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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 123.

Fernsprecher 951 und 952

Sonntag, 28. Mai 1922.

Fernsprecher 951 und 952

12. Jahrgang.

Um die Verminderung des Papiergeldes.

Schwierigkeiten.

. Das SieichskaSinett in Verlegenheit.

Es ist nur bei der Verlegenheit geblieben; eine Krise ist nicht daraus entstanden. Gestern wurden gar beängstigende Dinge aus Berlin ge­meldet, die einer Kabinettskrise gleich­bedeutend waren, aber im Lause des Tages doch abgeschwächt wurden. Jedenfalls ließen die Meldungen erkennen, daß die Gegensätze zwischen Dr. Wirth und Dr. Hermes, die schon in Genua hervorgetreten waren, verschärft sind. Jetzt handelt es sich um die Pariser Verhand­lungen in der Wiedergutmachungs-Kommission, wobei Dr. Hermes seine Vollmachten überschrit­ten haben soll. Ter strittige Hauptpunkt ist die Verminderung des Papiergeldes. Dr. Hermes hat zugesagt, den Papiergeldumlaus auf den Stand vom 31. März d. I. zurückzu-

tern. Da aber Deutschland mit Schulden über­lastet ist, bleibt nur übrig, diese Bestimmungen les Versailler Vertrags zu andern, damit ein Teil der hypothekarischen Rechte auf die neuen Geldgeber übertragen werden kann. Das er­schwert aber die Finanzregelung aufs neue, denn Frankreich will von irgend einer Aettderung des Vertrages nichts hören. Es werden noch lange Verhandlungen notwendig sein. Man nennt bereits eine neue Verhandlungsdauer in der Anleihefrage von etwa sechs Wochen. Es muß sich jetzt zeigen, welche Partei unter den Alliierten die stärkere ist: die französische oder die englisch-amerikanische. In beiden Parteien ist nur der Geschästsstandpunkt maßgebend. Es wird ein übler Handel werden. Aber schließlich erblicken wir schon darin einen Hoffnungsstrahl. K. F. Dr.

Der Vapiergelö-LLmlaus.

Ueberdies nimmt man in deutschen Regie- rung-kreisen auch an, die »böswillige" Zah- lun^versäumnis werde angesichts der Erfül- lungspolittk, die die fälligen Ratenzahlungen immer pünftlich beschafft hat, nicht ausgesprochen werden. Würde Deutschland unbelästigt bleiben und wirklich eine Anleihe erhalten, dann wäre die Regierung natürlich zu wettgehenden Garantien bereit. Aber sie kann nicht über ihre Kraft hinaus. Sie befindet sich in der Lage des Schuldners, dessen gesamtes Besitztum nut Hypotheken überlastet ist. Diese Hypotheken sind . im Versailler Vertrag begründet, der oen Alliier- ;

Ein strittiger Punkt im Reichskadinett.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 27. Mai.

Rach langen Beratungen innerhalb des Kabi­netts einigte man sich gestern über alle Punkte der Pariser Vorschläge mit Ausnahme des drit­ten Punktes: Verminderung des Papiergeld­umlaufs mit Rückwirkung vom 31. März dieses Jahres ab. Die Einigung konnte erst nach einer heftigen Aussprache erzielt werden. Der Kanzler soll ir r KabinettSsttzung gestern nachmittag er- klärt Jen, er muffe eine Vergewaltigung seiner Person Darin erblicken, daß die Mehrheit des Kabinetts anderer Ansicht sei als er. Der Reichs- Präsident mußte wegen des dritten Punktes ein- greifen. Auf ihn soll eine Vermittlungsformel zurüüzuführen sein, in der erklärt wird: Deutschland ist bereit, den Papiergeldum­lauf mit dem 31. März 1922 als Stichtag rinzustellen unter der Voraussetzung, daß nicht ein weiterer Rückgang des Kurses der Reichsmark eintritt." Der Kompromißvorschlag verdichtete sich schließlich zu einer Rückfrage nach Paris. Staatssekretär Bergmann erhielt de» Auftrag, bei der Reparationskommisfion anzu­fragen, ob wir bei Annahme des Punttes 3 die Erlaubnis erhalten würden, neue Papiergelder in Umlauf zu fetzen, wenn wir unser Verspre­chen, die Inflation einzustellcn, unter dem Drucke einer höheren Macht nicht halten könnten.

. = ~ ~ - - - varatio tskommission ausgearbeitet werden soll,

len das »Recht gibt, den 3ugn.fi noch zu erwei- Wahrscheinlich will man die Entscheidung der

schrauben, worin der Reichskanzler eine Gefahr für die deutsche Wirtschaft erblickt. Dr. Wirih ist auch nicht einverstanden, daß Her­mes sich verpflichtet hat, den deut­schen Reichshaushalt mit neuen Steuern in Ordnung zu bringen, bevor die Alliierten eine Anleihe geben. Wirth hält die Erfüllung dieses Versprechens für unmöglich, vertritt vielmehr die Ansicht, daß zuerst die Anleihe notwendig sei, damit unter Zuhilfenahme dieser Gelder der Reichshaushalt geregelt werden könne. Hermes soll sich mit seinen Zusagen festgelegt haben, wo­mit der et sich außerhalb des ihm vorgeschriebe­nen StandunttS gestellt habe. Der Reichskanzler sieht sich dadurch in eine sehr peinliche Lage ver­setzt, und er hat, wie gestern verlautete, geaußett, daß er eher sein Amt niederlegen wolle, ehe er Bedingungen unterschreibe, die er für unmöglich halte. Die Erregung ist bereits verflogen, wie schon ost. und er wird einen Ausweg finden, der ihn in die Lage versetzt, auch weiterhin an der Spitze des Kabinetts zu bleiben. Es ist aller­dings auch nicht aibzusehen, was bei einem Ka­binettwechsel sich entwickeln würde. Ein Vorteil entstünde jetzt keinesfalls für Deutschland, weil die Parteiströmungen noch viel zu sehr auseinan­der gehen und keine Grundlage für eine neue Regierung zustande bringen würden.

Die schwierige Frage ist nun, was unter die­sen Umständen geschehen soll. Der innerpolitische Riß ist wieder einmal verklebt worden im Hin­blick auf die vorwärts drängende Zeit, die in diesen Tagen manche wichtige Entscheidung fordert. Der 31. Mai ist der Termin, an dem die deutsche Regierung einen bestimmten Plan zur Regelung der Wiedergutmachung vor­legen muß. Die alliierte Reparafionskommifston wird dannprüfen", ob Deutschland der bös­willigen Zahlungsversäumnis beschuldigt wer­den kann oder nicht. Man glaitbt in Berlin jetzt Gründe zu der Annahme zu haben, daß Frank­reich nicht ins Richrgebiet einmarschieren werde, obwohl die Wünsche Frankreichs nicht voll erfüllt werden können. Man stützt sich dabei hauptsächlich auf die Haltung Englands und Amerikas, die gegen den stanzösischen Ein­marsch sind. Diese beiden Staaten sind offenbar geneigt, eine internationale Anleihe für Deutsch­land zu unterstützen, aber nur unter der Voraus­setzung, daß die deufi'che Wirtschaft nicht durch französische militärische Maßnahmen gestört wird. Unsere nächste Zukunft hängt also merkwürdiger­weise wieder vom Belieben der Herren in Paris ab. Es ist unverständlich, daß London und Wa- shingwn trotz ihrer finanziellen Ueberlegenheit t och so geringen Einfluß auf Paris ausüben können. An dem französischen Fanatismus prallt jede vernünftige Vorstellung ab, es sei denn, daß Poincarss finanzielle Hintermänner sich einmal ausrechnen, daß sie bei weiterer Gewaltpolitik gegen Deutschland nichts mehr verdienen können und sogar die ganze europäische Wirtschaftslage verschlechtern.

Ein letzter Versuch.

Für de« Fall weiteren Sinkens der Mark, (Privat-Telegramm.)

Berlin, 27. Mai.

Zur Frage der Behebung der Gegensätze zwi- schen Wirth und Hermes wird noch folgen­des mitgeteilt: Nach Paris ist eine Rückfrage an den Staatssekretär Bergmann gerichtet wor­den in dem Sinne, daß er bei der Reparations- kt mmisflon darauf hinwirken solle, eine Klau­sel, die bei einem starken Rückgang der deut­schen Mark eine weitere Verschiebung deS Ter­mins vom 31. März 1922 zur Einstellung des Hapiergeldumlaufs vorsteht, möge nach Möglich­keit noch Ausnahme in die bisherigen Abmachun­gen finden. Diese Anfrage war bereits in den letzten Instruktionen enthalten, die vor der Ab­reise des Ministers Hermes am Mittwoch diesem übermittelt worden waren. Hermes hat nun je­doch berichtet, daß die Reparationskommisfion nicht bejwfit sei, diese Klausel in die Abmachun­gen auMnehmen. Infolgedessen hat man be- kchloffen, durch den Staatssekretär Bergmamt einen letzten Versuch zur Aufnahme dieser Klausel machen zu lasten. ES ist jedoch wenig wahrscheinlich, saß die Reparationskommisfion sich bereit erklären wird, die Klausel anzuneh- men. Deshalb kann von einer Einigung zwischen Dr. Wirth und Dr. Hermes auch noch nicht die Rede fein, wenngleich man allgemein hofft, daß der Reichskanzler seine schwerwiegenden sach­lichen Bedenken aus taktischen Gründen jetzt zu- riickstellen wird angesichts des drahenden Ter­mins, der keine Zeit für neue Verhandlungen mit der Reparationskommiffion mehr läßt.

Di AMeihe-Bemtungen.

Eine Panse bis zum 1. Juni.

(Eigener Drahtbericht.

Paris, 27. Mai.

Don nicht-französifcher Seite wird mitgettilt, daß in den Beratungen der Anleihekonfe­renz vielleicht eine kurze Paufe eintreten werde, in ber ein vorläufiger Bericht für die Re-

weutschen Regierung über die Verhandlungen des Reichsministers Hermes abwarten. Weiter wird dazu berichtet: Die Bankier-Konferenz hat beschlossen, die Arbeit bis nächsten Mittwoch ein­zustellen, d. h. bis zum 31. Mai, dem Tage, an dem die Frist der Reparationskommission avläuft.

DaöÄmrrumstütztDr.Mrth Stellungnahme der Fraktion.

(Privat-Telegramm.) v

Berlin, 27. Mai.

Im Reichstage trafen gestern im Laufe des Nachmittags unter dem Eindruck der Regie­rungskrise die verschiedenen Fraktionen zusam­men. Von besonderer Bedeutung war naturge­mäß die Sitzung der ZentrumSfraktion, der die beiden beteiligten Persönlichkeiten, Dr. Wirth «Nd Dr Hermes angehören. Die Frak­tionssitzung ist jedoch im letzten Augenblick auf heute Sonnabend vormittag vettagt worden, da der Reichskanzler das Bedürfnis hatte, sich mit einigen führenden Persönlich! fiten d 8 Zentrums im Laufe des Abends auszusprechen. Die Zen trumßfraktion hat zwar nicht einen offiziellen Beschluß gefaßt, aber wie aus Aeußerungen ihrer Mitglieder hervorgeht, sich f Ü r d ie P o l i- tik des Reichskanzlers Wirth ausgesprochen.

Aus Genua und Varis.

Dr. Wirth über den dentsch-rnfsifchenBertrag. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 27. Mai.

In seinen Ausführungen vor den Zentrums­abgeordneten erklätte Dr. Wirth über den deutsch-russischen Vertrag: Die eigentliche Bedeu­tung de8 Vertrages von Rapallo liege in erster Linie darin, daß er der erste wahre Friedensver­trag in Europa sei. Es sei jetzt die Aufgabe der deutschen Industrie, auf Grund dieses Vertrages mit Rußland wieder ins Geschäft zu kommen. Einer der wesentlichsten Vorteile der Konferenz von Genua sei die persönliche Fühlungnahme mit den Staatsmännern der früheren feindlichen Staaten gewesen. Man habe in Genua wieder­holt die Erfahrung machen können, wie wenig, ja feiten gar nicht, diese Staatsmänner von den Verhältnissen in Deutschland wüßten.

Weitere BeriGte.

B e r I i n, 27. Mai. (Privattelegramm.) In der gestrigen Beratung der Mitglieder der Zen- trmnsfraktion gab Dr. Wirth ein Gesamtbild über die Verhandlungen in Genua. In der hetttigen Bormittagssitzung wird die Zenttums- fraktion von Dr. Hermes einen Bericht über P a - ris entgegennehmen und danach Stellung zu den schwebenden Fragen einnehmen.

ÄM Auswärtigen Ausschuß

Berichterstattung von Dr. HermeS.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 27. Mai.

Im Auswärtigen Ausschuß kam es gestern vormittag zu ziemlich lebhaften Debatten zwi­schen den Mitgliedern und den Vertretern der ReiÄsregierung. Die Unabhängigen wie auch die Teutschnationalen protestierten dagegen, daß der Reichskanzler Dr. Witth und der Außenmi­nister Dr. Rathenau nickt erschienen waren, um den Bericht über Genua 3« erstatten. Sie ver­langten das Erscheinen der beiden Herren, da auf der Tagesordnung die Berichterstattung über Genua stand . Jnfolgedeffen wurden die Ver­handlungen über Oberschlesien unter einer sicht­lich nervöfen Unruhe der Außschutzmitgkieder über das Nichterfcheinen der Regierungsvertre­ter geführt wurden Um fechs Uhr nachmittags nahm der Auswärtige Ausschuß des Reichstages, seine in den Mittagsstunden unterbrochene Sit­zung wieder auf und wandte sich der Angelegen­heit der Pariser Verhandlungen über die finan zielten Fragen zu. Diesmal war der Reichs­kanzler mit dem Außenminister Rathenau und dem Minister Hermes zur Sitzung erschie neu. Ebenso nahmen daran teil: Ter Vizekanzler Bauer und die Mruister Schmidt, Brann und Radbruch. Nachdem her Minister Hermes über seine Berhandftmgen in Paris Bericht erstattet hatte, sand eine längere Aussprache statt; ein Beschluß wurde aber nicht gefaßt. Die Ausspra­che soll heute in einer weiteren Sitzung des Aus- wärtigcn Ausschusses fortgesetzt werden.

Wohnungsbau.

Umbau des Fasanenhofs und Kornmagazins.

Mitglieder des Magistrats und der Stabt»«- ordneten, Bausachverständige, Künstler und Preffe folgte» gestern nachmittag einer Ein- ladungdesSderbürgermeisterszurBefichtignng der nenestea WohnungsschSpfungen der Stadt» Mit Sonderwagen der Straßenbahn fuhren wir zum F a s a n e n h o s an der Stadtgrenze gegen Wolfsanger. Die aus dem Domänenge­lände aufgeteilten Pachtländereien sind mit aller­lei fruchtbaren Kräutern bestanden. Im Stra­ßenrande haben die Kriegsbeschädigten hübsche Arbeit verrichtet. Alle Achtung: Ihre Arbeit macht sich tadellos' Am neuen Eingang zum Fasanenhof steigen wir aus und betreten den Gutshof. Da hat sich denn doch eine Menge der. ändert, doch die hohen, alten Bäume grünen noch genau so schön wie früher, als noch die Ackergeräte unter dem weißen Schuppen standen. Jetzt regieren hier die Bauhandwerker. Auf des ansteigenden Hofes höchster Stufe bildet sich ein Heiner Feldherrnhügel. Da stand bereits Ober­bürgermeister Schnidemann und begrüßte seine Gaste. Das Wort hat dann der Magistrats- baurat Rothe, der unter der Oberleitung des Stadtoberbanrats Geheimrat Dr. Höpfner hier fett dem 1 Oktober des Vorjahres die Umfor­mung des Gntshofes vornimmt. Im ehemaligen Herrenhaufe der Domäne, feinem kleinen Anbau und den beiden großen Hauptflügeln find die vorgesehenen 65 Wohnungen im Rohbau vollen­det. Sie haben eine Größe von je 4595 Qua­dratmetern Für kinderlose oder ältere Ehepaare, deren Kinder bereitsausgeflogen' sind, al» auch für kinderreiche Familien ist Sorge getra­gen. Der große GutShof wird sich wundern, wenn im kommenden Jahre am 1. Oktober sollen die neuen Wohnungen schon bezogen wer. den so etwa 180 Kinder, mit denen gerechnet werden muß ibn als Spielplatz annektieren. Seine Winkel, feine Bäume gestalten ihn al- Tummelplatz der Jugend geradezu ideal. Schon ist man dabei. Terrassen anzulegen, um mit ihnen die vorhandenen Geländeschwierigkeiten zu über' winden. Doch zurück zu den Wohnungen. Roch fehlen die Treppen, aber schon ist die Anlage der einzelnen

Wohnungen deS 'FasanenhofS zu erkennen. Die alten, rostbraunen Ziegeldächer haben zu den vorhandenen neue Dachhauben er­halten. Alle Oeffnungen sind erweitert, daß Licht und Luft jederzeit ungehinderte Besucher sind, aber sonst ist wenig an dem äußeren Charakter der wohl zweihundertfährigen Gebäude geän­dert. Sogar die alte Wetterfahne dreht sich noch! Mit 3,6 Millionen waren einmal die Kosten für diese 65 Wohnungen veranschlagt Jetzt rechnet man mit 8 Millionen und glaubt, damit auS- k"'nmen zu können. Diese Zahlen angenommen, so ergibt sich ein Einheitspreis für eine Wobnuna von 125COO Mark; das ist aller­dings nur die Hälfte einer neu zu erstellenden Wohnung, die beute schon 250000 Mark kostet! Beim Einfamilienhaus stellen sich die Kosten noch höher. Beachtenswert ist die Güte dieser Wohnungen.. So starke Mauern wie die vor­handenen können heute der Kosten wegen gar nicht mehr gebaut werden; außerdem sind sie gut ausgetrocknet. Sicherlich sind diese Woh­nungen di- besten, die in der letzten Zeit gebaut worden sind. Der Leiter deS Wohnungsamtes, des Veranlassers des Fasanenhoftrmbanes. Stadtrat Professor S a u t t e r setzte sodann aus­einander. daß es sich hier nm eine Qualitäts­anlage handelt Es gibt keinen anderen Platz, auf dem man sich Hütte großzügiger bewegen kön­nen. Die Wohnungen hier gehen auf Kosten der Stadt allein. Jede der 125 000 Mark ist soviel, wie heute ein Neberteuerungszuschuß für eine Neubauwohnung und jeder solcher Zuschuß ist ein verlorener? Es werden daher Dauerwerte erreicht, die nwh Durchführung des Reichsmiet- gesetzcs, wenn die Mietpreise auf die gleiche Höbe kommen wie in der Stadt, verzinslich sind. Das ist dann ein glattes Geschäft und Verluste werden vermieden Einer Anzahl Wohnungen wird Gartenland beigegeben. Würde jede Fa­milie bedacht, so müßten die vorhandenen Par- tellen verkleinert werden, aber so bemerkte Oberbürgermeister Scheidemann

Landwirtschaft im Slumentapf" empfiehlt sich nicht! Im Park hinter dem Her« renhause, dort, wo die runden vollen Obstterras­sen sind, wird sichspater vielleicht etwas machen lassen, um den Mietern Land zu geben, die sich wirklich dafür interessieren. Der Oberbürgennet- fier verbreitete sich bei dieser Gelegenheit über die Wohnungsfürforge in Kassel und erklärte, daß diese auswärts volle Anerkennung finde. Wird anderswo nut vorübergehend für die erste Not gebaut, so hat man hier von anfang an s o - l i d gebaut. Wir sind zwar bei der Wohnungs­erfassung ziemlich rigoros vorgegangen, was dem Wohnungsamt viel Feindschaft zugezogen hat, dafür hat Kassel aber im Verhältnis viertig