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Sie politische Spannung im Reiche

3um Gedenken an Rathenau.

Lod

Ein auf»

Schwere Plünderungen.

Unter Anführung von polnischen Arbeitern.

von etwa drei Millionen Mark in Sicherheit. Vor den Vrrkaufsspeichern der Jlse-Grube sam­melten sich gegen Abend Hunderte an, die mit Gewalt in die Vorratsräume eindrangen und dort Lebensmittel, Wäsche und Schuhe entwen­deten. Die Schutzpolizei, die zunächst machtlos war, holte Verstärkung, worauf einzelne Ver­haftungen vorgcnommen wurden. Auch ein Teil der Waren wurde wieder herbeigcschafst.

(gntfernuna von KLiserbudem. .

Hamburg, 8. Juli. (Privattelegramm.) Eine Folge der Ereignisse der letzten Tage ist es, daß auch im Kaisersaale des Rathauses das Gemälde Wilhelms des Zweiten entfernt wird. Am Sonnabend stand es abgenommen mit dem Ge­sicht gegen die Wand. In der Bürgerschafts­sitzung vom vorigen Mittwoch verlautete näm- lich, eine Anzahl sozialistischer Mitglieder wollte Persönlich das Bild im Saale abnehmen und entfernen. Sie wurden aber durch ihre ruhige­ren Kollegen zvrückgehalten.

Gegen den Bund der Frontsoldaten.

Braunschweig, 3. Juli. (Eigene Draht- meldung.) Bom Staatlichen Presseamt wird mit- gcteilt: Alle Polizeibehörden sind angewiesen worden, alle Versammlungen, Umzüge und Kundgebungen des Bundes der Frontsol­daten (Stahlhelm) zu verbieten, weil die Besorgnis begründet sei, daß damit die repu­blikanischen Einrichtungen des Staates in einer den inneren Frieden des Landes gefährden­den Weise verächtlich gemacht werden.

men! Die Feier beginnt ...

Mit einer Totrnklage hebt sie an. LanidsknecktSlied, das jetzt allenthalben kommt, wird gesungen:

Unser lieben Frauelf

Vom kalten Bronnen.

Bescher unS armen Landsknechten

Eine warme Sonnen ...

Bayern und das Reich.

Entwurf des Ausnahme-Gesetzes.

(Privat-Telegramm.)

München, 3. Juli.

Nach Beendigung der Berliner Besprechungen finb der bayrische Ministerpräsident Graf Ler­chenfeld und der Minister des Innern Schweyrr am Sonnabend nachmittag aus Berlin zurück- gckehrt. Im bayrischen Ministcrrat und in Be­sprechungen mit Vertretern der Koalitionspar- tcien wurde zu den Ergebnissen der Berliner Mi- nisterpräsideuten-Konferenz Stellung genommen. Von den Mitgliedern Bayerns w^rd der G e. setzentwurf zum Schutze der Republik in der vorliegenden Fassung nach wie vor für u n - annehmbar gehalten. Auf Antrag der bayri­schen Regierung sei innerhalb der verfassungs­mäßigen Bestimmungen auf eine Umgestal­tung nach neuen Vorschriften hingewirkt.

(Privat-Telegramm.)

Kottbus, 3. Juli.

Unter der fremden Kontrolle.

Die Arbeitsvertellung an Ausschüsse.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 3. Juli.

Das Garantie-Komitee hat nunmehr vier Ausschüsse gebildet. Der erste Ausschuß beschäftigt sich mit den Reichseinnahmen. In ihm find als Vorsitzender ein Engländer, nach ihm ein Franzose und ein Amerikaner. Der zweite Ausschuß hat die Kontrolle über die Reichsausgaben. In ihm hat Belgien den Vorsitz. Der dritte Ausschuß ist derjenige, der die Kapitalflucht aus Deutschland und die Ueberführung des bereits geflüchteten Kapitals behandelt. In ihm führt den Vorsitz der Präsi­dent des Garantie-Komitees, der Franzose Monclair. Im vierten Ausschuß, der sich mit statistischen Arbeiten beschäftigt, führt wie­derum ein Franzose den Vorsitz. Die Arbeiten dieses vierten Ausschusses sind rein technischer Natur, die sich glatt abwickeln in unmittxlbarem Zusammenwirken mit den Beamten des^'statrsti- schen Reichsamtes. In den übrigen drei AuS- schüssen sind in den vergangenen Tagen eben« älls grundsätzliche Besprechungen erfolgt. Bis jetzt haben sich die Verhandlungen noch auf rechtlicher Basis abgewickelt.

nutzen. Inzwischen haben die Verhandlungen in dieser Frage einen etwas günstigeren Verlau: genommen, sodaß man für den gegenwärtigen Augenblick immerhin von einer gewissen Ent- jlpannung sprechen darf.

Am Sonnabend wurden toiebei Plünderun­gen in Senftenberg und auf der Jlse- Grube vorgenommen, die größeren Umfang hatten als es anfangs schien. Die Plünderungen sind von den auf der Jlse-Grube beschäftigten Arbeitern ausgegangen, und zwar haben haupt- säMich polnische Arbeiter die Veranlassung zu den Borsällen gegeben. Darüber werden fol­gend e Einzelheiten berichtet: Am Sonnabend drangen in den ersten Nachmittagsstunden kleine Trupps von zehn bis fünfzehn Personen in L e - bensmittel- und Konfektions-Ge­schäfte ein und zwangen die Besitzer zur Herausgabe ihrer Vorräte ohne Bezahlung. In einzelnen Fällen, wie in einem Kleidergeschäst, bezahlten die Eindringlinge nur den vierten Teil des verlangten Preises und zogen dann mit An­zügen und großen Ballen Stoffen davon. Ebenso erging es Inhabern von Lebensmittelgeschäften, dix zunächst flüchteten, als die Menge eine drohende Haltung onnahm. Gegen sechs Uhr nachmittags ft'hr vor das Warenhaus in Senf­tenberg ein Lastauto vor, dem sechs Mann ent­stiegen. Mit vorgehaltenen Waffen drangen die Unbekannten in dos Geschäft ein und packten Kleider, Wäsche und Tuchballen, was ihnen in die Hände fiel. Sie brachten ibre Beute im Werte

Ausnahme-Gesetz.

Zum Schutz der Republik.

Nachdem das Getreidemnlage-Gesetz auch in dritter Lesung im Reichstag am Sonnabend an­genommen worden ist, hat die bis dahin ge- sährliche Spannung schon etwas nachgelassen Jedenfalls ist damit ein wesentlicher Grund, den die Linksparteien zur etwaigen Auflösung des Reichstages benutzen wollten, hinfällig gewor­den. Jetzt verstärken sie ihre Agitation auf das Gesetz zum Schutz der Republik, für das sie am Dienstag mit scharfen Forderungen demonstrieren. Anstelle der Ausnahme-Verord­nung des Reichspräsidenten soll nun ein bestimm­tes Gesetz treten. Ein Entwurf lag ja schon seit längerem vor. Die Gestaltung, die aber dieses neue Gesetz erhalten soll, geht In wesentlichen Punkten weit über den Entwurf hinaus. Mit diesem Gesetz soll gleichzeitig ein Amnesti e- Gesetz aber auch ein Gesetz über die Pflichten der Reichs beamten verbunden werden. Man will vor allem Vorsorge dagegen treffen, daß die Maßnahmen der Reichsregierung durch republikfeindliche Persönlichkeiten in der Beam­tenschaft umgangen werden. Die ganze Situa­tion wird dadurch ungemein erschwert, daß seitens der Sozialdemokraten in Gemeinschaft mit dem Allgemeinen Deutschen Gewerbschasis- bund und dem Allgemeinen freien Angestellten- Bund überaus weitgehende Forderungen an die Reichsregierung und hjfn Reichstag erhoben wor­den sind, dir in dem neuen Gesetz zur Verwirk­lichung kommen sollen.

Nun hat auch die Demokratische Partei For­derungen ausgestellt, die von starkem Einfluß auf den Charakter des neuen Gesetzes werden dürs­ten. Als wichtigstes ist zu erwähnen, daß in dieser demokratischen Kundgebung gefordert wird, daß das Personalreferat in allen Ressorts „ausnahmslos in die Hände hervor­ragender sachkundiger und aufrichtiger Republi­kaner gehöre", daß das Beamtendisziplinarrecht so zu ordnen sei, „daß offene und geheime Geg­ner der Republik schnellstens darüber belehrt werden, daß man nicht Diener seines Staates sein und ihn gleichzeitig unterwühlen dürfe" unb „nicht einzelne durch politische Leidenschaften verblendete Richter das Ansehen der Justiz ge­fährden" Die Unabhängigkeit und Unabsetz­barkeit der Richter wird aber nicht angetaftet. Verfehlungen gegen die Verfassung, gegen leitende republikanische Persönlichkeiten und gegen das Ansehen republikanischer Eiu- richtungen sollen als hochverräterische Unterneh­mungen bestraft und ihre intellektuelle Anstiftung, sowie die Begünstigung der Täter als Mittäter, schäft behandelt werden.

Das Gesetz zum Schutze der Republik wirft Fragen von ungeheurer Schwere auf. Es ist ganz zweifellos ein verfassungsänderndes Gesetz im ganzen, aber auch eine ganze Reihe der ein­zelnen Besttummngen haben verfassungsändern­den Charakter. Infolgedessen müßte für ein solches Gesetz eine Zweidrittelmehrheit im Reichstag sich zusammenfinden. Wie das unter den obwaltenden Umständen zu machen wäre» ist im gegenwärtigen Augenblich noch gänzlich mr­klar. Die Sozialdemokraten haben offenbar die Absicht, durch eine Verschärfung ihrer Forderun­gen das republikanische Schutzgesetz den bürger­lichen Parteien unannehmbar zu machen. Di« Nichterlangung einer Zweidrittelmehrheit im letzten Falle würde von den Sozialdemokraten zum Anlaß genommen werden, die Koalition zu sprengen, mrs der Regierung auszutreten und «ne Auflösung des Reichstages zu erzwingen. Es verdient noch bemerft zu werden, daß die BetriebSnätezcntrale in Berlin die drei sozialisti­schen Parteien und den Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund wie dem Afa-Bund in einer besonderen Kundgebung, die ebenstüls eine Reihe weitgehender Forderungen enthält, verpflichtet hat, bei einem etwaigen Versagen der gegenwär­tigen Regierung, gemeinschaftlich eine Arbei - terregierung zu bilden und die hieraus resultierenden Wahlen gemeinsam zu führen.

_ Hier liegt auch der Puntt, an dem die gegen­wärtig noch schwebenden Verhandlungen zwi­schen Sozialdemokratie und Unabhängigen ein» setzen. Nicht um eine Verschmelzung der beiden Parteien, wohl aber darum handelt es sich, für beide eine gemeinschaftliche Arbeits-Basis und eine gemeinsame Marschrute für kommende Wah­len zu finden. MeS das zeigt uns die krisen­hafte Zuspitzung her Lage. Taktisch liegen die Dinge aber doch so, daß, nachdem die Getreide- irmlage durch ein Kompromiß erledigt worden ist, die stärkere Position wieder auf Seiten der bürgerlichen Parteien steht. Bei dieser gemein­schaftlichen Erledigung der Getreideumlage kön­nen die Sozialdemokraten und die links von ihr stehenden sozialistiscben Parteien nicht mber dar­aus rechnen, mit größter Wucht das Gesetz zum Sckmtze der Republik mit den angedeuteieu schar­fen Forderungen zu beschweren und gar dieses Gesetz als Anlaß für eine Reichstagsauflösung und Propagandasache für die Wahlen zu be-

Der Ludwigstein.

Weihe des Ehrenmals der gefallenen Jugend.

»er SubtoigRein im Werratal wurde gestern mit einer schönen Feier feiner Bestimmung als Iugendburg und Ehrenmal der im Kriege ge­fallenen deutschen Jugend übergeben. Unser dorthin entsandtes «christleitangSmitglied gibt davon nachstehende, interessante Schilderung r Auf dem Marfte von Witzenhausen ist's. Sonntag früh. Wider Erwarten das herr­lichste Wetter. Lustig wehen Wimpel und Fähn- lein bet Wandervögel und Jugendgruppen aller Art. Viele hundert sind's, die hier angetreten. Eben hat sie der Zug von Kassel gebracht, ©ei­gen, Lauten und Mandolinen stimmen. Dann Gesang. Und in flottem Marsch geht's los. Pa­role: Ludwigsteinl

Dahin unter Kirschbäumen. Man will und die lachenden Früchte teurer verkaufen als auf dem Markte in Kassel! Bei Wendershausen öffnet sich das bekannte Bild: Die beiden „Kon­kurrenten" ... der hohe Haustein und die Burg der Wandervögel, der Ludwigstein! Eine Land­schaft, die selten schön und reizvoll! Wir vom Hessischen Gebirgsverein, Justizrat Wenning unb seine Gattin, Stadtschulrat Bobritz und ich, holen unsere Jugenbgruppe ein. Sie hatte in der Nacht in Trubenhausen in bet Scheuer gelegen. An lagernben Gruppen, un­ter blühenden Sinken vorüber pusten wir dem Burgberg empor. Am Burgtor ein malerisches Durcheinander. Wandervögel, Romantiker in Aufmachung unb Ar?... ein fast mittelalterli­ches Bild! Die normale Großstadtkleidung der Vertreter ber Behörden, die sich bereits einge­funden .sticht förmlich ab. Auch der Werratal- Berein ist vertreten. Weiter wirb der große Jugendfreund, Turninspektor Buchenau, be« grüßt. Dann gibfs großen Einzug durchs altt Burgtor!

Der Burghof sieht, trotz vieler Erneuerungen, noch immer so aus, wie ich ihn wiederholt be­schrieben. Heute sind allerdings grüne Kränze als Schmuck angebracht. Maienftänze, bunt mit Bändern geziert, hängen allüberall. Und Blm men ringsum. In allen Fenstern unb Nischen, auf allen Podesten. Die hohen Treppen zum Turm unb Seitenflügel bevölkern, Kopf an Kopf, Jungmädels unb Jungens. Aus bett Fenstern blicken junge Gesichter. Die Mädchen haben Kränzlein ins Haar geflochten. Nackte und beschuhte Beine baumeln von den Galerien. Ein romantisches Bild in romantischem Rah-

Gegen die Arveltervewaffnung.

München, 3. Juli. (Privatielegramm.) Die Polizeidirektion wendet sich in einer Erklä­rung dagegen, daß die vereinigten sozialistischen Parteien den Versuch der Einrichtung eines eige­nen bewaffneten Polizridirnstes «eben dem staatlichen Polizeidienst und den Versuch der Bereitstellung bewaffneter Haufen zu Kampfzwecke« gemacht haben. Es sei eine schwere Bedrohung bet öffentlichen Ordnung, eine Verneinung der Staatsgewalt und dir An­bahnung von Klaffenkämpfen schwerster Art. Die Polizeidirettio« wird daher der Aufstellung eines solchen PolizeidienpeS bezw. der Aufstellung einer zu Straßenkämpfen bestimmten Kamps­truppe mit Men gesetzlichen Mitteln begegnen.

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Am ersten Sonntag int Heumond, zwischen den Sonnwendfeiern, den leuchfeden Auswärts- fvmbolen unb der Ferien- und Erntezeit, doch in diesen Tagen vaterländischer Trauer und dü­sterer Zukunft, so sagt er, übergebe ich Burg Lübwigfietn als ein Ges^enk des preu­ßischen Staates zmn freien Eigentum der wandernden Jugend. Sie foll fortan eine I u- gendburg fein, ein Hauptstützpunkt her heut- scheu Jugendbewegung, eine Stätte des Ge­dächtnisses der 'M Kriege gefallenen Weggenos. fen ber Jugend! Freudige Heil-Rufe löst die Mitteilung des Regierungspräsidenten aus, daß ber preußische Staat, um sich auch zu beteiligen an beit Kosten bes Ausbaus unb ber Einrichtung der Burg, als Zeichen fein-S Vertrauens ein zinsfreies Darlehen von 20000P Mark bereitgestellt hat!

In schöner Rede feiert er das Wanbern, das SSeim dltebe und darüber hinaus echte Vater- kändsliebe weckt, warnt vor Raffensanatikern und fonstigen Hetzern, bekennt sich zur Idee ber Mensttzbeitsliebe, ab?r nicht zu verflachendem Internationalismus, der nicht haben will, daß wir an dem schönen Deutschland hängen, von dem Hossmaml von Fallersleben sang, daß ttnS Deutschland übet all-s i» bet S8#Ä »H D«

Volitische Kundgebungen.

Auflösung des Hochschulriuges.

; (Privat-Telegramm.)

! r Jena, 3. Juli.

Ter Hochsckmlrivg deutscher Art zu Jena wollte einen Vortrag des Vorsitzenden des beut- < schrn Hochschulringes, Wilhelm Ztetz-Berlin, ' veranstalten, ber sich mit dem augenblicklichen «studentischen Vetsaffungskampf um die Einigung ber deutschen Studentenschaft befassen sollte. Am gleichen Morgen verbot ber Gemeinberat ' Jena auf amtlichen Bescheid des Thüringer Ministeriums de« Innern in Weimar den Vortrag unter Umgehung von Rektor ■ und Senat ber Universität Jena. Ebenfalls wurde von derselben Stelle die sosortige Aus­lösung des Hochschulringes deutscher Art ver­fügt. Dieser ist ein Hochschulring, der ein „Zu­sammenschluß der gesamten nationalen Studen­tenschaft zur Pflege der vaterländischen und so­zialen Gesinnung" ist. Der Vorsitzende des deutschen Hochschultinges hat im Reichsministe- rium des Innern Protest gegen das Vorge­hen der ThürtnMr Regierung erhoben.

Berlin, 3. Juli. (PrivattelegraMM.) Zum Gedenken an den ermordeten Minister Rathenau hat der Magistrat der Stadt Altona beschlos. fen. den in einer im Ausbau befindlichen Sied- luugssttatze einzurichtenden Park als Rathe- na«park zu benenne«. — In Meuselwitz haben die städtischen Körperschaften beschlossen, fiinftig den Neumarkt als Ratheuauplatz, die Bismarckftraße als Bebelftratze und eine an­dere Straße als Liebknechtstraße zu bezeichne«.

Und bann bas alte Lied: „Kein schönrer ist auf bei Welt, als wer vorm Feind erschla­gen ...!" Hoch überm Hofe, unterat stahlblauen Himmel, kreisen Wotans Raben. Totenfeier!

Ein Wandervogel tritt auf eine improvisierte Tribüne Umgeben von den Wimpeln und Fähnlein gibt er einen Vorspruch. Die Wander­vögel, so beißt es darin, sind echte Sprossen ber alten Recken. Sie streiten für besseres, freies Menschentum. Wieher beleben Ritter, Ebel­frauen unjd Knappen hie alte Burg, die zu neu« e m Rubm ersteht. Wer hierher kommt von hei- tz,r Fahrt, gleich welcher Partei er ist, hier fin­ket er eine Heimstätte, der Klassen- und Rassen­haß fern liegt. Unb bann löst sich aus ber Gäste Kreis, in dem man u. a. auch Polizeipräsident fSaacf von Kassel steht, Regi erungsprä. sident Springorum. Er hält die Weihe-

Die Verhaftungen.

Wege« TsaLnftigung und Mitwirkung.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 3. Juli.

Die Uebersührung des in Düsseldorf verhaf­teten Ingenieurs Knauer nach Berlin findet in den nächsten Tagen statt. Die bisherigen Nach­forschungen haben ergeben, daß Knauer an ber Ermordung Rathenaus nicht teil genom­men hat, doch besteht der Verdacht, daß er das Attentat begünstigt hat. — Deutschland fünfte, einen Passagier auf dem Dampfet „Präsident Taft", der des Mordes an Rathenau verdächtig sei, zu verhaften. Max Petersen wurde verhaftet unb ist geständig, an dem Plan zur Ermordung Rathenaus mitgewirkt zu haben. Er sei aber angsterfüllt vor Ausübung der Tai geflohen. Ferner wuttx Max Niebuhr verhaftet.

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1922. Fernsprecher 951 und 953 12. Jahrgang.