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Kasseler Abendzeitung
ÄoQr,^
Hessische Abendzeitung
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Nummer 118,
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Sonntag, 21. Mai 1922.
Fernsprecher 951 und 952
12. Jahrgang.
Das schwache Ergebnis von Genua.
Die Tragödie Genua.
Enttäuschung an der Riviera.
Von besonderer politischer Sette wird UNS zum Lb< schlug der Genua-Tragödie Folgendes geschrieben: Wir halten es uns so ganz anders gedacht! Genua, das einen stürmischen, hoffnungsfrohcn Auftakt nahm, ist ein gar zerbrechliches Instrument geworden. Und heute gar ist Genua nahe daran, zur Tragödie zu werden. »Fortsetzung im jpQogJ" So lautete die Parole dieser Tage. Eine Parole, die von allen denen, die sie angaben, gewissermaßen als eine erlösende Formel betrachtet wurde. Nur durfte man dabei nicht vergessen, daß jeder sich von dieser „Fortsetzung" etwas Anderes versprach. Und doch mußte fiir alle diejenigen, die die Dinge näher in ihrer Entwicklung zu betrachten Gelegenheit hatten, es von vornherein klar sein, daß Haag, wenn es nichts Anderes als eine »Fortsetzung" von Genua fein soll und sein würde, wiederum zu gar keinem anderen und besseren Ergebnis kommen könnte, als Genua selbst. Haag würde die gleiche Tragödie werden.
Deutschland bringt von Genua nur den Rapallo-Vertrag mit nach Hause, und seine Delegation kann daneben noch auf Sonderabmachungen und Uebereinkommen verweisen, die mtt anderen Mächten in der Entschädigungs» liquidationsfrage, namentlich mit Italien, geschloffen worden sind. Auch die Anbahnung gewisser wirtschaftlicher Verbindungen, die sich gegebenenfalls in nächster Zeit schon zu sormu- lierten Abmachungen verdichten können, ist in Genua den deutschen Vertretern gelungen. Aber alles das ist nicht etwa ein Ausfluß der Genua- konserenz als solcher. Es handelt sich bei allem nicht um Fragen, die etwa ohne die Genua-Kon- serenz der deutschen Politik nicht hätten gelingen können. Soweit die Welt und das Welttnterefle an Genua in Frage kommen, bedeutet Genua ganz zweifellos eine außerordentliche Enttäuschung. Wie sich die Dinge von Anfang bis zu Ende abgespielt haben, hat sich nichts anderes als das Abrollen einer großen weltgeschichtlichen Tragödie vollzogen. Genua hat erwiesen, daß die viel berufene .Mentalität" der Völker, ihre geistige Auffassung und Einstellung zu den realen Dingen für praktische, positive, leidenschaftslose, vernünftige und nüchterne, mitschaffende und aufbauende Arbeit noch nicht reif ist.
Haag wird dieselbe Tragödie bleiben. Ja, wird zu einer tragikomischen Farce werden, wenn der Faden von Genua dort weiter gesponnen werden soll und wenn die Methoden von Genua, die einen kläglichen Schiffbruch erlitten haben, auch dort zur Anwendung kämen. Amerika weiß sehr gut, warum es sich nicht in den Kreis der europäischen Blamage ziehen kaffen will. In der Tragödie von Genua sind fo ziemlich alle Beteiligten Leidtragende. Die von Llotzd George cm dem Anfang der Konferenz gestellte Hoffnung auf Amerika hat er geflissentlich auch an das Ende von Genua gestellt. Das war nicht allein Taktik, sondern Lloyd George hatte tatsächlich geglaubt, eine englisch-amerikanische Front schaffen zu können, die ihm eine starke Position gegenüber den französischen Ansprüchen verschafft hätte. Diese Hoffnungen haben getrogen. Da mutz sich England wieder in die Kompromißstellung zurückziehen. Dir Franzosen haben heute nicht so ganz Unrecht, wenn sie in Betrachtung der Entwicklung von Genua den Sieg auf ihrer Seite buchen wollen unI wenn sie aus dem Verlauf der Dinge erst recht die Ermunterung schöpfen, schon jetzt Haag zu unterhöhlen.
Als einen besonderen Triumph betrachten es die Franzosen sicher, daß sie der lästigen deutschen Beobachter im Haag los und ledig werden. Aber gerade dieser Umstand der geflissentlichen Ausschüttung Deutschlands — wobei wir keinen Zweifel darüber lassen möchten, daß wir an sich gar kein Interesse haben, in Spezialftagen, die wir schon mit den Russen geregelt haben und die noch zwischen den Alliierten und den Russen zu ordnen sind, uns etnzumengen — wird Haag ebenso zu einer tauben Nuß machen, wie es Genua geworden ist. Ob überhaupt nach der amerikanischen Absage Haag oder sonst irgend eine Konferenz zustande kommt, muß bezweifelt werden. Man ist eben heute noch nicht so weit, daß man Politik und Wirtschaft trennt.
Solange die Funkttonen beider Materien miteinander verknüpft sind, so sehr ist es not
wendig, daß die Wirtschaft entpolitisiert wird. Genua zeigte, daß das heute noch nicht möglich ist, zeigte, daß auch heute noch Kräfte am Werk sind, die in ihrem Allmacht?- und in ihrem Herrschastsdünkel glauben, die Wirtschaft der unterlegenen Völker zu Sklaven ihrer polittscheu Interessen machen zu können. Solange mit diesem Irrwahn nicht gründlich aufgeräumt ist, solange ist an eine Wiedergenesung Europas überhaupt nicht zu denken. Alles, was im Zeichen solcher Ideen unternommen wird, ist und bleibt eine Tragödie. Es wird der Anspannung aller Kräfte bedürfen, um diesen Irrwahn auszumerzen. um die Völker nicht in dieser Tragödie die Rolle der Sterbenden spielen zu lassen!
-X-
Schluß in Genua.
Wie Schanze« das Ergebnis beurteilt. (Eigener Drahtbericht.
Genua, 20. Mai.
Der Ehefkeditteur des Berliner Tageblatts, Theodor Wolff, machte gestern bei dem italieni- itftn Außenuttnister Schanzer einen AbschirdS- beusch, wobei er mit dem Präsidenten^ der nun zu Ende gegangenen Genua-Konferenz eine längere Unterredung hatte. Schanzer sagte unter anderem. daß es absurd gewesen sei zu glauben, man könne in sechs Wochen die russische Frage lösen und den Gegensatz überbrücken, der das westliche Europa von dem bolschewisti- chen Rußland trennt. Wenn es möglich gewesen väre, drei Monate beieinander zu -leiben, hätte man vielleicht zu einer Berstiindigung gelangen können. Trotzdem -rauche man nicht ganz unzu- ftieden zu sein. Auch die Stellung Deutschlands fei in Genua eine wesentlich bessere geworden, als sie in der kritischen Zeit nach dem Kriege gewesen ist. ä)tan habe die Vertreter Deutschlands jedesmal mit großem Respett und mtt großer Ausmerksamkelt angehsirt. Aus die Bemerkung, daß die Konferenz leider ein zu beschränktes Programm gehabt und daß sie die Ketten von Cannes getragen habe, ging Schanzer nM ein.
Äußerung Dr. Wirths.
Genua, 20. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Ein Vertreter der Information« befragte einige der in Genua noch anwesenden Staatsmänner nach ihrer Meinung über deu A u s f a l l der Konferenz, so auch den deutsche« Reichskanzler Dr. Wirth. Dieser äußerte sich wie folgt: Die Konferenz von Genua ist eine Art antiker Statue, der Kopf und Füße fehlen; es wäre ein Irrtum, sie ergänzen zu wollen. Wir kehren mit der Hoffnung heim, daß unsere Beziehungen zu Rußland sich immer inniger gestalten werden. haben dagegen weniger Hoffnung auf die Haager Verhandlungen. Bon Genua sind wir hinreichend befriedigt, selbst wenn es nicht alle Ergebnisse zeitigte, die man erhoffen konnte.
* srauzöflsche Stimmen.
Paris, 20. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Nachdem viele Wochen lang die ganze französische Presse die Konferenz von Genna geschmäht und verhöhnt hat, sind zum Schluß die Pariser Zeitungen darauf gekonunen, daß die Beratungen der Völker Europas fiir Frankreich doch sehr vorteilhaft gewesen find. Die Hunderte von Artikeln iuw Telegrammen, in denen von Metzhelligkeiten zwischen Frankreich nnd seinen Verbündeten gesprochen nnd in denen die Justierung von Frankreich beklagt wurde, seien nichts als ein böser Traum für die Franzosen gewesen.
Die Anleihefragen.
Hm die internationale Geldbeschaffung.
(Eigener Drahtbericht.
London, 20. Mai.
Der Vertreter eines Blattes aus Philadelphia erfährt hier vou amerikanischer Seite zu dem Worgan-Auleiheplan: Die führenden britischen Finanzkreise haben nunmehr die Auf- forderung erhalten, die Vorschläge zu prüfen und zu beurteile«, die Morgan der Pariser Frnanz- konferenz unterbreiten wird. Die Vorschläge gehen dahin, daß die deutsche Anleihe von einer Modifizierung der deutschen Reparationen begleitet sein muß, so daß der zu zahlende Betrag eine Höhe erhält, die in einer festgesetzten Zeit in der Tat zurückgezahlt werden kann. Die zu leistende deutsche Anleihe soll weiter ein Vorrecht vor den Reparationsforderungen erhallen. Dadurch wird die ganze Frage erledigt, ob die Anleihe eine Fortsetzung der Reparationsvervflich- ttrngen Deutschlands wird. Gleichzeitig soll damit eine weitere Sicherheit und ein gewiffer Anreiz geschaffen werden für die Zeichner der zu
gewährenden Anleihe. Schließlich fall der Betrag der Anleihe in gewissem Grade höher fein als die Summe, die zur Garantie der Reparationszahlungen benötigt wird, die während der nächsten drei bis fünf Jahre von Deutschland zu leisten find. Der Restbetrag soll zur Stabilisierung des deutschen Finanzwesens verwendet werden, zur Aufhebung des weiteren Papiergeld- nmlaufs und zu Wieseraufbaimrbeiten.
Das zerrissene Europa.
Russische Auffassung über Genna.
(Eigener Drahtbericht.
Riga, 20. Mai.
In der Moskauer „Prawda" veröffentlicht Josse einen rückschauenden Artikel über die Konferenz von Genua, in dem es heißt: Wir stehen der Tatsache einer völligen Auslösung der enteilte als eines Bündnisses der Siegermächte gegenüber. Niemand verteidigte mehr in Genua die Bölkcrliga. Der Versailler Friede war ein Sieg Frankreichs, obgleich der Krieg hauptsächlich ein Krieg zwischen England und Deutschland gewesen ist. Nach der Vernichtung seines größten wirtschaftlichen Feindes Deutschland befindet sich England in der Sage, daß es das wirtschaftliche wie auch daS politische Zentrum von Europa «ach Amerika verlegt fleht und selbst in Europa ist Frankreich z«m Mittel- punll geworden. England war daher gezwungen, seine Politik gegen Frankreich zu richten. Deshalb war die Aufgabe der Konferenz von Genua die Isolierung Frankreichs. Das wußte Frankreich sehr wohl und deshalb wollte es an der Konferenz nicht teilnehmen. Im Mittelpunkt der Genueser Tagung stand dann die russische Frage, da eine Isolierung Frankreichs nur durch die deutsche nnd rnffische Tür vor sich gehen kann. In Genua teilte sich
Europa in zwei Lager:
Das Lager der großen Mächte und das Lager der kleineren Mächte, der Militaristen und der Pazifisten. Die Avantgarde der Milttaristen ist Frankreich, die der Pazifisten zweifellos Rußland. In der Frage der russischen Schulden teilten sich sogar die Imperialisten, Frankreich und Belgien, ans der einen und die übrigen aus der anderen Seite. England kann nicht zulassen, daß der Einfluß auf Belgien und hiermit auf die Rordseefiiste in Frankreichs Händen bleiben. Joffes Artikel schließt: Genua bedeutet eine neue Etappe der europäischen Beziehungen, ivenn auch vorläufig Frankreich den Sieg davongetragen hat. Die Hegenwnie her Franzosen kann nicht lange dauern. Der Kamps um die Hegemonie zwischen England und Frankreich mutz heute »wer morgen durch den Sieg Sowjetrußlands zu Ende geführt werden.
Aus der Heimreise.
Die letzte Viertelstunde in Genua.
(Eigener Drahtbericht.
Basel, 20. Mai.
Die Baseler Nachrichten melden aus Genua: Zu der um 1,25 Uhr nachmittags erfolgten Abreise Llotzd Georges war Bartho« mit der französischen Delegation am Bahnhos erschienen. Bartha« unterhielt fich über eine Viertelstunde laug mtt Lloyd George. Der Abschied der beide» Staatsmänner war ein ungemein herzlicher, wie olle Umstehenden wahrnehmeu konnten. Llotzd George rief, während der Zug bereits die Halle vettietz, noch aus dem offenen Wagenftnster Bartha« z«: „Aus Wiedersehen im Haag!«
Keine Zusammenkunft in Parte.
Paris, 20. Wai. (Privattelegrcnnm.) O-- wolfl Lloyd George seit gestern nachmittag '/t5 Uhr nach Paris unterwegs ist, steht es «och nicht fest, ob in der französischen Hauptstadt zwischen ihm und Poinmrö eine Zusammenkunft stattfinden wird. In Straßburg findet am <Ämn- tag abend ein Bankett der „Nationalen Bereinigung der Vaterlandsverteidiger" statt, an dem Poinearö teilnehmen und eine große Rede hatten wird. Poincarö reist unter allen Umständen am Sonntag früh von Paris «ach Sttaßburg ab.
Die Veuffchen Vertreter und Andere.
Genua, 20. Mai. (Eigene Drahtmeldmm.) Die deutschen Delegationsführer Reichskanzler Dr. Wirth und Außenminister Dr. Rathe- n a « befinden sich aus der Heimreise. Die B e l- gier" fuhren gestern abend ab. Die frauzö - fische Delegation wird heute abreifen. Der polnische Außenminister Skirmnnt begab fich zunächst nach Mailand. Auf Einladung des Bundeskanzlers Schober wird er sich von Mailand noch Wien begeben, wo er zwei Tage Anftnthakt zu nehmen gedenkt. Die Russen wollen noch kurze Zeit an der Riviera verweile«.
Ein Versuchsgarten.
Bilder aus Genua.
In »em Augenblick, da fid) die Genueser «SN. serenz auflöst, lägt Oswald» Tracearo« tu einem italientf<6en Blatte nochmals das ganz« Schanfptel stlmglerch vorüdrrgleiten.
Genua ilst nach den Worten des Italieners dieses Jahr ein Versuchsgarten internationaler Botanik, aber die Rosenstöcke, die in diesem Mai blühten, haben viele Dornen nnd nut wenig Knospen. Wo man hinsieht, erblickt man Minister, Botschafter, Präsidenten, Staatswürden- träger aller Art. Man hört klangvolle Namen, die aufhorchen lassen. Hier ist Faeta, jung und rosig auSsehend, kokett präsentiert sich sein Bart. Und hier kommt LloydGeorge! Herr im Himmel, er lächelt nicht! Man kann ihn sich ohne das gewohnte Lächeln kaum denken, und wenn er heute eine ernste Miene aufsetzt, fo geschieht es wohl nur, weil ihn niemand mrsieüt, denn vor Zuschauern Pflegt er stets zu lächeln. Und wer ifft jener Mann dort? Es lohnt sich nicht, seine Zeit zu verlieren; es ist nur ein ge- rvöhnlicher Botschaftsrat. Aber da kommt Barihon. Er gleicht Zug um Zug Zola, als wären es Verwandte. Achtung! Hier naht das neue Deutschland: Wirth und Rathenan. Gedanke und Tat. Wer ist der Gedanke? Rathenau; — und wer vertritt die T a t? Wieder Rathenan. Ist es am Ende ein Ringkämpfer, der sich für die Weltmeisterschaft trainiert? Müßige Frage. Da kommt Stambulinski. der bulgarische Ministerpräsident. Wenn man mit den Fäusten diskutieren würde, wäre er immer im Recht. Und diese Damen in den mit dem Stern geschmückten Automobilen? Es müsse« Frauen von Diplc-maten oder deren Familien- augehörige sein. Vielleicht auch Bekanntschaften der Diplomaten oder ... der Chauffeure. Sie benutzen die Sitzung, um ein wenig spazieren zu fahren. Während sich die Sachverständigen über tie Petroleumftage den Kopf zerbrechen, sorge» sie ihrerseits für den Druzinabsatz.
Und diese jungen Damen dort? Stein, sie gehören nicht zur diplomatischen Wett. Es sind nur Stenotypistinnen, die die Bureaus des Völkerbundes in Gens Hierhergeschickt haben. Ja, gibt cs denn noch einen Völkerbund? Mau muß es wM annehmen, wenn man daS Heer seiner Stellten sieht. Dazwischen laufen Straßen- er und brüllen: -Soeben erschiene» I Letzte ichten!" Einige Delegierte kaufen die Wät- ter, neugierig, zu erfahren, welche Arbeit sie geleitet haben. Ein Polizist bemüht sich, einen Bauern darüber zu belehren, daß er im Interesse einer glatten Abwicklung des Verkehrs auf der rechten Seite der Straße gehen müsse. Der Bauer beruft sich zur Entsckiildigung darauf, daß er „linte" fei. Im Tor dos Preffehaufes verschwindet gerade ein magerer, etwa fünfzigsähriger Herr, dem man den Engländer sofort angeht; er trägt mit unendlicher Sorge ein viereckiges Le- derLöfferchen, das er nie aus der Hand laßt. Wo ich ihn auch traf, hielt er den Koffer in der Hand. Ich zerbrach mit den Kopf, was er enthalten könne. Wertvolle Dokumente, FamiLenermnerun- gen oder am Ende gar die zerstückelte Leiche einer Frau? Eines Tages wurde mir die Losung des Rätsels. Ich sah, wie er in einem verschwiegenen Winkel des Preffchauses vorsichtig den Koffer öffnete. Und was war darinnen? Nichts weiter als eine Meise und ein Tabakbeutel. ES ist ntit noch heute ein Raffel, weshalb er diese unentbehrlichen Gegenstände nicht in der Tasche transportteren konnte.
Da naht ein Automobil mit der Flagge der ausgehenden Sonne. Ein paar Bürger lüften grüßend den Hut. Sie kennen zwar weder den Baron Havashi. noch seine Kollegen, aber es macht auf die Uufftchenden immerhÄ einen ten Eindruck, wenn rmm zeigt, daß man mit den Japanern auf Grüßfuß steht. Und da kommt auch mtt Donnergepolter der Kraftwagen, der zwischen dem Preffehaus und dem Hotel der Journalisten den Verkehr Vermittelt. Die rta» ttenische Regierung hat das ganze Hans eins schließlich der Möbel und der Wasche strr neun- hunderttausend Lire gemietet. SSenn man aber ammimmt, daß die Journalisten nichts zu bezahlen haben, so befindet man sich cmf dem Holz- wege. Sie müssen fiir das Zimmer dreißig bis vierzig Lire zahlen und außerdem fünf Sire läglich für die Bedienung. Und wenn sie durch- ans nicht darauf verzichten können, früh morgens Milchkaffee zu trinken, so müssen sie Wettere fünf Lire erlegien. Ein Unvorsichtiger, der eines Morgens zwei Eier im Glase und des Abends zwei' Eier mit Butter und vier Stückchen Auk- fchuitt bestellte, fand diese lukullischen Genüsse L.uf der Rechnung mit scchsunddreißig Lire verzeichnet. — Watz für die zwölf Wagen, die durch die Via Garibaldi fahren! Die Automobile halten und die Fußgänger drängen sich gegen Mauer, ein Hund beginnt zu bellen. Still, blR>- sinniger Köter! Siehst du nicht, daß es Dchll> maten sind? Nein, der Hund hat recht, es ist nur ein HochzcitSzug, der nach dorn Palazzo Turfi seinen Weg nimmt Es herrscht heute w Genna ein wahres Heiralsfiever. Die