12. Jahrgang
Freitag, IS. Mai 1922
Nummer 116
Fernsprecher 951 und 952
Amerika und die Haager Konferenz
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gnfrrttonSprttfe e) Sinheimitche Aufträge: Die etnfpalttge Rnzetgenzetlt M. 8.—, die etafpattigt «etlame»eile M. 8,—. b) «uswärttze Aufträge: Dt« «tnspaMge An,eigen-eile M. 3.—, die etnfpalttge R-Namc-eUe M. 8.—, alle» etufchltetzUch Leuerungszuschlag und Anzrtg-nstiuer. Rur Anzeigen mit besonder; schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie sür Aufnahme, baten und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. — Druckerei: Schlacht. Hofstrabe 28,30. Geschäftsstelle: kölnisch« Straße 5. Lelephou Kummer 851 unb 862
,,vn._______ö_______nicht. Alle Diejenigen,
di« über hunderttausend Mark Vermögen haben, müssen für den diese Summe überschreiten- den Bettag nach noch näher zu treffenden Bestimmungen an der Zeichnung der Zwangsanleihe sich beteiliaen. Für R e n t n c r, die ihr Einkommen hauptsächlich auS dem Vermögen bestreiten "müssen, ist, sofern dieses Einkommen nicht höher
als fünfzigtausend Mark ist, eine steuerfreie Grenze bis zu einer Million Papiermark vorge-
Lt, »ass«ter Reuesteu Nachricht« «rschew« «Lch-utlich lechSmal unb ,w r ab «ad». Der Ad-mi-meutSpreiS beträgt monatlich 22.— Start b«t freier ?,uflellm- «ä Hau». «««• wärt» durch bte Pol> bezogen 21- Marl monatlich ewschlieblich ßaP .. 19. Bestellungen werden lederz.m non Der Geschäftsstelle oder den Boten entgegengi' imen. Druckerei. Berlag an» Redaktion Schlachthosstrabe 28/30. Für annerlangt ringe-. bte Beiträge kann bte Redaktion eine «erantwortung oder Gewähr in keinem Falle übernehm o? Rückzahlung de» Bezuglgeldr» »der Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Sies-rung ausgeschlossen.
Hardlngs plane.
Die Haag-Konferenz a«d die «merikanor.
(Eigene Drahtmeldung.)
Basel, 18. Mai.
Die „Baseler Nachrichten" melden aus Rew- york: Die Ablehnung Amerikas auf die Einladung »ach dem Haag scheint keine defini- tive Stellungnahme Hatbings auszusprechen. Der Senatausschutz iß wieder für Donnerstag einber.uftu worden. Die „World" will wissen, datz der Scnatausschutz bestimmte Forderungen formulieren soll, unter anderem auch die, daß das etwaiM Abkommen mit Sowjetrußland der Entscheidung des russischen Bolles unterbreitet werden müsse, was ans eine Volksabstimmung in Rußland hinausläuft.
Befriedigung in Varis.
Paris, 18. Mai. (Privattelegramm.) In den Pariser parlamentarischen und polittschen Kreisen wird ziemlich allgemein über die Ablehnung Amerikas, sich an der Haager Sachverstän- digen-Konferenz zu beteiligen, B e f r l e d i - gung zur Schau getragen. Man will in der Ablehnung einen unzweideutigen Beweis dafür erblicken, daß Präsident Har ding in der russischen Frage den französischen Standpunkt teilt und sich nach wie vor gegenüber Rußland ablehnend verhält
Don Genua nach Haag. SotteSfriede« für acht Monate.
. (Eigene Drahtmeldung.)
Genua, 18. Mai.
In der gestrigen Rachmittagsfltzung wurde die endgültige Vereinbarung betteffs der Einberufung der Konferenz im Haag erzielt und zwar im Timte der vorgestern in der Billa Mbertt gefaßten Beschlüsse. Die Annahme der Beschlüsse verpflichtet gleichzeitig zur Annahme deS Garantiepaktes. Der Pakt, der provisorisch ist, hat bis acht Monate nach der Konferenz von Genua Gülttgkett. Also der Gottesfrieden dauert von heute ab ad* Monate. Nachdem man zu dieser Vereinbarung gekommen ist, wird die Konferenz ausgelSst. Am hruttgrn Donnerstag versammelt fich die politische Kommission. Morgen, Freitag, wird man die Vchl»tzsitz«ng vormittags 9 Uhr abhallen.
Me Unverzinslichkeit der Zwangsanleihe ist auf drei Jahr« hinaus ausgesprochen. Danach soll auf weiter« fünf Jahre ein Zinsfuß von Meieinhalb Prozent und vom neunten Jahre ab ein Zinsfuß von vier Prozent Platz greifen. Di« Veranlagung vollzieht sich nach dem Stichtag vom 81. Dezember 1922. Nur das über eine Summe von hunderttausend Mark hinaustzehende Vermögen ist -------DaS Einkommen unter.
Stadt und Land.
Gibt es eine LeberSrSckiMg des Kluft?
Etwa 250 Vertreter der verschiedensten Lrgarli- sati-nen wirtschaftlicher «rt, der Behörden, der Industrie, bet, Kandels, des Gewerbe», der Landwirtschaft, der Aausfranen, der Arbeit, gebet unb Arbeitnehmer, sowie aller foliti- scheu Parteien von den Deutschnattonaleu Bit zu den Unabhängigen waren gestern der bereits oetannt gegebenen Aufforderung der Lande«, abteilung Kassel der Zentrale für SetmatMeuft »um ersten Annäherungsversuch zwischen Stadt unb Land nach bem Stänbehause gefolgt.
gens vorzunehmen. Di« endgültige Veranlagung dieses Vermögens erfolgt, wie bereits bemerkt, jedoch erst zum Termin des 31. Dezember. Fällt die Selbstetnschützung höher aus, als der end- aültig veranlagte Betrag ergibt, so wird der Unterschied zurüvergütet. Meibt aber die Selbst- einschützung hinter diesem Bettage zurück, so muß selbstverständlich der sich ergebende Unterschieds- betrag zurückvergütet werden. Strittig ist noch die Straf-Frag«, die in dem Verlangen aufgeworfen worden war, für den Fall, daß die endgültige Veranlagung eine wesentlich geringere Selbsteinschätzung ergab, eine prozentual zu bemessende Summe für diesen Mangel der Einschätzung' zu leisten ist. liebet diese Dinge Wird der Reichstag noch sprechen.
Wie man sich tröstet.
Verstimmung über Amerikas Haltung.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 18. Mai.
In Londoner politischen Kreisen ist die Enttäuschung über die ablehnende Antwort Amerikas umso größer, als Lloyd George von dem amerikanischen Botschafter Child ziemlich bestimmt gehaltene Zusicherungen empfangen hatte, datz Amerika sich auf der nächsten internationalen Konferenz vertreten lassen werde. Man ist hier trotzalledem geneigt, zu glauben, daß die amerikanische Regierung in gewisser Hinsicht ihre Entscheidung nochabändern werde. Man stützt sich dabei auf eine Auslassung des Rewyork Herold", der meint, die Antwort Amerikas könnte so aufgefaßt werden, datz die Bereinigten Staaten zwar der Konferenz im Haag nicht zustimmen, aber an einer Sachverständig e n kommisston, die fich mit der rusfischen Frage im allgemeinen beschäftigen würde, teilnehmen könnten. Nur müßte bei diesen Besprechungen jede politische Diskussion von vornherein ausgeschlossen sein. Gewisse Mitteilungen aus politischen amerikanischen Kreisen legen nach hieflger Auffassung auch die Bermtttung nahe, datz gegebenenfalls eine Abänderung des, Programms der Haager Konferenz einen Wechsel in der bisherigen Haltung der Bereinigten Staaten zur Folge haben könnte.
zu hoffen. Verschiedene Meldungen versichern, daß zwischen Genua und Washington augenblicklich rege Unterhaltungen bestehen, um Amerika noch zur Aenderung seiner Haltung zu bringen.
Wenn er wreberkommt.
Des Kanzlers Heimkehr.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 18. Mai.
Der Reichskanzler und der Außenminister Dr. R a t h e n a u werden mit dem jetzt noch in Genua weilenden Teile der deutschen Abordnung am kommenden Dienstag wieder in Berlin eintreffen. Unmittelbar an ihre Rückkehr so« sich eine Kabinettssitzung anschließen, der eine Besprechung des Reichskanzlers und des Außenministers mit den Fraktionsführern folgen soll. Am Mittwoch oder Donners- tag findet dann eine Sitzung des Auswärtigen Ausschusses des Reichstages statt, in der über die Verhandlungen in Genua Bericht erstattet werden soll. An die Darlegungen des Reichskanzlers und des Außenministers wird sich eine ausführliche Aussprache anschlietzen. Damit würde voraussichtlich die Genueser Son«
Die Botschaft hört man Wohl.
Genf, 18. Mai. (Eigene Drahttneldung.) Eine Pariser Zeitung verbreitet die bisher unbestätigte Meldung Frankreich wolle im ReparationSaus- schutz einer Herabsetzung der deutschen Reparationszahlungen von 720 auf 680 Millionen bedingungsweise zusttmmen. (Man wird biefe Nachricht nur mit der gebotenen Vorsicht aufnehmen können. — 3teM
Gespräche mit den Amerikanern.
Genua, 18. Mai. (Privattelegramm.) Es bestätigt sich, daß man in Genua die amerikanische Weigerung, an der Haager Konferenz teilzuneh- men, noch nicht als endgültig betrachtet. Me aus Washington kommenden Nachrichten über die Stimmung in dortigen offiziösen Kreisen haben dazu beigetragen, aus einen Meinungsnmschlag
Lind Loyd George?
Paris, 18. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Aus London werden neuerdings Gerüchte über die bevorstehende Demission Lloyd Georges Ende des Sommers laut. Man spricht davon, daß die Neuwahlen gegen den Herbst hin stattflnden werden und daß wahrscheinlich Chamberlain und Senat 8aw sich an der neuen Regierung beteiligen würden. Diese Gerüchte finden ihre Bekräftigung darin, daß die Regierung im Unterhaus in der Frage der Lehrergehälter in die Minderheit Versetzt wurde. Dem Zwischenfall wird Bedeutung beigemeffen.
Wiederaufbau in Frankreich.
Man will nicht mehr warte«.
(Privat-Telegramm.)
Paris, 18. Mai.
Da daö französische Parlament die Sonder- bestimmnngen des Wiesbadener Abkommens und des Abkommens G i l l e t s über die deutschen Sachleistungen auf das Re- parattonSkonto noch nicht ratifiziert hat. die Ein- wohnet der zerstörten Gebiete übet nicht länget mit den Wiedetaufbau-Arbeiten wqxten wollen, hat die französische Regierung Bestimmungen er- lassen, damit die Geschädigten unverzüglich deutsche Lieferungen erhalten können. Danach können sie fich nach Erledigung bestimmter Formalitäten mtt den deutschen Lieferanten direkt in Verbindung setzen. Me Preise der Lieferungen müssen in Franken vereinbart werden. Die Bestellungen sollen zur Vermeidung von allzu großen Kosten einen Minimalbetrag von viertausend Franken erreichen. Um die Verrechnung dieser Beträge braucht fich der franzöfische Besteller nicht weiter zu kümmern; sie wird von der franzöfische« Regierung besorgt.
Dr. Steuber, der Leiter der Landesabtei- lung der Zentrale sür Heimatdienst, begrüßte die mannigsach gegliederte Versammlung und legte dar, daß es sich darum handelt, eine Versachlichung der Gegensätze unb eine Versittlrchung des Kampfes herbeizusthren. Dann sprach Gutsbesitzer N ä g e l aus Crumibach in seiner irischen Art und Weise über die heutigen Gestel- lungSkosten der Landwirtschast. Redner sprach von der Caprivizeit, da der Doppelzentner Brotgetteide mit acht bis zehn Mark bezahlt wurde ... heute kostet er zwölf- bis sech- zehnhundert M " Scharf geißelte er die Mam- monsfucht in a..en Kreisen unseres Volkes und ebenso verurteilte er den Wucher. Meist sitze der Versucher in der Stadt, der dem Bauer hohe Angebote macht. Auch diese Versucher sollten die Wuchergerichte an die Hammelbeine krie-
Was der Landwirtschast fehlt, ist Stickstoff
sehen.
Ganz neuartig ist das bei diesem Gesetz über die Zwangsanleihe erstmals vorgesehene Prinzip der Selbsteinschätzung. Danach haben die Steuerpflichtigen im Saufe des Monats Dftofcer eine Selbsteinschätzung ihres Vennö-
ferenz parlamentarisch erledigt sein, da im Plenum des Reichstages eine Aussprache Über die M.
Konferenz von der Regierung nicht vorgesehen ist x^Mhren 3U können, müssen fünfzig Prozent der letzten Ernteerträge mehr ausgebracht werden. Die
Die Zwangsanleihe.
Eilige Einbringung im Reichstag.
Bon unserem ParlamentÄnttarbetter geht uns bte nachfolgende Betrachtung über ben der- zeitigen Stand ber ZwangSunI ihe.trage zu: In den ketzten Tagen haben zwischen den Führern der Parteien und Vertreter der Reichsregierung wichtige Beratungen über das von dem Steuerkompromitz vorgesehene Gesetz über die Zwangsanleihe. stattgefunden. Vorwiegend außenpolittsche Gründ« waten es, die zu dem Wunsch und dem Streben den Anlaß gaben, diese Zwangsanleihe noch vor dem 31. Mai Gesetz werden zu lassen. Me Zusammenhänge mit der Außenpolitik Legen ohne weiteres Kar, wenn man an die Verhandlungen über die Forderungen der Reparattonskommission sich erinnert. Die Reparativnskommisston hatte bekanntlich verlangt, daß »och vor dem 31. Mai die Reichsregierun« an neuen Steuern einen Bettag von sechzig Milliarden Papiermark beschafft. Die Form, in der hie neue Forderung erhoben wurde, war allerdings unbesttmmt. Es ergab, sich jedenfalls nicht aus ihr, ob diese Forderung gestellt Würbe auch in Betrachtung her mit dem Steuerkompromiß schon vorgesehenen Ertragnisse der künsttgen Zwangsanleihe. Jedenfalls bestanden über diesen Punkt Ziveifel, so zwar, oh die Entente an ihrem Verlangen nach neuen Steuern festhält, oder ob sie sich mtt neuen Einnahmen, ganz gleich, aus wel- cher Quelle sie fließen, zufrieden gehen wurde. Die Reichsregierung hat auf Grund der Stellungnahme des deutschen Reichstages, wie über- hcmpt ber ganzen öffentlichen Melnungdas Verlangen nach Bereitstellung von sechzig Milliarden neuer Steuern als technisch und sachlich vollständig unmöglich abgelehnt. WaS eventuelle weiter« EinnÄmequellen angeht, so greift man jetzt auf die Zwangsanleihe zurück. Das ist aber gar nichts Neues sind auch nicht etwa eine Folge des Verlangens der Entente, sondern es bau- bett sich hier um eine Reserve, die von Anfang an und noch ehe die Reparatronskommtssion in diesen Fragen überhaupt auch nur zur Aeuße- ruug eines Wunsches kam, geschaffen worden war.
DaS fertiggeftellte Gesetz über die Zwangs- anleihe, das nunmehr dem Reichstage zur Beschlußfassung unterbreitet wird, hält sich durchaus an die im Steuerkomprorniß bereits borge» feheuen Grundzuae. WaS die Höhe des durch die Zwangsanleihe aufzubringenden Betrages angeht, so hatte man seinerzeit auS ganz be* stimmten Gründen eine Milliarde Mark in Gold festgelegt. Me bürgerlichen Paritten wollten seinerzeit einen Betrag von Vierzig Papiermilliarden alS Höchstbetrag festsetzen. Die Sozialdemokratie aber setzte die Goldsormel gegen Zugeständnisse in anderen Punkten durch. Sie wollte damit eine feste Norm für eine zu erwartende Geldentwertung schaffen, also den Bettag der Zwangsanleihe mit dieser Geldentwertung entsprechend steigern. Tatsächlich ist ja auch inzwischen' und gerade durch den neuen Rsparattonsnotenwechsel der Entente veranlaßt, eine starke Senkung der deutschen Valuta einge- treten. Heute ist eine Goldmilliarde mindestens mit sechzig bis siebzig Papiermilliarden zu be- Ziffern. Man wird daher, unb auch hier wieder ans außenpolitischen Gründen, von bet Formulierung des auszuwendenden Bettaae in Gold abkommen und ein Fixum von sechzig Papier- Milliarden bestimmen. Mese Summe entspricht in ihrer Höh« genau der Ententefordetung. Jedenfalls konnte aus dieser Regelung die Entente keinen Rechtsgrund hetleiten, um gegen,Deutschland wegen angeblicher.böSwiMget'' Nichterfüllung feiner Reparatt onsverpflichttmgen mit Gewalt vorzugehen.
Ernteanssichten für dieses Iaht md recht trübe. Bei neuer Mißernte drohen uns Hungerkatastrophen, wie sie jetzt in Rußland gang und gäbe sind. Schon rst die Wintergerste, dnst Lückenbüßerin unserer Brotversorgung, verloren. Der Futterwuchs ist trostlos. Noch immer muß der Landwirt das teure ausländische Kraftfutter verfüttern. Jede Kuh verfrißt täglich allein davon für dreißig Mark. Unter diesen Um- ständen gibt die Landwirtschast augenblicklich die Milch zu Schleuderpreisen ab. Vor Mitte Juni wird frisches Gemüse in ausreichenden Mengen nicht nach der Stadt kommen können. Wir sind jetzt nahe an den Weltmarktpreisen. Richten sich auch Löhne und Gehälter danach, dann kommen wir zu ruhigeren stabileren Verhältnissen. Natürlich ist es eine Ehrenpflicht, für Klein- und Sozialrentner zu sorgen. Bei den Ernte ausfichten in diesem Iahte ist die einzige Rettung nur noch die Kartoffel. Hoffentlich gedeiht sie. Dann machte Redner eine Rechnung auf, wonach die Gestellungsrosten für einen Morgen Kartoffeln über zehntausend Mark betragen. Die Landwirtschaft tut das Möglichste, ihr großes Programm, das deutsche Volk durch die deutsche Scholle zu ernähren, durchzu führen. Dazu braucht sie aber Ellenbogenfreiheit, mehr Achtung vor ihrem Berus und weniger Steuerdruck. Den,mit starkem Beifall aufgenommenen, hier flüchtig skizzierten Darlegungen NägelS folgte eine Aussprache. Lehrer Rumpf-Gilbertshausen warnte vor der Anlchnung an die Weltmarktpreise. Mese könnten der Landwirtschast eine« Tages genau so gefährlich werden, wie in den 90er Jahren. Stadtrat Weber-Kassel griff
baS Kartoffelproblem aus. Künftig kann nur noch der Abschluß Pri« vater Lieferverträge zwischen Erzeuger- Organisationen und Verbrauchewerbänden in Betrat kommen. Der Kasseler Magistrat hm in dieser Beziehung schon Fühlung genommen. Hoffentlich kommt es recht bald zu Verhandlungen. Mr müssen sehen, möglichst viel Kartoffeln «ms kurhesstschen Erzeugerbezirken nach den großen Städten zu bringen. Die Verteuerten Frachten gestatten es nicht mehr, Kartoffeln aus Pmmnctn zu beziehen. Wit nmyen Ware Haven unb werden einen Preis zahlen, der zurzeit der Ablieferung der gerechte ist. Der bekannte Angestelltenführer Sch oland-Kassel (G. d. A.) legte dar, daß die Landwirtschaft bte Weltmarktpreise verlangen kann, weil sieleute Absatzforgen hat, aber eine andere Ft^e ist, ob die Änderen in der Lage und, solche Preise „tt zahlen. Die
Not bet Angestellten ist heute schon derart, daß man sich in andere« Kreisen davon leine Vorstellung machen kann. Gewerkkchafts-Sekretär Braunetsreuther adb zu bedenken, daß jede Lphnsteigerung erst dann eintritt, wenn vorher die Preise für Lebensmittel und andere Bedarfsartikel einen bestimmten Höhepunkt erreicht haben. Wir bekommen nicht eher bessere Verhältnisse, als wir nicht von der Landwirtschast besser und billiger be.le- fert werden. Wau glaube auf dem Lande nicht, ■ daß die Lage der Beamten, Angestellten und Ar- : beiter eine rosige ist. Der Hirsch-Tuuckersche Ge« werkschaftler Eberhardt -Kassel ist überzeugt, daß Kassel von feiner ländlichen Umgebung zu : billigeren Preisen beliescu werden konnte, wahrend GewerkschaMbeamter Eckel (Allgem. Deut-
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