Einzelbild herunterladen
 

Die Haftetet Neuesten NaLrlLten erscheinen wöchentlich iechtrnal und ynat ab en64. Der Ubonnement#prell beträgt monatlich M. Mark bet tretet SufteUung tnS HauS. Las- roätt» durch die Dost bezogen n. Mark monatlich etnfchlietzNch Zuftellunch Best-Nungen werben ieberreii von der iLeschüftLstelle oder de» Boten eurgegengenomuten. Druckerei, Berlag and Redaktion Schlachthosktrabe 28/30, stür unverlangt eingesanbte Beiträge kann ore Redustion eine Berantworkung oder Bewähr in !einen, Falle übernehme», üiueizahlung des Bezugdgelder oder Ansprüche wegen etwaiger nicht »rdnungirmötziger Lieserung ausgeichlostcit.

£l

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

gnferttontoreife a) Einheimische lufträge: Die einsxalttge Lnzeigenzeile M. 3 die einspaltige Reilamezette M. 8,. b) Auswärtige Aufträge: Die einspaltige «nzeigenzeile M, , die einspaltige Reklameteile M. 8, alles einschließlich Teuerungszuschlag und Anzeigenfteuet. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag. Für die Rtchttgleir aller durch Fernsprecher abgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme­daten und Plätze kann eine Bewähr nicht übernommen werden Druckerei: Schlacht- Hofstraße 38/30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße>. Telephon Nummer 951 und 952

Nummer 107

Dienstag, 9. Mai 1922.

Fernsprecher 951 und 952

12. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952

Schlußakt im Genua-Spiel.

aufgebracht werden foC. Das Geld ist aber nur,gen der Rcparatiouskommisfion beginnt. Sic

ZU erhalten, wenn die Bolschewiki dl« kommt«.

sofortigen Abreise nach London nicht verhehlte.

t

leich- rm»

verzeichnet, daß es nicht an Stimmen fehle, die relativ günstige Verhandlungen erwarten.

wollen, die nicht einmal als Grundlage für neue Verhandlungen annehmbar seien. Besonders wünschen die Russen Bankkredite, die von keiner europäische« Regierung gewährt werden können. Der rusflsche Delegierte Joffe begibt sich nicht dirett muh Moskau, sondern trifft in Berlin mit anderen Sachverständigen und Kommissionen der Moskauer Regierung zusam­men, denen er Bericht über die Verhandlungen in Genua geben will. Für den heutigen Vormit­tag erwartet die russische Delegation durch Funk- sprach die letzten Weisungen aus Moskau.

Mer da drängen doch auch andere Erwäam*« gen heran und suchen Gehör: Was ist fiir einert Herrscher und für einen Thronanwärrer für den, der sich als erster Diener eines Staates üihlen darf, für den, der nach den überkomme­nen Gesetzen dereinst den ersten Dienst des Staa­tes übernehmen soll das wahre Fundament der Rechte, die er übt? Das Herkommen und der ererbte und verbriefte Anspruch allein?

zu solchen Verhandlungen nickt bereit ist. I» der russischen Frage hat man inzwischen die kleine Entente und Polen um Vermittlung be­müht. Die Rusten selbst haben erklärt, datz sie nicht wünschen, den Fade,« abreisien zu sehen. Aber sowoU Tschitscherin wie Krassin bleiben fest bei ihrer Meinung, daß sie auf einem Staatskrcdite bestehen müßten. Das Schwergewicht der Entscheidung für Deutschla-tt» st nach Paris verlegt, wo cm 25. Mai, nicht wie

malige Unterredung Lloyd Georges mi den Deutschen hat nicht stattgrfunden.

Am öers hesßm Brei.

Lloyd Georges politische Plauderstnude. (Pttvat-Telegramm.)

Genua, 8. Mai.

Nachdem Lloyd George den ganzen Vor­mittag auf Bartho« gewartet hatte, Barthou seine» Besuch dann auf 4 Uhr nachmittags angc- sagt hatte, erschien er schließlich «m 5 Uhr, um die mit großer Spannung erwartete Unter­redung mit Lloyd George aufzunehmen. Barthou erllärte, die öffentliche Mein»«« in Paris sei über den deutsch-russischen Vertrag sehr erregt. Auch darüber, daß Belgien das Memorandum nicht gutheiße. Er gab aber der Hoffnung Aus­druck, daß ein Weg gefunden werde, damit Bel­gien unterzeichnen könne. In diesem Falle würde auch Frankreich seine Unterschrift her­geben. In dem weiteren Verlause der Unter­redung kam Llovd George aus die Idee einer Zusammenkunft der alliierten Signatarmächte des Versailler Vertrages zu sprechen. Er fragte darauf offiziös, welches die Ansicht Frankreichs zu diesem Vorschläge sei. Barthou erwiderte: Ich werde Herrn Schanzer, den stellvertre­tenden Vorsitzenden der Kounnissiou davon be­nachrichtigen, daß Frankreich vor dem 31. Mai

Der gute englische Onkel.

Genf, 8. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Ein Pariser Blatt meldet aus Genua: Die entschei­dende Konferenz zwischen Barthou und Lloyd George hat zum Nachgeben Lloyd Ge­orges in der deutschen Frage und zu einem neuen englischen Vorschlag Mer Rußland geführt. Die für Sonntag früh erwartete aber-

nistische Wittschaftspolittt grundsätzlich aufgc- ben. Der Streit dreht sich darum, wer für Geld die größeren Wittschaftsverleihungen und Zuge­ständnisse erhält. Frankreich kann nichts geben, also muß es aus die Anerkennung der Vorkriegs- schulden und Krieasschulden beharren, um als Sicherheiten ein Maß von Zugeständnissen her­auszuschlagen, das das aller anderen Länder übertrumpft. Erhält Frankreich dann gleichzei­tig auch noch freie Hand gegen Deutschland, so kann es mit Genua zufrieden sein.

Der große Wirrwarr.

Paris, 8. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Polen und die Kleine Entente verständigten gestern die französische Regierung, daß sie ihre Unterschritt unter die Denkschrift für die Russen zurücr- ziehen würden, falls Frankreich und Belgien nicht der Denkschrift zustimmten. Japan, das Frankreich nachdrücklich in der russischen Frage unterstützt, habe eine ähnliche Erklärung vbge- geben- Ein Brüsseler Blatt veröffentlicht ein Gespräch seines Berichterstatters in Genua mit dem belgischen Außenminister Jasper, in dem der letztere erklärte, Belgien werd« unnach­giebig auf seinem Standpunkte beharren, der Meinungsverschiedenheiten zwischen Belgien und gewissen Verbündeten hervorgerufen habe.

i Kreise zwischen Menschen, die finster, scheu zur . Sette schauen, wenn sie vorMerkommen die im , besten Falle neugierig einen Blick aus halbver- . deckten Augen wagen. Ich bin der Blutsäuf-r und Kindcrschtächter man ist erbittert gegen die Regierung, die mich aus dieser Insel frei

' uuchergehen läßt, die dieser ehrsamen Insel eine solche Last aufpackte. Der Bürgermeister Peereboom hat zu tun, um die erregten Seeken zu beruhigen. Und aus der Heimat tropfenweis Bettchte über den Verlaus der Vorgänge, die einem schier das Herz zerbrechen wollen? Deut­sche Zeitungen gibt * nicht. Aus holländischen Blättern, die veraltet sind, wenn sie der Eisen­kahn vom Festland bringt, buchstabiert man sich den Text der Londoner, Pariser, Lwrsterdamer Telegramme zusammen: Blut un- Aufruhr. Das Schloß zerschossen und geplündert Ma- troscnherrschaft Spartakistenkämpfe dro­hender Einmarsch der Entente. Man möchte chreien um ein wenig Hoffnung, um ei« wenig Licht für dieses Land, an dem man mit der letz­ten Faser feines Herzens hängt, für dessen Rü­be, dessen Rettung man jede» Opfer bringen würde! Opfer? Ja eines fordern sie auch noch von mir, und auch davon soll hier ge­sprochen werden. Am 1. Dezember erscheint im Auftrag der deutschen Gesandtschaft im Haag, die wieder eine Forderimg der neuen deutschen Regierung damit zu erfüllen hat der Lemrttons- sekretär von Pannwitz auf der Insel. Ein Korpsbruder von mir aus der Bonner Borus­senzeit! Er soll eine« formellen Verzicht auf meine persönlichen Ansprüche von mir erreichend Einen Verzicht? Warum? Wozu? Die Herren in Berlin, die alle Macht in Händen hol. ten und deren Stimmung nach ihrer Behauptung den Willen der Mehrheit des deutschen Volkes vertreten, sind doch bisher nicht so pedantisch un^ kleinlich vorgegangen, wen« es sich um Hohen- zollernrechte handelte, Hat man denn nickst am 9. November die Abdankung Seiner Majestät und meinen Verzicht verkündet, ohne die Entscheidung des Kaisers abzuwarten, lchn? mich auch nur in irgend einer Form zu verständigen?

Geheime Gespräche

Barthou und Lloyd George.

Daheim! Die Kehle würgt es mir beinahe ab bei dem Gedanken. Tage und Wochen, die so lichtkos und so bleiern lastend sind, daß sie sich kaum ertragen lassen. Wie ein Gefangener,

Lloyd Georges Wünsche.

Gens, 8. Mai. (Eigene Drahttneldung.) In der Besprechung Barthous mit Lloyd George hat der englische Premierminister sich zum Verzicht bereit erklätt, daß die Einberufung einer alliierten Staatsmänner-Konferenz vor dem 31. Mai stattfindet. Dagegen hat Lloyd Ge­orge erneut den Wunsch nach einer Verstän­dig »ngmitdenRussen ausgesprochen und Barthou ersucht, hierüber weitere Jnstncktionen aus Paris einzufochern.

Barthou wird in Lloyd George nicht einen mürrischen Starrkopf vorgefunden haben. Viel­mehr war Lloyd George ein aufmerksamer Zu­hörer, als Barthou ihm Wesen und Bedeutung der Schachzüge Poincarös auseinandersetzte. Barthou ist bei seinem Eintreffen in Genua sicher davon unterrichtet worden, daß Lloyd Ge­orge am Freitag starke Spruche gemacht hat, daß er von der Entschlossenheit sprach, es auf das Biegen oder Brechen ankommen zu lassen. Der Streitfall ist ja nicht mehr die WiederHerstel- lungssrage, sondern das Verhältnis zu Rußland. Auf dies Geleise hat Poinears die tatsächlichen Gegensätze abgeschoben. Wenn nun Frankreich in der russischen Frage ein Entgegeirkommeu zeigt, wenn es Belgien zurückrust, dann steht nichts im Wege, sich nach dem 31. Mai über Deutschland zu unterhalten. Frankreich sagt Rußland und meint Deutschland. Der Einmarsch in das Ruhrgebiet ist eine Messe wett. Nach­richten aus dem besetzten Gebiet melden über­einstimmend, daß Frankreich Vorbereitungen trifft, starke Truppenmassen nackzusckiellen. Steh/ der deutschen Regierung nicht das Recht zu, in Paris um Aufklärung ersuchen $n lassen, was diese Vorbereitungen bedeuten? Der Versailler Vettrag verleiht allerdings ein Recht auf die Be­setzung. Aber diese Besetzung muß zablenmäsng eine Grenze haben, da es schließlich Deutschland ist, das für die Kosten aus',»kommen hat. Deutsch­land kann sehr wohl verlangen, daß ihm durch die Besetzung nicht mehr Kosten auserlegt wer­den, .As es zu tragen vermag. Usberdies wurde eine solche Anfrage das französische Spiel recht­zeitig aufdecken. Auch das bleibt zu erwägen, ob die deutsche Regierung nicht in London, Rom und Washington die gleichen Vorstellungen und Anfragen erheben soll. Für die nordamettkani- schen Regimenter, die das Gebiet um Koblenz verlassen, hat die französische Regierung als Er- ; satz Divisionen bereit gestellt. England hat die , Truvpenzahl in der Kölner Zone nicht erhöbt denkt auch nicht daran, so daß für Frankreich keine Veranlassung vorliegt, von sich aus das Rheinland mit neuen Truppenverbänden zu - belegen.

Eine Mahnung an die atuffen.

Genna, 8. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Schanzer richtete gestern eine eindringliche Mah- r.ung an die russischen Delegierten, die er darau aufmerksam machte, daß die Konferenz mit den Bedingungen des Memorandums dieäußerste Grenze des Entgegenkommens für Rußland bezeigt hätte. Mehr dürfe die Sowjetregierung rächt erhoffen. Die Möglichkeit, von den Regie- tungen Bankkredite für Rußland zu erhal­ten, schloß Schanzer iwn vornherein aus und verwies nachdrücklich auf die Vorteile der von den Alliierten dem russischen Handel verfproche- ven Hilfe, wodurch für diesen zur Neubelebung begrenzte Barkredite aufgebracht werden könnten.

Russische Wünsche.

Antwort auf das fatale Memorandum.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 8. Mai.

Sin Berichterstatter in Genua will über die Auttvott, die die Russen am Dienstag auf das Memorandum üfcerrcidfen werden, erfahren ha­ben, daß die Russen folgende vier Bedingungen tellen werden: L Sind die Alliierten bereit. Rußland ohne Probezeit aiizuerkennen. 2- Wer­den die Alliierten damit einverstanden fein, daß die ausländischen Eigentümer entschädigt wen den. ohne daß das Privateigentum in Rutzla rd auch nur in der verstecktesten Farm wiederherge- stellt wird. X Sind die Alliierten geneigt, Ruß­land ein Moratorium zu gewähren und wenn, tote lange. 4. Sind die Alliierten berett, Rußland Kredite zu gewähren und in welcher Höhe.

Genua, 8. Mai.

Heber eine neue Krise auf der Konferenz von Genua vernimmt der polittsche Mitarbeiter des italienischen Blattes Corttere della Sera, Lloyd George sei von der letzten Unterredung mit den russischen Delegierten durch ihre Unnachgie- bigkeit sehr entmutigt worden, so daß er an der Möglichkeit einer Verständigung zu zweifeln be­ginne und seinen SJertrauten die Absicht seiner

Sie bkeiberi sich treu!

Barthou entdeckt die Freundesherzen.

(Pttvat-Telegramm.)

Genua, 8. Mai.

Auf einem Bankett, das die französische Presse zu Ehren Batthous veranstaltet hat, hielt Bar­thou gestern eine Rede, in der er betonte, da : iro$ häufiger Zwischenfälle innerhalb der ein­ladenden Mächte die guten Beziehungen rach wie vor begehen. Frankreich fei Belgien gegenüber feinen Verpflichtungen nachgekommen, habe dabei aber die großen Dienste nicht ver­gessen. die England der gemeinsamen Sache ge­leistet habe. Die Konferenz nähere sich ihrem Ende. Die Beendigung hänge nicht von den einladenden Mächten, sondern von Rußland ab. Die Sowjet-Abordnung müsse zu dem Me< morandum I a oder Rein sagen. Bon anderer Seite wird dagegen der Meinung Ausdruck ge­geben, datz die Konferenz auch noch über diese Woche hinausgehen werde, da man alles aufbie- ten wolle, um mit den Russen einig zu werden.

Unruhiges Genua-Wetter.

Lloyd Georges Mißstimmung.

(Pttvat-Telegramm.)

Gewiß, Batthou hat Lloyd George darüber keinen Vortrag gehalten. Für sie war es wichti­ger, die Brücke zu finden, über die Frankreich und England gehen konnten. Im Grunde war der Gegensatz nickst groß. Rußland ist nicht durck Frredensverttäge gefesselt, also frei in der Ent- TdflicBunq mit ankeren Staaten, wenn es sein muß, Wittscha fisb-ündn i ss e ein-ugehen. Ruß- Icnb weiß, daß ohne Wiederaufbau der zerstör­ten russischen Wittfchaft eine Heilung der enro- päischen Wirtschaftskrise nicht möglich ist. Aber es kann auf der anderen Seite auch nickt warten. Die Sowjets sind nack Genua gegangen, nicht nur um ihre de jure Anerkennung zu erhalten, sondern vor allem deshalb, um Geld auszutr-'i- ben. In einer Denkschrift an den Finanz aus- nSux Haven sie ihren unmittelbaren Geldbedarf

2ed,l Milliarden Goldrubel be- wo am ->. wat, »um ro«

regnet der durch eure internationale Anleche s vietz, am 10., die Sitzung der SachoerLndj

Gotelttien» IinanzelenS.

Genua, 8. Mai. (Privattelegranutz.) Der russische Delegiette Rakowski hat in einem amtlichen Memorandum bestätigt, daß die Rätc- regierung drei Milliarden Goldrnbel oder etwa neun Milliarden Gold - francs als für den Wiederaufbau Rußlands innerhalb drei Jahren benötigten Bttrag be- zerchnet. Diese Kreditforderuna ist von Tsch-t- fchettn auch Lloyd George und Schanzer genannt.

Wleringer Eindrücke.

Der Kronprinz im Exil.

H*feee Gönn taqä tt «mm er »rächte au« bett dem «rächst im Verläse Sen Z. ®. Lotte erscheinenden Erinnerungen de« «ronvrinKett Vie SchUdernng feiner Fahrt nach KoNanb. Zn Sern folgenbea Artie-l beschreibt der vrinzliche Anter seine Wntimft nnb ersten Einbrüche ans der Insel Wieringen «nd legt seine Motive fSr den formeU-n Verzicht ans bi« Thronfolge bar

. . . Rach schwierigen und qualvollen Ver­handlungen mit Vertretern der holländischen Regierung erhalten wir endlich auch etwas wie einen Anhalt für meine Zukunft. Der Oberst Schröder bringt die Nachttcht, die holländische Regierung habe mir als Wohnort die Insel Wiettngen angewiesen. Wieringen? Die Insel Wieringen? Niemand im Hause weiß, wo diese Insel liegen mag. Wiettngen? Zum ersten Max im Leben höre ich den Namen, kann mir dabei nichts vorstellen, nichts denken. Und Hebe jetzt, da ich die Zeilen der Erinnerung schreibe, drei Jahre bald auf diesem kleinen Fleckchen fester Erde in der See. Auch -er letzte Teils her Reise ins Eris ist voll kleinen Hindernissen, Widttgkttten, Tücken. Unvergeßlich die Ein­drücke der Stunde, in der ick den auf den festen Boven des kleinen Fleckens Erde setzte. Im Hafen wieder Menschen über Menschen, Einheimische, die still und mißtrauisch der merk, würdigen Einquartterung entgegenstarren, red­selige Repotter aus aller Welt und fingerfettige Photographen. In einem uralten Wagen sicher dem besten, den es auf der Insel gibt geht dann die Fahrt nach dem Dorf Oosterland. Nach Tran und Mief und altem Leder riecht es in deut ehrwürdigen rumpelnden, Kasten Noch setzt, wenn ich die Augen schließe, und dieser Stunde gedenke, spüre ich den unvergeßlichen Geruch. Vor dem Keinen arg verwohnten Va- storenhans werden wir ausgefrackitet. Kahl, öde ist das alles. Kälte und Einsamkeit dazwischen eingenistet toi* Gespenster. Draußen vor dem Haus dreht die gebrechliche Karrete ächzend und stöhnend um und schlingert durch den Dreck in den schier undurchdringlichen Rebel hinein.

lieber alle Drähte und Kabel ist aus Genua die Nachttcht verbreitet worden, daß die Unter­redung zwischen Lloyd George und Bar­thou entscheidende Bedeutung habe. Barthou ist am Sonnabend vovmitag wieder in Genua eingetrofsen, um gleich zu Lloyd George hinaus- zufahreu. Das Ergebnis wird Wohl eine Ver­ständigung sein, denn Hütte Barthou gar nichts zu bieten, so wäre er eben zu Hause geblieben. Und da es Lloyd George darauf ankommt, die Tagung zu einem Schluß zu bringen, der we­nigstens nach etwas aussieht so wird er auch seinerseits nicht zögern, entgegenzukommen. Von welcher Art dies Entgegenkommen sein wird, das haben wir bischer wieverhoft erfahren. Einst­weilen ist in Genua noch nicht der geringste An­satz dafür zu sehen, daß die Wiederherstellungs- srage ausgerollt wird, so hoch und teuer sich auch Lloyd George verschworen hat. Er hat wohl alle Minen springen lassen, um die _____

K»sen wieder einzufchalten. Die englische Presse hat ihn dabei vortrefflich unterstützt. Was Lloyd george aus Gründen staatsmännifcher Klugheit nicht sagen konnte, das wurde den Franzoseli jeden Morgen und jeden Abend an der Themse auseinandergesetzt. Wer die englische Presse in ^m Tagen verfolgt hat, konnte glauben, die Beziehungen Ml Frankreich stunden unnuttelbar!~ vor dem Bruch. Sogar von einer englisch-deut- ~tc scheinen Gegenfmn ernngen stellen $it scheu Annäherung ist die Rede gewesen, wozu der Besuch Wirths und Rathenaus bei Lloyd George die äußere Veranlassung gab. Das alles war für Paris bestimmt und ist hier anck verstanden worden. Lloyd George bat P o i n - care gezeigt, daß er es auch meisterhaft ver­steht, Hindernisse und Gräben zu schassen, die ein geschulter Reiter nicht so ohne weiteres zu nehmen vermag. Sogar darauf hat Lloyd Ge­orge getischt, daß die Grenzen in Osteuropa noch, nicht endgültig sestgestellt seien, was deutlich auf Polen zielte.