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Kasseler Abendzeitung ES Hessische Abendzeitung
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Nummer 154.Fernsprecher 951 und 952 Mittwoch, 5. Juli 1922. Fernsprecher 951 und 952 12. Jahrgang.
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IiuanWt und Drohung mit Sanktionen.
Drohung von außen.
Die französische ZerstörnngSpolitkk.
In ungewöhnlich scharfer Weise bat Poinearü Frankreichs Taktik in der Wiederherstellungsfra- ge noch einmal unteiftridjen. Die Drobrede zeigt, daß die Erfiillungspolitik es leider nicht fertig gebracht hat, Brücken zu schlagen, um zu einer für beide Teile erträglichen Verständigung zu gelangen. Der Reichskanzler Dr. Wirth bat in seiner Note vorn 17. Dezember 1921. die an den Wiederherstellungsausschuß gerichtet war. die Zahlungsunfähigkeit Deutschlands erklärt. In Cannes unterstrich Rathenau diese Erklärung, indem er aussiihrte, daß Deutschland die auf Grund des Londoner Abkommens fälligen Raten nicht mehr leisten könne. Was dann der Wiederherstellungsausschuß an Erleichterungen gewährte, hat nicht verhindert, daß die Mark sich international weiter entwerte t~e. Gestern kostete der Dollar an der Berliner Börse 420 Mark, ein Stand, der die Gefahr scharf andeutet, in der sich die deutsche Wirtschaft u. die Wiederherstellungsfrage befinden. Frankreich denkt nicht daran, irgendwelche Erleichterungen zu gewähren. Im Gegenteil, Poicare klopft harr und unnachgiebig auf den Versailler Vertrag, den er ein französisches Gesetz nennt, das Frankreich allein abzuändern nicht in der Lage sei. Poincar^ nutzt auch die innerpolitisch« Krise aus, die sich in Deutschland nach der Ermordung Rathenaus entwickel: hat.
PoincarS hat noch mehr getan, nämlich versucht, die sozialen und wirtschaftlichen Gegensätze in Deutschland zu verschärfen. Er hat mit dem Finger auf den „ungeheuren Bereiche- rnngsprozeß" der deutschen Industrie gezeigt. Während die Industrie sich bereichere, im Ausland Devisen aufhäufe, verarme das Volk und der Mittelstand. Nun hat aber auf dem internationalen Gewerkschaftskongreß in Rom der Vorsitzende des Verbandes der deutschen freien Gewerkschaften, Leipart, darauf hingewiesen, daß der Verarmungsprozeß in Deutschland ein allgemeiner sei, daß insbesondere nicht von Riesenge Win neu der Industrie die Rede sein könne. Wie liegen die Dinge? Unter den Schleiern der Geldentwertung „verdien- die Industrie zwar Paipermarkmillionen, die aber in Gold- mark umgerechnet von Monat zu Monat wachsende Verlust« ergeben. Der gesamte deutsche Kohlenbergbau zehrt seit Jahr und Tag vom Kapital, was in absehbarer Zeit zu seinem völligen Zusammenbruch führen mutz. Er zahlt, wie andere Industriezweige, zwar Papieraewin- ne aus, allein das geschieht, um neue? Kapital zu Betriebsgwecken hereinzubekommen. Dafür unterbleibt auf der anderen Seite die Erweiterung der Werksanlagen, die Abteufung neuer Schächte, sodaß sich allein schon daraus ein unaufhaltsamer Schwund der wirtschaftlichen Energien ergibt. Poincarös Tak.tak zielt darauf ab, die deutsche Industrie, die unsere Hoffnung und unsere Stärke ist, von innen heraus zu zermürben.
Wenn die Industrie ihre Devisen für Wie- berherflellungszwecke ausliefern mutz, so vermag sie neue Rohstoffe nickst mehr zu beschaffen. Das will gerade PoincarS, da diese Wschnürung auch die deutsche Wirtschaft abdrosselt, sie unfähig macht, weiter zu arbeiten. Alsdann hat die französische Politik den Weg frei. Da Deutschland nicht zahlen kann, so hat Frankreich das Reckt, Strafmaßnahmen zu verhängen, das heißt, dauernd am Rhein und an der Ruhr zu bleiben. Poincarös Senatsrede war die Antwort auf Sie deutschen Erfüllung?- und Verständiqungsversuche. Je mehr wir uns innerpolitisch selbst zerfleischen^ desto mehr fördern wir damit die imperialifiiscken Pläne Frankreichs. Was wir heute brauchen ist ein Z u s a m m e n w a ch s e n des deutschen Volkes in eine Schicksals- und Arbeitsgemeinschaft. Der Feind steht noch immer draußen, wartet auf die Stunde, in der die Reichseinbeit zerfällt, nm am Rhein und an der Ruhr die blau-weiß-rote Trikolore zu hissen. Poincars spricht fa deutlich aus, daß Deutschland sich nicht wieder emiporarbeiten dürfe, daß es den Bau seiner Handelsflotte einzustellen habe, ohne die wir auf die Auslandsmärkte verzichten müßten.
Während Poincarö neue Gewaltmaßnahmen androht, hat der französische Minister für die öscntl. Arbeiten, Le Troquer, einen neuen Sach- lieserungSplan entworfen, der das Wiesbadener Abkommen einfach auf die Seite schiebt. Deutschland soll nach diesem Plan etwa zehntausend Arbeiter für Frankreich zur Verfügung stellen, deren Aufgabe bezeichnet wird, große Kraftwerke und Tunnelbauten zu verrichten. Allerdings nicht im besetzten Gebiet, sondern nur da, wo es die Wirtschaft Frankreichs für notwendig erachtet. Auch der sogenannte Aer- melkanal gehör« zu den Bauwerken, den wir tm Sklavenjoch für Frankreich auszuführen haben. Rund zehn Jahre soll dieser Frondienst dauern, wobei Deutschland die UnterhaltÄosten
ft« Markwährung zu zahlen hat. Mit den Sach- liefernngen aus die Frankreich im Rahmen dieses Planes nicht verzichtet, würde das für Deutschland heute schon eine Jahreslast von sechzig bis siebzig Milliarden Mark bedeuten. Dazu kommen die Sachliefeningen und Barleistungen für die übrigen Verbandsländer, sowie die Besetzungskosten, was zusammen mehr als zweihundert Milliarden Papiermark ausmachen würde. Jedoch ist die französische Industrie mit diesem Plan Le Troquer ebensowenig einverstanden wie früher mit dem Wiesbadener Abkommen. Sie will die Zerschlagung des deutschen Wettbewerbes, will nur Barzahlungen, darüber hinaus das Ruhrgebiet und die rheinischen Industrieanlagen f Das deutsche Volk hat alle Ursache, den inneren Zwist, die Partei- kämpse aufzugeben! M.
Deusschlonös FmcmZMt. Kein Hilferuf an die Alliierte«.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 4. Juli.
Eine Berliner unterrichtete Stelle sagt zu der Meldung des Pariser „Journals", nach der die Reichsrcgierung angeblich die Absicht habe, wegen der Finanzlage Deutschlands einen neuen Hilferuf an die Alliierten zu richten, folgendes: Bekanntlich hat die Garantiekommis- ston in Berlin lediglich die Aufgabe, sich über die Finanzlage Deutschlands an Hand der Unterlagen der zuständigen Ressorts zu informieren. Amtliche Sitzungen finden nicht statt. In den nichtamtlichen Sitzungen wurden der Kommission keinerlei Zweifel darüber gelassen, daß bei der Fortdauer der Markentwertung die Reparations-Zahlungen gefährdet würden, fedoch hat niemals die Absicht bestanden, durch die Komnttssion sich an die alliierten Regierungen nm Hilfe zu wenden oder ihr die Unterlagen für einen solchen Schritt zu unterbreiten.
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Die LwangSSroyungen.
London, 4. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Im Unterhause erflärte Lloyd George, Poin- car 6 selbst habe am 19. Juni zu ihm den Wunsch geäußert, daß, wenn es notwendig sei, neue Sanktionen gegen Deutschland yt ergreifen, diese dann von Frankreich und England gemeinsam ergriffen würden.
Weitere Verhaftungen.
Die Verfolgung der Rathenan-Mordsache.
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 4. Juli.
In der Rathenau-Mordsache find auch gestern die Verhaftungen fortgesetzt worden. In Berlin sind gestern sieben, in Königsberg drei, in Breslau vier und in Leipzig zwei Verhaftungen vorgcnommcn worden. Wie den Verhafteten bereits mitgeteilt wurde, werden sie nicht durch die ordentlichen Gerichte, sondern durch den aus Grund der Ebert'schen Verfügung gebildeten Ausnahmegerichtshof abge- ttrteilt werden. — Aus Hamburg wird berichtet: Die Polizei hat eine weitere Anzahl von Hamburgischen Angehörigen der Organisation C festgenommen und dem Untersuchungsrichter zugesuhtt. Die Ermittelungen dauern fort. Um die Ergebnisse nicht zu gefährden, können weitere Mitteilungen bis jetzt nicht veröffentlicht werden.
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Die Leitungen fehlen.
Berlin, 4. Juli. (Privattelegramm.) DaS Fehlen der gesamten Berliner Zeitungen hat nach Mitteilung aus dem Polizeipräsidium die eingeleitete Verhaftung der zwei übrigen Rathc- nau-Mörder scheitern lassen.
Die oberschleflscherr LLnnrhen.
Kein französischer Soldat getötet.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 4. Juli.
Das französische Kriegsminifirrium ist von den Angehörigen der ftanzösischen Soldaten in Oberschlcsten mit Anfragen über die Richtigkeit bet deutschen Meldungen, daß bei den letzten Unruhen in Gleiwitz ein Franzose getötet worden sei, bestürmt worden. Es wird crflärt, daß bei den schweren Kämpfen am L Juli kein Franzose unter den Toten in Gleiwitz gewesen ist und die Nachrichten auf einem Miß- Verständnis beruhen müßten. Nach einem Bericht handelt es sich um einen deutschen Offizier, nSd) einem anderen um einen Offiziershurschen, jedenfalls aber um teilten Soldaten der französischen Armee. „
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Schießerei an der Grenze.
Breslau, 4. Juli. (Privattelegramm.) Im gauzcn Grenzgebiet wurde in der letzten Nacht
heftig geschossen. Man hörte das ununter, brochene Gcwehrfeuer von der neuen Grenze her in Gleiwitz, Beuchen und Hindenburg. *
Dr. Geßler NeibL im Amt.
Aus dem Reichswehrministerium.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 4. Juli.
Im Lause des gestrigen Nachmittags liefen Gerüchte um, Wonach Reichswehrminister Dr. Geßter auf Drängen der Linksradikalen zurücktreten wolle. Wie von halbamtlicher Seite verlautet, ist daran kein wahres Wort. Minister Dr. Geßler denkt nicht daran, sein Amt nteder- zulegen. Wie wir weiter erfahren, hat sich der Gesundheitszustand des Ministers in den letzten Tagen erheblich gebessett. Er wird in den nächsten Tagen das Bett verlassen sind dann seinem Dienst in vollem Umfange wieder nachgehen können. Auch in den Tagen seiner Krankheit ist ihm regelmäßiger Vortrag gehalten und von ihm alle Entscheidungen getroffen worden.
Die Haager Konferenz.
Äeise guten Aussichten für eine« Erfolg.
(Eigener Drahtbericht.) 1
Haag, 4. Juli.
Der „TempS" schreibt, daß die Konferenz im Haag keinen Erfolg haben werden. Die Regierungen würden ober einen Vertrag auf den Tisch legen, der bezwecken soll, daß Rußland in seinem Interesse Konzessionen in der russischen Industrie und Landwirtschaft macht. Es ist noch nicht bekannt, wie Littvinoft darüber dentt. Aber in nichtrussischen Kreisen hn Haag ist der Gedanke nicht schlecht aufgenommen worden. Das Watt schreibt weiter: Bevor das französische Parlament in Urlaub geht, müßten die Kosten für die französische Delegation bewilligt werden, damit sie im Haag bleiben kamt, sonst würde sie wegen Geldmangel gezwungen werden, wieder abzureisen. Frankreich müsse daran denken, daß Deutschland sich allmäh. lich wichtige Vorteile in der russischen Heeresverwaltung sowohl, alS auch in der russischen Industrie zu sichern verstanden habe.
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Ausschuß-Sitzungen.
Haag, 4. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Die Sonderkommission für Privateigentum hatte gestern nachmittag drei Uhr eine Sitzung ohne die Russen, worin die Arbeiten für eine Sitzung, die heute vormittag mit der rufsifchcn Delegation stattfindet, festgefetzt worden sind. Bestimmte Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Gestern nachmittag ist die türkische Kommission mit der russischen Delegation zusammen gekommen. Heute abend findet eine Pressekonferenz statt, die von der nisfischen Delegation veranstaltet wird.
Ein Lleberfall aus Harden.
Maximilian Harden verletzt.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 4. Juli.
Der bekannte Herausgeber der „Zukunft", Harden, ist gestern abend in seiner Billa im Grünewald von zwei Personen überfallen und mißhandelt worden. Es gelang dem Heber- fallenen, in sein HauS zu flüchten. Die Tochter Hardens setzte sich sofort mit der Polizei in Verbindung. Einer der mutmaßlichen Täter, ein blonder großer Mensch von ungefähr zwanzig Jahren ist bereits fest genommen worden. Es ist ein gewisser Weichardt, der ein Mitgliedsbuch des Verbandes nationalgesinnter Soldaten in der Tasche hatte. Der Uebersall wurde int Hausflur der Hardenschen Billa verübt, als Har. den von einem Spaziergang heimkehrte. Die Sei- fcipmg HardenS ist nicht lebensgefährlich. Er hat fünf nicht unerhebliche Kopfwunden erlitten, die von Schlägen herrühren.
• Geständnis des Täters.
Berlin, 4. Juli. (Privattelegramm.) Der unge Mmm, der Maximilian Harden mißhan- xlte, namens Weichardt, wurde noch in der Nacht im Polizeipräsidium einer eingehenden Vernehmung unterzogen. Weichardt legte ein Geständnis ab, nach dem er Maximilian Harden als einen der größten Schädlinge Deutschlands züchtigen wollte. Sein Tod und eine schwere Serletzuno (et nickt beabsichtigt gewesen.
„<5aifon-2Iuöbeifauf"
Räirmungsfitzung der Stadtverordneten.
Die Kasseler Stadtverordnete»-Verkam« lang ift gestern in di« di» znm 14- Am guft dauernden Sommerferien gegangen.
Die Geschäftswelt verkündet jetzt ihre großen Saison-Ausverkäufe. Sie sollen Räu--. mung der Lager bringen, um neuen Waren Platz zu bereiten. Das Stadtparlament machte gestern ebenfalls große Räumung. So mancher Dienststcllenhüter wurde abgeschoben, manche Rechnung erledigt, mancher Formsache Genüge geleistet.
Zunächst galt es Abschied zu nehmen von einem alb- und getreu gedienten Rayon-Chef. Stadtoberbaurat, Geheimer Regiernngs- und Baurat Dr. ing. h. c. Paul Höpfner, der vom 1. Februar 1897 an der Leiter Leiter des Stadtbauamtes war, ist in den Ruhestand getreten. Auch solcher Abschied kann tiefere Ur« fachen haben. Es soll hente nicht näher darauf eingegangen werden. Der Vorsteher der Stadt- Verordnetenversammlung, Grzesinski, widmete dem von der Stätte fimsundzwanzigjähri- gen Wirkens geschiedenen Löwen Dankeswort«. Er hob hervor, daß Geheimrat Dr. Höpfner für die Stadt außerordentlich viel Wertvolles geschaffen, Bauten errichtet und gefördert hat, die in ihrer Bedeutung weit in spätere Zeiten hineinragen, aber — das konnte der Vorsteher denn doch nicht verschlucken — in der letzten Zelt haben einige Arbeiten Anfechtungen erfahren! Voll und ganz darf unterstrichen werden, waS der Vorsteher hinzufügte: Diese Tatsache sällt für die Gesamtbedeutung des DtadtoberbauratS nicht zu sehr ins Gewicht! Ausdrücklich hob der Präsident hervor, daß Geheimrat Dr. Höpfner alles, was er getan hat, im Dienste der Stadt Kassel leistete, daß er getragen war von dem ernsten Bestreben, für die Stckdi Kassel da» Allerbeste herzugeben! Die nun folgenden Worte des Dankes, gesprochen im Namen der Stadtverordnetenversammlung wie der Bürger« schast, mit dem Wunsche eines ferneren Wohlergehens, erfuhren durch Oberbürgermeister Scheidemann noch eine Unterstreichung. Das Stadtvberhaupt wiederholte, was es dem Stadloberbaurat in der letzten Magtstratssitzung schon an liebenswürdiger Dcmflagung gesprochen hatte und ließ durchblicken, daß der Oberbaurat durch die Lahmlegung der Bautättgkeit in und nach dem Kriege unbefriedigt gewesen sein mutz. Tie Gesamtnote, die der Ehef der Firma Kassel dem ältesten AbtetlungSchef gab, lautete: Zwei» feNoS war er ein sehr fleißiger Mann ...!
Bevor dann an beit Ausverkauf gegangen wurde, war noch der berühmte Posten des Dezernenten für die Abteilung Wohlfahrt zu besetzen. Der große Kampf um Loebers Erbe für und gegen Wittrock wurde endgültig entschieden. Kein Wort verlor man mehr. Sechzig Zettel fielen in die schöne Silberurne. Davon waren 24 unbeschrieben und 36 trugen den Namen Wittrock. Gegen den Willen der Minderheit — Demokratie, Rechte und Zentrum — ist also Stadtrat Wittrock zum wohlbestallten Beamten in den höchsten Regionen der Stadtverwaltung .gewählt" worden. Da? Hornberger Schieben gegen die Mehrheit ist zu Ende!
Dann ging die Räumung endlich loS. Schlag auf Schlag. Daß eS lebendig herging, kann nicht behauptet werden. Aber 23 Tagesord- nungsunkte in einer und noch einer halben Stunde loszuwerden, bedeutet immerhin eine gefchäftlicbe Regsamkeit. Auf dem Forst solle« die ersten 100 Häuser von 1000 vorgesehenen gegossen werden. Stadtrat Professor Saut- ter und Stadtverordneter Voepel traten für die neue Zoll-Bauweise ein. Das wurde notwendig, weil angesichts des Objekts — 30 bt? 40 Millionen — einzelnen Stadtverordneten bange wurde; man sollte erst tm Kleinen experimen« tteren. Voevel empfcchl di« .Güsse" auf dem Graß zur Besichtigung. Dr. von Wild verteidigte ihm gegenüber wieder mal die „alte 'Seit". Auch in ihr fei man fchon davon ab gekommen, enge HinterhSfe anziüegen. Prompt kam der Verweis auf die Hohenzollernstraße urtb di« Dörnbergstraße. Nach einigem Hin und Her wurde einhellig Ja und Amen zu der Vorlage gefügt und ... der Guß kamt beginnen!
Aus der Fülle der weiteren Ausverkcmfsware fei neben einer neuen Erhöhung der Schlacht, bosgebübren mit dem ausdrücklichen Hinwei?, daß Behauptungen, diese Gebühren sollten die Fleischpreise in die Höhe treiben, nicht berechttgt sind, eine lichtvolle Aussprache herausgehoben. Es kann nicht genügend getan werden, um bie Straßen besser zu beleuchten, fo ließ" sich Dr. Günther (So,.) vernehmen, denn eilte gute Beleuchttmg dient dem Schutze der Allgemein- beit! Stadtv. Kreiß (Fr. b. V.) bemängelte die mangelnde Beleuchtung an den Grenzen bet Stadt und berief sich u. a. auf die kürzliche Entschließung der Holländischen Tor-Gem«iude.