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Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

12. Jahrgang.

Mittwoch, 14. Inni 1922

Stammet 136

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Neudruckes?

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SBU Kafiller Neuesten Nachrichten erscheine« wöchentlich sechsmal und zwar abend». Der »bannen-.ent«rre>S betrögt monatlich 28. Mark bet freier Zustellung in» Haus, in der SefchäftSstellc abgeholt M. Mark monatlich. Auswärts durch die Poft bezogen 28. Mark monatlich etufchl Zustellung. Bestellungen werden jederzeit entgegengenommen. Druckerei, «erlag und Redattton; Schlachthofstrabe 28/30, Für unverlangt eingefandt« Beiträge kann di« Rebaktton eine Verantwortung »der Lew ähr tn keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des BezugSgekde» oder Anfvrüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.

Keine Kabinettskrise.

Wieder falsche Gerüchte im Ausland.

, (Privat-Telegramm.)

Berlin, 13. Juni.

Im Ausland find erneut Gerüchte über eine deutsche Kabinettskrise und über den bc- vorstehenden Rücktritt des Reichskanzlers der- breitet. Wir erfahren hierzu von maßgebender parlamentarischer Seite, daß diese Gerüchte völ- lig aus der Lust gegriffen find und dem Kanzler die Abficht eines Mrktritts fern liegt. Das RcichSkabinctt kann in keiner Weise für die Ant­wort des Anleihekomitees und das Scheitern der Anleihe verantwortlich gemacht werden. Im Ge­genteil erscheint die Stellung der Reichstegierrmg durch den Kommissionsbericht gefestigt, da die Kommission sich in wesentlichen Teilen ihrer Antwort auf die Argumente der Reichsregierung stützt und sich diese vielfach zu eigen gemacht hat.

Eine schwierige Lage.

Kann die Rotenpreffe stivgelegt werden?

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 13. Juni.

Wann der Reichskanzler die R e g i c r u n g s, erklärung über die Verhandlungen mit der ReparationSkommission abgibt, wird sich erst morgen in einer Sitzung des Aeltestcn-Ausschuf- scs des Reichstages entscheiden. Bei Beurteilung der Lage wird in unterrichteten Kreisen darauf hingewiesen, daß. wenn auch die Aufrechterhal­tung gewisser Zusagen, die in der letzten deutschen Rote gemacht wurden, schwierrg sein würde, diese im Interesse der Gesundung der deutschen Finanzen notwendig gewesen feie«. Nach dem Scheitern der Anleihe aber dürste das Hauptzugeständnis, die Einstellung des No­tendruckes auf Grund des Standes am 31. März, nunmehr unmöglich fein. Die Reichs- regierung wird nun prüfen, wie weit die von ihr beabsichtigten Maßnahmen durch den Abbruch der Airleiheverhandlungen betroffen werden.

JuserttonSpretfer *) Slnhetmisch« Aufträge: Di« etnfpatttg« SneetgenfcUe M. , bte einspaltige Reklamezeil«. 11.. b) AuSwärrtge Aufträge: Die einspaltige Anzeigenzeile SR. 4., die einspaltige Reklamezelle M. 11., alle« einschließlich Teuerungszuschlag und' Anzeigensteuer. Für Anzeigen mit besonder« schwierige» Satz hundert Prozenr Aufschlag Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme.' baten und Plätze kann eine gewähr nicht übernommen werden, Druckerei: Schlacht. Hofstraße 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße s, Telephon Nummer 9-1 und 952

MMerMrwnifse öer Sntente

Um die Grundsätze von Cannes.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 13. Juni.

Die fr an z ös ische Regierung hat der e« g- tischen bereits eine Antwort auf deren Rote übermittelt. Frankreich erklärt darin, daß cs weiterhin auf dem Boden der Resolution von Cannes stehe, die in Genua häufig vergessen rvorden sei. Die französischen Grundsätze, die in England Anlaß zu Mißverständnissen ge- geben hätten, seien nicht mißzuverstehen. Frank­reich anerkenne mit England, daß im Haag zu- nächst eine Sachvcrständigen-Konftrenz stattfin- den ulüsse. Die stanzöfische Regierung ist der Anschauung, daß die Resolutton von Cannes im Haag unbedingt als bindende Vorschrift z« gel­ten habe. Man müsse die Beratnngen der rus­sischen Frage als neue Grundlage wieder aufnehmen. namentlich aber müsse man an Ort und Stelle eine eingehende Untersuchung der russischen Zustände vornehmen.

Das Reichswehrministerium gibt zu den blu­tigen Zusammenstößen in Königsberg solgerwe Mitteilung aus: Den Reichswrhrange- hörigen war dir dienstliche und außerdienst­liche Teilnahme an den Veranstaltungen der Vereine verboten, da diese von den zu- ständigen Zivilbehörd-n drS Reiches und des Staates als politische Beranstaltungen erklärt worden waren. Das Verbot galt jedoch nicht für die Teilnahme an Veranstaltungen ber staat- lichen und kommunalen Behörden, sowie an den internen militärischen Feiern. Diese waren ausdrücklich vvm Reichswehrmivisterium ge- stattet. Beim Anmarsch zu einer solchen in­ternen Feier, nämlich zu der Parade auf dem Kasernenhof der Pionierkaserne, kam es zu dem berichteten Zusammenstoß. Als Beweis für die Gewalt, mit der der Angriff von den Demon- sttanten geführt wurde, ist hervorzuhebrn, daß einem Unteroffizier der Artillerie der Kara­biner entrissen wurde. Ein Karabiner tvurdc durch Steinwürse zertrüm­mert. Es regnete förmlich Steine, fo daß den Mannschaften nichts weiteres übrig blieb, als zur Waffe zu greifen. Ungefähr dreißig Sol­daten standen einer etwa lausendköpfi­gen Menge gegenüber. Es wurden etwa zwölf bis fünfzehn Schüsse abgegeben. Bier Per­sonen wurden verwundet, eine actitt»». '

Relbungsgründe.

Deutschland, England und Frankreich.

Die großen politischen Probleme Europas ha­ben auf dem Fcstlande anscheinend übersehen las­sen, daß die britische Jndnsttie sich anschickt, grundlegend umzuformen. Netzten Endes be. stimmt gerade das industrielle Interesse auch die Haltung Lloyd Georges. Es ist vielleicht nicht überflüssig, zu betonen, daß das englische In­teresse nur eine kurze Strecke Weges mit dem deutschen zusammengcht, es ist aber sicher, daß die britische Industrie Deutschland lediglich als Absatzgebiet gewinnen und schließlich die französische Industrie abwürgen will. In England ist man zielbewußt dazu übergegangen, die Kriegs preise, die Ur­sache der Konkurrenzunfähigkeit waren, ebenso abzubauen wie die Löhne und die verkürzte Ar­beitszeit. Der letzte Riesenstreik hat die Finanz­kraft der vereinigten britischen Gewerkschaften start erschöpft, obwohl ihnen mehr Mttel al? anderen Gewerkschaften zur Verfügung standen. Jetzt beabsichtigt man, zur Vermeidung größerer Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbett- r.ehmern, eine Art Jndustrrep arlament ins Leben zu rufen, in dem zwischen Arbeit­gebern und Gewerkschaftsführern stündig über die Lage verhandelt wird. In den für den Plan aufgestellten Grundsätzen heißt es: .Je mehr Direktoren, Geschäftsführer, Aufseher und Ar-, beiter das gemeinschaftliche Ziel ihres Wirkens erkennen, Differenzen auszugteichen, wo sie sich zeigen, und harmonische Beziehungen zwischen den Arbeitenden Herstellen, desto eher wird die innere Reibung vermindert, und Tüch­tigkeit, Energie und Arbeitswille werden nicht verschwendet, sondern für die Produktion fte- gemacht.'

Das sind eigentlich Selbstverständlichkeiten, allerdings nicht tn einem auf Klassenkampf ein­gestellten Lande. Aber in England ist vom Kampf der Klaffen nichts mehr zu spüren; füh­rende Gewerkschaftsmitglieder predigen neuer­dings die Harmonie zwischen Kapital und Ar­beit, und es ist bezeichnend, daß das Unterhaus- mitqlied Hopkinson, der Inhaber einer großen Maschinenfabrik, aus dem Kongreß der In­genieure und Vorarbeiter die Entpolitisie- rnng der Gewerkschaften predigen konnte. Die Schaffung von immer neuem Kapital wurde als Zweck der Arbeit hingestellt, und tat­sächlich kursiert diese Auffassung auch in briti­schen Kswerkschaftskreisen. Der britische Gewerk- schaftssührer weiß ganz genau, daß der deutsche Arbeiter eigentlich sein Gegner ist, da das Ge­schick des deuffchen Arbeiters mit dem der deut­schen Industrie verbunden bleibt. Englands und Deutschlands Industrien sind aber auch Konknr- rcnz. Daher ist die neu aufgezogene Haßpropa- ganda gegen Deutschland wirksam, weil sie sehr geschickt auf die Psyche des britischen Arbeiters berechnet ist. Lord Northcliffe hat Deutschland besucht, hat es .reich an Waren, gut gekleidet und genährt gefunden' und meint, daß Deutsch­land sehr kinderreich wäre, also daß die deuffche Volkskraft viel größer sei als die französische, und Frankreich sich vor der deuffchen Rache fürch­ten soll. Nortbcliffe, Lord, ehedem einfach Mster Harn'.sworth. schildert Deutschland geradezu als Paradies, und der Arbeiterführer Thompson geht hin und tut desgleichen. Nach ihm lebt der deutsche Arbeiter besser als der Arbeiter in an­deren Ländern.

Demgegenüber veröffentlichen die Zeitungen vom selben Tage einen Bericht der bekannten Politikerin Mrs. Snowden, der zeigt, daß diese Dame die Vcrhältniffe nicht vom guten Hotel aus beobachtet hat, sondern ehrliche Nach­forschungen hielt. Sie sagt. Deutschland ist emsia wie ein Bienenhaufen, das Volk arbeitet hart, lebt aber von der Hand in den Mund. Der Arbeftec muß sich vieles versagen', was der britische Arbeiter als Notwendigkeit an­sicht. Der Mittelstand, die Berufstreibcndeu . nd besonders die Rentenempfänger fühlen die Not der Zeit am meisten. Manche von ihnen siechen langsam dahin und verkaufen alles, was sie besitzen, um den Hunger fernzuhalien. Leute aus den besten Kreisen ernähren sich durch ihrer Hände Arbeit, ohne zu klagen Man befürchtet von einer Stabilisierung der Mark eine Störung der Industrie, da Deutschland dann nicht mehr in der Lage sein wird, an daS Ausland zu ver­kaufen. Die daraus folgende Arbeitslosigkeit läßt den politischen Horizont trübe erscheinen. Mrs. SnÄrden beschäftigt sich auch mit der franzoscu feindlichen Stimmung im Rheinland, in dem es von farbigen Truppen wimmle. Man hege gegen diese Leute selbst keinen Groll, denn man begreife ihren Charakter und ihre Lage. Ihre Anwesen­heit, die u:ehr als alles andere die Stimmung verderbe, mache man denen zum Vorwurf, die sie hergcsandt hätten. Die Beschwerden gegen die weißen Truppen gipfelten darin, daß sie zu viele Angehörige nach Deutschland brächten, die dem Volk nicht nur die Wohnungen wegnähmen, sondern sich auch durch ihr

Srankrefty bleibt vartnüSig.

Rotterdam, 13. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Der Rotterdamschc Courant berichtet aus Puris: Morgan verabschiedete sich in eintzündiger Kon­ferenz von PoincarS. Die Pariser Presse stellt fest, daß PoincarS Morgan keine Hosfnun- gcn auf eine Revision des französischen Standpunktes gegeben habe.

herrscht Panikstimmung «nd man steht den kommenden Tagen mit größter Unruhe entgegen. Die meisten Geschäfte sperrten schon in den ersten Rachmittagssttmden ihre Lokale. Die Börsenkam­mer beschloß, angeblich aus technischen Gründen, den heutigen Börsentag ausfallrn zu lassen. Der Banknotenumlauf ist in den letzten beiden Berichtswochen in der östcrreichisch-ungarischen Bank um über vierzig Milliarden gestiegen und betrug am 7. Juni dieses Jahres über vier­hundert Milliarden Krone»

Bergmanns Bericht.

Berlin, 13. Juni. (Privat - Telegramm.) Staatssekretär Bergmann ist gestern abend aus Pari« eingetroffen. In einer Kabinett­sitzung, die heute vormittag stattfand, hat er dec Reichsregierung über den Verlauf der Pariser A n l«i h e - Verhandlungen Bericht erstattet.

Das Gchettem der Akileshe.

Die Uneinigkeit in der Konferenz.

. (Eigene Drahtmeldung.)

Rotterdam, 13. Juni.

Morning Post berichtet: Der englische Vertre­ter in der Pariser Anleihe-Konferenz hat mir Morgan gegen die Vertagung der deutschen Anleihe gestimmt. Der englische Vertreter hat in seinem Schlußwort darauf hiugewiefen, daß England die dringende finanzielle Notlage Deutschlands anerfenne, und daß er in der Bettagung der Anleiheftage eine Gefährdung der Reparationen erblicken müsse. Der Baseler Anzeiger meldet aus Paris: Biel beachtet wird die Aussprache Morgans mtt dem deut­schen Staatssekretär Bergmann, deren be­sondere Herzlichkeit auch der PariserMatin" mtt Bedauern zugebcn mutz.

Der Königsberger Vorfall,

Eine amtliche Aufklärung.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 13. Juni.

Das ©arantiefomitee.

Paris, 13. Juni. (Eigene Drähtmekdung.) Wie derTemps" mitteilt, wird das Garantie- Komitee Ende dieser Woche nach Berlin übersie­deln. Es wird aus fünf Delegierten der Repa- rationAommission und dem Dienstchef der Finanzvrrwalttmg jeder Delegation zufammcn- aefetzt sein nnd von dem ftanzöstfchen Delegier­ten präsidiert werden.

Börsmpamk in Wien.

Milliardenfteigernas des Notenumlaufs.

(Eigene Drahtmeldung.)

Wien, IS. Jrrni.

«n der gestrigen Börse sind die Kurse in einem bisher noch nicht dagcwcfenen Tempo in die Höhe geschnellt. In allen Börsenkreisen

Auftreten verhaßt machten. Als Beispiele werden folgende angeführt: Die Frau eines fran­zösischen Offiziers ließ sich von einem rheinischen Fleischer nacheinander drei oder vier Stücke Fleisch abschneiden, aber keines paßte ihr. Der Fleischer hat sich schließlich geweigert, noch wei­tere Stücke zu schneiden. Dafür ist er ins Gefäng­nis gewandert und seine Frau zu flinshundcrt Mark Strafe verurteilt worden. Eine Frau be­schwerte sich über den Lärm, der durch verschie- bene in der Nähe ihrer Wohnung gehaltene Autos während der ganzen Nacht gemacht wurde. Sie wurde dafür gezwungen, die Autos zu reinigen. Mrs. Snvwden hat sich dann bei einem der französischen Beantten erkundigt, wes­halb man diese Politik der Nadel st iche verfolge, und der Mann hat ihr geantwortet: Dieses Volk muß in Furcht erhalten werden.'

Kasseler Rathaus.

3m Zeichen des Scheidemann-Attentats r Staat und Loffewerk; Friedhofskapelle.

(Eigener Bericht.)

Kassel, 1& Ftmi.

Die gestrige Sitzung bet Stadt-Väter War vor­bildlich sriedlich. Tribünenbesucher, die geilte sehen, wenn man sich unten im Saalehäuft tarnen nicht ans ihre Kosten. Sachlich und ruhig, beinahe eintönig, ging die Abwicklung der Ta­gesordnung vor sich. Zunächst gibt vor Eintritt in die TMcsordnung Siadtverordnetenvorsteher G r z e s i n s k i den Abscheu der Stadtverordis- tenversaimnlung und der Bürgerschaft Ausdrrlü übet den Mordanschlag gegen den Oberbüxger- rneistet. Möge Herr Oberbürgermeister Schei- bemann, so sagt er, uns nod> recht lange er­halten 'bleiben! Dann richtete der Vorsteher au diejenigen, welche die Gelegenheit hüben, red­nerisch und in der Presse zur Bedövetung Kas­sels zu sprechen, eine ernste Mahnung und er sucht diese Kreise bei aller Zuerkennung voller Rede- und Pressefreiheit und schärffter sachlicher Kritik dringend zu ersuchen, alles zu unterlassen, was eine Atmosphäre schaf­fen und die bereits vorhandene noch mehr dec- dichten kann, in der solche Attentate nut allein möglich sind.

Der Oberbürgermeister ist vor diesem Atteli- tai bereits wiederholt mittelbar tätlich attackiert worden. Der Vorsteher erinnert an die Be­schmutzung und Verriegelung des Oberbürger - meisterhauses, an verschiedene nächtliche Stau- dalszenen und vorgekommene Schießereien vor diesem Hause zuletzt erst vor zwei Wo­chen und anderes mehr! Jeder sollte die Pflicht in sich fühlen, mtt dazu beiznttagen, daß die üble Atmosphäre erst gar nicht wieder entsteht, und die vorhandenedicke Lust" recht bald zerstrerft wird. Wir wollen, so fuhr er fort, innerhalb dieses Saales und außerhalb deffelben unsere gewiß ost großen Meinungsdifferenzen zwar mit aller für notwendig gehaltenen Schärfe, aber doch immer mit der Sachlichkeit auskämpfen, die nun einmal allein zur Klärung führt. Jede persön­liche Verunglimpfung des Gegners und Ver­hetzung gegen ihn muß unterbleiben.

Bürgermeister Brunner schließt sich, dem, was der Vorsteher gesagt hat, in jeder Hinsicht an, auch wegen der herabgerissenen Fahnen. Der Oberbürgermeister dankt. Er spricht über einen prachtvollen Strauß mit roten Rosen, weißen Kletterrosen und Marschall Niel hinweg, die auf seinen Platz gestellt worden waren. Usberzeugung, so spricht er, ist des Mannes, Ehre. Er achte die Ueberzeugung eines (eben, Mannes und werde sich auch in feiner Ueber­zeugung durch derattige Zwischenfälle nicht irre machen lassen. Durch Aufklärung des Volkes müsse bafür gesorgt werden, daß sich solche Dinge in Zukunft nicht wiederholen. Dann wird ut die Tagesordnung eingetreten. Zunächst erfolgt die Mitteilung,daß die Etatsberatung am 25. Juni stattfindet. Hierauf wird debattelos der Vertrag mit dem Staat über

genehmigt. Stadtverordneter Dt. Günth (>Soz.) schildert die Schwierigkeiten die dem V tragsab-Wuß entgegensianden. Ihn das Ver­trauen des Staates zur Stadt herxnsiellen, so sagte er. ist die Leitung des Werkes der aus Stadtrat Henkel und den Stadtverordneten Steinhardt und Dr. Günther bestehenden Kam. Mission übertragen worden. Um die fmauzielle Seite des Vertragsabschlusses Hat sich Stadtver­ordneter Ballin verdient gewacht. Das Hauptverdienst aber habe der Oberbür­germeister selbst. Das Werk wftd infolge des Vertrages wesentlich erweitert. Dre Rechte der Stadt seien jedenfalls weitgehend gewahrt. Nack-dem Bürgermeister Brunner mitgeteilt, daß der Vertrag bereits die Zustlmmuug des Han- delsministerL gefunden hat, spricht Oberbürger­meister Scheibemann ben aenannten drei Herren, besonders Dr. Günther, Dank aus. Der Staat habe wiederholt seine große Befriedigung Mer dessen Tätigkeit ausgei?rückt. Anschließend daran wird die Aufnahme eines Darlehns von 10 Millionen Mark für den w^au »es F-sscwerLs genehmigt. DaS Geld ffibt eint Ser«

Wir haben allen Anlaß, den guten Ruf bei Stadt Kassel zu erhalten. Vorgänge wie die, daß die von dem gesetzgebenden Körperschaften des Reiches verfaffungSgemüß eingefuhrten Hoheitszeichen des Reiches nicht einmal mehr ohne besonderen polizeilichen Schutz wehen kön­nen, und heruntergeriffen werden, wenn dieser Schutz versage, seien ein unerhörter Skandal und zeuge von einer tieftraurigen Verwilderung der Sitten. Solche Vorgänge feien geeignet Kassel selbst auf das Schwerste in Verruf zu bringen und zu schädigen. Lassen Sie sich, schloß der Vor­steher, auch imfer Teil tun, was wir tun können, damit diese an dem Herrn Oberbürgermeister be­gangene ruchlose Tat, die das Mlerbösefie ge­wollt, in Wirklichkeit das Gut« geschafft hat!