Hessische Abendzeitung
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Kasseler Neueste Nachrichten
Kaffeler Abendzeitung «ffl® Hessische Abendzeitüna
Nummer 188
Fernsprecher 951 und 952
Sonntag, 13. August 1922.
12. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952
In der Londoner Sackgasse.
(Privat-Telegramm.)
Botschafter Lauren« verschwinde«.
fPrivat-Telegramm.)
Berlin, 12. August.
London, 12. August.
Die Gefahr eines B r u ch es ist als überwunden anzusehen. Sowohl Pojn-
Die »ebn fünfte Englands.
London, 12. August. (Eigene Trahtmeldmtg.) Don den seitens Englands vorgeschlagcne,, zehn Punkten, sind noch einem französischen Bericht die ersten sechs von den drei Premiers angenommen worden. Deutschland erchält ein Moratorium für die Zahlungen bis Ende Liefet Jahres. Es braucht also die nächsim drei Zahlungen van je fünfzig Mil-
Die Londoner Wetterwarte.
Prognose: noch vereinzelt bewölkt.
(Privat-Telegramm.)
ten erwähnten Maßnahmen; der zehnte Punkt schlägt vor, daß Deutschland ein Mora-
__ jearö als auch die übrigen Alliierten sind be-
Reue englische Vorschläge. strebt, so schnell als möglich zu einer Einigung in Ma« sucht ei« Kompromiß. ' >den strittige» Fragen zu gelangen.
Sie bleiben gute Freunde
Schnellstens zu einer Losung.
(Privat-Telegramm.)
Oesterreich am Ende
Ein Menetekel für Europa.
Die wietfehaftlichen Verhältnisse Oeftcweii haben fiw während de» letzten Woche» rapid verschlechtert, daß da« Land nunme bSllig am Ende feiner Kraft angelangt I
London und Paris
Die umstrittene Reparationsfrage.
Während die Staatsmänner der Entente in London über das Schicksal Deutschlands beratschlagen, har sich in unserem stammverwandten Oesterreich ein entscheidender Umschwung vollzogen. Oesterreich ist nunmehr endgültig am Ende seiner Kraft angelangt, nur ein Wunder kann es vom Untergang retten. Nachrichten über ein Ultimatum der österreichische^ Regierung an die Entente, die in der letzte» Zeit von Wien aus verbreitet waren, waren
gierung und den Vertretern der bayerische» Re-
Slermig sind gestern in einer Schlußsitzung in „ Ullö w™
öcr 9^eichAlunKlei beendet worden. 1 Westnrnchte ibre eigenen ^nieresien dinier" h/r
in einem Protokoll »usammengc- Wohlfahrt Oesterreichs zurückstehen lchsen w^r. faßt, das für die Acich^regirrung vom Reichs-Iden, dürste wenig angebracht sein. Was von kanzler Tr. Wirth, für die bayerische Staats-1 Anfang an alle Kenner der öfterrel<f>i Wenn Wirk- rcgierung vom Ministerpräsidenten Grafen Lcr-Ischast boranSsaaten daß nämlich Oesterreich chenfeldt unterzeichnet wurde. Die Beetee-1alz'selhftandiaer St?at nnbaltbar ter dcr baycrischcn Regierung sind nach München ist, liegt jetzt klar vor aller Augen Kein Shin« V:hCihlrr’rni^fnff™bayerischiNder, daß man in Wien auf alle möglichen Sw Vunlsterrat sofort vorgrlrgt werden, der die wägungen verfällt, wie dem trostlosen Zustan» alJ«ld'ge Entschc ibun g für Bayer » zu abzikhelsen sei. Ob der Anschluß Oesterreichs an 1,16 I das Deutsche Reich dem erfteren zum Segen g«.
ittmmuna des Kabinetts bereits erwlgt. »reichen würde, '»ßt sich fm gegenwärtigen
diese produktiven Sanktionen wird aber auch! ^'""wlpläne stand, hat die Verschärfung der von französischer Seite eine militärische Aktion «ufhalten können. Alle diese Mittel
etwa im Ruhrgebiet nicht gerechnet. finb Tropfen im Meer, tonnen Oesterreich nicht
“ Itanieren und den Niedergang der Staats- und
Privatwirtschaft Oesterreichs nicht aufhalten, einem einzigen Monat sind die Jnderziffer» für den Lebensunterhalt um neunzig Prozent ge# stiegen, in derselben Frist hm sich der Notenumlauf um nicht weniger al- zweihundertdreißig Milliarden erhöht.
,, Die Dinge sind noch nicht reif zu einer klaren Entscheidung. England vor allem sucht sie zu vermelden oder doch hinauszuschieben. Frankreich ist entschlossener. Die französische Politik von heute hält es gar nicht mehr für nötig, iyre eigentlichen Ziele und Absichten zu verschleiern. Das Frankreich von heute würde es darauf an- kommcn lassen, selbst gegen den englischen, wie uberhauvt den Widerspruch der Verbündeten, «Ni eigene Faust seine eigenen Wege zu wandeln! Tas weiß man im Lager der Entente überall. Das sollte man sich aber auch in Deutschland ganz klar bei allem, was man spricht und tut, bor Augen halten. Tie Dinge stehen ernster als je zuvor! Amerika wird immer möhr von den Vorgängen in Europa und von dem Schachern und unvernünftigen Gebabren angewidert und verharrt mehr und mehr in seiner Zurückhak- ttma Auch Amerika hat das -ganz natürliche Empfinden. daß die Dinge in Europa ohnehin durch ihre logische Entwicklung zur Reife kommen. Diese Auffassung haben auch wir. Aber welcher Pr.is ist dastr zu «chlen? Und
stellt tu haben haft hi.fer Wien aus uervrettet waren, waren
rH 2 V?. ’Ä ° »er- anfänglich entschiedener Ableugnung begegnet,
E war. Fn der Nacht eingetroffene Nach- nachdem aber auch die französische Prelle de»
richten stellen zwar fest, daß Lloyd George dem Vorgang bestätigt, kann kein Zweifel mehr darfranzösischen Programm ein eigenes englisches I an sein, daß Oesterreich einen letzten Hilfe- uns
Programm entgegengestellt hat, das die Italic- Mahnruf an die Sieger gerichtet Hat. Ain »er und Belgier anerkannt haben, geben aber zu Dienstag abend ist in Paris eine Rote Oester, daß es ziemlich schwer sei, dieses Geaenpro-1 emgetroffen, in ber die Regierung erklärt, aramm mit der französischen ffnffaifiinn in re;. I werde die Landesverwaltung den Verbünde.
hrinZn XS 1 übergeben, wenn man Oesterreich nicht dir
. nMt wenige Pfänder zurückerstatte, die man ihm genommen strittige Punkte, über die es gelungen ist, zwi-1 habe. Diese Meldung hat alle Wahrscheinlichkeit scheu Poinearö und Lloyd George eine Verstün-1 !ür sich, denn alle bisher angewandten Mittel, digung herzustellen, so besonders über die Frage um die Lage Oesterreichs zu retten, sind fehlge- der 26-prozentigen Ausfuhrabgabe, aber in allen Magen. Mag es sich dabei um ein Ultimatum anderen Fragen ist man noch ziemlich weit mm Rubeln ober nicht, sicher ist, daß ein ernster - - 1 diplomatischer Schritt der -ifterreichischen Re-
gierung erfolgt ist, um den in London versam. melten Mächten noch einmal darzulegen, tote groß das Elend Oesterreichs gewor» den ist, wie drohend die Gefahren stirv, und Witz unaufschiebbar es ist, zu helfen, wenn di« Hilf« überhaupt noch einen Sinn haben soll. Unrot. versprochen ist auch, daß der österreichische Sek- tionschef Schüller vor kurzem nach Paris entsandt wurde, um dort der österreichischen Selp tion der Reparationskommission die erforderli»
Varis, 12. August.
Hinsichtlich der Besprechungen der Konferenz in London und der enAisch-sranzöfischen Meinungsverschiedenheiten ist die Presse im Großen und Ganzen davon überzeugt, daß es zu einem Kompromiß zwischen England und Frankreich kommen wird. „Oeuvre" läßt sich beispiela- weise aus London melden, daß man heute schon mit dem tatsächlichen Ende der Londoner Konferenz rechne« könne. Man wird, schreibt das Blatt, wieder einmal am Schluß der Dc- Enwan^ unh^ranfttirf?1 ‘ Echen lenem festen Ergebnis entfernt. Es heißt nun
M « r ' heute krüh, das? Poinrarö durch Lloyd George
n " »orgeschlagcn worden ist, einen schieds -
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StKÄÄq »o. to-n<-r« =««.««, find überzeugt, daß die Solidarität zwischen dem Paris, 12. August. (Privattelegramm.) Wie englischen und französischen Volke näti» ift verlautet hat Potncar4 den Vorschlag Lkovd aber^siewirdschroerttch»X8 JN ®eorÖe§ die strittigen Punkte durch den Völker- einer Wrt, derjenigen, wie fie |en( non^Sonbon ^‘e",b birte^meriünnen "rutnfkn * in" ’naSrti» dle" ^ükklä-u-gen über dös'«ölendansstökut iu
• * • aber trotzdem, daß es zu einem ab schl, eße».
Sine enNtsteidenbe Wen»««» den Kompromiß zwischen den beiden Auf-
teile eniirvrtoenoe -roenoung. fassungen kommen wtrd.
London, 12, August. (Eigene Drahtmeldung.) Rach dem, was gestern abend in London bekannt wurde, läßt sich sagen, daß eine ent. cheidende Wendung eingetreten ist und zwar durch da« Nachgeben Boinca- rö s, der auf die Zollgrenze am Ostrand des besetzten Rheinlandes und des RuLr. gebietes verzichtet hat.
. reist ist. Oesterreich stützt sich bei seinem Hilferuf s vornehmlich darauf, daß Regierung und Parka» ment dar große Werk der inneren Finanzreform glücklich erledigt haben. Die Anleihe- und die neue Nationalbank bilden nach bew Aussvruch des österreichischen MnaNjzzninister» die zwei Säulen, auf die der österreichische Wiederaufbau gegründet werden soll, die dritte Säule muffe der AnslandSkredit bilde». Nachdem die Reparationskomnzifflon durch ihre prinzipielle Entschließung in einer der letzten Wo- chen den Weg zu diesem Kredit freigemacht und die Grundlagen für seine Sicherftelbing geschah fe» hat, muß auf diesem Fundament nun weiter» gebaut werden.
Freilich spricht aus dieser Darstellung bet - - ■ ,, «owoyl Sachlage ein Optimismus, der durch die Ver.
von französifck/er tote von englischer, italienischer qangenheit wenig gerechtfertigt erscheint. Alle- a . । >wd belgischer Seite wird erklärt, daß afle Teile Idas, was man bisher den österreichischen Staats.
..ondon, 12. August, den ernste» Willen hatten, eine Lösung zu fin l männern bewilligte, waren kleine Mittekchen, die Die für gestern vormittag anberaumt gewe- den, hie möglichst allen Interessen gerecht wird, allenfalls über die Rot des Tages und der sene Vollversammlung der Konferenz mußte Bon französischer Seite wird mit besonderem I ^mde hinwegzuhelfen vermochten. Die ge- verschoben werden. Sie wird wahrscheinlich Nachdruck betont, daß alle Nachrichten über anJÄ" die das Ausland Wer be-
erst heute stattfinden. Eine Unterredung gebliche bevorstehende militärische Sank- Banftio'tendr?ckere^auch^ nur^um^'ein^K»!ina^a ber dre, Premierminister galt der tionen falsch sind. Es sind keinerlei Watz- entlastm ^EbensEenw ha^dw ^
ouf Grund nahmen geplant, die nicht sogenannten prodnk- ver Börse eine Linderung lies Elends herbeige^ neuer englischer Vorschläge, die aus zehn Pnnk- twen Charakter tragen und wirkliche finanzielle- Whrt, und auch die Gründung einer neuen 31 o» ten bestehen. Ein Pariser Blatt zählt diese in Ergebnisse für die Entente mit sich bringen. Un-I iestbank, die im Mittelpunkt zahlreicher anderer solgeuder Weife auf: Autonomie der Reichs- ter diese produktiven Sanktionen wird aber auch! Finauzpläne stand, hat die Verschärfung der bank. Abgabe von 28 Prozent auf die deutschen Ausfuhr-Einnahmen, Beschlagnahme der deutschen Zolleinnahmeu, Kontrolle der staatlichen Ruhrbergwerke und der linksrheinischen Staats- fabriken. Punft fünf bis neun beziehen sich auf
Unter diesen Umständen ift für die österiei- Ätschen Staatsmänner guter Rat teuer, ja es ift s auch nicht einmal abzusehen, wie Welt hie Entente, an die der Hilferuf ergeht, in der Lage sein soll, hier Abhilfe zu schassen. Wie soll die Noteupreffe still gelegt werden, wenn die Wahn- sinniae Teuerung eine beständige Erhöhung bei Gehälter und Löhne notwendig macht, die wie. der nur mit neuen Papiernoten bestritten wer. den könne». Die Mehrausgabe von Papier aber hat unweigerlich eine weitere Steigerung der Teuerung zur Folge. Die kleine» Mittel, mit denen die Entente bisher eingefprungen ist, waren völlig unzureichend, und zu hoffen, daß die
Än" uJb wieder vor Augen, Nonen Goldmark und die beiden Zahlungen im
LVm-ILÄ KSLKNMM7?, j»!-«- zu bilden und zu zochlen haben werden? Unb e Goldma-k nicht zu leisten, ob es nicht dann doch zu spät ist, wenn die ------
®or dem Völkerbund?
Neues kann nur sich bilden und kann nur wer I »euer Vorschlag der Engländer, den, wenn die V o r a u s s e tz » n g e n für die j (Eigene Drahtmeldung.)
fe? Reue im Alten schon gegeben sind. Na! snar;ö
turgesetze und ihre logrsche Mmgende Entwick . ’Sar!/
lung wird auch die Entente nicht durch eine Po- « Man hatte gestern m den weitesten politischen litik der Diftate und Ultimaten aus ihrer Bahn ®rc,fen bereits mit einer völligen Eini - schleudern können. *** 10ung zwischen England und Frank
reich auf der Konferenz von London gerechnet. Alle Meldungen lauten auch bis gestern abend sehr optimistisch. Es fdieint sich nun herausge-
r*fk 6 ’ b j *^nte Punkt Herr Laurent, der zurzeit in Paris weilt,
schlagt vor, daß Deutschland ein Mora- wird nicht auf seinen Posten zurückkehren. Er torium für die Zahlung in fremden wirb nur noch einmal nach Berlin kommen, um Devise» bewilligt werden soll, spricht aber ^in BeglaubiglMgSschreiben zurückzusorderii,j nicht von der Dauer dieser Aufhebung. Wäh- lieber seinen Nachfolger ist noch nichts bekannt.
rend des Moratoriums sollen die Zahlungsfor- -----
Beseitigter Konfliktstoff.
Plan einer internationalen Anleihe! Abgeschlossene Verhandluugcn.
soll auf dieser Grundlage eulfgebaut werden. Die Anleihe, ohne die die Lösung des Reparations- probleuch und die Festigung des MarKurses Tie Verhandlungen zwischen der Reichsre mcht möglich erscheint, soll also mit dem beab- "!------------ --------- " “
sichtigten Kompromiß verbunden werden.
Die gegenivärtigen Londoner Verhandlungen Haven wieder einmal den tiefgreifenden Gegensatz vor aller Welt gezeigt, der zwischen der Londoner und der Pariser Auffassung über die Regelung der Reparationssrage herrscht. Man muß sich freilich Kar dariitber fein, daß das Prinzip dieser Reparationsleistungen, das unbedingte Verlangen gegenüber Dentschlaiid, deir Negern" gewaltige Kriegseut- ! chad lgu ngssummen (nennen wir doch das Ltind mit dem richtigen Namen!) zu zahlen, von keiner Seite angefochten ist. Es handelt sich lediglich um die Methoden, durch dre man in den Besitz dieser Summen gelan- gen kann. Und hier stehen sich London und Paris schroff gegenüber, auf der einen Seite die wirtschaftlich, auf der anderen Seite die politisch orientierte Tendenz.
Das Problem wäre sehr einfach, wenn man es lediglich nur vom wirtschaftlichen Gesichtspunkte betrachten würde oder auch nur betrach- ten könnte! Dazu besteht selbst bei ben im allgemeinen nüchternen englischen Geschäftspo- litikern nicht immer Neigung oder auch Verständnis. Und weil diese Frage immer und immer wieder vorab naturgemäß von französi- scher Seite her mit Politik und zwar mit In- teregen-Polltik verknüpft wird, darum ist es so furchtbar schwer, zu einem Einvernehmen zu kommen. Immer und immer wieder sehen wtr, daß aus politischen Rückfichien, die so- wobl auf dem Gebiete der inneren, wie der aufecren englischen öffentlichen Arbeit liegen, England nach stets vor den französischen For- beI“*Tf et’ Großen und Ganzen die Segel gestrichen hat. Wir haben schon immer starke Zuiammenstöße zwischen den Vertretern Englands und Frankreichs erlebt, die stärlsten Wohl in Genua, als man offen von einem unvermeid- licOen Bruch sprach. Aber im entscheidenden Augenblick hat sich Lloyd George selbst mit der Etz-larung, eingesetzt, daß er nicht daran denke, das durch einen gemeinschaftlichen Krieg er» wachsens und .geheiligte- englffch-ssranzösische Einvernehmen zu zerstören.
Auch jetzt hörten wir wieder starke Worte aus London. Durch alle Ersahrunaen gewitzigt muhen wir gegenüber diesen Nachrichten eiserne Ruhe und Würde bewahren. Auch jetzt liegen die Dinge noch keineswegs so, daß sich England einen Bruch mit Frankreich leisten könnte. Es ist gewiß gar nicht außer aller Wahrscheinlich- Jeit, ja, die Dinge treiben mit logischer innerer kkoniequenz daraufhin, daß eines Tages das durch den Krieg „geheiligte- Bündnis zwischen England und Frankreich in einer sehr unheili- gen Form und aus noch viel pvosaneren Gründen zersplittert. Auch im VechälMis der Entente unv der Beziehungen ihrer Mitglieder un- ieretnanbet» hört die Gemütlichkeit bei Gekdge. sthästen auf. Und wenn wir jetzt ein Hin- und Herjchachern um die Poincarö'schen Forverun- gen sehen, wenn wir andererseits hörten, daß Lloyd George doch wieder bereit war, bestimmte französische Vorschläge anzunehmen, dann sehen wir nichts anderes als ein widerwärtiges Jn- teressenspiel, bei dem ein sechzig-Millionen-Volk das Objeft abgibt. Denn auch diejenigen französischen Forderungen, die Lloyd George anzn- nehmen bereit ist, bedeuten im Effekt nur eine toettere Station auf dem Katastrophenwege Deutschlands, aus dem S8egc zum Abgrund. Das Mlt auch für die geplante Kontrolle Wer die Walder und Forsten in dem linkscheinischen Gebiet. Hier haben es die Franzosen bekanntlich m erster Linie auf die Eifelwälder abgesehen und es gibt bestimmte Intereffengruppea '"..^''""Ereich, die sogar die Abholzung dieser Walder gefordert haben. Man glaubt dadurch Deutschland für alle Forderungen gefügig zu machen. Man sieht, wessen man sich i» Deutschland von der franzöffschen Racheaier zu versehen hat.