i t n o t umaefetzt HM, noch Milltardenwertc von neuen Aktien bei den Banken liegen, die o.s jetzt vom Kapitalmärkte noch gar nicht aufgegrif- feit worden sind. Die Banken wewen eskamn zulassen, daß eine durchgreifende Hausse-Epoche Platz greift, solange nicht diese em-tietten Pa- piere aufgesoaen sind. Ja, es tst sehr bezeichnend, daß bestimmte Kräste am Werke sind, dte die Reichsregierung zu einer noch viel größeren Derntehrung des Notenumlaufs drangen wollen, mit dem Hinweis darauf, daß im Verhältnis zu dem Steigen des Dollars die Gvldum- laufsmengen wett zurückgeblieben seien, -ter tiefere Grund ist aber, Geldmittel zu bekommen, die einmal Für die Devisen-Spekulation benutzt werden können, die ja heute enorme Summen beanspruchen, unb die zum Zweiten auch für eine Wiriterbelebung des Geschäftes an der Effekten- börfc gebraucht werden können. Man kann m diesen Dingen sich nicht reserviert und Wh! genug verhalten, uno man muß vor allem alle Vorgänge mit einem gesunden Mißtrauen begleiten. Dazu gehört auch die tu Börsenlreisen gepflegte Meinung, daß an den Auslandskäufen im erheblichen Umfange das Ausland beteiligt sei. Sicherlich nimmt das Ausland auch gerade gegenwärtig die Gelegenheit wahr, in Ausnutzung der niedrigen Essck- tenturfe in den Besitz guter deutscher Industrie- Papiere zu kommen. Bei dem Staude der Mark ist es ja für Ausländer möglich, schon für ent Haar Gulden ober ein paar Dollars sich cme wertvolle Aktie zu beschaffen. Aber diese An-
teünohme des Auslandes an deutschen Aktien- käufcu ist doch verhältnismäßig, ja, man muß schon sagen, ausfallend gering.
Run haben wir aber in den letzten Tagen eine Erscheinung beobachtet, die sehr zum Nachdenken veranlaßt. Recht erhebliche Käufe in bestimmten Spezialwerten, namentlich, ui Mon- tantoerten und hier vor allem wieder tn Harpe- ncr Aktien wurden vom Auslände her und zwar von der Londoner und Pariser Börse gekauft. Aber es stellte sich heraus, daß die Auftraggeber nicht ausländisiche, fonbern ml-audNche Interessenten waren, die aus diese Weise ihre Transaftionen $u verschleiern suchten, um über ihre eigentlichen Ziele und Absichten zu tau* scheu. ' Gerade diese Erscheinung hat aber mit dazu beigetragen, daß das Ptchlikmn sich tn einem sehr großen Rkaße dem Ankauf von ^xn- dustrie-Papieren an der Börse wieder widmete. Es ergibt sich aus allem, wie vorsichtig all diese Dinge beurteilt werden müssen, und wie sehr unsere Mahnung am Platze ist, mit größter Zurückhaltung den Dingen, wie sie sich gegenwar. Hg an der Börse und am Geldmärkte darstelleu, gegenüberzustellen. Kr-*
6in kurzes Morarorium?
Schrvankende A«sichte« i« London.
(Privat-Telegramm.)
Siftbaum Börse.
Die Lage am Geldmartt.
2,'on «in «ui Wirt chaftSvoltttter wird unS auS Berlin geschrieben.
Beratungen an der Seine.
Genf. 14. August. (Eigene Drahtmeldung.) Der Rationale-Block der Kammer wird laut einer' Blätter-Melduna am Mittwoch zu einer zweiten Sitzung zusammentreten und zu den Londoner Beschlüssen Stellung nehmen, bevor Poincars selbst in der Kammer gesprochen hat. In den Londoner Beratungen ist beschlossen worden, den Termin für die vollständige Finanzkontrolle Deutschlands nicht j&er den 1. September hmauszuschieben.
SnfertloiiSptetfe: a) Mntzklmische Aufträge: Die etntpaOtge AnzetgenzeileM. 6.-, die einspolttqe Retlam-zeit- M. 14.-. b) Auswärtige Aufträge: Di- einspaltige Anze genzeil« M. die einspaltige ReNgm-:eile M. 14—, alles einschlieblich ^'^^11x385^^106 ^0 Anzeige-Utener. itür Anzeigen mit besonders schwierigem Satz huiwert Pro,mt «ufsch^g. Für dte Rtchtigtett aller durch 7ernsprechcr aufgegedenen Anzeigeu. lowl« kur «iymrhme. baten und Plätze tann eine Gewähr nicht übernommen werden. - Schlacht,
holilratze 2X/30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 3. Telephon Nummer 9ol und 953.
Frankreichs Schauspieler.
Die drohend erhobene Faust.
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 14. August.
Rach Meldungen aus London wird Lloyd George bis zur heutigen Mittazssitzung wie- der von seinem Landsitz nach London zurück- gekehrt sein. Dann wird sofort die offizielle Sitzung beginnen. Die Franzofen drohen bei einem Richtentgegenkommen Lloyd Georges mit einem Bruch der Beziehungen zu England und erklären, daß Frankreich unter solchen Umständen eine Kontinentalpolitik beginnen müsse. Unter Ausschluß Englands werde man mit Deutschland und den übrigen Ländern des Festlanoes von Europa Sonderabkommen treffen. Mehrere Pariser Blätter fordern Poin- cote auf, am Montag mit Nachdruck eine cnd- gütige Entscheidung Iferbeizusühren.