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Meter Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 139.

Sonnabend, 17. Juni 1922.

Fernsprecher 951 «ad 952

12. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 953

Anknüpfung neuer Anleihe-Verhandlungen

wifierrurg habe angefangen. Nur Sie ungeheure

«SelbundWarenprelfe

mit der Vorkriegszeit «a vergleichen.

Weiter

ten angelegt

en darauf, daß ursprünglich die Gründung einer eichen Bank als Kröming des Aufbauwerkes gc»

dig sind. Das gibt die GruttdLage für die Un­tersuchung, ob unsere Wirtschaft die sogenannte Befestigung der Mart ohne nachhaltige Erschüt­terung aushalten kann. Cs wird von keiner

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Die *a fielet Situefien Nachricht«, erf^tbien wöch«Uüch sechsmal Mtd paar a b «nb «. Der SbmMmrntSpretS beträgt monaMch 28__Mark bet freier gufteDung tti Hau«, tu der

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Die Haager Konferenz.

Eine willkürliche Zahl der Delegierten. (Eigener Drahtbericht.

Haag, 16. Juni.

Gestern nachmittag hat im Friedenspalast die Eröffnung der Haager Sonferenz in Anwesen­heit von sechsundzwanzig Staaten stattgefunden. Der erste amtliche Bericht gibt ihr den neutralen Namen Sachverständigen-Konferenz uud setzt nur etwas rätselhaft in Klammer dahinter: Erste Kommission nicht rnsfisch, zweite Kommission russisch. Die Regulierung wird wahrschein, lich auch wieder ihre Vorgeschichte haben. Die Zusammensetzung der Delegationen, die noch nicht aCc eingetroffen sind, ist ziemlich buntschek- kig. Die meisten Staaten haben neben ihrem Hauptdelegiertcu ihren Haager Gesandte« als Stellvertreter genannt. Die Delegattonen er­schienen in willkürlicher Stärke, so habe« die Engländer fünf, die Franzosen nur einen, die Italiener zwei und die Osfftaaten auch meistens zwei Plätze belegt. Heute wird über die Ge­schäftsordnung beraten. Auch kommt Mr Sprache, in welcher Weise die Tellnahme der Staffen an den Verhandlungen geregelt werde« soll.

Sind die Äufagen bindend?

Paris, 16. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) TerTemps" berichtet, daß die Reparationskom- misston am 13. Juni die Richtlinien für die nach Berlin reisende Garantiekommission einstimmig angenommen habe. Diese Richllinien sprechen aus, daß die deuffche Regierung aus der Vertagimg der Anleihe nicht daS Recht herleiten könne, die Zusagen an die Alli­ierten, die zu der Bewilligung deS Moratoriums geführt hätten, zurückzunehme«.

W«»» tote Mark steige« würde.

Obwohl bte Mark infolge her gef<6 eiterten tt» leibenerbanblungen gefunden ift, hält man btefe« «tnren nur al« voriibergehenb» Stach den letzte« Meldungen tft e« sogar m»glich, daß bald wieder «nleiheverhanblnngen ausgenommen werde«. Bei der Behandlung des Wahruugrvro- ülemS ist die Frage zu berückftchttgeu, ob die Befestigung der Mark mit geldpolitischen'Mitteln allein möglich ist, ferner, ob die Befestigung nickt unbedingt $u schweren Rückschlägen Wh-rcn muß, jedenfalls bann, wenn die Be- fssttgung unvermittelt erfolgt. Es geht nicht an, für die Prüfung der besonderen WW-, rungsverhälttttsse Deutschlands die Erftchrungeo herauszuziehen, bte vielleicht in KdameriLun- schen Ländern mit geldpolitischen Versuchen geo macht worden sind. Das Problem ist für Deutsch­land unendlich verwickelter, weil die Zerrüttung unserer Währung nicht nur das Ergebnis einer ungeheuren inneren und Äußeren Verschuldung ist, sondern auch die einer stark rückläufige», Erzeugung. Leider ist die deuffche Statistik noch nicht so ausgebaut, um diese rückläufige Er­zeugung durch Tatsachen und Ziffern zu belegen. So vollziehen sich die wirffrhasklichen Vorgänge hinter den dichten Schleiern der Pcchiergeldzei- chen, die nur so hindern, das zu erkennen, was ist. Besäßen wir eine zuverlässige und umfas- sende ErzeugungsstatWk, so könnten wir statt mit Papiergeldzahlen, mit wirklichen Werten messen. Wir könnten sagen, daß wir heute so und soviel Tonnen Kohlen, Stahl und Eisen et» zeugen, um dieße Mengen

Die russischen Vertreter.

Haag, 18. Juni: (Eigene Drahtmeldung.) Als Vertreter der Sowjet-Regierung sür die Haager Konferenz wurden Rakowski, Kre- stinSki und Sokolikow bestimmt. Während der Haager Verhandlungen dürfte Tschitscherin in Berlin bleiben, um enge Fühlungnahme mit der Haager Delegation aufrecht zu erhalten.

Friedensliebe deS österreichische« Volkes habe bisher den Ausbruch des polittsche« Bolsche. wismuS verhütet. Aber die Berzwetf- lang treibe letzten Endes auch die ruhigsten Gemüter zu unvorhergesehenen Taten.

Neue Anleihe-Versuche?

Die deutsche uud alliierte Negierungen.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 16. Juni.

Der Berliner Korrespondent desPetit Pa- risieu" hatte seinem Blatte gestern gemeldet, die deutsche Regierung hab^die Absicht, mtt einigen der alliierten Regierungen wegen der Auflegung einer Anleihe von mäßiger Höhe in Fühlung zu treten. Trotz deS von deut­scher Seite bereits erfolgten offiziellen Dementis hält der Korrespondent diese Mitteilung aufrecht und behauptet, zu wissen, daß die Vorbereitun­gen dasAr sehr wett gediehen seien. Auch die Reise des Garantiekomitees nach Berlin, die zu diesem Zwecke erfolge, um über die Er­richtung der interalliierten Finanzkontrolle $u verhandel«, stehe damit im Zusannnenhang. DaS Komitee wird sich mtt der Frage der Garantien zu befassen haben, die Deuffrhland zu einer sol­chen Anleihe zur Verfügung stellen könne. Die Anregung zu diesen Verhandlungen ist von der deuffche« Kriegslastrnkommisstvn ausgegangen.

tim die Bedingungen 6er Entente.

Berlin, 16. Juni. (Privattelegramm.) Im Reichskabinett habe« gestern die Beratungen über die neue Entente-Rote mit ihren Forderungen begonnen. Die Beratungen waren bis zum späten Abend noch nicht zum Abschluß gelangt. In parlamentarischen Kreisen hält man es aber für sicher, daß die Reichsregie­rung unter dem Zwange der Verhältnisse auch die neue Einschränkung ihrer Rechte hin­sichtlich der Reichsbank annehmen wird. Die entscheidenden Verhandlungen mtt der Ga­rantie-Kommission sind nach neueren Meldun­gen auf Dienstag verschoben worden.

Daß die Entwertung der Rücklagen nnvermeid, lich ist, geht schon daraus hervor, daß sie in Wer» t find, die eben auch von der Stet«

ungSfreien Kapitalien Erneuerungen Vvrzrmeh- men, Rohstoffe austzusirufen, um so den Betrieb durchztthalten. Denn Vie Rücklagen reichen dazu nicht aus, der Geldmarkt kann erst recht nicht aushelfen, weil die unzulängliche Erzeugung die KapitcÄbffdung verhkndert hat und noch verhin­dert. Ter Goldrnarkt zeigt heute schon eine außerordentlich starke Anspannung, so daß der Kapitalbedarf der Wirtschaft nicht vollständig mehr besriÄsigt zu werden vermag. Die Be- estigung deS Markkurses ist also nickt nur ein geldpolitisches, sondern in der Hauptsache ein wirtschaftliches, das heißt Erzeugungs­problem. Hier ist der Hebel anzusetzen.

Gefangene in Oberschlesien,

lleberführung ins besetzte Rheingebiet.

(Eigene Drahtmeldung.)

BreSlan, 16. Juni.

Nach langwierigen Berhandlunge« ist eS nun­mehr gelungen, in der Frage der politische« Gefangene« in Oberschlesien eine Rege­lung herbeizuführen, die wohl alS befriedigend angesehen werden kann und die darauf hinaus- läuft, daß die polittsche« Gefangenen in deuffche Gefängnisse im besetzte« Gebiet des Rhein- l a u d e 3 übergeführt werde«, so daß sie unter alliietter Kontrolle stehen. Die Verfahren, die vor dem Sondergericht der Interalliierten Som- Mission schwÄnn. sollen vor deutsche« Ge­richten, ebenfalls im besetzte« Rheinland, zur Aburteilung gebracht werden. Damit ist verhütet worden, daß die Gefangenen bei der Zurück­ziehung der alliierte« Truppen ans Oberschleflen mit nach Frankreich transporttett werden, wie es die Franzosen zuerst beabfichttgt hatten.

gerung des Marffuffes ersaßt werden. VerWzt ein Werk heute über Rücklagen zu zwei ober drei- hundert Millionen Mark, so wird ihr Nennwert nach der Befestigung der Mark finken. Aber nicht darauf tanrmt eg an, sondern auf die durch die wirtschaftliche Lage unbedingte Kaufkraft des inneren Marktes. Mess sst abhängig

PoincarS schlug in dieselbe Serbe. Auch in fei­ner Rede kam die Angst vor der Anschluß- l'etoegmtg zum Ausdruck. Trotz all dieser Re- ! den wird sich die Anschlußbewegung: nicht eindämmen kaffen. Eine erfteuliche Taffache ist, neben dem vielen Betrübliche, aus der öfter« leichischen inneren Politik zu verzeichnen. Bei den Besprechungen zwischen der österreichischen Regierung nebst den Parteiführern mit den En- tcnte-Vettretern zeigte sich wenigstens eine Einigung aller Parteien des steirischen Landtages. Bürgerliche und sozialdemokratische 1 Parteien erklärten, daß die ZusaMmenfaffung aller Kräfte durch die traurigen Umstände not­wendig geworden sei. So hat die Rot doch das Gute zur Folge, daß sich das österreichische , Vokk zur Eini gkeit bekehrt!

Oesterreichs Ende.

Der Anschluß an Deutschland?

Don Wien aus wird angeregt, eine Münz- Union Deutsch-Oesterreichs mit Deuffchland zu schaffen. Die Krone ist leider zusammengebrochen, durch gelb- und finanzpolitische Kunststücke ist die Kaufkraft auch nicht wieder herzustellen. Für den Dollar werden nahezu zweiundgwanzigtau- send Kronen bezahlt, was einen Rückschluß auf die innere Geldentwertung zuläßt. Gewiß dieHauptschuldam Zusammenbruch hat der Vertrag von St. G e r m a i n. Er hat die Wirtschaftskraft Deutsch-Oesterreichs eingedrückt, die Donau-Monarchie zerrissen, ohne aus die star­ken wirffchaftlichen und finanziellen Bindungen der zersprengten Teile Rücksicht zu nehmen. Das größte Verbrechen und die größte Torheit der Alliierten Deursch-Oesterreich gegenüber war die Verhinderung des rechtzeitigen An- schlufses an das Reich Dieser mutz doch ein­mal kommen, wird einmal kommen, da es sich zwangsläufig aus den bevölkerungspolitt» scheu, geschichtlichen und wirtschaftlichen Verhält­nissen ergibt. Inzwischen hat Deutsch-Oesterreich versucht, allein den harten Kreuzweg zu gehen. Eigene Kraft reichte nicht aus, zumal inner- politische Experimente dazu beitrugen, die Wirt­schaft des Lcndes noch mehr auszuhöhlen. Von Zeit zu Zett wandte sich die jeweilige Regierung an den Alliietten-Verband um Hilfe. Der erste Staatskmizler Karl Renner hatte ja die Losung ausgegeben, das Heil im Westen zu suchen. Es blieb aus, denn von Versprechungen und guten Ratschlägen allein konnte Deutsch-Oesterreich richt leben.

»acht war, der die Bewilligung von ausländi- chen Krediten und die Beseitigung des Defizits vorangehen follten. Nun fei die Gründung der Notenbank der Grundstein des Aufbaues gewor- fcen- d- Oesterreich zur Selbsthilfe schreiten putzte.. D?e Hoffnungen auf einen Kredit sind verstärkt worden, weil die Führer der Banken nüchterne Rechner sind und wohl kaum ihren Besitz an ausländischen Devisen und Valuten ms Leere Wersen werden.

Das österreichische Streben nack Anschluß an Deutschland hat schon Besorgnis in Frankreich hervorgerufcn. Der Abgeordnete Daudet erklärte im Senat. Frankreich müsic M a ß n a h m e n treffen, damit die österreichische Rcpnbftk nicht in die Hände Deutsch­lands gerate. Frankreich müsse eine Donau- lonfoderatton vorbereiten. Der Senator B e - ränget sprach sich aus finanziellen Gründen Mgen den Kredit aus, war aber aus politischen dafür. Frankreich müsse unbedingt eine Do- naupolitrk treiben, damit den Alldeuffchen n Oesterreich Widerstand geleistet werden könne

die ErzeugungSfiatfftik noch ver­feinert werden, um feßtzustellen, wieviel Arbeits­kräfte zur Erzeugung einer freftfmurten Menge im Verhältnis zur Vorkriegszeit heute rrotweu-

Mcht öffentlich.

Haag, 16- Juni. (Eigene DrMmeldirng.) Bor der Sitzung kam es zu einer zweimaligen Durchbrechung der Absperrung durch hollärwische Journalisten. Es war vorher be­kannt geworden, daß keine öffenttiche Sitzung fein wird. Vielleicht ist «wer der Zwffchenfnl eine nützliche Erinnerung daran, daß die Oeffent- lickffeit das Rechst hat. über den Gang der Er­eignisse ausreichend unterrichtet zu werden. Aus­ländische Pressevertreter sind nur sehr wenige im Haag eingetroffen, ein Beweis für die geringe Hoffnung, die man auf die Konftrenz setzt. Frühestens am Montag wird die allgemeine wirtschaftliche AuSspmckw beginne«.

von der Erzeugung, das heißt, hat s wesentlich gehoben, so werden die etwa finken, sondern wirklich anztchen. Die Werke find dann außerstande, mit ihren verfüg-

Kapttalertragösteuer.

Die Erleichterung bei der Entrichtung.

Wenig bekannt tm Publikum scheint eine stimmung zu sein, welche geeignet ist,

die Entrichtung der Kapitalertrags­

steuer in vielen Fällen zu erleichtern. Wenn nämlich ein Schuldner an einen Gläubi­ger für eine Kapitalanlage von längerer Dauer, z. B. für eine Hypothek jährlich, in Raten nicht mehr als zusammen 1000 Mark Zinsen zu zah­len bat, wenn also demgemäß die Kapitaler- ttagssteuer nickst mehr als 100 Mark jährlich be­trägt. so kann der Schuldner bei seinem Fi­nanzamt bte Erlaubnis erbitten, daß er die Ka- pitalertragssteuer nickt noch jeder Zinszahlung, londeru nur jährlich einmal zu euttkbraucht,

behauptet wird, daß seien nur Hemmungen und Schwierigkeiten während des Ueiberganges, so wird dabei die finanzielle, das heißt kapital« arme Sage der deutschen Wirtschaft mißach­tet. Wir dürfen uns durch die hohen Papier- gewinne und Rücklagen nächst blenden und irre­führen lassen. Steigt die Kaufkraft der Mark, sp werden beispielsweise die Rücklagen der Unter­nehmungen ihre Kaufkraft dem Nennwert von heute nach nicht behalten. Diese Rücklagen sind nicht deshalb erfolgt, um Kapital zu hinter­ziehen, oder zu verkleinern, sondern find viel- mehr echte

Bersicherungs- und Wiederaufbauprämie«.

Ist nun eine Münz - union mit Dentsch- land möglich? Währungstechnisch ja, was aber noch nicht den unbedingten Erfolg bedeu­tet. Der Sozialist Otto Bauer HM rund sech­zehn Milliarden Mark für erforderlich, um die Kronenwirffchaft abzu lösen. Das Deutsche Reich wird diese und größere Opfer gern bringen, denn die kerndeuffchen Länder dürfen dem Reiche und dem deuffchen Voüstmn nicht verloren gehen. Immerhin ist wahrscheinlich, daß zunächst der Alliierten-Verband Schwierigkei­ten macht, weil er eine Kürzung der Zahlungs­fähigkeit Deutschlands unterftetten könnte. Auch mit Frankreichs krankhafter Angst wäre zu rech­nen, aus der Müng-Union wurde sich die Po­litische Vereinigung entwickeln. Roch ist der Hilferuf nicht von der Regierung Deuffch-Oester- reichs erhoben worden. Geschiehst ei, so wird er tat deuffchen Reiche einen tatkräftigen Widerhall finden, ©egentoärtig ist die Gründung einer neuen österreichischen Notenbank unter Mitwirkung großer Banken das Ereignis des Tages. In den Konferenzen der Regierung mit bett Vertretern der Großbanken in den letz­ten Tagen haben sich diese bereit erklärt, die Gründung der neuen Notenbank durch Bereit­stellung eigener auswärtiger Devisen und Valu­ten, sowie Heranziehung deS gefaulten Kapitals kräftig zu unterstützen. Die neue österreichische Notenbank wird die tat Umlauf befindlichen No­ten übernehmen und deren Fundierung durch weitere Devisenzuschüsse, sowie Einbringung sonstiger Goldwerte verstärken. Jede Nostettü-ber- tragung oder Entwertung ist ausgeschlossen. Die Regierung verpflichtet sich ihrerseits, die Finanz- plane sofort durchzuführen und auf Beseitigung des Defizits im Staatshaushalt hinzuwirken.

Gleichzeitig werden die Verhandlungen mtt dem Auslande wegen Erlangung weiterer auswärtiger Kredite fortgesetzt. Derfranzö- fische Senat hast bereits fünfundfünfzig Millio- nen Franken für Oesterreich bewilligt. Auch sei­tens der Tschecho-Slowakei wird erklätt, daß der tschechische Kredtt für Oesterreich noch ht die- fer Session der tschechischen Nationalversamm­lung erledigt werden soll. Die Wiener Blätter begrüßen die Gründung der neuen Noten­bank als Akt der Selbsthilfe und verwei-

sorische Tätigkeit haben und erst nach Durchführung der £iauibation der alten Oester - reichisch-Vngarischen Bank die ausschließliche Lei­tung des Geldwesens übernehmen. Man glaubt, daß für die alten und neuen Noten eine fünfzig- prozentige Metalldeckung erzielt werden wird.

*

:«ai$ flnlenße Schiff.

Paris, 16. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) @clair" vergleicht Oesterreich mit einem sinkenden Schiff, das nach allen Seiten verzwei- felte Notsignale aussendet. Das Blatt gibt eine Ueversicht über die letzten Preissteigerun­gen und ertlSrt, in solchem roirtfdjttftiidiem Wirrwarr könne das österreichische Volk, das den Boden unter de« Füßen schwinden fühle, nicht länger lebe«. Die wirtschaftliche Bolsche-

(Snttponming in Wien.

Beruhigung durch die Notenbauk-Gründung.

(Eigene Drahtmeldung.)

Wie«, 16. Juni.

Die Ankündigung der Errichtung einer eige­nen Notenbank hat an der gestrigen Börse einen Stand der Valuten und Effektenpreise hervor­

gebracht, der zwanzig bts dreißig Prozent höher als am Vortage war. Allerseits wurde eine we- tntliche Entspannung festgestellt, aber auch darauf hingewiesen, daß nach wie vor die Not­wendigkeit auswärtiger Hilfe zur Dek fang des Importbedarfs besteht. Die neue N o - e n 6 a n t soll vorerst nur eine provi-

Mangel an Änlandzucker.

Die Verteilung von RestbestSnde».

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 16. Juni.

Im ReichsernährungSministerinm fand eine Besprechung über die Verteilung der R e st- bestönde an Zucker statt, an der die Vertre­ter der Interessentenkreise des Handels, der Pro­duzenten und der Konsumenten teilnahmen. Da die Reftbestände an Zucker bts zur kommenden Ernte nur rund dreihundett Gramm pro Kopf der Bevölkenmg 6etragen, wurde nur dem BSk- kergewerbe einheinnscher Zucker zugestan­den. Die Schokolade-, Likör- und Marmelade- Industrie wurde auf den Auslandszucker verwiesen. Die demnächst tagende Versammlung der der Zuckerwirffchastsstelle angeschloffenen Fabrikanten wird über die Preisgestal­tung für die Konsumenten weiteres beraten.