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Mckr Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 117.

Sonnabend, 20. Mai 1922.

12. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952

Fernsprecher 951 und 952

E3

Zwischen Lloyd George und Wirth

müßte.

Dr. Pr.

Was uns Genua kostet.

Finanzminffter Dr. Hermes bet den Verhand­lungen in Parts sich z,rr Richtschnur machen müssen denn andernfalls würden Anleihe und LloraLorimn nur eine vorübergehende Lockerung der Deutschland um den Hals gelegten Schlinge bedeuten, die sich nach dem Verfallstermin gleich­sam automrtichch nur noch umso fester zuziehen

hinausschiebcn. Anscheinend ist die Reparations- Kommission über den inneren Sinn der geplan­ten ZwangSanleihe weitaus bester informiert als die deutsche öffentliche Meinung, die zu unterrich­ten man offenbar den Entschluß noch nicht fand.

Du Raffelet «evefien Bladjrtdjten erscheine» wSchenttt» sechsmal und »war adends. Der Lvonaemenklpr«!« Verra«! monaMch 22. Karl bet freier Zustellung tn* Hau». Au», märt« durch t>te -Soft bezogen 21 Marl monatlich «nschltestUch Zustellung. Lestrllunge» werbe» tederznt ernt Bei GeschSftSstell« ober oen Boten entgegengenommen. Trucker er. Berta« and »lebaMon. Echlachtbosslraß» 28/30, Rur unverlangt etngesandte Beitrage (atm ou vtedaiuo» eine BeranlwOrtung ober Gewähr tn (einem Falle übernehmen. Rückzahlung beä «ezugSgetbr« Oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungSmätiger Lieferung ausgeschlossen.

Iteit des deutschen Volkes Dazu kommt die Gefährdung

Paris, 19. Mai.

Die französische Preffe veröffentlichte gestern abend wieder sehr pessimistisch gehaltene Noten über die Besprechungen des ReichSfi- nanzministers Hermes mit der Wiederher- tellungskommission. Es muß hierzu betont wer­den, daß die Verhandlungen des Reichssinanz- miniskers mit der Wiederherstellungskommisfion ich einstweilen auf Einzrlbcsprechungen mit den Mitgliedern der Kommission beschränken. Die Teilnehmer an diesen Besprechungen sind zu trengstem Stillschweigen verpflichtet. Alles was in den Zeitungen erscheint oder was von über, eifrigen Agenturen gemeldet wird, ist bis au weiteres mit größter Vorsicht auszunehmen.

Deutschlands durch die französische Rhein- land Politik, die das Bestreben zeigt, Zwi- schcusälle und Zwangslagen schon vor dem 31. Mai zu schaffen, die die Möglichkeit zum Eingriff bieten könnten. Dieser Politik ist die heutige Regierung nicht gewachsen, zumal sich schon heute Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Reichs- regierung geltend zu machen scheinen, die in den Pariser Verhandlungen des Ministers Dr. Her­mes ihren Ausdruck finden, während Rathenau und Wirth in Genua ihre Rückkehr in der Hoff­nung aut das Erfüllungswunder immer weiter

liche Leist« weit hiliau!

zugehenden zuverlässigen parlamentarischen In­formation werden die Kosten der deutschen Ver­tretung in Genua mit fünfundzwanzig Millionen Mark veranschlagt.

Snfertton5t>ret(« »> alnhelmlsche Aufträge: Die einspaltige Anzeigenzeile M. 3., bte etnfpattige «etlamejetle M. 8.. b) «uSwarttge tlufträge: Die etnfraltt«e AnzeigenzeUe ffl». 3.-. die einspaltige Reliant--eile M. 8, alles einschließlich Teuerungszuschlag und Anzeigmsteuer. gür Anzeigen mU besonder« schwierigem Saß hundert Prozent Aufschlag. Für bie Richtigkeit aller durch Fernsprecher auf gegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme, baten und Plätze kann eine Gewahr nicht übernommen werben. Druckerei: Schlacht» hosstraße 28/30, Geschäftsstelle: Kölnische Strafte 5, Telephon Mummet 851 und 852

vorsichtige und skeptische Beurteilung am Platze sein, und die aus Paris verbreiteten eptimisti- schen Darstellungen sind mit dem stärksten Vor­behalt aufzunehmen. Zunächst muß beachtet wer­den, daß es sich hierbei aar nicht um die große Anleihe zwecks Kapitalisierung der sogenannten OBons, also eines Hauptteiles unserer Repa­rationslasten, handelt, sondern vielmehr um eine »kleine Anleihe*, die freilich nach den Mel­dungen aus Paris eine Milliarde Dollars be­tragen soll und bei der man vor allem auf die Amerikaner als Geldgeber rechnet.

Run liegen aber die Dinge so, daß der bisher von englischer Seite vertretene Standpunkt, erst Revision des Friedensvertrages und dann An­leihe, ebenso den deutschen Jniereflen wie denen der etwaigen Geldgeber entspricht. Denn es ist klar, daß durch eine Anleihe, die es Deutschland ermöglichen würde, seine Barverpflichtungen in den nächsten Jahren ohne Inanspruchnahme des Devisenmarktes zu erfüllen, das Gleichgewicht in der deutschen Zahlungsbilanz vermutlich nur so lange bergestellt werden würde, als der Erlös der Anleihe reicht. Eine Anleihe in Verbindung Mit einem Moratorium würde in der Tat tie Finanzkatastrophc nur hinausschieben, und die allgemach tot gerittene Phrase von der »Atem, pause" würde sich zweifellos als ein schöner Wahn entpuppen, wenn nicht die absolute Gc- wtßheit besteht, daß das Moratorium durch den Dchuldennachlaß abgelöst wird. Das wird der

Ilngenügenve Zugeständnisse.

Genf, 19. Mai. (Privattelegramm.) Im Pariser Reparationsausschutz haben die Be- prechungen über di« neuen Vorschläge, die Dr. Hermes aus Berlin milgebracht hat, begonnen. Bis jetzt ist die vorherrschende Meinung, daß die Zugeständnisse nicht genügen, um die Beschlüsse der Reparationskvmmission für den 31. Mai we- ontlich abzuändern. Die Reparationskommis­ton ist am Dienstag zu einer Besprechung der Einzelheiten der deutschen Vorschläge zusam- mengetreten. (Der amtliche Bericht widerspricht damit den Privatmeldungen von einer angebli­chen Aussetzung der Reparationsbesprechungen biS zum Eintreffen neuer Anweisungen Berlins.

Bericht über Genua.

Cine Besprechung des Reichskabinetts.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 19. Mai.

Rach den in Genua vorliegenden Dispositionen wird am Montag vormittag unter dem Vorsitz deS Reichspräsidenten das deutsche R e i ch S k a - bi nett zusammentreten, um den Bericht de§ Reichskanzlers entgegenzunehmen. Wahrschein­lich werden die Parteiführer zu dieser Sitzung hinzugezogen. Rach dem Wunsche des Reichs­kanzlers soll am Dienstag der auswärtige Aus­schuß zusammentreten. Für Mittwoch oder Frei­tag erwartet man eine große Rede ves Kanzlers im Reichstage über Genua.

Genua, 19. Mai.

Die Tagesordnung für die heutige Schluß­sitzung ist wie folgt festgesetzt: Genehmigung des Protokolls der zweiten Plenarsitzung der Konfe­renz; Einbringung der Beratungen der dritten Kommission; Einbringung des Berichtes der Kommission für Prüfung der Vollmachten; Ein­bringung eines Entwurfes bezüglich der Sani­tätskonferenz in Warschau; Einbringung eines Entwurfes betreffs der Arbeiten des Roten Kreuzes im Frieden; Schlußreden.

zur Erfüllung der in den Artikeln 77 und 312 des Friedcnsverttages festgelegten Verpflichtun­gen. Es handelt sich dabei um eine Zahlungs­verpflichtung Deutschlands von 65 Millionen französischer Franken an Frankreich zur Rege­lung der Sozialversicherung in Elsatz-Lothrrngen. Die für 1922 fällige Rate beläuft sich allein für Elsas!-Lothringen auf etwa 218 Millionen Mark und für die übrigen Länder, die an die deutschen Gebiete abgetreten sind, ist sie auf ungefähr 15 Millionen beziffert. Für Entschädigungen in Durchführung des Okkupations-Leistungs gcsetzes, für Besatzungsausgaben, vor allein Quariierent- fchLdigungen und dergleichen sind eineinhalb Milliarden in Ansatz gebracht. Die Grundstücks- Verbesserungen, die Neubauten und Umbauten für die Besatzungstruppcn im Rheinland werden mit annähernd drei Milliarde« beziffert, von de­nen die eine auf die Ossizierswobnbauten nebst Ausstattung, die andere auf den Bau von La-a- rctten. Flugplätzen. Reitbahnen, Exerzierplätzen und oergleichen verwandt werden müssen. Aber nicht nur dir Benutzung der Gebäude mässen wir gestatten, sondern wir müssen auch noch alle Baulichkeiten instand halten. Das kostet uns Wei» tere 85 Millionen, während die Einrichtungs­gegenstände 120 Millionen verschlingen. Die Be­tt iebskoften wie Feuerung. Beleuchtung, Wasser­versorgung, Reinigung und dergleichen, wie auch Mieten 140 Millionen Aufwand bedingen. Und das alles, wohlgemerkt, nur für das eine lattfene Jabr. Die Eisenbahn wendet 450 Millionen für die Zwecke der BesatzunoSfrupven auf, die Reickspostverwaltung über 50 Millionen.

Fünf Milliarden, und «war fast vier Milliar­den mehr alS urfvnünglich vorgesehen, sind für die Lieferung von Vieh, für Reparationszwecke, für Sachleistungen allein durch das Reicksernäb- rungsminifterium in An sucht genommen. Die übrigen Reparationssachleistungen ausschließlich Vieh sind mit 96% Milliarden Mark, und zwar mit rund 88 Milliarden mehr als im ersten Haushaltsentwurf vorgesehen, in Ansatz gebracht, worden. Hier wie in anderen Positionen macht sich die Entscheidung der Revarationskommission besonders bemerkbar. Für die dort geforderten Sachleistungen im Gegenwert von 1450 Millionen Gold mark ergibt sich eine Ausgabe von insge­samt 101.5 Milliarden Papiermark, von denen, wie erwähnt, fünf Milliarden für Viehlieferun- aen und 96% Milliarden für andere Revarations- sachleistungen verbleiben. Für die Zahlung au8 Vergleichen über Entschädigungsansprüche muß­ten drei Milliarden gegenüber dem ursprüng­lichen Ansatz von einer Milliarde angesetzt wer­den. 50% Milliarden Papiermark sind eingesetzt als Gegenwert für die 720 Millionen Goldmark nach dem Umrechnungskurse von einer Goldmark

* * *

Lkoyd Georges Heimkehr.

Genua, 19. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Tie französische Delegation reist bereits Freitag abend ab, während die Engländer Genna am Sonnabend verlassen werden. Lloyd George wird seinen Weg über Paris nehmen. Es heißt, daß er sich dort etwa zwei Tage aufhallen und möglicherweise Veranlassung nehmen werde, mit PoincarS und Millerand zusammenzutreffen. Spätestens Mittwoch dürste er in London sein.

gleich 70 Papi ermatt.

Die fortdauernden Ausgaben beziffern sich insgesamt in der neuen Aufstellung auf 163 Milliarden gegenüber 95 Milliarden im Jahre 1921. Diese Summe hat sich also fast verdoppelt. Dazu kommen aber noch die einmaligen Aus­gaben, die insgesamt 63% Milliarden gegen 17 Milliarden im Jahre 1921 ausmachen, so daß sich diese Ausgaben saft vervierfacht haben. Unter diesen einmaligen Ausgaben erscheint ein Betrog

Die Engländer find zufrieden.

Genua, 19. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Nach einer Meldung deSSecdo" erklärte sich Lloyd George sehr befriedigt über die Verstän­digung, die mit den Russen zustande gekommen ist. Insbesondere über die Annahme des Vor- friedensvertrageS, der acht Monate die Gefahr beseitigt, die Rumänen und Polen drohe.

politische Bedenken.

Deutschlands schwierige Sutzere Lage.

^Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 19. Mai.

Wie verlautet, beurteilt man in den Kreise» der Deuffchnationalen BolkSpartei die außen­politische Lage des druffchen Reiches trotz der an­geblichen Erfolge der deuffchen Regierung in Genua pessimistisch. Der deutsch-russische Vertrag erscheint immer mehr als em Zufallsersolg, wo­durch vielleicht eine deutschfreundliche Aktion Englands verhindert worden ist. Man betrach­tet die Reise des Ministers Dr. HermeS mit Mißtrauen und befürchtet eine aus der Angst­psychose vor dem 31. Mai geborene Sapitu - lationspolitik tro tzdeS Vertrages von Ra­pallo und erwartet Angebote, die über die steuer-

Hermes in Paris.

Pessimistisch« Rote« in Frankreich. (Eigene Drahtmeldung.)

Heimkehr aus Genua.

Berlin, 19. Mai. (Privattelegramm.) Die deuffche Delegation reist, einschließlich der Sach­verständigen, Sonnabend früh aus Genua ab und wird Sonntag in Berlin zurückerwartet. Rur Dr. Hilferding har sich noch zu kurzem Aufenthalt nach Rom begeben.

Genua unö Varis.

Hoffnungen und Wirklichkeit.

.Genua liegt wirklich in den letz­te n Z ü g e n." Das Zitat aus SchillersFiesko" ist zur Tatsache geworden. Und die Bilanz der Weltwirtschastskonferenz" ist für die mehr als fünf Wochen, die sie seit dem 10. April getagt hat, recht dürftig. Ihr Hauptprogrammpunkt, der Wiederaufbau Europas, ist auf dem Theaterzet­tel stehen geblieben, der heiß umstrittene Burg- friedenspatt wurde zu einem Dreimonatswechsel mit etwaiger Prolongation degradiert, und die Verhandlungen mit Rußland sind vertagt, sind nach dem Haag verlegt worden. Unter erschwe- renden Umständen, denn Sowjetrußland macht Vorbehalte, Frankreich Obstruktion und die Rordamcrikantsche Union nicht mit.

So bleibt für Deutschland als positives Er­gebnis das Abkommen mit Rußland, das nach Ansicht der Konferenzeinberufer ja pro- grammwidrig. Die Verhandlungen im Haag aber sollen nicht etwa nur unter Ausschluß Deutschlands, sondern zunächst auch ohne die Vertreter Moskaus vor sich gehen, die man erst später zuzuzichen gedenkt. Auf deutscher Seite wird man keineswegs dem bequemen Stand- punkt huldigen dürserr, .sei im Besitze und du bist im Recht", denn der Rapallo-Vertrag würde uns an sich nicht davor schützen, daß Wir bei et­waigen Abmachungen zwischen Rußland und den Alliierten benachteiligt werden. Man steht denn auch an den leitenden Stellen auf dem Standpunkt, daß parallell mit den Besprechun- gen im Haag unsere Verhandlungen mit Ruß­land weiter geführt werden müssen, um zu einem wirklichen Wirtschaftsvertrag zu gelangen, zu dem das Abkommen von Rapallo gleichsam nur den Rahmen darstellt.

Trotz alledem wäre eS nicht richtig, von einem völlig negativen Ergebnis der Genua-Konferenz zu sprechen. Wir wollen dabei etwa nicht in die Phrase von demAnfang einer gegenseitigen Verständigung durch die gemeinsamen Beratun­gen bisher getrennter Kontrahenten" verfallen, sondern wir denken mehr an die Klärung der politischen Atmosphäre durch die Feststellung, wer wirklich ernsthaft an dem Wiederaufbau Europas arbeiten und wer sich ihm, unter Be­rufung auf den Unfriedensvertrag von Versail­les, widersetzen will. Aber zu diesem allgemei­nen Ergebnis gesellt sich doch wenigstens ein praktisches nämlich der Kommifsionsbeschluß, w-onach im Juni eine Notenbankkonfe­renz in London zusammentreten soll, an der die Vertreter der großen Banken der Welt, stei von Politischen Hemmungen, wirflich wirtschaft­liche, weltwirtschaftliche Fragen beraten wollen. Immerhin ist auch das noch Zukunftsmusik, wäh­rend die auf den 24. Mai angesetzten Beratungen der Studienkommission für die internatio­nale Anleihe zwar auch noch nicht Gegen- \ wartsmusik sind, aber es doch werden könnten. Ebenso wie die Verhandlungen, zu denen sich der Reichsfinanzminister Dr. Hermes nach Paris begeben hat. Freilich wird auch hier

Der Vorhang füllt!

Schlußakt der Konferenz. (Privat-Telegramm.)

Vertrauliche Aussprache.

Lloyd George und Wirth.

(Eigene Drahtmeldung.)

Genua, 19. Mai.

Eine neuerliche Unterredung zwischen L l o y y George, Wirth und Rathenau dauerte über eine Stunde und umfaßte unter Bezug- rahme auf die vorhergegangenen Besprechungen sämtliche aktuellen politischen Tages­fragen. Die Reparationsfrage wurde nochmals im Zusammenhang aus der englischen Haltung gegenüber dem 31. Mai besprochen. Der Reichskanzler äußerte sich über den vorläustgett Abschluß der Besprechungen mit dem englischen Ministerpräsidenten befriedigend. Da die Bespre­chungen vertraulicher Art waren, mutz auf die Wiedergabe von Einzelheiten verzichtet werden.

3m neuen Lmtejahr.

Di« neue Getreidevrdnmrg.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 19. Mai.

Am Dienstag vormittag fand in der Reichs­getreidestelle eine Besprechung über die neue Getreideordnung im neuen Ernte­jahr statt, an der die Vertreter der Landwirt­schaft, des Handels, der Mühlenindustrie, der Magistrate und der Berbnmcherkreife teilnah­men. Die Landwirtschaft erklärte sich nicht in der Lage, dem Entwurf der ReichSgetreidestelle über die neue Getrcideordnung zustimmen zu können. Im allgemeinen wird mit einer starken Preiserhöhung des Getreides gerechnet; ein Brot von 1900 Gramm dürfte im Herbst etwa sechsundzwanzig Mark koste».

Deutschlands Leiden.

Unter dem Drucke des Friedensvrrtrags.

®te radtfolgev.be Betrachtung eines ge­legentlichen Mitarbeiters zeigt mit er- UhrccSenber Deutlichkeit bie furchtbaren Latte», die ans dem Dorf rill er Vertrag für »nser armes Vaterland entstanden find.

Dem Reichstage ist der Haushalt für die Aus­führung des Friedensvertrages in einer Um­arbeitung zugegangen, die sich einmal durch die Rote der ReparationskomMission und sodann durch die inzwischen eingetretene weitere Geld­entwertung als notwendig erwiesen hat. Der ursprüngliche Haushalt war ausgestellt worden auf der Grundlage eines Umrechnungssatzes von fünfundvierzig Papiermark für eine Golvmark. Dieser Satz ist nun auf siebzig Papiermark er­höht worden. Der gesamte Haushalt beansprucht demgegenüber überhuirdert Milliarden Papiermark mehr, als ursprünglich vor­gesehen worden war. Die erste Summe beläuft sich auf 114 Milliarden, die nunmehr festgeflellte aus 226% Milliarden, wobei aber zu beachten bleibt, daß jede weitere Senkung des Marktnrses sofort wieder Milliardenerhöhungen in diesen Ziffern mit sich bringt. Dieser Mehrbetrag von » über hundert Milliarden Matt stellt" also int Effekt die unmittelbar über die deuffche Wirt­schaft aus bei Reparationsnote der Entente er­wachsenen Kosten dar! Die mittelbaren Lasten und Verpflichtungen, die sich aus diesem, wirt­schaftlichen Vernunstgründen ganz und gar un» zugänglichen und volkswirtschaftlich so ungemein schädlichen Notenwechsel ergeben haben und sich r och ergeben werden, können in faßbare Zahlen überhaupt nicht umschrieben werden. Auch diese Lasten gehen in die Hunderte von Milliarden.

Wie die Kostensummen im Einzelnen sich dar­stellen. mag aus folgendem zu ersehen sein. Als ganz neue Position erscheint ein Betrag von 233 Millionen als Leistungen des Deutschen Reiches