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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 127.

Fernsprecher 951 und 952

Freitag, 2. Juni 1922.

Fernsprecher 951 und 952

12. Jahrgang.

Aussichten für die internationale Anleihe.

Sin Wendepunkt.

Kommt eine Wirtschaftskrise?

Alle Anzeichen deuten darauf hin, datz wir an einem Wendepunkt unserer Finanzpolitik stehen. Das aber bedeutet auch eine grundlegende Neuorientierung in unserer Wirtschaftspolitik und alles das hangt wievei in sich zusammen mit allen Fragen der inneren unv mehr noch un­serer gesamten äußeren Politik Bisher glich unsere Wirtschaft nur einer abschüssigen Bahn. Nun soll dteser Entwicklung di Hemmschuh an­gelegt werde». Und hier spielt die Hilfe von außen, die in t ern at l o u ar Anleihe, eine große Rolle. Wohl schon seit dem Frie- dr.'tvertrag von Versailles, dessen Unmöglichk-n und Undurchführbarkeit die Finanzkreise aller beteiligten Länder eingesehen haben, ist die Rede von einer Deutschland zu gebenden aus­ländischen Anleihe gewesen.- Eine solche An­leihe aber ist ein Geschäft, wie jedes andere. Und es gab ganz einfach keine Geschäftsleute, die diesem Deutschland, dem ein Schuldschein ab- geprcßt worden ist, auch nur einen Pfennig leihen wollte Nur das neutrale Holland gab uns vorübergehend einen Kredit. Die auf Grund des Friedensvertrages von Deutsch­land ausgezahlten Bons, mit denen die Alliier­ten sich gegenseitig bare Mittel beschaffen woll­ten, waren em glatter Fohlschlag. Dieses Pa­pier blieb Papier, weil jeder Bank» und Finanz-' mann wußte, daß ihre Unterschrift von Deutsch­land erzwungen war und daß Deutschland über­haupt auch noch ausdrücklich die Unmöglichkeit der Bezahlung dieser Schuldscheine betont hatte.

Das Mrtschaftselend Deutschlands, oder bes­ser ausgedrückt, der deutschen Staatsfinanzen, liegt in dem ungeheuerlichen B a n k Noten­umlauf begründet. Mangels Hilfe von außen haben die finanziellen Bedürfnisse im Reich nicht anders, als durch die Ausgabe immer neuer Banknoten befriedigt werden können. Diese Be­träge an Banknotenneudrucken beließen sich all­mählich auf eine ganze Reihe von DNMarden in einer einzigen Woche! Dadurch wurde das Geld immer mehr entwertet. Die Aufwendung für die Beschaffung des ausländischen Geldes, der T-evisen, zu Ableistungen und zu Verpflichtun­gen wurden immer hücher, und das alles be­dingte einen immer stärkeren Ausstieg der aus­ländischen Wechselkurse und dementsprechend einen immer tieferen Fallen der deutschen Mark. Dieser Zustand hatte für die I n d u- strie und Handel allerdings den Vorteil, daß die deutschen Werkstätten und Fabriken im­mer voll beschäftigt waren, und Deutschland im Verhältnis zu den Auslandsvaluten, billiger produzieren und den Weltmarktpreis unterbieten konnte. Daher kam der Hoche Grad der Be­schäftigung in Deutschland, die verhältnismäßig geringe Ziffer der Arbeitslosen und der außer­ordentliche Gewinn, den, wenigstens einige Zweige der Industrie und des Handels, auf Grund dieser Lage an sich reißen konnten.

Ml der immer weiter steigenden Teuerung in Deutschland und mit der sich daraus ergeben­den rapide anwachsenden Steigerung der ma­teriellen und persönlichen Produkttonskosten ist die Angleichung an den Weltmarktspreis fast durchweg erreicht, in einzelnen Fällen so­gar schon überschritten. Mit anderen Worten, wir sind nicht mehr konlurrenMhig auf dem Weltmarkt, weil wir unsere Waren nicht mehr billiger anbieten können. Und jetzt ist der Ka - iastrophenpunkt da. Er wird vergrößert durch die Aussicht, daß das Ausland die deutsche Finanzwirtschast vermittels einer Hilfe stärtt. woraus notwendigerweise eine Besserung des deutschen Marktstandes sich ergeben muß. Und nun sehen wir uns in ein merkwürdiges Dilem­ma gerückt. Was für die Allgmneinheit, was ins­besondere für den Haushalt des Reiches ein Vor­teil ist, bedrückt die erwerbenden und produzie­renden Kreise in seinen umnittelbaren Folgen und Wirkungen ganz außerordentlich. Ja man kann sagen, daß mtt der Durchführung der Ge­sundung der deutschen Mark Hnnderttausenden von Eristenzen der Prozeß gemachst wird!

Und doch wäre es durchaus verfehlt, die kommenden Dinge mtt Pessimismus zu verfol­gen. An Warnungen an die beteiligten Kretse hat es wabrbaftig nickt gefehlt. Wer in den, von seinem Standpunkt aus. guten Zeiten nickt vorgesorgt hat, muß jetzt freilich bitter dafür büßen. Von der großen Industrie weiß matt, daß sie sich genügend Reserven geschaffen hat, um über eine gewisse Uebergangsepoche hinweg zu kommen. Leiden werden der kleine und mitt­lere Mann, der kleine und mittlere Betrieb. Ihnen fehlen die Mittel, um auf lange Sicht hinaus, zu disponieren. Der Kleinhand­werker und Gewerbe- und Handeltreibende kann Konjunkturen" nicht ausnutzen. Er muß ins­besondere mit der Beschaffung seiner Waren förmlich von einem Tag zu anderen sich vor­sehen, und er ist darum immer dem jeweils höch­sten Kurs unterworsen. Hier wird es sehr schwere Sorgen und sehr empfindliche Verluste und Katasttchchen geben.

Gewiß ist die internationale Anleihe von der in diesem Augenblick noch niemand sagen kann, oid und unter weichen Bedingungen sie kommen wird, nicht von heute auf morgen, auch nicht von einer Woche zur anderen d-urchzusichren. Es werden wohl noch Monate vergehen. In­dessen ist schon die Aussicht auf eine solche An­leihe dazu angetan, revolutionierend auf die Konstruktion und das Gefüge unseres ganzen volkswirtschaftlichen Lebens zu wirken. Dtese Uebergangsfrist, von der man allzu große Umwälzungen noch nicht zu erwarten braucht, ist gewissermaßen eine Gnadenfrist, die von allen denen, die es angeht. gut und zweckmäßig aus­genutzt werden sollte! J. B.

Llm die Anleihe.

Bessere Beurteilung in England.

(Eigene Drahtmeldung.)

Rotterdam, 1. Juni.

Die Times meldet aus London: Die Annah­me der alliierten Finanzkontrolle durch Deutschland erfüllt alle Vorbedingun­gen der Morgan-Konferenz. Dir Londoner Börse rechnet jetzt mit einem schnellen Fortgang der Pariser Anleihe-Verhandlun­gen, die nur noch einen Gefahrenpuntt habe«, nämlich die immer noch fehlende Erklärung Frankreichs, auf die Besetzung und Strafmaß, nahmen gegenüber Deutschland zn verzichten. Der Rotterdamsche Courant" meldet: Bei Lloyds in London notierten Dienstag rntt- tag die Wette« für die internationale An­leihe an Deutschland mit fünf gegen zwei.

Da« Zustandekommen geNcdert?

Paris, 1. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) DerWatin" meldet: Der amerikanische Bankier Morgan hat den französischen Ministerpräfi- denten besucht. Die Anleihe an Deutschland könne als gesichert gelten. Sie werde aber stühestens Anfang Juli zur Berfügung stehen. Morgan hat Poincar^ zugestanden, daß die An­leihe zn vier Fünftel direkt den Alliierten zuge- sühtt werden müsse. Die Abtragung der alliier- ten Schuld an die Bereinigten Staaten soll nach Morgans Vorschlag im September erfolgen.

*

gar eine gerechte Verteilung

Paris, 1. Jumi. (Eigene Drahtmeldung.) In hiesigen amerikanischen Kreisen, die mit dem Morgan - Sumitce enge Fühlung unterhalten, herrscht der bestimmte Eindruck vor, daß die in - ternationake Anleihe für Deutschland zustande kommen wird, obwohl von gewis­ser Seite eine unverkennbare Wühlarbeit gegen die Anleihe bettieben wird. Es scheint, daß die amerikanischen Bankiers das Hauptgewicht daraus legen, eine gerechte Verteilung der Anleihesumme gewährleistet zu sehen. Die Beratungen des Morgan-Komitees werden ver­tagt und erst am Dienstag wieder ausgenommen.

Gegnerschaft gegen Hermes.

Kritik an der Wiedergutmachungs-Note.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 1. Juni.

In der Mittwoch-Sitzung des Aeltesten-Aus- schusses des Reichstags hat die Deutsche BolkSpartei eine schwerwiegende Erklärung gegen den Minister Hermes abgegeben. Die Abgeordneten der Deutschen Bolkspartei sind der Ueberzeugung, daß sie bei den Verhandlun­gen im Auswärtigen Ausschuß mit den Partei­führern über den Inhalt der Wiedergutma­chungs-Note durch die Reichsregierung irrege­führt sind. Die Deutsche Bolkspartei ist daher in scharfe Opposition zur Regierung getreten. Infolgedessen gilt zurzeit die Stellung des Reichsfinanzministers auch in anderen parla­mentarischen Kreisen als nicht mehr fest. Tie Regierung wird während der Parlamentsferien bis zum 13. Juni versuchen müssen, eine neue Parlamentsbasis zu finden. In einzel­nen parlamentarischen Kreisen wird daher mit der MSglichkeit gerecknet, daß diele durch eine gewisse Kabinetts umbildung erreicht wird.

Die letzten Sugeftänöniffe.

Weitere Fehlschläge wären unerträglich.

(Eigene Drahtmeldung.)

Rotterdam, L Juni.

Daily Mail" läßt sich von ihrem Berliner Korrespoickenten melden, daß der Reichskanzler Wirth in Gesprächen der letzten Tage geäußert habe, die neuen Zugeständnisse seiner Reparationsnote seien die endgültig letzten, die er verantworte. Nur die inoffiziellen Zu­

sicherungen Englands und Italiens in Genua Ichtten ihm den Mut gegeben, diese Zugeständnisse nochmals vor dem Reichstage zu vertreten. Seien auch diese Konzessionen Fehlschläge, so glaube er, datz die nach ihm folgende Regierung diejenige fein würde, die die Alliierten am bit­tersten enttäuschen müsse. Weitere fehigefchlagene Hoffnungen ertrüge das deutsche Volk nicht.

Entscheidung in Varis.

Stellungnahme der Neparationskommiffio«.

(Eigener Drahcherichi.

Paris, 1. Juni.

In später Nachtstunde hat die Repara­tionskommission die Entscheidung über die Rott der deutschen Reichsregierung ge­fällt. Nach einem von vier Mitgliedern der Kommission, von dem Franzosen, Engländer, Italiener und Belgier unterschriebenen Briese nimmt die Kommission Kenntnis von den Er­klärungen des Kabinetts Wirth und teilt daß, datz diese im Großen und Ganzen be­friedigend find, um den Deutschland provisorisch erteilten Aufschub aufrecht erhalten zu können. In weiterem läßt die Kommission jedoch nicht zu, daß die Möglichkeit eines Scheiterns der internationalen Anleihe, über die gegenwättig in Paris von den inttralliierten Bankiers beraten wird, Deutschland ohne Weiteres das Recht gibt, seinen Zahlungen mit neuen Banknoten­ausgaben zu begegnen. Wenn die Anleihe nicht zustande kommt, so soll DentsMand neue Vorschläge unterbreiten. Nebrigens betont die Entscheidung der Reparationskommisfion wieder­um den vorläufigen Charakter des AufichubS und die Möglichkeit eines Widerruft-.

Unter Finanzkontrolle.

Paris, 1. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) lieber die alliierte Finanzkonttolle in Deutsch­land find die grundlegenden Beschlüsse der Re- parattonSkommiffion bereits Anfang Mai gefußt worden. Die beiden englischen Vertreter in bet Reparationskommisfion gaben den 1. Juli als Aufnahmetag der Amtstätigkeit der Fi- nan^konttollkommisston in Berlin an. Die Kon­trollkommission besteht auS fünf Beauftragten. Der Vorsitz ist für 1922 Frankreich übertragen.

*

Sine hoffnungsvolle neutrale Stimme.

Zürich, L Juni. (Eigene Drahtmeldung.) DieRene Züricher Zeitung" fagt zu der deut­schen Reparationsnote: Die in Paris überreichte deutsche Rote ist so gehalten, daß man hoffen darf, datz sie ein bemerkenswerter Schritt auf dem Wege zu einer Einigung ist. Selbst wenn ihre Zusicherungen nicht in allen Teilen restlos befriedigen sollten, bietet fie jedenfalls eine Grundlage, auf der sich im Laufe der näch- sten vierzehn Tage die endgültige Annähe­rung der versckficdenen Standpunkte vollziehen kann. Damit rückt das Gespenst der Ruhrbeset­zung, mit dem die Welt durch die Lothringer Rede PoinrarSs von neuem geschreckt worden ist, glücklicherweise wieder in den Hintergrund, und mit ihm auch die Gefahr einer neuen Berschär- sung der französisch-englischen Beziehungen, we­gen den bestehenden Meinungsverschiedenheften in der Frage der Sanktionen.

Deutsch-ruMche Vertrüge.

Weitere Verhandlungen mit Tschitscherin.

(Privat-Telegramml

Berlin, 1. Juni.

Wie verlautet, wird Tschitscherin, der russische Außenminister, am Freitag in Ber - l i n eintreffen. Bei dieser Gelegenheit werden die Besprechungen Über die Erweiterung des deutsch-russischen Vertrages auf die übri- gen Sowjetrepubliken und über die notwendig werdenden Handels- und Kon- fularverträge wieder ausgenommen wer­den. Krassin, der sich einige Tage in Ber­lin aufgehalten hat, ist heute nach L o n d o n ab­gereist. Er hat den Auftrag, in London beson­dere Vorverhandlungen für die Haager Kon­ferenz zu führen und nach Möglichkeit die wirtschaftlichen und handelspolitischen Fragen schon vorher mit den englischen Industriellen, Bank- und Handelskreisen zu Hären.

Die Kanal-VIZne.

Rord-Siid-Wafferweg.

Die fU)on seit langer Zelt bestehenden Pliin«, Siiddeutsctzland eilt der Rordseekiiste ju ver­binden und die Wasserweg« in Mittetdcutich. land dazu auSzudauen, werden wieder kritstig gefSrder«, wie orr nach sichende Bericht zeigt.

Hann.-Münden, 31. Mai.

Seine eigentliche Gründung vollzog gestern in Hann.-Münden unter Teilnahme von mehr aW hundert Vertretern deutscher Staaten, Pro­vinzen, Kreise, Städte, Schiffahtts-, Handels­und Landwirtschafts-Bereinigungen und -Kam­mern, sowie Jnteressentenvertretungen aller Att von Boyern bis Breuten der am 15. Dezember mit einem vorläufigen Vorstand ins Leben ge­rufeneWeserbund'. Im Zusammenhang mit dessen Hauptversammlung fand am Vormit­tag eine Tagung derFreien Vereinigung der Weserschiffahrts - Interessenten' statt, die seit dreißig Jahren insbesondere Ober, weserstagen vertritt und unter Vorsitz des Käs­se l e r Handelskammerprüisidenien, Bankherrn Pseiffer (als Nachfolger des verstorbenen Kommerzienrats Pulvermacher) im Rathaus be­riet. Von etwa fünfzig Delegierten wurde nach Anhörung eines die Oberweserstagen znsammett- sassend behandelnden Vortrags des Hanvelskam- mer-Svndikus Dr. Melterhausen- Kassel einstimmig eine Entschließung angenom­men, die als Ergebnis der Versammlung fol­gende Punkte enthalt: Da die Anreicherung des Weserwassers durch die Edertaksperre sich nach den Erfahrungen der letzten Jähre als nicht aus­reichend erwiesen hat und auch weitere Talsper­ren gründliche Abhilft nicht versprechen, so ist dje

Kanalisation der Weser

eine Lebensnotwendigkeit für die Schiffahrt. Sie macht 1. die bisher oft behinderte Weserschiffahrt leistungsfähiger, 2. gestaltet den UeberyangSvrr- kehr zwischen Weser und Mittellandkanal wirt­schaftlicher durch Fortfall jetzt nötiger Leichte- rung, 3. trägt ihre finanziellen Kosten fast völlig selbst durch Verwertung der Kraft aus den Stau­stufen, 4» liefert dem Gebiete elektrische Kraft, 5. ist der erste Schritt zur Schaffung einer leistungs­fähigen Wasserstraße zwischen Bremen und dem süddeuttchen Wirtschaftsgebiet. Die Kanalisation muß auf Tausend-Tonnen-Schisse berechnet wer­den. Die in der Aula des Gymnasiums am Rachuüttag stattgehabte Hauptversamm­lung des Weserbundes leitete Senator Dr. A p e l t - Bremen. Unter den erschienenen Vettretern wurden besonders begrüßt die Her­ren Landeshauptmann Dieckmann - Münster, Oder-Regierungsrat Florschütz -Kassel, für den Oberpräsidenten Schwander-Kassel, Ober- Regierungsrat v. d. Decken (für den OLerpräsi- denten von Westtalen), Schatzrat v. Campe-Han­nover, Weserbaudirektor Rogge-Hannover, Mini­sterialdirektor Kranstöver-Oldenburg, Abgeord­nete der Staaten, Städte, Kreise, Handels- und Landwirtschastsiammern, Wasserbau ämter, Ver­einigungen und Verbände von Interessenten usw. Rach einem ehrenvollen Nachruf für den aus Münden stammenden verdienstvollen ersten Vorsitzenden des neuen Weserbundes, Mini­sterialrat Dr. h. c. S y m p h e r - Hannover, der als Techniker und Wasserwirtschaftler gleiche Be­deutung hatte und alsFreund und Meister' geehrt wurde, sprach Geh. Oberbaurat Dr. Brandt-Berlin über den Ausbau der Weser als

Großschiffahrtöftraße.

Bon der Geschichte der Weserschiffahtt und Pa- rallelbeispielen (Main, Neckar) ausgehend, stellte er fest, daß die hundertundsechgehn Meter Ge­samtgefälle der Weser durch insgesamt fünf­undzwanzig Staustufen ausMnützen wären, von denen jetzt nur elf Meter bei Hameln- Hemelingen gewitzt würden. Nach Friedens­berechnungen kosteten die zwölf Staustufen un­terhalb Hameln fünfundneunzig Millionen Mark, die zwölf bis dreizehn zwischen Hameln und Münden fünfundachtzig Millionen, znfammcn also hundertuudachtzig MMouen Mark Bau­kosten. Die Jahres-Betriebskosten be- ttefen sich auf zusammen vkerzehueinhalb Millio­nen Mark. Als Jahresleistung wurden sieben- bunderttindvier-ig Millionen Kilowattstunden berechnet, aber nur die Hälfte mit dreihundert- »udsiebzig Millionen Kilowattstunden angesetzt, so daß sich bei vierzehneinhalb Millionen Mark die Kilowattstunde auf 3,9 Friedenspfenmge stel­len würde. Auf den heutigen, etwa dreißig­fachen Preis verrechnet, ergibt da? Baukosten von 5,4 Milliarden Mark, Jghreskosten von 435 Millionen Mark und i Mark Selbstkosten für die Kilowattstunde, gegenüber 1,70 bezw. 1,57 Mark aus Dampfirasterzeugung. Dabei gelte das Ge­setz, daß bei steigenden Kohlenpreisen auch die Wasserkraft im Werte steigt. Die gewonnene Kraft lasse sich bequem an den Mann bringen,, ihre Erträgnisse beliefen sich bei einer Mark pro" Kilowattstunde auf 370 Millionen Mark, also S5 Prozent der Jahresausvaben von 435 Millio­nen Mark. Nach Tilgung der Baukosten Herrin- xere sich die Spannung noch. Die ungedeckten