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Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Nummer 91.Fernsprecher 951 und 952 Mittwoch, IS. April 1S22.Fernsprecher 951 und 952 12. Jahrgang.

SnterttonSpretle *) «inheimlfche Aufträge: Die etnfpatttge An,eigen,eile $L Uto. die einspaltige Reklamezeile M. 6,25 b) Auswärtige Aufträge: Die etnfpatttge Anzeigenzeile M. 2 50. die einspaltige Reklamezeile M. « 25, alles etnschlteblt» Deuerung«,Uschlag und Anzelgensteuer. Für Anzeigen mit belonder« schwierigem Sag hundert Prozent Aufschlag. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher auf gegebene» Anzeigen, lorole für Aufnahme- baten und Plähe kann eine Gewähr nicht übernommen werden. - Druckerei: Schlacht Hofstrabe *8/30. Geschäftsstelle: Kölnische Strabe 5. Telephon Nummer 951 und 952

Vertrag zwischen Deutschland und Rußland!

Gas deutsche Problem

Reparationsfrage und Genua.

Die Genueser Konferenz steht unter wachsen­der Nervosität. In den acht Tagen ihres Be­stehens ist an greifbaren äußerlichen Resultaten noch blutwenig zu verzeichnen. Hinter den Ku­lissen freilich gehen die Dinge von allergrößter Tragweite vor sich, wie der Abschluß des deutsch- russischen Vertrages beweist. Die Delegierten aller Länder, vielleicht mit einer einzigen Aus­nahme, kommen Tag für Tag mehr zu der Er­kenntnis, daß insbesondere alles Reden und Ver­handeln, alles Debattieren und Diskutieren zwecklos ist, wenn man nicht über das wichtigste und grundlegende Problem, über die Repa­rationsfrage, wie überhaupt über die widersinnige, auf Grund des Versailler Friedens aufgebaute Wirtschaftsordnung sprechen darf. Tie französische Delegation wird infolgedessen, weil sie diese Strömungen immer mehr wachsen sieht, von zunehmendem Mißbehagen erfüllt. Der Draht zwischen Genna und Paris spielt un­unterbrochen. Fortgesetzt werden Instruktionen erbeten. In Paris hat inzwischen verschiedent­lich der Kabinettsrat getagt. Als Ergebnis die­ser Beratungen ist einmal der Entschluß hervor­zuheben, daß Poincarö selbst nach Genua reisen wird, um dort die französischen Interessen wahr­zunehmen und zum anderen die weitere Ent­schließung, im Falle des AuswerfenS der A b ­rüst ungS- und ReparationSfragc sich zunächst zurückzuhalten und gegebenenfalls die weitere Diskussion an den Völkerbund zu ver­weisen.

Die französische Einstellung einer unvermeid­bar gewordenen Diskussion ist nichts anderes, als eine taktische Schwenkung, die die französische Politik einzunehmen sich gezwungen sieht, um nicht der völligen Isolierung ju verfal­len, die ja jetzt schon alS drohendes Gespenst in Genua sich erhebt. Bezeichnend füt die ganze naturnotwewdige, folgerichtige Entwicklung dieser Dinge ist folgende Episode: Die französische De­legation in Genua hat die Antwortnote der deutschen Rrichsregierung an die Reparations- kommission in Sachen der Sechzig-Milliarden- Steuerforderungen und der Finanzkontrolle zum Anlaß für einen offiziellen Schritt genommen, den Barthou bei Lloyd George ausführte. Bar- thou erklärte, im offiziellen Auftrage Poincarss zu handeln, wenn er die Erklärung abgebe, daß nach dieser deutschen Antwort, die einer Zah­lungsweigerung gleichkomme Deutschland nicht mehr alS gleichberechtigtes Mitglied in den finanziellen und wirtschaftlichen Kommis­sionen tätig sein könne. Aus dieser Mion ergab sich der offizielle Vorstoß Frankreichs gegen das Prinzip der Gleichberechtigung der Deutschen, nachdem alle vorangegangenen Versuche, gegen- über den Deutschen den die Sieger und die Be­siegten trennenden WM aufzurichten, fehlge­schlagen waren. Aber dieser große Vorstoß ging daneben. Die Franzosen weiden mit ihren eige­nen Waffen geschlagen. Denn Lloyd George erklärte, daß doch gerdbe auf französisches Verlangen hin über die Reparafionsfrage nicht gesprochen werden soll, darum könne doch auch die deutsche Antwort an die Reparations-Kom­mission nicht zur Verhandlung stehen und auch keinen Grund für eine anders geartete Behand­lung der Deutschen biDen. Sollte Frankreich aber anderer Auffchsung sein, dann würde die Reparationsflage eben als neuer Puntt in das offizielle Programm von Genua ausgenommen werden. Der verdutzte Barthou zog daraufhin seinen Einspruch zurück. Die FolM dieses Zwi­schenfalls aber war, daß man in Paris sehr ärgerlich über das Fiasko dieses Schrittes war. und daß man nun diesen Aerger an der Person Barthous ausläßt und daß man den Wunsih ausgedrückt hat. PoincarS solle die Zügel in die Hand nehmen.

Dieser Schritt Barthous ist aber nicht Mein um seines negativen Ergebnisses willen beacht­lich, sondern um seiner Tendenz willen. Was die Franzosen bisher durch ihre Zersplitterungs- Versuche nicht erreicht haben, wollen sie nun wett­machen dadurch, daß sie doch noch eine gemein, same Front der Alliierten Herstellen. Soweit die Konferenz von Genua in Bettacht kommt, ist nun auch dieser Versuch fehlge­schlagen. Indessen ist es nicht ausgeschlossen, daß neben der Konferenz doch in Genua der Oberste Rat der Alliierten zusammentritt und daß gcrabe dieser mit der Reparationsfrage und der Lage, die durch den Notenwechsel zwi­

schen Deutschland und der ReparationSkommis- sion geschaffen worden ist, sich beschäftigt. Der amerikanische Beobachter in Genua hat sich dahin geäußert, daß die Konferenz überhaupt zu kei­nem Resultat kommen könne, wenn nicht die Frage der Rep.rrationsbMnMngen zur Dis­kussion gestellt werde. Es wäre gar nicht aus­geschlossen, daß Amerika doch noch an Genua offiziell teilnehme, wenn die Reparationsfrage zur Erötterung käme. Es ist bemerkenswert, daß in englischen Delegationskreisen eine derartige Entwicklung der Dinge und somit eine offizielle Beteiligung Amerikas erhofft wird.

Deutschland und Rußland.

Ei» Vertrag auf Gegenseitigkeit.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 18. April.

Die seit mehreren Monaten schwebenden Verhandlungen zwischen Deutschland und Ruß­land haben am Ostersonntag in Genua zum Abschluß eines Vertrages geführt, der allgemein überrascht hat. Der Vertrag beruht auf vol­ler Gegenseitigkeit, die diplomatischen Beziehungen werden wieder ausgenommen, alle Ersatzansprüche aus der Zeit des Kriegs­zustandes zwischen Deutschland und dem frühe­ren Rußland gelten als erledigt. Das gleiche gilt für die Ersatzansprüche, die aus den bisherigen Sozialisierungs-Maßnahmen der Sowjettegierung sich ergeben haben, unter der Voraussetzung, daß Rußland auch dritten Staaten einen Schadenersatz für die durch die Sitztalisierung entstandenen Schäden ohne eine UngültigkcitserNörung der Sozialifierungsmaß- nahmen nicht zugesteht. In Zukunft soll der Grundsatz der Meistbegünstigung und der des wirtschaftlichen Entgeg'enkommei.s maßgebend sein. In die inneren Berhälttiiffe beider Staaten greift dieser Vertrag, der nur als Wirtschaftsvertrag, nicht etwa als Bündnis­vertrag zwischen Deutschland und Rußland be­trachtet werden darf, in keiner Weise ein. Die seit langem schwebenden Verhandlungen wur­den in Genua in aller Stille fortgesetzt und führ­ten anläßlich eines Besuches Tschitscherins beim denftchen Außenminister Rathenau am Sonntag vormittag zum endgültigen Vertrag.

* Die neuen Beziehungen.

Berlin, 18. April. (Eigene Drahtmeldung.) Das neue Wirtschaftsabkommen zwi­schen Deutschland und Rußland ist nach .Mit­teilungen von zuständiger deutscher Stelle in Berlin die Grundlage für Me weiteren Ver­träge mit Rußland. Die ersten ruhigen Tage in Genua wurde» zum endgültigen Abschluß be­nutzt und man kann hoffen, daß mit dem Ver­trage klare und eindeutige Voraussetzungen für die Wiederaufnahme insbesondere der wirt­schaftlichen Beziehungen zwischen Deutsch- land und Rußland geschaffen sind. Reben diesen wirtschaftlichen Beziehungen sieht das Abkom­men die Wiederaufnahme der vollen diploma­tischen Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland vor, stellt sich also im ganzen als ein Vertrag dar, wie er an Stelle des im Versailler Vertrag für ungültig erklärten Brest-Litowsker- Bertrages zur Wiederherstellung der normalen Beziehungen zwischen Deutsch­land und Rußland nötig geworden war. Daß der Abschluß zufällig in Genua erfolgte, hat we­der für den Inhalt noch die Bewertung des Ver­trages eine besondere Bedeutung. Man hat die erste Möglichkeit ruhiger Verhandlungen benicht und diese hat sich gerade in Genua geboten.

Weitere Abmachungen.

Ausdehnung des neuen Vertrags.

(Eigene Drahimeldung.)

Genua, 18. April.

Am zweiten Osterfeiertag traten die Russen zu einer Sitzung zusammen, wobei Tschitscherin Mitteilungen üb die Fortsührnng der deutsch-russischen Verhandlungen gab. Die Verhandlungen sollen zu weiteren Ab­machungen ausgedehnt werden. Eine Stel­lungnahme der Delegatton zu diesen Abmachun­gen liegt natürlich noch nicht vor. Irgend eine Aendcrung für den weiteren Gang der Konfe­renz dürfte sie bei ihrem völlig abgesonderten Charakter nicht zur Folge haben.

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Stärkung für Rußland.

Rom, 18. April. (Eigene Drahtmeldung.) Der Bericht vom Abschluß des deutsch-russischen

Vertrages erregt in hiesigen politischen Kreisen höchstes Auffehcn. Die „Tribuna" schreibt, der vertrag verleiht Rußland am Vorabend der Verhandlungen mit der Entente große Kraft.

Die überraschten Alliierten.

Die Wirkung des deutsch-russischen Vertrags. (Eigene Drahtmeldung.)

Genua, 18. April.

Die verschiedenen Verhandlungen über den deutsch-russischen Vertrag find am ersten Oster- feiertng von Dr. Rathenau und Ministerial- Direttor von Maltzahn mit den russischen Delegierten in Santa Margaritha abgeschlossen worden. Die Unterzeichnung erfolgte spä­ter, nachdem auch die Zustimmung des Reichs­präsidenten eingeholt worden war. Wie in den Kreisen der Delegations-Mitglieder verlautet, wird Deutschland infolge des Vertragsabschlus­ses mit Rußland in den nächsten Tagen von den Alliierten auf eilte harte Probe gestellt wer­den. Die Beeinflussung der Presse aus den ver­schiedensten Delegations-Lagern nahm eine ganz bestimmte Richtung an. Ter allgemeine Charak­ter dieser Information hinterließ einen Ein - druck, der bei den Alliierten an Entrüstung grenzt. Allgemein wird eine scharfe Svrache an- gefchlagen. Infolgedessen hört man vielfach die Ansicht, daß über kurz oder lang in G e n u a die Koffer gepackt werden müßten.

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Prüfung der Lage.

Genua, 18. April. (Eigene Drahtmeldung) englischen Kreisen wird erflärt, daß man allgemein in Genua überrascht sei. Der italie­nische Außenminister Schanzer habe gegenüber der deutschen Delegation sein Erstaunen nicht verhehlt, wenn auch der deutsche Wunsch, nicht zwischen zwei Stühlen zu sitzen, selbstverständlich sei. Trotzdem ist man der AuffMung, daß die Konferenz nicht zusammenbrechen wird. Die englischen delegierten wollen ruhig die Lage prüfen. Die gleiche Auffassung herrscht bei weiteren delegierten der Alliierten vor. Im Laufe des gestrigen Tages hat sich die Stimmung etwas beruhigt, der Grad der Auf­regung in den alliierten Ländern ist sehr stark.

Aus der Genua-Konferenz.

Der Verlauf der O vertage.

(Eigener Drahtbericht).

Berlin, 18. April.

Ueber die Genueser Konferenz sind außer der Nachricht vom Abschluß eines deutsch-russi­schen Wirtschaftsvertrages an den beiden Öfter« feiertagen wesentliche Meldungen aus Genua nicht eingelaufen. Am 1. Osterfeiertag haben keine Sondersitzungen der deutfchen Delegation stattgefunden. Für den zweiten Osterfeiertag hatten die Deutschen für den Nachmittag eine Beratung ihrer Sachverständigen angesetzt; über diese Sitzung liegt ein Bericht noch nicht vor. Am Oster-Sonnabend hat der italienische Außen­minister Schanzer eine etwa halbstündige Un­terredung mit Wirth und Rathenau gehabt.

Deutsch-russische LebereinMmmung.

Basel, 18. April. (Eigene Drahtmeldung.) Die „Baseler Nachrichten" melden aus Genua: Dr. Rathenau hatte am Sonnabend eine längere Aussprache mit Tschitscherin, über die die Russen sehr voreilig eine Pressenotiz ausgegeben haben, wonach zwischen Rußland und Deutschland eine Uebereinstimmung in den wichtigsten Punkten der Tagesord­nung erzielt worden fei. Diese Meldung ist nicht geeignet, den deutschen Interessen fördernd zu fein. Nach der Aussprache mit Tschitscherin hat Dr. Rathenau gemeinsam mit Dr. Wirth eine längere Unterredung mit dem italienischen Außenminister Schanzer gehabt. Dem Verneh­men nach drehte sich diese Unterredung lediglich um das Finanz- und Währungs-Programm.

Linier der fremden Kontrolle.

Abba« der Abrüstungs-Kommission?

(Eigener Drahwericht.)

Paris, 18. 9tpril.

Der Oberste Rat hat der deutschen Regie­rung Mitteilung zugehen laffen, wonach der A b- b a u der kostspieligen und drückenden A b - rüstungskommission der Entente in Deutschland und die Ueberweisung ihrer Auf­gabe an eine kleinere Kontrollkommis­sion beabsichtigt ist. Wetter liegt eine Mittei­lung vor, wonach der Bau von Flugzeugen, mit Ausnahme von Kampfflugzeugen, vom 5. Mai ab wieder «eftattet ist. — An Berliner un­terrichteter Stelle wird auf eine Auflage hin er­klärt, daß vor allzugroßem Optimismus gewarnt werden müsse. Es wird hinzuge­fügt, daß die Nachricht amtlich noch nicht bc- ftätiflt werden kann.

Schützet den Wald.

Ein Siahnwort au Alle!

Da jetzt wieder die Zeit beginnt, in der fich Schare» von AnSflitglern in den Wald begeben, um Erholung und Freude zu finden, ist es ratsam füt Jedermann, die nachstehende» Ausführungen zu veachien, die vom „Verein preußischer StaatSfSrstrr" geschrieben werden.

Der deutsche Wald ist derzeit eines der wich­tigsten Wertobjette unseres Volkes. Durch den Fiiedensvertrag hat das deutsche Reich einen Ge- flmtverlust an Wald fläche von rund anderthalb Millionen Hettar zu verzeichnen. Vor dem Kriege wurden etwa fünfzig Prozent der In« landspröduttion an Holz zur Deckung des Be­darfs aus dem Auslande bezogen. Der gewal­tige Verlust an Waldfläche, die Unmögilichkeit der Holzeinfuhr zufolge der schlechten Valuta und die Lieferung erheblicher Holzmengen an den Feindbund zwingen zur Hebung der Produttivi- tät im Walde. Gewiß ist erfreulich, daß die Forsiwirtschaftsbetriebe zum größe­ren Teil einen im Verhältnis beträchtlichen Ueberfchuß erwirtschaften. Beispielsweise erwartet die preußische Staatsforstverwaltung M Jahre 1921 einen Reinertrag von 850 Millionen Mark, sie benötigt auch nur dreiund­dreißig Prozent der Einnahmen zur Deckung der Ausgaben. Bei der finanziellen Notlage des Staates spielen jedoch diese Summen eine nur untergeordnete Rolle. Sie würden sich um ein BeträckMches erhöhen, wenn alle Bevölke­rungsschichten den Eigenheiten und Anforderun­gen der Waldwirtschaft mehr als bisher Rech­nung trügen. Pflicht jedes Deutschen, dem es ernst ist un7eI*': Gesundung der Volks­wirtschaft, muß daher fein,

nach Kräften zu helfln.

Wie aber kann das geschehen? Eine große An« zahl Waldbrände werden durch Unachtsam­keit und Leichtsinn hervorgerufen. Tausende von Hektaren wertvoller Wald fläche fallen ihnen all­jährlich zum Opfer. Achtlos weggeworfene Streichhölzer, Zigaretten- oder ZigarrenrOe sind zum größten Teil die Ursachen der Brände. Wenn außerdem Wandervögel offene Feuer im Wald anzünden und dadurch Waldbrände ver­ursachen, so ist dies sträflicher Mißbrauch mit dem Nationaleigentum des Volkes. Gewiß wird niemand der wandernden Jugend die Freude an den Schönheiten der Natur verkümmern wol­len, verlangen kann jedoch die Allgemeinheit, daß sie ihre Mahlzeiten außerhalb des Waldes bereitet! Zudem ist Rauchen und Feueranzünden im Walde während des Frühjahrs und Som- mers gesetzlich verboten und wird befttaft. Bei dieser Gelegenheit fei auch darauf hingewiesen, daß bei Wald brand en Jeder zur Hilfeleistung beim Löschen gesetzlich verpflichtet ist. — Auch jeder andere Besucher oder Nutznießer des Wal­des kann

zu seinem Schutze beitragen.

Es sollte genügen, sich an seiner Schönheit zu er» freuen, nicht notwendig ist aber, gedankenlos Zweige oder Blätter der Bäume abzu­schneiden ober abzureißen. Geschieht es trotz- dem, so wird der Baum seiner wichtigsten Nah­rungsquellen beraubt, denn er kann nicht leben ohne Nadeln oder Blätter. Jede Verminderung dieser zum Wachstum notwendigen Baumteile hat Verlust an Holzzuwachs im Gefolge und viele Wenige machen auch hier ein Viel. Ferner ist überflüssig, Namen urtb symbolische Zeichen in die Rinde der Baume zu schnei­den und sie dadurch zu verschandeln. Die feinen Bastzellen werden zerschnitten und das Auf­steigen des Baumisastes wird gestört. — Tas Be­treten der Forstkulturen, unerlaubtes Ab­mähen des Grases in diesen, Beschädigung ihrer Umzäunungen ist ebenfalls schädlich. Ost genug werden zarte, junge Pflanzen achtlos niederge- rreten, kümmern oder sterben gänzlich ab und müssen unter großen Gekdopfern mühevoll ersetzt werden. Ist 'die Anpflanzung schon älter, so stößt die Nachpflanzung auf Schwierigkeiten und nicht selten ttitt Rückgang des Bodens ein. Der künftige Wakdbestand wird lückig und die ein­zeln stehenden Bäume entwickeln sich zu nutzholz- armen Dperrwüchfen Gleiches gilt für die aus Unvorsichtigkeit abgemähten oder durch Sense und Sickel verletzten Pflanzen. — Bei Gewin­nung des Leseholzes verfahre man vorsich­tig. Das Abbrechen der Aeste mit .Haken ver­ursacht Beschädigungen des Stammes, die Zu- Wachsverluste und Fmikstellen im Gefolge haben. Wo Holz zur Srlbsterwerbuna abgegeben wird, begnüge man sich mit den von den Forslbeamten angegebenen Stämmen. Wahlloses Abhauen an­derer Stämme verursacht Bestandeslücken, Schmälerung des Ertrages, Rückgang des Bo­dens. Deck- und Scknnnckreisig darf

nicht an den Rändern

des Waldes gewonnen werden, geschieht es den« noch, so wird der unentbehrliche Windmantel zer­stört. Aushagerung des Bodens, Windwurs und Stmnmbruch "sind die unausbleiblichen Folgen. Man bedenke auch ferner, daß alle Beschädiann- aen der Bäume Brutstätten sind Mr