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» Hümme. 30. Juni. (Die weise Fran.) Die- ser Tage waren es vierzig Jahre, seitdem Frau Karoline Grone hi^r das Amt der Hsb- amnte verwaltet. Auch in Schöneberg übt sie seit 21 Jahren ihren Berus aus. Die Frauen von Hümme und Schöneberg veranstalteten daher ihrer bewährten Helferin und Beraterin eine hübsche Feier. Etwa hundertvierziq Frauen anK beiden Gemeinden versammelten sich. Pfarrer Huibach brachte die Danfbarkeit der Frauen,
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** Frankfurter Börse. Infolge der politischen Verwirrung war die Geschäftslage gestern sehr unruhig. Die Devisen stiegen, die Aktien sanken. Vierprozentige Reichsanleihe 105, Dresdner Bank 306. Deutsche Bank 495; Reichsbank dagegen erüfoöbte sich um vier Prozent auf 218. Sonst wärest später höher Westeregeln 15, Sck>etdc-
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ler Blaudruckfabrik ennAelt. Es dürfte Selbstmord vorliegen. Die letzte Nachricht, die seine Angehörigen erhielten, datierte etwa acht Tage nach Pfingsten und war in Mtzenhausen aufgegeben. Er schrieb da u. a., daß dieses die letzte Nachricht sei, die sie von ihm erhielten.
* Willingen, 30, Juni. lAufgeschobene Stiftungsfeier.) Die für Sonntag vorgesehene Feier der fünfzigjährigen Bestehens des hiesigen flrie« gervereins. mit der der diesjährige Verbands- iag des waldeckischen LandeskriegerverbandeS verbunden fern soll, ist infolge der Perordnung des Reichspräsidenten bis auf weiteres verscho- l'en worden.
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anstatt 3. Schwächer waren Oberbedarf 5, Aschaffenburger Zellstoff 25. Fremde Werte waren uneinheitlich. Fünsprozentige Goldmexikaner 4710, Oesterreichische Goldrente weiter matt 850 (— 115), ungarische Goldrente 485 (Plus 10). Am Einheitsmarkt notierten höher Lüdenscheid 25, Siemens-Glas 40, Goldenberg 20. Niedriger stellten sich Kammgarnspinnerei Kaiserslautern 100, Dleistm Faber 20, Karlstadt-Zement 19, Metall- Aetzwerke 70, Adler und Oppenheimer 110. Tie Devisen hatten lebhaftes Geschäft. Man nannte den Dollar mit 374, abends 370, London 1022'/., Holland 14100—14150, Schweiz 7000, Paris 3060-3065, Brüssel 2920.
•* Zementindustrie und Kohlennot Aon den zurzeit in Deutschland bestehenden Zement- tabriken sind wegen Kohlenmangels etwa drei- ßig außer Betrieb, der übrige Teil nur etwa zu sechzig Prozent ausgenutzt. Trotz der Rohstoffnot wird der Genehmigung zur Errichtung von Zementfabriken vom Reichswirt- schastSminister nur stattgegsben, wenn nachgewiesen wird, daß ein technisch besonders vervollkommnetes Verfahren bei der Fabrikation zur Anwendung kommt. Falls die von den Ilsberschichten erwartete Förderungsstei- g e r u n g im Ruhrrevier nicht eintritt, werden weitere Zementwerke nicht genehmigt werden und eS steht zu erwarten, daß die Produktion der in Betrieb befindlichen Werke noch weiter sinkt.
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Das waren glanzvolle Tage in Alsfeld im Oberhessischen. Sieben Jahrhunderte, eine lauge Zeit und viel Schicksale. Und Menschen kamen in die altertümlichen Straßen der Stadt ... nicht zum Zählen!
Ein bedeutsamer historischer F e st z u g ging durch die Stabt. Er spiegelte die siedenhundert- jährige Geschichte wieder. Und dann gab'S ein F e st s p i e l: „Im Sturm des großen Krieges" vom Stadtarchivar von Alsfeld, Reallehrer Karl Dotter. Die Plünderung und Brandschatzung Alsfelds durch Herzog Christian von Braunschweig hat der Verfasser dramatisiert.
Herzog Christian, der „tolle Bischofs hatte im Dezember 1621 durch Handstreich Neustadt genommen. Tann schickte er einen Boten an die Alsselder Ratsherren mit der Aufforderung zur Uebergabe der Stadt und stellte Mord und Brand in Aussicht. Der Land-Ausschuß der Um- g-egend wurde in die Stadt gezogen, ebenso der Ausschuß, Landsturm, von Schotten und Ulrichstein aufgeboten und die Stadt in Verteidigungszustand gesetzt. Da rückte der liguistische Oberst Jakob von Anholt heran, um dem Braunschweiger den Weg nach der Pfalz zu verlegen Christian wandte sich sofort gegen ihn und ließ von seinen Plänen gegen Alsfeld ab. Aber am Himmekfahrttag 1622 kam er wieder, 5HnAHtigte sich nach kurzem Kampf der Stadt und verhängte über sie eine zweitägige Plünderung. Außerdem mußte die Stadt sich durch eine Verschreibung von sechstausend Reichsta- lcrn von dem angedrohten Brand loskaufen. Glücklicherweise brauchte die Stadt diese Summe wenigstens nicht zu bezahlen, da Crhistian acht Tage später von Tillv bei Höchst a. M. vernichtend geschlagen wurde.
Dotter gab seinem Festspiel auch eine musikalische Umrahmung mit einem Schwerttanz als Abschluß Schiverttänze waren im 16. und 17. Jahrhundert eine außerordentlich beliebte Volksbelustigung und wurden auch in Alsfeld häufig aufgeführt. Zwölf geschmeidige Gestalten in geschmackvoller Tracht mit den blitzenden Klingen in kunswollen Windungen umtanzen ihren feuerrot gekleideten .Schwertkönig. Schließlich springt der Schwertkönig auf ble dicht zusammenaeflochtenen Klingen und wird Von fernen Genossen hoch in die Höhe gehoben. Schöne Kostüme und ein prächtiger, eigen? für deS Festspiel gemalter Hintergrund, den Marktplatz in Alsfeld im 17. Jahrhundert darstellend, trugen viel zu einer gefälligen Wirkung des Festspiels bei. Die Darsteller gaben ibr Bestes, lind die Stadt selbst bietet auch das Allerbeste.. Sie hat ihr Jubiläum wahrhaft gut gefeiert. X.
der Kirche und der Gemeinde zum Ausdruck. Bürgermeister Köhler überreichte ein Anerkennungsschreiben des Kreisfürsorgeamtes und üflte eine Geldspende der politischen Gemeinde bei. Frau von Pappenheim-Stammen sprach im Normen des Vaterländischen Frauenvereins der Kreises Hofgeismar herzlichste Glückwünsche aus und übergab ein schönes Bild. Pfarrer Hubach übergab die von den Hümmer Frauen gespendete Festgabe, Frau Luise Hugues die der Schöneberger Frauen.
* Hersfeld, 30. Juni. (Zwischenfälle.) Am Dienstag nachmittag und am Mittwoch verlangtet: in verschiedenen hiesigen Fabriken, auf der Post und am Bahnhof Arbeiter ein Verbot der Betriebsleitung betreffs Tragens von Abzeichen des Jungdeutschen Ordens im Betrieb. In einer Fabrik kam es dabei sogar zu Tätlichkeiten und in einem anderen Falle auf der Straße mußte die Schutzpolizei eingreifen.
* Bad Sooden. 30. Juli. (Blumenschau.) Die- er Tage fand in Bad Sooden eine von der Kurdirektion veranstaltete Blumenausstellung statt. Geschmackvoll und mit viel Kunstsinn gebundene Fekdblnmensträußc, zusammengestellt' Stilleben, gaben der Ausstellung ein ausgezeichnetes Gepräge. Den ersten Preis erhielt ein-* Dame aus Berlin, den zweiten Frau Brinkmann aus Kassel, den dritten Frl. Ehr. Reiche aus Bad Sooden, den vierten Frl. M. Fischer aus Allendorf.
• AllmutShausen. 30. Juni. /Frecher Diebstahl.) Am Hellen Tage drang ein Langfinger in die Wohnung des Landwirts Thiel und stahl fünfzigtausend Mark. MS er in raschem Tempo daS Haus verließ, stellte ihn auf dem Hofe die Hausfrau und fragte, was er im Hause zu suchen habe. Er suche kleine Schweine zu kaufen, antwortete er frech und entfernte sich mit raschen Schritten. Auf der Zeche Frielendorf erwischte man ihn und übergab ihn der Polizei. Es ist ein mehrfach vorbestrafter Arbeiter aus Rovperhgnsen.
* Amönau, 30. Juni. /Krieger-Feier.) Am Sonntag vollzog sich die Feier des 28. Stif- mngstageS des ssrieaervereins Amönau. Vor hem schönen Gedenkstein der im Weltkriege gefallenen Helden der Orte Amönau und Oberndorf bei der uralten Dorfsirche zu Amönau fand ein litburgischer Gottesdienst durch Vfar- rer Kraft statt. Vom Kreiskriegerverband Mar- 6itrg waren der Vorsitzende. Kamerad Oberst Immanuel mit Kamerad PiSoator gekommen. Ersterer hielt eine zu Herzen gehende Rede zu Kbren der 42 Gefallenen. Nackimittags hotten sich zehn benachbarte Kriegervereine mit ihren Fahnen in Amönau eingefunden. Am Festzug drirch da? Dors beteiligte sich die gesamte Bewohnerschaft Dann überaab Oberst Immanuel auf dem Festvlatz hem Kriegerverein Amönau dos Fahnenband fitr fünfundzwanzigjähriges Bestehen. Dem 75jäk>riaen. noch sehr rüstigen Veteran, ftamerah Höhender, der den Krieg 1870—71 mitaemacht und im Regiment Nr. 83 bei Weißenburg. Vierth. Sedan gefochten hat, wurde besondere Ehrung zuteil.
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* Hedemünden, 30. Juni. (Selbstmord?) Die Angehörigen des hier in der Werra alS Leiche airfgefuttibenen Mannes haben sich gemeldet und bei ihrem Hiersein an den Fundsachen die Leiche alS die eines Reisenden einer Kasse-
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DaS Steigen der Devisen an den Börsen batte gestern eine scharfe Aufwärtsbewegung der Vroduktenpreise auf allen Gebieten zur Folge Weizen und Roggen wurden 20 bis 25 Mark teurer bezahlt. Auch Hafer, Gerste und Mais waren wesentlich teurer. Dieser Bewegung schlossen sich auch die Hülsenfrüchte und Futterstoffe an. Es war in allen Artikeln wenig Angebot am Markte.
Amtliche Produkten - Notierungen. Weizen: märkischer 920—936, westpreußischer 910, sehr fest; Roggen: märkischer 650—663. sehr fest; Sommergerste: 780—805, sehr fest; Hafer: märkischer 685—705, sehr fest; Mais: ohne Herkunstsangabe 630—635 ab Hamburg, 665—670 loko ab Berlin, sehr fest; alles für 50 Kilo. Weizenmehl 2325—2450. feinste Marken über Notiz bezahlt, sehr fest; Roggenmehl 1675—1800, sehr fest, beides für 160 Kilo. Weizenkleie 515—530, fest; Roggenkleie 515—530, fest; Raps 1375—1425,
fest: Leinsaat 1300—1400, unverändert; Diktoria- erbsen 740—770; kleine Sveiseerbsen 640—670, Futtererbsen 600—640; Peluschken 600—640;
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