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Kasseler Neueste Nach

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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 134

Fernsprecher 951 und 952

Sonntag, 11. Zunr 1922.

Fernsprecher 951 und 952

12. Jahrgang.

11 nihw iHTTOiinwTim

keine große Anleihe sm Deutschland.

Deutschlands Not.

Kerne Hilfe vom Ausland?

Die Lage ist noch Immer außerordentlich un­klar. Wenn man die Börse, das wirtschaftliche Barometer, betrachtet, sieht man nur seit Mo­naten anhaltende Schwankungen. Die Devisen­kurse gehen auf und ab, je nach der augen­blicklichen Stimmung, ob man an das Zustande­kommen einer Anleihe glaubt oder nicht. Da­neben haben die Efsektenkurse einen bedenklichen Tiefstand erreicht, von dem sie sich erst in dieser Woche ein wenig erholt haben. Im Allgemeinen beginnt ja die Ansicht sich zu verbreiten, daß bei den Anleiheverhandlungen nicht viel für Deutschland herauskormnen werde. Wird wirk­lich eine kleine Anleihe zustande gebracht, dann kann sie die Mark nicht erheblich bessern: somit wäre noch Aussicht, daß unsere Industrie doch wieder Aufträge vom Ausland erhalten würde. Kommt sie nicht zustande, dann sinkt die Mark von Neuem, wodurch zwar im Innern die Teu­erung weitergehen, aber infolge vermehrter Auslandsaufträge die drohende Arbeitslosigkeit verhütet würde Es ist leider immer ein Wenn und Aber dabei, und immer hat es neben der guten eine' Wlechte Seite. Ungetrübte Vorteile werden uns vorläufig noch nicht befchieden sein. Zwar Haven die Pariser Bankierkonferenz und der alliierte Wiedergutmachungsausschuß sich zu der Erkenntnis durchgerungen, daß die deut­sche Schuldsumme herabgesetzt werden muß, wenn Deutschland auf die Dauer kredit- und zahlungs­fähig werden soll, aber Frankreich legi Hin- derni sse in den Weg. Zwar gibt es in Frank­reich zwei Gruppen, die verschiedener Meinung sind. Während der französische Vertreter im WiedergutmachungsausMuß geneigt ist, sich den anderen Ausschuß-Mtgliedern anzuschließen, dertritt Poincar« den Standpunkt, daß keine Schuldkürzung für Deutschland erfolgen dürfe, es sei denn, daß England und Amerika auch die französische Schuld herabsetze. Dazu besteht über dort keine Neigung. FolMch ist Poincar« ge­willt, nötigenfalls auf einige deutsche Raten­zahlungen vorübergehend zu verzichten, aber nicht seinen Gesamtanspruch schmälern zu taffen. Er sprach von der Erhalruug der Rechte Frank­reichs und meint damit das im Versailler Ver­trag ausgesprocheneRecht" der Zwangs­maßnahmen gegen Deutschland. Die alte Gewaltpolitik soll also fortgesetzt werden Es besteht allerdings demgegenüber die Frage, ob sich Frankreich nicht gezwungen sehen wird, den Standpunkt Englands, Italiens und Amerikas anzunehmen nachdem es in dieser Angelegen­heit völlig isoliert worden ist, da sogar Belgien auf der Seite der anderen steht. Vielleicht kann es uns zum Nutzen gereichen, daß die in der Bankierkonferenz vereinigten Finanzmänner nach Deutschland kommen wollen um hier die wirtschaftlichen und finanziellen Verhältniffe zu prüfen.

Wie man in der deutschen Großind u - strie über die Unklarheit und Unschlüffigkeit der Pariser Konferenz den», geht aus einer Aeußerung des Großindustriellen Hugo Stinncs bervor. Die Parteien mögen über diesen Mann lagen, was sie wollen, so könne« sie ihm doch «eine wirtschaftliche Bedeutung, die einen klaren -^opf, geschäftlichen Weitblick und großzügiges Organisationstalent voraussetzt, nicht streitig machen. Während andere reden, handelt er und wenn er einmal redet, sind seine Worte auf Tat­sachen gegründet. Wie er in einer Tagung der ebener Handelskammer sagte, kann uns eine kleine Anleihe nicht nur nichts nützen, sondern unser Elend wird noch vergrößert. Soll eine Anleihe gewährt werden, so muß sie von großem Umfang sein. Wir müssen vor allem auf eine endgültige Regelung der Verhält' rtÄÄ Mündliche Abhilfe unserer Schwierigkeiten dringen. Dieser Ansicht muß man zustimmen, wenn man in Betracht zieht, daß eine nur kurze Atempause uns nicht krästi- ger macht. Zum mindesten wäre nötig, daß noch weitere Anleihen folgen müßten, die uns in de« Stand setzten, unseren eigenen Haushalt zu re* ttem und dann noch die Verpflichtungen gegen* über den Alliierten zu erfüllen. Wir kennen aiuh noch nicht die Bedingungen, die wir einge­hen müßten Daß wir uns bet den Zins- und Tilgungsleistungen schwer anstrrugen müßten, kann wohl nicht zweifelhaft sein. Aber es würde doch Gewißheit ge>chaffen. die der dauernden Unsicherheit vorzuziehen wäre

Es wurde gemeldet, die Teilnehmer an der Bankr er konferenz wollten Deutsch­land besuchen, um hier zu prüfen, wie weit wir imstande seien, die uns aufgebürdeten Saften zu tragen. Das können wir nur be­grüßen. beim im Auslande sind erstaunlicher, weise noch so viele Irrtümer über Deutschland verbreitet, daß sich ernste Männer einmal ernst­lich mit der nackten Wirklichkeit beschäftigen soll­ten. Zwar sitzen fremde Kommissionen genug In Deutschland, aber es ist eine Schande, daß diese Lttite. die mit si-indseliger Voreingenommenheit

hierher gekommen sind, ihr Aufgabe nur theo­retisch betrachten, sich als die Herren aufspielen und in Saus und Braus auf unsere Kosten le­ben. Sie geben sich gar nicht die Mühe, tiefer in die Notlage des Volkes einzudringen, sie kle­ben nur an der Oberfläche der Großstädte, die ihnen ein ganz falsches Bild barbieret Da sind die Männer, denen man mehr Verstand zutrauen darf und die in ihren Heimatländern immer­hin Einfluß besitzen, willkommen zu heißen. Auch sie sind ja noch von einer Voreingenom­menheit beherrscht, die ihnen jahrelang die feind­liche Presse in gewissenloser Entstellung, die sie politische Propaganda nennen, eingeimpft hat. Aber es ist bei ihnen anzunehmen, daß sie nicht einseitig verrannt sind, sondern bereit, sich eines Besseren belehren zu lassen. Unserer Reichs­regierung, unseren in Staat und Wirtschaft füh­renden Persönlichkeiten liegt es jetzt ob, das nötige Beweismaterial beizubringen, an dem es ja wahrlich nicht fehlt. K. F. D.

Kerne große Anleihe.

Die Konferenz wird auf drei Monate vertagt. (Eigener Drahtbericht.

Paris, 10. Juni.

Neber die gestrige Sitzung des Anleihe-Komi­tees verlautet, daß im wesentlichen folgendes be­schlossen wurde: Das Baukkomitee erachtet unter den gegenwärtigen Umständen eine große in­ternationale Anleihe für nicht möglich. Das Anleihe-Komitee wird seine Arbeiten infolgedes. sen auf drei Monate vertagen, während welcher Zeit die verschiedenen Regierungen Ge­legenheit haben werden, über die Reparations­frage unter sich in Verhandlungen einzutreten. Die heutige Sitzung soll dazu dienen, eine end- gültige Form für die in der gestrigen Debatte gefaßten Beschlüsse zu finden. Von einer Seite hat man die für Deutfchland tragbare Repa- rationslaft auf ungefähr fünfzig Milliarden Goldman angegeben. DerOeuvre" schreibt, daß der Bericht, den die heutige Sitzung hervorbringt, sich nur darauf beschränken wird, zu erklären, daß gegenwärtig eine internationale Kreditaktiou großen Umfanges ausgeschloffen sei.

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Vielleicht eine kleine Anleihe.

Paris, 10. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Das Anleihe-Komitee, das mit einer kurzen Un­terbrechung gestern nachmittag und abend be­raten hat, vertagte sich auf heute vormittag elf Uhr. Man geht mit der Annahme nicht fehl, daß in der heutigen Sitzung die Entschei­dung faUen wird. Obwohl über die gestrigen Sitzungen keine Mitteilungen von beteiligter Seite gemacht worden sind, verlautete gestern abend in Ententekreisen, daß die Aussicht für die geplante große Anleihe für Deutschland nur noch sehr gering sei. Etwas aussichts­reicher dagegen erscheine es, eine kleine An­leihe unterzubringen, die Deutschland über die Schwierigkeiten dieses Jahres hinwegbringe.

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Das (Sarantiefomitee.

Paris, 10. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Tas Garantie-Komitee hat den Beschluß gefaßt, Anfang nächster Woche nach Berlin abyireifen.

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Llm ben Aahlungs-AussHub.

Aus dem Wiedergutmachuugs-Ausschust.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 10. Juni.

Sehr bedeutsam ist die Mitteilung des Eclair", daß die Mehrl/eit der Reparattonskom- mission unter Führung Bradburys die Absicht habe, wenn jetzt keine Anleihe zustande kommen sollte, das Moratorium sogleich bis 1930 zu verlängern, wozu sie durch den Versailler Ver­trag ausdrücklich ermächtigt sei. Die Mehrheit der Reparationskommission will dadurch die neue Beunruhigung der Weltwirtschaft verhindern, die das Sckieitern der Anleiheverhandlungen zu­nächst verursachen müßte. Sie will mft dieser Maßnahme aber auch einen erzieherischen Truck auf den reale« Sinn Frankreichs ausüben.

Das geteilte OberMlesien.

Beisitzer der gemischten Kommission.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 10. Juni.

Zn deutschen Beisitzern der gemischten Kommission für Obcrschlesien sind der Landrat a. D. Bukascheck und Legationsrat von Moltke. bisher Stellvertreter des deutsck)en Be- vollmächitgten in Odpeln, ernannt worden. Zum deutschen Mitglied des Schiedsgerichtes ist der Landgerichlsrat »rnn>tpt mordrn. Rach

einer hier vorliegenden Meldung wird Präsi­dent Calonder am 12. Juni aus der Schweiz nach Oberschlesien abreifen. Der deutsche Gesand­te von Eckhardt wird morgen in Oppeln eintref­fen. wo eine Sitzung der deutschen und volni- scheu Vertreter mit der interalliierten Kommis- lion tzattfinden wird.

Dr. Wirth un& Nathermu.

Unterredung mit Pressevertreter«.

(Privat-Telegramm.)

Stuttgart, 10. Juni.

Reichskanzler Dr. Wirth und Reichsau­ßenminister Dr. R a t h e n a u nahmen bei ihrem Besuch bei der württembergischen Regierung Gelegenheit, sich in einer zwanglosen Bespre­chung mit Vertretern der württembergischen Presse zu verschiedenen politischen Fragen zu äußern. Auf die Frage, was Deutschland von der Haager Konferenz erwarten könne, wies Dr. Rathenau daraus hin, daß es sich bei dieser Konferenz, auf der die Verhandlungen von Genua in gewissem Sinne fortgesetzt wer­den sollen, um eine Zusammenkunft von Sach­verständigen in erster Linie Rußlands, sodann von denjenigen Ländern, die sich wieder mit Deutschland in Verbindung zu fetzen Wünsch­ten, handele. Da Deutschland seine politi­schen Beziehungen z« Rußland durch den Der- trag von Rapallo bereits geregelt habe, habe es auch nicht aus eine Zulassung zur Haager Kon- seren; gedrängt. Sodann betonte Dr. Rathenau die guten Beziehungen Deutschlands zu Rutz- lands. die auch Dr. Wirth unterstrich. Zur A n > leihefrage erklärte der Reichskanzler, daß vorläufig noch eine gewisse Zurückhaltung gebo­ten sei. Die deutsche Oeffentlichkeit soll aber bei jeder Gelegenheit zum Ausdruck bringen, daß die Anleihefrage nur im Zusammenhang mit dem Reparationsproblem gelöst werden könne. Zur Wahl des Reichspräsidenten teilte der Reichskanzler mit, daß er sofort nach Wieder­zusammentritt deS Reichstages mit den Führern der Parteien Fühlung nehmen werde, um in der Frage der Präsidentenwahl zu einer endgkl- tigen Entscheidung zu kommen.

Die italienische Regierung.

Ei« starkes Vertrauensvotum.

(Eigene Drahtmeldung.)

Genf, 10. Juni.

Aus Rom wird berichtet: Bei der gestrigen Abstimmung in der italienischen Kam­mer, in der das Vertrauensvotum mit 209 gegen 67 Stimmen bei einer Stimmenthal­tung angenommen wurde, stimmten die Sozia­listen und Kommunisten gegen die Regierung, heuern, wie der(Sortiere della Sera" schreibt, die Sozialisten die auswärtige Politik de Factas billigen und der sozialistische Abgeord­nete Madigniani ausdrücklich seine Genehmi­gung zu dem Abkommen mit Jugoslavien und der italienischen Politik auch gegenüber Deutschland gegeben habe. Die Sozialisten hätten nur deshalb gegen die Regierung ge­stimmt, weil die FaSzisten und Nationalisten sich für die Regierung ausgesprochen hätten und man mit den Restparteien nicht gemeinsame Sache machen wolle. In Wirklichkeit sei also das erteilte Vertrauensvotum viel bedeutungsvoller als eS die zahlenmäßige Mehrheit erkennen laffe. Tchanzer könne also mit einer fast einmütigen Zustimmung der Kammer austrete«.

polens Kabinettskrise.

Aehnttchkert mit einem Staatsumstuvz.

(Eigener Drahtbericht.

Posen, 10. Juni.

Aus Warschau wird gemeldet. Tie Sa- binettSkrise wird mit jedem Tage verwor- rener. In dem gestrigen Seniorenkonvent er­klärte der Seijm-Marschall TromczinSki, das? er nicht in der Lage fei, über die wahren Ursachen der Krise Erklärungen abzugeben. Die -Rzencz- pospolita" bewerte, daß der vom Staatschef her- aufbeschworene Rücktritt des Kabinetts viel Aehnlichleit mit einem bevorstehenden Staats­umsturz besitze. Die rechtsstehende Presse kri- ttsiert PilsudSki in einer so heftigen Form, wie sie bisher in Polen unbekannt war. Die Tatsa­che, daß es in der Sitzung des Seniorenkonvent zu keinen größeren Auseinandersetzungen kam, ist lediglich damit zu erklären, daß mehrere Par­teiführer abwesend waren. So fthltte der Füh- rer der Bauernpartei Witos, der Führer des Zentrums Skulski und der des rechten Zen- tr.urr°ffüni>fa Stultanowicz.

Verkehrs ».Gtädtetag.

Eisenbahnfragen und neue Städteordnung.

Heber Vie Tagungen de« VerlehrsverbLNde« für Hessen unb Walbeck und de« HesMch-WaU deckfcyen Städtetags, die gestern in fttreti- Hain begonnen haben, berichte« unser nach dort entsandter R. U.-Mitarbeiter Folgendes« Ein kleines Landstädtchen, das wohl eine tau­sendjährige Geschichte, aber Wenig Seheuswü« digkeiten aufweist ... So charakterisierte in sei­ner Begrüßungsrede an den Städtetag Bürgen meister Grün seine Stadt. Fahnen in den alten und neuen Reichsfarben (letztere in der Mindev beit) flatterten von den Häusern der fteundlichen '©t-aöt mit ihrem reizvollen Rathaus, das eines starken runden Turm zu einem 1914 erneuerten Fachwerkbau darstellt. Gastliche Menschen wohi neu drin. Viele tragen die altüberkommenö Tracht. Das betonte auch Landrat von und zu Gilsa-Kirchhain, als er den Städtetag im alten, Sattengau Ob erhoff en auf althistorischem Boden begrüßte. Schon in vorhistorischer Zeit spielte die Stadt eine große Rolle in der Geschichte des Vaterlandes. Von hier aus geht der Blick zum Wohratal, dessen Bewohner auf nicht gerade ge­segnetem Boden in harter Arbeit ums Brot rin^ gen, auf Rauschenberg mit seinem alten Land­grafenschlosse und der Geburtsstätte von Dingel-) stedt, dem Dünger des Weserliedes, das viel um- kämpfte Neustadt, umgeben von dem gewaltigen Herrenwalde, in dem einst die Landgrafen ihre Jagden abhielten, den gesegneten Gau des zwölft hundertjährigen Amöneburg und Schweinsberg, den alten Königshof Großseelhcim, wo die Korn- kammern des Kreises Kirchhain liegen ... In dieser Stadt nun, deren Geschichte mit Blut und Feuer geschrieben ist, sanden sich Bürgermeister und Stadtverordnete aus dem ganzen Regier rungsbezirk Kassel und aus Waldeck ZUM Städtetage ein. Wertvolle Arbeit zu leisten, war dieser Versammlung ausgegeben!

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Der Derkehrstag.

Wie immer in der letzten Zett, machte del Verkehrstag den Anfang. Landrat von und zu Gilsa wohnte ihm bei. Der Vorsitzende, Landeshauptmann v. Gehren, entert den An­wesenden seinen Gruß. Besonders dem Vertteter der Eisenbahndirektion. Zunächst erstattete der Geschäftsführer des Verkehrs-Verbandes, bei; Kasseler Verkehrsdezernent Stadlrat Weber, Bericht über die umfangreiche Tättgkett des Ver- bondes feit dem letzten Verkehrslag in Melsun­gen. Das in diesem Jahre erstmalig Wieder nach dem Kriege heransgekommene Verkehrsbuch für Hessen, Waldeck und Obeiwesergebiet, das beim Verkehrsamt m Rathaus zu haben ist, soll im nächsten Jahre eine bessere Ausstattung erfah­ren. Der Verband trat besonders dafür ehr, daß Sonntagsfahrkarten, wie in den an­deren Ersenbahnbezicken, schon Sonnabends, mittags 12 Uhr, ausgegeben werden: ftn Kasseler Direktionsbezirk sind sie erst vier Uhr nachmit­tags zu haben. Weiter wurde die Gültigkeit der Sonntagsfahrkarten sirr sämtliche Züge er­strebt. Daneben trat der Verkehrsverband für die Ausgabe von SonntagKfahrkarten vomflachen Lande nach den Großstädten ein. Aus VerkehrsrüMchten, nicht vom Standpunkt der Kirchturmpolitik, wünscht der Verband den Be­zirkswirtschaftsrat auf den Regierungs­bezirk Kassel begrenzt. Den neuerlichen Bestre­bungen, dem gänzlichen Verfall der Saba­burg im Reinhardswalde entgegenzuwirken, wird unbedingte Unterstützung verliehen. Man- gelhaste Verbindungen bestehen mit Hersfeld und Fulda. Unglücklich behandelt, namentlich hinsicht­lich deS Anschlusses an v-Züge, wird Eichwege. Der Vorsitzende dankte Stodttat Weber für feine den Verband belebende Tätigkeit. Auch er trat für einen auf unseren Regierungsbezirk mch Waldeck beschränkten

BezirksWirtschaftSrat ein. Oberbürgermeister Troje-Marburg ver­langte einen Zug nach Kassel, der es den Mar­burgern gestattet, Geschäfte in Kassel zu erledi­gen, ohne daß sie schon 4,30 Uhr morgens fahren müssen, während Fustizrat Wenning-Kassel im Namen des Hessischen Gebirgsvereins und der anderen Wander-Vereine die erwähnten For­derungen tetr den Verkehr mit Sonntagsiahrkar- ten unterstützte und für die Wiedereinführung der sog. Gabelkarten eintrat, die eine wahl-- iteife Benutzung verschiedener Strecken gestatten. Stadttai Oberstleutnant He n r i c i - Kassel erach­tet die von der Eisenbahn immer wieder ins Feld geführten technischen Schwiettgketten at8 nicht unüberwindlich. Einer Bitte des kmnmis- scttschen Bürgermeisters Schneider -Carls- Hafen, den Plan der Fortführung der PofSraft- wageuverbindung Hann.-Münden Veckerhagen bis Carlshasen zu unterstützen, wurde vom Vor­sitzenden ohne weiteres zugestimmt, Der Vertre­ter der Hotelbesitzer und Gaftwirte-Orgamsatio- nen, Hotelier D ö h n e Kassel, betonte die Be­deutung eines besseren Sonntagsfahrkarten- werens. für das Unterkunft- und SerpflqAmgS-