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t Hessische Abendzeitung

Nummer 152

Fernsprecher 951 und 952

Sonntag, 2. Juli 1922,

Fernsprecher 951 und 952

Fortgang der Mord-Llntersuchung

(Telegraphische Meldung.)

Berlin, 1. Juli.

^uivilarrnne rnemernng sEe es vermeiden, den Ueber Lobnforter,.»a,n s-, *.L X7

wehrten, so wehren sich heute die Deutschnatio-- nalen und die rhnen verwandten Gruppen. Eine demokratische Re-riernna felfte es vermeiden, den

Berlin, 1. Juli. (Privattekegrarmn.) Außer nach anderen deutschen Städten haben die Er- muttlungen der Berliner Polizei auch nach «- e r i n geführt. Dort sind durch Kriminal-

Zum Schutz der Republik.

Zusammensetzung des Staatsgerichtshofes. ' (Privat-Telegramm.)

Jaserttonlpreise: a) «tnhetmtsch« 8tufträne: $fe dnfpotttge Anz-tg-nzetle M. 4.-, Die Mispalttge «ettamejeUe M. 11.-. b) «ulwarttg« Aufträge: Die etnfpalttge An,eigen,-t!e M. *-, die etaspalNg« Reklamezeile M. 11-, alle« einschließlich T-aerrmgL,Uschlag und Anj-tgensteuer. Mr Anzeigen mit besonder- schwierigem Latz hundert Prozent Aufschlag. Für die RichttgkeU aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, foroK für Aufnahme- baten und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlacht- hofftraße 2R/80. Seschäft-stelle: Kölnische Straße 5. Telephon Nummer 951 und 952.

ft t «**» '^?ytu*vv<xuu!iiuien einen i ZriMngsftrrik in Berlin, führten. Wie sich damals die Svsialdemokraten ®<,ter crfct>iencn die Abendblätter nicht.

Tll« a ff y. t t > l Z--v aTo .v. ff jr, mi «

von Botteil man hofft nunmehr dadurch, das! ei« Vertreter des OücrreichsanwaltS in Berlin sich das Material bei den Stellen beschaffen wird, die er für geeignet und notwendig hält, eine ge­wisse Einheitlichkeit zu erziele».

* i.

Weitere Verhaftungen.

12. Jahrgang.

Die Mord-Llnterfuchung

Zusammenfassung der Behörden.

(Privat-Telegramm.)

h,2t1 Felsen der harten Wirklichkeit zersetzen ^ch die wilden Wogen der Bolksleidenschasten

Wiste der Entente, uns Ä vttoöenfetten zu fesseln und mit untragbaren -rasten zu überbürden, steht fest wie ein Fels

Empörung, die Verbitterung, die Wm der Verzweiflung der Unterdrückten noch n?re &?erilWit haben. Der in- nere r,ampf des deutschen Volkes rit e CI d 1 e 6 Tosen, wie die Wogen im Sturme aufbäumen, sich selbst überstürzen und Äll^E"^^chen, mit neuem Anlauf gegen den rennen und ohnmächtig zerschellen. Von!

torrb ießt ivreder die deutsche Po- als eine Folge der Ermordung Rathenau. Der bedeutungs- kl?ae^/p^U'H.der letzten Tage war die Au- . Reichskanzlers gegen die Entente: »Das alliiette Ausland ist schuld £ireaöiSrau-toU^(hnb Ä Ruhe komm? , e Wieoeraufbauarbeit wird unmöglich gemacht und bi5 UüzufttedenhZ

Die Brandung.

Schäumende Wogen der Leidenschafte«.

Die Kasseler Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal unb »war ad endL. Der älbonnementSpreiS beträgt monatlich 87.- Mark bei freier stufte tone tn« Aau$ in der ffieftfiäftäftene abgeftott M. ®arf monatlich. Auswärts bunbbte W bZS.-Vart monatlich etnschl Zustellung. Bestellungen werden jeberteU entgegengenommen. Druckerei

' Lchlachlhosslrabe 28/30, Für mwerlangl eingesandte Beiträge kann ^e Redaktion eine Verantwortung oder Bewähr tn keinem sialle übernehmen. Rückzahlung beä sugsgewe. ober Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.

militärischen Machtmittel v- wiederherstrlle, und fährt dann fort:Ich weiss daß es viele Deutsche gibt, die int Bewußtsein ter augenblicklichen wirtschaftlichen Schwächen & ^nb.e§ eine solche Idee vellachen nf*.u6r5?^l Europa lacht aber darüber nicht, und ich kann nur sagen, daß der ameri. wiÄ^i-^^rber mich nicht darüber lacht. Er diese Frage unbedingt stellen, bevor er das Opfer bringt, sich von seinen Ersparnissen zu trennen und das Risiko eingeht, sie in Europa anzuleMn, das leicht wieder ein Tummelplatz neuer Kimtpfe werden kann. Wenn Europa die ^Essetzinigen f'ür Kapitalsanlagen sicher und aussichtsreich gestaltet, wenn es seine Staats» sinanzen saniert, seine politischen Differenzen

Jn5> ei?l ternünfitge Grundlage für Ka- wto?nIa^n bann wird es viel Kapital vMnAmercka erhalten, so daß sein Bedarf voll gedeckt fein wird. Es genügt aber nicht, daß

<£lnJa,}b Ordnung schafft. Wenn Europa rSn, ?rsinff eines einigen Europas (?) er« haben wird und nach dieser Erkenntnis Han. b^wrrd seine wirtschaftliche Entwicklung

A^bttal gehemmt werden, noch wird es sich über die mangelnde Bereitwil. ligkeit des amerikanischen Geldgebers zur Mit- arbeit am Wiederaufbau beschweren können/ (Angesichts der Unversöhnlichkeit Frankreichs einiges Europa nicht zu denken, "ach lange aus amerika­nische Kapitalshikfe warten »önnen. D. Schriftl)

Dnickereibesttzern abgelehnt worden ist, traten die Maschinenmeister in den Ausstand. Infolgedessen sind gestern abend nur folgende Zeitungen er­schienen:Der Deutsche",Tägliche Rundschau", Berliner Börsenzeitung".Vorwärts",Frei­heit",Deutsche Zeitung" undRote Fahne".

und zwar nicht nur in Deutschland. Die Ge­schichte lehrt, daß in diesem ©treten immer neue Kämpfe ihren Ursprung haften. Für Deutsch­land wäre ein Parteikampf jetzt von größtem Nachteil. Die Parteien der Lin­ken woLlen, falls das Ausnahmegesetz nicht zu­stande käme, die Auflösung des Reichs­tags herbeiMren und es zu Neuwahlen kom­men lassen. Es ist klar, daß dann die Zer­klüftung des Volkes nur verschlimmert würde und vielleicht ein Parlament zustande käme, das nicht ein Ergebnis ruhiger lleberlegung, son­dern der wilden Patteilerdenschasten 'wäre. Aus diesem Grunde möchten wir den Regierungspar­teien wünschen, daß ihre Bemühungen über die­len Gesetzentwurf - sowie über die nnxfc. uner­ledigte Getr-iteumlaqe eine Verständig, «ng M erreichen, sehr schnell zmn Ziele gelan­gen möge! K. F. Dr

M . Gleiwitz, 1. Juli.

Polnische Banden griffen vom Borstg wett aus den Ort Hindenburg an. Der deutsche Selbstschutz in Stärke von einer Kompagnie schlug den Angriff ab. Tie Polen zogen sich mit Berknsten zurück. Die f r a n z ö s i s ch e n Besat­zungstruppen, die durch die Polen über den Stand des deuffchen Selbsffchutzes unterrichtet wurden, umzingelten die Kompagnie, die sich ver­teidigte. ES kam zu einem heftigen Gefecht, in dessen Verlauf es auf beiden Seiten Tote »>nd Verwundete gab. Abends zogen sich die Franzosen in die Kaserne zurück. Vom deutschen Selbstschutz fehlen sechs Mann, darunter der KompaMieführer. Im ganzen find dreizehn Deutscher rschossen worden, darunter eine Frau und zwei Kinder. Die Zahl der Ver­wundeten dürste zwanzig betragen, doch kann sie auch noch größer fein, da verfchiedenr Angefchof- iene sich wohl in ibrep Wobnumren befinden.

Berlin, 1. Juli.

Tet Reichspräsident hat zu Mitgliedern deS -taatSgerichtshofes zum Schutze der Republik ernannt: den Staatspräsidenten beim Reichs«, richt Dr. Hagen als Vorsitzenden, den wütt. temtergischen Gesandten in Berlin Hilden, brand, die Rcichstagsabgeordneten Verbands- Vorsitzender Jäckel in Berlin-Grünair. Sckrift-,

Kasseler 9leuefte Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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h.Äa®( Wenn die Republik geschützt wer­ten wll, so muß das Gesetz eine nach allen

reichende Kraft haben, denn es ist noch! ^.E'o lange her, als noch der Bolschewis- mus Einfluß hafte, da war die Reichsregiernnq H5Ä.rßt iwrum,chaß sie auch von Links ge- fährdet war. Man kann also nie wissen, wie es einmal kommt. Außerdem war Dr. Radbruchs Klärung mrvomchtig, weil früher einmal, zu Bismarcks Zeiten, die Sozialdemokraten einen

Zwelfelhafte Personen.

Der verhaftete Günther als Schwindler.

# (Privat-Telegramm.)

Berlin, 1 Juli.

Die BundeSleitung deS Deuffchen Offiziers­bundes bittet um Aufnahme folgender Feststel­lung: Der in der Mordsache Rathenau ermittelte angebliche Leutnant d. R. Willi Günther ist, wie sich fetzt herausstellt, niemals deuffcher Offizier gewesen. Trotzdem hat er es per- standen, unter der der Wahrheit widersprechen- den Angabe, deuffcher Reserveoffizier gewesen zu sein, sich die Mitgliedschaft in unserem Bunde zu erschleichen. Von Rechtswegen ist er niemals Mitglied gewesen. Außerdem war et schon roe Sen Betrugs und Unterschlagung aus dem Of­fiziersbund ausgeschlossen.

Ein falscher.Leuge".

Amerikanische Hilft?

Danderlip über Europa« Not.

NaGde« bie Pariser Anleihe.Konferenz in» Mat gescheticrr ist unb eine neue Konferenz ftte Oktober in Aussicht genommen ist» erschau« e» bemerkenswert, was ein amerikanischer Finanzmann Über Europa« Gelbnot sagt. All dem Heft 6 desWiederaufbau" be­spricht der telannte amerikanische Finanzmann Frank Banderlip die Möglichkeit einer um­fangreichen Kapitalsanlage Amerikas zur FS» deruug des europäischen Wiederaufbaus. Wir sind tn der Lage, heute schon einiges aus bett sehr beachtlichen Ausführungen dieses hervor- Menten Bankiers Mitteilen zu können. Für Banterlip ist es eine feststehende Tatsache, daß die amerikanische Regierung enffchlos- sell ist, keinem europäischen Staate Weitere - -Ä^ll M geben, und daß daher nur ameri» s?"ÜZ5^drivatkapital für eine finanzielle ^?serstuHung Europas in Frage kommen könne. Hierfür feien dre Voraussetzungen günstig, da augenblicklich auf dem amerikanischen Geldmartt em Ueoerfluß an Kapital vorhanden sei. Vor- ciussetzung für die Begebung von Kapital ins Ausland sei für den amerikanifchen Geldmann dte Sicherheit, die ihm Europa bietet, ferner die Frage, ob sich eine Stabilisierung ter europäi- ften Währungen ermöglichen läßt. Um dieses Ziel zu erreichen, schlägt Vauderlip feinen schon bekannten Plan einer europäischen Gold- reserve-Bank vor. Die Aufforderung, sich 5" der Zeichnung für das Aktienkapital einer rächen Bank zu beteiligen, würde nach feiner Ansicht von den amerikanischen Geldgebern wohl» tte-llend ausgenommen werten. Bcmderlip "EMsehr günstige Gelegenheit für Kapitalsanlage wurde auch die

vorgeschlagene deuffche Anleihe bieten die zu einem Teff die deuffchen Repa­rationszahlungen für eine gewisse Zeit kapitalr- steren und zum anderen den dringendsten deuts scheu Lebensbedürfnissen gerecht werden soll. Ditz allgemeine Ansicht scheint augenblicklich dahin zu mit bte Auslegung einer svlchtzn Anleihe mit Schwierigkeiten verknüpft ist, solange die Reparationszahlungen nicht so d.erabgese'tzt werden, daß der Schuldner durch die hieraus resultierenden Lastm Vers hindett werd, seinen Verpflichtungen zur Abzab» versprochenen Anleihe nachzukeqmmm DieAlliierten haben bereits v i e l e P l ä n e em» ^71^. d,e eine Uebertragung ihrer Schaden» ersatzanspr^e an Deutschland auf den amerika» vNchen Geldgeber zum Ziele haben. Ich bin ff» fcft davon überzeugt, daß der amerikanische Geldgeter sich nie dazu bergeben wird, Gelter die Alliierten gemäß den Bedingungen des ^eesuiller Vertrages einzutreiben." Zum Schluß erörtert Banderlch noch bte Frage, welche Sicher-

M ein wttffchastlich erstarktes Deutschland nicht seine

, - *' 'vwvh 14*4, v11, unjniricufflflcn | 1,

Mbf bereitet." Mt teuflischer 2®ie lkntsendung eines Vertreters des Ober

Eben1,!d?äno^dk?mk,diese schiefe r-'chs°nwaltS nach Berlin in das Reichsmini- arund tot? ^8fam in den Ab-Irrtum tes Innern betentet die vorläufige Zu- Antern zur Seite'stößt Ä ^n?-e"Lfbmmen£^U"8 °crn der Aufflärungdks Rw wo die^ Gefährdrten^äch^de^ HfA 275ÄÄ ^"°rden.Man will deln: Jeder ist sich seihst der Nächste Soldat "^f diese Weise versuchen, dem Wirrwar, ter e^ v'e Entente gewollt! Jetzt steht sie M bos- unteffuchenden Behörden herrscht, ein dulter Zuschauer beiseite und freut sich im Stil- 3 wachen. Das Hauptverdienst für die ^u ihresErfolges. Merkst du das noch nicht, Aufllärung des Mordes ist der Berliner KinMo Dr sind Wieder ein- Polizei zuzufchrciten, stdoch auch aus H'am-

ber Wen tefi 2in^ 0 Winait- 6 r 8 unb anderen Orten sind werwolle Mittei-

SütiiipfiirrMt Lsseue Feindschaft im lungen gekommen. Die Münchener Dotir-i und die Volksttäste^sich^W z^stteen!^ uu°°e-n-""sru,°' *** a8telfe Rathenaus nach Gc-

Eindringlich sei gewarnt vor Unbesonnen- » ^"rnung ergehen lassen, daß ein At- hettenl Diese Woche hat so manetedtebauer I l$,n Bep(nnt fd- Buch bet preußische gebracht, daß an allen Stel- ^Ewiffar hat einige ihm zugegangene besteht. In einem Aufsatz ^!"eflungen zur Weiteren Veranlaffuug an bie der Regierung sei m-t ter Erutttttlung beschäftigten Polizeibehör- Wo war rtn genommen, den weitergegeten. Dieses Durcheinanterarbei-

ist begreiflicherweise für die eine solche Verwirrung mtfteb^ Untersuchung zum Tell keineswegs Arteitsruhe für den Le^g f stgesetzt w?r-I^^°"' Mnb den sollte, daß überall andere Bestimmungen ^ ter r®eto?rfMnf! Anordnungen der Regierung, ter Gewerffchasten und der sozialistischen Var- telen wurden durcheinander telegraphiert Da­nach kam die Unordnung der Straße. Fu vielen Städten lockerte sich bte Disziplin bei ben Kund- »ßAn.nb cS -reisneten sich schlimme Au s-!

bte- großen Personen- und Sachschaden hewornefen. Prompte Arbeit hat d-^egen die Kriminalpolizei im Reiche geleistet, nttttlui telte Einm feLW uK wa?v^wel Sei k 1? fieW Dort sind du, _________

rer Bedeutung ist Re Ä der Sekretär des deuffchen Schutz- «nd

schwöret - Organisation^au^skind^a r^bb"b^,"vm Bezirk Mecklenburg, Bade, machte. Die Mörder zu bestraften in 1« sm» foWle bct in fernem Büro tätige Christian I l f e- Falle nur einTXtf SArtt ^ Sn^ festgenommen

Polizei hat den Tatbestand festaestellt und biJ ^nr^r'sm^s? ?nb Ermann wurden tun Tage fugeudlichen Fanatiker verfallen ber gerichtlichen nnoefit;b Je" 9R^bc,V1' die zu einer Sühne. Aber die Hauvtaftion rirfitA a* angeblichen Probefahrt von Berlin nach Scktzve-

die Organisafton, aus ter die Ärte?6etoor ± ^.befucht. Bei biefem Besuche

gegangen sind, tn ber die Idee wurzelte ^rbem die Mordwaffe über-

Staatsautorität zu untergraben. Mitdftser Ve> ^ranf zur Ermordung des

schwörung hat sich nicht allein das <3erW w S ^^chdem

befassen, sondern auch Regieruna und VnrfL ners teS MordmttoS, bet Freiberger ment, denn bie Festiskeft tes SiaMes Ste in &c* terteftet

durch sie gefährdet (legen sie Ä > to,urben^tern in Osnabrück die

nahme-Verorduimg des Reichspräsidenten in An- ^^b^kant Fritz

Wendung gebracht, und es werden da die r. m ^rmbling, Fabrikdireftor Meyer unb

Schutz ber Republik". Danach *

Vereinigungen ausgelöst und mo- Keine ReichSkriminalpolizel.

Agitaffon in Wort, Schrift und Bild Berlin, 1. Juli. sPrivattelearammf Fn Erboten werten. Die,es Ausnahmegesetz ist, I Berlin und in der Provinz find eine aroße An- aea-n'EP^I'^Äior Radbruch erklärte, nur ^blweittrer Verhaftungen vorgenmnmen ^richtet. Das war eine unkluge worden. Der Kreis ber an ber Berschwöruna te- Aeußeruna. Wenu hi, teiligten Personen erfährt fast ftündlich eine

besonders beschwer­lich wird das Fehlen einer Reichskrimj. nalpolizei empfunden, und alle an der Un­tersuchung tes Mortes beteiligten Stellen wie­derholen immer wieder die Frage wo den« eigentlich das Reichskriminalgesetz bleibe. ,

, Juli. (Privattelegramm) Der

sogenannte Förster aus Potsdam, der in bett erste» Tagen nach der Ermordung Rathenaus eme große Rolle als angeblicher Augen- ke9e gespielt hat. ist als ge^ingefähtticher Schwindler entlarvt «nd verhaftet wor­den. Er ist ein gewisser Stork, ter vor kur­zem aus dem besetzten Gebiet nach Potsdam z«.

put die Rathenausache dazu be- Ä um lAdurch den angeblichen Arbeitsver. dienst auf gleiche Weise Geldmittel durch Reu« gengebühr bei ter Polizei zu beschaffen.

Schießerei in Sbeffchleflen.

Mn polnisch-französtscher Leberfall.

(Eigene Drahtmeldung.)

Noch einmal Arbeitsruhe.

Eine neue Kundgebung am Dienstag.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 1. Juli.

Der Allgemeine Gewerkschaftsbuud, der All­gemeine freie Angestelltenbund und die drei fo. ztalistifchen Parteien erlassen heute einen Auf­ruf au das republikanische Volk, in dem alle ernstgestnnten und entschlossenen Republika- ner im ganzen Reich aufgefordert werden, am Dienstag, den 4. Juli wiederum die Arbeit am Nachmittag ruhe» zu las- fett und in geschlossenen Massen auf Straßen und Plätzen für die bekannten Forderungen zu demonstrieren. Die Arbeits­ruhe soll überall mit dem Schluffe ber Vormit­tagsschicht, spätestens um 1 Uhr, eintreten. Um drei Uhr beginnen aus ben Demonstrationsplät- zrn die Ansprachen. ES werden die Forde­rungen an die Regierung und den Reichstag verlesen und eine Abstimmung ber Demonstranten über diese Forderungen herbeige- führt. Die Stillegung ber Straßenbahn- betriebe ift von 1 bis 5 Uhr, bie ber Ei sen- b ahnen von 3 bis 3% Uhr zu beschränken. Um sechs Uhr abends soll bie Demonstration und dannt auch der Umzug auf den Straßen ihr Ende nehmen. Im Gasthausbetriebe ufw. fall um fechs Uhr die Arbeit wieder aufgenommen werben, in Betrieben mit regelmäßiger Nacht- schicht zur üblichen Zeit. Die örttichen Orga­nisationen haben burch Anfstellung zuverläsfiqer ^"raufte pafür zu schaffen, baß feine schädlichen Storungen in ter Ordnung und des öffentlichen Verkehrs eintreten.