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______________Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Nummer 174

Freitag, 28, Juli 1922.

Fernsprecher 951 und 952

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12. Jahrgang.

Ruhige Stimmung in Bagern.

SUnunen aus bem Reichstag.

aller schlechten r-stchrrnw tnsm noch an bei WahnvorAriszuna. LaL wsLl por-

den, was aber nach einer Anfrage an irgend einermaßgebenden stelle" verhindert wurde. Viele Räume des Schlosses waren die Nacht hin. durch hell erleuchtet, es wurde geplündert, ebenso das Magazin, in welchem die Material- Waren für das Große Hauptquartier ausbewahrt Wurden, über deren Unmenge die törichtesten Ge. rüchte verbreitet waren.

erbrochen yn.o Uhren, Ring«, goldene Schaumün. en, Smaillebildniffe Friedrichs des Großen, An.

Vor der GntscheihMg!

Di« Forderungen an Bayern.

(Pttvat-Tolegramm.)

Berlin, 27. Juli.

Die endgültige Entscheidung der Reichsregie­rung über die Forderungen, die an Bayern ge­stellt werden sollen, wird in dem heute unter dem Borfitz des Reichspräsidenten zusammen­getretenen Kabinettsrat gesollt werden. Reichstagspräsident Loebe, der zeitweise von Berlin abwesend war, ist wegen der gespannten inuerpolitischen BerhLltnisse zurückyttchrr, um mit der Regierung über die etwaige Einbe-

Mappe London.

Amerika Pinter de« Kulisse».

Das Reparationsproblem kommt nur etappen- toette seinem Ziele näher, Wohl noch nie im kaufe Der Q>efa#«yte hat eine politische Frage so­viel Kopfzerbrechen und feinet Verhandlungen eisorderucy gemacht, wie die Regelung der beut- scheu Z:chiungcverpstlcyiung«n aus oem Weit- lnege. Die jeyt beliebte Art der Äuseinander- setzung rwiichen den beiden Hauprintere,lenken uui jeitender tinteute, Frankreich und XLng- lsnd, der Verzicht auf die diplomatische Me­thode, war einst gerade von Poincars aufs heftigste angesemdet wortzen, und als Briano noch ott Geschäfte führte, tonnte der jetzige Leiter der französischen Sfjoütit nicht Worte genug ftu- ben, um oas Verhandeln von Person zu Person in dieser Frage zu brandmarken. In der Tat bei» suchte Pvmcars zunächst auch, mit dieser Me-

Aus stürmischer Zeit.

Wie man das Berliner Schloff plünderte.

** **» ehemaligen König.

Dv. 98og6<m.Äeiegcr ,.1-ilvert in einem (»eben erfcbicitenen Blich, lein (»eurorbia.3e*tag, Leipzig, bi« Dor. Sänge im Berliner Schlöffe am 9.9te». 1918»

- Gistern nachmittag tagte unter dem Vorsitz l deS Reichsranzkers wiederum das Kabinett, daß : nch mit der dm h die Weigerung der bayerischen ' Regierung, das Reichsgesetz zum Schutze der Republik durchzuführen, geschaffene Lage beschäf­tigte. Ass Ergebnis veröffentlichte die Re­gierung eine Erklärung, in der auf denErnstderLage hingewiese« wird. Zum erstenmal seit der Gründung des Reiches sei der Zustand eingetreten, das eine Landesregie­rung einem verfassungsmästig zustande gekomme­nes Reichsgesetz für ihr Gebiet die Geltung ver- weigere. Es heißt in der Erklärung dann wei­ter: Nach der einstimmige» Auffassung der Rerchsregierung ist die Verordnung der bayeri- sclftn Regierung verfassungswidrig und ungültig. Keine Bestimmung der Reichs- nerfaffung gibt einem Lande das Recht, das In­krafttreten eines Reichsgefetzes zu verhindern, weil man bei einem Teile der Bevölkerung auf Widerstand stößt. Würde man den Ländern diese Befugnis zugestehen, so würde dieses das Ende der deutschen Reichseinheit bedeuten. Die Errlärung weist weiter darauf hin, das die bayerische Regierung feit der Bei. absllftedung beS Gesetzes gewiß Gelegenheit ge­habt habe, ihre Bedenke» auf verfaffungsmötzi- gem Wege zur Geltung zu bringen und das einer ganzen Reihe ihrer Wünsche bei der Berabfchie- dung des Gesetzes Rechnung getragen sei. Nach­dem sn der Erkläntng auf die außenpolitischen N"lgendes Schrittes der bayerischen Regierung aufmerksam gemacht worden ist, heißt es zum Schluß: Aufgabe der Reichsregierung ist es, die Reichseinheit wieder herzustellen. Die bayerische Regierung hat durch den Mund ihres Minister- jreiftbenten ein klares und festes Be- kenntniS zum Reich und zur verfassungs­mäßigen republikanischen Staatsform abgelegt. Auf Grund dieses Bekenntnisses erwiderte die 1 ReichSregierung, daß die bayerische Regierung sich den Forderungorn nicht entziehen wird.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 27. Juli.

DaS Kabinett hat sich am gestrigen Mittwoch ausschließlich mit dem bayrische« Konflikt bestktzt. Den Beratungen lag das Gutachten des ReichSjusti,Ministers Radbruch zu­grunde. Die Entscheidung darüber, ob der Sen« fl'tt zunächst durch Einberufung des Reichstages oder durch Entscheidung deS Reichsgerichts gelöst werde« soll, ist in dieser Sitzung «och nicht ge- fallen. Die Meinungen des Kabinetts gehen in dieser Hinsicht noch auseinander. Die Stimmung im Kabinett ist se h r e r n st, und man ist fich der Schwere deS Konfliktes und seiner Bedeutung voll bewußt, ist jedoch gewillt, zwar mit aller Energie, aber auch mit aller Ruhe die In- tcreffen des Reiches und die Einheit der Repu­blik zu wahren. Mau hofft auch in parlamen- torischen Kreisen, daß auch die bayrische Regie­rung erkennen wird, sie habe verfaffungsrechttich einen Schritt begangen, der aufS schwerste die Einheit deS Reiches gefährden muß. daß sie da ­her genügend Einsicht besitzt, ihre Haltung gegen­über der Reichsregierung zu korrigieren.

rufung des Reichstages Besprechungen zu führen. Der Reichstag muß einberufen wer­den, falls ein Antrag auf Rückgängigmachung der bayriMn Verordnung durch das Plenum von einer Parte: eingebracht wird. ES heißt, daß die Unabhängigen einen derartigen Antrag stellen wollen. Ihre endgültige Stellungnahme wolle» die Unabhängigen von dem Verhalten der ReichSregierung abhängig machen.

« » »

Einberufung des Reichstags.

Berlin, 27. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Da ei» deutschnationaler Anttag auf sofortige Ein­berufung des Reichstages hn Zusammenhang mit der Annahme des Memorandums drS Garantie-Komitees dem ReichstagsprM. deuten zugestellt wurde, wirb wahrscheinlich der Aeltesten-Ausschuß zur Beschlußfassung für Frei­tag einberufen werden. Es wirb bann auch über die Frage eine Entscheidung getroffen, ob we­gen der bayrischen Verordnung der Reichstag einberufen werden muß.

Berliner Besprechungen.

Die Beratung im Kabinettsrat.

auch der ernsten außenpolitischen Situ­ation Rechnung trägt und den innerp Mischen Konflikt nicht zu einer Katastrophe treibt, die gerade für Bayern die schwerste Gefahr mit s'cb bringt, die aber auch bei den gegenwättigeil außenpolitischen Verhandlungen der Reichsregie­rung für das ganze Reich unabsehbare Schä­digungen im Gefolge haben kann.

RegtenmgS-SrsiSrnngen.

Ergeduisss aus dem KabirrettSrat.

(Eigene Drahtmeldnng.)

Berlin, 27. Juli.

übergehend seine Sympathien für Deutschland verleugnen konnte, daß das aber nur ein Irr­tum verkennender Liebe sei und wir den Herzen der Yankees doch tmt nächsten stünden. Jeder nach Deutschland kowNMde, Amerikaner, beson­ders wenn er deutschen Stammes ist, kann nicht genug vor dieser Einstellung warnen und vor allem vor der Auffassung, daß wir Deutschen, nachdem uns Wilson so hereingelegt hatte, nunmehr einen Anspruch auf besonders gute Be­handlung hätten. Tos ist ein Irrtum, den irir im eigenen Interesse schleunigst beseitigen müssen. Der Amerikaner ist nicht weniger Ge- schästSpolitiker als sein englischer Bruder. An­dererseits liegt aber in seiner Unsentimentalität für uns auch die Hoffnung, daß fein Druck auf die leidenschaftlicheren Elemente in Europa mit der Zeit immer größer wird und eines Ta­ges sich mit solchem Erfolg durchsetzt, daß eine Vernünftige Lösung der zwilchen Deutschland und Frankreich schwebenden Fragen möglich wird. In diesem Sinne wird man die Stimmungsänderung des offiziösen Frankreichs zu werten haben.

Als sich um die Mittagsstunde des 9. Rovem- ber die vom Prinzen Max von Baden der- kündete, aber später als unwahr erwiesene Ab­dankung des Kaisers mit Windeseile durch Ber­lin verbreitete, stellte sich auch innerhalb deI Schroffes eine allgemeine Desorganisation und Disziplinlosigkeit ein. Alle Militärposten wur­den von den Dächern und Portalen zurückge­zogen, die Absperrungen in der Umgebung aufa! gehoben, di» Soldaten, denen die Bewachung unvertraut worden, zogen zum Teil einzeln, zum Teil geschloffen ohne Massen und Kokarden ab. Ruch der Chef des Stabes des Generalkomman­dos und der stellvertretende kommandierende Ge­neral verließen das Schloß, und es ist bis heute noch nicht festMstellen gewesen, auf welchen höhe­ren Befehl der Abzug der Truppen erfolgte, und ob, er mit dem viel besprochenen Schietzverbot zusammenhing. Auch die zwanzig bis dreißig Schutzleute, die sich zuerst bereit erklärt hatten zu bleiben, schlossen sich den Soldaten an.

Um die fünfte Nachmittagsstunde drang ein Trupp von Matrosen und Zivilversoncn mit Re­volvern und Gewehren ein. Liebknecht,' vor Erregung zitternd, bestuch sich in ihrer Mitte,| die Schar ließ sich vom Oberkastellan D i g, m a n n, der fortwährend mit Revolvern bedroht wurde, nach dem ersten Stockwerk führen, von dessen Balkon aus Liebknecht zu den Versammel-! ten sprach. Nachdem er das Schloß verlassen hatte, blieb ein Teil seiner bewaffneten Begleiter zurück, heim Dunkelwerden füllten sich dann die Schloßhöfe immer mehr mit Menschen, unter di> neu sich nachweisbar viele bestrafte und aus beit; Gefängnissen entwichene Verbrecher befanden^ In allen Quartieren des Schlosses hntrbcn bie Türen teils erbrochen, teils mit Dietrichen geöffnet, unter dem Vorgeben, nach im Schloß versteckten Offizieren und gehei­men Fernsprechverbind'.fngen zu suchen. Der er« ivÄhnte Oberkastellan versicherte immer wieder, daß dies Suchen zwecklos wäre, er sollte, da man ihm nicht glaubte, standrechtlich erschossen wer-

Ungehindett kamen und gingen während' der

-cht und der folgenden Tage Hunderte von . rsonen, die meist widerrechtlich Uniform wo­gen. Nur wenige der Plünderer wurden durch einen Herrn in Offiziersunisorm, der sich von Wedel nannte und angab, er wäre mit der Hof- und Staatsdame Fräulein von Gersdorsf verwandt, welche Behauptung sich später als un­richtig erwies, gefaßt, als sie das Schloß verlassen wollten; einer von ihnen wurde durch das Klappernder Orden des Kaisers, die er sich in die Manteltasche gesteckt, lernten, bei seiner Leibesuntersuchung ergab es ich, daß er mehrere Hemden aus dem Zäschevorrat des Kaisers über­einander an gezogen hatte. Dabei waren diese Plünderer feige Gesellen, die immer wieder ihre Furcht vor geheimnisvollen unterirdischen Gängen äußerten und hinter feder verschlossenen Kaimnettür Unheimliches vermuteten.

Berlin, 27. Juli. (Privattelegrmwn.) Aus dem Reichstage hött das Berliner Tageblatt, daß die Unabhängigen auf den Zusam­mentritt des Reichstages btangen, ba sie bie durch die bayerisch« Regierung geschaffene Lage als unerträglich halten. Die Mehr­heitssozialisten stimmen ihnen darin zu. Die demokratischen Parteiparlanieutarfer

September tu banger uffv. evckwendct. Auch Gemälde waren ge-

Vt/ vnris wiener Mammen trete»!, um seine stoblen worden so zwei Bilder von SucaS dra*

erwartet von der basrilckeu Jkmcramt. uift ns'wibrorLnren Beratungen fortrusetze«. - nu.V d«n Arlteren mfl> andere« XtoSttfc

thooe zu brecycn, bie beiderseitigen Diplomaten wnroen in Bewegung gesetzt, bte erhoffte Be­schleunigung und Vereinfachung des Geschäfts­ganges aber blieb aus, unb was erreicht wurde, war im Gegenteil eins weitere Lerschleppung unb Verstimmung zwischen den Parteien. So mußt« Poincars, wenn auch widerwillig, klein uigeben und seinem nicht eben sehr gefchätzten Freunde Lloyd George in Person gegenübertre­ten. Zunächst überließ er Diesem den Lottritt, er lelbst mieb London. Allmählich nahmen aber bie Dinge doch eine solche Wendung, daß bloßer Trotz bis Interessen Frankreichs schwer zu ge- fahroen brohte. Auch ein Poincars kann mit dem Kopfe nicht durch die Wand, unb wenn bet Schädel noch io dick ist. Kompromiß ist schließ­lich auch für ihn das erlösende Wort, wenn seine politischen Traumbiwer sich an ber harten Wirk­lichkeit zu stoßen drohen. Ja. der ganz unerwar­tete Fall tann sogar eintreten, baß Mohammed zum Berge kommen muß, wenn es anders nicht geht, unb ber jetzt angekundigte Besuch bes sran- zostsche« Ministerpräsidenten in London ist sich:: lein Beweis dafür, daß die Situation Frank­reichs in letzter Zett eine wahrnehmbare Besse­rung erfahren hätte.

PoincarS, den man schon oft nicht ganz mit Unrecht mit einer Primadonna verglichen hat, die 'das Theater Hebt, läßt sich nicht so leicht aus dem Konzept bringen, auch wenn er einmal gründlich daneben gehauen hat. Das hat er jetzt wieder mit seinem Briefe an die Reparations- wmmisfwn bewiesen, der zu der englischen Aus- saffung von der Sachlage paßte wie bie Faust aufs Äuge. Die Wirkung tn England läßt sich nur «nt dem Aufsehen vergleichen, das Poin- carss Rede vor einigen Wochen in Bar-le- Duc heworgwufen hat. Mt dieser Wirkung hatte em vorsichtigerer Diplomat im voraus rech- ncn=t^ffin; sich bann bie Peinlichkeit eures Sttickzuges enpatt, der doch wahrhaftig kei­nen heldenhaften Eindruck macht. Was jetzt die offiziöse Agence HavaS über bie richtige Aus­legung bes Schrittes pes Ministerpräsidenten zu sagen beauftragt ist, wir« doch wirklich kläglich und unterstreicht noch die Verfehttheit jenes uw llugen und unvorsichtigen Briefes an die Repa­rationskommission. Poincarss Rote habe nur, heißt es, die Gedanken zu jener Zeit wreber- gegeben, als er mit dem Entwurf ber Note be­schäftigt gowese« sei utid den Bericht des Garan- tieauSschuffes noch gar nicht in Händen gehabt hätte. Unter diese« Umständen könne natürlich die Note nicht die endgültige Meinung des Re-, grerrmgschefs fein. Wäre das nun wirklich alles wahr, dann bkiebe immer «och die Frage offen, weshalb dann die VeröffeMichuns u°N

Gens, 27. Juli. (Eigene Drahimeldung.) Mor­gans Abreise nach Europa ist aus beit 23. August verschoben worden. Das internationale Anleihekomitee wird am 8. Septemb«, Paris wieder zusammen trete»!,

Erst am 13. November mittag^ säuberte bie Volfsmarinedivisimi das Schloß von dem Ver- brecherpack. Wer wuch in ihren Reihen gab es genug unsaubere Elemente, denen ein Menschen­leben für nichts galt. Fortwährend wurden neue Schloßkommandanten gewählt, einzelne von ihnen suchten den Räubereien Einhalt zu gebie­ten, meist vergeblich. Erst am 18. Noveuwer war es möglich, wieder in das Schloß j« gelangen. In den Garderobenräumen der Kaise« r i n waren sämtliche Schränke erbrochen, in wir­rem Durcheinander lag alles umher, vieles war gestohlen, unter anderem die Kleider sür Hos- ditlichkeiten mit reichen Silber- und Goldsticke- teien, Tranerkleider, Jagdlleider, Mäntel usw. In den SSafnnüiimen der Kaiserin waren alle Schubladen der Kommoden, die Fächer des Schreibtisches erbrochen und berausgerissen, die Vitrinen zerschlagen ober gewaltsam geöffnet, z»m Teil ihres Inhaltes beraubt. Alles, was tn Kommoden verpackt gewesen, war gestohlen. Aus der Garderobe des Kaisers fehlten 'amtliche Zivilklridungen, Jagd­anzüge, Wäsche und Unterzeuge. In einem Empfangszimmer waren bte Vitrine»

«ganaen zu sein, das fich bei breiteren Oef- fenüichckett enyiehtt Wieweit dabei amrrika- nische Einflüsse mitaewirkt haben, läßt sich mehr vermute«» als deurlich erkeunen. Bedenkt man aber, daß Parmenlier eiaenS z« d«m Zwecke ist Amerika weilt, um die öffentliche Mei­nung i» kaJBetetototen Staaten zu sondieren, und die «üchen MiMerständnisse zu beseitige«, dann wird man unschwer erkennen, daß bei dem vloUichen Sttmmungsumschwung am Qua, nnleuKaren Sympathie für ba« französische Boll für die Methode PoincarsS nur sehr genngeS Verständnis. Man will dort das Kriegsbeil nun endlich einmal begraben sein lassen und zu nor­malen wirtschaftlichen Verhältnissen in offen Tei­len der Welt zUrückkebre«.

Für deutsche Auffassnna ist allerdings die amerikanische Politik in di^er Beziehung als zu zeghafr erschfeue«, unb man meinte bei uns, daß Amerika über die nötigen Mittel verfügt hätte, um feine Wünsche schneller und wirksamer durch» jusetzen. Aber es fielen da pshcholoaische Mo- «enfe mit, die sich unserem Verständnis ent- »ieheu, und was uns selbstverständlich erscheint, ist es sück bie Amerikaner noch lange nicht. Vor offeu krankt man bet uul tu Deutschland trotz

DiqGtimir u -g in München.

München, 27. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) re gestrige Abendsitznng ber bayrischen Koa- r r 10n^?^lte.Lcn «egen eine Auf» tofiing des bayrischen Landtages ausgesprochen. Wie dieMünchen-Augsburger Abendzeitung" meldet, ist im Münchener GewerkschaftS- * Ikine Mehrheit für den Antrag zustande gekommen, eine Generalstreik- Pa r o l e in München miszugeben.

Aus Se« Bayern-Kabinett.

München, 27. Juli. (Privattelegramm) Amt- uch wird gemeldet, daß alle Gerüchte über eine Erweiterung der Koalition und über eure in Aussicht stehende Versetzung des Justiz- Ministers unzuttrfleiÄ sind. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß daS bahttsche Handelsministerium vorerst als selbständiges Ministerium bestehen bleiben soll. Die Leitung hat bis auf weiteres Ministerpräsident Graf Leichenfeld übernommen.

Wieder einmal vertagt.

MS u«h dem Londouer Besuch.

(Pttvat-Tclegramm.)

Genf, 27. Juli.

Dfe ReparationSkommtsfio« hat am 26. Juli auf Antrag deS stanzSfischen Bettrc- tcrs ein: Euischeidung auf ba# Moratoriums- ersuchen bis zur stattgefunbenen Besprechung des englischen und des französischen Ministttpräsi- benten in London vertagt. Es ergab fich die Not­wendigkeit einer neuen Befragung Deuisch- Isnbs. über die bann am Freitag uub Sonn­abend Beschluß gefaßt werben soll.

Aach Morgans Fahri verschoben!