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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 180.

Freitag, 4. August 1922.

Fernsprecher 951 und 952

12. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952

Gegen die französische Awavgsdrohvvg

:s ganz und Summe auf-

Berlin. 3. August.

xte Kaffeler Sieuei'.en 9iad)rtd)ten erscheineu wöchentlich fedjSjnal ime zwar a d «»re. Der AbonnementSprets veträgt wonatkich 37. Mark bei freier Zuftellun, inS Haar, in der iSefcbäftSftene abgeholt 35. Mark m onailich. Auswärts durch die Poft bezogen 37. Mark monatlich einschl Zustellung. Bestellungen werden jederzeit entgegengenommen. Druckerei, «erlag und Redaktion Schlachthofstrab« 28/30. Für unverlangt eingefandtt Beiträge kann die Redaktion eine Berantwortung oder Gewähr in keinem Halle übernehmen. Rückzahlung des BezugSgeldeS oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung auSgeschloften.

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eine Situation gedrängt, in der e> gar ausgeschloffen ist, daß e8 solche (

ardcn hcrabzusetzen. Ms Borbedingung hierzu eMartPetit Puristen", daß eine Reihe von Finanzmutznahmrn von Franlreich ge­fordert werden müffen und zwar: 1. Stabili­sierung der deutschen Mark; 2. Einschränkung deS Notenumlaufes mit Hilfe einer Garantie der Großindustrie, die direkt an daS Garantie- komitee auSgehändigt würde, «nd drittens eine Kontrolle der Zölle.

Die ZwangöSrohung. Rur Maßnahme« wirtschaftlicher Art? (Eigene Drahtmeldnng.)

Sranzvfische Quertreiber.

Paris, 3. August. (Eigene Drahtmeldung.) In der Sonnlagstagung deS nationalen Blocks ist auch die vorzeitige Einberufung der Deputiertenkammer erörtert worden für den Fall, daß Lloyd George in London den Deut­sche« Konzessionen machen wolle. Am Montag früh erschienen einige Deputierte des nationalen Blocks bei Poincars, der eine beruhi­gende Erklärung abgab. Danach erscheine es schon heute als gewiß, daß PoinraröS Haltung in London nicht geändert werden könne. Poin- cares hat seinen Besuch in London für den siebenten August zugesagt.

Die tAugustrate.

P a r i s, 3. August. (Eigene Drahtmeldung.) Journal des DeVatS" berichtet: Die Garantie­kommission hat eine Entscheidung auf das M o- ratoriums-Ersuche« Deutschlands auf Donnerstag nächster Woche festgesetzt. Voraus- sichtlich Wird Deutschland noch die August, r a t e voll zu zahlen haben. Der Vorsitzende der Reparation skommisfion Dubois begibt sich au Einladung Poinrarss mit nach London.

Die Haltung der Negierung.

Antwort auf Poinrarss Rote.

i (Privat-Telegramm.)

Berlin, 3. August.

Wie halbamtlich mitgeteilt wird, fand gestern in der Reichskanzlei eine Besprechung deS Reichskanzlers mit denFraktions- führern der Koalitionsparteien, der Deut­schen Volkspartei, der Deutschnationalcn und der Unabhängigen über die politische Lage statt. Die Aussprache ergab, daß die Parteiführer mit der Negierung darin völlig übereinstimmen, daß die gespannte innere und äußere Lage des Reiches eine ruhige Entschlossenheit der Regierung und des deutschen Bol- kes erfordert. Die Reichsregierung hat, bevor sie zu dem Dokument auS der Feder Poincarss Stellung nehmen kann, zunächst die beteiliaren ReffortS, insbesondere das Finanzministerium, z»r Prüfung der durch dje Drohungen und Forderungen Frankreichs geschaffenen neuen Lage aufgefordert. Ein Kabinettsrat ist bis zur Stunde noch nicht anberaumt, da zunächst die Reußerungen der einzelnen Aemter abgewartet werden.

BcZgernsGteKungzumReich

Dis Antwort ist überreicht.

(Privat-Telegramm.)

München, 3. August.

Die Antwort deS bayrischen Ministerprä­sidenten auf den bekannten Brief des Reichs­präsidenten ist gestern abend durch besonderen Kurier nach Berlin abgegangen. Sie ist heute vormittag durch den bayrischen Gesandten über­reicht worden. Das Schreiben ist, wie an unter­richteter Stelle erklärt wird, in versöhnli­chem Tone gehalten, gibt aber den bayriscken Standpunkt in keiner Weise preis. Die Zurück- ziehung der bayrischen Verordnung wird von der Garantierung der Justiz, und Polizeihoheit abhängig gemacht. Ferner wird darüber hinaus die Sicherstellung der Ho- heitsrechte der Länder in einer künftig unan- tastbaren Weise gefordert. Eine persönliche Zu- sammenkunst zwischen Reichspräsident Ebert und dem bayrischen Ministerpräsidenten Grafen Set* chenseld soll die bestehenden Differenzen beheben.

Die Regierung bleibt fest.

Berlin, 3. August. (Privat-Telegramm.) Wie aus Kreisen, die der Regierung nahestehen, verlautet, kann schon jetzt gesagt werden, daß die Stellungnahme der deutschen Regierung gegen­über der französischen Forderung unverändert a b l e h n e n d b l e i b t, wie sie in der deutschen Note vom Montag niedergelegt ist. Der Son. derbcrichterstatter desPetit Parisien" will nach sicherer Erkundigung in Berlin erfahren haben, daß die Reichsregierung aus ihrer früheren Rote beharren und erklären wird, daß in der Aus- gleichsfrage Deutschland nur Zahlungser­leichterung verlangt habe, daß man also unmöglich von einer Nichterfülluno seiner Verpflichtungen vor dem 15. August spre­chen könne und infolgedessen keine Veran­lassung zu Sanktionen vorliege, wie sie Poincars in seinem Schreiben angckündigt hat.

jlUfcftimmiuiB in Lonvon.

London, 3. August. (Eigene Drahtmel­dung.) Die Rote Poincars- an Deutschland hat in maßgebenden volttischen Kreisen Englands große Mißstimmung hervorgerusen, obwohl man gewußt hat. daß er sich auf ein energisches Vor­leben vorbereitet.Daily News" betonen, daß ?oincars mit diesem Schritt einen deutli­chen Trennungsstrich zwischen Frank- reich und den übrigen Alliierten gezogen hat. AuchDaily Ehronicle", das Organ Lloyd Georges, spricht davon, daß durch diese Rote FranLeich seine Isolierung verschärfte.

Kein Devisenankauf mehr.

Berlin, 3. August. (Privat-Telegramm/ Die Reichsregierung hat in Anbetracht des kata- strophalen MarksturzeS sich veranlaßt ge- sehen, den Devisenankaus für die Repa- rattonslcistung einzustellen.

i und man har die Löcher varüHergehend mit , Pflastersteinen geschloffen. Aber was in Berlin

nun schon zum dauernden Zustand geworden in, bleibt in der rheinischen Hauptstadt eine vor- f übergehende Erscheinung, und man sieht da, wo - es nottut, Leute am Werk, um die Schäden aus- , zubessern, bevor sie ein erträgliches Matz . über. , steigen. Man komme nicht mit dem Einwnud, datz der Verkehr in Berlin eben größer und die ! Abnutzung des Pflasters daher ftärfer fei; größer

ist in Berlin nur die kommunale Schlamperei. Denn es gibt in Köln natürlich genug Straßen, bereit Verekhr dem gleichartiger Berliner Stra­ßen nicht nachssteht. Auch die in Berlin wie früher nur in süditalienischen Städten blühende

1 Bettelindustrie gibt es in Köln nicht, ebensowc- nifl Jenen zweifelhaften Straßenhandel mit Er- zeugnissen, die ihrer ganzen Natur nach in dcn Laden und nicht auf die Handkarre oder an die Bordschwelle gehören. Auf diese »weltstädtische" Bereicherung seines Stratzenlebens braucht sich Berlin schon gar nichts einrubilden; es mag da­hingestellt bleiben, ob Berlin heute überhaupt noch weltstädtisch anmutet. Einen Zug ins Weltstädtische hat aber unstteitig Köln" ange­nommen.

Und dann die Engländer.

Sie sind da, und feine Minute vergißt man, daß sie da sind. Denn die Khakimänner scheinen keine Stuben, oder Kasernenhocker zu sein, und man sieht sie nicht nur in den Brennpunkten des Per- kohrs, sondern in allen Stadtteilen. Jeder Mann, auch der einfache Tommy, sieht stets aus wir aus dein Ei gesellt; die Uniform sitzt wie ange­gossen, und ein unrasierter englischer Soldat ist mir nie begegnet. Die Offiziere gehen, wie in den westlichen Ländern üblich meist mit einem Stöckchen oder einer Reitgerte in der Hand; manche tragen breite Ordensschnallen. Alle. Chargierte wie Mannschaften, zeigen jene selbst­verständliche Selbstsicherheit, die eine der wert­vollsten Eigenschaften des Engländers ist, und die doch niemals zu aufdringlicher Bewnnng wird. Keine Wichtigtuerei, keine Gespreiztheit, kein DihtM, keine Ueberheblichkeit. Er ist da, weil ihn feine Regierung hergeschickt hat; er tut feine Pflicht, weiter nichts. Tiefe Selbstsicherheit wägt sich im Wefen eines jeden britischen Sol­daten aus, auch in seinem Verhältnis zur orts- eingesessenen Bevölkerung. Das Verhältnis der Kölner zu ihren ungebetenen Gästen ist so gut, wie es unter den obwaltenden Umständen fein kann. Man hat sich mit der unvenneidlichen Be­setzung abgesunden, und die vielerlei Mißhellig. leiten, die anfangs die rücksichtslose Zwang sein« quartierung mit sich gebracht hatte, sind im Lause der Zeit wohl zum größten Teil ausgeglichen worden, wenngleich dieenglischeEinguar- t i e r u n g natürlich für sehr viele Familien eine große L a st und eine starke

Einschränkung der Bewegungsfreiheit in den eigenen vier Pfählen bedeutet. An Nn- aehörigleiten und Uebergrifscn der Engländer bat es übrigens anfangs nickt gefehlt; aber auf. Beschwerde an vorgesetztre Stelle ist stets rasch Remedur geschaffen worden, und ein Kölner. Kommerzienrat erzählte mir, daß sich ein engli- cher Leutnant, der sich bei ihm nicht so benom­men hatte, wie es sich in einem anstLndigen Hanse gehört, auf Beschwerde bei seinem Kom­mandeur noch am selben Tage in voller Uniform beim Hausherrn meldete, um sich in aller Form zu entschuldigen. Außerdem wurde er bald dar­aus strafversetzt. So nimmt es nickt Wunder, daß die Kölner von den übrigen Rheinländern, die. wie in Aachen und Krefeld sowie am gan­zen Niederrhein mit den Belgiern, am M'ttele und Oberrhein mit den Franzosen gesegnet sind, beneidet werden, obwohl die Wohnungs­nöte in Köln eher noch größer sind als r,i an­deren rheinischen Städten. Den« die Engländer

Folgerungen daraus zu ziehen und vernünftig geschäftlich vorzugehen, hat Frankreich durch sei­nen neuesten Entscheid die Dinge noch viel schlimmer gemacht und Deutschland in

Der Mattfchwund.

Die Folge« deS feindliche« Druckes.

Infolge der alliierten Zerstörungsasbeit wird Deutschland noch vollkommen zusammenbrcchen. Die Mark ist jeden Tag weniger wert, und trotz­dem fordern die Alliierten, hauptsäch-- lich Frankreich, die wahnsinnigen Goldmil- liarden-Zahlungen. Der Zahlungsaufschub ist abgelehnt und Poincars hat durch seine und sei­ner Anhänger brutale Haltung eine neue Lage geschaffen ,die uns mit aller Schroffheit und mit der denkbarsten Schärfe offenbar die Stellung zu Gemute führen soll, in die wir durch den Kriegs­ausgang gedrängt sind. In ihrer Antwort hat die Reichsregierung mit Recht ausgesprochen, daß die Politik der Drohungen nicht wiever- ausbauewd, sondern zerstörend wirkt. Dieser Gedanke tst m allen Erörterungen der letzten Jahre in aller Oeffentlichkeit und im Parlament oft genug schon zum Ausdruck gebracht worden. Mit Diktaten und Ultimaten kann die Welt nicht regiert werden. Das Weitz man allenthalben und sieht es auch überall ein. Aber man handelt nicht überall danach. Es ist nicht etwa ein Ge­fühl der Stärke und der Ueberlegenheit, wenn Frankreich immer und immer wieder mit Ge- waltdröhungen uns gegenüber auftritt, wenn cs auch jetzt nody bei jeder Gelegenheit fein Recht", gegebenenfalls auch mit .Sonderaktio­nen" militärischer und wirtschaftlicher Natur ge­gen Deutschland vorzngchen, Vorhalt, sondern es ist mchts anderes, als ein Gefühl der Angst, daß auch die kleinste Erleichterung die deutsche Wirt­schaft instand setzen könnte, sich wieder zu kräf- iigen und Frankreich sehr gefähr^ch zu werden. Es ist geradezu ein Fluch des Sieges, der auf Frankreich und seiner Polittk hastet, daß es sich von diesem Wahne nicht losmachen kann und daß es. gepeitscht vom bösen Gewissen, immer und immer wieder den ganzen Kontinent, ja die ganze Welt in Flammen zu setzen droht.

Das besetzte Köln.

Erne internationale Stad«.

Die Kölner habe» fick> ans«heine«d cm schnellst«» an di« Sehmacv der «eindlicyen Besetzung ge. wötznt. Dazu hat de» Umstand viel deigetragen, datz die Engliinder steh nicht allzu ausdringlich benehmen. Ma» schreibt von dort wie folgt, Was in Köln dem Besucher, der die Stadt seit dem Kriege nicht mehr gesehen hat, vor allem aufsAlt, ist die peinliche Ordnung und Sauberkeit aus den Straßen wie im gesam­ten Stadtbild. Jetzt, tut Sommer, will das ein­mal nicht viel heißen; aber auch im vergangenen Februar, als Berlin vor Schmutz und Scktamm- haufen strotzte, hatte sich die Stadt blitzsauber präsentiert. Für die ehemals reinlichste Stadt der Welt, Berlin, ist dieser Vergleich einigerma­ßen blamabel; aber noch, manches andere ist für Berlin nicht minder beschämend. Kein Vandetz lentum hat in Köln die Hausfronten, die Mau­ern, die Straßenmasten, die teuren Glasschilder der Geschäfte und die Sockel der Denkmäler mit Plakaten verschandelt, so glänzt dort in untadel- haster Frische, was in Berlin zerkrazt und vom Kleister zerfressen ist. Auch das Pflaster der Kölner Straßen ist nicht überall untadelhaft; der Asphalt zeigt schadhafte Stellen wie in Berlin,

bringen kann. Die gewissenlosen Männer, die in dcn nächsten Tagen in London Zusammenkom­men, werden nun darüber schlüssig werden müs­sen, ob dieser politische und wirtschaftliche Wahn­sinn, der bisher die Welt regiert hat, auch noch weiter die Oberhanid behalten soll oder ob man endlich zur Vernunft kommen wird. «es»

Nun werden am 7. August in London zwei Manner zusammenkommen, um dort eine Ent­scheidung zu treffen, die das Urteil über da? Schicksal von fast fünfhundert Millionen Men­schen in sich schließen wird. Die ganze Welt er­wartet in fieberischer Spannung den Entschluß, dcn in gemeinsamer Besprechung Llold George und Poincars formulieren werden, jene zwei Männer, die heute die Herren der Welt sind oder sich doch dafür halten! Niemals ist krasser die Tatsache in die Erscheinung getreten, daß es bet weitem nicht b i c Völker, ober auch nur Ausschüsse ober gewählte Vertretungen aus die­sen Dölkerschasten sind, die das Geschick ihrer Lauder, oder die das Geschick der Welt beein­flussen, sondern daß die bestimmende Macht und Gewalt schließlich doch nur in den Händen einiger weniger Personen liegen. Und hier sind es nur zwei Menschen, die es heute in der Hand haben, auS Europa mit einem Feder­strich eine wirtschaftliche Wüste zu machen, ganz Eunova in eine Hunger- und Elends-Ka- tastrophe hineinzudränaen, wie sie die Welt­geschichte noch nicht erlebt hat.

Mr stehen heute abermals mitten in einem Kriege, in einem Kriege freilich, der nicht mit Eisen und Blut, der in Forderungen und Er- vreffunoen ausgekochten wird und bo* zeigt es sich, daß diese Waffen noch vergiftender, noch ätzender, noch zersetzender sind? ... Die deutsche Wirtschaft hat in diesen Tagen einen Leidens­weg begonnen, der fürckterlich enden muß. In noch nicht ganz vier Wochen ist der Dollar von Sssy ans nahezu achthundert gedie­gen, ist die deutsch« Mark um mehr als das Dreifache entwertet worden. Das bebeirtet eine Verfchlechterung der devtfchen Le­benshaltung und daS Dreifache! Man kann sich eine Vorstellung machen, welcher Art diese Rückwirkunaen auf die große Masse derer, die nicht ihr Einkommen den Verhältnissen entfpre- chcnd vergrößern können, fein werden. Kann man sich überhaupt auch nur eine Vorstellung machen von den Wirkungen einer erneuten un­geheuerlichen Katastrophe auf den ehedem solidesten Bürgerstand. den Mittelstand, und auch mir einen Begriff davon, tote verheerend diele Entwicklung auf die große Masse der Ar­beite rfcha ft, aus die neu geborene und i"ngherantoachfenbe Generation toirtt! Und das alles, weil Frankreich jetzt vor der gobie« torischen Notwendigkeit siebt, das frevle Wort zu erfüllen, das seinerzeit, als wir nach Versg'lleS zu den Friedensverhandlungen kamen, am näch­sten Moraen in meterhohen Buchstaben an den 'cken ficht« .Ter Bocke wird alles zablw!"

Mr vergeben sehr wohl bi» kritische und pre- knrc oaa» der französischen Regierung, die alle Vorschüsse, Ne sie zur einstweiligen Befried:- ; n""a der Kriegsaesckädigt-n l-istete, in ihrem Budget wieder als von Deutschland zurückm- ' -Elende Einnahmesummen verzüchneie. die aber ' ,unmel-r einseben mutz, daß TeuWmtb vor 1 'er positiven Unmöglichkeit steht, diese i Zahlungen auch zu Küsten. Statt nun die i

Lleberrc-schung selbst in Varis.

Paris, 3. August. (Eigene Drahtmeldung.) Die vorgestrige Rotc PoincarsS bat selbst im Pariser Auswärtigen Amt überrascht. Alle Blät­ter find einig darüber, daß die von Poincars an­gedrohten Vergeltungsmaßnahmen nur wirt- chaftlicher Natur fein können und dab eS fick keinesfalls um militärische Sanktionen han­delt. DerE-mloiS" wirft die Frage auf, ob deutsches Eigentum in Frankreich beschlagnahmt werden soll, weist aber gleichzei- tig darauf hin. daß dies unzulässig ist. An­dere Blätter rechnen wieder damit, daß Frank- reich den Versuch machen werde, im besetzten Rheinland Geldmitcl flüssig zu machen.

Am Deutschlands Lasten.

Ei« «euer Plan PoincareS.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris. 3. August.

Petit Parisien" bringt über den Ncparati- onsplan Poincarss eine Ueberficht, wonach Frankreich sich bereit erklärt, von Deutsch­land nur die zur Wiederherstellung sei. ner Kriegsschäden nötigen Summen zu ver­langen und auf die zwölf Milliarden Goldfrancs zu verzichten, die es von seinen Alliier­te n zu fordern hat, unter der Bedingung, daß England und Amerika gegenüber Frankreich auf die Rückzahlung der Kriegsschul- den verzichten. Danach würde sich Frank- reich eiiwcrstandcn erklären, die deutsche Schuld auf eine Gesamtsumme von fünfzia Milli-

Als Maßnahmen gegen Diutfchland, an die Poincars angeblich denkt, werde« vo« dem Pa­riser BlattIntragansiaeant" genannt: Be­schlagnahme des Besitzes einiger Großin­dustrieller im besetzten Gebiet, oder de-Z Besitzes deutscher Staatsangehöriger in El­saß-Lothringen und Polizei - Ope­rationen Frankreichs im Ruhrgebiet. In Berliner diplomatischen Kreisen verlautet mit großer Bestimmtheit, daß die Aratznahmcn, die Poincars im besetzten Gebiet plant, darin be­stehen werden, daß Frankreich die D t a a l 8 e i n- n a h m c n das Deutschen Reiches, also die Sten­ern, Zölle und die Einnahmen der Eisenbahn-, Post- und Telegraphenverwaltungcn b c - schlagnahmen lassen will. Es wird dagegen versichert, daß von militärischen Sanktio- nen keine Red?,sein könne.