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Kasseler Abendzeitung <y|g» Hessische Abendzeitung

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Nummer 171

Dienstag, 25, Juli 1922.

Fernsprecher 951 und 952

12. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952

Kritische Stellungnahme in Bagern.

Das Ende im Haag.

Lin Abbruch ohne Ergebnis.

Der Haager Sachverstäudigen-Konferenz, die eine Fortsetzung der Genua-Konferenz darstellte, ist in der deutschen Oeffentlichkeit ein verhältnis- mäßig geringes Interesse gewidmet worden. Nicht ganz mit Unrecht. Zunächst war ja Deutsch­land nicht Verhandlungsteilnehmer im Haag. Nachdem die Deutschen mit den Stuffen durch den Rapallo-Vertrag für die Entente und die übri­gen in Genua vertretenen Mächte überraschend sich geeinigt hatten, waren sie schon von Len wel­keren Rusftnverhandlungen in Genua ausge­schlossen. Gar bald hatte man aber die Erfah­rung machen müssen, daß ohne den deutschen Vermittlungsfaktor es unmöglich war, die Brücken zwischen dem Osten und den Europa- Mächten zu schlagen. Die Genna-Konferenz war mit dem Rapallo-Vertrag in der Wirkung bereits zu Ende. Um das Fiasko nicht allzusehr in die Erscheinung treten und der mit vielen Hoffnun­gen aus,^nna blickenden Welt keine allzu große EnttL. iwung zuteil werden zu lassen, glaubte man Larin einen Ausweg zu sehen, die Sach­verständigen zu einer besonderen Kon­ferenz nach dem Haaag einzuladen, um in diesen Verhandlungen die Möglichkeiten zu prüfen, mit Rußland zu ganz bestimmten Abmachungen zu kommen.

Seit Wochen sind nun diese Verhandlungen im Gange, und wieder hat sich gezeigt, daß es für die Ententemächte ganz unmöglich ist. ohne die deutsche Vermittlung mit den Rus­sen zu einem ersprießlichen Verhandlungsergeb- nis zu gelangen. Die Fülle von Einzelfragen, die schon in Genua die Beratungen belasteten, und schließlich zum Zusammenbruch brachten, haben auch Haag wieder beherrscht, die Frage der An­erkennung der Vorkriegsschulden, der Rückgabe des Eigentums, der Anerkennung gewisser Pri­vatrechte und dergleichen. Nun ist in einer offi­ziellen Erklärung der Entente- wie der neutra­len Mächte der Abbruch der Haager Verhand­lungen mitgeteilt worden. Die rusiischen Vertre­ter haben erklärt, daß nunmehr für sie kein an­derer Ausweg mehr bleibe, als durch das Mittel von EinzerverHandlungen mit den dazu geeigneten, wie aber auch bereiten Staaten, alle diese Wirtschaftssragen zu behandeln und gegebe­nenfalls Sonder-Abmachungen und Abschlüsse zu treffen.

Aber auch, was nicht übersehen werden öarf, sehr bedeutsame außen- und weltpoli­tische Erwägungen spielen in diesen Din­gen, die zum Zusammenbruch von Haag geführt haben, mit. Dieser Ausgang der Konferenz komnit nämlich doch im Grunde überraschend. Die Russen haben in vielen Punkten Erklärun­gen abgegeben, von denen nach den Gegenerklä­rungen, insbesondere der englischen Vertreter, man annehmen mußte, daß bantit eine Basis für einen ersprießlichen Ausgang der Verhandlun­gen gewonnen sei. Run aber bat mit einem Mal gerade England sich zurückgezogen und den Ab­bruch veranlaßt. Es scheint, daß sich hier zwi­schen England und Frankreick Dinge vollzogen hiben, die vorerst noch einer größeren Oeffentlichkeit verborgen sind. Von den nicht- russischen Konferenzteilnehmern wird der Stand der Verhandlungen trotz der Ergebnislosigkeit als günstig bezeichnet. Der Vorsitzende gab in seiner Schlußrede eine Uebersicht und stellte fest, daß es notwendig sei. wieder normale Be­ziehungen zu Rußland herzustellen. Di- Differenzen zwischen der russischen und der nicht­russischen Welt seien zu groß, als daß ein Einver- nehmen ohne weiteres möglich wäre: aber das Ende der Konferenz gestatte die Feststellung, daß eine Annäherung im Werden begriffen sei. Wenn die ^owjetregierung auf die Vor­schläge. die die russische Abordnung hier über­brachte, bejahend antworte, dann sei im .Haag ein großer Schritt vorwärts getan, der allein zu der Annäherung führen könne, die jedermann wünscht.

, Ob durch die Unterbrechung der Konferenz Rußland mehr zur Zustimmung zu den Vor- sckläoen neigen wird, darf doch als zweifelhaft angesehen werden. Wenn die Entente trotzdem das Risiko, dgs mit diesem Abbruch vernu.idzn ist. auf sick nimmt müssen besondere Gründe r*= It'Vr't. Man weiß ja. wie dringend England gegenwärtig wieder Frankreich wegen der Orientfrage braucht und wie sehr mit die­sen Dingen die Reparations- tote über­haupt die Schukdfrage verknüpft ist. Eng­land hat schon immer dos ganze Reparations­problem als Gsgenvoiten für die Erreichung be­stimmter Wünsche in seiner Örientpolittk Frank reich gegenüber behandelt. Die Annahme, daß hier bestimmte Zirsammeu hänge im Spiele fiuD, wird noch unterstützt durch die Situation, die sich gegenwäitia im ganzen Revarattonsproblem er­gibt. Die Entente wird bis »um 15. August ihre endgültige Entscheidung über das neue Stint- dunasgesnch der deutsche» Reicksreaierung zu treffen haben. Starke französische Widerstände sind bemeikoar, die aber immer wieder unter dem

außenpolitischen Gesichtswinkel zu be­trachten sind, namentlich in Ansehung dessen, was Frankreich und England in der Regelung der beiderseitigen Orient- wie anderer auswär­tiger Interessen angeht. So bedeutet der Abbruch im .Haag eine neue Etappe in der weltpolitischen Entwicklung die England wichtig genug er­scheint, um vorläufig die für die englischen Interessen Loch so ungemein wichtige Regelung der Wirtschaftsbeziehungen zu Sowjetrußland auf einen späteren Termin zu vertagen.

Bauern und öas Weich.

Eine erneute kritische Lage. lPrivat-Telegramm.)

München, 24. Juli.

Am Sonnabend ist der baiirische Mi-listerrat erneut zusaiumengetrcten, um über die ihm mit« geteilten Borschläge der Bayrischen Bolkspartei Stellung zu nehmen. Die Bayrische Volkspartei hatte beschlossen, der Anwendung der repu- blikanischen Schutzgesetze in Bayern entschie­den mit allen parlamentarischen Mitteln Wi­derstand zu leisten. Durch diesen Beschluß der Partei, mit dem sich nun die übrigen Parteien zu befassen haben werden, ist die Lage äußerst kritisch geworden. Es ist nickst abzufehen, wie sich die drohende Krisis entwickeln wird. Die Bayrisü>e Bolkspartei erachtet die Notwendigkeit einer Landtagöai, flösung nicht für ge­geben. In parlamentarischen Kreisen vertritt mau jedoch die Auffassung, daß die Angelegenheit einen Verlauf nehmen könne, der eine Landtags- auflösung nickst vermeiden läßt. Zunächst ist mit der Möglichkeit einer Koalitionskrisis zu rechnen, wenn nicht auf Grund der Entschließun­gen des Ministerrats noch ein gangbarer Weg für die drei KoalitisnSpnrteien gefunden wird Die bayrische Staatsregierung wird heute zu dieser Angelegenheit Stellung nehmen.

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Lim 6as SchutzWfttz.

München, 24. Juli. (Privattelögramm.) Bm Gegensatz zum Beschluß der Bayrischen olkspartei hat die Bayrische demokratische Par­tei beschloffcn, nachdem das Reichs-Schutzgesctz nun einmal angenommen sei, müsse cs auch in Bayern durchgeführt werden. Infolge der bay­rischen Parteibescklüsse reifte der Reichsgefundte in München, Gras Zech, nach Berlin, um mit den Regierungsstellen Besprechungen abzuhal- ten. Die München-Augsburgische Abendzeitung schreibt, daß der Gesandte Gras Zcch nicht umhin könne, angesichts der Lage in Bayern und der Beschlüsse der Bayrischen Bolkspartei, eine Re- Vision des Schutzgesetzes der Reichsregierung an­zuempfehlen. Wie von unterrichteter Seite mitgeteiit wird, steht der Rücktritt des Reichsgesandien in München, Grasen Zech, un­mittelbar bevor. Die bayrische Staatsrcgierm'g hat gegenüber der Relchsregierung den Wunsch nach Abberufung des Grafen Zech zum Aus­druck gebracht. Dieser ist zur Berichterstattung nach Berlin berufen worden.

Zurückhaltung des Bauernbundes.

München, 24. Juli. (Prevattelegrarmn.) Der öayerische Bauernbund wird erst heute Stel­lung nehmen. Die dcutscknatiomile Mittel­partei verlangt verschärfte Gegnerschaft gegen die Maßnahmen der Reichsregierung. Soweit bis fetzt verlautet, sollen die fünf Abgeordneten der Bayerischen Volkspartei, die mit der Mittel. Partei eine Traktion bilden, den Schritt der Re­gierung gittheißen. Damit hätte die StaatSre- giernnq eine Mehreit im Landtage, auch wenn der Bauernbund nickt mit ihr gehen sollte. Wie sick die überaus ernste Lage weiter gestaltet, läßt sich erst übersehen, wenn die S t a a t S re- gierung mit ihren Veröffentlichungen hervor­tritt am Dienstag wird durch Beratung und Ab­stimmung der Landtag Stellung nehmen.

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Rücktritt des Handelsministers.

München 24. Juli lPrtvatteftgramm.) Der baverische r*and-lSmintster Hamm bat vem Ministerpräsidenten seinen Rücktritt mitgeteilt.

DieLlmstellung des-Zentrums

Zurücksetzung der Konfession.

lPrivat-Telegramm.l

Berlin, 24. Juki.

Die Zentrumspartei veröffrutkickt einen Auf­ruf für die groß? christliche Partei der Mitte, in dem es unter anderem heißt:Die oberften In­stanzen der ZenlrumSvsrtei sind a'-s folgenden Erwägungen brraus einmütig entsckkoffen. den grundsätzlich stets vertretenen volitikcken Charakter der Partei bei den nächsten Wahlen klar rmd unzweideutig »um Ausdruck zu bringen: Bei den nächsten Wablcn sollen eine große An­zahl nicht-katholischer Kandidaten ausge­stellt werden, ohne Rücksicht darauf, ob sie eine entsprechende Zahl von Wählern hinter sich ha­ben. Das Zentrum ist eine deutsche BerfaffungS-

partei, die weder Grenzen einer Konfession, noch einer Klaffe, noch eines Standes, noch eines San- des kennt. Ihre Arbeit gilt derWiederauf- i i ch t u n g des deutschen BolkStinnS in einem starken deutsckzen Reiche auf der Grundlage der hohen christlichen Kulturgüter."

Neue Beamtengehäller.

Die Verhandlungen über Erhöhungen. lPrivat-Telegramm.)

Berlin, 24. Juli.

Im Reichsfinan,»Ministerium haben am Sonnabend die Verhandlungen über die Ge­halts- und Lohnerhöhungen für die Beamten und Arbeiter der Reichs- und Staatsbetriebe be­gonnen. Seitens der Svitzenorganisationen waren im Gegensätze zu früheren Teuerungsaktionen keine festen Forderungen ausgestellt worden, da man erwartete, daß die Regierung in Anbetracht der fortschreitenden Teuerung von selbst zu erheblichen Zugeständnis­sen bereit fein werde. Seitens der Beamten- und Arbeiterorganisationen wurde in diesen Verhandlungen auf den Reichstag hinge- wciscn, der erst kürzlich die D i ä t e n für die Volksvertreter auf zehntausend Mark, also auf das vierzigfache ihrer FriedenSbeMge, er­höhte. während das Einkommen der Beamten und Staatsarbeiter sich zurzeit nur auf das sieb- zehnfache gegenüber den Friedensfätzcn belaufe.

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Die neuen Sätze.

Berlin, 24. Juli. (PrivattelegrammJ Die Verhandlungen dauerten den ganzen Sonnabend an und wurde» erst kurz «ach Mitternacht zu Ende geführt. Für die Beamten stellt sich danach die Erhöhung folgendermaßen dar: Ter allste mcinr Teuerungszuschlag ist vom 1. Juli an um 55 Prozent, also von 105 auf 160 Prozent vom 1. August um 80 Prozent also auf 185 Pro­zent erhöht worden. Das bedeutet gegenüber den bisherigen Bezügen für Juli eine Erhöh­ung von 24 Prozent, für August von rund 34 Prozent. Schwierigkeiten ergaben sich auch da­durch, daß die Gewerkschaften ursprünglich nur für den Monat Juli verhandeln wollten, wäh­rend die Regierung darauf bestand, daß auch der Monat August bereits in die Verhandlungen mit eingeschloffen wird. Schließlich einigte man sich darauf, schon setzt auch die Erhöhung für den Monat August festzusetzcn. Die Organisationen behalten sich aber ausdrücklich vor, zu einem späteren Zeitpunkt eine Revision der August erhöhung herbeizuführen, wenn die Geldentwer­tung in derselben Weift fortschreiten sollte.

Für Me ©taatüar6elter.

Berkin, 24. Juli. (Privattelegrmmn.) Die Verhandlungen über die Erhöhung der Staats- arbeiterlöhne sind noch nickt vollstündig abge- Mossen. Heute wird über die Auswirkung der Richtsätze auf den Gesamtlohntarif weiter ver­handelt werden. Die Auszahlung der er­höhten Bezüge fall mit größter Beschleu­nigung durchgeführt werden.

Llebersee-Woche.

Beitrag zum Wiederaufbau Europas.

Die diesjährig« SamOurger Uederseewoche soll sehr vielseitig au6geftalt«t Werve». Die Bor- träge N!>d Ausstellungen sind cintzrittieh darauf gerichtet, die Fäden zwischen Dcntschland und der Welt wieder anzuiuüpseu oder, wo dies f .' on gefcheheu.zn festigen. Man schreibt ««#»itnt'urg Der Wiederaufbau Europas so heißt der ftihrerioe Gedanke, der der Hamburger Uebersee Woche vom 17.27. August seine Prägung gibt. Steht dock im Mittelpunkt der Veranstaltungen ein WeltwirtschaftSkongretz, bei dem kührende Wirtschaftspolitiker des In- und Aus­landes zu diesem Problem Stellung nehmen werden. Sv spricht Professor G. W. I. Bruins, Rotterdam, über: Die Bedeutung des ungchin- derten tteruattonalen Verkehrs für den Wieder­aufbau Europas, Professor Tr. Gustav Cassel, Stockholm, über: Die freie Weltwirtschaft als Unterlage gesunder WährungsverhSltnisse; fer­ner wird L. Krafsin über: Die wirtschaftliche Politik Sowjetrußlands und deutschrussifche ökonomische Beziehungen sprechen. Der frühere HandolAmiNister der Vereinigten Maaten von Nordamerika, Charles Nagel, St. Louis, hat als Thema gewählt: Amerika und der Wiederaufbau Europas. Ständerat Wettstein, Zürich, wird den Wiederaufbau Europas und die Presse be­handeln, Professor F. Bernis, Madrid, Sekretär des Bankrates, hat sein Thema noch nicht be­kannt gegeben. I. L. Gardine, London, der Herausgeber des Observer, der bereits zugesagt hatte, ist plötzlich erkrankt, fo daß sein Kommen zweifelhaft geworden ist. Weitere Einladungc« sind noch ergangen an Professor Alejandro Bun. ge, Argentinien, au den bekannten englische:! Uuiversitätsprofeffor John Maynard Keynes, der beim .Manchester Guardian Commercial" die auch in deutscher Sprache geschriebenen Son­dernummern über den Wiederaufbau in Europa herausgegeben hat, und an den amerikanischen Bankier Vanderlip, der erst kürzlich in Deutsch­land war. Don den

deutschen Wirtschaftspolitikern werden folgende Fragen behandelt: Frau Mini­sterialrat Dr. G. Bäumer, vom Reichsministerinm des Innern: Me Kultiiraufgaben der Frau beim Wiederaufbau, Geheimer Reg-Rat Prof. Dr. Harms vom Institut für Weltwirtschaft und Seefahrt in Kiel: Die Weltwirtschaft der Gegenwart. P. Draudt, Generalsekretär des Deutschen Roten KreuzeS: Das Rote Kreuz als Welteinheitsfaftor, Dr. Otto Hugo, M. d. 3t. Berlin: Deutschland und Uebersee, Geheimer Rat Prof. Dr. A. Mendelssohn-Bartholdy von der Hamburgischen Universität: Die Notwendig- feit gesamteuropäischer Kcklonialpolikjk, Prof. I. Partsch, Bonn: Friedensvertrag und Wie- beraufbau tm Privatrecht, Reichskunstwart Dr. E. Redlob: Kulturelle Probleme innerhalb der Weltwirtschast. Oberbaubirektor Dr. Fritz Schumacher, Köln: Die Krisis der Großstadt. Ministerpräsident a. D. Megerwald: Die Be­deutung der Weltarbeft für den Welthandel und die Kultur der Völker, Reichsminister a. D.

Kabmettbilöung in Nom.

Wahrscheinlich ein Minifterium Orlando.

(Eigener Drahtbericht.

Rom, 24. Juli.

Orlando wurde tun Sonntag nachmittag vom König empfangen. Ma nimmt an, daß er den Auftrag zur Kabinettbildung annehmen wird. Sollte Orlando Ministerpräsident werden, so wird er wahrscheinlich das Ministerium des Acutzern Sanomi anbietcn. Man glaubt, daß die­ser das Schatzamt vorzichen wird. Denova soll das Justizministerium erhalten. DaS Nutzen- Ministerium soll auch Schanzer, Tittoni und Seialoja angeboteu werden. Der König empfing gestern auch den FaSzistenführer Mussolini, der erklärte, feine Partei werde gegen jede Regie rung kämpfen, die die Auflösung der Faszi- srrnpartci in ihr Programm aufnehine

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Frankreich« Besorgnis.

Paris, 24. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Der .Peiit Parisien" befaßt sich eingehend mit der ita- lieuikcken Krise und deren Äu-wirftmaen aus die Entente und besonders aus die ftan-ösisch- itasienifchen Beziehungen. Tas Blatt führt aus, daß man hertte Anlaß nehmen müsse, auf die zu­künftigen französisch - italienischen Beziehungen mit Besorgnis zu blicken. Trotz der immer wft- derholt-m Versickerungen der französifch-ttalieni- scken Freundschaft haben die volitischen Ereig­nisse der letzten Zeit eine Entfremdung -wischen den beiden Ländern gezeigt. Tie Hoft itn.i des italienischen Außenministers Schauzcr bei den jüngsten Verhandlungen in London HA-- wn t sonders dazu beigetraaen. Italien gegen die Anfchamlngen Frankreichs Stellung nehmen zu lassen. Diese ablehnende .Haltung Ita­liens dauere noch unverändert fort.

Rud. Wissest: Weltwirtschaft und internationale Arbeiterbewegung. Was im übrigen den Gä­sten der Hamburger Uebersee-Woche geboten werden soll, ist so reichhaltig und so vielseitig, daß man beim Ueberfliegen des vorläufigen Programms, soweit es bis heut« ftststeht, mit Recht sagen kann, daß hier eine wahrhaft impo­nierende Schau des wirtschaftlichen und kultu- resten Deutschlands gezeigt wird wrchl ge­eignet, dem Ausland stärkste Eindrücke zu ma­chen und die Fäden, die eS mit Deutschland ver­binden, auf den verschiedensten Gebieten fester und inniger zu knüpfen.

Eine Reihe von Ausstellungen

wird die neuesten Errungenschaften in techni­scher, medizinischer, künstlerischer und gewerb­licher Hinsicht zeigen. In der Kunsthalle wird eine Ausstellung fiir Städtebau und Sied- l u n g s w e s e n zu sehen fein, und in der Kunstgewerbeschule wird sich das Kunstge - werbe Deutschlands zu einer Exportausstel- Imifl zusammensinden. Das Institut fiir Schiffs- und Tropenkrankheiten und die For- schungsinsktute des Allgemeinen Krankenhauses Eppendorf, das Institut für angewandte Bo- lanif werden wissenschaftliche Ausstellungen ver­anstalten. Denselben Zwecken dient eine Aus- st-ll'Mg zur Bekämpfung der Tuberku­lose und eine solche der Allgemeinen Ortskran­kenkasse Hamburg. Ferner finden wir ein besonders begrüßenswerter Gedanke eine Nussielluna der Hamburger Buchexporteure, die das nuRftche und das schöne Buck dem Aus­land anbietcn wird, eine Ausstellung der Hilfsmittel für Kriegs- und Zivil- beschädigte des Bundes für weltwirtschaft­liches Veterinärw-sen, deS Vereins deutscher Ingenieure, des Arbeitsamtes Hamburg, des Allgemeinen Deutschen GewerkschastsbundeS. .Eine Lehrmittelausstellung, veranstaltet von der