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Kasseler Abendzeitung

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Hesfische Abendzeitung

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Mittwoch, 7. Juni 1922.

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12. Jahrgang.

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Iraukreich hetzt weiter gegen Deutschland.

Zurück zur Vernunft!

Die unterbrochene Konferenz.

Schon gleich beim ersten Zusammentreffen der Vertretet der Politik mit denen der Wirt- schaft und Finanz hat sich bei den Pariser Anleiheverhandlungen der heute noch unversöhnbare Gegensatz in den beidersei­tigen Auffassungen über die zweckmäßige Be- handlung der Reparationskrise. die zugleich die europa.,he Wirtschaftskrise bedingt, ergeben. Die Pariser Bankierkonferenz ist schon in ihrer ersten Sitzung dem von den Wirtschaftlern in Genua aufgestellten Grundsatz beigetreten, daß die A n - lcihesraaen ohne die grundsätzliche Behand­lung der Reparationsfrage überhaupt nicht denkbar ist. Die Genueser Wirtschafts-Fach­leute sind aus Genua geflohen, weil ihnen die Besprechung dieser Frage dortverboten" war. In Paris ist das anders. Schon die Beteiligung des amerikanischen Vertreters hafte die Voraus- B daß man sich vernünftig und wirklich misch über die Ursachen der europäischen aftsnot unterhält, und das hinwiederum hatte zur Vorbedingung, daß man sich zunächst einmal die Frage stellte, ob überhaupt mit den elementarsten wirtschaftlichen Grundsätzen die ungeheure Schuldenlast zu vereinbaren- ist, die man Deutschland auferlegt hat.

Und in dieser Frage, die den Angelpunkt des ganzen Problems bildet, hat sich bereits der Konflikt ergeben. Unter Führung des amenkani- scheu Mitgliedes der Bankierkonferenz, Morgan, ist die kategorische Erklärung abgegeben worden, daß die deutsche Zahlungsfähigkeit mit den Bedingungen von V»r"aille und den Spezialaufligen des Londoner Ultima, t u m i gänzlich unvereinbar ist. Die not­wendige Folge aus dieser Auffassung geht dahin, daß erst einmal die deutschen Schuld-Ver­pflichtungen auf ein vernünftiges Maß herab­gesetzt werden müssen Erst wenn das der Fall ist. kann überhaupt ernsthaft an die Ver- wirklichung d«s Anleihevlanes gedacht werden. Man hat aber Wetter durchblicken lasten, daß, wenn Frankreich sich diesen vernünftigen wirt­schaftlichen Erwägungen fügt, die Frage der Herabsetzung der Schulden Frankreichs an England und Amerika in ein neues Stadium käme.

Als Bettag der geplanten internationalen Anleihe ist in der gegenwärftg in Paris tagen­den Bankierkonserenz eine Summe von vier Milliarden Goldmark genannt worden. Die Verteilung dieser Summe auf die Alliierten macht große Schwierifchetten. Ein Drittel da­von soll Deutschland überwiesen werden, um seine Schulden abzuletsten, um einen großen Teil seiner Repararronsverpflichtungen zu tilgen und um Maßnahmen zur Wiederherstellung seines Kredit?, soafle zur Stabilisierung der Währung zu treffen. Wenn man die ungeheueren Aus­gaben sich vergegenwärttgt, die Deutschland zu erfüllen hat und wenn man dazu noch erwägt, daß Deutschland doch auch gerade aus den Mit­teln der Anleihe einen sehr erheblichen Betrag benötigt, um die Zinsen und die Tilgung für die ersten Jahre aufzubringen, dann wird ersichtlich, daß dieser Bettag ohne weiteres unter den Hän­den zerschmilzt. Von den vier Milliarden blie­ben dann noch sechshundert Millionen Übrig, die Frankreich zugewiesen werden sollen. Es läßt sich denken, daß jetzt schon kaum daß von einem solchen Plan die Rede ist, Frantteich Sturm ge­gen diesen Verteilungsfchlüffel läuft. Man hat bei allen diesen Erörterungen aber den Eindruck, daß eS sich um die Verteilung des Felles eines Bären handelt, den man gar nicht Hai.

Mr haben wieder einmal ein Beispiel dafür, wie die Politik alle anderen Erwägungen aus- schaltet. PoincarS hat in der Kammer vonge­fährlichen Versuchen" gesprochen,die Frage der Anleihe von einer Auchutation der französischen ForderunNn abhängig zu machen". Er hat hin- Mtgefüyt, daß die Vertreter Frantteich in der Reparation- - Kommission unterrichtet worden seien,haft sie einen solchen Vorschlag nicht an* nehmen dürfen". Mt Keulen wird also hier die erste vernünftige Regung, die sich nach langem Schwall und Dunst zur Ordnung und Gesundung der wirtschaftlichen Beziehungen der Völker untereinander bemerkbar macht, tot ge- schlagen. Man weiß noch nicht, was aus den Dingen werden wird. Die Gefahr, daß die Mtt- alieder der Bankierkonferenz auch vor solchem Irrwahn lieber die Flucht ergreifen, als daß sie ihre kostbare Zeit unnütz Vertretern, ist unmittel­bar gegeben. Vorerst haben sie sich enffchlosien, von ihren Regierungen Auskunft über ihre Stel­lungnahme zu folgenden drei Punkten zu for­dern : Erstens, wie sie über die Herabsetzung der deutschen Schuldsumme denken: zweitens, wie sie sich zu der Aufgabe der im Versailler Derttag auf den deutschen Besitz gelegten Generalhvpo- t6et stellen ein Teil dieser Sicherungen müßte allerdings den Anleihegläubigern zum Unter­pfand dienen; wie sie drittens über die Herabsetzung, über die Kompensation oder über die Annüllirrung der Schulden der Miierten

untereinander denken. Man kann aus das Echo gespannt fein. Vorläufig haben die Pariser An- leiheverhandluugen eine Unterbrechung er­fahren, die nicht nur durch die Pfingsttage, son­dern durch sehr tiefgreifende sachliche Differenzen bedingt ist, die aber nicht in der Bankierkonfe- rrnz als solche zutage getreten sind, sondern die in dem unheilvollen Gegensatz zwischen der wirtschaftlichen Vernunft und dem politischen Wahnwitz ihren Hauptgrund haben.

Immer gegen Deusschland.

Eine neue Ngitattonsrede Poinearäs. (Eigener Drahtbericht.

Paris, 6. Juni.

Der französische Ministerpräsident hat anläß­lich der Feierlichkeiten in Verdun am Pfingst- onntag eine längere Rede über die Wiederher- tellungsfrage gehalten. Er erwähnte die Un­möglichkeit der Herabsetzung der für die Wiederherstellung festgesetzten Summe. Frankreich müsse eine Militärmacht unterhalten, um sie in den Dienst seiner gerechten Forderun­gen zu stellen. Frankreich hätte gegenüber Deutschland den Beweis außerordentlicher- »igung (?) gegeben und stets die allersriedlichsten Absichten (?) gehabt. Die Bevölkerung hätte ein Recht, das zu verlangen, was Deutschland ihr versprochen habe. Die besiegten Völker dürsten nicht ungestraft derartige Verpflich­tungen verletzen. Wenn der Friede Deutschland gestatten würde, sich auf Kosten Frankreichs zu bereichern, (?) dann würde die Sache, die die Vereinigten Staaten und Frankreich duri^usech- ten haben, eine Niederlage erleiden und das wäre ür Frankreich der Ruin und eine Erniedrigung.

tim die Schuldsumme. Der Streit um die Herabsetzung.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 6. Juni.

Der Korrespondent derMorningpostt in Pa­ris führt aus: Die schwierigste Frage für das Anleihe-Komitee sei die, ob die Gesamt­summe der deutschen Schuld herabgesetzt werten kann. Der Korrespondent glaubt, daß Italien und England auf eine bereits an sie gerichtete Anfrage biö Mittwoch eine be­jahende Antwort gäben werden, daß aber Frankreich und Belgien auf chrem un- nachgiebigen Standpuntt beharren werden. Der Wiedergutmachungs-AuSschutz hat keinerlei Vollmachten, die deutschen Schuldverpflichtungen zu vermindern, wohl aber kann er Deutschland ein Moratorium »der ein Teil-Moratorium bis 1930 für die bi« 1926 fällige Summe gewähren und zwar mit einfacher Stimmenmehrheit. Der Korrespondent meint, angesichts der letzten Er- Närungen Poinearss lasse sich eine Lösung der Anleihefrage noch nicht voraussehen.

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Werben Zugeständnisse bewilligt r

Paris, 6. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Die Bankierkonferenz hat vor ihrer Vertagung Anfragen an die Eierten Mächte ergehen lassen deren Beantwortung bis zum Wieder­zusammentritt erbeten ist. Die Anfragen betref- fen eine schnelle Klärung der Hauptfragen, o b und welche von den Zugeständnissen, die von der Konferenz für unumgänglich nötig gehalten werden, die Alliierten hinsichtlich ihrer sinanziellen und militärischen Rechte gegenüber Deutschland zu bewilliaen beabsichtigen.

Dle gewalttätigen Volen. Räuberische Ueberfälle und Plünderungen.

(Eigener Bericht.)

Breslau, 6. Juni.

In Sorau kam unter der Leitung des Bandenführers S o b i k eine Masse Banditen in die Stadt. Sie verprügelten eine Reihe von deutschen Personen, selbst vor Frau­en machten die Rohlinge keinen Halt. Der Ban­ditenführer Sobik mißhandelte die neunzehn- jährige Tochter des Buchdruckereibesitzers Hu- nold schwer. Die Banditen fielen wie wil­de Bestien über die Deutschen her. Große Schaufenster gingen in Trümmer, Handgra­naten wurden au den Türen zur Erplosion gebracht, johlend drangen die Banditen in die Geschäftsräume ein und raubten Manufak­tur- und andere Waren. Der Schaden gebt in die Millionen Völlig auSgeraubt wurden die Juweliergeschäfte Gernikoda und Milde und die Buchdruckerei Hunold. Schließlich drang auch die Menge noch in die Privatwohnung des Pastors Jendernie ein und plünderten ste voll­

kommen ans Die polnische Gemeindewache sah dem Treiben tatenlos zu. A S ein Lastauto mit Franzosen von Rybnik her unter Führung eines Offiziers in die Stadt einrückte, ver­schwanden die Plünderer.

Vapierne Maßnahmen.

KaitoWitz, 6. Juni. (Eigene Drcchtmeldung.) Hier sand ans Einladung des zukünftigen Woy- woden eine Konferenz in der polnischen Behör­de statt, nn der Vertreter der deutschen und pol­nischen Presse sowie Vertreter der GeWerkschaf- ten Oberschlesiens teilnahmen. In dieser Sit­zung wurde beschlossen, anläßlich der jüngsten Ereignisse im Industriegebiet in folgender Rich­tung zu wirken: Jeder nationale, politische und religiöse Terror muß ausgeschaltet wer­den, vpr allem ist iedem Bandenunfug entgegen« zutreten. Die nicht vertretenen Zeitungen pol­nisch und deutsch Oberschlesiens werden ersucht werden, sich der Veröffentlichitng dieser Entschei­dung anzuschließen und in diesem Sinne zu wirken. In dieser Sitzung wurde auch gegen die Beschränkung der Pressefreiheit durch den Bela­gerungszustand Einspruch erhoben.

Das Reparations-Problem.

Frankreich besteht auf feinem Schein.

(Privat-Telegramm.) ,

Berlin, 6. Juni.

Die außenpolitische Lage hat während der Pfingsttage irgendwelche bedeutsamen Berän- dernngen nicht erfahren. Neparattonsausfchuß und Bankierkonstrenz in Paris haben während der Pfingsttage keine Sitzungen abgehalten. Der Antrag Frankreichs an die Reparatious- kommission, keine Rechte des Versailler Vertrages preiszugeben, kommt nach einer Meldung schwei- zerischer Blätter erst am kommenden Freitag zur Besprechung. In Berlin glaubt man, daß die Pariser Finanzkonferenz früher als bisher an­genommen, schon in diesem Monat, zu Ende gehen wird. Rach einer Pariser Expretz- meldii!' ist am ersten Pfingsttage die amtliche Mitteilung der Reparattonskommission an Deutschland abgegangen, wonach die alliierte Finanzkontrolle am 15. Juli in Berlin beginnt.

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Fortsetzung der Beratungen.

Paris, 6. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Der Wiedergutmachungs-Ausschuß wollte am Dienstag eine Sitzung abhalten, um über die von dem Anleihekomitee gestellte FrageJf Deutschland unbedingt an die durch das Lotst doner Ultimatum festgesetzten Zahlungen ge­bunden" zu beraten. Ta mehrere Mitglieder deö WiedergutmachungsausschuffeS von Paris ab­wesend waren, mutzte die Sitzung vertagt wer­ben. Inzwischen hat der Ausschuß an die deutsche Regierung berichtet, daß er ihr über die noch schwebenden Fragen weitere Mitteilungen zugehen lassen wolle. Dies soll unmittelbar nach dem Pfingstfest geschehen. Der Wortlaut der entsprechenden Rote wurde bereits festgelegt.

Warenlieferungen.

Rom, 6. Juni. (Eigene Tiahtmeldulig.) In den nächsten Tagen wird in einer noch nicht bestimmten Stadt eine Konferenz zwischen ita­lienischen und deutschen Delegierten stattftnden, die sich mit den von Deutschland zu le/stenoeu Revarations-Warenlieferungen beschäftigen wird. Als Vertreter Italiens wird der belannte Groß- industrielle Albertino Pirelle, als Hauptdeleaier- ter DeuffchlandS Dr. Kunze vom Wiederaufbau. Ministerium bezeichnet. Es sollen Berembarmt- gen darüber getroffen werden, welche Waren Deutschland zu liefern hat.

Der Hottemötten-Aufftanb.

Auc rhuuug der Unruhe«.

(Eigene Drahtmeldung.)

Loudon, 6. Juni.

Hier eingelaufene Nachrichten aus Kap­stadt bezeichnen die Lage der englischen Regie­rungstruppen im Düdweften des afrikanischen Mimdatgebiete» von Deutsch-Südwestafrika als sehr ernst. Fünshundett ausständige Hotten- totten konnten fich mit ihre« Führern der Umzin- gelung der Engländer entziehen und in Sicher- hett bringen. Sie entfalten gegenwärtig unter den noch nicht am Aufstande beteiligten Einge- borenen eine lebhafte Propaganda, um sie zur Teilnahme an dem Kampf gegen das bri- tifche Protektorat zu bewegen. Eme Ab teilung berittener Polizei ist aus Kapstadt aw Booten den Onwje-Flutz hinaufgefahren, um den Regierungstruvven Beistand zu leisten.

Auf dem Dörnberg. Psingstkmtdgebung der demokratischen Jugend.

(Eigener Bericht.)

Kassel, 6. Juni.

Das Straßenbild von Kassel wurde vor und Während der Feiettage von der demokratischen Jugend beeinflußt, bte hier ihr erstes Reichs- treffen hatte. Vorwiegend waren die aus dem ganzen Reiche, aus den abgetrennten oder ge- schhrdeten Gebieten, aus Oesterreich sagor hier­her geeilten Jugendlichen des demottattschen Lagers etwa 1200 Abgesandte in der Tracht der Wandervögel. Am Sonntag früh machten interessante Sportkämpfe ganz Neues bei derarftgen Veranstaltungen den Anfang. Zahlreiche Teilnehmer hatten sich im Park Schönfeld eingefunden. Die Kümpfe stan­den unter der Leitung des bekannten schutzpo» izei-Sporttnanns Steinhoss; der Stadtverband ür Leibesübungen stellte die Schiedsrichier. Gute Ergebnisse wurden erzielt in Hochsprung, Weitsprung, Speer- und Diskuswerfen sowie im Saufen der 100-Meter-Lauf in der schö­nen Zeit von 12 Sekunden. Es beteiligten sich daran namentlich Lüneburg, Ostpreußen, Burg bei Magdeburg, Nürnberg, Eisenmh, Leipzig, Rheydt und Remscheidt. Dann gab es vater­ländische Feiern der Pommern, Ostpreu­ßen, Brandenburger, Schlesier.und Oberschlesier einerseits und Gruppen aus dem besetzten Ge­biet (Saarstaat, Pfalz, Hessen, Rheingau und Rheinland) andererseits. Dabei wurden er- chütternde Bilder von der Not der unter dem Feindesjoch lebenden Deutschen entrollt und Entschließungen gefaßt, die Treue zum gerne in« amen benschen Vaterlande geloben. Der Nach­mittag war Beratungen intimer Art gewidmet. Abends fand in der mit schwavz-rot-gvldenen Fahnen geschmückten Stadthalle

eine vaterländische Kundgebung

tatt. Orgelspiel von Meister Möller gab den Auftakt. Eine Dame aus Dortmund sprach rach allen dramatischen Gesetzen einen Vorspruch. Die Festrede hielt nach einer Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden ver Demokratischen Jugend in Kassel, Lehrer Reith, der Kasseler Parteivor- itzende Oberstudiendirektor Dr. Friedrich. Dieser machte Mitteilung von einem neuen Fahnenaltentat. Wie schon zwei Tage vorher an der Kunstausstellung sind letzt nachts die zwei großen schwarz-rot-goldenen Fahnen vor der Stadthalle heruntergeholt und geswhlen worben. Diese Nachricht löste lebhafte Ent­rüstung aus. Redner feierte bann das Hessenland mit seinen Bergen, Burgen, Sagen und Märchen als das Herz Deutschlands, erinnerte daran, daß hier mit am ersten 1848 die schwarz-rot-goldene Fahne - entrollt wurde und daß das Festgewur­zeltsein seiner BevMerung am Heimatboden ein Schauspiel der großen Entwicklung des deutschen Vaterlandes gebe. Die Rede selbst klang aus in einem Bekenntnis zur Heimat und für die schwarz-rot-goldene Größe Deutschlands. Rei­zend machten sich Schwälmer und andere Tänze der Kasseler demottattschen Jugend. Oberprä- stbent Dr. Schwander sprach von Deutsch­lands Nöten und gedachte wehmütig des Ver- lustes seiner Heimat Sttaßburg mit Erwins stolzem Münster. Wohl neigte er sich vor der Idee der Mcnsckcheitsverbriwerung, ober einst- weilen... das einige Reich muß unter allen Umständen erhalten bleiben. Der demottattschen Juaend rief der Oberpräsident zu: Ihr seid die. Baumeister des kommenden schönen, edlen und in der Welt geachteten deuffchen Hauses! Ernst Zemmer- Berlin, ein Flüchtling auS dem Rheinlande sprach als Vertteter der Temottaten- itgcnb im gefährdeten Osten und Westen und protestierte tn deren Namen gegen einen am Nachmittag verübten

Anschlag auf Tcheidemann.

Dieses betrübliche Ereignis beweist wieder-un die dringende Notwendigkeit, die deutsche Poli­tik von allem Unlauteren zu reinigen. Die Deutschen im besetzten Gebiet erheben ihre Stimme: Wie man stch auch zur deutschen Re­publik stellen mag, sie ist polittsche Tatsache und wer durch wüste Hetze die Staatsautontät un­tergräbt versündigt sich am Vaterlande. Das besetzte Gebiet siebt treu zum Reiche, steht ge­schlossen im Kampfe für den deutschen Gedanken, deutsch ist der Mein, deutsch ist baS Rheinland, deutsch sind bte Menschen an beiden Ufern des Rheins und sie wollen deutsch bleiben bis in cklle Zukunft. Sichend fangen die Zuhörer Nik- laS Becker« alte? Sich:Siefolle^ chn nutzt halben..Der Olmüher Student Schnabel schilderte in bewegten Worten die Leiden der Deutschen in der Tsctzecho-Slowcckei, die ein Opfer des Versailler Schandfriedens sind. In der Dschecho-Slowakei regiert das politisch« Fanftrecht. Bevor nicht Frantteich von leinem Schicksal ereilt ist kann keine Besserung eintre- ten und dann erst können die Ausländsdeut­schen heimkehren in das deutsche Vaterland. 2-te zweite Festrede hielt di« Vertreterin der demo- krattfchen ReichstagSftattion und deS Partetvor-