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Kasseler Neueste Nachrichten

_________________Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Nummer 138.

Freitag, 16. Zuni 1922.

Fernsprecher SSI und 952

12. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952

Die Haager Konferenz beginnt.

ukunft, die durch diese neue

J. B.

en

wird. Um die Unabhängigkeit der ReichSbank aber wirksam zu machen, bedürfe es auch der Unabhängigkeit deS von ihr beschäftigte« Per. so «als. Da das neue Gesetz in einzelne« sei- ner Bestimmungen unklar sei. wünscht die Repa, rationskommisflon die ausdrückliche Zusicherung der deutfchen Reichöregierung, daß daS Gesetz betr. die Reichsbank in der vom Reichskanzler angekündigten Weise durchgeführt wird.

Deutsche Hilfe für Oesterreich.

Berlin, 15. Juni. (Eigene DraHtmeldung.) Zu einem Berliner Vertreter derNeuen Freien Presse" äußerte Reichstagspräfident 28 6c, wenn die gegenwärtige Rot in Deutsch-Oesterreich dazu führen sollte, daß das deutsch-österreichische Volk den Anschluß an Deutschland te- chließt, so steht man aus dem Standpunkt, daß ein Beschluß der deutschen und der österreichischen Regierung an den Völkerbund weitergeleikkt werden müsse Auf diese Meise müsse eine durch­aus loyale Form der Rettung Deutsch-Oestrr- reichS augebahnt werden.

Llm Sie Anerkennung Rußlands.

London, 15. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Die Freunde Lloyd Georges hoffen, daß die Konferenz im Haag den Weg zu einer vollen po­litischen Anerkennung der russischen Sowjets gehen wird, auch wenn Lenin zu- lücktritt. Lloyd George hofft, daß die Konferenz nunmehr Frankreich, Amerika und anderen Staa­ten den Beweis dafür erbringen wird, daß eine Anerkennung der Sowjrtregierung Rußlands der einzige Weg zu einem Wiederaufbau sei.

Am öle deutsche Anleihe.

Französische Furcht vor dem Markfturz.

(Privat-Telegrarmn.)

Berlin, 15. Juni.

Wie aus diplomatischen Kreisen mitgeteilt wird, rechnet mau in Frankreich mit einem Zu­sammentritt des Anleiheausfchuffes vor Ablauf von drei Monaten, da die europäische Wirtschaft einen weiteren Sturz der Mark und einen Zusammenbruch Deutschlands nicht ertrage« könnte. PoinearS persönlich soll für eine Deuffchland zu gewährende Anleihe un­ter der Voraussetzung eintreten, daß d-ie Re­gelung der Reparationsfrage gleichzeittg erfolgt.

Bleiben die Zusagen gültig r

Paris, 15. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Wie derMatin" mitteilt, erinnert die an DeutMand zu richtende Rote der Reparatwnö- kommission die Reichsrcgierung daran, daß daS Scheitern der Anleiheberatungen deS Finanzaus­schusses sie keineswegs von den einmal übernom­menen Verpflichtungen und Zusagen entbindet.

Die gestern abend von der Reparationskom­mission an die deutsche Kriegslasten-Kommission gegebene Ergänzungsnote zu dem Memo­randum vom 31. Mai enthält zunächst die Mit- tellung, daß das Garantie-Komitee mit der Reichsregierung über die Einnahmen» und Ausgabenkontrolle, die Maßnahmen zur Verhinderung der Kapitalflucht und Handhabung der deutschen Statistik verhandeln wird. Dagegen sei in der Rote vom 31. Mai offen gebtiebe« die Frage der Zwangs­anleihe, das Betriebsdefizit der öffent­lichen Verkehrsanstalten und der Autonomie der Reichs bank. Zu der ersten Frage wird ge­sagt. daß die Reparationskolnmission Kenntnis- genommen habe von der Rote des Reichskanz­lers, wonach die notwendigen Maßnahme« ge­troffen seien, um eine effettive Einnahme von mindestens vierzig Milliarden Mark bis zum 1. Januar 1923 zu gewährleisten. Zu der Frage des Betriebsdefizits sührt die Rote ans, daß der der Kommission überreichte

Entwurf keinerlei Eitmahr-'-chrb«»»- aufweise zur Deckung dieser tzemsettäae. Die Rcparationskommission nimmt weiterhin Kennt­nis von der Erklärung des Reichskanzlers, daß die Anabhängigkeit der Reichsbank durch das Gesetz vom 25. Mai 1922 gewährleistet

Frarckreichs mit in verhängnisvolle wittschaft- uche Folgen Mrzen lassen? WaS kann und muß von deutscher Sette geschehen, um nicht in den Abgrund hinabzustürzen? Das alles sind Fra- rn der ... ....

age gest

Men in Verzweiflung.

Der vollständige Zusammenbruch.

(Eigener Drahtbericht.

Wien, 15. Juni.

Gestern wiederholten sich die k o m m u n i st i- chenDemonstrationeninden Vorstädten in größerem Umsange. In Wien-Neustadt strrifie gestern die Arbeiterschaft gegen die sprunghafte Steigung der Preise. I« der inneren Stadt blieb auch gestern noch alles ruhig. Die Gewerkschaften wehren sich hartnäckig gegen die Gcneralstreiksparole. Die Abwanderung der Fremden aus Wien dauert an. DerWiener Mittag" schreibt: WaS in Wien eingezogen ist. ist keine Panik mehr, soiwern der letzte Aus­druck der Verzweiflung.

Wichtige Meldungen au» Varis.

Berkin, 15. Juni. (Privattelegramm.) Die gestrige RachmittagSfitzung des Reichskabinetts wurde bereits nach einer Stunde auf heute ver­tagt, weil inzwischen wichtige Meldungen auS Paris eingegangen teeren, über die Reichskanzler Wirth zunächst persönlich mit dem Reichsaaßenminister Rathenau beraten wollte. Die entscheidenden Verhandlungen mit der Ga- rantiekommission find auf Montag vertagt.

Die Notenpreffe.

Ist Ihre Stillegung möglich T

Durch das Mißlingen der Anleihe wird die Reichsregierung vor eine Reche schwerwiegen­der Fragen gestellt. Unter anderem ist jetzt ernst­lich zu prüfen, wie weit die Z u s a g e n, die von Deutschland in der Note vom 29. Mai der Re- pamtionskommission gemacht wurden, nach nun­mehrigem Scheitern der Anleihe gehalten wer­den sollen und inwieweit fie überhaupt gehal­ten werden können? Ferner taucht die Frage auf, wie weit die Reparations- raten, die wir gemäß den Beschlüssen von Cannes zu zahlen verpflichtet sind, tatsächlich noch geleistet w erden können? Zunächst einmal muß die Reichsregierung wie auch das Parlament, das sich in diesen Tagen ernstlich mit diesen Fragen der deutschen Zukunft zu be­fassen haben wird, die Denkschrift des Anleihe- ausschusses abwarten, denn aus dieser Denk­schrift und aus der Stellung, die die internatio­nalen Banksachverstündigen eingenommen Haden, wird sich immerhin die künftige Haltung Deuffchlands ergeben müssen. Ein gewisser po­litischer Erfolg ist ja für Deuffchland insofern erzielt, als nunmher aus authentischem, objek­tivem Munde das Urteil dahin gegangen ist, daß Deutschland die Reparaffonsverpflichtungen in der Höhe, wie sie ihm zuletzt durch das Lon­doner Ultimatum auferlegt worden sind, nicht leisten kann. Allerdings fehlt der deuffchen Politik rede Möglichkeit, Frankreich, das allein der Schuldige an dem Mißlingen der Anleihe ist, zu einer anderen Sinnesart zu dringen.

Die Gründe die von uns wieder ständig vor- gebracht sind, haben nicht vermocht, den Starr- sinn der franMffchen Regierung zu brechen und die Unmöglichkeit der Höhe der Reparations- schurd einsehen zu machen. Mr haben wieder- hE von leitender Stelle aus betonen lassen, daß frei der engen Verflochtenheit der Welttvirffchaft, frei den untrennbaren Zusammenhängen der PrÄnrktionS- und Konsmnenten-Verhältnisse der ganzen Welt die Lebensinteressen aller Kuttur- volker aufs schweffte geschädigt find, sobald Deuffchland in den Abgrund gerät. Nach dem zuletzt von der Reparationskommission ge­stellten Diktat, das schon an und für sich eine Erleichterung des Londoner Ultimatums im Sinne eines einstweiligen Moratoriums bedeu­ten sollte gemeint ist die Entscheidung der Reparationskommission vom 21. März, sind wir verpflichtet, an jedem 15. des Monats die sogenannte Dekade in Höhe von fünfzig Millio- nen Goldmark zu zahlen. Dazu kommen an Sachleistungen noch ungefähr 1450 Millionen Goldmark, wovon 950 Millionen Frankreich er- hält und 500 Millionen die übrigen Alliierten, das heißt soweit letztere auf die Erfüllung die­ser Leistung drängen.

der in Not" Speichen entgegen.

Um Oesterreichs-Anschluß.

Ein Oesterreichisch-Derttscher Bolksvund.

Aus Berlin wird uns geschrieben: Die Volks« kundgebungen in Berlin anläßlich der deuffchen Reichsfahrt des Wiener Mannergesang­vereins übertrafen mit ihrem gewaltigen Massenaufgebot weitaus das Maß des Gewohn­ten. und sie unteffchieden sich von ähnlichen Festen der älteren Zett bedeutsam durch den ernsten und einmütigen Ausdsruck des allgemei­nen deutschen Volkswillen8 der auf die staatliche Einheit aller deuffchen Stämme und den A n s ch l u ß Oesterreichs an die deuffche Re­publik geffchtet ist. Um aber zu beweisen, daß nickt nur augenblicklich festliche Begeisterung, sondern gefestigte Ueberzeugung sich kundgegeben hat, müssen sich die deutschen Volkskreste, ohne Unterschied der politischen VarteMellung des Einzelnen, um denOesterreichisch-Deuffchcn Volksbund" scharen, der die Gesamtorganisatiou tut Anschlußbewegung ist. Durch den Beitritt einer imposanten Zahl von Mitgliedern zum Oesterreichisch-Deutfchen VoNsbund unmittelbar unter dem Eindruck der festlichen Tage soll der alte Wahlspruch:Lied wird Tat' Erfüllung finden.

Der Vofftand des Oesterreichisch-Deuffchen

Beratung der Milerirn.

Varis, 15. Juni. (Eigene Trahtmelduug.) Ra/ ocm der französische Senat vorgestern die Zustimmung zu der französtstlfen Anleihe an Oesterreich ausgesprochen hat, hat der Eierte Dotschafterrat gestern vormittag beschlossen, bei den Gläubiger-Staaten Oesterreich Schritte zu tun, um bei ihnen die Einwilligung einer Stun. düng der Schuldenzahlung für zwanzig Jahre zu verlangen, die die Vorbedingung bilde für die jetzt beabsichtigten Kredite an Oesterreich.

Schrecken desHungerö

Brüder in Not.

«**» bem ** -et Br-w »em «unger" ift in Samara bon der ®ou»eimtmeut* £nnaetlommiffien ein Duck, hcranSgegebeN I werden, da« ein grauent>oae« Bild de« rnfc

ssfchen dungerelentx entrollt. Wir gebe« in Folgendem einen Silfefchrei wieder« Er ist ein gräuliches Ungeheuer der Zar Hunger. Aus unseren Dörftru, wo die Men- scheu hungern und eines quallvollen Dodes ster­ben, rufen wir euch zu: Helft! Rettet uns vor dem Tode! Laßt die deutschen Stammes­bruder nicht veffchmachten. Ihr habt schon begonnen, uns zu helfen. Ihr holst Tausenden, es hungern aber Hunderttausende, Millionen! Was ist ein Tropfen im Meer! Unzählige Men- schenmasien suchen Halb wahnsinnig nach Rettung für sich und ihre Kinder, und finden sie nicht, im­mer wieder nicht. Hat es einen solchen Hunger ie gegeben? Ist er zu vergleichen mit dem Hun­ger des 12. Jahrhunderts in Deuffchland, als die Hälfte der Bevölkerung dahinstarb, mit dem Kar- wffelhunger in Irland, der Mitte des vorige« Jahrhunderts über eine Million Menschenleben vernichtet hat, mit den Hungemöten in Indien, mit den früheren Hungersnöten in Rußland? Rein! Der Hunger an der Wolga und am Schwarzen Meer ist viel schwerer, viel schrecklj« cber, viel grausamer. Er hat keine Beispiele. Wenn nicht geholfen wird, so Wrbt nicht nur die Hälfte der Bevölkerung aus, nicht nur eine Mil­lion tote in Irland, sondern mehr, viel mehr, allein an der Wolga

verhungern fünfzehn Millionen Menschen!

Und doch: Unwillkürlich tauchen vor einem die Bilder aus aus den russischen Hungerjahren von 160102. Auch damals hungerten die Men­schen! Auch damals zitterten sie vor Hunger­qualen, sÄbnten sie inbrünstig ihren Tod herbei. Sie entschlossen sich zu jeder Handlung. Sie aßen nicht nur das Fleuch gefallener Tiere, sondern auch Menschenleichen. Sie ermordeten Ster­bende kurz vor ihrem Tode, ermordeten gesunde, nicht abgemagerte Menschen, um besseres nahr­haftere« Menschenfleisch essen zu können. Und heute? Dieselben Greuel des Hungers. Das alles geschieht nicht tot siebzehnten, sondern im zwanzigsten Jahrhundert

im Jahrhundert der Kultur

der Zivilisation, der Errungenschaften! Wir verzweifeln an der Menschheit. Mr weinen nicht mehr, sondern wir winseln nur noch. Unsere Körper sind nicht mehr wie die euren. Wir sind Knochen von gelber trockener Haut Werzogen. Erschreckt nicht vor unfern Gestalten, erschreckt nicht vor unserer kalten Knochenhand, die wir nach euch ausstrecken. Helft! Wir hungern seit dem SBintet des vorigen Jahres! Mr haben geduldig geschwiegen, wir warteten auf die Ernte, wir schämten uns zu bitten! Die Sonne hat alles verbrannt! Helft! Mr habe« nicht nur kein Brot mehr, wir besitzen keine Wur­zeln, kein Gras mehr, mit denen wir uns SiS heute genährt haben! Helft! Unser Bich ist gefallen, verkauft, geschlachtet, geraubt! Mr essen jetzt Hunde, Katzen, das Fleisch gefallener Tiere! Helft! Auch sie gehen zu Ende! Mr sterben vor Hunger! Helft, helft!

Die behördlich genehmigte und in Verbindung mit dem Deutschen Roten Kreuz arbettende ReichssammlungBrüder in Not!" in Berlin W 56 nimmt auf Postscheckkonto Berlin N W 7, Nr. SS 600 Spenden entgegen. Auch nimmt bet BezirkssammelauSschutz in Kassel bei dem Bank- hause L. Pfekfser in Kassel auf Konto ,Brh

DaS bedeutet natürlich, solange Deuffchland lediglich auf eigene Kraft angewiesen ist, ein rasendes Rollen der Rotenpresse. Setzt man bei dem heutigen Stand der Valuta das Wertverhältnis zwffchen Goldmark und Papier- umrk wie 1:70, so wären in den nächsten fünf Bionaten je 3500 Millionen Papiermark zu zah­len, zusammen also 17500 Millionen Mark. Wo­bei soll, so erhebt sich mit Reckt die Frage, Deuffchland diese Summen nehmen? Nun aber drangt die Reparationskommission auf eine B a - La1 eruug des deutschen Etats, und auch die Bankierkonferenz hat eine solche als notwen­dig hlngestellt. Mit dem Drucken neuer Bank­noten fällt aber die deuffche Mark zusehends weiter, enorme Preissteigerungen, neue Bewil- Itgung von Löhnen und Gehältern sind erfor- dsrllch, bte nur, statt den Etat auszugleichen, chn dem Absturz schneller entgegensühren.

Die Unmöglichkeit, den Zuwachs des Ro- n_?mIauf8 von über dreißig Milliarden Mark vom 1. April bis znm 1. Juli durch neue Säuern abzubürden, ist ohne weiteres klar. Diese Abbürdung soll b,S zum 1. Oktober 1922 ge* Oehen, obschon sicher ist, daß bis zu diesem Tage der D r u ck und die A n s g a b e neuer No- tcn nicht nachgelassen haben werden. Die deuffche Regierung will sich zwar verpflichten, !^uesBawergeld nicht mehr zu drucken, aber sie -st selbst überzeugt, daß sie diese Verpflichtung nicht einhalten kann. Um aber das Anwachsen des Notenumlaufs zu verhindern, soll alle drei Monate der neu aufgenommene Bettag durch Steuern gebedt werden. Auf dieser Grund­lage laßt sich die Neuordnung des Reichshaus­haltes nicht erzielen. Es ist schon währungstech- uffch unmöglich, die Notenpresse von entern bestimmten Tage an scheinbar still- 51 e 9 e n > um so der Geldentwertung einen festen Riege! vorznschieben. Die Geldentwertung ist ja nicht nur die Folge einer falschen Wäh­rungspolitik, vielmehr die einer völlig verfehlten Wirtschaftspolitik. Hier muß der Hebel angesem werden, vor allem durch die Steigerung der Er­zeugung. Wird in Frankreich endlich die Stimme der Vernunft zum Durckchruch kommen? Wird die übrige Wett sich durch Ue Unvernunft

Die Haager Konferenz.

Rußland bleibt auf seinem Standpunkt.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 15. Juni.

Der russische Außenminister Tschitscherin, der jetzt in Berlin toeUt, hat einem französischen Pressevertreter eine Unterredung gewährt, wo- bei er sagte, daß die Russen ihre Denk- s ch r i f t vom 1L Mai auf der Konferenz im Haag niemals zurückziehen würden, wie fie auch niemals zugeben würden, daß eine Unter» suchungskonrmisston nach Rußland reist. Tschit­scherin erklärte sodann, daß der Vertrag von Rapallo, um all feine Früchte zu tragen, auch auf die anderen Sowjetrepubliken auS- gedehnt werden müsse. Wichtig ist die Ant­wort Tschitscherins auf die Frage, ob das P r i - vateigentum, das vor dem Kriege auSlän- disthen Besitzern gehörte, nunmehr anderweitig vergeben werde. Tschitscherin äußerte: Wir können auf die angeblichen Reckste der ftüheren Besitzer, denen daS Besitztum genommen wurde, keine Rücksicht nehmen, da die Regierungen nicht mit uns verhandeln wollen. .

Beginn der Vorbesprechung.

Haag, 15. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Die Haager Sachverstandigen-Konferenz so wird voraussickstlich der amtliche Name sein tritt heute nachmittag im Friedenspalast zu der vereinbarten Vorkonferenz zusammen. Sie wird nach einer kurzen Begrüßungs-An­sprache des holländischen Außenministers Jnnk- heer van Karncbeck ihre Arbeiten beginnen, an denen der Minister selbst nicht unmittelbar be­teiligt ist. Die Konferenz ist so wenig vor­bereitet, daß nicht einmal die Frage, wer den Vorsitz führen wird, gerettete ist.

Unter fremder Kontrolle.

Die neuen Forderungen der Alliierte».

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 15. Juni.