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Kasseler Neueste Nachrichten

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schlvachc Lösung beiß aujgclöster Blusenfarbe im gleichen Forhtone, a?.y letztes Spülwasser »er«

2. Beilage.

Sonntag, 6. August 1822.

Nr. 188.

Zwölfter Jahrgang.

Vraktifche Winke.

Sommersuppen und Kaltschalen.

Jeder Rest von ffc-mnoi*, sollte noch zu einer der so wohlschmeckenden fcaltschalen verwendet werden, die namentlich am Abend gern genossen werden. Mit Wasser verlängert und mit yk= würz Wie Zitronenschale, Zimt einigen geriebe­nen bitteren Mandeln usw. ausgekocht und Mit Kartoffel- oder Maismehl entsprechend verdickt und bis .'.um Abend kaltgepellt, schmecken sie mit .eingebrocktem Zwieback ausacecichnet, Gemüse- restc dagegen sollte man zu Abendsuppen ver­kochen. Mit einer dellen oder dunklen Mchl- schwitze, mit geriebenem Brot oder gekochten ober r»fielt Kartoffeln mit Reis. Sago oder an- atWnrltem Mebl v«rd>ckt. mit Dosscnrcst-u "»er etwas gebratenem Speck gekräftigt ob. mit einer gebräunten Zwiebel gewürzt, munden sie vor-

2lu8 den MochSar-Gebieten.

Hann. Münden, 12. August. /Gegen die Ludendorffstraßc.) In der letzten Sitzung der städtischen Kollegien wurde ein von der sozial« demokratischen und der demokratischen Fraktion gestellter Antrag auf Einberufung der Straßen« benennungskommission angenommen, der die Ludendorffstraße und den Hindenburgplatz um­benannt wissen will. Letzteren wollen die De­mokraten erhalten wissen.

* Rhoden, 12 August. (Nach dem Schutz bei Republik.) Das Ehrenmal für die gefallenen Helden unserer Stadt harrt seiner Enthüllung. Infolge der Verordnung zum Schutze der Re­publik kan dies aber nicht geschehen, wie es der Kriegerverein sich gedacht batte. Man will des­halb so lange mit der Enthüllung warten, bis die Verordnung, die das Tragen der Vereins­sahne und der Abzeichen verbietet, wieder aufge­hoben worden ist.

* Oberzwehren, 12. August. /Verfafkunfls- feier.) Auf Veranlassung und Einladung der Gemeindekörperfchasten sand gestern Abend im großen Saale desLinbenhofes" eine Berfas- sungsfeier statt. Aach der Begrüßung der Er­schienenen durch Bürgermeister Trippe/ fang derAeltere Gesangverein' Uchmanns macht­vollen Chor »Empor zum Licht', worauf der Vorgenannte die Festrede hielt, die er in ein Hoch auf die deutsche Republik auSklingen ließ, in das die Anwesenden begeistert cinftinunten. Neben einigen Heimat und Volksliedern sang der oben genannte Verein noch die beiden Uth- mannschen FreiheitschöreTord Foleson" und »Dem Lenz entgegen'. Die Sänger fanden ebenso wie Fräulein Hesse für Rezitationen von Bröger und F. Freiliggrath ungeteilten Beifall. Gegen 11 Ubr fand die den Zeitverhätt- niffen imgepaßte schlichte Feier ihr Ende.

* Wolfhagen, 12. August. /Stromversorgung.) Die Anlaae zur Vorsorguna der Stadt mit elek­trischem Strom ist erfreulicherweise gut vorge­schritten. Das Leitungsnetz und die Straßen- beleuchtungsanlage sind zum weitaus größten Teile fertiggeftellt und mit dem Bau des Trans- sormatorenhauscs ist begonnen. Auch die Be- leuchtungs- und Kraftanlagen innerhalb der Gebäude sind bi? auf einen geringen Teil aus­geführt und stehl daher zu hoffen, daß die An­lage anfangs Oktober in vollem Umfange kn Be­trieb genommen werden kann.

Liebenau. 12. August, lJubilate der Ar- beit.) Dieser Tage kounte Steinbruchsarbeiter Wilhelm Jordan von hier auf eine dreißigjäh­rige Tätigkeit im Baugeschäft und Kalksteinbruch Gründer zurücksehen. Dem Jubilar wurde durch Bürgermeister Wittmer ein Ehrendiplom der Handwerkskammer überreicht. Im selben Geschäft konnte vor ftirzem der Steinbruchsar­beiter Heinrich Albrecht ebenfalls auf eine drei­ßigjährige und der Steinbruchsarbeiter Karl Ellerman auf eine vierzigjährige Tätigkeit zu- rückblicken. Eine Ehrung der beiden letztgenann­ten fand ebenfalls an den betreffenden Ta­gen statt.

* HersfÄd, 12. August. /Goldenes Meister- jubtläüm.) Dieser Tag? beging die Schneider- Innung für Hersfeld ihr ztpanrigjäbriges Be­stehen. Gleichzeitig feierte Schneidermeister Horn sein fünfzigjähriges Meisterjubiläum.

* Bergfreiheit, 12. August. /Heldenehrung ) Der hiesige Gedenkstein für die im Weltkriege gefallenen Krieger bat an einem erhöhten Punk­te des neuangelegten Teiles unseres Friedhofes Ausstellung gesunden. Auf der Vorderseite trägt der 2,50 Meter hohe Findling eine schwarze Granitplatte mit den Namen der Gefallenen Schöne Grotten aus rot- und weißgeaderten Steinen unserer Wälder sind unter der geschick­ten Leitung des Gärtners Adam Beck ringsum

Jeder Tag gibt dir zu denken, Dir zu suhlen jeder Tag: Jeder hat was, was dich kränken Etwas, was dick freuen mag. Darum laß die Zett nur kommen Laß verrauschen nur die Zeit, Gleichermaßen wird dir frommen Leid im Glück und Glück im Leid.

<$» wird wieder gemöllert.

Der Kurheffifch-Waldecksche Müllerverband hat beschlossen, vom 16. August ab anstelle des Mahtlohues wieder das Moltern einzuführen u. wie vor dem ff riefle 12 Pfund, einschließlich Schwund, für den Zentner Fu fordern. Für vas Schroten fallen 6 Pfund, einschließlich Schwund, gefordert werden. Die Gründe hier- für sind dieselben, die auch die Bauernschaften veranlaßt haben, ihre Beittägc in Naturalien einzufordern; ebenso haben sich die Dreschma­schinenbesitzer bewogen gefühlt, sich mit Getteidc bezahlen zu lassen. Der Verband erwartet, daß den Mühlenbesitzern bei Durchführung die­ser Maßnahmen keine Schwierigkeiten bereitet werden. Der Müllerverband sucht seine Maß­nahmen mit den wirtschaftlichen Verhältnissen, unter denen auch ihr Handwerk zu leiden bat, zu begründen.

Aus der Heimat.

Der Stand der Muren.

Es ist höchste Zeit, daß wir anhaltendes warmes Wetter für die Reife der Feld­früchte bekommen. Die lange Rcgenperiode bat die Ernteaussichten erheblich verschlechtert. Es besteht die Gefahr der QualitätsverfMechterung. Vielfach ist das Getreide gelagert wovden. Die Berichte über Weizen lauten im allgemeinen nickt günstig. Roggen wird besser beurteilt. Durchschnittlich dürfte eine Mtttelernte erreicht werden. Fast durchgehend ungünstig lauten die Beurteilungen des Hafers. Besser ist der Stand der Gerste. Der Strollertrag des Sommerge­treides wird gering ausfallen. Wefeutlich gün­stiger lauten die Berichte über die Hackfrüchte Kartoffeln und Rüben haben von dem Regen nach der schädigenden Trocknis großen Nutzen gehabt. Aber auch hier ist nun Wärme dringend notwendig, denn eg machen sich jetzt schon bei den Kartoffeln FNrlniserschernungen bemerk­bar. Für die Futtermittel war der Regen for

reitstehendes, leicht durch Eisig angeiiu.

Spülwasser, in dem sie sofort nach dem Waschen gründlich umhcroeschwenkt werden, verhütet weiteres Auslaufen und Verblassen und eine

bann frage ich bei jedem Bahnhofs- buchbändler nach den Kasseler Nett­esten Nachrichten, die für mich, wenn ich sie erhalte, stets ein lieber Gruß aus der Heimat sind. Es ist erstaunlich, wie­viel Jnterefsautes man auch in dieser Zeit der großen Papierteuerung noch darin nnbet. Ich möchte ohne die Neuesten Nachrichten nicht mehr sein-

angelegt worden, sodaß die Gesamtanlage eine Zierde unseres FriedhoseS bedeutet. Die Ein- weihungsfeier nahm einen würdigen Verlaus.

Asbach, 12. August. /Das Hcldenmal.) Auf dem hiesigen Friedhof wurde ein edler Denkstein für die gefallenen Krieger errichtet. Der Entwurf stammt von Regierungsbaumei. iter Wölbing in Neidenburg /Ostpreußen). Dieser, nachdem er der Beratungsstelle in Kas­se; vorgelegt worden war, wurde mit einer klei­nen Aendcrung, die wegen der Anbringung der Schrift und des schon vorhandenen Materials notwendig wurde, von Professor Sautter-Kassel gutgeheißen. Der Watz, auf dem das Denkmal errichtet ist, wurde von der Kasseler Kommission als ganz vorzüglich geeignet vorgeschlagen, zum die drei das Denkmal einschließenden alten Lärchen die Dreieinigkeit versinnbildlichen können.

* Lohne, 12. August. /Die Hebamme.) Nach Zäjähriger treuer Tätigkeit als Hebamme legte Frau Katharina Valentin ihr schweres Amt nieder. Aus diesem Anlaß veranstalteten bte hiesigen Frauen der Jubilarin eine Abschieds- feier, bei der ihr «rau Bürgermeister Hilde­brand im 9iamcn etiler Frauen Ehrengeschenke überreichte. Sie wurde außerdem durch Blumen, Geschenke und Glückwünsche erfreut.

berufe. Der zweite Grasschnitt, der nach der ziemlich mäßigen ErttagSmeuge des ersten für unfert Milci:Versorgung erhebliche Bedeutung hat, wirb sich voraussichtlich erttagSreich gestal­ten. Der Stand der Zuckervüben verspricht mitt­lere bis volle Ackererträge. Das Bild der Wein­berge ist im allgemeinen gut. Aber auch hier ist sommerliches Reisewetter nunmehr erste Vor­aussetzung Mr einen guten Herbst.

Gommer-Allerlei.

3» der Wildnis des Urwaldes.

Verehrte Freundin!

Sie sind neugierig, wohin mau nach einem teelöfselweisen Erholungsaufenthalt in einem so verträumten Weltbad a. T. wie Gesundbrunnen noch etwas Besonderes erleben kann? O bitte ... gerade in dieser Zeit, da im großstädtischen Kaffeehause ein Zehnmarkschein für eine Tasse Kaffee hingelegt werden muß, ba eine Schuhre­paratur über vierhundert Mart kostet... fluchte wer kann bottfiin, wo jede Kultur aufhört!

Erschrecken Sie nicht, ich hab's vermocht, mit­ten in ben U r w a l b zog ich, in bie Bamnwilb- nis unweit des reißenden Stromes der.. Holzape! Bei Gelegenheit stelle ich Ihnen mal Heinrich Becker vor, ben Führer der Erpeoi- tion in ben Beberbecker Urwald. Er, der beste Rennet der Natur und der Tier- wie Vogel- wclt, macht auch Ihnen begreiflich, was so em Urwald bedeutet. Sic kennen doch seine hüb­schen Gedichtcken aus dem Vogelreiche? Ein paar grimme Tiere stehen und lagern schon am Rande des Urwaldes und doch., es gibt keine Furcht vor dem... Rehbock am Gatter und einer ganzen Herde... Schafe!

Mr -Schweiße des Angesichts geht es vor­wärts in den wilden verwunschenen Wald, in bessern Schutzgebiet, halb so groß wie unsere ffarlsaue, sich bie Natur nicht vom Förster ms Hanbwerk pfuschen läßt. Durch unaufhörlichem Palmenhain wird vorgeardeitct. Niemand wandelt ungestraft unter Palmen. In diesem alten Sprichwort heißt cs ausdrücklich unter Palmen. Wir haben uns d u rchg e a uet s ch t. Ein Schwimmen war's, ein Geben nicht zu neu­nen. Sind es auch Palmen im Kleinformat, fo fchlagen sie dock, wenn man mittelgroß ist, über den Kopf zusammen. So hoch steht hier der stolze... Adlerfarn! Gewöhnlich fühlen sich unter diesen Epigonen ureinstiger Palmen am wohlsten die... Schweine, die wilden Tiere des Reinhardswaldes. Mehr als einmal ertönt feer Rus: Vorsicht, kein Schweinchen tottreten!

O diese Schweine! Unbekümmert um bie ver­feinerte Kultur der Kasseler Besucher haben sie überall ihre Losung ausgelegt. Hier und da ist eine Sudle, ein Wasserloch, in dem die Schweine umberwühlen. Der Schlamm ttocknet bann an ben Borsten unb schützt gegen bte Insekten. C wie gerne hätte ich mitgesühlt.. bie Schna­ken und ähnliche Insekten treiben es Wirklich etwas bunt in diesem Urwald!

Nicht von ben Millionen schwarzen Früchten will ich erzählen, feie jetzt am Faulbaum reisen, nicht von verliebten Birken am Busen stämmiger Buchen, von wilden Aepfel« und Birnbäumen, die Eiche istis, bie den hessischen Urwald be­rühmt macht. Was ist gegen diese Eichen hier der bekannte Mn von St. Gallen... dessen Schmerbauch umspannten drei Männer nicht, hier hatten wir sechs nötig... rechnen Sie aus, eine Eiche mit neun Meter Leibesumfang! Eichen stehen hier, gesund und ftisch. mit mäch­tigen Kronen bis zu 32 Meter Durchmesser, an­dere haben was bildlich genommen bei den Menschen unserer Zeit öfters vorkommt den Kopf verloren und andere... ich nehme allen Zweifel an der Raturtreue der Expressionisten zurück... hier gibt es tatsächlich Baumruinen, die aussehen, als habe sic ein stebensMriges Kindgemalt'!

Die kühnste Phantasie darf man hier loslas­sen. Da stcht einSchilderhaus", dort ein .Mauerwerk', eineFelsenhöhle", die Himmcl- bettchen für Hirsche ist,Riesenschlangen" rin­geln sich von einem wuchtigen Recken herab unb sperren ben laubgeifernden Rachen auf, anderes .Schlangenzeug" liegt im Farnkraut, aus dem auch ein wilder Hirsch, ein gigantischer Dielender außzufpringen scheint... Beinahe hätte ich den Schwei ne st all des Urwaldes verges­sen. In der Tat, die Forstverwaltung hat den treffendsten Namen geprägt. In diesemSo- phicnbaus der Schwarzkittel" hat eine Wildsan zweimal im Jahre ihre Frischlinge niedergelegt.

Es herrscht Ordnung im Wildreiche. Tas beweisen bie Hauptverkehrsstraßen des Wildes. Früh unb abenbg soll bort großer Verkehr herrschen. In ber Nähe solcherK-ö-

nigsstraße" haben wir gelagert mti>.. ich wollte, saft bart' ich auch bas versäumt, von ber .Schlan­ken Margarete' erzählen, bie draußen vor bem Walbe, an eine unglückliche Siebe jurüdbenft, bie demDicken Förster" tm Revier am Hüm­mer Waldweg ben Hals gebrochen hat...

Es staub em dicker Förster Im grünen ReinhardSwald, Der war verliebt, obwohl er Fast taufend Jahre alt.

DieSchlanke Margarete' Hat eS ihm angetan...

So'n Alter selbst vor Torheit Ihn nicht mal schützen kann! Durch die Jnfeften-Flugpost Hat er ihr manchen Gruß Gesandt in Sommernächten. Doch nie ward ihm ein Kuß. Sie kamen nicht zusammen, Die war'n zu groß, zu schwer, Das fraß am Herz des Dicken Bis daß er hohl und leer.

Der Alte ist gestorben, Doch seine Braut lebt noch Unb trägt bie grüne Nase An fünfzehn Meter hoch. Sie ist ein Werb, erfahren In Lieb« und Sturmgebrmts Unb hält in punkto Liebe Mehr als ein Förfter aus. So hat sie mir gestanden Und lachte evaschlau: Ra ja, ein Mann, der fällt doch Viel leichter als' ne Frau!

Der Tag ist zu schön, um mich über diese Ansicht zu streiten. Eichen hoben hartes Holz.... man rennt sich gern daran ben Kopf entzwei. Außerdem... diese Eichen hier stttd alte Leute, die eigene Meinungen haben. Wenn auch keine, allerdings sehr polizeiwidrig, tm Be­sitz eines Geburtsscheines ist, so stand doch schon manche, als die Römer frech geworden, die von anno 9 n. Ehr.! Von ihren «Schwestern blieben nur Ruinen, die heute aussehen wie ein Kroko.- dil oder eine Seufzerbrücke mit Türmchen am Zugang, mit Sommersprossen aus Flechten unb Moos und Pilzwarzen auf ber verrunzelten Haut... Großartig mutz es ausgesehen haben, als die Dlitzerschlagenen ringsum in Flammen standen, nachdem Tborz feuriger Himmel sh am- mer hineingefunkt... arme Eichen, die der Blitz­strahl traf, ihr ausgebrannten, entlaubten, kläg­lich emvorstarrenden... ist ber Eichbaum nicht Deutschlands Sinnbild gewesen?

Verehrte Freundin! Es kommen so manche Gedanken im alten Urwald. Aber einen Wunsch habe ich... einmal hindurch zu wandeln, wenn der Mond sein Silberlickt niedergleitzt. wenn der Hirsch brüllt und die Nacht lind und mild, bevor das Schreckaespenst, das jetzt an die Wand gemalt worden ist, die neue Sintflut! Vorher aber bekommen Sic sicher einen weiteren Brief. Bis dahin bin ich

Ihr ergebener

Rudolf Heynemann.

wendet, verleiht ihnen ein völlig neues Vüs- sehen. Wird diesem farbigen Spülwasser gleich etwas Stärke oder besser aufgelöste Gelatine beigefügt und hie Bluse unausaewunden. trie­fend nast aufgehängt, dann ersteht sie nach dem Bügeln tu fiatbfeirancm Zustande wie eine voll­ständig neue.

Der Mickenschubkasten.

Um Zeugr^ft aus Wolle von Kleidern. Blu­sen usw. vor Mottenfraß zu schützen, wickle man jeden Res: einzeln in Zeirungspapier ein: bette Wollstoffe sind, um sic mit der Druckerschwärze nicht in Berührung zu bringen, zuvor mit wei­ßem Papier zu i»machen. Seidenreste, belle Stoffreste aus Seinen. Baumwolle usw. wickle man, nm sie sauber zu erbaltcn,. in weißes Pa­pier ein. Jedes Päckchen versehe man mit einer Aufschrift, feie an sagt, was das Päckchen enthalt, ober steckt eine kleine Stoffprobe darauf fest. «Sei. benbanv-, Tüll-, Spitzenreste bewahre man in einem Kasten auf. In Kästen lege man auch bie Reste von Wolle, Strickgarn, Strickseibe usw. Schnittmuster sind zusammen in ein Bündel zu binden. Knöpfe sollte man, jede Sorte für fro, auf einen Faden aujhiehen, ober sie auf ein Stück Karton an/besten. Bei diesem Verfahren bernutibet man bas Durcheinanbergewürfeltwer- ben der Knöpfe im ffnopfkastcn, autzerbem geht auf btese Weile nicht so leicht ein Knopf verlo­ren. Alle angeführten GegensKube bewahre nt-ait in einer eigen? hierfür freigehalteneu Schublade, int Flickenschubkasten auf, damit man im Gebrauchssalle nicht hier und dort nach die­sen Sacken zu suchen braucht und sie »chnell zur Hand hat.

Söfie des Lebens.

beherrschung gewöhnt werden, fällt es leichter, während des Unterrichts ihre Aufmerkfanckeit zu konzentrieren, sie verlieren weder ihre Geistes­gegenwart bei einer überraschend an sie gestell­ten Frage ober tret einem plötzlichen Themen­wechsel.

Ihre Geistesgegenwart, bie auf Selbstbeherr­schung zurückzufiihren ist, verleiht ihnen schon sehr zeitig ein Uebergewichi über Menschen unb Verhältnisse unb erleichtert ihnen später den heutigen Tages fo schweren Kampf ums Dasein bedeutend. Man kann diese Selbstbeherrschung als eine Willensäußerung bezeichnen. Ter feste Wille, sich von keiner fremden Macht beherrschen zu lassen, findet Mittel und Wege zum Ueber« winden, und Trägheit, Schwäche und Verzagt­heit könne:'. allmMich in Fleiß, Schaffenskraft und Frisch: umgewandelt werden. Frühzeitig müssen Kinder lernen, sich auch mitunter berech­tigte Wünsche zu versagen, umsomehr, wenn mit hem Verzicht eine Freude für andere verbunden ist. Aus dem anfangs unfreiwilligen Aufgeben wird eine aus freiem Entschluß geübte Selbst- beherscArng werden

trefflich und können zur Sättigung noch mit klei­nen eigroßen SchwcimMößchen aus Mehl, Mich, Salz und Muskatnuß, sowie etwas Back« vulver oder dovvelkoblenfaurem Natron bereitet, sättigender gestaltet werden.

Getrocknete Pilze.

Pilze werden jetzt mehr wie früher als nahr­hafte Speise gegessen. Sie können ftisch zube­reitet oder getrocknet, für spätere, gemüfearme Zetten aufbewahrt werden. Das Trocknen ge« schicht entweder in der Sonne, auf dem Herd oder im Backofen. Die Seinen Pilze werden an eine Schnur gereiht und aufgehängt. Die größeren schneidet man in Stücke, legt sie auf Weißes Papier, aber niemals auf Kuchenbleche. Do legt man sie in die Sonne oder in den Back­ofen. Die getrockneten Pilze müssen in Gläsern ober in Vapiertüten hängend aufbewahrt wer­den Will man die Pilze bann verwenden, so weicbt man sie vor dem Gebrauch in lauwarmes Wasser ein, ober stößt sie zu Pulver und fügt biefes als Würze zu den Soßen. Getrocknete Steinpilze ober Champignons schmecken sehr gut, wenn man sie mit getrockneten Zweifchen aufkocht.

Behandlung verblaßter Waschblitten.

Hat fchou die Sonne ihr gefürchtetes Zersto- rungÄwerk an farbigen Waschblusen begonnen, fo sollte man es doch nicht durch unvorsichtige Reinigung ber Blusen ßortsctzcn. So sollten farbige Drickstoffe niemals heißer von achtund- dreißig bis vierzig Grad Celsius gewaschen wer­den, um das Aus- oder Jncinanderlauftn der Farben zu verhüten. Weiter follte weder Bo- rar noch Soda ins Waschwasser genommen, son­dern am besten nur aeüstniHelte Fettkernseise in schwaKr Lösung verwendet und jede Bluse ge­sondert darin fertig gewaschen werden. Pe-

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Für unsere Frauen

Die Seele des Kindes.

Erziehung zur Selbstbeherrschung.

ne vermissen lassen, soll Kindern schon frühzeitig nc vermissen lassen, soll Kindernschvn frühzeitig anerzogen werden und zwar ein Sichselbstbe- wußtiein in körperlicher, geistiger und sittlicher Beziehung. Die Erziehung in den ersten Le­bensjahren ist fast ausschließlich eine körperliche. Das kleine Kind fällt leicht, ohne daß es ihm im allgemeinen etwas fchadet; darum lege man bem geringen Schmerz wenig Gewicht bei. Es kernt bann bald feine Seinen Leiden ertragen, sie kaum zu beachten und außerdem sich mehr vorzusehen. Bei Knaben wird die Ueberwin- dung von physischem Unbehagen scherzhaft mit ' dem Hinweis auf dieMännlichkeit" gefordert;

da das Leben gleichfalls an unsere Töchter feine Anforderungen stellt, versäume man auch bei ihrer Erziehung in diesem Punkte nichts. Wirb ein weinendes Kind viel bedauert, so stellt es bald seine PeresSnlichkeit in den Vordergrund und bildet sich ;um Egoisten heran. Seine über­große Empfindsamkeit kann in ernsten Krank­heitsfällen eine Verschlimmerung der Krankheit verursachen und die Genesung verzögern.

Das taute Aufschreien bei starken Geräuschen, bei unvermutetem Erscheinen von Personen mutz Kindern verboten werden; sic lernen dann ihr Erschrecken bezwingen. Es entsteht allmäh­lich mit dem Aelterwerden eine besonnene Ruhe, die sich tm zweckmäßigen Handeln äußert und geeignet ist. Kinder, besonders die der Groß­stadt, vor den mannigsachen Gefahren des Stra­ßenverkehrs in schützen. Beispielsweise werden sie nicht erschrecken oder angsterfüllt vor einem schnell dalntttahrenden Waaen im unrichtigen Augenblick den Damm zu überaueren versuchen. Nervosität bei Kindern ist meistens ein Mangel an Selbstheberrschuna und wirb mit ben Jahren immer schlimmer. Kindern, die früh an Selbst-