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Kasseler Abendzeitung <^g|^ Hessische Abendzeitung
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Nummer 184
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Mittwoch, S. August 1922.
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12. Jahrgang.
Am das Schicksal Europas.
Worte der Wahchett.
Was ein englischer Minister sagt.
, Im englischen Unterlaufe hat Schatzkanzler Sir Robert Hörne eine Rode gehalten, die als sehr beachtenswerte Kundgebung besondere Bedeutung verdient. Ter Inhalt der Rede selbst bringt den deutschen Lesern säst keine oder nur wenig Neuigkeiten. Es wird darin wieder, gegeben, was in der deutschen Presse und was von der deutschen Regierung immer wieder über die Folgen des Versa-iller Vertrages, die Folgen des verlorenen Krieges und die Folgen der unmöglichen Reparationszahlunoen gesagt worden ist. Dagegen jagt sie dem englischen Volke und damit auch der Übrigen Welt einmal ungeschminkt die Wahrheit. Und weil diese Rede vom Ministerti sche des englischen Unterhauses aus erklang, deshalb wird sie auch in der übrigen Welt weit größere Beachtung finden, als alle unsere Vorhaltungen, die doch ungehört verhallen, weil man immer annimmt, Deutschland suche sich möglichst um die Bezahlung feiner Schulden Herumzudrücken, eine Annahme, die aber an und für sich unberechtigt ist, die aber doch einen gewissen Glauben für sich sand, weil auch schon im Privatleben derart die Vorgänge geläufig sind. Der englisch« Schah- kanzler Sir Robert Home, ist ein aus der Bergbau - Karriere hervorgegangener Fachminister, der ohne varteipolitische Vergangenheit ist, und der vor allein an den Abmachungen von Versailles und ihren Folgen nicht den geringsten Anteil trägt.
Bisher war man in Deutschland gewohnt, daß die Führer der Alliierten, selbst wenn sie in letzter Zeit den deutschen Lebensnotwendigkelten ein gewisses Verständnis entgegenbrachten, doch immer wieder, jeweils von dem Staudpuntte ihres eigenen Volkes, die Lage überschauten und auch demgemäß sprachen. Hier hat nun zum ersten Male ein englischer Minister gesprochen, der, Losgelöst von jedem Vorurteil, die Lage so ansieht, wie sie wirklich ist, und gewissermaßen die deutsche Anfsassung sich zu eigen machte und ganz und gar vertrat. Dabei hat er ganz und gar nicht die ^yntereffen Eng.ands uild der Alliierten im Stich« gelassen, sondern er hat sie eben mit den Zuständen in Deutschland zu verknüpfen versucht, um so die Interessen der Alliierten am besten zu fördern. Das zeigt sich am deutlichsten in dem einen Satz seiner Rede, er sei .nach reiflicher Ueberlegung der Ansicht, daß Deutschland eine beträchtliche Revarations- fuinme zahlen könne und auch zweifellos den Wunsch habe, eine vernimstioe Reparationo- fnmme zu zahlen, die feiner Leistungsfähigkeit entsprech«. Aber im Augenblick sei ein Zah lungsauffchub erforderlich." Dies begründet er dann durch seine vorangestellte Rede. Hier stellt er Zunächst einmal fest daß auch nach dem Bericht des Garantiekomitees di« deutsche Regierung den größten Teil der von ihr verkannten Forderung erfüllt habe. Auf der Pariser Bankier-Konferenz, die auch schon erklärt hatte, ihre Arbeit nicht sortsetzen zu können, wenn Frant- reich sich dem Beschluß der Mehreit der Repa- rationslommission nicht anschließe, wonach dem Bankier^Ausschuß die Prüfting der Frage einer Herabsetzung der Reparationen freistehen toll.
Wenn die Frage mifgeworsen würde, wie eS komme, daß Deutschland, ein gut diszivlinierteo und gut organisiertes Land mit fleißiger Bevölkerung, dessen industrieller Apparat' unversehrt geblieben sei, nicht »mstande gewesen wäre, mehr als die bisber gezahlten Leistungen aus- zübringen, so liege das an der Länge des Kr:e- ges, an der Beschlagnahme des deutschen Auslandseigentums und der deutschen Auslands - guthaben durch den Friedensvertrag, kurz uno gut an der ganzen Verarmung Deutschland? infolge des Krieges oder des Friedensvertrages von Versailles. Die Deutschland verbliebenen Geldguellen seien nach dem Krie^ sehr in Anspruch genommen durch die Repcir^ tionszwecke. Während des Krieges habe Deutschland alle Arten von Vorräten einschließlich Lebensmitteln eingebüßt, und das sei, so betont der englische Schatzkanzler ausdrücklich, den Alliierten sehr deutlich zum Bewußtsein gekommen. sodaß sie Deutschland ermutigten, einer Teil seines Goldes z» verwenden um Lebens- nittel zu kaufen. Damit gesteht der englische Minister selbst den großen Fehler dieser Gold- ind WertpapierMbfnhr ein, zu dem sich Deutschland seinerzeit nur sehr ungern und auf das Drängen der Entente dcreitgefimden bat.
Der englische Schatzminister stellt« hier ösfent- kich fest, daß Deutschland keine verborgenen Hilfsquellen besitzt, aus denen es im gegenwärtigen Augenblick neue Mittel zur Reparationszahlung hcranschofsen könnte. Er stellte ferner fest, daß die wirtschaftlichen Bestimmungen des Friedensvertrages und die Wirkungen der Blockade Deutschland nach Beendigung des Krieges in eine wirtschaftliche Lage versetzt haben. in der es ohne angemessene Erholungs- frist keine Leistungen mehr bewirken könne. Er 'teilte letzten Endes fest — und das K'; wohl mit
am peinlichsten im Gegensatz zu der überzeugten oder konstruierten französischen Auffassung — daß Deutschland kein böswilltger Schuldner sei, der nicht zahlen wolle, sondern daß es berett wäre, einen vernünftigen und begrenzten Repa- ratioilsbctrag zu zahlen. Die übrigen englischen Minister mochten diese Wahrheiten nicht gerade angenehm berühren, was daraus hervorgeht, daß Lloyd George in fernem Schlußwort doch gewissermaßen davor warnte, Deutschlands wirtschaftliche Zukunft zu ungünstig einzu- schätzen. Diese Worte im englischen Unterhaus aus offiziellem englischen Munde haben ihre besondere Bedeutung für die Konferenz mit Poinoärs tn London. Hier muß die Entscheidung fallen, ob und inwieweit Frankreich gewillt ist, der schon lange geforderte» Herabsetzung der Reparationssumme zuzu - stimmen.
Londoner Gmdrücke.
tim das Schicksal Europas.
'Eigene Drahtmeldung.)
London, 8. August.
Am gestrigen Montag haben die Berhandlun gen zwischen Lloyd George, Poincare, Schan- zer und den Vertretern der übrigen alliierten Möchte um das zukünftige Schicksal Europas begonnen. Ter „Obferver" begleitet die Ankunft Poincares in London mit einigen sehr deutlichen Winken an die Adresse Frankreichs, indem er erklärt: „Es ist bekannt, daß die englische Regierung bereit ist, die Streichung ihrer Forderungen an Frankreich'Gepin 2tn-idi«n<t«t von deutschen Schulden an Frankreich zu erörtern. Wir find aber nicht der Meinung, daß diese beiden Maßnahmen gleichen Wert besitzen Die Deutschland auferlegten Zahlungen gehen nach der allgemeinen Auffassung der europäi- schen und amerikanisch n Finanzleute über seine Zahlungskraft hinaus. Sie find außerdem unter militärischem Druck diktiert worden. Die französische Schuld ist eine freie Verpflichtung von ganz anderem Charakter. Wenn Frankreich, wie der „Temps" vorfchlögt. seine Schuld rundweg verleugnen würde, so würde das heißen, daß die französische Negierung nie wieder einen Krieg oder eine ähnliche Ratlage durch auswärtige Anleihen finanzieren könne, ficherlich nicht durch eine englische Anleihe. Durch die Herabsetzung der Schadenersatzzahlungen von ihrer märchenhaften Höhe auf eine vernünftige Summe würden wir eine 6eutfrf)e Anleihe erleichtern, die für Frankreich ein wahres und dringendes Bedürfnis ist, und den deutschen Zahlungen eine feste Grundlage geben. Das ist die Frage, die auf Erörterung mit Herrn Poincar« wartet."
Sin neuer Vorschlag.
Paris, 8. August. (Privattelegramm.) B r a d- bury, bas englische Mitglied der Reparations- kommission, bat dieser einen neuen Vorschlag für die deutschen Reparationszahlungen unterbreitet, der jetzt veröfsentlicht wird. Deutschland soll danach für das Jahr 1922 in Ruhe gelassen und ihm keine neuen Bedingungen auferlegt werden. Für das Jahr 1923/24 sollen dann aber gleichzeitig neue Abmachungen getroffen werden und dabei würde es natürlich nicht ohne neue Bedingungen für Deutfchland abflehen. Der Vorschlag Bradburvs hat in der Reparationskommission einiges Aufsehen erregt, und es wurde mit drei gegen' eine Stimme beschlossen, die Beratung dieses englischen Vorschlages bis nach Beendigung (!) der Londoner Konferenz zurückzustellen.
Französische Blutsauger. Vorbereitungen für die Qietorftonen.
(Eigene Drabtmeldung.)
Mannheim, 8. August
Di« hier eintreffenden Meldungen ans dem besetzten »ny abgetretenen Gebieten lassen auf »roße Vorder ei tungen der Franzosen fü-r ihre „Retorsionen" schließen. So sind in Kaiserslautern am Montag früh dreitausend Marokkaner mit Artillerie einmarschicrt und in Pirmasens fünfzehnhundert französisch« Genietruppen. Diese Truppen könne« nicht als Ablösungstransporte angesehen werden, da Abtransporte nach Frankreich bisher nicht vorgenommen worden find. Auch sonst sind Trup- peuzufammenzichungen unverkennbar.
Die Erpresser In Tätigkeit.
Karlsruhe. 8. August (Privattelegramm.) Nach Meldungen aus Straßburg hat das dor
tige Zivil-Departement am Sonnabend mittag Die Einstellung der Gewerbetätigkeit aller Deutschen in Elsaß-Lothringen bis zum 12. August berfüat. Man nimmt an, daß dies« Maßnahme als Vorbereitung dient für eine Ausweisung aller Deutschen aus dem Elsaß.
Mit wichtigen Aufträgen.
Staatssekretär Bergmann in Loudon.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 8. August.
Staatssekretär Bergmann ist mit einem wichtigen Auftrag der Neichsregierung aus dem Haag nach London abgcreist. „Daily NewS" teilt mit, daß der deutsche Sonderbevollmöchtigte Bergmann eine Note der deutschen Regierung überreichen wird, worin Lloyd George gebeten wird, dafür einzutretcn, daß keine Maßnahmen gebilligt werden, die Deutschland zur Verzweiflung treiben müßten. Tic deutsch« Regierung ersucht die Alliierten, nicht an dem guten Willen Deutsch- lands zu zweifeln. Deutschland sei bereit, Re- Parationen zu zahlen, aber man müsse Geduld mit Deutschland haben. Cs brauch« eine Atempause. Die Regierung werde durch die Politik der Zwangsmaßnahmen in ihren Bemühungen, die Demokratie in Deutschland zu festigen, immer wieder gestört. Tie durch die Reparationspolitil hervorgeriifenen Schwierigkeiten hätten bereits eine »roste Anzahl von Deutschen aus dem Lager der Demokratie heraus in die reaktiv - närenLage getrieben. Die deutsch:Regierung weift darauf hin, welche Dienste Deutschland Europa geleistet hat dadurch, daß es ein Bollwerk darstellt gegen den Bolschewismus. Deutschland bitte dringend, eine Lösung des Re- paratioiisproblems zu suchen, die Deutsch- land nicht dem Chaos überliefere.
Eine Besprechung mit Wirth.
London, 8. August. (Privattelegramm.) Der Berliner Korrespondent der Zeitung „Taily Mail" hatte eine Unterredung mit dem Reichskanzler Dr. Wirth. Dieser sagte u. a. über die Ausgleichszahlungen: Deutschland wünscht nicht die Zahlungen zu umgehen, aber noch einige Roten von Herrn Poincars in die sein Ton und der Zusammenbruch der deutschen Währung wird vollständig seinl Ueber die Londoner Konferenz sagte der Kanzler: Dort wird sich das Schicksal Europas entscheiden; ein Fehlschlagen in Lon d M würde dem. völligeil Zusammenbruch der deutschen Regierung mit allen seinen Folgen zu bedeuten habenl
Gebundene Marschroute.
Abermals zwecklose Gespräche?
(Privat-Telegrmnm.)
London 8. August.
In hiesigen politischen Kreisen sieht man dem Ausgang der Ministerpräfidentenkonserenz sehr skeptisch entgegen, besonders, nachdem hier bekannt geworden ist, daß der Pariser KabinettS- rat gestern beschlossen hat, daß P o i n c a r e unter keinen Umständen irgendwelche Abmachungen der Konferenz unterzeichnen darf, wenn nicht gleichzeitig die Pariser Garantieforderungen für ein Moratorium anerkannt werden. Frankreich gedenkt in diesem Falle selbständig vorzugehen. Hier glaubt aber niemand daran, daß die hochgeschraubten Erwartungen Poiu- careS sich erfüllen werden, weil dieses Mal zu viel auf dem Spiel steht. Ernsthafte Finanzleute erklären, daß der Fall der österreichischen Krone zu keine Zeit so rapide gewesen sei, wie jetzt der der Man. Es sei kaum noch möglich, den Sturz aufzuhalten -und wer nicht einsehe, daß der Konkurs Deutschlands auch auf andere Länder zurück- roirfe, müsse unglaublich blind sein. Der einzige Weg. die Katastrophe aufzuhalten, würde der fein, daß man (ohne einen Augenblick Zett zu verlieren) die europäische Wirtschaft durch eine allgemeine Ucbcreinkunft ftabilifierr. Amerikanisch« Großfinanziers und Mitglieder des Anleibekomitees -haben in England ernsthafte Vorstellungen erhoben, in denen bi« englische Regierung ersucht wird .dahin zu wirken, daß die Rüstungen in Europa ernstlich ring«, schränkt werden und daß die Alliierten die BesatzungStruppen gam oder zum größten Teil zurückzieben. Rur unter diesen Umständen wären die Finanziers der Bereinigten Staaten bereit, eine Anleihe zu gewähren.
Drahtlose Gespräche.
Verbindung mit der ganze» Welt.
Der Bertrcler eine» englischen Blatte« erzLHItt über die Wunder der drahtlosen relephonie, bl« er bei einem Besuche Amerikas mit Verblüffung kennen lernte unb schreibt darüber seinem Blatt, Vielleicht das Seltsamste unb Bezauberndste von allem Neuen, was es eben jetzt in Amerika gibt, ist „Radio" oder die drahtlose Telephonie oder wie wir es sonst einmal nennen werden. Ich empfing noch auf hoher See die drahtlose Einladung eines Freundes nach seiner Landung am kommenden Samstag das Wochenende bei ihm aus dem Lande zu verbringen, eine Einladung, die ich mit Vergnügen annahm. Der Freund holte mich an der nächsten Bahnstation im Auto ab und fragte gleich unterwegs, was ich von „Radio" dächte. Ich dachte natürlich gar nichts davon, denn in England kennt man diese Mod« noch nicht. Der Freund gab sich also asis Erklären, oder ich hielt alles für Schwindel, da die Tage der Zauberei meines Wissens vorüber sind. Ich war im Unrecht, wie ich eine Stunde später einsah.
Man setzt sich vor einen kleinen Dvppelkasten, der nicht größer ist als ein photographischer Taschenaparat unb gewisse Batterien und kleine Handgrisfe besitzt, die man drehen kann. Mein Hauswirt dreht den größten Handgriff, der einen Zeiger auf einem kleinem Zifferblatt an. treibt, und dieser närrisch« kleine Zeiger sucht, indem wir drehen, mittels wechselnder Wellenlängen den ganzen Aether nach dem ab, was «der Himmel weiß wo) im Aether schwingen mag. Plötzlich (wir haben nämlich ein -Hör. rohr am Ohr sitzen) kommt ein Geräusch, ein sinnloses Quietschen oder ein summendes. Brodeln wie in einer Selterwasserslasche. Es hat „angebissen". Irgendwo im tiefen Wasser hat ein Fisch sich gefangen. Sofort beginnt unser Hauswirt ihn an Land zu ziehen, indem er einen andern kleinen Handgriff dreht (eintönen nennt man es) und im nächsten Augenblick verwandelt sich das Quetschen und Brodeln in eine menschliche Stimme, die erstaunlich [aut und klar ist. „Cincinnati", sagt sie, „zwei Runden, vier Treffer, ein Haupttreffer, keine Irrtümer, Boston, eine Runde, zwei Treffer, ein Irrtum" oder fo ähnlich, und man weiß, daß man auf jemanden gestoßen ist, der der Welt die Ergebnisse der Vaseballspiele jenes Nachmittags kund, tut. „Das meldet PittSburg", sagt mnie Haus, wirt: dabei ist Pittsburg rund fimslhundertsüns- zig Kilometer entfernt.
Aber wir machen uns nichts aus Basse ball' erfolgen; also fischen wir von neuem. „Es gibt da", sagt mein Freund, der ein Programm in der Morgenzeitung durchgesehen hatte, „ein Konzert in Schenectady, das gut sein sollte." Er durchsucht also die Aetherräum« nach Schenectady, das nur vierhundert Kilometer entfernt ist. Wieder Gequietsch, Gesumme, schnelle Eintönung, und jetzt wird daraus eine weiche Sopranstimme, herrlich klar (die Cereani, sagt mein Freund), und wir finden uns mitten in der Juwelenarie des „Faust", eine der besten Leistungen der Cereani. Das ist etwas anderes an Basseballerfolge, und wir hören den Gesang zu Ende, auf den ein eigentümliches Schweigen folgt, während man die BeifallsWrme erwartet. Tann bricht das Schweigen die Stentorstimme des Ankündigers: „Das war Madame Cereani, die berühmte Primadonna von der Mailänder Oper. Sie fang den Juwelengesang aus dem „Faust". Alles, was drahtlos verbreitet wird, wird nimÄich mit einer Erklärung eingefeitet, aber auch mit derselben Erklärung beendet für diejeniaen, die zu spät kommen, was in diesem Fall glücklicherweise geschehen kann, ohne bau das Publikum gestört wird.
Doch die Bedeutung der Sach« liegt ja nicht in den einzelnen Dingen, die man hört. Das Wunddr besteht darin, daß man fie all« hört, und dazu mit solch einem lumpigen kleinen Apparat; denn wenn man auch bis zu fünfzig Pfund für einen „Empfänger" ausgeben kann, sind bescheidenere Apparate sck-on für wenige Schillinge zuhaben- Das Wunder besteht darin, daß wir mit diesem Ajiparat in den angeblich leeren Raimt greifen und die uns itni hörbaren Stimmen, von denen er voll ist, eine, nach der andern einfang-.'n können. Wer kann beute ahnen, wozu das einmal führen wird! In den Vereinigten Staaten fallen rund anderthalb Millionen „Empfänger" tn Betrieb sein, und da beliebig viele Leute an jedem Instrument hören können und fast zu jeder Tagesstunde irgend etwas verbreitet wird, ist es garnicht au8$itre*iien, wieviel Millionen Menschen in einem besiimmten Tage ein be- 'timmtes Programm genießen. Wie leicht wird man in Zukunft wichtige Nachrichten amtlicher, volitischer. verkehrstechnischer. wirtschaftlicher Art, über ein gegebenes Gebiet mit Augenblicksschnelle verbreiten können! Die Fragen bet Unterhaltung der Bevölkern na selbst in ben einsamsten Nestern unb abgelegenstrn ^-""ben ift ö aut wie gelöst. Vielleicht geb« liir.ftig nie. manb mehr aus ohne seinen Apparat in der